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Mein Herz für Klassiker

Ich, Robin Hood, Maid Marian, Sir Hiss und Prinz John

27.05.2014 - 08:50 UhrVor 7 Jahren aktualisiert
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Robin Hood (1973) von Walt Disney
© Walt Disney Sutdios/moviepilot
Robin Hood (1973) von Walt Disney
Mein letztes Herz für Klassiker schenke ich dem Zeichentrickfilm Robin Hood. Der fristet nämlich unverständlicherweise ein recht unbekanntes Dasein, hat aber eure vollste Aufmerksamkeit verdient. Lest hier nach, warum das so ist und was den Film so besonders macht.

Robin Hood kennt eigentlich jedes Kind. Zumindest die Grundzüge der Originalgeschichte – und wenn es nur aus den diversen unterschiedlichen Verfilmungen sein sollte. Ursprünglich stammt dieser Teil der englischen Folklore aus Balladen, die im Mittelalter und der frühen Neuzeit entstanden. Dabei rankt sich die Sage um einen Wegelagerer namens Robin Hood, der ein begnadeter Bogenschütze war. Mit der Zeit wandelte sich die Geschichte dahingehend, dass Robin Hood von den Reichen gestohlen und es den Armen gegeben hat. Als ich als kleiner Junge zum ersten Mal davon hörte, war ich natürlich sofort hin und weg. Was für eine großartige Kombination: Ein irgendwie gefährlicher Verbrecher, der aber eigentlich doch ganz nett ist, unglaublich gut bogenschießen kann und auch noch im Wald lebt. Außerdem beklaut er diejenigen, die es kaum merken, um die Hungernden und Armen zu versorgen. Geht’s denn noch cooler?

Ja, das geht: Wenn man diesen Outlaw als Fuchs darstellt, der mit seinem bärigen Kumpel Little John im Wald lebt, sein eigenes Süppchen kocht und hin und wieder ein paar königliche und bescheuerte Lakaien bestiehlt. Vor allem aber, wenn bei all diesen Tätigkeiten der Spaß zu überwiegen scheint und das Ganze sorglos, harmonisch und obendrein auch noch mit der Natur im Einklang wirkt. Die Protagonisten führen ein ziemlich unbeschwertes Leben und haben beinahe immer ein Lied auf den Lippen. Allerdings hält die gute Laune nicht lange vor, denn der Sheriff von Nottingham treibt mit eiserner Faust und drakonischen Maßnahmen die Steuern ein. Prinz John erhöht jene nämlich im gefühlten Minutentakt, während sein Bruder – König Richard – in Gefangenschaft ist. Walt Disney stellt in dieser Robin Hood-Version von 1973 alle Figuren als Tiere dar. Wir sehen einen Hahn, eine Schlange, viele Füchse, Bären, Nashörner, einen Wolf, zwei Löwen und ganz besonders adrett: der kleine Hase sowie die Schildkröte.

Mehr: Ich, Prinzessin Nausicaä und das Meer der Fäulnis

Warum ich Robin Hood mein Herz schenke
Weil ich mit dem Film aufgewachsen bin. Er stellt meine erste Berührung mit dem Thema und der Figur im Allgemeinen dar. Für mich wird Robin Hood also in gewisser Weise immer ein Fuchs bleiben (sowohl metaphorisch als auch wortwörtlich). Auch dem Prinzip kann ich viel abgewinnen: Bis heute konnte mir noch niemand erschöpfend darlegen, warum es etwas Schlechtes ist, Reiche zu bestehlen. Insbesondere solche Reiche wie eben den hier wunderschön dargestellten Prinz John oder den abgrundtief bösen Sheriff von Nottingham. Was für ein Fiesling! Noch heute erleide ich Phantomschmerzen, wenn der Steuereintreiber die letzte Münze aus dem Gipsbein klopft. Ich empöre mich immer noch darüber, dass er Bruder Tuck beklaut und verdrücke ein Tränchen, wenn die armen Kirchenmäuse ihr letztes Geld der Kollekte spenden. Dann wären da noch die haarsträubenden Actionszenen samt rasendem Zelt, die genialen Witze und wunderschönen Lieder. Ausnahmsweise beziehe ich mich hier ausdrücklich auf die deutsche Synchro, die ich liebe.

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