Medienjournal - Kommentare

Alle Kommentare von Medienjournal

  • 8

    [...] Trotz einer doch eher durchwachsenen ersten Staffel (die ich dennoch in Gänze zumindest als solide und sehenswert empfunden habe), bin ich mit einer gewissen Erwartungshaltung an die nun frisch veröffentlichte zweite Staffel "Iron Fist" herangegangen, denn meines Erachtens war tatsächlich die größte Schwäche der vorangegangenen Staffel der ungemein kindisch-aufmüpfige, gefühlt in jeder zweiten Szene mit dem Fuß aufstampfende Danny Rand, der um so vieles unausgeglichener gewirkt hat als alle ihn umgebenden Figuren, obwohl er doch als würdige Iron Fist seine Bestimmung erfüllen sollte. Die logische und konsequente Entwicklung, die im Nachgang an "The Defenders" hat erfolgen müssen sowie sein Gastauftritt in der Episode "The Main Ingredient" (2.10) der zweiten Staffel "Luke Cage" ließen mich nun aber durchaus hoffen, dass der werte Rand an den Ereignissen gewachsen ist und tatsächlich zeigt er sich hier als Figur doch um einiges gereifter und damit nachvollziehbarer, auch wenn er noch immer mit Zweifeln zu kämpfen haben mag. [...]

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    • 7 .5

      [...] Ein gutes Jahr ist es her, dass ich an dieser Stelle von der ersten Staffel "Powers" berichtet habe, die zu Zeiten ihrer Ausstrahlung schon unter dem Radar so ziemlich jeder serienbegeisterten Person durchgeschlüpft zu sein scheint, weshalb es auch nicht sonderlich verwunderlich war, dass die Serie nach der heute zu thematisierenden Staffel eingestellt worden ist. Außerdem muss man durchaus einräumen, dass die Show doch als eigenwillig zu bezeichnen sein mag und folglich nicht unbedingt den Geschmack der Massen befriedigen dürfte. So sind auch hier wieder einerseits die Effekte teils wirklich unterste Schublade, während es ansonsten manchmal überraschend blutig und explizit zur Sache geht (das dann übrigens auch sehr "gut" aussieht), was auch nicht jedermanns Gaumen kitzeln dürfte. Davon aber einmal abgesehen, geht "Powers" aber auch im positiven Sinn weiterhin eigene Wege, seine eigene Version von Superhelden zu realisieren, so dass sich die auf den ungleich erfolgreicheren Comics von Brian Michael Bendis basierende Serie kaum mit etwas vergleichen lässt. [...]

      • 8 .5

        [...] Während ich bei den ersten beiden Staffeln "Preacher" noch reichlich hinterhergekleckert habe bin ich diesmal nun endlich zeitnah und pünktlich dabei und habe mir nun also jüngst die dritte Staffel dieser im besten Sinne respektlosen Serie einverleibt, nachdem ja wohl zwischenzeitlich gar zu befürchten stand, dass die Serie bereits nach ihren ersten beiden Seasons ihr Ende finden würde. Entsprechend euphorisch hat mich die Fortsetzung gestimmt und selbige setzt nun in "Angelville" (3.01) auch exakt dort an, wo wir unsere "Helden" zuletzt gesehen haben. Die Einführung von Gran’ma L’Angelle ist dabei außerordentlich gelungen, ebenso wie ihre beiden ungleichen Schergen und Handlanger TC und Jody gehörig frischen Wind in den Plot der Serie bringen. Der ist allerdings zunächst auch bitter nötig, denn gerade in Bezug auf die grob ersten drei Episoden der Staffel kommt die Geschichte dramaturgisch betrachtet noch nicht so recht in Fahrt und konzentriert sich in weiten Teilen auf die Geschehnisse in Angelville, was dahingehend schade ist, dass man unter anderem und insbesondere Eugene und Hitler hier gar nicht zu Gesicht bekommt, was ich mir nach deren lang und breit geschilderter Flucht aus der Hölle schlichtweg anders erwartet hatte. Immerhin Pip Torrens als Herr Starr feiert bereits in "Diese elenden Mistkerle" (3.02) seine furiose Rückkehr und hat nichts von seinem trockenen Charme verloren, zumal sich sein Handlungsstrang um den Gral, Humperdoo und den Allvater noch zu einem der Highlights der Staffel auswachsen wird. [...]

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        • 7 .5

          [...] Mit "Whiskey Tango Foxtrot" widmet sich das Regie-Duo Glenn Ficarra und John Requa der Verfilmung der Autobiografie von Kriegsberichterstatterin Kim Barker, deren Buch "The Taliban Shuffle: Strange Days In Afghanistan And Pakistan" ihre Zeit in – richtig geraten – Afghanistan und Pakistan umreißt. Die Wahl, Barker mit der wunderbaren Tina Fey zu besetzen, erweist sich dabei als einer vielen Glücksgriffe des Projekts, auch wenn ich zugeben muss, dass ich mir anfänglich ein witzigeres, satirischeres Werk erwartet oder gar erhofft hätte. Denn auch wenn der Film beinahe leichtfüßig beginnt und nicht nur mit augenzwinkerndem Humor aufwartet, widmen sich Ficarra und Requa im weiteren Verlauf deutlich dramatischeren Begebenheiten, bei denen für Witz schlichtweg auch kein Platz bleibt und letztlich nur schlechten Geschmack bewiesen hätte. Das ermöglicht es aber Fey, auch mal andere Töne anklingen zu lassen und nicht "nur" urkomisch zu sein, was ihr sehr gut zu Gesicht steht und sie für weitere ernsthafte Rollen empfiehlt. [...]

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          • 7

            [...] Nach all den Jahren habe ich mir den langgehegten Traum erfüllt, mir endlich Tarsem Singhs Spieglein Spieglein anzusehen, auf den ich bereits seit seinem Kinostart anno 2012 ein Auge geworfen hatte, denn auch wenn der zuvor entstandene "Krieg der Götter" nicht annähernd an "The Fall" und "The Cell" herangereicht hat und Singh mittlerweile mit "Self/less" seinen bislang wohl konventionellsten Film abgeliefert hat, ist doch zumindest sein optisch oft visionärer Stil über die meisten Zweifel erhaben und auch die thematische Wandlungsfähigkeit des Regisseurs steht außerfrage, weshalb ich mehr als gespannt war, was er aus dem weithin bekannten Märchenstoff machen würde. Zugegebenermaßen war ich daher anfangs ein wenig enttäuscht, denn die Geschichte von Schneewittchen beginnt auch hier, wie man es gewohnt ist, nur dass als Erzählerstimme diesmal die böse Königin fungiert, die freilich auch der festen Überzeugung ist, es handele sich um ihre Geschichte und mitnichten die eines unscheinbaren Görs, das in ihren Augen kaum die Klamotten wert ist, die es am Leib trägt. Mit jeder verstreichenden Minute allerdings emanzipiert sich Singh weiter von der Vorlage und spätestens, wenn Schneewittchen zu den sieben Zwergen stößt, bricht sich der subversive Charme dieser Erzählung langsam Bahn und weiß fortan kein Halten mehr. [...]

            • 7

              [...] Dem Vernehmen nach ließ sich Blake Lively von ihrem Ehemann Ryan Reynolds und dessen Beteiligung an "Buried – Lebend begraben" inspirieren, um sich für "The Shallows – Gefahr aus der Tiefe" zu verpflichten und so tue ich es ihr in Teilen gleich, denn auch mich interessierte vorrangig die Prämisse, das einmal mehr eine einzelne Person im Zentrum der Ereignisse steht und losgelöst von Umwelt und weiteren Figuren ihren Mann – in diesem Fall ihre Frau – zu stehen hat, was ja nun einmal nicht unbedingt der üblichste Ansatz für einen Film jedweder Art sein dürfte. Hier jedoch war ich besonders gespannt, denn Hai-Filme gibt es bekanntlich wie (muss ich das jetzt wirklich schreiben?) Sand am Meer und entsprechend interessant würde es zu beobachten sein, ob und inwieweit Regisseur Jaume Collet-Serra es verstehen würde, einerseits dem Sub-Genre an sich etwas Neues abgewinnen zu können, andererseits die Spannung über die gesamte Laufzeit – hier immerhin (exklusive Abspann) ziemlich exakt 80 Minuten – würde aufrechterhalten können. [...]

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              • 6 .5

                [...] Als ich jüngst regelrecht über "Kiss Me First" gestolpert bin, fühlte ich mich nicht ganz zufällig spontan an "Ready Player One" erinnert, denn auch wenn ich den gleichnamigen Film bisher noch nicht gesehen habe, habe ich doch zumindest das zugrundeliegende Buch von Ernest Cline gelesen und wie es der Zufall will, handelt es sich auch bei diesem Netflix-Original um eine Buch-Adaption, wobei in der Vorlage keine Rede ist von einer virtuellen Welt namens Azana, denn dort lernen sich die Protagonistinnen noch ganz "klassisch" über das Internet kennen. Serienschöpfer Bryan Elsley hatte hier aber wohl mehr vor und ersann daher genanntes Azana, was freilich auch der Serie ihren besonderen Pfiff gibt, die ansonsten quasi gänzlich in heruntergekommener Vorstadt-Tristesse spielen würde, die sich hier natürlich wunderbar an den lichtdurchfluteten und kantengeglätteten Fiktiv-Welten stößt, die in nicht nur optischem Kontrast zum deprimierenden Real Life stehen. Vom Look her dürften sich übrigens insbesondere schnell all jene wohlfühlen, die auch schon "The End of the F***ing World" gesehen und gemocht haben, denn hie wie dort handelt es sich um eine Co-Produktion von Netflix und dem britischen Channel 4. [...]

                • 6 .5

                  [...] Auch wenn ich mit so mancher Marvel-Serie – allen voran "Agents of S.H.I.E.L.D." – arg hinterherhinke, wollte ich es mir doch nicht nehmen lassen, zeitnah einen Blick auf die erste Staffel "Cloak and Dagger" zu werfen, auch wenn ich nur rudimentär im Bilde bin, was die beiden miteinander verbundenen Helden wirklich so mit ihren Kräften bewerkstelligen können, doch hüllt sich diesbezüglich auch die Serie zunächst in ziemliches Schweigen. Das mag gar nicht einmal verwerflich sein, wollen wir schließlich eine Entwicklung beobachten und teilnehmen können an der eigentlichen Held-Werdung, weshalb die dieser neue Marvel-Spross ziemlich konsequent in der Kindheit von Tandy und Tyrone ansetzt. Dadurch allerdings gerät speziell die erste Episode bereits reichlich verworren, denn nicht damit genug, dass wir zwischen den beiden Hauptfiguren hin und her springen, geht es ebenfalls munter in die Vergangenheit und zurück in die Gegenwart, bis alles zu einem szenischen Kuddelmuddel geworden ist, dem man zwar durchaus noch folgen kann, dabei aber vergleichsweise wenig Freude empfindet. [...]

                  • 8 .5

                    [...] Normalerweise sind Sportfilme ja absolut nicht mein Ding und sportler-Biografien schon gar nicht, doch nachdem mich jüngst (und nicht zum ersten Mal) "Eddie the Eagle" eines Besseren zu belehren wusste, war ich auch entsprechend gespannt auf Craig Gillespies "I, Tonya", zumal der ja fernab eines reinrassigen Feel-Good-Movies noch einen weitaus interessanteren Ansatz verfolgt, die Geschichte von Tonya Harding als extrem widersprüchliche, extrem unterhaltsame Pseudo-Mockumentary zu inszenieren. Die punktet nicht nur mit einem bissig-satirischen, schwarzhumorigen Einschlag, sondern überzeugt auch in ihren dramatischeren Momenten, womit wir es hier mit einer höchst ungewöhnlichen und – so viel sei vorweggeschickt – wahnsinnig lohnenswerten Tragikomödie zu tun haben, die man sich auch bei absolutem Desinteresse hinsichtlich Eiskunstlauf nicht entgehen lassen sollte. [...]

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                    • 3

                      [...] Kommen wir heute zu einem Film, dem ich mehr aus Komplettierungsgründen als aus echtem Interesse Zeit und Aufmerksamkeit gewidmet habe, was sich leider auch in der Bewertung widerspiegelt, wobei ich ja wirklich die Hoffnung hatte, hier ein filmisches Kleinod, eine Indie-Perle serviert zu bekommen, doch stattdessen traumwandelt man in "Die Mädchen von Tanner Hall" gute anderthalb Stunden mit einer vierköpfigen Gruppe junger Frauen durch deren Leben, was wohl grob dem Coming-of-Age-Sujet zuzuordnen wäre, doch wo mich andere Werke dieser Gattung mit Charme, Witz und Esprit zu begeistern verstehen, sind es hier der dröge Alltag in einem Mädchen-Internat sowie eine gute Handvoll persönlicher Probleme und Dramen, die überwiegend selbstverursacht und -verschuldet sind und nie über das zugrundeliegende Klischee hinauskommen, mit denen die Autorinnen wie gleichermaßen Regisseurinnen Tatiana von Furstenberg und Francesca Gregorini ihren Film anzureichern zu versuchen, der dennoch kaum auf einen roten Faden, geschweige denn auf einen grünen Zweig kommt. [...]

                      • 7

                        [...] Wenn Horror-Spezialist Alexandre Aja sich an einem Mystery-Thriller wie "Das 9. Leben von Louis Drax" versucht und sich hierfür an die Buch-Verfilmung des gleichnamigen Stoffes der britischen Autorin Liz Jensen wagt, dann muss ich natürlich einen Blick riskieren, zumal dieses Mashup aus Horror, Familiendrama, Fantasy- und Mystery-Film genau die Art von ungewöhnlicher Verquickung ist, für die ich mich ja doch überdurchschnittlich oft erwärmen kann, gerade weil sie aus den sonst üblichen Schemata bewusst ausbricht und beinahe automatisch zumindest unkonventionell ausfällt. Über die Qualität des Films sagt das natürlich wenig aus und die ist auch hier leider durchwachsen, da dem Geschehen im weiteren Verlauf schlichtweg die Faszination und der magische Touch abhandenkommen, doch lohnt eine Sichtung in meinen Augen durchaus, wenn man sich eher ungewöhnlichen Filmprojekten verbunden fühlt. [...]

                        • 7

                          [...] Eigentlich hatte ich ja wirklich vor, "Legend of Tarzan" auszulassen, aber wie so oft (bei mir) wird man irgendwann neugierig/schwach und einmal mehr habe ich es als Segen empfunden, ohne größere Erwartungshaltung an den Film herangegangen zu sein, der mir tatsächlich (mit Ausnahmen freilich) wirklich gut gefallen hat, was ich so und in dem Ausmaß wirklich nicht erwartet hätte. So war es tatsächlich vornehmlich Margot Robbie, deren im Moment noch vergleichsweise überschaubare Filmografie ich ein wenig in Augenschein zu nehmen trachte, die mich an den Film herangeführt hat, gleichwohl mir Alexander Skarsgård dank "True Blood" freilich ebenfalls bereits ein Begriff gewesen ist. Dank meines mangelnden Interesses war mir aber auch bis kurz vor der Sichtung nicht klar, dass es sich eben nicht um die Origin-Story der Figur handelt, sondern dass dessen Geschichte quasi weitergesponnen und mit dem belgischen Kolonialismus verknüpft wird, was mir bereits nach wenigen Minuten als durchaus spannender Ansatz erschien. Wer nun aber meint, auf die ikonischen Szenen zwischen Tarzan und Jane verzichten zu müssen, der sei ebenfalls beruhigt, denn in sorgsam gesetzten Rückblenden werden zumindest die Eckpfeiler des Kennenlernens umrissen, die sich angenehm in die Erzählung fügen und die tiefe Verbindung zwischen den beiden untermauert, gleichwohl das nicht nötig gewesen wäre, denn die Chemie zwischen Skarsgard und Robbie stimmt allemal. [...]

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                          • 4
                            über Tau

                            [...] Auch wenn oder gerade weil ich hoffnungslos hinterherhinke, musste es jüngst mal wieder ein Netflix-Film sein und nachdem sich "TAU" bereits im Trailer außerordentlich interessant anhörte, entschied ich mich kurzerhand, diesem Science-Fiction-Thriller mit philosophisch-existentialistischem Einschlag eine Chance zu geben. Produktionstechnisch sieht das auch alles zunächst mal ganz ordentlich aus und die Geschichte nimmt angenehm zügig an Fahrt auf, was ich in Anbetracht der knappen Laufzeit von rund 90 Minuten durchaus als begrüßenswert empfunden habe, doch nach vielversprechendem Start gerät der Film leider immer häufiger und spürbarer ins Straucheln. So sind die Hintergründe darum, warum Hauptfigur Julia von Mad-Scientist-Paradebeispiel Alex entführt worden ist, schnell geklärt, doch hätte ich mir da im weiteren Verlauf noch einiges mehr an Erklärungen gewünscht, zumal auch das Worldbuilding an sich gerne ausgeprägter hätte sein können, denn im Grunde weiß man weder, wann genau der Film spielen soll, noch wo wir uns eigentlich befinden oder wie der Rest der Welt ausschaut, wenn man einmal von den Club-Einsprengseln und einer nächtlichen Straße absieht, die man in den ersten Momenten zu sehen bekommt, denn ab der Entführung Julias mutiert der Streifen zum reinen Kammerspiel, was zwar gut zu der Isolation passen mag, ansonsten aber auch den Zuschauer schnell von der (unbekannten) Außenwelt entfremdet. [...]

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                            • 6 .5

                              [...] Die Zeiten, in denen man voller Vorfreude und Erwartung dem nächsten Bruce-Willis-Film entgegenfiebert sind freilich schon lange vorbei und bei dem, was er so am Fließband produziert, käme man ja auch kaum noch hinterher, doch die Kombi aus Willis, Eli Roth und einem angenehm harten Rache-Thriller schien dann doch zumindest solide, tendenziell interessante Kost zu versprechen. Und obwohl bei "Death Wish" die Rede von einem Remake zum gleichnamigen Film von 1974 ist, handelt es sich wohl weit eher um eine Neuinterpretation des Buches von Brian Garfield, das hierzulande – ebenso wie der Film – als "Ein Mann sieht rot" vermarktet worden ist, wobei hier das Geschehen mehr als nur behutsam modernisiert worden ist und dadurch teilweise auch einen neuen, interessanten Kniff erhält, wenn die Taten des selbsternannten Rächers – von den Medien "Grim Reaper" getauft – viral gehen und sich nicht nur Radio- und Fernsehmoderatoren darin ergehen, das Für und Wider seiner Taten abzuwägen. [...]

                              • 10

                                [...] Bereits vom ersten Moment an weiß sich HBOs "Westworld" als traumwandlerisch schreitendes Epos zu präsentieren, dessen schiere Ausmaße und Einflüsse man hier freilich noch nicht einmal erahnt, derweil bereits in den ersten Momenten und Minuten vieles darauf deutet, dass jedes noch so winzige Detail Bedeutung und Gewicht haben wird. Eine Vermutung, die sich tatsächlich bewahrheiten wird, denn ohne mich zu weit aus dem Fenster lehnen zu wollen, ist mir des Öfteren Kritik an der inhärenten Logik der Ereignisse zu Ohren gekommen, die sich schlicht damit erklären lässt, dass ein Zusammenhang nicht begriffen oder ein Hinweis nicht bemerkt worden ist, denn wirkliche Patzer leisten sich die Macher und Produzenten rund um Serienschöpfer Jonathan Nolan und Lisa Joy eigentlich nicht, was insbesondere im letzten Drittel der Staffel dazu geführt hat, dass ich über die schiere Perfektion dieses Magnum Opus nur staunen konnte, wo sich wirklich jedes Mosaikteil in ein großes Ganzes zu fügen weiß. Das bringt freilich aber auch mit sich, dass "Westworld" dem Zuschauer an Aufmerksamkeit einiges mehr abverlangt, als man das typischerweise von TV-Serien gewohnt ist, weshalb die Sichtung ohne Frage keine Sache für "nebenbei" oder "zwischendurch" ist und dadurch manchen Zuschauer verprellt haben mag, auch wenn HBO ja seit Jahren für ausgefeiltes und anspruchsvolles Storytelling bekannt sein dürfte. [...]

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                                • 7 .5

                                  [...] Einerseits hatte ich ja grundsätzlich wenig Interesse an "Kong: Skull Island", andererseits versprachen die Bilder aber doch auch einen zumindest optisch eindrucksvollen Streifen. Dabei war im Vorfeld gänzlich an mir vorbeigerauscht, dass der von Jordan Vogt-Roberts inszenierte Monsterfilm im selben Universum wie schon Gareth Edwards‘ "Godzilla" angesiedelt ist und quasi dessen Fortsetzung und ein künftiges Aufeinandertreffen vorbereitet. In diesem Fall ist das aber ein Segen gewesen, denn nachdem mich das Godzilla-Reboot nur leidlich abzuholen wusste, hätte ich wahrscheinlich einen Bogen um das Kong-Reboot gemacht, was tatsächlich – in der Rückschau betrachtet – schade gewesen wäre, denn so mager Story und Dramaturgie hier auch (erneut) sein mögen, sind es spektakuläre Schauwerte, eine gewisser Retro-Charme und vor allem selbstbewusstes Trash-Appeal, die diese Monsterklopperei gehörig veredeln, von einer ganzen Handvoll prämierter und fähiger SchauspielerInnen ganz zu schweigen, die sichtlich Spaß an der Survival-Hatz gehabt haben. [...]

                                  • 5 .5

                                    [...] Auf "Berlin Syndrom" war ich ja allein deshalb schon so gespannt, da dergestalt reduzierte, regelrecht kammerspielartige Filme auf mich einen besonderen Reiz ausüben und oftmals aufzeigen, wie man mit vergleichsweise wenigen Mitteln dennoch ein intensives Filmerlebnis zu generieren versteht. Nicht ganz uninteressant auch, dass der Film in unserer heimischen Metropole steht, auch wenn es vom Ruhrgebiet aus ein ganzes Stück bis nach Berlin ist, doch trotzdem freut man sich natürlich, wenn auch mal Gefilde abseits von New York und Los Angeles als Filmkulisse taugen. Der Blick auf Berlin aus Sicht der australischen Backpackerin Clare ist dabei zweifelsohne und bewusst touristisch gehalten, was ja aber im Kontext ihrer Figur durchaus Sinn ergibt, so dass der Film hier atmosphärisch auf den ersten Metern bereits einiges an Boden gut macht, auch wenn mancher über die vielen Klischees die Nase rümpfen mag. Wirkliche Bewandtnis hat das alles aber ohnehin nicht, denn in dem Moment, als Clare an den vermeintlich so freundlichen Andi gerät und ihn schlussendlich nach Hause begleitet, wandelt sich der Film ohnehin zu einem wirklichen Kammerspiel und man bekommt von der Außenwelt nichts mehr mit, wenn man einmal von Andis Arbeit oder sporadischen Besuchen bei dessen Vater absieht. [...]

                                    • 8
                                      über Pets

                                      [...] Nachdem mein letzter Animationsfilm schon wieder fast ein Jahr zurückliegt, wurde es Zeit, auch dieser Sparte wieder einmal meine Aufmerksamkeit zu widmen, zumal es dort abgesehen von einigen Totalausfällen wie "Die Abenteuer von Mr. Peabody & Sherman" auch immer einige sehr schöne Sachen zu entdecken gibt, derweil Animationsschmiede Illumination schließlich "Ich – Einfach unverbesserlich" und die "Minions" hervorgebracht hat, weshalb meine Wahl diesmal auf den 2016 erschienen "Pets" fiel. Nichtsdestotrotz war ich skeptisch, inwieweit die Prämisse, die durch den Originaltitel "The Secret Life of Pets" deutlich prägnanter herausgearbeitet wird, als abendfüllender Spielfilm würde funktionieren können, denn allein die Teaser und Trailer gaben überwiegend wenig preis zur eigentlichen Story und warteten nur mit amüsanten Momenteindrücken auf, die sich hier übrigens samt und sonders im ausladenden Intro wiederfinden, womit man zumindest nicht die Angst haben braucht, die besten Szenen würden bereits im Trailer zu sehen gewesen sein. Von diesem Punkt ausgehend, die unterschiedlichen Haustiere bei ihrer jeweiligen Tagesbeschäftigung zu erleben, lernen wir gleich zu Beginn den aufgeweckten wie lebensfrohen Terrier-Mischling Max kennen, der die Hauptfigur des Ganzen darstellt und dessen Leben eine unerwartete Wende erfährt, als Frauchen Katie sich einen massigen Neufundländer namens Duke zulegt, der prompt mit Max aneinandergerät. [...]

                                      • 6 .5

                                        [...] Mit einiger Verspätung reiche ich nun meine Rezension zur zweiten Staffel "Luke Cage" nach und im Grunde sagt das schon viel über die Qualität der Serie aus, die mich leider noch weniger als in ihrem ersten Jahr hat fesseln können. Dabei beginnt alles eigentlich ganz vielversprechend, denn der Ansatz, Luke zum lokalen Helden hochzujubeln, der sogar eine eigene App hat und dessen Videos sich im Netz gehöriger Beliebtheit erfreuen, ist eigentlich ganz gelungen und weckt Interesse, zumal man es zunächst quasi ruhig angehen lässt, doch leider verliert sich diese Prämisse alsbald im Tumult der neuen Feinde, Intrigen, Gefahren und Geheimnisse, wird zeitweilig gänzlich fallen gelassen, während das anfangs noch angenehm gemächliche Tempo eben leider nicht anzieht und so ein Großteil der Staffel ärgerlich vor sich hindümpelt, ohne dass es wirklich vorangehen würde, was allem voran einzig und allein am wankelmütigen Luke Cage selbst liegt, der sich nie entscheiden kann, ob er seine Feinde besser vernichten, lediglich in ihre Schranken weisen oder sich gar – angeblich notgedrungen – mit ihnen zusammenzutun. Allein sein stetig wachsendes Ego gefährdet dann auch prompt die Beziehung zu der wie gewohnt von Rosario Dawson verkörperten Claire, die als Stimme der Vernunft noch einer der Lichtblicke des Ganzen gewesen ist, alsbald aber durch Abwesenheit glänzen darf. [...]

                                        • 7 .5

                                          [...] Auch auf die Gefahr hin, mich direkt im ersten Absatz unbeliebt zu machen, beginnen wir mal damit, dass ich seinerzeit mit der von Angelina Jolie verkörperten Lara Croft beziehungsweise den drumherum gestrickten Filmen herzlich wenig anfangen konnte, was aber auch damit zusammenhängen mag, dass ich niemals eines der Spiele gespielt habe und folglich vielleicht auch einfach zu wenig in der Materie war oder mir etwas anderes erwartet hätte. Und ja, Jolie mag seinerzeit die perfekte Besetzung gewesen sein und der Figur entsprochen haben, doch so sehr Croft auch als Archetyp einer schlagkräftigen, toughen Kickass-Heldin gefeiert werden mag, sind insbesondere ihre Outfits und Proportionen doch eben auch spürbar von Männerhand geschaffen, was sie für mich – Hype hin oder her – immer ein wenig generisch und unecht hat wirken lassen. Dieser Umstand sollte sich mit dem Reboot der Spielereihe 2013 ändern und eben dieses Reboot ist es, von dem sich die Filmemacher für "Tomb Raider" zumindest haben inspirieren lassen, weshalb ich auch die im Vorfeld geführten Diskussionen im Internet über Vikanders Oberweite reichlich kopfschüttelnd verfolgt habe, zumal das Niveau dieser "Unterhaltungen" allein vom Anlass her unterste Schublade gewesen ist. Warum ich das erwähne, hängt schlichtweg damit zusammen, dass viele noch immer die üppig ausgestattete, quasi unbesiegbare, mit zwei Pistolen ausgestattete Lara vor Augen hatten, um nun einen Film, der mit 'dieser' Lara rein gar nichts zu tun hat, teilweise schon im Vorfeld zu verteufeln. [...]

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                                          • 7

                                            [...] Auf "Bone Tomahawk" bin ich gänzlich zufällig gestoßen, nachdem ich erstmalig von S. Craig Zahlers "Brawl in Cell Block 99" gehört hatte, den ich gerne sehen wollte, der aber noch zu neu und folglich nirgends erhältlich ist, weshalb ich so bei mir dachte, dass ich doch einfach mit Zahlers Regie-Debüt aus 2015 beginnen könnte, zumal auch dieser Horror-Western sich dem Grundsatz nach ziemlich interessant angehört hat und womöglich gar das Zeug zur Genre-Perle zu haben schien. Gesagt, getan, landete die Blu-ray in meinem Einkaufskorb und dann auch prompt im Player, zumal ich jüngst durch "Hardcore" wieder auf den Geschmack gekommen war, auch Filmen mit 18er-Freigabe mal wieder vermehrt Aufmerksamkeit zu schenken, gleichwohl beide Filme sonst nicht viel miteinander gemein haben, wie mir bereits im Vorfeld klar war. Nicht klar war mir hingegen, wie lange es letztlich dauern würde, bis der eigentliche Horror-Aspekt des Films zum Tragen kommen würde, denn auch wenn die Genre-Verortung absolut zutreffend ist, teilt sich der Film im Grunde in zwei große Teile, die mitnichten harmonisch ineinander übergehen, sondern einem sprunghaften Paradigmenwechsel anheimfallen, dessen Unmittelbarkeit allerdings durchaus auch ihren eigenen Reiz hat. [...]

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                                            • 8 .5

                                              [...] Lange Zeit hatte ich "Hardcore" überhaupt nicht auf dem Schirm und konnte mir auch nicht vorstellen, dass dieser samt und sonders aus der Ego-Perspektive gedrehte Actioner mich auch nur ansatzweise überzeugen können würde, zumal ich selbst bei der Auswahl meiner Spiele nicht eben häufig auf wie auch immer gestaltete Ego-Shooter zurückgreife, doch wie es der Zufall so wollte, stolperte ich eines Tages wieder über den von Ilya Naishuller inszenierten Film und sah, dass Sharlto Copley in der Hauptrolle gelistet wurde, was für mich einen ersten Grund dargestellt hat, mich nähergehend mit dem Film zu beschäftigen und ihm schlussendlich eine Chance zu geben. Beinahe gänzlich ohne Erwartungshaltung (oder Vorkenntnisse) an den Streifen zu gehen, hat sich hier durchaus als Segen erwiesen, denn diese anderthalb stunden adrenalingetränkter, von wummernder Musik und absurd überhöhtem Splatter begleitete Reigen wird mir noch lange Zeit in Erinnerung bleiben und sicherlich die eine oder andere Wiederholungssichtung nach sich ziehen. [...]

                                              • 7 .5

                                                [...] Der seinerzeit von Chad Stahelski und David Leitch (letzterer hier diesmal nicht mit an Bord) inszenierte "John Wick" ist seinerzeit völlig zu Recht mit einer ziemlichen Begeisterung aufgenommen worden und war ein wirklich schön und souverän inszenierter Action-Reißer ohne größere Längen oder Schwächen, dafür mit reichlich formidabel und abwechslungsreich inszenierten Kämpfen jedweder Couleur, zumal man sich dank R-Rating auch bei der expliziten Darstellung des Gezeigten gehörig austoben konnte. Und gerade weil ich so vergleichsweise spät auf diesen Hype-Train aufgesprungen bin und das erste Kapitel vor nicht einmal zwei Jahren an dieser Stelle rezensiert habe, war mir die Rückkehr von John Wick in die Welt des organisierten Verbrechens noch gut im Gedächtnis und auch schon beim ersten Teil hat mich die abgründige Parallelwelt fasziniert, welche Drehbuchautor Derek Kolstad für den Film entworfen hat, die schon ein wenig den comichaften Charakter des Ganzen unterstrichen hat, dabei aber mit der nötigen Ernsthaftigkeit vorgetragen worden ist, um überzeugen können. Kern dieser Schatten- oder Parallelgesellschaft war freilich das New Yorker Hotel Continental unter Führung des von Ian McShane verkörperten Winston, der freilich auch hier wieder mit von der Partie ist, während es Wick alsbald in den römischen Ableger des Etablissements verschlagen wird. [...]

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                                                • 7

                                                  [...] Beinahe wäre "Das Glück des Augenblicks" unter meinem Radar davongehuscht, was sicherlich auch an dem vergleichsweise schmalzigen Titel des originär als A Family Man betitelten Werkes gelegen haben mag, doch der Cast allein ließ mich dann doch einen genaueren Blick auf den Film von Mark Williams werfen und selbiges habe ich nicht bereut, denn ohne große Erwartungshaltung hat der Film mich im besten Sinne überrascht, auch wenn er zugegebenermaßen wirklich zuweilen ein wenig kitschig und schmalzig erscheint, dabei aber nie die kritische Grenze übertritt, die mir den Filmgenuss hätte nachhaltig verleiden können. Einräumen muss man aber auch, dass das von Bill Dubuque verfasste Drehbuch sich aus allerhand bekannten Versatzstücken und Stereotypen zusammensetzt, so dass insbesondere die umtriebigen Cineasten sich sicherlich mancherorts des Gefühls nicht erwehren können werden, die Handlung bereits zu kennen, denn vom zielstrebigen Workaholic über den grantigen Firmenchef, die besorgte und enttäuschte Mutter bis hin zum hoffnungsfrohen Langzeitarbeitslosen, der seiner früheren Stellung und Bedeutsamkeit hinterhertrauert ist hier alles vertreten, was man sich in einem dergestalt aufgezogenen Drama erwarten würde. [...]

                                                  • 7 .5
                                                    über CHiPs

                                                    [...] Es ist jetzt schon einige Zeit her, dass ich auf "Hit and Run" von und mit Dax Shepard gestoßen bin – freilich natürlich allein aufgrund seiner bezaubernden Ehefrau Kristen Bell, die dort wie nun auch hier ebenfalls einen Part in seinem Film übernehmen durfte, auch wenn dieser hier leider deutlich kleiner ausfällt. Das tut dem Spaß an der Sache aber tatsächlich keinen Abbruch, denn auch wenn man Shepard ein doch eher begrenztes Repertoire an schauspielerischem Talent attestieren kann, spielt er auch hier wieder die Rolle des gutmütig-liebenswürdigen, leicht trotteligen Jedermann so überzeugend und unterhaltsam, dass es eine Freude ist. Vor allem aber war er clever genug, sich hier der Mitarbeit von Michael Peña zu versichern, der sowohl das (schauspielerische) Niveau zu heben als auch die Geschichte ein Stück weit zu erden versteht. Nichtsdestotrotz mag "CHIPS" mal wieder einen schweren Stand haben, handelt es sich schließlich einmal mehr um einen Vertreter der doch eher verpönten Film-Remakes einer Serie von vor vielen Jahren, der Shepard zudem gehörig seinen eigenen Stempel aufdrückt, den man eben mögen muss. So habe ich doch einiges an enttäuschten Stimmen vernommen, die mit der Serie vertraut gewesen sind und sich nicht so recht mit Shepards Interpretation anfreunden konnten, was für mich auch die Frage aufwirft, wieso überhaupt man die Serie hat referenzieren müssen. [...]