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Wir schauen Game of Thrones - Staffel 5, Folge 6

Sansa und Theon
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Aryas Geschichte ist die vielleicht langweiligste der gesamten Serie. Natürlich verspricht die Prämisse ihrer Figur ein ultimativ befriedigendes Payoff - wenn es sich um eine andere Serie als Game of Thrones handeln würde. Der gesamte Handlungsstrang um die jüngste Tochter Winterfells gerät immer wieder zum Sinnbild für die gesamte Serie: Irgendwann kommt der Winter schon, irgendwann schafft Danny es nach Westeros, irgendwann gibt es eine große Schlacht, irgendwann kommt die Invasion der White Walker… irgendwann erhält Arya ihre Rache.

Die gesamte Ausbildung bei den Faceless Men muss natürlich auf Grund der dogmatischen Struktur der Serie über die gesamte Staffel gestreckt werden, was dazu führt, dass wir Arya auch in der sechsten Folge zunächst beim Waschen von Leichen wiederfinden. Sie ist ebenso unzufrieden mit dieser Situation wie wir. Um sich endlich ein Level weiterzuspielen, lügt und betrügt sie, was Jaqen in einer unnötig und unmotivierten Gewaltszene durchschaut. Erst als sie das Credo der Faceless Men tatsächlich verinnerlicht hat und wahrhaftig dem Haus dient, darf sie zum nächsten Boss. Jaqen führt sie in eine imposante Halle, deren Pfeiler als Lager für die Masken der Assassinen dienen. Der Moment ist ein Stück zu sehr in die Länge gezogen, doch die lange Tradition und Macht des House of Black and White werden durch diese großartige und gruselige Szenerie effektiv verdeutlicht.

Gleicher Kontinent, weiter südlich: Tyrion und Jorah erholen sich noch immer vom Angriff der Steinmenschen aus der letzten Folge. In Geschichten von toten Vätern und geliebten Frauen, die mit anderen Männern ins Bett gingen, finden sie eine gemeinsame Grundlage für ihre neue Freundschaft. Die nachdenklichen und verstoßenen Männer diskutieren dann über ihre Weltanschauungen und Motivation, was jedoch keine Rolle spielt, denn sie kommen so oder so nach Mereen: Sklavenhändler verdeutlichen, wie groß die Welt von Game of Thrones und wie klein der Einfluss der Drachenmutter tatsächlich ist. Mr. Eko wird die beiden dank eines geistreichen Einfalls Tyrions schon an ihren gewünschten Zielort bringen. Die Paarung funktioniert trotz ihrer Randomness durch das gute Schauspiel von Peter Dinklage und Iain Glen, die respektiv große Angst und Mitgefühl überzeugend darstellen können.

In King’s Landing herrscht derweil weiterhin die religiös-fundamentalistische Terroreinheit der Spatzen. Cerceis Motivation und Zielsetzung ist klar, aber die möglichen Konsequenzen des gefährlichen Spiels mit dem Feuer scheinen selbst ihr nicht vollends bewusst zu sein. Das bemerkt auch Littlefinger schnell, der kurzzeitig in die Hauptstadt gereist ist, um im Auftrag des Königs mit seiner Armee aus dem Tal gen Norden zu marschieren. Er provoziert und spielt mit Cercei, die ihm aber ultimativ nichts entgegenbringen kann, da sie auf seine Hilfe angewiesen ist. Sollte Littlefinger die Überreste eines Kampfes zwischen Stannis und Bolton tatsächlich bezwingen könnte, wäre er nicht nur Beschützer des Nordens, sondern auch Lord des Tals und hätte als Onkel von Sansa Stark die Liebe der Menschen des Nordens sicher. Damit könnte er seinen Plan, den er Roos Bolton gegenüber offenbarte, alleine in die Tat umsetzen. Es wäre zu schön, um wahr zu sein.

Jonathan Pryce hat sichtlich großen Spaß daran, die Szenerie in King’s Landing aufzumischen. Dass Olyvar, der keine Spuren von Folter oder dergleichen aufweist, einfach so gegen Loras aussagt, obwohl ihn die Krone wohl stattlich für seine Lügen entlohnen könnte, wirkt ein wenig konstruiert - ebenso der Umstand, dass es nun erneut zum Staffelende hin zu einer Gerichtsverhandlung kommt. Dass Olenna alleine ihre Familie aus den Klauen der Spatzen befreien kann, halte ich für unwahrscheinlich. Aber Cercei spielt gerade mit offenen Karten und schert sich kein Stück um subtile Diplomatie. Das kann auch schnell nach hinten losgehen. Womöglich verlieren alle Königlichen die Köpfe und es kommt zur Herrschaft des Hochspatzen.

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