Militärexperte fordert Verbot von Virtual Reality-Brillen

30.05.2016 - 17:05 Uhr
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PlayStation VR
© Sony
PlayStation VR
Mit den neuen VR-Brillen soll Virtual Reality die jetzige Form von Videospielen revolutionieren. Für manche Experten ist die neue Technologie aber alles andere als geeignet für den Massenmarkt.

Steve Baker bezeichnet sich selbst als "Experten auf dem Gebiet der militärischen Flugsimulationen". Er arbeite jetzt schon seit über zwanzig Jahren an Geräten dieser Art und ist der Meinung, dass VR-Brillen keine Revolution darstellen, sondern lediglich im Preis gefallen sind. Anhand seiner Erfahrungen forderte  der "Militärexperte" vor einigen Tagen ein Verbot der von Spielern lang herbeigesehnten Virtual Reality-Brillen.

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Seine größten Bedenken gegenüber den Geräte stützen sich auf die Annahme, dass die von vielen wahrgenommene "Motion Sickness" unmöglich in den Griff zu bekommen sei. Auch ohne die eintretende Übelkeit wäre Verwirrung und ein gewisses Maß an Desorientierung unvermeidbar. Selbst mit seinen über 80.000 US-Dollar teuren Flugsimulatoren wäre dies nicht möglich gewesen. Als Beweis dient ihm eine Studie der US Navy, die sich mit dieser Simulator-Übelkeit befasst. Darin wird außerdem dargestellt, dass ein längeres Betreiben von VR zur Folge hätte, dass Personen bis zu 2 Tage lang nicht mehr gefahrlos ein Auto lenken könnten.

Baker empfiehlt, dass VR-Brillen verboten werden sollen, bis sie ausreichend getestet wurden. Auch ist er der Meinung, dass sie nicht veröffentlicht werden sollten, bis die Probleme in den Griff bekommen wurden, was seiner Vermutung nach leider niemals passieren wird.

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Wer jetzt schon traurig den Kopf senkt oder zornig in die Tasten haut, der wird sich freuen zu hören, dass inzwischen ein Blogeintrag auf neurosc.com  genau diese Bedenken Bakers zu widerlegen versucht.

Der Augenarzt und Gründer der Virtual Neuroscience Labs Madis Vasser nahm sich der Behauptungen Bakers an. In seinem teils recht sarkastischen Blogeintrag gleicht er seine VR-Erfahrungen mit denen Bakers ab und rückt alle möglichen Behauptungen in ein neues Licht. So wirft er Baker anfangs vor, dieser würde nicht verstehen, was der Unterschied zwischen militärischen Flugsimulatoren und einer einfachen VR-Brille sei. Außerdem würden seine 80.000 US-Dollar teuren Geräte offenbar gegen alle möglichen Regeln eines verantwortungsvollen VR-Erlebnisses verstoßen, wenn jedem Probanden dabei schlecht wird.

Auch das Problem mit der Motion Sickness sei keines, dem man sich nicht annehmen könnte. Es seien sogar schon große Fortschritte gemacht worden, was hunderte Spieler bestätigen werden, die er bereits durch VR-Demos geführt habe. Es läge auch an den Entwicklern, gewisse Regeln zu beherzigen, um gute VR-Erfahrungen zu schaffen. Schließlich kommt es auch auf den Inhalt an, ob einer Person beim Nutzen von VR schlecht wird oder nicht.

Die Navy-Studie kritisiert Vasser schon allein anhand dessen, dass sie aus dem Jahr 1989 stammt. Außerdem stellt er auch noch einmal heraus, dass die besagten Auswirkungen nur auf acht Prozent der teilnehmenden Personen zutraf. Aus der Studie geht sogar hervor, dass die Übelkeit auch durch die schüttelnden Bewegungen des Simulators hervorgerufen wurde. Was wieder zeigt, dass bei Baker der Unterschied zwischen VR-Headset und Flugsimulator nicht gegeben ist.

Abschließend freut sich Vasser uns mitzuteilen, dass keines der genannten Probleme unlösbar sei und dass es sich teilweise nicht einmal um echte Probleme handle. (via Gamestar )

Wem gebt ihr mehr Recht, ist Virtual Reality wirklich so gefährlich?

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