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Der Heuchelei geht's heute mit Lola an den Kragen

Ines Walk (Ines Walk), Veröffentlicht am 25.05.2012, 15:00

3Sat zeigt heute Lola von Rainer Werner Fassbinder. Wer große darstellerische Leistungen sehen will und vor robusten Zynismus nicht zurückschreckt, entdeckt hier einen wahren deutschen Filmklassiker.

Lola Lola © Tobis

Coburg 1957: Der neue Baudezernent, Herr von Bohm (Armin Mueller-Stahl), tritt in der Kleinstadt sein Amt an. Durch seine korrekte und unbestechliche Art wird er schnell unbeliebt in der allseits korrupten Gesellschaft, die sich gegenseitig die profitablen Happen des Wirtschaftswunders der Adenauer-Ära zuschiebt. In der Gemeinde herrscht der Baulöwe Schuckert (Mario Adorf). Treffpunkt der Honoratioren der Stadt ist seine Villa Fink, ein florierendes Bordell. Dort werden die geschäftlichen Beziehungen und Liebesdienste ausgehandelt. Star im Bordell ist die bezaubernde Marie-Luise, unter den Männern besser bekannt als Lola (Barbara Sukowa), die schärfste Hure der Stadt. Der hochmoralische von Bohm deckt Schuckerts Machenschaften auf und will die Wahrheit ans Licht bringen. Doch Schuckert weiß, wie er sich von Bohms Schweigen erkauft: Er verspricht ihm Lola.

Bei Lola von Rainer Werner Fassbinder stimmt alles: die Ausstattung der fünfziger Jahre, die grelle Ausleuchtung der Szenerie, die Darstellerleistung. Barbara Sukowa spielt ihre Lola herb und leidenschaftlich, Mario Adorf ist vulgär und vital, Armin Mueller-Stahl selbstgerecht und doppelmoralisch. Die Geschichte von Lola überzeugt ebenfalls, eine Liebesgeschichte, angesiedelt zwischen Sex und Macht, ein Tauschhandel. Lola stellt die Heuchelei der Nachkriegszeit, den Opportunismus und die Korruption an den Pranger. Der Film (der neben Die Ehe der Maria Braun und Das Leben der Veronika Voss zur Wirtschaftswunder-Trilogie gehört) zählt zu den klügsten und schärfsten über das westliche Deutschland.

Lola ist einer der besten Filme des Rainer Werner Fassbinder, der nicht nur zu den produktivsten deutschen Filmemachern, sondern auch zu den herausragenden zählt. Am 10. Juni vor 30 Jahren starb Rainer Werner Fassbinder. Er wurde nur 37 Jahre alt. Die Würdigung des großen Regisseurs beginnt bereits jetzt. Verschiedene seiner 44 Filme läufen auf diversen Sendern in der nächsten Zeit. Eine echte Möglichkeit, Fassbinder zu entdecken.

Was: Lola
Wo: 3Sat
Wann: 22.25 Uhr

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sweetForgiveness

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sweetForgiveness

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Danke


BaltiCineManiac

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Ein 'Bitte, gern geschehen' geht jeweils raus an EVA und sweetF! :) Ansonsten bleibt mir nur zu sagen, dass definitiv dringend Verbesserungsbedarf besteht, da dieser funktionale Bug ja wohl nicht Dauerzustand bleiben sollte.


fabel

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Würde lieber den Schulabschluss begießen, kommt mit Antibiotika leider nicht ganz so gut, daher:
Nach "Das Glück ist ein Kaktus" ist heute Abend "Das Leben ist ein Bauernhof" dran - ich bin ziemlich aufgeregt. Danach schiebe ich mir wahrscheinlich 'ne DVD rein.

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Sepf

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Glückwunsch! Und Willkommen im Antibiotika-Club! ;)


fabel

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Danke.:)
Hehe, was ist es bei dir? :D


RoosterCogburn

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Auch wenn ich auf Mario Adorf und Armin Müller Stahl sehr stehe, finde ich "Lola" nicht so doll. Und ein Fassbinder, der mir ein TV-Tipp wert wäre, ist der Film aus meiner Sicht auch nicht. Zu klischeebetont.
Wenn Fassbinder, dann richtig: "Berlin Alexanderplatz", "Die Ehe der Maria Braun", "Angst essen Seele auf", "Eine Reise ins Licht" und "Lili Marleen"

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Markbln

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Dirk Bogarde ist super, das rettet den Film. Wenn ich als Fassbinderianer von "Tiefpunkt" spreche, dann ist das immer noch besser gemeint als vieles, was heute so rauskommt.


Filmkenner77

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"Händler der vier Jahreszeiten" und "Martha" sind sehr zu empfehlen und laufen ebenfalls in den nächsten Wochen.


BigDi

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Sehr fein, muss ich auch endlich sehen, den Mittelteil der ansonsten sehr großartigen BRD-Trilogie.

Hier mal ein Link zum arte-Fassbinder-Programm der nächsten Zeit, auf das ich mich riesigst freue:

http://www.arte.tv/de/Programm/244,broadcastingNum=1409465,day=3,week=24,year=2012.html

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Markbln

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Als krönenden Abschluss sogar seinen allerersten Kurzfilm "Die Stadtstreicher". arte wiedermal ; )


BigDi

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Wie lange habe ich auf sowas gewartet...die Kurzfilme werde ich mir aber zu Beginn der Retro auf DVD geben. ;)


Markbln

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Vielen Dank für den Text über diesen wichtigen Mann.
Finde LOLA zwar nicht einen seiner besten, aber als Einsteig in den Kosmos Fasssbinder sehr geeignet. Spätestens, wenn Barbara Sukowa beim improvisierten Lola-Trällern ausrastet, stehen die Zeichen auf Sturm. Nicht zu vergessen, die wunderbaren Szenen mit der unvergessenen Helga Feddersen als schusselig-liebevolle Sekretärin Frau Hettich.

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Markbln

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Aber hallo! Viel Spaß beim Entdecken eines Filmwunders.