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Hier kommt Lola! - Die deutsche Hannah Montana

Prestigeww (Stefan Tieß), Veröffentlicht am 04.03.2010, 08:50

Hannah Montana auf Deutsch? Und dann auch noch vor dem Hintergrund einer Multi-Kulti-Familie? Kann so etwas gutgehen? Überraschenderweise sind die Kritiker der Meinung, dass dies bei Hier kommt Lola! sehr gut funktioniert.

Hier kommt Lola! Hier kommt Lola! © Constantin Film

Heute kommt der Film Hier kommt Lola! nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Isabel Abedi in die Kinos. Darin versucht ein neunjähriges Mädchen den Schwierigkeiten zu begegnen, eine beste Freundin zu finden und sich in ihrer Multi-Kulti-Familie durchzusetzen. Als Ausgleich für ihre täglichen Bemühungen wird sie nachts in ihren Träumen als Teenie-Star gefeiert. Wer jetzt an Hannah Montana – Der Film denken muss, liegt nicht ganz falsch. Die Ähnlichkeiten sind offensichtlich. Anders als das amerikanische Vorbild verliert sich der Film der Regisseurin Franziska Buch allerdings nicht in einer rosa Plüsch-Ästhetik, sondern wird von den Kritikern durchweg positiv beurteilt, und dies, obwohl der Film tiefgreifende Probleme weitestgehend vermeidet.

Dies liegt besonders an der gelungenen Besetzung, denn neben dem jungen Nachwuchs-Star Meira Durand sind auch Nora Tschirner, Julia Jentsch und Axel Prahl in den Nebenrollen zu sehen.

Margret Köhler vom Bayrischen Rundfunk hat an Hier kommt Lola! nur kleinere Kritikpunkte zu bemängeln, die sich bei aktuellen Kinderfilm-Produktionen nur schwer vermeiden lassen: “Lola ist so etwas wie die kleinere deutsche Schwester von Hannah Montana und sollte Mädchen begeistern, auch wenn etwas sehr schnell durch die Handlung gejagt wird. Dafür sind die Traum- und Fantasiewelten rundum gelungen. […] Das Loblied auf die bunte Patchwork-Familie mit Multi-Kulti-Charme ist manchmal etwas dick aufgetragen, aber da die einzelnen Familienmitglieder – neben den Eltern auch die jungen Großeltern und da Axel Prahl als gutmütiger Großpapa – durchweg sympathisch sind, lässt man das gerne durchgehen.”

Julia Binder vom Bayrischen Rundfunk stört sich lediglich an der Konfliktverweigerung des Filmes: “Leider bleibt Hier kommt Lola! dabei sehr an der Oberfläche. Probleme sind eigentlich durchaus vorhanden in dieser Geschichte: der Rassismus gegen den brasilianischen Vater, Lolas Froschphobie oder der Tod vom Papa ihrer Freundin Flo. Doch all das wird thematisch nur angerissen und dann rasch fallen gelassen. In Hier kommt Lola! sieht man eine glückliche Kinderwelt. Liebevolle Eltern, verrückte Großeltern, wunderbare Nachmittage – alles passt. […] Ein netter Kinderfilm mit einigen kleinen Schwächen, bei dem sich aber auch die Eltern nicht langweilen werden.”

Horst Peter Koll vom Film-Dienst sieht zwar, dass Hier kommt Lola! ein Wohlfühl-Streifen ist, der die Problem-Bereiche der Gesellschaft weitestgehend ausgrenzt, sieht dies jedoch nicht als Mangel: “Hier kommt Lola! zeichnet sich nicht durch das aus, was der Film alles nicht ist, vielmehr durch das, zu dem er sich einfühlsam und inszenatorisch geschickt verdichtet: zu einem rundum guten Lebensgefühl. Er zeigt nicht das Leben in seiner möglichen Härte, dafür aber, wie es sich im besten Fall anfühlen kann – nämlich einfach nur lebenswert. […] Dass dies alles so unaufgeregt und entspannt daherkommt, ist nicht zuletzt der inszenatorischen, kameratechnischen und darstellerischen Professionalität und wohl auch der Begeisterung aller Beteiligten zu danken, die den Stoff in jeder Hinsicht ernst nehmen, ohne ihn seiner Leichtigkeit zu berauben.”

Wer Hier kommt Lola! mit oder ohne halbwüchsige Begleitung im Kino sehen will, der findet in unserem Kinoprogramm ein entsprechendes Kino in seiner Nähe.

Als kleiner Vorgeschmack auf 96 Minuten Kinderfilm hier der Trailer betrachtet werden:

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