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The Limits of Control - Kritik
ES 2009 Laufzeit 116 Minuten, FSK 12, Drama, Kriminalfilm, Thriller, Kinostart 28.05.2009
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Kritiken (13) — Film: The Limits of Control
fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch
Kommentar löschenDer mysteriöse Unbekannte sitzt also mit seinen zwei Espressos auf hübschen spanischen Plätzen und unterhält sich mit noch mysteriöseren Unbekannten über Filme, Bohemians und das Leben. Seine strikten Regeln während der Arbeit: keine Mobiltelefone, keine Schusswaffen und kein Sex. Wie philosophisch. Wie tiefschürfend. Wie langweilig.
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wicky2 Wed, 04 Nov 2009 23:05:58 -0000
Antwort löschenähm ... aussage 1-ja. 2-nein ?
Mr.Vengeance: Lost In Imagination
Kommentar löschenFand ja schon GHOST DOG ganz furchtbar und war dann froh mit BROKEN FLOWERS wieder etwas brauchbares geliefert zu bekommen. Aber meine Fresse: THE LIMITS OF CONTROL schießt ja wirklich alles ab. Gehört definitiv zu den nervigsten Metern Zelluloid des Jahres. Viel zu akribisch versucht Jarmusch die vielen schnappenden Mäuler seines elitären Arthouse-Publikums zu stopfen. Alles Schall und Rauch, längst nichts greifbares mehr. Dieses Phänomen findet man eigentlich eher bei Jungregisseuren, die mit ihrem ersten Film im cannes'schen Wettbewerb laufen - und gewinnen. Oder bei Francis Ford Coppola in YOUTH WITHOUT YOUTH. Da haben sich beide Altmeister wohl ein herzhaftes Eigentor geschossen. Das einzig Amüsante daran ist, zu sehen was so mancher Kritiker darin alles zu sehen glaubt. Herrlich. Und wiederum nicht.
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Mr.Vengeance Fri, 18 Dec 2009 15:43:00 -0000
Antwort löschenIch habe ihn mir erst vor kurzem wieder angesehen, kann aber leider immer noch nichts daran finden. Ist einfach nicht meine Welt. Mag schon die Grundstimmung des Films nicht.
Schlegel Sat, 19 Dec 2009 15:07:46 -0000
Antwort löschen"Ist einfach nicht meine Weilt" ist ein tolles Argument für einen Kritiker. Hut ab.
Christian H.: Kino, TV und Co, Wicked Vis...
Kommentar löschen[...]Freunde klarer Antworten jedoch werden in „The Limits Of Control“ enttäuscht werden. Letztendlich geht es dem Zuschauer so, wie dem Mann ohne Namen in „The Limits Of Control“, der immer wieder vor Gemälden steht, die er mit seinem Geist zu ergründen sucht. Auch der Zuschauer steht, oder sitzt in diesem Fall vor einem Gemälde, das er in knapp zwei Stunden zu interpretieren versucht. Dass er dabei an die Grenzen des Fassbaren stoßen muss, dass er daran scheitern muss das Gemälde in Gänze zu erschließen, ist dabei von Jarmusch durchaus intendiert. Mit anderen Worten: „The Limits Of Control“[...]
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Mick Lasalle: San Francisco Chronicle Mick Lasalle: San Francisco Chronicle
Kommentar löschenThe Limits of Control beinhaltet all die wundervollen Dinge, die nur Jim Jarmusch machen kann, aber es fehlen dem Film auch manch notwendige Dinge, die Jarmusch entweder nicht machen kann oder nicht machen will.
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Roger Ebert: Chicago Sun Times Roger Ebert: Chicago Sun Times
Kommentar löschenJarmusch will uns etwas sagen. Ich glaube, er will uns sagen, dass wenn man eine Geschichte bis zu den Grundrissen auszieht, wirklich wenig übrigbleibt. Ich frage mich, wie er diese Idee den Investoren nahegebracht hat.
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Der Redaktör: kino-zeit.de Der Redaktör: kino-zeit.de
Kommentar löschen"Die besten Filme sind solche, an die man sich wie an einen Traum erinnert, von dem man nicht weiß, ob man ihn wirklich geträumt hat", behauptet Tilda Swinton an einer Stelle. Nach diesen Maßstäben müsste The Limits of Control ein rundum gelungener Film sein. Dass dem nicht unbedingt so ist, liegt vor allem an der schieren Menge von vermeintlich bedeutsamen Zitaten, an der Holzschnittartigkeit der Figuren, gegen die selbst Darsteller wie Sylvester Stallone und Arnold "The Governator" Schwarzenegger wie wahre Gesichtsakrobaten erscheinen, an der Vielzahl von Symbolen, MacGuffins und Wiederholungen, die einzeln und für sich betrachtet durchaus stimmig sind, in ihrer Ballung die Geduld des Zuschauers auf eine harte Probe stellen
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E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film
Kommentar löschenJim Jarmuschs jüngster Film "The Limits of Control" ist kein über eine stringente Handlung organisiertes Erzählwerk, sondern eine Reihenschaltung von Momenten und Auftritten, die nur über ein kleines Ding, nicht mal ein Symbol (Streichholzschachtel), und einen schönen Mann, der fast nichts sagt, miteinander in Beziehung stehen. In losester Beziehung stehen, in eine Beziehung gesetzt werden wie in ein Bild, das über die Welt, die es zeigt, kaum mehr zu sagen hat als der meist schweigende Mann in seinem Zentrum. Der Mann, der schweigt, die Streichholzschachteln, die die Hände wechseln, die bedeutungsvoll klingenden Sätze, die sich mit leichten Variationen wiederholen: lose ist die Struktur dieses Films, so lose, dass er vor unseren Augen zerfällt, zerfließt, zergeht, aber das alles auf ganz undramatische, statische, unbewegliche Weise.
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Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...
Kommentar löschenWer den film noir schätzt, der wird in Jarmuschs neuestem Werk jedenfalls ganz auf seine Kosten kommen: Coffee & Cigarettes, das »hard boiled«-Lebensgefühl rauer Männer, deren Herz nur vom Whisky und vom Antlitz schöner Frauen zu erweichen ist, bestimmen den Grundton, und zeigen das Bild einer Welt, die von Coolness, von Eleganz, von Andeutungen und mitunter von dunklen Verschwörungen geprägt ist. The Limits of Control ist im allerbesten Sinne ein altmodischer Film. Völlig ohne Kitsch, den man heute glaubt, zu brauchen, um das Massenpublikum zu gewinnen; völlig ohne jene bei Drehbuchseminaren so schrecklich beliebten »Psychologisierungen«, liefert er die Charakterstudie eines Auftragskillers.
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Marcus Wessel: Deadline, blairwitch.de, pr... Marcus Wessel: Deadline, blairwitch.de, pr...
Kommentar löschenNur sind die filmhistorischen Bezüge allesamt bedeutungslos, wenn das Drumherum nichts als Langeweile und Gleichgültigkeit erzeugt. Allein die schönen Aufnahmen der mediterranen Gemütlichkeit, für die kein Geringerer als Kamera-Maestro Christopher Doyle verantwortlich zeichnete, sowie die zahlreichen Gastauftritte (u. a. von Bill Murray, Gael Garcia Bernal, John Hurt, Tilda Swinton und Youki Kudoh) halten einen davon ab, das Kino vorzeitig zu verlassen. Jarmuschs somnambuler Spanien-Trip gleicht in seiner erstarrten Künstlichkeit einer selbstverliebten, prätentiösen Nabelschau, die bei allem intellektuellen Geschwurbel das Wichtigste vergißt: den Zuschauer.
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Dirk Lüneberg: Stadtmagazin [030], film.de...
Kommentar löschenIm neuen Film von Jim Jarmusch geht es um die Überwindung. Um die Überwindung von Grenzen und Mauern im ganz praktischen Sinne, wie aber auch um die von Klassen- und Rassenschranken. Und darum geht es hier nicht zuletzt auch um Solidarität. Um Solidarität, die daraus resultiert, dass man seine Vorbehalte überwindet und sich zusammentut, um einen gemeinsamen Gegner zu bekämpfen. Wer jetzt jedoch einen Action geladenen Kampf Gut gegen Böse erwartet, wird enttäuscht. Denn Jarmusch wandelt hier auf den Spuren des japanischen Samurai-Films, sprich: Kontemplation ist alles, hektisches Geballere nichts.
Jarmusch’ Samurai trägt keinen Namen und wird gespielt von dem nahezu unbekannten Isaach de Bankolé, der trotz schauspielerischem Minimalismus über eine erstaunliche Präsenz verfügt. Diesen gut gekleideten Mann begleiten wir auf einer Reise durch diverse spanische Städte, wo er verschiedene Menschen trifft, mit denen er Streichholzschachteln austauscht. Sie alle scheinen Teil einer Verschwörung…
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D. Edelstein: USA Today D. Edelstein: USA Today
Kommentar löschenEs ist unfair, Jim Jarmuschs The Limits of Control als den “leersten Film aller Zeiten” zu bezeichnen, aber das ist genau das, was ich mir in mein Notizbuch schrieb, während ich damit kämpfte, nicht einzuschlafen.
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Filmsuechtiger Sat, 18 Jul 2009 20:30:47 -0000
Antwort löschenIst der Film leerer als Twentynine Palms oder Gerry?
Claudia Puig: USA Today Claudia Puig: USA Today
Kommentar löschenThe Limits of Control stellt die Zuschauer auf eine Geduldsprobe. Diejenigen, die eine schlüssige, sich in angemessenem Tempo bewegende Erzählung erwarten, werden von Jim Jarmuschs neuestem Film sehr wahrscheinlich verwirrt und verärgert. Die minimalistische Story trottet im gemächlichen Schritt. Charaktere machen Aussagen, anstatt miteinander zu konversieren oder zu interagieren.
Trotz längeren Gastauftritten von Tilda Swinton, Bill Murray, John Hurt und Gael García Bernal, ist der Film undurchsichtig und obskur.
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J. Berardinelli: ReelViews J. Berardinelli: ReelViews
Kommentar löschenDer langsame, repetitive Charakter des Films, wie auch die fehlende tragende Handlungslinie, schränken das Spannungsniveau ein, welches Autor/Regisseur Jim Jarmusch entwickeln könnte, aber es wird nichtsdestotrotz ein beinahe hypnotischer Zwang ausgeübt, den Film weiterzuschauen und herauszufinden, wie alles endet. Die unverhohlen politische Auflösung, die erschreckend ist in ihrem Mangel an Komplexität und Erkenntnis, scheitert nicht nur daran, zufriedenzustellen, sondern hinterlässt auch einen bitteren Nachgeschmack. Viele Zuschauer werden sich betrogen fühlen, nachdem sie Jarmusch zwei Stunden ihres Lebens widmen und dafür nur dürftig abgespeist werden.
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Nayelivolando Sun, 10 Apr 2011 06:38:49 -0000
Antwort löschen"schränken das Spannungsniveau ein" - völliger Quatsch, es gibt keine gewollte Spannung in dem Film. Wie ich in meinem Kommentar bereits erkläre, ist die "Zufriedenstellung" in diesem Film nicht vorgesehen. Klar baut der Zuschauer zuerst eine Erwartungshaltung in sich auf, will Antworten haben. Die Zufriedenstellung ist jedoch anderer Natur, er wird nicht vom Film selbst geliefert, sondern vom Zuschauer, sofern sich dieser darauf einlässt, ähnlich wie bei einem Gemälde oder einem Gedicht. Wer das nicht versteht, hat den Film nicht verstanden.
Kommentare (53) — Film: The Limits of Control
Niotq Fri, 29 Mar 2013 23:00:50 -0000
Kommentar löschen"Coffee and Cigarettes"? Herrlich. "Dead Man"? Äußerst eindrucksvoll. "Ghost Dog"? Sowieso. Ich war kurz gesagt wirklich guter Dinge, was "The Limits of Control" anging, und die großzügige Bewertung sollte Bände darüber sprechen, ob es sich gelohnt hat. Dennoch fragte ich mich unmittelbar, nachdem der Abspann eingesetzt hatte, vor allem, mit was für einem unsagbaren Nonsens ich es hier zu tun hatte. Selten ist es mir so schwer gefallen, meine einem Film entgegengebrachte Begeisterung passend zu artikulieren - aber versuchen wir es doch einfach.
Augenscheinlichstes Plus: die Musik. Jarmusch bemühte einen Trupp, den man ihm so auch nicht wirklich zugetraut hätte - die Droneheiligen von Sunn O))), Boris und auch Earth, deren iteratives Psychedelic-Rock-Meisterstück "Omens and Portents I: The Driver" zu einem mehr als würdigen Einsatz kam. Nur spärlich eingesetzt, aber sehr wirkungsvoll untermalt Jarmusch seine Bilder mit oftmals sogar arhythmischem, basslastigem Dröhnen, wie man es von den üblichen Verdächtigen kennt sowie entweder liebt oder als Schwachsinn abtut.
Zu dieser Beschallung begleiten wir nun also einen namenlosen Nichtcharakter auf seiner Reise durch Spanien. Die Nichthandlung dazu wird nur unwesentlich durch herrlich selbstironische Dialoge mit Fremden aufgelockert, die dem Protagonisten zu zwei Espressi in separaten Tassen Streichholzschachteln mit Zetteln unbekannten Zwecks drin und gute Ratschläge (mein Favorit: "Wait for three days, then you will see the bread!") mit auf den Weg geben. Das wiederholt sich immer und immer weiter, wenn man besagten Nichtcharakter nicht gerade endlos durch die Botanik wandern oder in öffentlichen Verkehrsmitteln reisen sieht.
Was also ist so großartig an "The Limits of Control"? Nun, derartig leere Filme (wobei ich eher vorsichtig mit diesem Prädikat sein sollte, solange ich keinen Film von z.B. Tarr gesehen habe, vermute ich vorsichtig), die sich auch nicht übermäßig auf die ästhetische Ebene verlassen (was nicht heißt, dass wir es hier nicht mit einigen wirklich hübschen Kameraeinstellungen zu tun hätten), laufen ja häufig Gefahr, mit Adjektiven wie "bedeutungsschwanger" oder, Gott bewahre, "pseudointel(l)ektuell" abgestempelt zu werden. "The Limits of Control" umschifft diese Bedrohung gekonnt, indem es mir als Zuschauer sehr deutlich gemacht hat, dass es nicht viel hineinzuinterpretieren gibt, auch durch besagte selbstironische Einsprengsel, die klar darauf hindeuten, dass sich der Film alles andere als ernst oder wichtig nimmt.
Was also bleibt übrig? "The Limits of Control" ist in meinen Augen vordergründig eine sehr ungewöhnliche, aber überzeugende Meditation über die Notwendigkeit oder auch Nichtnotwendigkeit filmischer Konventionen. Dieser Film drückt dem Publikum nichts mit Nachdruck aufs Auge, er bietet keinen klassischen Spannungsbogen - wenn überhaupt Spannung erzeugt wird, dann dadurch, dass man sich fragt, mit welcher Schlusspointe Jarmusch dieses Treiben denn bloß zu einem Ende bringen wird. Es gibt keine klassische Auflösung, keine komplex gezeichneten Charaktere, nur Momentaufnahmen, die wieder verschwinden, höchstens, um für einen kurzen Augenblick wiederzukehren. Ich möchte gar nicht behaupten, dass dieser Film sonderlich detailversessen ist oder einfach nur das Ziel hatte, Kleines, Alltägliches abzubilden, dazu ist er streckenweise dann doch etwas zu artifiziell. Aber was etwa Warhol mit seiner Empire-State-Building-Extremauslotung nicht einmal versucht hat, gelingt Jarmusch formidabel: einen Film zu schaffen, der sich sowohl elementarer Fragen der Erzähltheorie annimmt als auch dabei nicht zum trockenen hochintellektuellen Gebilde verkommt, mit dem man eigentlich - profan ausgedrückt - gar keine Freude mehr haben kann. Meinen Respekt hierfür.
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CatafalqueForFallenFlies Thu, 28 Mar 2013 16:30:28 -0000
Kommentar löschenIrgendetwas hatte dieses filmische Etwas. Irgendetwas, Entferntes, Verwinkeltes, das mich jetzt mal über die Frage hinwegsehen lässt, was sich Jim Jarmusch wohl dabei gedacht hat. Vielleicht ist es genau diese teilweise beinahe gialloartige Atmosphäre, die etwas in mir zum Klingen gebracht hat, oder schlicht die von Sunn O))) und Boris dominierten Soundcollagen, die wiederum möglichweise der Hauptgrund waren mir dieses Werk überhaupt 'anzutun'. Ja, Antun trifft es im Nachhinein vielleicht am besten, da es dem Zuschauer bei 'The Limits Of Control' spürbar schwer gemacht wird sich in irgendeine denkbare Beziehung zum Gesehenen zu setzen. Was passiert ist kaum wichtig, wie vielleicht noch weniger, aber es ist nunmal so und wenn man schon nichts mitnehmen kann, dann aber bitte so viel wie nur möglich. Möglich wäre hier wahrscheinlich noch so Einiges mehr gewesen, aber was könnte ich nun beim besten Willen auch nicht sagen. Rumdeuten und überanalytische Selbstbefriedigungsversuche können hier nur scheitern und führen doch letztlich nur zum vielbesagten Friedhof, der Endstation für alle Selbstüberhöhung. Vielleicht wollte der Film auch nur genau dort landen.. Aber was red/schreib ich schon, es dröhnt und klingt weiter, egal wie assoziativ und belanglos das für den Rest anmuten mag. Assoziativ und belanglos, ja das ist wohl 'The Limits Of Control', aber darin doch sehr sehenswert und die gelungenste Zeitverschwendung seit langem.. ^^
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CoOLik Fri, 08 Mar 2013 14:13:51 -0000
Kommentar löschenNach einer durchzechten Nacht in Barcelona bin ich einst am nächsten Morgen in der Regionalbahn eingepennt und ins nirgendwo weitergetuckert. Nach dem Erwachen bin ich mit Musik auf den Ohren durch fremde, dürre Landschaften gestreift doch anstatt in Panik auszubrechen hab gänzlich den Ausblick aus dem Fenster genossen.
Das sind keine weltbewegende Ereignisse, allerdings die ehrlichsten. Solche (und natürlich auch andere, jedoch sehr ähnelnde) Ereignisse filmisch festzuhalten erfordert Mut und Feingefühl. Die musikalische Untermalung spielt hierbei eine große Rolle und da hat der feine Jim genau meine Geschmacksknospen getroffen.
Insbesondere als der Song von Earth namens "Omens and Portents I: The Driver" erkling saß ich wirklich total geflasht in meinem Filme-Junk-Sessel und konnte das alles irgendwie nicht fassen. Zumal es aus einem meiner absoluten Lieblingsalben stammt.
Vielleicht ist es die Angst vor der Vergänglichkeit oder vielleicht benötigt man einen gewissen Drang zu Tagträumereien, um den Film Zuneigung gewinnen zu können.
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truehobbit Mon, 18 Feb 2013 15:35:14 -0000
Kommentar löschen"How the fuck did you get in here?" fragte bill murray am ende des filmes und auch ich stellte mir die selbe frage nach dem schauen des filmes. die antwort von bankolé war mir dann ebenso einleuchtend: "I used my imagination".
ich kann es gar nicht in worte fassen wie wenig mich dieser film berührt hat. es reicht nicht aus einfach nur "jim jarmusch" zu heissen. er ist mir immernoch ein lieber und das wird er immer bleibeb aber "limits of control" konnte ich nichts abgewinnen. selbst ich hatte nach dem film probleme meine selbstkontrolle in grenzen zu halten.
mir hat ein film selten so wenig gegeben wie ebendieser. nur weil ein hauptdarsteller nahezu zwei stunden mimik- und charakterlos durch die spanische einöde stiefelt (scheinbar finden viele die aufnahmen ganz wundervoll - ich hab schon schöneres gesehen) macht ihn das nicht wichtig. ich konnte ihn keine sekunde lang für wahr nehmen. aber charaktertiefe schien dem film auch im allgemeinen nicht wichtig gewesen zu sein. es gibt schauspieler die man gerne sieht (z.B. tilda swinton und john hurt) aber dadurch das jeder gefühlt nur 2 sätze hat hilft das dem film auch nicht mehr, bekommt aber immerhin 1,5 punkte von mir. aber zum beispiel paz de la huerta...ich meine sie heisst ja schon nur "die nackte" natürlich ist sie dann auch nur nackt. und ich muss gestehen dass mein erster gedanke war, dass ihr hintern nicht zu verachten ist...und sie natürlich 2 sekunden später fragt "do you like my ass" das war schon ein wenig witzig und die bestätigung dafür warum sie überhaupt auftritt - The Ass - hätte es auch getroffen. tatsächlich war dieses stetige NICHTS zwischen Bankolé und de la huerta das beste und amüsanteste des filmes.
einen weiteren punkt gibt es für wirklich gute musik. was ich jedoch auch sofort wieder einschränken muss da diese niemals zur richtigen situation gewählt wurde. aber als album ohne bewegte bilder, höre ich sie mir gerne weiter an.
nach wirklich immer tollen filmen und kurzfilmen in seiner vergangenheit war dieser hier leider - fürn Arsch - wo wir schon einmal beim thema waren
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movie.max Mon, 18 Feb 2013 19:46:56 -0000
Antwort löschenSchönen Bogen hast du gefunden mit 'The Ass'. Ich lass den Film mal bleiben... :/
robertpires27 Tue, 29 Jan 2013 11:37:11 -0000
Kommentar löschenEin Film der aus wunderschönen sich verschiebenden Bildmolekülen besteht, die sich zwar nicht in Ekstase aber in angenehmer Langsamkeit um sich selbst drehen.
Jim Jarmuschs`Film als ein überdimensionales Gemälde zu betrachten war ganz gut aber mehr auch nicht. Dafür muss da noch mehr sein, mich mehr fesseln, mehr in den Bann ziehen.
Es ist trotzdem aber wieder unverkennbar, was Jarmusch für ein Regiegenie ist !
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Le Samourai Tue, 22 Jan 2013 20:20:56 -0000
Kommentar löschenJim Jarmuschs elegische Ode an die Langsamkeit: Ein mäandernder Anti-Thriller, der mit so ziemlich jeder Genre-Konvention bricht oder diese ad absurdum führt. Ein meditatives Filmerlebnis mit - wenn man sich darauf einlässt - enormer Sogwirkung dank durchgehend umwerfend schöner Einstellungen und Bildkompositionen von Christopher Doyle und einem spärlichen, aber wunderbar passenden Soundtrack. Nebenbei ist LIMITS OF CONTROL auch Liebeserklärung an ein seltsam verlassenes und melancholisches Spanien.
Jarmuschs "schlechtester" Film? Vielleicht. Trotzdem ein ganz hervorragender.
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Mr Vincent Vega Tue, 22 Jan 2013 20:27:53 -0000
Antwort löschenHätte ich auch gern so empfunden, Max, hab ihn aber nach der Hälfte abgebrochen, weil ich ihn genauso unerträglich fand wie bislang alles von Jarmusch.
Le Samourai Tue, 22 Jan 2013 20:30:24 -0000
Antwort löschenIhr seid beide manchmal komisch aber ich hab euch beide immer gern. :)
jeffcostello Tue, 22 Jan 2013 20:34:29 -0000
Antwort löschenIch liebe eigentlich das meiste von Jarmusch, aber dem hier konnte ich eher weniger abgewinnen, ist aber lange her, das ich ihn gesehen hab, steht wohl mal ne Zweitsichtung an!
VisitorQ Tue, 22 Jan 2013 20:44:00 -0000
Antwort löschenDamals im Kino gesehen. Schlimmste Folter bis der Schlussmacher. :D
Le Samourai Tue, 22 Jan 2013 20:46:15 -0000
Antwort löschenBanause! :)
Le Samourai Tue, 22 Jan 2013 20:47:17 -0000
Antwort löschen@ Max: Na sag ich doch! ;) Hat auf Bildschirm definitiv auch Sogwirkung.
Edward Nigma Tue, 22 Jan 2013 22:04:51 -0000
Antwort löschenJarmuschs "schlechtester" Film? Vielleicht. Trotzdem ein ganz hervorragender. --> Schönes Fazit :)
Le Samourai Tue, 22 Jan 2013 22:08:31 -0000
Antwort löschenHehe danke. Ja es passt einfach. Finde glaube ich echt alle anderen "besser", aber trotzdem ist dieser hier supersupergut! :)
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Edward Nigma Tue, 22 Jan 2013 22:14:28 -0000
Antwort löschenMich hat damals besonders die Farbkomposition des Films beeindruckt. Jarmusch beschränkt sich auf 2 Farben, Rot und Blau wenn ich mich richtig erinnere. Krieg gleich wieder richtig Lust den in nächster Zeit nochmal zu schauen :)
jacker Wed, 23 Jan 2013 08:13:43 -0000
Antwort löschenBekommt man auch! Der Film ist 'pure Ultrakunst' :D
DerDude_ Fri, 05 Oct 2012 19:21:18 -0000
Kommentar löschenTraurig, Traurig. Nach dem Meisterwerk "Broken Flowers" liefert mir Jarmusch einen dermaßen sinnfreien und langweiligen Film.
Gegen sich ständig wiederholenden Szenen und Sätze hab ich eigentlich nichts aber selten wirkte es so sinnlos und nervend wie hier. Dazu ist der Film so belanglos inszeniert das ich am liebsten selbst in die Wüste gefahren wäre, mir zwei Espressos bestellt hätte und mit mal mehr, mal weniger schrägen Leutchen geredet ohne dabei zwei Stunden meines Lebens durch den Kamin zu jagen.
Einzig und allein Tilda Swinton hat mich fasziniert. Ihre Kleidung und ihre Ausstrahlung wirken so als sei sie selbst einem Hichtcock Film entsprungen und selten erlebte ich eine gelungenere Tarkovsky / Stalker Anspielung. Doch retten kann sie in ihrer 4 Minuten Präsenz den Film auch nicht mehr.
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jacker Sat, 06 Oct 2012 15:09:49 -0000
Antwort löschenJa, es ist schon interessant wie sehr die Wahrnehmung variieren kann :) Kannst ja mal meinen Kommentar dazu lesen, ich fand ihn total genial (aber ich verstehe deinen Punkt völlig!)..
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DerDude_ Sat, 06 Oct 2012 15:51:44 -0000
Antwort löschenKommentar gelesen. Sehr schöne Analyse des Filmes. Kann gar nicht glauben das wir denselben Film gesehen haben.
Jenny von T Sat, 06 Oct 2012 19:40:59 -0000
Antwort löschenHabe den Film auch eher so empfunden wie jacker (guter Kommentar übrigens!), kann aber absolut nachvollziehen, wenn man ihn total bescheuert findet. Genau das macht allerdings eine gewisse Faszination aus.
jacker Tue, 03 Jul 2012 14:26:55 -0000
Kommentar löschenJim Jarmusch zeigt mal wieder in Perfektion wie Film anders gehen kann, sich mit anderen Kunstformen trifft, mischt, verwebt und irgendwann auch wieder entknotet und vor Allem auch völlig ohne künstliche Bedeutungsschwängerung auskommen kann!
Es braucht manchmal einfach keine durchdachte, wohlkonzipierte Geschichte, keine Handlung die im Vordergrund steht, keine Fülle an Dialogen, keine Action, kein 'Alles-wie-immer' Feeling. Stattdessen reicht ein einsamer Darsteller der sich auf einer gefühlt ziellosen Reise befindet, Museen besucht, einige mehr oder weniger seltsame, inhaltlich vielleicht banale Begegnungen hat und nachts wach an die Decke starrt.
Was ist daran jetzt toll?
Für die meisten Betrachter wohl absolut gar nichts, für mich nahezu alles!
Zum Beispiel einfach das was mir von Jarmusch gezeigt wird. Wie vieles im Leben sehen wir täglich und nehmen es doch nicht wahr? Unsere Wege sind so sehr auf das Ziel fixiert, dass alles was am Rande liegt wie ausgeblendet scheint. Er jedoch befreit die Stadt, die Wohnung, den Blick aus dem Fenster, das Gebäude um die Ecke und alles was noch so auf dem Weg liegt vom dämpfenden Schleier des alltäglichen und zeigt es in purer Form, Alles verdient seine Aufmerksamkeit, der Weg ist hier das Ziel, der Sinn, sich ihm zu widmen wird vom Betrachter gefordert. Das Gefühl, dass jede einzelne Einstellung auslösen kann (wenn man es zulässt) hat er selbst am besten beschrieben:
"Es ist mein Ziel, dass die Zuschauer solche Bilder sehen, als wären sie Gemälde. Und dass sie, wenn sie das Kino verlassen, diese Gegenstände wieder ganz anders wahrnehmen"
Und so ist es! Jede Kameraeinstellung in diesem Film ist perfekt durchdacht und irgendwie schön.
Und genauso wie das eigentlich normale und alltägliche visuell fokussiert und in ein bedeutsames Licht gerückt wird verhält es sich mit den Zusammenkünften der Streichholzschachteln tauschenden Protagonisten!
Allesamt irgendwie schräg ist doch nichts an den Gesprächen, oder eher Monologen besonders (bis auf den Witz und die enthaltene Ironie die einem nach einigen Treffen erst bewusst wird), es sind einfach alltägliche Unterhaltungen und auch hier kann man zur Selbstreflektion übergehen: Was redet man eigentlich alles von Morgens bis Abends auf Andere ein, ohne sich genauer Gedanken darüber zu machen, ohne Inhalte überhaupt noch bewusst wahr zu nehmen?
Und daraus resultiert so manche Frage:
Sollte man dem offensichtlich Banalen doch eine stärkere Bedeutung zuweisen?
Oder es als banal genießen und sich freuen, dass es nicht immer tiefgründig sein muss, dass das banale genauso ein Teil des Lebens ist und genauso Beachtung verdient?
Das zumindest meine ich immer wieder als Jarmusch's als Ansatz herauszusehen, am stärksten natürlich in "Coffee & Cigarettes" aber auch hier sind die Unterhaltungen einfach kurze Momente des Lebens in denen Irgendwer über Irgendwas sinniert.
Und wenn nicht gesprochen wird stört mich das auch nicht, denn: "Manchmal mag ich es in Filmen wenn die Leute einfach nur da sitzen und gar nichts sagen!"
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H_B_C Sun, 15 Jul 2012 00:35:38 -0000
Antwort löschenIch muss sagen, dass mir dein Kommentar zu diesem Film sehr gefällt. Auch, dass du klar machst, dass dieser Film absolut nicht für jeden etwas ist. Ich persönlich finde den Film großartig, aus ähnlichen Gründen, die du ausführlich beschreibst, aber ich kann auch verstehen, wenn jemand mit diesem Werk nichts anfangen kann. Man muss die Ruhe und Zeit haben, sich auf den Film und seine Figuren einzulassen. Es geht hier mehr ums Betrachten, Beobachten, also eine tatsächlich sehr passive Situation, die für Cineasten eigentlich sehr ungewöhnlich ist, ist man es doch gewohnt, in ganze Welten einzutauchen, nein, das bietet Jarmusch eben nicht. Er zeichnet seinen, bis jetzt aktuellsten Film, eher als Gemälde, das betrachtet, statt gänzlich offenbart werden will. Das macht den Film für mich besonders (abgesehen natürlich noch von der wohl wundervollsten Kostümierung, in der die großartige Tilda Swinton jemals zu sehen war). Wer einfach nur mal betrachten, beobachten, Zeit ohne Hast, Hektik, Oberflächlichkeit verstreichen lassen möchte, dem sei dieser Film, auch mehr noch als andere (großartige) Jarmusch-Werke, ans Herz gelegt!
jacker Thu, 19 Jul 2012 05:01:32 -0000
Antwort löschenDas trifft es nochmal auf den Punkt, Beobachten ist einfach das Stichwort um das es geht, man taucht nicht ein, sondern ist mehr der unsichtbare Dritte der still daneben sitzt.
Ich finde es super, dass Jarmusch seinen Stil hier so ins Extreme ausreizt, einfach mal sämtliche Konventionen über Bord werfen!
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Schleckenslord Thu, 30 Aug 2012 07:57:23 -0000
Antwort löschenHabe ja anfangs aufgrund der eher negativen Kritiken erst mal gescheut, den Film anzuschauen. Aber deine Kritik hat mich wieder überzeugt. Vorgemerkt. Vielen Dank :)
jacker Thu, 30 Aug 2012 11:59:05 -0000
Antwort löschenDas freut mich, der Film ist auch absolut sehenswert!
Und ein Blick auf deinen Filmgeschmack ("Garden State", "Lost In Translation", etc. als Lieblingsfilme) lässt mich (fast) mit Sicherheit sagen:
Er wird dir gefallen!
Hooded Justice Mon, 04 Jun 2012 17:09:50 -0000
Kommentar löschenÄtzend gearthaust in seinen ach so ausgefallenen Kameraeinstellungen und seltenen, aber umso unbeschreiblich bekloppteren Dialogen auf Tiefsinn getrimmt. Manche Filme können sich eine derartige Langsamkeit und Stille erlauben, 'The Limits of Control' ist leider nicht so einer. In seinen 110 Minuten Laufzeit begleiten wir nicht mehr als einen schwarzen Mann ins Café, schauen ihm beim Yoga zu oder beobachten ihn beim Streichholzschachtelaustausch. In jeder Sekunde sowas von uninteressant und antifaszinierend, weder künstlerisch in seinen Bildarbeiten noch in den stupiden Klängen des Klischeethrillergedusels. Einzige Blickpunkte bleiben viel zu kurz kommende Auftritte von Schauspielhelden wie Tilda Swinton, John Hurt, Bill Murray oder Gael García Bernal [würdigend im Gedächtnis verblieben aus Iñárritus Meisterwerken 'Amores Perros' oder 'Babel']. Bleibt nur noch die Frage, wieso Jarmusch nun seine Hauptrolle mit einem derart dürftigen Isaach de Bankolé besetzt.
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FlintPaper Mon, 04 Jun 2012 17:18:48 -0000
Antwort löschenWar das nicht der (Anti-)Film, wo Jarmusch immer das schlechteste Take von allen Aufnahmen benutzt hat und irgendwie alles falsch machen wollte?
Hooded Justice Mon, 04 Jun 2012 20:50:57 -0000
Antwort löschenDa weiß ich nichts von. Kenne mich mit Jarmuschi nicht aus. Seine anderen Filme sollen laut Vorhersage allerdings auch besser sein.
KilianPai Wed, 23 May 2012 20:44:39 -0000
Kommentar löschenObwohl ich diesen Film wahrscheinlich langweilig finden sollte, war er es nicht. Obwohl der Plot wahrscheinlich zweitrangig und nur sporadisch vorhanden ist, hat es mir gefallen die Reise des "Amerikaners" zu verfolgen, und war zu jederzeit gespannt, was als Nächstes geschieht. Jim Jarmusch belohnt mich immer wieder mit starken Charakteren und tollen symbolischen Bildern.
Unser Auftragskiller tötet letztendlich den, der anscheinend gegen Kunst, Naturwissenschaft, Musik und Halluzination steht.
The Limits of Control ist auf jedenfall sehr faszinierend, und im Gegensatz zu vielen anderen hier möchte ich ihn nicht auf "Kunstfilm braucht keine Story weil Bilder ja sowieso viel cooler sind" reduzieren. Für sowas schau ich mir dann Enter the Void an.
Für the Limits of Control sucht man sich am Besten erstmal eine Art eigene Erklärung oder besser Idee, was das alles bedeuten soll. Dann funktioniert der Film nämlich auch großartig druch seine "Handlungsansätze" neben den Wiederholungen, Symbolen, und tollen Kameraeinstellungen.
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jacker Thu, 24 May 2012 06:43:19 -0000
Antwort löschenKlingt super, den werde ich demnächst auch mal schauen! Moviepilot hat ihn mir schon empfohlen :)
cuttingmoments Thu, 01 Mar 2012 01:35:30 -0000
Kommentar löschenWann ist ein Film ein Film? Im Gegensatz zu Eraserhead, der ähnlich knapp an Dialogen war, ist dieses "etwas" in "bewegten" Bildern schwer verdaulich. In ein Bild tauche ich ein, in einem Film "erlebe" ich etwas. Selten musste ich mit mir so kämpfen, bis zum Ende auszuhalten. Da ich andere Werke des Regisseurs kenne, habe ich weitergeschaut. Doch das Ende enttäuschte mich noch mehr, nachdem ich merkte, dass der Film mir nichts, aber auch wirklich NICHTS zu sagen hat. Andere Arthaus- und Autorenregisseure verstehen es, mittels langer Einstellungen und knappen Dialogen Inhalte zu transportieren. Eins aber habe ich durch den Film gelernt, auch meine Geduld hat Grenzen =)
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smtabuch Mon, 20 Feb 2012 11:40:38 -0000
Kommentar löschenthe limit of langeweile. wirkliche schöne bilder und subtiler witz nur leider nicht ausreichent um die zeit zufüllen, dabei bin ich ein jimmy muschi befürworter.
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doctorgonzo Mon, 12 Dec 2011 14:28:38 -0000
Kommentar löschen"Manchmal ist die Spiegelung viel wirklicher als das, was gespiegelt wird"
Hin und wieder beschleicht mich so etwas wie Unbescheidenheit. Ja, seht nur genau hin, ich, der friedliebenste, toleranteste, zynismusfernste und zurückhaltendste User hier gestehe es:
Ab und zu (wirklich nur selten) macht es mir Spaß, mich mit elitärem Grinsen zurückzulehnen und mit einem mitleidig - entrückten Kopfschütteln alljene zu bedenken, die sich voller Freude im cineastischen Morast suhlen und damit glücklich sind.
Was? Ignoranz? Möglich! Arroganz? Das will ich doch hoffen!
Vergesst den ganzen diplomatischen Schmonses, die political correctness - Die Mischung aus Genpool, Bildung und Prägung hat scheinbar bei mir recht gut gezündet.
Und ja, ich bin stolz drauf, ein Jarmusch - Werk so interpretieren zu können, dass ich die Eleganz, die schlichte Schönheit, den Aufwand um Kleinigkeiten, die akzentuierte Langsamkeit, die auf den Punkt passenden Darstellerleistungen und das hervorragende Timing zu schätzen weiß.
Was nicht heißt, dass diejenigen, die den lustigen Kerl und seine Filme nicht mögen automatisch doof wären. Aber in Zeiten, wo es nur noch um Cameron, Nolan, Bay, Snyder, selbst nur mit etwas Glück mal um Tarantino, um Twilighthype, um den zigsten Aufguss eines Franchise oder das blöde Privatleben noch blöderer Promis geht, sind solche Filme, nicht bloß jene von Jarmush, so etwas wie persönliche Oasen für mich.
Wenn ich ein Auto haben will, werde ich auch voller Mitleid betrachtet, fielen mir nur 6 oder sieben Hersteller ein.
Mit Filmen sollte es genauso sein. Wie schön kann man sich über die Pros und Kontras gewisser Regisseure, Subgrenres, optischer & akustischer Tricks, Kameraführungen, Hommagen, Zitate oder Erzählstile streiten, wenn das Gegenüber weiß, wovon es da erzählt.
Wie gering die Achtung vor dem Film als Kunstform geworden ist, sollte ich in einem Rahmen wie diesem hier wohl kaum erläutern müssen.
Und gerade deshalb schätze ich mich glücklich, dass es sie noch gibt, die Leute, die Filme machen, wie sie eben Jarmush, Lynch, die Coen und wasweißich machen oder auch Almodovar - auch, wenn mich der nicht umhaut, aber es ist gut, dass es sie gibt. Und dass es Leute gibt, die sie, von geschmacklichen Wellen mal abgesehen, auch wertschätzen und einordnen können und mit denen ich mich dann fetzen oder verbrüdern kann.
We few, we happy few, we band of brothers.
Wenn nun Jim Jarmush diesmal Isaach de Bankolé (nein, ich brauche für diesen Namen kein Copy/Paste) auf die Reise schickt, ihn mit grandiosen Charakteren konfrontiert, wie einer platinblonden Tilda Swinton, einer nackten Hispano-Amerikanerin, einem etwas verwildert aussehenden John Hurt und ihn dann auch noch Sätze hören läßt wie "Sometimes I like it in films when people just sit there, not saying anything.", während er tatsächlich meist nur da sitzt und fast nichts sagt.
Wenn der Film wirklich nur ein "Tempo" der Erzählung zu kennen scheint. Der Hauptdarsteller ist die wortkarge Mischung aus Buster Keaton, Léon und Anton Chigurh, nur ohne den offenkundigen Humor. Der Witz der Geschichte entsteht eher aus der gleichgültigen Lakonie, mit der er den seltsamen Figuren begegnet, die seinen Weg pflastern.
Es ist Poesie.
Und wenn einem diese Poesie subjektiv nicht passt, dann kann man zumindest die vollendete Formensprache erkennen, oder diese eben auch vehement bestreiten.
Darum geht es mir gar nicht vordergründig.
Ein Gourmet muss sole meunier oder Ente á l´orange nicht lieber mögen als Currywurst oder Pommes Schranke oder Nutella direkt aus dem Glas. Ein Gourmet muss in erster Linie all dies schonmal probiert haben.
Und darum bin ich immer wieder von einem leicht ironischen Elitegedanken erfüllt, wenn ich derlei Filme sehen darf, ihre Bildersprache genieße und einfach weiß, gerade einen Film gesehen zu haben, der, unabhängig vom persönlichen Geschmack, einer im Vergleich zum Blockbusterkino verschwindend kleinen Gruppe zugänglich sein wird. Und so schiebe ich dann mit zufriedenem Grinsen eine DVD rein, auf der Bruce Willis in einem Hochhaus auf Leute schießt und grinse ebenso zufrieden, wenn auch nicht aus identischen Gründen.
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Sigrun Mon, 12 Dec 2011 14:42:59 -0000
Antwort löschen"Die Mischung aus Genpool, Bildung und Prägung hat scheinbar bei mir recht gut gezündet" in Zusammenhang mit "Manchmal ist die Spiegelung viel wirklicher als das, was gespiegelt wird" ist umwerfend arrogant und herrlich unzynisch. Chapeau!! :D
P.S. Hab gestern übrigens (wie es der Zufall will) noch mal DIE HARD als Original-VHS-Video gesehen (eine meiner ältesten Cassetten - muss sie jetzt auch leider wegwerfen). Fazit: Der Film ist im Grunde nur noch aus historischen Gründen gut. Das aber zu 100% - elitemäßig betrachtet :o)
KilianPai Wed, 23 May 2012 20:59:00 -0000
Antwort löschenEntscheidend ist doch letztendlich nur, dass man sich auf Limits of Control einlässt. Dann funktioniert der auch super!
Keky Mon, 12 Dec 2011 00:26:02 -0000
Kommentar löschenGanz großes Kino ... ein ruhiger Film für Cineasten. Endlich mal wieder richtiges Kino und Kunst ... dafür wurde der Film gemacht. Kein Wunder, dass Ihn niemand versteht! Wer nur 1 und 1 zusammen zählen kann, der wird hier nicht mal bis 2 kommen. Eben intuitive Bilder und eine Story, die keinem Bilder überladenem amerkanischen Reisser-Schocker-Action-Mist entspricht. Von daher aufgepasst mehr Fühlen als Denken und Verstehen ist angesagt. Der Rest muss eben andere Film ansehen!
Independent - Ikone Jim Jarmusch gelingt ein schillerndes Kino - Mantra in dem Isaac de Bankolé einen Killer spielt, wie ihn das Kino noch nie gesehen hat.
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g.g.white Tue, 19 Jul 2011 17:21:36 -0000
Kommentar löschenJa es ist gut Filme mit langen Einstellungen zusehen, nicht diese bis zum anschlag verschnittenen Hollywoodschinken, schon klar. Und ja die Handlung muss nicht immer offensichtlich sein, kann schon ein bischen zur Fantasie anregen. Aber warum kann das nicht gleichzeitig ein klein wenig unterhaltsamer sein. Einem Protagonisten einen Espressofetisch anzuhängen ist ja ganz nett, aber dass konnten Sie bei Terrence Hill mit der Bohnenpfanne auch schon. Skurilitäten und absurde Konversationen alleine sind nicht unterhaltsam, Film kann und muss auch von selber funktionieren, ohne dass man davor sitzt und sich denkt" Oje hoffentlich langweile ich mich nicht weil dann hab ich den grandiosen Jarmusch nicht verstanden und dann kann ich beim nächsten Filmtalk mit meinen Boheme Kumpels nicht sagen wie sehr ich ihn nicht durchschaut habe." Jim, das war schon mal besser. Die 6 gibts nur wegen der Kamera.
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StefanSangrero Fri, 20 May 2011 13:53:22 -0000
Kommentar löschenWenn man 1,5 Stunden durch ein Museum gehen kann, kann man sich auch 1,5 Stunden diesen Film anschauen. Im Zusatz bietet er außerdem eine minimalistische Handlung, gedankenanregende Dialoge und eine in sich kohärente Struktur von Wiederholung und Variaiton. Dazu ein atmosphärischer Soundtrack und weltbekannte Schauspieler. Die Frage "Was ist Kunst?", die dieser Film u.a. ergründet, entscheidet hier, ob man ihn mag oder nicht.
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Sozionaut Sat, 16 Apr 2011 23:30:46 -0000
Kommentar löschenZwei Tage habe ich für den Film gebraucht. Zwei durch gesoffene Tage, dreimal bin ich eingepennt, bin aufgewacht, zurück gespult, ne Kippe gedreht und weiter geschaut Nachdem mir das Bier und die Kippen ausgegangen sind, war auch der Film zu Ende. Dann habe ich ihn irgendwie verstanden. Mehr weiß ich jetzt nicht mehr...
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goddess.pain Sun, 17 Apr 2011 01:49:02 -0000
Antwort löschen10 Punkte für diesen Kommentar :D
wernerbremen Sun, 17 Apr 2011 11:46:56 -0000
Antwort löschenich hab 3 freunde (übereinstimmung mit allen von knapp 80%- 87%) die den film bewertet haben. 9 punkte, 5 punkte und 2.5 punkte :) das macht den film ja erst recht interessant. ich glaube ich habe mein abendprogramm gefunden
filmschauer Mon, 18 Apr 2011 13:24:13 -0000
Antwort löschenScheint ja ein richtig schönes Jarmusch-Erlebnis gewesen zu sein... ;)
Sozionaut Mon, 18 Apr 2011 14:05:48 -0000
Antwort löschen@wernerbremen: und? wie hat er Dir gefallen?
@filmschauer: Am nächsten Tag hatte ich aber einen richtigen Brummschädel, das kann ich Dir sagen. Aber es war toll! Nachdem das Bier mein Bewusstsein völlig geöffnet hatte, so dass auch jede Regung im Film ungefiltert in den Fokus vollkommener Aufmerksamkeit fallen konnte war das Nirvana des Filmgenusses erreicht. Da hättest Du auch mit Fingerpuppen wackeln können und ich hätte einen ontologischen Orgasmus erlebt... So isset ebbe...
wernerbremen Mon, 18 Apr 2011 14:58:21 -0000
Antwort löschenhab doch erstmal deinen rat befolgt und gestern abend mit "dead man" gestartet, heute oder morgen ist ghost dog dran, und danach der hier. bin zwar von dead man nicht ganz genauso begeistert wie du, aber er hat mich auf jeden fall in seinen bann gezogen. bewertung und kommentar folgt heute noch, ich musste das gestern erst mal sacken lassen :)
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pufaxx Mon, 25 Apr 2011 07:45:12 -0000
Antwort löschenOkay, vorgemerkt. Reicht ein Kasten?
Sozionaut Mon, 25 Apr 2011 21:42:08 -0000
Antwort löschenäh...gerade so, halte für den Morgen auf jeden Fall Vitaminpillen und Aspirin bereit...
Nayelivolando Sun, 10 Apr 2011 06:29:46 -0000
Kommentar löschenIch bin fasziniert... aber muss natürlich anerkennen, dass der Film weder unterhaltsam, noch kurzweilig ist. Wie hier schon jemand vor mir sagte, kein spannender Hollywood-Blockbuster, sondern ein Kunstwerk, auf dass man sich mit allen Sinnen einlassen muss.
Zuerst habe ich gehofft, dass die unendlich vielen Fragezeichen, die sich im Laufe des Films aufwerfen, würden am Ende gelöst werden, doch dann wurde mir klar, dass die Fragezeichen die eigentliche Intention und der Inhalt des Films sind, und niemals die Intention hat, irgendetwas zu erklären. Und genau da muss sich dann das eigene Gehirn einschalten, die eigenen Sinne, mit denen dann der Film gefüllt werden kann, um eigene Antworten zu finden. In diesem Moment eröffnet sich einem eine Welt aus Symbolik, die so viel Raum für Interpretation und eigene Ideen erschafft, dass man wahrscheinlich Bücher darüber schreiben könnte. The Limits of Control ist vielleicht eher mit einer literarischen Kurzgeschichte vergleichbar, als mit Filmgenres.
Genial gemacht.
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Ohrenbär Sat, 02 Apr 2011 20:59:16 -0000
Kommentar löschenWährend des Films wäre ich mehrfach fast eingeschlafen und jetzt, im Nachhinein, muss ich sagen, dass das wohl die bessere Wahl gewesen wäre.
Ein Film kann nicht nur von schönen Landschaftsaufnahmen leben. Ein Film braucht auch Handlung und Dialoge. Das gibt es hier nicht. Höchstens ein paar verstreute pseudo-philosophische Monologe, die so tun, als hätten sie Tiefgang, ohne dabei wirklich etwas auszusagen. Mehr hat der Film nicht zu bieten. Man kann die Handlung nicht verfolgen, weil es keine gibt und so bleibt einem nur, abzuwarten, bis er vorbei ist. In dieser Hinsicht bietet er so viel Vergnügen wie eine zweistündige Zugverspätung, die man einsam auf einem heruntergekommenen Bahnhof in Brandenburg absitzt.
Selbst wenn man mir nicht darin zustimmen mag, dass ein Film immer Handlung braucht, so braucht er doch irgendetwas, das das Interesse weckt, oder einen Anreiz bietet, warum man ihn gucken sollte. Was das bei 'Limits of Control' sein soll, weiß ich nicht.
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Nutella?!! Mon, 21 Feb 2011 15:36:30 -0000
Kommentar löschenOha.. dann sag ich auch mal zwei, drei Worte.
-Ist ja sehr interessant wie sich ueber diesen Film beschwert und Unverstaendnis geaeußert wird.. wobei.. interessant ist das eigentlich nicht.. eher nervend.
Wo fange ich am besten an?.. schwer zu sagen, denn ein Statement zu diesem Film
ginge bei mir schnell ueber in ein Statement ueber Grundsatzfragen oder Kunstverstaendinis an sich.. however, ich fange einfach mal an! Also:
Es gibt Standard 20.15 Filme (ja, "08:15".. -spaetestens hier sollte der Zusammenhang zwischen der Primetime und „08/15“ auffallen.. ;) ,bei denen ein Blick auf die Regie unnoetig ist, da es einfach nicht von Bedeutung ist, wer fuer diese Redundanz verantwortlich sein soll. Und es gibt unbekanntere "Autoren/Indie“ -Filme, bei denen eben der Regisseur das Hauptaugenmerk bekommen sollte. Wer sich also „The Limits of Control“ ansieht muss schon mal etwas von diesem Mr. Jarmusch gehoert haben. (und ihn irgendwo auch moegen, da es vermutlich fruehere Filme sind die einen einfacheren "Einstieg" schaffen)
-Verziehen sei denen die z.b. in der Videothek standen und einfach das Cover oder einen Teil der Beschreibung/Bewertung auf der Huelle interessant fanden, vorher aber noch nichts von hoerten –es also mehr eine Spontanaktion zur abendlichen Unterhaltung war. Wenn von denen jemand diesen Film langweilig oder was auch immer fand, von mir aus. Denn immerhin steht ja auch irgendwo etwas von Thriller oder so. Und in wie fern man ernst nehmen kann wenn ein Jim Jarmusch meint es gehe um Erotik, Entfuehrung, Mord, Auftragskiller und mysterioese schwarze Maenner mit schwarzen Autos und mutmaßlich auch ein wenig um Verschwoerung.. ist das natuerlich fraglich.
Denn was man dann erwartet, kann (im gewohnten Sinne) nicht erfuellt werden.
Ich meine nicht dieses Werk voellig durchschaut oder verstanden zu haben (vor allem beim ersten Mal), aber ich kann versuchen kurz zu verdeutlichen um was es hier ging und um was eben nicht. Dabei sollte man sich dem grundsaetzlichen, manchmal leichteren manchmal schwereren Unterschied zwischen "ArtHaus" und Blockbuster bewusst sein. (gut, an dieser Stelle koennte man fuer den ein oder anderen das Verstaendnisproblem schon gelockert oder gar geloest haben)...
The Limits of Control,
soll sein: minimalistisch, elitaer, langweilig, uebertrieben-untertrieben, bedeutungslos oder einfach ermuedend. Gut, mag sein. Es kommt eben darauf an wer man ist.
Und genau das steckt auch schon im Film. Subjektivitaet. Gehoert man zu den bereits erwaehnten, zur Unterhaltung ausschließlich Blockbuster oder teuer produzierten Trash bei dem man denken koennte, er gehoere zu einer anti-Intelligenz-Kampagne (wo also mehr kindlicher Spass an coolen Effekten und reinem Unterhaltungsfaktor, als Kunstverständnis oder Hirnzellen noetig sind) –Guckern oder kennt man den Filmmacher und kann einschaetzen worauf man sich einlaesst bzw ist in dieser Richtung entsprechend oeffen und steht auch in Museen/Galerien laenger als 1,3 Sekunden vor einen Werk…
Ja, von mir aus in sofern elitaer. Weil die simple Formel „Kunst statt Kommerz“ lautet.. denn was ist ein guter Film sonst, der nicht „Massenkompatibel“ und kalkulierend auf eine moeglichst große Zielgruppe (mit moeglichst großzuegigen Brieftaschen) zugeschnitten ist? –genau… (nicht fuer jeden). Diese Kompromisslosigkeit es nicht allen recht machen zu wollen sollte aber jedem ArtHaus usw. -Freund nicht neu sein.
Langweilig? Auch das.
Er braucht schon eine recht lange Weile bis er nach knapp 2 Stunden zum Ende kommt. Das dieses Ende, worauf der Film in sehr kleinen Schritten, muehevoll und fast rituell hinarbeitet in einem 100 Seiten Buch auf die letzten Beiden passen koennte, verstaerkt sicherlich diesen Eindruck.
Womit sich dann auch die „ermuedende“ Wirkung erklaeren laesst. Es passiert einfach nicht viel. Und dieses „nicht viel“ wird dann auch noch in sich wiederholenden Deja-vu artigen Szenen wieder und wieder erneut gezeigt. Womit ich beim Kern bin.
Da genau dieses „erneut zeigen“ ist, was der Film will –was Jarmusch will.
Es geht hier nicht darum etwas vollkommen und von Grund auf neues zu schaffen. Die Moeglichkeiten fuer so etwas sind „limitiert“ aber wie bei einem klassischen Stueck z.b fuer Violine ist es ja gerade das interessante zwar die Idee, die Melodie, das Grundprinzip zu uebernehmen, zu spielen –aber in einer Variation. Der Musiker hat mit winzigen Aenderungen, anderen Spielweisen und experimenteller Neugier die Moeglichkeit etwas trotzdem „neues“ zu gestalten, zu schaffen, ohne das Werk an sich zu veraendern. Ist auch das Motiv alt oder gewohnt –wird es durch das Variieren des Interpreten –also durch seine „Interpretation“, etwas Neues.
Genau das ist was Jarmusch interessiert. Ein bekanntes Motiv (z.b. der Auftragskiller) zu nehmen, und daraus durch kleine Abweichungen, Sichtweisen oder Akzente eine andere und damit neue Variante zu schaffen. Denn was bleibt sonst uebrig wenn die Themen begrenzt sind. Irgendetwas aehnliches gab es immer schon mal. Ueberall kann man Vergleiche anstellen. Aber eben nur „aehnliche Vergleiche“. Er hat also beschlossen von vornherein nichts „Neues“ zu schaffen, sondern nur zu variieren. Auch wenn ich mich wiederhole. Den darum geht’s ->Es geht um Variation. Ein Film ueber Variationen und Wiederholung…
Wodurch letztendlich doch immer etwas neues entsteht, da nur „Variation“ der Schluessel zu „Neuem“ ist.
Dieser Film stellt außerdem eine Art Fazit, Sammlung oder besser Retrospektive des Regisseurs dar. Also in zweiter Linie auch: Ein Film ueber das Sammeln.
Nicht nur das Sammeln von Streichholzschachteln, auch das Sammeln von Eindruecken (in fremden Gegenden), von Indizien oder Hinweisen, von Puzzelteilen fuer den Zuschauer, aber auch das Sammeln des Regisseurs, in dem er (s)eine Sammlung presentiert -die Sammlung von seinen bekannten Lieblingsschauspielern (wie DeBankole, Bill Murray oder Tilda Swinton) und von Motiven.
Wieder verwendet (nur in ->Variationen<-) sind z.b. das (ziellose) Reisemotiv aus seinem Debut „Permanent Vacation“ oder auch „Broken Flowers“. Wenn man will findet man auch Muster wie das Koerper-Seele Gleichgewicht durch TaiChi des Killers, aehnlich wie in „GhostDog“ oder das Verarbeiten fremder Kulturen (z.b Dead Man). Was auch nicht fehlen darf ist der Coolness Faktor durch „Coffee and Cigarettes“ der hier auch deutlich ist. Jarmusch ist und bleibt eben ein „cooler Typ“ der „coole Filme“ mit „coolen"(=ruhig, lakonisch, stoisch) Charakteren macht.
Ansonsten besteht der Film aus einer Aneinanderreihung von Symbolen oder Zitaten.
(Jede einzelne Anspielung will ich nicht versuchen aufzufaedeln oder zu deuten.)
Ich muss gestehen, da fehlen mir vermutlich auch noch die einen oder anderen, noch offenen Klassiker um alles deuten zu koennen..
Natuerlich ist es nicht ganz einfach wieder und wieder zu sehen wie ein sehr wortkarger Typ unterwegs auf einer Reise ist, sich ein Zimmer sucht, sich in ein Cafe setzt und genau 2 Espresso (in einzelnen Tassen!) bestellt, die Gegend beobachtet und hin und wieder, diese mal gruenen, mal roten Schachteln tauschend, die eine oder andere, interessante Person kennen lernt. –Aber wieso muss es denn das auch immer.
Spannende Krimis gibt es genug. Der Begriff „Kunstwerk“ ist einfach zu vielseitig um jedem zu gefallen oder nur in eine Richtung des Verstaendnisses zu gehen.
Der Zuschauer wird durch leicht veraendertes Wiederholen, durch das Andeuten der bevorstehenden Handlung (z.b durch Bilder im Museum) und vor allem durch die sehr stimmige, passend „coole“ Musik(aehnlich "DeadMan") in einen Zustand zwischen elektrisierender Spannung auf kommende Geschehnisse und hypnotischer Ritual- (wieder)Entspannung versetzt.
Ein Hoch und Runter zwischen Landschaft, Musik oder Menschen –mit Eindruecken und Gefuehlen des Fremdseins, und poetisch aber unerwartet abwechslungsreichen, jarmuschtypischen Dialogen, welche alle einem jeweiligem Buch entstammen koennten.
Zu erwaehnen ist auch die Kameraarbeit von Chris Doyle, welcher sonst bekanntlich aus oestlich-asiatischer Richtung "weht";) (Chungking Express,2046,..)
Ein Kunstwerk zwischen Expression(der Figuren) und Impressionen (der Orte und Gesten) fuer ruhige Momente, voller Schoenheit, Details und hinweisenden oder zitierten Symbolen.
-Das dabei Besondere ist, dass es vom Empfinden her ein alter, franzoesischer Schwarzweißfilm ist.. nur verbluefft dann die Tatsache, dass er ein moderner(2009) Farbfilm aus Amerika (bzw internatonal) ist…
Fuer mich ein „spaeter Jarmusch“ der durch sein beabsichtigten Minimalismus (da wirklich alles! Unnoetige weggelassen wurde) und seine anti-Groeße und Neuheit irgendwie doch
groß und neu ist, und damit (s)einen Platz im Gedaechtnis und Filmlisten verdient hat. Man merkt das vor allem Orte und Menschen mehr Bedeutung zu kommt als einer Story.. aber was soll ich sagen? –Wieso denn auch nicht. Wo steht „ein Guter Film braucht viel Story!“.. Ein gutes Essen braucht auch nicht immer Fleisch. Nur weil es an anderer Stelle gut zum Rest gepasst hat.
(was nicht als Ausdruck meiner persoenlichen Ernaehrungsweise gesehen werden soll.. wenn dann beschreibt es „carnivor“ evtl. ) Vegetarier.. pff :P
Nagut dann ist es jetzt wohl mehr ein Text ueber Filmart, Regisseur und Kunstbegriff geworden, denn es ist einfach ein persoenliches Thema, welches nicht mit 2 klaren Saetzen zusammenzufassen ist ..
Also entschuldigt wenn ich mich jetzt etwas verrannt haben sollte (:
und diese Einschaetzung nicht so viel klaeren konnte wie ich es vorhatte.. aber ich hoffe sie bietet Ansaetze. Falls nicht bleibt mir nur zu sagen: Whatever.. ich! -mag den Film!
Bilanz:
The Limits of Control
ist letztendlich, und das weiß jeder der mehr Filme vom gestiefelten Jim kennt, ein sexy Film ueber Kleinigkeiten im Leben (die man bekanntlich schaetzen soll), ueber die Liebe fuer bestimmte Plaetze oder sich in Staedten zu verlaufen (was Herr Jarmusch gern selbst als Hobby verbucht), fuer Leute die einfach, Genussmittel genießend, anderen Menschen zuschauen, wie sie z.b. einfach nur in einem Cafe sitzen.
-Nichts besonderes, aber etwas schoenes.
Schweigen und genießen ist das Zauberwort.
-thx4attention, jetzt brauch ich ’ne Kippe!
..(Quatsch, Bin Nichtraucher!)
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Tyler__Durden Tue, 22 Feb 2011 12:40:14 -0000
Antwort löschen"Es gibt Standard 20.15 Filme (ja, "08:15".. -spaetestens hier sollte der Zusammenhang zwischen der Primetime und „08/15“ auffallen ;)"
Mind = Blown
Das habe ich bis zum heutigen Tag gar nicht bemerkt. Danke dafür :)
Nutella?!! Tue, 22 Feb 2011 16:39:33 -0000
Antwort löschen:D -gern geschehen!
War einer der wichtigsten Erkenntnisschritte zu denen ich in letzter Zeit gelangt bin -schoen das es zur Kenntnis genommen wurde. :)
Ist wirklich verblueffend oder?!.. Ich steh auf so was ^^
hnnng Wed, 23 Mar 2011 11:57:33 -0000
Antwort löschenSehr gute Beobachtung und Versprachlichung, Chapeau!
Aber dieser naiv-elitäre Arthouse-Totalitarismus ist nervig, überkommen und allzu oft auch (das soll jetzt nicht altklug klingen, aber ich weiß das aus eigener Erfahrung) Symptom für eine überambitionierte, bemühte und damit versteifte jugendliche Film-/Kunstrezeption.
Aber der 08/15-Primetime-Bezug ist tatsächlich erhellend ;)
Nayelivolando Sun, 10 Apr 2011 06:43:45 -0000
Antwort löschentoller Kommentar :)
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Nutella?!! Sun, 17 Apr 2011 19:06:38 -0000
Antwort löschen@Nayelivolando: danké
@hnnng: danke+ ja, mag sein. Zu einer gewissen Altersgleichgueltigkeit bin ich vielleicht noch nicht gelangt. Ich weiß nur, dass mir ein geringes Maß an Allgemeingueltigkeit (in Sachen Kunst) sehr zusagt.. ansonsten habe ich einfach nur meinen Eindruck zum Film und ueber den Umgang damit versucht in Worte zu fassen. ^_^
Aber gut, wenn es am Alter liegt "herausragende", sich durch Feinsinnigkeit oder Form von der Masse abhebende Werke mehr zu schaetzen als uebertrieben teuer produzierte Popcorn-Ballerein fuer Zuschauer mit ohne Verstand.. dann bin ich ganz gern naiv und jung.
-Ich schaetze Kuenstler mit Idealen oder Grundsaetzen die sich nicht nach Mode oder Publikumszahlen richten.. lass diese Ansicht gern "versteift und ueberambitioniert" sein.
-peace.
doctorgonzo Mon, 12 Dec 2011 13:16:09 -0000
Antwort löschenAusgezeichnet geschrieben.
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