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FILMZblog#2 - Besuch beim Festival des deutschen Kinos

Preisverleihung und Tierquälerei

Die letzte Sau
© ZDF, a little film production
Die letzte Sau
29.11.2016 - 01:00 UhrVor 5 Jahren aktualisiert
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Das Festival des deutschen Kinos ist seit Sonntag Abend vorbei und hat sich mit der Preisverleihung und der erneuten Aufführung des Siegerfilms verabschiedet. Dabei wurden verschiedene Kategorien anders interpretiert als dies normalerweise der Fall ist.

Das beste Drehbuch wurde z.B. nicht an einen bereits existierenden Film vergeben, sondern an einen Autor, welcher am Mittag zuvor die Chance hatte sein Buch einem Publikum und einer Jury zu präsentieren. Dabei waren insgesamt vier Nominierte im Rennen, welche den sogenannten "Drehbuch-Pitch" vollzogen und mit ihren Worten und Inhalten versuchten die Anwesenden zu überzeugen.

Weiterhin wurde jeweils ein Kurz-, ein Mittellang-, ein Dokumentar- und ein Langfilm ausgezeichnet, wobei die letzte Umschlagöffnung das Highlight des Abends darstellte und dabei auch die meiste Aufmerksamkeit auf sich zog. Platz 3 für den besten Langspielfilm ging an Die letzte Sau. Regisseur Aron Lehmann war am Donnerstag Abend, dem Abend der Vorstellung, selbst im Kinosaal anwesend und verlor einige Worte über sein Werk. Die größere Message des Films, die Kritik an der Nahrungsmittelindustrie inklusive Massentierhaltung, Massenproduktion, Überzüchtung, Überproduktion, Tötung und Folterung thront wie ein gewaltiges Gewitter über der ganzen Handlung. Immer wieder üben kleinere oder größere Schicksalswendungen Anschläge auf den Hauptcharakter aus, welcher sich schlussendlich dazu entscheidet den Film zu seinem wunderbaren Roadmovie zu machen. Der Regisseur vereint den Witz eines Genrefilms dieser Gattung mit den größeren Ideen, welche ihn umtreiben und seiner Meinung nach auch die Menschheit umtreiben sollten. Dabei verliert er weder die Figuren aus dem Blick, gerade der Hauptcharakter ist in seiner Entwicklung vom unentschlossenen, abhängigen Landwirt zur realitätsnahen, kritisch hinterfragenden, aber nicht sinnlos ins Unheil rennenden Figur, in großen Maße Sympathieträger, noch vergisst er das Filmemachen. Die Inszenierung ist ein bunter Mix aus verschiedenen Genres, von Horror über Komödie bis hin zu Action und Abenteuer. Dabei ist laut Aussage von Lehmann das Leben selbst Inspiration für diesen Stil, da sich dieses auch nicht an Genregrenzen hält. In der einen Situation ist das Lachen, welches durch eine Handlung in die größten Qualen umgewandelt werden kann. Dies gelingt ihm in positiv herauszustellender Weise und beschert seinem Film den verdienten dritten Platz.

Eine weitere Vorstellung bekam Amateur Teens, inszeniert von Niklaus Hilber, welcher den in allerhöchsten Maße verdienten ersten Platz belegte. Die Wahrnehmung der Zuschauer wird also im ersten Teil des Festival Blogs ganz gut getroffen.

Mit dieser Vorstellung verabschiedete sich das Festival bis ins nächste Jahr und hofft auch dann auf zahlreiche Besucher. Hiermit soll noch einmal deutlich darauf aufmerksam gemacht werden, dass ein Besuch in jedem Fall lohnt und, egal ob die gezeigten Filme nun den Erwartungen entsprechen oder nicht, sie in jedem Fall zum Nachdenken über verschiedenste Themen anregen.

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