Falsches Medium

Robert de Niro liest eure Gedanken im Red Lights Trailer

Robert De Niro kann schon eine einnehmende Persönlichkeit sein. In Red Lights ist er das noch einmal hoch zehn, als das bei den Massen populäre, blinde Medium Simon Silver. Seiner scheinbaren Betrügerei auf der Spur sind Sigourney Weaver (Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt) und Cillian Murphy (28 Days Later). Die beiden spielen die Ermittler Margaret Matheson und Tom Buckley, die ihres Zeichens Betrüger und Blender entlarven, um ihre um Geld geschröpften Anhänger zu schützen. Die beiden sind ziemlich erfolgreich und nur ein Pseudo-Medium scheint noch wirklich eine Herausforderung zu sein: Simon Silver.

Sein Fall wurde vor 30 Jahren geschlossen, aber Tom Buckley kann es nicht sein lassen. Natürlich bekommt es ihm nicht, dem doch sehr überzeugenden Simon Silver nachzuschnüffeln. Langsam gerät das Leben von ihm und seiner Freundin Sally (Elizabeth Olsen aus Martha Marcy May Marlene) aus den Fugen und stürzt in eine Welt der Geister, des Okkulten und der Gedankenleser, an deren Spitze Silver zu stehen scheint.

Als überrationale Ermittlerin kommt Sigourney Weaver, zumindest im Trailer, überzeugend herüber. In kalten, grauen Farben ermittelt sie zusammen mit ihrem schüchternen, unsicheren Assistenten gegen das, was nicht sein kann. Während die Logik des Alltags kühl gehalten wird, kommen die Szenen mit den Medien in Rottönen daher, was symbolisch sehr gut passt. Robert de Niro hat im Film mehr drauf als Uri Geller und kann anscheinend tatsächlich fliegen oder Scheiben zerspringen lassen. Für mich kann das bedeuten, dass er entweder paranormale Fähigkeiten hat oder es tatsächlich schafft, nur den Anschein zu geben. Die zweite Variante fände ich deutlich spannender, weil der Ablauf des Films nicht schon im Vorfeld klar wäre. Es wäre dann vielleicht so etwas, wie Scooby Doo, wo bist du? auf Psychothriller gedreht.

Sollen wir dem Sundance Publikum glauben, schafft Red Lights den Sprung zum besseren Psychothriller nicht hundertprozentig. Die Kritiken meckern größtenteils, aber nur über die letzten paar Minuten des Films, in denen scheinbar ein enttäuschender Twist wartet (der bisher glücklicherweise nicht verraten wurde). Ansonsten soll der Film aber Spaß machen und durchaus Spannung aufbauen. Das kann der Regisseur und Alfred Hitchcock -Romantiker Rodrigo Cortés in der Tat gut: In Buried – Lebend begraben begrub er Ryan Reynolds in einem Sarg, wo er nur sein Handy als Draht zur Außenwelt hat. Beim Sundance Festival 2010 wurde der Film gefeiert. Von Red Lights, dessen Kinostart noch nicht fest steht, müssen wir uns dann selbst überzeugen.

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