Schöne Bescherung

Yvonne Catterfelds Adventsfilm Engel sucht Liebe

Yvonne Catterfeld
© Sat 1
Yvonne Catterfeld

Leute, packt die Taschentücher aus, heute Abend wird’s romantisch. Denn TV-Sternchen Yvonne Catterfeld spielt eine Blinde, die sich in einen Engel verliebt. Ja, richtig gehört. Und zwar spielt sie richtig gut, meinen die Kritiker. Catterfeld, die zuletzt in Schatten der Gerechtigkeit bewies, dass sie nicht nur in Soaps schüchtern-süß aus der Wäsche schauen kann, zeigt anscheinend äußersten Kitsch mit äußerstem Charme in ihrer dritten Sat-1-Auftragsarbeit. Engel sucht Liebe nennt sich die Adventsschmonzette, die sich an Menschen richtet, die zur Weihnachtszeit ihre romantische Ader wiederentdecken. Oder an Frauen, die Max von Thun toll finden (kurzzeitiges Jurymitglied in Deutschland sucht den Superstar im vergangenen Jahr).

Der Film bediene sich zwar dreist der Handlungen aus Der Himmel über Berlin und Stadt der Engel, meint Peter Zander in der Welt. “Macht aber nichts. Der Film von Franziska Meyer Price ist trotzdem überraschend charmant. Weil der Hauptstrang – die vorhersehbare Liebesgeschichte – eigentlich nur so miterzählt wird, das Hauptaugenmerk aber auf den Nebenaspekten liegt. Und die haben es in sich.”

Die Nebendarsteller Heikko Deutschmann, Carmen-Maja Antoni und Anja Kling haben nicht nur die Welt überzeugt, auch diese evangelische Seite zeigt sich entzückt von der tragischen Liebesgeschichte, die das Sat 1 uns heute Abend präsentieren wird. Die Nordseezeitung akzeptiert zwar den klebrigen Kitsch des Film als zulässige Weihnachtsdosis für Fernsehzuschauer, die schnulzige Kapitalismuskritik ist dann aber doch zu viel des Guten: “Lustig oder einfallsreich ist das alles nur bedingt, immerhin aber nicht so perfide wie der Nebenstrang um die arme Familie Krüger. Der Mann hat den Job verloren, die Frau den Mut, und die Krankenkasse zahlt die Kur für die asthmakranke Tochter nicht. Damit man das nicht vergisst, nestelt das süße Ding in jeder Szene mit dem Inhalierspray herum. Vielleicht stimmt es ja, und gegen den sozialen Kahlschlag helfen nur noch Wunder. Hier wäre das zugehörige Märchen aus den kalten Tagen des Turbokapitalismus, das allerdings wirkt wie eine Überdosis Glühwein: Der nächste Kater kommt bestimmt.”

Und während sich die Bild-Zeitung eher für Nacktszenen aus dem vorherigen Catterfeld-Film Schatten der Gerechtigkeit interessiert, meint der Westen kurz und knapp: “Weihnachten wird durch ein bisschen Kitsch erst schön”.

Eben. Mit Kitsch ist Regisseurin Franziska Meyer Price bereits seit Jahren vertraut, quasi vertrauen wir auch mal darauf, dass der Kitsch aus dem Sat-1-Engelfilm sich auch heute Abend in den Grenzen des guten Geschmacks halten wird.

Worum geht’s?

Uriel (Max von Thun ) hat das Leben als Weihnachtsengel satt. Sein desillusioniertes Leben ändert sich erst, als er der blinden Lichtskulpturkünstlerin Laura (Yvonne Catterfeld) begegnet. Als erster Mensch kann sie ihn sehen und berühren. In diesen magischen Momenten entsteht in ihm der dringliche Wunsch, Mensch zu werden. Doch der Bürokratenengel Gabriel hat andere Dinge mit ihm vor … Uriel kämpft unerbittlich für seinen Wunsch und seine Liebe. Gott sei Dank ist Weihnachten und Wunder somit jederzeit möglich.

Engel sucht Liebe läuft heute Abend um 20.15 Uhr auf Sat 1.

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