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Zum TV-Start von Last Impact

Peinlich: Mond fällt auf Erde

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14.05.2009 - 07:00 Uhr
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© Sat 1 / VG Media
Im gestrigen Sat 1 Katastrophenfilm Last Impact schauten nicht nur die Schauspieler belämmert drein

Man hätte es ja auch im Vorhinein schon vermuten können: eine internationale Sat 1 Produktion im Gewand eines Katastrophenfilms, in welchem der Mond auf die Erde knallt? Das wird nichts. Genauso kam es dann auch, als gestern Abend der nicht unterirdisch schlechte, aber überirdisch peinliche erste Teil von Last Impact – Der Einschlag ausgestrahlt wurde. Denn diesmal kann sich der Katastrophensender kaum mit dem geringen Budget für Fernsehblockbuster herausreden; die Spezialeffekte können kaum bemängelt werden. Vielmehr verhinderte die katastrophale, an den Haaren herbeigezogene Story, den Film auch nur eine Szene lang ernstzunehmen. Dann doch lieber in die Videothek um die Ecke gehen und einen klassischen Katastrophen-Science-Fiction-Film à la Der Jüngste Tag ausleihen.

Bevor die Liste der standardisierten Kritikpunkte an Sat-1-Filmen durchgegangen werden kann, darf vorweg darauf hingewiesen werden, dass Last Impact – Der Einschlag dennoch Spaß zu bieten hat. Debilen Spaß zwar, aber dennoch unterhaltsam: Da entgleisen ICE-Züge gen Himmel und Menschen fliegen kopfüber hinterdrein. Unterhaltsam auch die Dialoge, die einen wünschen lassen, der Mond flöge tatsächlich bald auf die Erde. “Alle Bürger werden aufgefordert, in ihren Häusern Schutz zu suchen. Sehr wahrscheinlich werden bald Trümmer des Mondes einschlagen.” In der Sat 1 Welt machen Weltall-Trümmer anscheinend vor Häusern halt.

Plumpe Figuren in einer platten Story ohne Tiefgang – das beschreibt wohl in treffenden Worten das Erlebnis, welches die ersten 90 Minuten des Katastrophenfilms hinterließ. Während die Protagonisten des deutschen Teams Roland und Martina einer GZSZ-Welt zu entspringen scheinen, dient das komplette US-Team als Abklatsch einer schlechten Gerichtsmedizinerserie à la Crossing Jordan. Der beabsichtigte internationale Effekt des Zweiteilers muss als verfehlt bezeichnet werden. Es hätte dem Film sicherlich gut getan, keine peinliche Videokonferenz zwischen einem aufstrebenden Kreuzberger Weltretter-Astronomen und dem US-Präsidenten zu zeigen. Auch die Integration des Leitbilds der funktionierenden US-Familie überfrachtet die Handlung: eine liebevolle Familie, ein sich aufopfernder Vater, altkluge Kinder, Baseball und die Betonung konservativer Familienwerte wirken neben der Liebesgeschichte zwischen Roland und Martina unpassend.

Natürlich muss abgewogen werden. Eine Fernsehproduktion kann niemals das leisten, was Katastrophenblockbuster wie Independence Day bieten. Dennoch kann dem Team von Last Impact – Der Einschlag eindeutig vorgeworfen werden, durch hirnverbrannten Blödsinn wie den gestrigen “TV-Blockbuster” den Zuschauer als dümmer verkaufen zu wollen als er tatsächlich ist.

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