Prestigeww - Kommentare

Alle Kommentare von Prestigeww

  • 6 .5

    Ganz unterhaltsam, aber leider nicht mehr. Am Ende ist es auch nur ein weiterer durchschaubarer Versuch, sich irgendwelche auf biegen und brechen "kultige" Gangster mit exzentrischen Spleens aus dem Hintern zu ziehen und sie in einen wirren Plot zu schicken, der bei weitem nicht so clever ist, wie der Film glauben machen möchte. Der heutige Guy Ritchie kopiert dabei ziemlich plump den jungen Guy Ritchie, der ja auch nur ziemlich plump den jungen Tarantino kopiert hatte. Dann doch lieber noch mal Pulp Fiction schauen.

    1
    • 5 .5

      Leider sind viele Gags eine aufgewärmte Version ähnlicher Gags des ersten Teils. Und wie es in solchen Fortsetzungen leider oft ist, versucht Mario Monicelli, die Ähnlichkeit dadurch zu kaschieren, dass mann alle Gags lauter und derber macht, immer noch eins draufsetzt. Dadurch verlieren die Streiche der Freunde aber gänzlich ihren unschuldigen Charme, der den Reiz des ersten Teiles ausmachte, und wirken oft nur noch derb und gemein. Eine schwache Fortsetzung eines großartigen Filmes.

      • 6
        Prestigeww 20.02.2020, 02:53 Geändert 20.02.2020, 02:56

        Unterhaltsam und spannend, aber auch die schon tausendmal erzählte Story von Rennfahrer Buddies mit Charakterschwächen auf dem Weg zum Sieg, während zuhause Weibchen und Nachwuchs ängstlich die Daumen drücken. Sicher, es gibt noch ein paar weitere Facetten, aber nicht genug dass er sich wirklich vom Genrebrei abheben kann.

        4
        • 8

          Für mich ist John Milius in Big Wednesday auf der Höhe seiner Kunst, auch als Regisseur. Der Film kommt als Surferfilm daher, hat aber auch tiefere Ebenen und Themen: Eines dieser Themen ist, wie eine Gruppe aus sehr unterschiedlichen Männern durch eine gemeinsame Leidenschaft zu Freunden wurden und bleiben. Ich kann da nicht anders, als auch an Milius selbst zu denken, der trotz seines gelinde gesagt eingenwilligen Weltbilds, Freundschaften in ganz Hollywood pflegte. Das zweite Thema ist der schleichende Verlust der Jugend, der auf vielfältige Weise vorangeht und neben tragischen auch bittersüße Momente bereithält. Etwa wenn der zum Familienvater gereifte Matt sich bei Jacks Mutter für die als Party-Boy ruinierten Blumenbeete entschuldigt. Wie immer bei Milius liegt hinter dem machismo der Surfer-Dudes auch eine sehr sensible Melancholie. Ich hab den Film sehr genossen.

          • 6

            So sehr der Film auch versucht seine eigene Geschichte zu erzählen, verliert er sich doch zunehmend in einer ziemlich uninspirierten Kubrick-Hommage, in der Ewan McGregor noch einmal die schönsten Szenen aus The Shining nachspielen darf. Auch die New Age Hippie Truppe, die hier "Das Böse" stemmen soll, wirkt eher, als ob sie auf der Fusion hängen geblieben ist und weniger wie ein Bund uralter Wesen, die Imperien kommen und gehen gesehen haben.

            1
            • 8

              Der eigentliche Bankraub spielt eher eine kleine Nebenrolle. Viel wichtiger war Michael Cimino die Chemie zwischen den diversen Protagonisten, die Freundschaft zwischen den recht unterschiedlichen Einzelgängern und die Dynamiken in der "Bande". Trotzdem ist der Film absolut kurzweilig und extrem unterhaltsam. Er hat mich ein wenig an Butch Cassidy & The Sundance Kid erinnert.

              1
              • 6 .5

                "Daddy Issues im Weltall"

                • 5 .5
                  über Topas

                  Definitiv ein schwacher Hitchcock: Die Exposition dauert ewig und auch danach plätschert die Handlung von Schauplatz zu Schauplatz, ohne dass so etwas wie Spannung oder eine Dramaturgie aufkommt. Trotzdem schafft Hitchcock es, dass das Finale noch schwächer als der restliche Film und geradezu beiläufig wirkt. Das muss man erstmal schaffen.

                  1
                  • 6

                    Die Grundidee die Mafigeschichte als eine Geschichte des "kleinen Mannes" zu zeigen, der zwischen zwei mehr oder minder kriminellen "Organisationen" gerät ist ganz gut. Leider ist der Film wirklich lang und kommt mitunter ganz schön "geriatrisch" daher. Jugend-CGI zum Trotz: Der Film zeigt im grunde 3 Stunden lang fluchende Rentner.

                    • 6 .5
                      Prestigeww 14.10.2019, 12:49 Geändert 14.10.2019, 12:50

                      Offensichtlich wurde hier versucht die weibliche Version von Superbad zu drehen. Es geht auch hierbei viel um Männlichkeits- und Frauenbilder: Wo das Manic Pixie Dream Girl von Superbad Hotties sind, die Pimmelwitze erzählen und sich gern besaufen, outen sich hier die Dream Boys als Harry Potter lesende Sportler und Musical Fans. Eine interessante Spiegelung allemal. Leider fehlt mir bei Booksmart oft das organische und atmosphärische, der spitzbübische Charme seiner Vorbilder. Es wirkt über weite Teile zu sehr wie am Reißbrett entworfen. Es scheint dem Film eher darum zu gehen, ein paar Genderstereotype durcheinander zu wirbeln als dass die Freundschaft zwischen Amy und Molly wirklich greifbar wird. Dennoch recht unterhaltsam, aber leider nicht der erhoffte Teeny-Klassiker.

                      2
                      • 6
                        • 5
                          über Climax

                          Also man schaut einer extrovertierten Horde unsympathischer und anstrengender Menschen (Stichwort: Tänzer) dabei zu, wie sie auf Droge noch viel unsympathischer und anstrengender werden. Und das ganze noch nahezu ohne das, was man eine Handlung nennen könnte. Dadurch arbeitet sich Climax auf den höchsten Olymp der Kategorie "Hard to watch" empor. Man kann ihn eigentlich nur im Kino schauen, weil zuhause die Fernbedienung und das Smartphone zu verlockend Erlösung von der Dauerqual anbieten würden.

                          Gleichzeitig schafft es der Film extrem gut, den Rausch und Wahnsinn visuell erlebbar zu machen, ohne dem Versuch zu erliegen, die Halluzinationen aus den Augen der Protagonisten zu zeigen. Und man muss auch zugeben, dass das hard-to-watch den psychischen Zustand der Figuren widerspiegelt, für die der Horrortrip vor allem körperlich und geistig zehrend ist. Am Ende verlässt man auch als Zuschauer das Kino ziemlich orientierungslos, noch immer etwas verballert, und fragt sich ob das Kino nicht auch heimlich ein paar Tropfen LSD ins Popcorn gerührt hat.

                          Aber wie jedem Kater denkt man sich: Nie wieder mach ich so ne Dummheit... nur um dann ein paar Tage später etwas gnädiger zurückzublicken.

                          • ?

                            David Mitchell als junger Shakespeare? Shut up and take my money!

                            1
                            • 7 .5

                              Leider mitunter ein wenig Langatmig, aber es ist schon toll, wie hier die Landschaft und die Menschen überzogen sind Überbleibseln aus dem Wilden Westen, die in unserer modernen Zeit aber aller Romantik beraubt sind: Statt Pferden gibt es jetzt Pick-Up Trucks, doch die Gewalt-Phantasien der darin sitzenden Kleinstadtbewohner wirken nicht mehr verwegen, sondern eher wie degeneriertes Redneck-Gehabe. Die Comanchen sind immer noch stolz und mutig, aber statt den Herren der Prairie zu sein, müssen sie jetzt fürs FBI Bankräuber jagen oder gleich im Casino abgammeln. Und die Cowboys, denen wird, wie im Film so schön gesagt wird, jetzt das Land von Banken und Konzernen abgenommen, das ihre Vorfahren den Ureinwohnern noch mit der Waffe in der Hand entrissen haben. Kein Wunder also, dass sich sich auch mit der Waffe in der Hand gegen die Banken wehren.

                              1
                              • 6

                                Spannendes Thema, toller Regisseur, aber lustlos aufbereitet: De Palma rattert im Eiltempo chronologisch durch seine Filmographie, hat hier eine Anekdote, da einen Kommentar, aber um sich wirklich mit einem Film auseinanderzusetzen fehlt einfach die Zeit.

                                1
                                • 7

                                  Die Sowjet-Version von Alice im Wunderland, ebenso trippy und ebenso verstörend für Kinder: Gift-Intrigen, Verprügeln von Kindersklaven, Todesurteile gegen Minderjährige - der Stoff aus dem Kinder-Albträume sind.

                                  1
                                  • 8 .5

                                    Eine wirklich großartige Doku über eine Saké Brauerei in Japan, die vor allem durch ihre tollen, teils wie gemalt wirkenden Bilder und ihre hypnotische Stimmung auffällt.

                                    Interessant ist dabei, wie hier Japan wieder als das Land inszeniert wird, das für europäische Augen immer unverständlich bleiben wird, so als würde dort Magie betrieben.

                                    Die Doku versucht auch gar nicht groß, dass wir die einzelnen Arbeitsabläufe verstehen, die in der Sake-Produktion stecken. Im Gegenteil: Sie inszeniert die Arbeits-Schritte mit einem solchen Sinn für ihre Ästhetik, als handelt es sich um ausgeklügelte Rituale eines mystischen Kultes: Das Bestäuben mit Schimmel-Sporen wirkt wie Weihrauch, das Temperieren der Meische mit heißen Wasser-Kontainern wie eine seltsame Gebetsmühle, das verteilen der leuchtend weißen Reiskörner erinnert an die perfekten Sand-Flächen in buddhistischen Klostergärten. Es wirkt bei all dem Dampf, Holz und strahlendem Baumwolltuch wie ein Riss im Bild, wenn der Braumeister auf einmal ein elektronisches Thermometer benutzt.

                                    Ein anderer wichtiger Aspekt ist die soziale Dynamik der verschworenen Gemeinschaft einzufangen, welche die Brauerei-Angestellten untereinander bilden. Die Abhängigkeiten, Opfer und Freuden die es mit sich bringt, wenn man sechs Monate ohne Pause gemeinsam an einem sensiblen Produkt arbeitet.

                                    4
                                    • 6

                                      Hier eine Meinung zu finden ist mir schwer gefallen. Der Film hat sehr viele Schwächen, aber auch ein paar solche Stärken, dass diese viel aufwiegen. Dabei ging es kontinuierlich aufwärts (ohne zu spoilern):

                                      Nach der ersten (Tanz-)Szene des Films dachte ich, dass ich das Kino vorzeitig verlassen muss: Diese Glee-Kacke wo als "normale Menschen" verkleidete Profitänzer mit Fake-Smile und Jazz-Hands eine Detlef-D-Soost Choreographie zu Sinnlos-Pop der Marke "Ist das leben nicht toll" tanzen, hat beim Zuschauen wirklich körperliche Schmerzen ausgelöst.

                                      Zum Glück blieb es da beim Einzelfall und der Film wurde besser. Allerdings hat er meiner Meinung ein gewaltiges Problem: Das, was er als "Hommage" verkaufen will, ist eigentlich nur ein weiteres Produkt in der aktuellen Nostalgie-Industrie, mit der Hollywood derzeit die Welt überschwemmt, frei nach der aktuellen South Park Staffel "'member Fred Astaire, 'member Jazz, 'member Singing in the rain, 'member One from the Heart, 'member Les Parapluies de Cherbourg"usw. Leider wurde mir dabei immer wieder schmerzlich bewusst, dass auch Ryan Gosling bei allem Tanz-Talent nicht Fred Astaire ist. Der Film fühlt sich also oft wie eine schlechtere Kopie an.

                                      Was mich aber wirklich gestört hat, war etwas, das die Vorlagen eigentlich auszeichnet: Pathos, Schmerz, ein Sinn für Tragik: Ein "Jazz-"Musiker der in seiner Freizeit Schmuse-Jazz freestyled ist beruflich medium erfolgreich und eine LA-Schickse hat Probleme ihre Schauspiel-Karriere in Gang zu kriegen. Da fällt es mir ungemein schwer, deren "Probleme" ernst zu nehmen. Besonders wenn ich das mit "Die Regenschirme von Cherbourg" vergleiche, bei dem sich der Film den Story-Borgen geborgt hat: Da gibt es Krieg, Tod, Zwangsehen, Existenzängste...echte Probleme eben.

                                      Vor der Banalität wird der Film eigentlich nur gerettet durch die Chemie zwischen Emma Stone und Ryan Gosling. Und durch das wirklich starke Ende, welches gerade die Banalität des Filmes noch einmal durch einen Meta-Twist umkehrt: Selbst in Hollywood-Phantasien müssen die ganz großen Gefühle heutzutage draußen bleiben. Selbst die süßen Träume haben Brüche.

                                      4
                                      • 6 .5
                                        über The OA

                                        Für mich klassisches Hate-Watching: Die dumme Visage von Brit Marling, die meist irgendwo mit offenem Mund rumsteht und schaut, als hätte sie gerade vergessen, wie man sich die Schnürsenkel zubindet. Diese ganze Esoterik-Kack mit Engeln und Mutter Ganja im Sternen-Zimmer. Die tiefschürfenden Umarmungen, Gefühlsausbrüche und Lebensratschläge. Zum Schluss dachte ich mir, wenn ich noch einmal diesen beknackten Now-York-Art-School Ausdruckstanz sehen muss, gehe ich mich auch im See versenken um Blind zurück zu kommen.

                                        Aber: So furchtbar stupide der Inhalt auch sein mag, die Serie ist einfach sehr gut erzählt. Wider besseres Wissen wollte ich doch immer Wissen, wie es weiter geht. Auch die Figuren fand ich - wenn auch nicht glaubwürdig - so doch zumindest spannend. Also muss The OA ja auch einiges richtig machen.

                                        6
                                        • Top 5: Spin-Off
                                          Top 4: Sequel
                                          Top 3: Sequel
                                          Top 2: Sequel
                                          Top 1: Sequel

                                          Überhaupt in den Top 10 nur 3 nicht-Sequels, davon nur ein Originaldrehbuch (Passengers), eine Bestsellerverfilmung (Der dunkle Turm) und Silence ist streng genommen auch ein Remake. Freuen sich denn wirklich so wenig moviepiloten auf wirklich neue Geschichten?

                                          8
                                          • 6 .5

                                            Irgendwie hat Werner Herzog hier den Fokus verloren, der seinen Dokus sonst diesen Sog verleiht. Es geht ihm einerseits um Vulkane, aber auch um Wissenschaftler als solche - nur leider verheddert er sich da etwas. Ausgehend von Vulkanologen und ihrer Arbeit buddelt er auf einmal mit Archäologen im Sand rum, weil die auch gerade in Afrika sind, dann besucht er die nordkoreanische U-Bahn, weil es auch in Nordkorea Vulkane und Wissenschaftler gibt. Keine schlechte Doku, trotz allem, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass Herzog diesmal keinen richtigen Zugang zum Thema gefunden hat. Auch die philosophischen Auslassungen zum Vulkan als Symbol bleiben eher bemüht. Dann empfehle ich lieber noch einmal "La Soufrière" zu schauen, seine Doku über den Vulkan in Guadeloupe. Gibt es glaube ich sogar auf YouTube.

                                            1
                                            • 7

                                              Vice Principals ist wie die Episoden von Eastbound & Down, in denen Danny McBride als Sportlehrer unterrichtet hat - nur als eigene Serie. Sehr ähnlicher Humor, Danny McBride spielt einen sehr ähnlichen Charakter. Es fehlt dadurch irgendwie der Charme des Neuen, aber unterhaltsam ist es allemal.

                                              1
                                              • 7

                                                Ganz gut, aber im Vergleich zu Braunschlag fehlen die Charaktere und die David-Lych-Artige Abgründigkeit der heilen Oberfläche. Altes Geld ist stattdessen eine ziemlich geradlinige Reiche-Leute-Satire mit Karikaturen als Figuren und der üblichen Mischung aus korrupten Politikern, moralisch verkommener Upper-Class und gekaufter Presse. Auch nicht mehr ganz so gut gescripted, wie mir scheint, alles etwas plakativer. Natürlich gibt es auch hier zahlreiche Leckerbissen, die einem das gesunkene Gesamtniveau verschmerzen lassen. Etwa Ulli Lommel als verrückter Wissenschaftler, der durch Kreuzung mit Tieren Übermenschen züchten will. Oder der Eso-Gangsterboss "Kommander", der dir die Tasche ausräumt, aber dabei noch Lebenslektionen erteilen will. Ich bin gespannt, was Schalkos Abschluss seiner Trilogie bringen wird.

                                                2
                                                • 8

                                                  Stranger Things hat mir gut gefallen: Toller Soundtrack, sehr spannend und sucht-auslösend erzählt, tolles 80s-Setting. Nur ein paar Kleinigkeiten haben mich genervt: Manchmal verhalten sich Figuren selbst für Horrorfilm-Verhältnisse unglaubwürdig dämlich, nur um die Handlung voranzubringen. Und - milder Spoiler - das krampfhafte Auslegen von Fährten für die 2. Staffel fand ich extrem unangenehm. Die Geschichte ist erzählt. Erzählt doch bitte einfach eine neue Geschichte, anstatt diese jetzt noch auszurollen wie alten Hefeteig.

                                                  1
                                                  • 8

                                                    Auf der einen Seite vertritt die Serie die konventionelle "Hugs and Learnings"-Dramaturgie "normaler" Serien, auf der anderen Seite ist eine dieser erworbenen Lebensweisheiten auch "Nobody exists on purpose, nobody belongs anywhere, everybody's going to die. Come watch TV". Ich finde das ziemlich klasse.

                                                    1