jp@movies - Kommentare

Alle Kommentare von jp@movies

  • Den mit Abstand schönsten Adventskalender macht dieses Jahr übrigens Kirsten Fuchs auf youtube, wo sie seltene und lange nicht gehörte Texte von sich vorliest. So schnell kann man gute Laune kriegen: https://www.youtube.com/channel/UCl5ORXAPjwDlwoLUCLnxw7A/videos

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    • Stantz zum grün wabernden Geist von Spengler beim Anblick des Autos: "Chewie, we're home..."

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      • Tag zusammen, zwei Lichtlein brennen und ... Moment, es brennt? Löööschen!!!
        *in Panik Kaffee über den Adventskranz schütten und jetzt im Qualm sitzend*

        Für *frenzy_punk<3 gewichtelt: https://www.moviepilot.de/movies/rocco-und-seine-brueder/kritik/2024508

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        • Dies ist ein Wichtelkommentar für frenzy_punk<3 , enthält Spoiler über einen Film, den ihr euch wahrscheinlich sowieso nicht ansehen werdet, weil alt, in s/w und auch noch knapp drei Stunden lang. Außerdem drin: persönliche Befindlichkeiten, intellek… intelli… schlaues Geschwurbel ohne Duden und flache Gags. You’re welcome :)

          Näheres zur MP Kommentar Wichtelaktion 2019: https://www.moviepilot.de/news/user-kommentar-wichtelaktion-2019-1122862

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          Mein Sinn stand zwar überhaupt nicht nach Melodram, dennoch habe ich mich Hals- über Kopf in dieses gestürzt. Visconti denn das passieren? Na, weil dieser Kommentar für Gina ist, und da liegt ein italienischer Film schon allein klanglich nahe. Gefilmt vom großen Giuseppe Rotunno, der vor 20 Jahren auf dem Camerimage in Toruń den Preis für sein Lebenswerk bekam, und damals war ich zum ersten Mal hingefahren und hab dort die Chance verpasst den Film im Kino zu sehen. —> Hier bitte den Soundtrack starten: https://youtu.be/-uJFVb6L2hM <— Jetzt, 20 Jahre später kehrte das Festival (und ich ebenso) nach ebenso vielen Jahren im Exil in eben diese Stadt zurück, wo es einst gegründet worden war. Doch kann man nach so langer Zeit überhaupt in eine Heimat zurückkehren, die sich in den Jahren ebenso verändert hat, wie man selbst?

          Fragen, mit denen man bereits kopfüber in den Motiven des Films steckt, in dem es auch um eine entwurzelte Familie geht. Man war vielleicht arm, aber man hatte immerhin einander, und das bedeutete Halt. Doch auch die italienische Mama wollte von dort immer weg, wie sie gegen Ende des Films verrät, weiß dann aber auch nicht mehr weiter, als es endlich so weit ist, die ökonomischen Sorgen überdecken alles andere. Und hat man es endlich so weit auf der gesellschaftlichen Leiter nach oben geschafft, dann klebt das Blut schon symbolträchtig an allen in der Familie, dem Türrahmen, der Wohnung. Diese Heimat, von der hier die Rede ist, kriegt man nie zu sehen, was eine brillante ästhetische Entscheidung ist, wie sie heute niemand mehr macht: Heute würde es da eine Rückblende in Farbe und Zeitlupe geben, die uns ein Italien aus der Olivenöl-Werbung zeigt. Direkt kaltgepresst. Hier muss man sich das noch selbst dazu denken, und erst dadurch wird es universell. Man muss sich selbst vorstellen, von Zuhause weg zu gehen, hinaus in die weite Welt oder auch nur die großen Stadt, um Arbeit zu finden, mit der man seine Familie mit durchbringen muss. Wie sehr diese Familie anfangs noch aneinander klebt, sieht man schon in der ersten Szene am Bahnhof, wenn sich selbst der mutigste Sohn von Mama nicht weiter weg wagt (WWW?), als eine Waggonlänge. Dann kommt es zum ersten Boxkampf (oder Schattenboxen), wenn die beiden zukünftigen Schwiegermütter aufeinander treffen und ihre Prioritäten verbal und mit theatralen Gesten untermauert ausfechten. Man gerate ja nicht zwischen zwei sich streitende Mütter! Es braucht die Kraft zweier Familien, die beiden nicht nur wieder in getrennte Ecken, sondern in getrennte Wohnungen auf der Ringbahn Mailands zu führen. Die Verlobung liegt auf Eis und es heißt erstmal Schnee schaufeln - endlich Arbeit! Auf dem Weg dahin wird man im Vorbeilaufen schon Immigrant geschimpft, was eigentlich nur Konkurrenz meint, die im Zweifel bzw. aus der Not heraus noch billiger zu haben ist, als man selbst. Klingt sehr aktuell, nicht wahr? Hier steht den Ertrinkenden halt nur das Kellerfenster bis zum Hals, aber man muss ihn recken, um hinaus zu sehen. Wer nichts hat, weder Arbeit, Geld, Liebe, Familie oder Heimat - was bleibt da noch als Halt? Hass vielleicht, Neid und Rache, aber die richten einen hier zugrunde. Nur dem Jüngsten, Luca stehen am Ende noch alle Wege offen, er kann vielleicht die richtigen Lehren aus dem Versagen seiner Brüder ziehen, ebenso wie wir.

          Anzuschauen ist das vor allem schön, weil die Bilder, die Kompositionen wunderbar sind. Allein wie sparsam Großaufnahmen in den drei Stunden eingesetzt werden ist eine Wohltat, man erschrickt förmlich, wenn ein Kopf mal bildfüllend wird. Sie werden für eine handvoll Momente reserviert, ansonsten dominieren Bezüge der Personen zueinander im Raum, bei Licht und ordentlich Schatten. Etwa diese tolle späte Kranfahrt, wenn der Boxtrainer wütend in sein Büro geht, dort wie ein wütender Tiger im Käfig im Kreis läuft, sich selbst bemitleidet und Trophäen umwirft, dann mit dem Kollegen draußen diskutiert, um schließlich doch einen Blick über den “Zaun” zu werfen: fantastisch. Oder die, wenn Simone beim Manager in der Wohnung ist, und beide nur als Silhouette erkennbar sind - ehe dann das Cutout-Fernsehbild-Compositing nachhaltig auf sich aufmerksam macht. Was habt ihr denn gedacht, dass es Greenscreens in einer s/w Produktion gibt?!1!11 Hallo?! Oder die Szene auf dem Dach der Milaner Kathedrale? Ganz stark. Nicht zu ertragen ist allerdings die Vergewaltigungsszene, an der gleich drei Menschen zerbrechen. Als wäre die nicht schon schlimm genug und zu lange zu wenig am Opfer interessiert, wird sie durch eine andere spätere Szene unterschwellig auch noch mit Homophobie aufgeladen, dass es einem die Fussnägel aufrollt. Es trifft immer diejenigen am Härtesten, die gesellschaftlich ganz unten stehen, bis alles melodramatisch in einem Gemisch aus Blut und Tränen zu Ende geht.

          Man könnte jetzt sagen, dass das mit der - durch seinen Tod begünstigten - Abwesenheit des Vaters seinen Anfang nimmt, der außer als wiederkehrendes Portrait auf einem Button über dem Herzen der Mutter getragen, nur insofern eine Rolle spielt, als dass er diese an seine Orgelpfeifen von Söhnen vererbt, die dann der Reihe nach (ihre Vornamen werden dem Alter nach eingeblendet) daran scheitern - jedenfalls in den Augen der Mutter, deren Geldsorgen nie gestillt sind, obwohl es sichtlich aufwärts geht. Einzig dem Ältesten gelang quasi der Liebe wegen die Abkapselung von Zuhause und oder der Mutter, was diese ihm ja wohl nie verzeihen wird, Enkelkind hin oder her. So bleiben viele auf der Strecke, und unterwegs werden reichlich Ohrfeigen verteilt, Backen abwechselnd gewatscht oder geküsst, und da sind die Boxkämpfe noch nicht mal mitgerechnet. Also hat der Film alles, was einen waschechten Klassiker ausmacht, der einem obendrein die Hosen in fünf Minuten bügelt.

          Und was ist mit der Frage? Kann man je in seine aufgegebene Heimat zurückkehren? Nein. Aber man könnte sich neu in sie verlieben.

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          Vielen Dank Gina, dass ich dieses mit Schmuckstück bei dir mitgehen lassen durfte. Eine letzte Assoziation fehlt aber noch, denn ich kannte vor Jahren mal eine Gina, die jedesmal die Flucht ergriff, wenn auf einer Party dieses Lied lief: https://youtu.be/7pOr3dBFAeY - was für einige vielleicht an sich schon verständlich sein mag, aber auch die mögen sich jetzt bitte ein Video vorstellen, dass so geschnitten ist, als würde es Simone in der zweiten Hälfte des Films Nadia als Ständchen bringen. Toxic masculinity, right there. Creepy, oder? Eine Renaissance der Backpfeifen wäre da schon mal ein Anfang: lasst der Italienerin in euch öfter freien Lauf, Ladys!

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          • Lassen sich Traumata, die von einer Generation an die nachfolgenden weitergegeben werden, überwinden? Wenn man diesen Gedanken überhaupt erstmal annimmt und begreift, dann ist die Antwort: ja, natürlich. Das ist das vielleicht wichtigste Thema, das man derzeit aufgreifen könnte, was in diesem Jahr sogar - CG Jung lässt grüßen - dreimal der Fall ist: In STAR WARS kommt die Skywalker-Saga gewohnt oberflächlich zu ihrem Ende, WATCHMEN jongliert virtuos damit und vielen weiteren Geschichts-Schneebällen, und THE AFFAIR macht eben das, was sie schon die vorangegangenen Staffeln ausgezeichnet hat: sie erfindet sich einmal mehr neu, ohne sich zu wiederholen.

            Trotzdem dieser Echos geht es hier jetzt allein um THE AFFAIR, denn ihr “unique selling point” wird viel zu selten in seiner Zentrifugalkraft gewürdigt, denn es ist gerade die Abwesenheit dieser einen zentralen Erzählperspektive, die sie so herausragend macht. Viele verkennen die Brillanz dieser Serie, weil sie sie gucken, wie jede andere auch. Das mag in der ersten Staffel funktioniert haben, wenn die Rahmenhandlung mit dem ermittelnden Polizisten eine “wahre Perspektive” und damit zuverlässigen Angelpunkt erahnen lässt, doch spätestens ab der zweiten Staffel ist man mit vier einander überschneidenden und oft widersprechenden Perspektiven konfrontiert, ohne jemals wieder die Sicherheit einer “wahren Sicht auf die Dinge” zu erlangen. Was anderswo als Continuity-Fehler angekreidet würde, ist hier nicht mehr als Erinnerung daran, dass wir gerade die selektive, verfälschende Wahrnehmung nur eines Charakters erleben, und damit nur seine bzw. ihre Ansicht und Interpretation der Wirklichkeit. Am deutlichsten wird das bei Helen, die in den Augen anderer (oder ihrer eigenen) jedesmal sehr anders wirkt oder “erscheint”. Nichts kommt unserer eigenen Wahrnehmung näher, als diese Form des Erzählens (die auch z.B. gerade die GAME OF THRONES Buchvorlage auszeichnet). Man wechselt nicht nur die Schuhe, um darin ein paar Meilen zu laufen, obwohl sie drücken und man Blasen kriegt, sondern sieht die Welt ganz sprichwörtlich noch einmal mit anderen Augen. Nur eben, dass all das ein labiles Konstrukt von Realität ist, an dem jede/r anders scheitert. Wer das nicht mitdenkt und fühlt, verpasst mehr als die Hälfte.

            Der Mut dieser Serie, diesem Konzept jedes Jahr etwas neues abzugewinnen, begeistert mal mehr, und mal weniger. Allein das Risiko einzugehen spricht für Sarah Treem, die Showrunnerin, die obendrein jedes Jahr neue AutorInnen um sich schart, und damit Karrieren startet. IN dieser letzten Staffel wird für meinen Geschmack zwar zu viel geredet, aber das tut dem sich schnell wieder einstellenden Genuss keinen Abbruch. Man muss halt zuhören können, und sich dann Zeit nehmen das Gehörte (und Gesehene, und Gefühlte) zu reflektieren - anders verpasst man halt wieder zu viel. Schade, das viele die nötige Aufmerksamkeitsspanne nicht mehr mitbringen oder zu investieren bereit sind, drum bleiben wirklich einzigartige, herausragende Serien wie diese auf der Strecke. Aber während andere längst wieder von Unkraut überwuchert sein werden, wird dieser Weg so frisch und gangbar bleiben, dass er auch noch in hundert Jahren jene Wanderer sicher ans Ziel bringen wird, die, wenn sie nur die ersten Schritte wagen, und einen langen Spaziergang nicht scheuen, jede Menge Freud (und Jung) und Leid unterwegs erleben wollen. Als Lohn wartet ein befriedigendes und schönes Serienfinale, wie ich nur wenige erlebt habe.

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            • *hust* Netflix vertickt sehr wohl physische Medien seiner Eigenproduktionen, jedenfalls jene, bei denen es sich offensichtlich für sie lohnt: STRANGER THINGS, ORANGE IS THE NEW BLACK...

              Ansonsten sehe ich das mit der Chance in der Spezialisierung von Kinos ebenso, möchte aber ergänzen, dass Disney es da aber den Betreibern schwieriger macht, etwa auf den Katalog von Fox zuzugreifen: https://www.change.org/p/distributors-ask-disney-to-release-older-titles-for-repertory-usage

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              • Liebes Dashboard, die letzten Wochen waren hier richtig scheiße, der Verlust von Kängufant weder zu kompensieren, noch vergessen (nehmt ihn virtuell bei jeder Gelegenheit in den Arm —> Profilbild) und eine adäquate Reaktion fehlt von Seiten der Redaktion ebenso, wie die Community weiter mit ihrer Trauer ringt. Nein, eine Lösung habe ich auch nicht anzubieten. Aber:

                Dennoch gibt es mich verhalten hoffnungsvoll stimmende Lebenszeichen aus der Community, etwa die dank *frenzy_punk<3 wiederbelebten Wichtelkommentare, schaut mal rein: https://www.moviepilot.de/news/user-kommentar-wichtelaktion-2019-1122862 - und dank Mekridi habe ich die Liebe zum Musik auf Moviepilot posten wiederentdeckt: https://www.moviepilot.de/liste/meine-top-50-songs-mekridi - beides hat mich dazu veranlasst, mich nach langer Pause wieder an etwas zu versuchen, einem Mix-Tape (ja, ich nenne es immer noch Mixtape, erstens bin ich alt, und zweitens alt genug um tatsächlich noch selbst welche gemacht zu haben) zu Weihnachten, nur in neuer Form (vgl. Listenbeschreibung oben).

                Kängufant, lieber Andreas, das ist für dich. Und alle die dich vermissen.
                We remember everything.
                Always.

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                • Ahhh! Das war besser als es Radio jemals sein könnte, viel Bekanntes, das mir gute Laune macht, weil ewig nicht gehört (EXTRABREIT, LARD, THUMB, Beethoven-I-see-what-you-did-there-vor-den-Hosen, MUCKY PUP, TOY DOLLS, THE MISSION…), tolle Überraschungen (Terence Trent D'Arby!) und konnte sogar Neues für mich entdecken: GHINZU, SEETHER, CANDI STATON - da muss ich dringend mehr von hören, danke dir!

                  Hier und da hatte ich “Echos” im Kopf, die ich direkt mit dir teilen möchte:
                  Auf REFUSED - new noise
                  reimt sich TOMAHAWK - god hates a coward - https://youtu.be/XTd8-UZEf64
                  DOWNSET - anger ... ist mir nicht äh, wütend genug, brauche mehr Power :)
                  So HELMET: https://youtu.be/9346rQ1d8ik oder NON-FICTION: https://youtu.be/BbsEm4ooa3k
                  Boah, und wat waren die damals live fettes Brett auffer Bühne …
                  Bei HATEBREED dachte ich, hm, ist das nicht:
                  FEAR FACTORY - https://youtu.be/ydIkzH3pzeA
                  bzw.
                  GODFLESH - https://youtu.be/jASivSllA3o
                  bzw.
                  CARCASS - https://youtu.be/WhaQlTRJ6G8
                  weil die drei liefen in unseres Disse quasi immer als Hattrick oder mindestens zwei, und mehr als die Songs muss man von denen nicht kennen :)
                  SENSER ok, aber MORDRED waren zuerst da - https://youtu.be/ep94iPgLPow

                  Direkt noch ein paar Empfehlungen aus meiner Mottenkiste, die mir noch so einfielen:
                  FUGAZI - I mean, wtf is wrong with you??? https://youtu.be/SGJFWirQ3ks
                  THIS MORTAL COIL - https://youtu.be/HFWKJ2FUiAQ
                  TRIPTYKON - https://youtu.be/NmyWeOvF_Sg
                  TODAY IS THE DAY - https://youtu.be/hr-Ke95p6M0
                  COP SHOOT COP - https://youtu.be/5nSezRWIH6g
                  SAVATAGE - https://youtu.be/Ubmft9_LeE8
                  311 - https://youtu.be/rgdbmoLNRTM
                  TEDDYBEARS STHL - https://youtu.be/vkrVHOsJvBE
                  DEATH ANGEL - https://youtu.be/BtHxWeOXNgM
                  CHOKEBORE - https://youtu.be/4LInp1fHd0U
                  MEKONG DELTA - https://youtu.be/W-KCBbGdLxA
                  ROYAl BLOOD - https://youtu.be/bSdtvfBQd6c

                  Und weil:
                  SUZANNE VEGA - https://vimeo.com/98727639
                  TORI AMOS (best cover version ever, und du sagtest Klavier ;) https://youtu.be/HaAI3jI7uCc
                  AGNES OBEL - https://youtu.be/j1wgaFJ0750
                  TOM WAITS - https://youtu.be/BjLBWJutzEI
                  THE KILLS - https://youtu.be/498zUzNGQxY
                  PRINCE (ja genau der, aber vor allem für das, was keine Sau kennt) - https://youtu.be/ukVJoAZ06NQ

                  Ok, ok, ich hör ja schon auf!! (aber ein’ hab’ ich noch)

                  Als krönenden Abschluss machen wir noch wilde Sachen mit Klavier u n d Schlagzeug:
                  (WARNUNG: bitte anschnallen, die ersten 90 Sekunden gehören noch nicht zum Song)
                  MICHEL CAMILO - https://youtu.be/7f8aGZNZTE8

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                    • Für den zweiten Advent wäre ich zu haben, wenn sich ein/e Partner/in findet.

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                      • Will… doch… keine… *sich wind*… Bestenlisten… verfassen… *sträub*… also hau ich einfach schnell chronologisch ein paar tolle handverlesene Filme raus, bevor ich es mir anders überlege:

                        Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt (2010)
                        Tree of Life (2011)
                        Wuthering Heights (2011)
                        Mud (2012)
                        Die Jagd (2012)
                        Die andere Heimat (2013)
                        Only Lovers Left Alive (2013)
                        Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach (2014)
                        Leviathan (2014)
                        Mad Max - Fury Road (2015)
                        Raum (2015)
                        Arrival (2016)
                        Moonlight (2016)
                        Wonderstruck (2017)
                        Der seidene Faden (2017)
                        Burning (2018)
                        Shoplifters (2018)
                        Systemsprenger (2019)

                        Sind jetzt nur 18, weil diese beiden fehlen(?!), die ich aber noch nicht gesehen habe (@Smoover, bitte nicht mitrechnen :) daher lasse ich die einfach mal so stehen, stellvertretend für viele andere unberücksichtigte, übersehene und versehentlich vergessene Perlen:

                        Call me by your name (2017)
                        Parasite (2019)

                        … weil ich da meiner Freundesliste vertrauen kann. Und hab eh schon wieder geschummelt, um jedes Jahr nur zwei Filme zu nennen, gleichzeitig aber mehr Filmemacher und Länder zu würdigen … es geht halt einfach nicht, argh!

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                        • Like ... the definition of style over substance.
                          So boooring!
                          But that style, though ... wow.

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                          • Da alle, die mir spontan eingefallen sind schon auf der Liste stehen, steure ich halt einen Werbespot von Stella Artois bei, der den Anforderungen gerecht wird: https://www.youtube.com/watch?v=tSZES6e8d0w (und es spielt immerhin Zbigniew Zamachowski mit)

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                              IF! Verzeihung. Der Anfang ist ein bisschen holprig erzählt, das wäre wahrscheinlich besser - FRESSE, MACH’S DOCH BESSER! - äh, es muss halt ein bisschen Exposition sei - FREMDWÖRTER MACHEN DICH NICHT SCHLAUER, OPA - dann groovt sich der Film langsam ein, mit einem schönen Jazz-Vibe - DAMIEN CHAZELLE STYLE? - mehr so Miles Davis, jedenfalls wenn dann Michael Kenneth Williams seine Performance hinlegt. Allein für die Szenen mit ihm sollte man sich den Film angesehen haben. Wer Chinatown CHINATOWN SPIELT DOCH NICHT IN NEW YORK, DUMMY mochte, der findet hier eine Art Ostküstenvariante davon vor. Nicht ganz so elegant vielleicht, aber fern liegt der Vergleich nicht. Dick Pope hat gezaubert, denn optisch ist der Film ein Genuss. Kleiner Unstimmigkeiten, wie die ästhetisch irritierenden Rückspulmomente HA, HA, VORFÜHRER ANS TELEFON! verzeiht man gerne, weil dafür gibt es ja so wunderbare Sequenzen, wie die Einführung des Antagonisten, dessen Gesicht uns lange clever vorenthalten wird. Edward Norton macht seine Sache gut, Leute mit Ticks zu spielen macht er ja nicht das erste Mal. IF! Entschuldigung. Wen das auf die Dauer nervt, etwa wie in diesem Kommentar, der sollte besser einen Bogen um diesen Film machen. Alle anderen werden an diesem sonst sehr klassischen Werk ihre Freude haben, denn die machen sich zunehmend rar. KLAPPE MARVEL. Das, ich kann das nicht kontrollieren, tut mir leid.

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                              • Camerimage 2019 - #8

                                Fängt stark an, wirkt beinahe wie ein Dokumentarfilm, der fließend in eine Romanze, die nicht sein soll übergeht, täuscht dann eine Tragödie an, um schließlich eine märchenhafte Parabel mit einem Hauch Krimi zu werden. Das mag zwar ein bisschen durcheinander sein, aber die starken Bildern von Claire Mathon, die die Fiebrigkeit und Schönheit von Dakar fantastisch einfängt, halten die Teile gut zusammen. Dieser Debütfilm hat zwar sichtliche Schwächen in der Inszenierung, und der Schnitt könnte stellenweise etwas das Tempo anziehen, sehenswert ist er dennoch, denn die Ausbeutungs- und Fluchtthematik einmal so anders erzählt zu bekommen, ist in ihrer Schlichtheit schaurig schön.

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                                • Camerimage 2019 - #11

                                  John Bailey brachte direkt noch einen Film mit, der ein paar Jahre auf Eis lag. Am letzten richtigen Festivaltag, in der vorletzten Vorstellungen waren vielleicht noch 50 Leute anwesend, aber er eben auch. Der Rest des Festivals ließ sich schon auf der Hawk-Party volllaufen, während im Kino ein kleiner Junge den Mongolen in sich entdeckt. Gerade der Anfang zeichnet sich durch einen wunderbaren Humor bei tiefer Charakterzeichnung aus, der auch in die volle Tragik umschwingen kann, ohne dabei auch nur ansatzweise kitschig zu sein. Das kommt dann leider doch noch im Hauptteil des Films, der etwas zu sehr mäandert und Fässer aufmacht, die man einfach am Wegesrand hätte stehenlassen können. Dennoch ist alles in tollen Bildern eingefangen, die die Mongolei auf dem Nordamerikanischen Kontinent findet. Also bis auf ein paar obligatorische Second-Unit Shots. Die sentimentale Stimmung und pädagogisch wertvolle Auflösung kann man hinnehmen, die Standing Ovations für den sichtlich gerührten Bailey nach der Vorführung waren ohnehin unübertroffen. Näher kann man sich als Filmfan und Filmemacher nicht sein. Um so schöner war es, dass er eben ein Herz für die vergessenen Werke seiner Filmografie hatte, als es um die Zusammenstellung seiner Retro ging, die auch sehr gut ohne TÄGLICH GRÜSST DAS MURMELTIER auskam. Ein bescheidener, herzenswarmer Handwerker.

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                                  • jp@movies: Film & TV Kamera 17.11.2019, 19:36 Geändert 17.11.2019, 19:46

                                    Camerimage 2019 - #7

                                    Der Andrang war so groß, dass tatsächlich eine zweite Vorführung organisiert wurde. Ich hätte vielleicht auch besser die zweite genommen, als in der dritten Reihe noch mehr Verzerrung des Bildes hinnehmen zu müssen, als ihnen durch die antiken Optiken ohnehin innewohnte. Innewas? Ich wähle so ein selten benutztes Wort, weil es die Dialoge im Film auch tun, die zum Teil 1:1 aus Leuchtturmwärtertagebüchern des 19. Jahrhunderts stammten. Robert Eggers ist halt ein klein wenig besessen, was Details betrifft, und das ist mir nicht ganz unsympathisch. Auch sein Kameramann kreiert den Look lieber gleich in der Kamera, ohne sich auf die Postproduktion zu verlassen. Das birgt auch Risiken (VFX Einstellungen etwa), aber sorgt auch für größere Kontrolle der Datenpipeline. Der Film selber macht Spaß. Kaum am Ort des Geschehens angekommen, beginnt ganz sprichwörtlich der Pissing-Contest der beiden ungleichen Männer. Es wird eher wenig gesprochen, und dann von Willem Dafoe immer wieder mal ganz viel, in Untersicht (multipliziert mit Reihe drei), mit hartem Licht auf den Rauschebart und was will man mehr? Was soll das noch überbieten? Ihn nackt als Zeus posieren zu lassen vielleicht, aber kann man sich dessen sicher sein? Was sieht man hier, was bildet man sich ein? Wer was mit Stummfilmen anfangen kann, der kriegt hier die volle Dröhnung. Also auch auf die Ohren. Das Nebelhorn hallt einem durch den Kopf und hört auch nach dem Film im vergleichsweise moderaten Regen von Toruń nicht auf. Jedenfalls habe ich jetzt direkt Lust mir THE PHANTOM LIGHT von Michael Powell anzuschauen: https://www.youtube.com/watch?v=wVfqTJZi4AU

                                    PS: Muss dringend THE WITCH nachholen. Als nächstes macht er übrigens was mit Wikingern. Kein Scheiß.

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                                    • jp@movies: Film & TV Kamera 17.11.2019, 16:50 Geändert 18.11.2019, 20:18

                                      Und da ist es auch schon wieder vorbei. Hat sich lang angefühlt, war anstrengend, glänzte dann aber doch wieder durch diese großen kleinen Momente, für die man es liebt. “You know how it is, Doyle never shuts up, and Quentin talks even more!” ist eins meiner Lieblingszitate aus diesem Jahr, zu dem ich nicht mehr Kontext geben kann, als dass er gestern fiel, während die beiden zusammen länger mit Edward Norton beim Frühstück saßen, während das Hotel von Autogrammjägern belagert wurde. Das habe ich in der Art bei dem Festival noch nie erlebt und belegt meine Befürchtung, dass man es dieses Jahr mit der Starpower übertrieben hat. Die Jury des Hauptwettbewerbs hat Lawrence Sher (great Interview coming up) für JOKER ausgezeichnet, was handwerklich ebenso wenig überrascht, wie die Wahl der beiden anderen Gewinner. Allen dreien ist gemein, dass sie ihre Ästhetik ganz in den Dienst der Narration stellen, ihr den Vortritt lassen. So viel Fingerspitzengefühl legten nicht unbedingt alle Jurys (hier hat jede Sektion ihre eigene) an den Tag, aber das würde jetzt zu weit führen. Der Neustart an alter Wirkungsstätte ist geglückt, vielversprechend, und doch auch Besorgnis erregend. Eben die ganze Bandbreite, die man hier erwarten konnte.

                                      Hier noch die vollständige Liste der Gewinner: https://camerimage.pl/en/laureaci-energacamerimage-2019/ Den vollständigen Festivalbericht gibt es dann wie gehabt in der Januar/Februar Ausgabe 2020, die Ende des Jahres erscheint. Danke für’s Mitlesen :)

                                      #6 / https://www.moviepilot.de/people/geraldine-orawe/comments/2016426
                                      #7 / https://www.moviepilot.de/movies/der-leuchtturm/kritik/2017751
                                      #8 / https://www.moviepilot.de/movies/atlantique/kritik/2018112
                                      #9 / https://www.moviepilot.de/movies/gareth-jones/kritik/2017552
                                      #10 / https://www.moviepilot.de/movies/motherless-brooklyn/kritik/2018174
                                      #11 / https://www.moviepilot.de/movies/in-der-ferne-zu-hause/kritik/2017758
                                      #12 / https://www.moviepilot.de/movies/once-upon-a-time-in-hollywood/kritik/2017551

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                                      • Camerimage 2019 - #9

                                        Agnieszka Holland inszeniert nahezu auf Autopilot ein wenig bekanntes Kapitel vom Vorabend des zweiten Weltkrieges. Der junge Journalist Gareth Jones reist nach Russland, um Stalin zu interviewen, und will außerdem unbeobachtet im Land recherchieren. Als es ihm dann tatsächlich gelingt, erlebt er hautnah die Hungersnot in der ausgebluteten Ukraine, der Millionen zum Opfer gefallen sind. Die Bilder rund um den Hunger sind eindrücklich, in langen, ruhigen Einstellungen, mit wenigen oder ganz ohne Schnitte, und der Horror wird auf eine Weise greifbar, die einem selbst den Magen zuschnürt. Da ist der Film wirklich bei sich und echtes, großes Kino. Andere Erzählstränge leider weniger, etwa jener, der ihn bzw. seine Arbeit zur Inspirationsquelle von George Orwell werden lässt, klingen auf dem Papier besser, als sie sich in den Film einfügen. Besser gelingt das beim Flirt mit der Kollegin (einmal mehr ganz toll: Vanessa Kirby), dafür verwirrt der Film mit unfassbar unpassenden Highspeed-Montagen - und damit meine ich nicht die Schnittfrequenz, sondern tatsächlich, dass das Filmmaterial chaplinesk schneller läuft. Das fällt ästhetisch dermaßen aus dem Rahmen, dass man sich fragt, was die Regisseurin da geritten hat. Das Konzept den Bildern ausgehend von London via Moskau zur Ukraine nahezu alle Farben zu entziehen, wird gut umgesetzt, ist aber auch ein bisschen platt. Unterm Strich bleibt dennoch ein Film, der insofern relevanter nicht sein könnte, weil er sich um das rechtzeitige Erkennen von Vorzeichen einer sich ankündigenden Katastrophe dreht, die Rolle und Macht der Medien dabei beleuchtet, sowie die Erkenntnis, dass kulturelle Werke am Ende den längeren Atem haben, als hasenfüßige Politik, die Konflikte ebenso scheut, wie den Kampf um Menschenrechte. Ob wir was draus lernen, liegt natürlich wieder an uns selbst, und es sieht einmal mehr schlecht für uns aus.

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                                        • jp@movies: Film & TV Kamera 17.11.2019, 01:55 Geändert 17.11.2019, 18:13

                                          Camerimage 2019 - #12

                                          Lehne ich mich zu sehr aus dem Fenster, wenn ich vorhersage, dass Tarantinos zehnter und letzter Film aus viereinhalb Stunden Großaufnahmen nackter Frauenfüße bestehen wird, die jemanden zum Sound ausgegrabener Oldies blutig treten? Da kommt einfach nichts neues mehr. Früher hat er gut geklaut, frisch remixed und heiß serviert, jetzt recycelt er nur noch sich selbst, was so aussieht wie das Hundefutter aus der Dose (ich hätte Pitt aber noch ne Stunde länger dabei zugeguckt, wie er Dosen aufmacht und den Inhalt in den Napf plumpsen lässt). Immerhin behält er damit zumindest in Bezug auf sich selbst Recht, was die Qualität von so manchem Alterswerk angeht. Auf der Bühne legte er vor dem Film eine Rampensauerei hin, die man inzwischen sicher schon auf youtube finden kann, während sich sein Kameramann offenbar kurz vor der Preisverleihung eine der LSD-Zigaretten reingezogen hat, die drei Stunden später aber so richtig gezündet haben. Meine Fresse, war der breit. Ich hab mich lange nicht so vor Fremdscham gewunden. Alte Männer, die sich wie Teenager gebaren, sind einfach ein bemitleidenswerter Anblick. Nun ja, Quentin wird in Kürze Vater, das könnte dann tatsächlich noch einmal spannend werden - und in der vorangegangenen Nacht sind wohl in Toruń knapp 40 Seiten Drehbuch entstanden (also schätzungsweise 50 Minuten Film bzw. 2 Dialogszenen). Will er auf irgendetwas hinaus, außer mit coolen Songs in alten Autos durch die Gegend zu fahren? Finde ich ja legitim, aber wenn die Luft raus ist, weil man sich selbst sabotiert hat, dann kann man gefälligst auch selbst den Reifen wechseln, und muss deswegen nicht gleich die Kavallerie rufen. Oder sich selbst im Kino bewundern. Merk ihr was? Wiederkäuen dauert einfach länger, als etwas in einem Rutsch zu verdauen. Vier mal der gleiche Gag mit der eingeblendeten Uhr im Kontrast zur vagen Zeitangabe des Voiceovers in drei Minuten? Ernsthaft? Die Szene auf der Ranch war wenigstes in Ansätzen spannend, weil einmal die Örtlichkeit wunderbar zur Geltung kam, und man spürte, dass da niemand mehr sagt, was er denkt. Aber ehe ich es mir noch schlimmer mit meiner halben Freundesliste verscherze, lobe ich lieber nochmal Brad Pitt, der jetzt endgültig Steve McQueen Level erreicht hat. Eigentlich hätte man ihn in GESPRENGTE KETTEN kopieren können. Wait, what? Die haben was… und ich dachte, ich hätte wenigstens das schon erfolgreich verdrängt.

                                          PS: Ich poste das absichtlich jetzt gleich, weil so mitten in der Nacht sieht es ja vielleicht keiner, und ich komme ungeschoren davon.

                                          PPS: Einmal mehr bestätigt sich der Verdacht, dass Quentin seine Materialfülle ohne Sally Menke am Schnittplatz einfach nicht gebändingt bekommt. Gefilmt ist alles nach wie vor toll, aber ohne sie ufert es aus, und ich verliere unterwegs komplett das Interesse.

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                                          • jp@movies: Film & TV Kamera 15.11.2019, 08:08 Geändert 15.11.2019, 08:09

                                            Nur kurz was zur Kamera, weil ich da beruflich drüber schreibe, ansonsten halte ich es mit der spannenden Einsicht und Erfahrung von GierigeEnte im Kommentar weiter unten, die man gar nicht hoch genug einschätzen kann. Seine Meinung ändern zu können, weil man etwas gelernt/erfahren hat, ist der Goldstandard.

                                            Also: Je mehr Begriffe man kennt, desto mehr sieht man. Wahrgenommen habt ihr es auch schon vorher, benennen kann man es nur, wenn man weiß, dass es auch einen Namen dafür gibt. Oder um es mit Ludwig Wittgenstein zu sagen: "Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt." Zwischen scharf und unscharf kann wohl noch jeder unterscheiden, bei Schärfentiefe hört es wahrscheinlich schon auf. Stativ und Handkamera lassen sich ebenfalls leicht voneinander unterscheiden, auch wenn da der Schein trügen kann. Objektiv (pun intended) lässt sich vieles beurteilen, indem man nachfragt - drum mache ich ja Interviews :) Die Frage nach Brennweiten und Herstellern ist dabei zwar Standard, aber auch die uninteressanteste. Beim Warum wird es spannend, da geht es dann um Prozesse, subjektiven Geschmack und wie man ihn erzielt. Klingt lecker, und hat auch sonst viel mit Küche und Kochen gemeinsam. Filmemachen ist halt ein Hexenkessel.

                                            Es gibt so viele Herangehensweisen an einen Film, wie es Kameraleute gibt, das kann in die Hose gehen, oder es findet sich ein Team, das für einander geschaffen ist, weil es intuitiv auf einer ähnlichen Wellenlänge arbeitet. Nehmt etwa Todd Philipps und Lawrence Sher. Letzteren habe ich diese Woche gesprochen, und er hat übrigens die Analyse von Jenny hier ( https://www.moviepilot.de/news/joker-im-kino-was-den-dc-film-antreibt-haben-die-hangover-filme-vorgemacht-1121616 ) zu 100% bestätigt. Cool, oder? Und weil es so schön ist, lasst euch doch von ihm gleich ein paar Begriffe aus dem Kameradepartment erklären, und ihr werdet mehr in dem erkennen, was ihr objektiv eigentlich schon längst gesehen habt: https://www.youtube.com/watch?v=th9pG9Q6Kuo Wer davon angefixt ist, kann dann bei Steve Yedlin so richtig nerdig werden, bis einem der Kopf raucht - science, bitches: http://www.yedlin.net/

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                                            • Camerimage 2019 - #6 - MARIETTE IN ECSTASY (1996)

                                              Alter Falter, jetzt aber doch eine faustdicke Überraschung, die Weltpremiere eines Films, der aufgrund einer Studiopleite nie die Lichtspielhäuser erblickte: die zweite Regiearbeit von John Bailey, gefilmt von Paul Sarossy, der am Set seine zukünftige Ehefrau (und hier Hauptdarstellerin) Geraldine O'Rawe kennenlernte. Alle drei waren nach dem Film da. Worum es geht? Um die Jahrhundertwende geht eine junge Frau freiwillig ins Kloster, und … nun ja, das war’s schon. Rutger Hauer spielt einen katholischen Pfarrer, ist dabei aber so zahm, wie man ihn vielleicht noch nie gesehen hat. Überhaupt ist das Ensemble fantastisch besetzt, und die Einstellungen sind wie gemalt, obwohl die Abtastung des DCPs nur suboptimal war. Was für eine Perle von Film, nahezu auf der Höhe mit BLACK NARCISSUS, nur mit einem anderen Twist, der den Glauben der Nonnen auf die Probe stellt, und nicht die Novizin. Allein das ist schon mal eine gelungene Variante, aber auch sonst weiß er zu überzeugen.

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                                              • Der leere Schreibtisch von Kängufant - DEN nenn' ich ein Bild aus der Hölle!

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                                                • Wir wollen auch zurück in eine Vergangenheit, in der Kängufant noch die Belange der Community gemanagt hat.

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