craax
craax hat sich Fri, 22 Oct 2010 19:58:44 -0000 auf moviepilot angemeldet und hat schon legendäre 421 Filme bewertet und legendäre 189 Kommentare geschrieben. craax‘ Filmverentwicklungen betreffen ein Geflecht von crx & (dem) Film. Wer (warum immer) crx nicht-, sondern n u r den Film will-&-mag, sollte in den Spiegel schauen: da gucken ihm genügend Gesichter /wohlig entgegen. crx kennt seine Züge aber sucht andere: das dauert und zieht sich, und fordert einige ungeduldige Länge: der nähernden Unbekanntschaft. Der Meister im Spiegel vermag’s kürzer... Du! Lieber! - -SOYLENT GREEN war ein saftiges Steak nebst Beilage in Pillenform. Ich hätt gern ein Besteck+Tischtuch dazu. Auch* bei gemeinsamen Verzehr in Gesellschaft : aber bitte mit Stil. Denn Form und Inhalt ergänzen sich. Deswegen sollte man ihre Erfordernisse (liebevoll)(be)achten. Tut einem selber gut! Mehr
| Meine Lieblingsfilmfigur | Luft . |
|---|---|
| Meine Lieblingsschauspieler: | Der/die/das große Unbekannte. Ein Star prägt die neue Rolle durch seine vorherigen. Das verbraucht/belastet die reine Intention des neuen Werks (wenn es ein neues ist). Das Beste wäre, wäre es möglich, keiner Lieblingsschauspieler zu bedürfen. Dazu müßte allerdings eine Menge Talent rumverstreut liegen. -?-. Das mit dem Talent ist so eine Sache, Markenzeichen (im notwenigen Geschäftsbetrieb) hilft & sells. Beides haben oder hatten : ....(folgt Latte von Listen) |
| Meine Lieblingsregisseure: | das ist einfacher. Natürlich die Großen unter den Aktuellen, wie T. Gilliam (pardon der ist natürlich nach D Quijote/ & allmählich altershalber raus aus dem Geschäft) oder (gar nicht so) Nolan, - zu denen, haben sie auf dem Kirchtum erst Platz genommen,- auch die Dohlen gleich umkreischen. T.Burton hat mehreres Feines gemacht. Lynch (Elelefm+M.Dr.; auch sonst fein). Malick. Kubrick, s.o. Kerr-V.Vega. - Ach was: jeder, der mal -und sei's auch nur EINMAL,was zustandegebracht hat, was RICHTIGgut ist, ist -den Film lang- mein Lieblingsregisseur. ?Terry Gilliam? Aber so beendet flammt das Gespräch sofort wieder auf: was ist mit den Anderen, "kleinen", feinen? Jarmuch? S.Penn gerade einmal: I.theW.? usw: man darf solche Listen gar nicht erst anfangen, denn Listen führen zu Schubladen. Am pfiffigsten hält man sich durch eine gewisse Unordnung in diesen ...aber nicht so, das man nichts mehr wiederfindet. - Die Frage nach meinem Lieblingsphilosophen kann ich beantworten: Spinoza. |
| Mein Lieblingsfilmzitat: | ooohh,- schwierig. Einiges vom Joker darunter, aber auch von Al Pacinos Teufel. OneLiner wie ehedem "Das ist Spaten" ist nicht dabei. Meine Lieblingszitate stammen nicht aus der Filmwelt. Einige haben unbekannte Verfasser. Andere sicherer: >Minorennitäten kann man nicht überspringen< ist eins. >Man kann zwar tun, aber nicht wollen, was man will< eins dazu. >Genie hat viel mehr mit Charakter zu tun, als man gemeinhin annimmt< noch eins. >Fast jeder wird als Genie geboren und als Idiot begraben< (wer war's?- Ch. Bukowski). Um zum interrupten Abschluß zu kommen: "Niemand kann fünf Minuten reden/schweigen, ohne den Grad seiner Unvollkommenheit zu verraten" (chin. Sprichwort). Im Übrigen: Lao Tse. |
| Über mich | craax‘ Filmverentwicklungen betreffen ein Geflecht von crx & (dem) Film. Wer (warum immer) crx nicht-, sondern n u r den Film will-&-mag, sollte in den Spiegel schauen: da gucken ihm genügend Gesichter /wohlig entgegen. crx kennt seine Züge aber sucht andere: das dauert und zieht sich, und fordert einige ungeduldige Länge: der nähernden Unbekanntschaft. Der Meister im Spiegel vermag’s kürzer... Du! Lieber! - -SOYLENT GREEN war ein saftiges Steak nebst Beilage in Pillenform. Ich hätt gern ein Besteck+Tischtuch dazu. Auch* bei gemeinsamen Verzehr in Gesellschaft : aber bitte mit Stil. Denn Form und Inhalt ergänzen sich. Deswegen sollte man ihre Erfordernisse (liebevoll)(be)achten. Tut einem selber gut! |
Ausnahme: im Folgenden ein so wie selten unbeschönigter uneingeschränkter !SPOILER. Unbedingt erst NACH Film-Sichtung inspizieren!
„Betty“ ist Teil einer gepaltenen Persönlichkeit : mit ihrem „fühligem unwissenden“ Alter Ergo „Rita“ zusammen bildet sie den hellen „verständigen Verstandes“part der „wahren“ Persönlichkeit DIANE SELWYNs,- deren (eigene) Identität die beiden Abspaltungen – und…
Ausnahme: im Folgenden ein so wie selten unbeschönigter uneingeschränkter !SPOILER. Unbedingt erst NACH Film-Sichtung inspizieren!
„Betty“ ist Teil einer gepaltenen Persönlichkeit : mit ihrem „fühligem unwissenden“ Alter Ergo „Rita“ zusammen bildet sie den hellen „verständigen Verstandes“part der „wahren“ Persönlichkeit DIANE SELWYNs,- deren (eigene) Identität die beiden Abspaltungen – und den fatalen Grund dazu- herausfinden müssen.
Der ‚Grund‘ der zeitweiligen Persönlichkeitsstörung (in den verstandes-und gefühlsmäßigen Anteil) besteht in Verstrickung in unerträgliche Schuld (die „unterdrückt“ sich windende (Frauen)gestalt unter einer Decke in einer der Einführungssequenzen): Diane Selwyn wurde emotional ‚schuldig‘ durch das Anheuern eines bezahlten Killers, der ihre Geliebte Camille (Gestalt der emotionalen Rita) ermorden sollte und jener auch tatsächlich in der Tat ausführte. (Der gräßliche Moment des Schuldig-Werdens durch diese Beauftragung – die in einem schäbigen Lokal erfolgte- ist ein ständig wiederkehrendes,- in seinen Einzelaspekten rekapituliertes Filmoblivion).
Grund für den Auftragsmord ist Eifersucht, beruflich wie privat; denn Diane, die als Landpomeranze, den Kopf voller Traum-Rosinen (so beginnt der ‚eigentliche‘ zusammenhängende Film nach mehreren Präpositionen) zur Eroberung der Filmmetropole Los Angeles antrat (anläßlich der Gelegenheit eines von einer "verreisten" Tante -ererbten Appartements (jener „wahren“ No.12,- NICHT No. 17! ),- jene ungewachsen unvorbereitete zugeflogene Diane, mit nichts belegt als einem gewonnenen Jitterbug-Wettbewerb daheim als traumaufschäumendem Rüstzeug für einen übel vertrackten Filmmetropolen-Moloch (//kein Wunder/, das einige dies als Lynchs Systemkritiksatire auf den Traumfabrikmechanismus lesen, obwohl weit mehr drin steckt,- vielleicht gar das postulierte Aufstecken auch des gutgezogensten vergleichsweisen Winzwesens vor dem aus-ansaugenden etwaigen Forderungskomplex der 'Moderne'//),- diese naiv-ehrlichbemüht-gutgeartet-optimistische "Betty"-Diane' mußte das komplette Scheitern ihrer hochherzigen Ambitionen ("an der Wirklichkeit") erleben: Camille (ihre ihrer Überzeugung nach weniger begabte Schauspiel-Kolleg-Konkurrentin-dochGeliebten,- schläft sich an ihrem überlegenen ‚Talent‘ (doppelbödige Vorsprech-Szene!) als Charakterdarstellerin - -schlicht vorbei nach oben,- in stetig wechselnden opportunistischen Liasons,- zum Beispiel mit ihrem derzeitigen Regisseur-Steigbügelhalter-Benutztem (der sie Diane im Casting vorzog). Als sie (Diane) auch noch feststellt, das sie als (unnütz gewordene) Geliebte abgelegt ist,- brennen ihr, hoffnungslos ernsthaft verfallen „liebend“,- die Sicherungen durch: sie heuert, elendiglich, den wahrlich schäbigen (schon wieder!) Killer, der Camille schnöde ermordet – und verfällt, in lastende Schuldgefühle verstrickt, in eine zeitweilige Verdrängungs-Schizophrenie, aus der sie etappenweise – auf welchem Weg der Film einsetzend sie begleitet – die Wahrheit aufklärend wieder zur (schrecklichen) Realität zurückfindet und Stück für Stück (in genialen Film-Drehbuchsequenzen, von -"Blue Box" (unterbewußte Identitätsgewißheit enthaltend),- bis -Theatro Silencio!) entdeckend -erwacht. Jene schreckliche Realität: das ihre geliebte (und katastrophal entbehrte) Camille tot ist, zerstört durch eine gräßliche „Killer“-Tat, welche sie selbst, verblendet durch allerlei Verführungsträume (von „großem Publikumserfolg“,- verschlüsselt im „lächerlichen‘ schmeichelnd-angepaßt-ahnungslosem Ehepaar, ihrer Flugbegleitung, grotesk dämonisiert entlarvt wiederkehrend zur Schluß-Selbstentdeckung)- in Gang gesetzt hat. Ihre drängende furchtbare Schuld nicht ertragend (und während die Schlinge der auch polizeilich nicht grundlos zu befürchtenden Aufklärung um sie herum sich zusammenzieht) begeht sie, in ihrem tatsächlichen (mit nüchternen Augen betrachteten unendlich tristen Appartement No.12, das „in Wahrheit“ keinem Vergleich standhält mit der idealisierten Wahrnehmung Bettys in ihrem „Tanten“-Appartements zu Beginn des Films) – begeht Diane, auf dem Bette liegend, Selbstmord – und verschmilzt in ihren letzten klaren Augenblicken, der Wahrheitserkenntnis, wieder mit Betty+Rita – oder vielmehr: diese verschmelzen zusammen wieder klarwerdend zu der (einzahligen) Person, die sie ‘eigentlich‘ ist: DIANE -Selwyn.
Der Film zeichnet die (Selbst-)Aufklärung einer zeitweiligen Schizophrenie (fast lehrbuchmäßig) nach: ausgehend von (einer der) abgespaltenen Persönlichkeit(-en), hier Bettys,- als des ‚lenkenden‘, beschönigend-doch ehrlich bemühten -aufklärenden, Verstandes-Anteils ( e i n e r Person, Diane’s) – und deren anderem, gefühlsmäßigen, untrüglichen, unbewußt-emotionalen Anteils: Rita (die konsequent natürlich die Gestalt ihrer /Dianes/ Liebesemotion trägt: Camille's).
Jede einzelne Einstellung in diesem grandiosen Film (der eine ungeheure Empathie- und Mitleidsleistung enthält &bewirkt) ist weder willkürlich noch zufällig,- sondern genaues und nur hierher und in seine chronologische Einzel-Beitragsstellung minutiös passendes exaktes Puzzlestück,- der Selbstklarwerdung (Bettys+ Ritas auf dem Weg zur Erkenntnis,: D i a n e -zu sein). Jede Menge ins (unterbewußte wahrheits-ver-zurückdrängende) Gedächtnis /Dianes) gebrannte Erinnerungs-Detail (vor allem der Schlüssel-Killer-Anheuerungsszene) kehrt in (mitunter absurd) verfremdeter Form zurück: der !blaue (B l u eBox!)Alu-Haustürschlüssel-Tat-Erweis (eindrücklich zum Schluß auf dem Couchtisch das Zeitebenen-Geschiebe entlarvend),- das vor ihm (dem Killer) auf dem Lokaltisch liegende schwarze Notizbuch (das er in einer unendlich komischen vergeblichen Szene zurückerobern - dem sich steigernden übertölpelnden Lügen-Hinweis, der (unmöglich) Wahrheits-Durchdringen verbergen/ entziehen möchte), das hinter dem Lokal lauernde gräßliche unpassende Ungeheuer (der S c h u l d ,- eigentlich des Schuldig-Geworden-Seins, im Moment des nachträglichen Erkennens).
Ich liefere hier (mit ähnlich schlechtem Gewissen) eigentlich nur den nicht-blauen-, sondern blankgerauhten Schlüssel: ins Schloß dieses herrlichen Films stecken und aufklicken müßt ihr schon selbst – und habt immer noch jede Menge versprochenen (auch Spaß)Gewinn dabei. Natürlich ist das Spoilering der übelsten Sorte: und ich bin für etwaigen Protest nicht unempfänglich. Ich weiß nur, das mir der Film, trotzdem, mit jedem Schauem – und Verständnis – m e h r Wissens- Spaß macht, weil er
perfekt
ist. Einer des besten Dutzends, die je gedreht wurden. Und die Bewunderung darüberhinaus ob der Makellosigkeit des ausgefeiltesten Drehbuchs, das je (meinseits) das Vergnügen hatte, mir bekannt zu werden, überwiegt den bohrenden (und horrenden) Reiz, womöglich vergeblich zu entschlüsseln,- ohne drauf zu kommen. Sagt mir bescheid, wenn ich irre; darin,- das es besser sei, nicht zu wissen,- sondern selbst herauszufinden. Es ist so verschachtelt, das man womöglich sterben würde, ohne drauf zu kommen; was ich schade finde. So ein Unglück hat der großartige Film (und sein faszinierter Betrachter) nicht verdient. Deswegen
#.
Im Übrigen : werden – vermutlich die Mehrzahl /wird – der Leser selbst nicht glauben, was hier geschrieben zu lesen steht,- sondern die eigene Version vorziehen. Es ist, von Herzen, gegönnt, und beglückwunscht. Denn es ist, faszinierend, die Beschäftigung mit einem der größten Film-Kunstwerke, aller (bisherigen) unbestrittenen Zeiten,
/und mein persönlich datobezwungener Rubikon: mich dem Film, als eigenwertiger vollständiger Kunstform-Anerkennung, generell angehoben mittlerweile, nicht nur als Ausnahme,- nicht länger zu verwehren.
Abschluß: nicht Lynch's Hollywood-Satire, vielleicht auch nicht einmal s.o. unausweichliches Überforderungs-Scheitern des noch so gut-normal durch nichts-vorbereiteten Einzelwesens durch eine überkomplexe sittlicherodierte Moderne: vielleicht steckt in diesem höchsten Film-Werk (neben unendlich Detail-Reichtum-Aussagekraft): der schlichte gründlichste fühlbare Erweis, wohin die Straße mündet, die als beschönigender Selbstbetrug: Unehrlichkeit /sich selbst gegenüber/ beginnt, das perverse Heut-Gewordene auszuhalten und sich einzugestehen: letztlich -notwendig - münden muß: welches die -letzt konsequente Frucht des Selbstbetruges,- aus wieviel verständlichen und einfühlsamen Gründen auch immer-, schließlich grausam uns werden wird. Gründlicher kann eine Warnung, bei gleichzeitig aufgebrachtem unendlichen Verständnis, gar Verzeihung, nicht ausfallen: Mitleid,- und Einsicht, und Mut.
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Demine Sun, 12 May 2013 20:30:45 -0000
Antwort löschenJetzt möchte ich unbedingt nach langer Zeit nochmal diesen Film sehen und meine eigene Interpretation des Ganzen mit deiner vergleichen. Danke für den sehr ausführlichen, interessanten Kommentar :)
mralehandro Mon, 20 May 2013 22:00:45 -0000
Antwort löschenWahnsinns Film und wahnsinns Kommentar, genau so ist es! :D
Hast abe rne recht schwer nachvollziehbare Ausdrucksweise :D
craax Tue, 21 May 2013 10:10:08 -0000
Antwort löschennun ja, es ist sowenig mein wie Lynchs Ziel, Konsumierbarkeit herzustellen - als vielmehr Sinne zu schärfen (zum /eigenen/ Nutzen des Entlarvens von Wirklichkeit/ außerhalb der Kunst). Aber Leser wie Zuschauer müssen eine Chance haben !) (und Lynch macht es schwerer als ich hier : das mit dem schlechten Gewissen ist ernst !)...
Eine wahre Geschichte - The Straight Story und 2 weitere ...
craax vorgemerkt Sun, 05 May 2013 05:39:02 -0000
True grit Coens
Was für ein köstliches kleines Stück Film, Juwel für sich! – kann man heute, 2012 und etliche Western später, von John Wayne + Winnetou, Matt Dillon + Ponderosa, Henry Ford Carles Bronson Italo-SpaghettiHill-&Spencer bis Eastwood-Django augenkneiferisch- und -beschattet zurückblickend, noch die besondere Eigenartsbedingung des amerikanischen Westkolonisationsmythos ausmachen…
True grit Coens
Was für ein köstliches kleines Stück Film, Juwel für sich! – kann man heute, 2012 und etliche Western später, von John Wayne + Winnetou, Matt Dillon + Ponderosa, Henry Ford Carles Bronson Italo-SpaghettiHill-&Spencer bis Eastwood-Django augenkneiferisch- und -beschattet zurückblickend, noch die besondere Eigenartsbedingung des amerikanischen Westkolonisationsmythos ausmachen und beschwören? – man kann! wenn man ein paar Kleinigkeiten beachtet.
Erstens man muß sich genau auskennen – nicht nur in historischer Gemengelage, sondern in mehr noch, dem dazugehörigen Drumherum – den Legenden, ohne die sich eine unterhaltsame Geschichte, die auf sich hält, nicht webt.
Zweitens eine gehörige, aber gehörige, Portion Humor, nochmals abergründigen Humor, aberwitzigen Humor, der bis zur Selbstzerfleischung in Ironie übergeht.
Drittens: da alle Möglichkeiten der Variantenvielfalt bereits einmal aufgezählt und ausgereizt sind und für sich abgenagt bis auf die Knochen- nichts mehr hergeben, -jede Story also bekannt, am Inhalt damit nichts zu drehen ist (außer man begeht einen gelegentlichen Ausflug ins Absurde (wie Kevin Costner + Will Smith,- oder aktuell James Bond auf Cowboys&Aliens) braucht man, da das Was feststeht, einen gehörigen Impuls im Wie & Wer,- was beides fest verquickt ist, wo im Starzeitalter Darstellung des Wie auf persönlicher Eigenart des Wer unentwirrbar beruht. Und, meine Damen+Herren, wer könnte bestreiten, das Jeff Bridges als versoffener Einaugen-Marshall ReubenCogburn nebst Hallee Steinfeld als bärenstarkes Stück nicht Frauen- sondern Pubertantenemanzipation MattieRoss, welche einer schlappschieläugigen Justiz auf die Sprünge hilft,- oder der ganzen erlesenen Darstellerriege, welche insgesamt kaum Beiläufiges,- sondern einen köstlichen Gourmet-Höhepunkt nach dem anderen zu bieten hat,- das also im Wer-machts-Wie-(was weniger warum), die ersten beiden das schwächelnde hechelnde letzte Glied der Kette, das die Hunde längst ewig beißen, grandios zu kompensieren vermag? – Barry Pepper: so wenig er in Kürze zeigen darf: ist er dafür nicht Klasse samt schadhaften Beißern? – die Trockenheit, der Witz, die saftigen, kernausgeschälten, treffenden, kurzen, formvollendet eleganten, wortkargen doch aussagestark markanten Dialoge und Selbstvorweise- und -aussagen der Personen? – und wie ehrenwert simpel bekennerisch das alles (hier, im Mythos davon,) war/ist: selbst das selbstgenügsame Streunertum. Freie Männer auf freiem Grund, und die ganze Relativität des Gesetzes. Männer, die noch Männer, keine Hänflinge, Psychopaten, Ungestillte oder Hanswurste waren – wenn auch Bandit oder Marshall, einerlei nah verwandte (im Ungeiste), im Grunde egal: Hauptsache, Mann. Es gab soviel Männlichkeit, das es sogar für vierzehnjährige Heranwachsende reichte, ohne das man auf allzuschräge Gedanken, was die Zartheit des Geschlechtes angeht, käme.
Ein geradliniges Epos über eine elementare Vernetzung + Verletzung,- und Sühne, des Gesetzes – nicht unbedingt des juristischen,- eher eines alttestamentarischen, wie es sich für eine auf die grundsätzlichen Bestandteile beschränkte Gesellschaft ziemt, Auge um Auge, Zahn um Zahn, welches natürliche Gleichgewicht zwischen ihnen nicht gestört werden darf, ohne daß das Ganze ins Wanken und sturzstrunkene Gefahr gerät. Wie wir alle wissen, schwankte und wankte der wilde Sturz West-wärts nicht, ganz im Gegenteil. Und so ist es eine Spurensuche: unserer eigenen fleischgewordenen Überzeugung, des Gesetzes, nachdem wir heute leben – nur ein Weniges verschlungener. Sezieren wir also ein wenig den legendären Magen der justiziären Historie, um dort nach uns zu forschen: denn wenn wir dergestalt verschlungen sind, sollten wir so auffindbar sein.
Damit dies hartnarblige Mädels-Gör, das man Justitia die Parze nennt, sich das gefallen lasse, muß man ihr gehörig die Wange tätscheln – bis zur Betäubung – mit echt gesottenem Humor. Gelingt das aber, kann man eine derartige Laus aus dem Pelz schneiden, ohne das es ihr weiter mißliebig bemerkbar oder auffällig wird – denn das bedröhnte ehrliche grobe Goldstück merkt die meiste Zeit über wenig und es ist ihr zumeist auch herzlich egal.
Also gebt ihr gehörig einen aus, reizt und malträtiert sie zum Lachen, und schwuppdiwupp, wie Rotkäppchen aus Magens’ Wolf,- springt’s Gewünschte überraschend hervor und erfreut sich quicklebendiger Gesundheit, während wir als Placebo ein paar überflüssige Steine draufpacken mit denen sie sich amüsieren kann, die keinen kümmern. Und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie noch heute – und reiten, ein weiteres Mal, zwar gehörig einarmig doch passend, davon Richtung Sonnenuntergangs-Bandit – Gesetzesbrecher oder –hüter, egal,- Hauptsache (wie Rango ‚die Echse‘ sagt, der Ähnliches mit gleichem Ergebnis vollbrachte-) e s w i r d g e r i t t e n : „Und jetzt reiten wir “ .
Um des Reitens willen : fliegende Pferde, wiegende Hüften, schlagende Hüte, wehende Mähnen (oder Federn).
Und siehe, es war schön
anzusehen gefällig, denn es genügte sich selbst.
Nie genug!
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FFCoppulas Dracula 2000
mit Gary Oldman, Anthony Hopkins, Wynona Rider, Keanu Reeves
Was macht man am Anfang des Einundzwanzigsten Jahrhunderts mit einem Aufbegehrungsdrama der verneint geknechteten, ins Unterbewußtsein verbannten wollustschnaufenden Libido gegen ehemals rigide christliche Sexualunterdrückungsmoral?
So antiquiert dieser ehemals schwülleidige Konflikt auch scheint…
/p>FFCoppulas Dracula 2000
mit Gary Oldman, Anthony Hopkins, Wynona Rider, Keanu Reeves
Was macht man am Anfang des Einundzwanzigsten Jahrhunderts mit einem Aufbegehrungsdrama der verneint geknechteten, ins Unterbewußtsein verbannten wollustschnaufenden Libido gegen ehemals rigide christliche Sexualunterdrückungsmoral?
So antiquiert dieser ehemals schwülleidige Konflikt auch scheint -(/was hat Goethe zum Beispiel darunter bis ins Vierzigste gelitten oder man recherchiere über Byron'/Shelly'sche WGZeiten samt Anhang des wilden FreieLiebe-Konkubinats in Como,- eben mit der auch erfinderisch erugenen Mary -Shelly!- wirklich t u t es!! es lohnt sich!!!-) - was hat also dieses ehemals leidensträchtige ("Gesellschaftsmoral"-)Konfliktpotential zu schaffen, um daraus ein aus dem künstlerisch begrabenen und niedergehaltenen Unterbewußtsein hervorkriechendes Schreckensmonster der >>Blut-<<- oder Körpersaftbegierde - unwiderstehlich lechzend zu kreieren, welches gefürchtet die begierliche Hand nach fremdverbotenen Fleischesfrüchten kos(t)end lüstern ausstreckt//-), - was hat also dieser ausgelebte Konflikt heute mit der mittlerweile ‚aufgeklärt‘-säkularisierten westlichen Postmoderne noch zu tun?-, - so sehr ihm längst das Blut aus den Adern gezapft ist,- so reicht es doch für eine stillebige Hommage an vergangenes Düster-Nebel-Kruzifix-und-Mantel-Genre, - wenn auch nicht gerade gruselig. Ich entschuldige mich offiziell für letzterlittenen Satz.
Der Auslösekonflikt, wenn ein unwiderstehliches Schattenmonster über einen zitternd hingebenmüssen un/-/willigen Frauenleib sich und ihn gemeinsam beugt und schließlich restwiderstandslos das Begehrte in innigster Umschlingung aus dem Fleische anhängend säugt und zu sich ergebend herüberzieht,- wie eine gefürchtete und doch erzwungene unausweichliche innere Zustimmung zur außenrestriktivbelegten >freien< Kopulation,- - ist längst wenn nicht beigelegt, so doch auf „übliche“ Adoleszierungs-Übergangsschwierigkeiten beschränkt. Die moderne Seele hat es geschafft: sie >mag< Sex (mittlerweile wieder), zugestandenermaßen.
Die postpubertäre Seele des Abendlandes jenseits dieser Epochenscheide hat nicht mehr mit Hexenhammern, Knoblauch und schmorenden Brennwert-Kalorien von geweihten Hostien und blutigen Sonnenuntergangs-Kreuzigungen gegen die unauslöschliche fleischliche Vereinigungs-Lustbegier vergeblich an zu kämpfen.
Dieses Problem ist nicht länger unser Problem (einigem im mittleren Osten scheint es eher noch bevorzustehen). Für >uns< bleibt eine Remineszenz: eine liebgewordene Erinnerung an eines ("Problem")-, welches wir einmal hatten,- fast schon wehmütig. So, wie man sich nach überstandener Lebensmüh im Altenheim im Sessel zurechtrückt und seiner greisen Jugendbekanntschaft zulehnt: „weißt du noch“?
Es bleibt - die Lust an schönen düsteren peinlichen Bildern. Kutschen aus dem Nebel geräuschlos gleitend, zinkenthronende Karpatenschlösser wie Satans Zacken, von Zauberhand schließgleitende schwere knarrende Schloßbohlen-Türen, Fledermaus-Monster (Kostüme wohl von Underworld recycelt), - überhaupt die Maske, - Vlad-Der-Pfähler-Impressionen, welcher nach Feierabend wie weiland Adolf Eichmann LiebedesLebens-Rosen züchtet und anbetet,- unverstandene und nichts bedeutende christliche Metaphorik einem dressierten domestizierten Volksaberglauben-Vielgötter-Dämonengeist gleich, der sich mit Knoblauchzehen (mangels wirksamerer Strohhalme) und Bekreuzigung-Weihwasser insonders JesusErlöser-Anrufungen gegen das Böse schützt, magische brennende Kerzen-Behüterkreise- und jede Menge wollüstiger (v.a. weiblicher) Leibesdehnübungen. Das Leckmaul des Bösen stöhnt Kopulationsanimation. Der Böseknülch Gary Oldman (als hingebungsvollste Darstellung) darf auch noch ein bißchen dyonisische Androgene dazumischen. Das Ganze trägt durchaus die Handschrift von ApocalypseNow: als hätte der Künstler Cocain geschnupft, und etwas neben der Spur im vollgekifften Zustand vor sich hingelallt – und als hätte ein unbedarfter Wagner-Famulus (die kurzlebige Nebenfigur in FAUST -, nicht der SchmalzSeich-NigelungenRichard) den Worten des bedröhnten Meisters gelauscht und versucht, es ins Spießige zu rückübersetzen und ein bürgerliches Endzeitdrama daraus zu machen. Es ist eine Höllenfahrt des Kunstwillens. Das Fleisch z/war willig, doch der Geist ist schwach.
Was nun? Ge- oder mißlungen? – „Das Problem“ ist mittlerweile gegenstandslos und erledigt. „2012“ von Roland Emmerich hat mehr aktuellen Ökokollaps-Bezug als die Erlösung Gary Oldmans durch die unauslöschliche Liebe seiner begehrlichen Jahrhundert-Romantik vor Menschenfresser-Hintergrund, welche aus dem mittelalterlichen Dämonenglauben herüberschwappt. Wir leben nicht mehr auf der schloßbekrönten Nippelspitze der Karpaten, in Transsylvanien-Zwickzack-enland. Solche Bilder reizen nur noch durch die Maskierung, und das Pittoreske, und den Wiederbelebungswert- von Klein-Gruselchen. - Auf diese Art erinnern wir uns mit Schaudern an den bösen Zauberer im Hotzenplotz‘ unserer Kindheit, während der die Treppe herunterrast, derweil Kasperle atemlos tief unten die verwünschte Feenunke freiküßt mit dem magisch bei Mondlicht gepflückten Zauberkraut in der Hand. Das waren Zeiten! Das war Spannung! Das hatte menschliche Dimension und Fassungskraft!
So ähnlich – nicht wie wir es damals erlebten, sondern wie wir uns heute daran erinnern – geht es mit den Remineszenzen an diesen Drakul. Schöner Schwulst, belanglose blutleere – und sinnentleerte- Zitationen´, die nun wirklich nicht noch einmal hätten sein müssen... - ?
Hat jemand das Plaisir über?- Nur zu. Er wird ganz locker seine Zeit zubringen. Wer genug davon reichlich hat, sie tagsüber ohne schlechtes Gewissen mit Arbeit zu verbringen, darf genauso verschwiegsam abends einige seiner sonstwie flüssigen Stunden an solche irgendwie etwas, aber auch nicht zuviel bedeutsame Bilderreigen ver-wenden. Es ist halt etwas wie sich ein Pfeifchen gönnen und dann zurücklehnen – das Eintauchen in eine entspannte Traumwelt,- die mit Realität oder Problem nichts zu tun hat,- Gehirn im Freigang. Man kann schließlich nicht ständig arbeiten und wesentlich an der Zukunft bosseln. Es gibt auch die unbedeutenden Momente – die man mit nichts Wichtigem zuzubringen hat. Nicht jeder Geist ist ständig mit Unaufschiebbarem, Bedeutendem beschäftigt. Dies hier ist etwas für solche, bei denen es relativ egal ist,- womit sie ihrem Endzustand näherrücken. Nutzt‘s nichts‘,- so schad’s nix. Manche der Bildchen sind nett angerichtet und artfiziell geschmäcklerisch zubereitet. Das denke ich, haben die dekadenten Römergelage der späteren Kaiserzeit, als mit der Feder der Gaumen gekitzelt wurde um Platz für den nächsten Gang zu schaffen, gemeinsam.- Grüfte und luschtige Vampirinnen, die sich aus bauschenden Laken emporrauschen : das hat etwas Visionäres und hat sicher Spaß gemacht. Leider, wie gesagt, kommt der Traumcharakter zu kurz. Das Böse ist viel zu konkret, viel zu sehr animalisch Tier‘. Weniger Farbe, unschärfere Ränder, weniger Sinn, Folge, Konsequenz und erzählbare Geschichte: mehr Rätselraten,- Dissonanz, Orientierungslosigkeit, Widersprüchlichkeit, Stammeln: hätte dem Ganzen gutgetan. Es ist viel zu glatt, flüssig, nachvollziehbar: zu wenig verstörend und sinnlos. Der Verstand hat gleichzeitig zu viel und zu wenig geleistet. Dies ist ein Kostüm-Film,- ein Maskenfilm. Die Metaphern sind billig. Das Böse ist nicht rational.
Das Begehren auch nicht. Etwas mehr Porno hätte in diesem Zusammenhang unbedingt sein können / müssen . Viel zu zahm. Viel zu wenig böse. Dieses (Böse) hier trägt kennbar Silikonblähbrüste. Alles ist unecht und gemacht. Man hört den Mann hinter der Wind- und Trockeneismaschine förmlich am Strohhalm seiner Colaflasche saugen. Hier ist leider nichts beklemmend. Das Böse,- erst recht die Erlösung bleibt weiterhin unverstanden, und irrt umher wie Ahasver. Es hat kein Zuhause mehr auf diesem Kunst-Planeten. Es muß sich leider weiterhin damit begnügen, seine transsylvanischen Erdcontainer durch die militärische Politik ruhelos dieser Welt zu jagen.
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Baumkopf Holzfaust Thu, 18 Apr 2013 09:37:45 -0000
Antwort löschenDas nenne ich ja mal einen gepflegten Kommentar. Hut ab!
Nun hätte man meinen können, der Ramis des >Murmeltieres< wäre hier möglicherweise an einen adäquaten Stoff geraten. Leider, leider-... klappt’s nicht. Man könnte ein kleines Who’s Who der Filmemachkunst veranstaltend abfragen, an welchen Faktoren Gelingen scheitern- oder vielmehr wieviel Faktoren alle gelingend zusammenspielen- und sich vereinen, amalgamieren müssen,- damit ein Hundertprozent-Treffer…
Nun hätte man meinen können, der Ramis des >Murmeltieres< wäre hier möglicherweise an einen adäquaten Stoff geraten. Leider, leider-... klappt’s nicht. Man könnte ein kleines Who’s Who der Filmemachkunst veranstaltend abfragen, an welchen Faktoren Gelingen scheitern- oder vielmehr wieviel Faktoren alle gelingend zusammenspielen- und sich vereinen, amalgamieren müssen,- damit ein Hundertprozent-Treffer zustandekommt. Natürlich zuerst : Idee. Hat sie Biß, Gehalt, Nachgeschmack, Tiefe, Reiz, Appeal, Wirkung, Körper, Frucht? Nun, hätte sie. Schauspieler? Fraser und Hurley (und wer die andere nochmal?) – sind eben nicht Bill Murray und Andie McDowell. Da fängt’s schon mal an. Die Umsetzungsanforderungen,- also an etwa verschiedene Sets : von Kolumbien, Urwald, Unterweltsdiskotheken, Ford's-Theatre 1865, RockGamingshows : wie leicht kann man sich da vertun,- wenn alles gestellt + präpariert werden muß, in der Glaubwürdigkeit – wenn es sich um außergewöhnliche Sets handelt, die nicht dem Alltag entsprechen – inklusive Frisuren und Kostüm-Drapierungen. Da sind wir gleich bei einem klar identifizierbaren Fehlfaktor : Overacting. Fraser ist nun mal ein Clown,- oder schwächen wir ab: „Kom“ödiant. Zwar kein Jim Carrey oder Eddi Murphy,- aber irgendwo auf dem Weg von dort zu Steve Carrel (der dagegen einen Charakter-Darsteller formt) oder Schwarzenegger-LustigVariante stehengeblieben. Die ersten fünf Sekunden machen klar: hier kann man jemandem zuschauen, der schauspielert, wie man schauspielert. Hier agiert eine vorgehaltene Maske,- kein (echter) Mensch. Nun, das ist nicht weiter tragisch,- das ist Komödie. An dieser Art Komödie wird allerdings klar, wie selten, fein, und hochgestimmt die >komische< valentineske ‚Humor‘-Variante des Bill Murray wirklich ist: um was für einen raren, edelsteingeschliffenen Komödiamanten,- /existenzialistischen Willen, das Leben (an dem zu verzweifeln wäre, würde man es allzuernst nehmen-) lieber leicht lustig nicht allzu sehr komisch entgegenzulachen teilzunehmen/- es sich handelt. Das ist kein Verstecken: das ist weise,- und eine recht stille, mürry’sche besinnlich besonnene Art,- weise zu sein.
Nun, bei 'Bedazzled' (sehr viel angenehmer-, sprechenderer Titel als >Evil<) (/würde etwa überrumpelt, im Sinne von /übertölpelt bedeuten) ist das Lachhafte allerdings eine sehr Lächerliche, vorgehaltene Lach-Maske: „Ha!-Ha!-Ha!“. Es ist eine programmierte, starre Lachgeste,- nichts tiefes, lebendiges, organisch Bewegliches : kein Wesen, kein Mensch gegenüber, der lacht,- einen anlacht,- mitlacht, freundlich lacht,- sondern eine Anweisung, eine Verabredung, Losung, hochgehaltene Publikums-Schildanweisung: jetzt !achen,- wenn auch : bitte. Es ist nicht einmal ein selbstbewußtes, herrisches, oder grinsendes, kumpelhaftes, oder ansteckend-natürliches Lachen: sondern eines, das um die Ecke linst, sich versichert (ob der Witz auch wirkt),- das sich sehnt, seinen Zweck zu erreichen, das einen Zweck h a t, spürt, und erreichen will: den anderen zum Lachen zu bringen,- zu zwingen,- zu reizen: ein unfreies Lachen, ein beabsichtigtes, beaufsichtigtes, ein angestrebtes, ein: berechnetes – Lachen. Ein nicht wirklich schönes –Tun. Es ist zu eng. Es hat kein Ziel, indem es eines hat. Es ist nicht bei sich, nicht bei uns, und nicht bei mir. Es ist kein Echo. Es lacht zuvor, oder –nachher : aber nicht, aus s i c h, im selben Moment. Es ist ledern,- vergekauft. Es ist sehr gut eingefädelt, geschönt, gestriegelt, und vorbereitet,- und liebevoll aufgebaut,- wie eine Dominostrecke, die, Stein für Wort-Stein, Witz für Witz, Szene für Szene, fällt. Aber nicht wie Groundhog Day, welches ein sehr innerliches, zustimmendes, verschmitztes, wirklich komisches, ganz bei sich, und nur sich meinendes Einverstanden-Sein-Lachen war. Dies ist anders: vorgehalten, nicht bei sich. Es ist unfrei. Zwar komisch: aber eher so, wie es ein Ausweichen von Druck, von Unglück ist. Es ist ein abwehrendes Lachen,- wie ein Sich-aus-dem-Arm-winden: ein widerstehendes, entschuldigendes, verlegenes Lachen: ein Lachen, das die Distanz wahrt,- halb auf dem Wege, zwischen Abkehr und Zuspruch, ein immer noch hoffendes: aber immer noch nicht erfülltes, gewährendes, erlösendes Lachen, das in die Arme sinkt. Man lacht sich an: aber immer noch jeder bei sich. Zwar zusammen, im selben Raum, über denselben Gegenstand: aber immer noch nicht miteinander, im Arm liegend, den Gegenstand vergessend, und sich, zusammen, vereint, lachend.
Ein solches wäre natürlich das Größte.
Aber das ist hier leider nicht gewährt. Es ist immer noch nett: aber ein doch sehr höfliches, distanziertes Mit-Grinsen-Räuspern-Schmunzeln, das doch nur zur Hälfte zugleich auch ein Darüber-Lachen ist. Schade, aber wie selten ist – das andere. Zumeist müssen wir (uns bescheiden zu) lachen wie hier: zwar immerhin schon aus unserer Gleichgültigkeit und Unempfinden gerissen,- gelockt, gereizt: aber immer noch mehr wie mit einer Feder gekitzelt,- oder Fingerspitzen in den Weichteilen gerührt: ein erzwungenes,- nicht gelöstes, selbstbefreites, freiwilliges Lachen. Etwas, das nicht einmal hörbar sein müßte, so wie in Groundhog Day,- sondern das >da ist<,- >sich ereignet<, präsent ist, äußerlich womöglich unhörbar- und doch innerlich unüberhörbar,- ja stetig dröhnender, und ungeheure Gute-Laune-ansteckend-,- wirkt. Ein solches Lachen wäre, nein ist, nun einmal – wirklich selten,- und unwiderstehlich. Und wie zu wünschen!- jedesmal wieder,- meist vergeblich. Es ist nicht schade, das zu erwarten,- und fast immer erhalten - so. Es ist nicht sonderlich schlimm, wenn es (nicht) passiert. Das ist es laufend, dies Ergebnis. Ein Schritt dorthin ist schon ein Schritt voran. Wir erwarten nicht unbedingt das Gelingen,- und sind schon froh über ein Resultat dorthin. Auch hier. Und so wollen wir nicht meckern. Es war weniger als das,- mehr als nichts. Es war – nett. Danke dafür. Wenigstens der Mund hat schon mal gegrinst,- vielleicht gar gekichert. Soll die Seele es tun: greifen wir halt zu dem anderen Ramis. 'Man kann nicht immer gewinnen'. Aber lernen sollte man: lachend zu verlieren. Und wie gesagt: „du warst der erste, der einen Wunsch nicht für sich verwandt hat“. Das, auf dem Nachhauseweg, kann man doch eine Weile nachwirken lassen. Denn,- war es nicht genau das, was in GroundhogDay zu so ungeheurer innerlicher Belächelung -Freiheit gelöst hat?
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Baumkopf Holzfaust Thu, 18 Apr 2013 09:39:41 -0000
Antwort löschenDu machst echt keine halben Sachen, was?
Don Qujotte ist Terry Gilliams Zehnte Symphonie.
Das zeigen allein schon bekannt gewordene Details wie das Identitätspotenzial der ganz eigen übereinstimmenden Jean Rocheforts oder des >Riesen<-Gehalts.
Terry Gilliam ist selber einer. Leider versagte das Schicksal unkalkulierbar ein zweites der 'Crimson Permanent Assurance' - oder der Umwandlung einer Katastrophe wie…
Don Qujotte ist Terry Gilliams Zehnte Symphonie.
Das zeigen allein schon bekannt gewordene Details wie das Identitätspotenzial der ganz eigen übereinstimmenden Jean Rocheforts oder des >Riesen<-Gehalts.
Terry Gilliam ist selber einer. Leider versagte das Schicksal unkalkulierbar ein zweites der 'Crimson Permanent Assurance' - oder der Umwandlung einer Katastrophe wie in der Beilage zu >12Monkeys< dokumentiert.
Johnny Depp, der doch nahe genug beigesellt war (um sogar zu profitieren, selbst in aussichtgestellten Dollars und Ruhm),- "hätte" seine Mittel statt in irgend verehrungswütige kalte Süffisant-Epik mit Sonnenschirmchencocktail-'Charme' a la Rum Diary bedeutungs- und wirkungslos zu versenken,- lieber in ein garantiert unvergängliches Geschenk an die zukünftig liebende Menschheit investieren sollen: als echter Künstler.
Aber vielleicht gehört solche Kreuzigungselendslegende dazu. Und immer noch besser solch ein zähes Unsterblichkeitsmystagogumsmittel statt eine indiskutant fazitäre Kugel wie bei den Mahatmas oder Lennons - Van Goghs Selbstaufgabe(-mord?) oder Schuberts greuliche Syphillis.
Im Übrigen ist es bereits zu spät: T. G., d e r Terry Gilliam, wird leben.
Und selbst, was von diesem Film übrig ist, wird in manchen Köpfen sich zu einem genugsamen Ergänzungszeugniss zusammensetzen, um bedauernd in dem, was hätte sein können, doch ausreichend andeutungsweise sich zu halten und zu bleiben.
Da muß man erst mal hinkommen: daß ein Projekt eines Filmmachers schon im Kopf des Zuschauers den Schatten des Films vorauswirft.
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Metropia
„Dystopien“ leben ja davon, das sie von der Gegenwart handeln,- allerdings deren tiefer (vermuteten) ‚düsteren‘ Schichten. Wo wär denn dann hier die verwirklichte Gegenwart (und nicht die mögliche Zukunft)? Sammeln wir mal ein paar Indizien.
Das Texx-Netz verbindet die Hauptstädte Europas (und von Fernsehturm Alex bis Hauptbahnhof sind auch lokalisierbare, und sicher nicht…
Metropia
„Dystopien“ leben ja davon, das sie von der Gegenwart handeln,- allerdings deren tiefer (vermuteten) ‚düsteren‘ Schichten. Wo wär denn dann hier die verwirklichte Gegenwart (und nicht die mögliche Zukunft)? Sammeln wir mal ein paar Indizien.
Das Texx-Netz verbindet die Hauptstädte Europas (und von Fernsehturm Alex bis Hauptbahnhof sind auch lokalisierbare, und sicher nicht nur wegen Photoshop, Setmarks gesetzt): „Skandinavien“, „London“, „Bulgarien“, „Frankreich“, „Luxemburg“und und und...wenn in einer Einstellung die Streckenkarte des „Netzes“ von Lichtpulsen, die wohl „Zugverkehr“ symbolisieren sollen, in Draufsicht gezeigt werden, erinnert das nicht zufällig an eine Nevenzelle samt dendritischem Axonennetz (im Hirngewebe) über welches hinweg „Gedanken“impulse sich fortlaufend kommunizieren...und in der Fabrik erinnert der lichtpulsende See von „Dangst“ (womit jetzt nicht Danzig gemeint ist) an Aufnahmen einer lebend computertomatographierten Cortexfläche von mitstenographierten Elektro-Schauern ; wobei, wenn das eine Lügenmeer durchschaut (und „abgelassen“) wird - sogleich das „Becken“ (der „Wahrnehmungsentschlüsselung“) sich mit nächstweiterem Inhalt füllt. Warum ähneln sich die beiden Protagonisten (Kontrolleur und Kontrollierter) dermaßen (ohne eins zu sein)? Warum (und worum) ringen sie im Geist miteinander? Wer spielt welches Falsche Spiel mit wem? Warum trachtet die Tochter dem Vater eins auszuwischen? Was soll die Szene mit der Texaner-Kopfhautmassage- Zaubertrick des ebenfälligen Spürens (die verschwörungstheoriemutmaßlichen >Täter< unterliegen derselben Fremdsteuerungs“identitäts“-Illusionierung)? – Wieso sehen nicht (wie hypnotisiert) die Figuren allein in den Fernseher hinein,- sondern praktisch dieser auch wieder zu ihnen-, in sie, hinaus, -und zurück? Warum handelt es sich quasi um eine symbiotische,- gegenseitig bildzeugende- Beziehung?
Statt jetzt zuviel aus dem Film heraus zu interpretieren,- stecken wir einmal versuchsweise folgenden Schlüssel ins Schloß (für den Anfang):
Nehmen wir einmal an, die jetzt lebende Bevölkerung wäre einmal nicht ganz (weder Herr ihrer Sinne noch) der- ihrer Gedanken und Überzeugung: sie wäre ‚ferngesteuert‘,- und damit meine ich nicht einmal mittels „Fernsehen“ (allein),- obwohl das sicherlich das Haupt-Steuerungsinstrument wäre. Sagen wir,- die gesamte, durch allerlei vielgestaltige „Fremd“- Einflußnahme (Zeitungen, Bücher, Rundfunk, „Rollen“gespräche) würde ein allgemeiner „Sinn“ sich dessen der Menschen bemächtigen und sie unter seine Einheit zwingen,- gegen welche die individuelle authentische Eigenart des Einzelnen kämpft, und sich in seiner wahrhaften persönlichen „Einsichts“-Überzeugung durchzusetzen sucht. Nehmen wir einmal an, die Benutzung zum Beispiel eines Shampoos (wie jedes „konsumierbaren“ Produkts,- das nicht unserer eigenen Bereitstellung seine Existenz verdankt,- sondern unserem „Wahr“nehmen eines simplifizierten Benutzungsangebots) bedeutet, das wir Nutznießer einer für uns (auch „von uns“) eingerichteten Maschinerie werden,- welche, indem sie unsere (unabweisbaren) Bedürfnisse schneller, komfortabler, bequemer und effektiver befriedigt als wir selber durch eigene Anstrengung und Zubereitung vermöchten,- zugleich Abhängigkeit herstellt wie auch seine Prolongierung monumentiert,- eine „Antennen“verbindung in jedem einzelnen „Inneren“,- durch den Shampoo-Zielbestimmungsort gleich in richtige Nähe des „Kopfes“ markiert gerückt?
-nehmen wir an, diese „Gehirnwäsche“ wäre (was gewissermassen einer simplifizierten Sicht der Dinge entspricht) durch die Gleichschaltung des Einzelnen via Medienkonsumierbarkeit (welches in Wirklichkeit, auch im Film belegbar viel komplexer gemeint ist) festgemacht-? Oder doch komplexer: es wäre also jene „Gleichschaltung“, welche jeder durchmacht, der Informationen von außen aufsaugt (durch „Sozialisation"), wie zu einem „Abendländer“ oder „Muslim“ oder „Modernisten /Postindustriellen“ „Zeitgenossen“ schließlich fertiggestellt? – Woher haben wir unsere „fremde“ , vielleicht >moderne< Identität? Gehen wir lieber ins Kino oder Theater? Lesen lieber Zeitung oder ein Buch? Die >Traumdeutung< oder >Stephen Hawking< oder >Lolita< oder >12 Monkeys< oder >Stephen King<? Was macht uns zu dem, was wir /empfindend >denkend gestellt</ sind,- außer der Natur, was wir nicht wären, würden wir noch in einer CroMagnon-Höhle Felle schaben? Woher beziehen wir unsere Identität? – die Gedankenimpulse auf den Vernetzungbahnen unseres Gehirns,- woher erhalten sie ihre Richtung? – und wenn: diese Richtung „düstopisch“ ist, weil Viele dunkel der Verdacht plagt, das das >eines Tages< nicht gut enden möchte,- welches sind dann die verhängnisvollen Autorun-Mechanismen, die uns in die verkehrte, verhängnisvolle, falsche Richtung drängen? Welche dieser >fremden< Einflüsse wird sich dann, jenes Tages, als die verhängnisvolle, uns erblindende, vereintheitlichende, Macht herausgestellt haben,- welche uns allen die gemeinsame (unangemessene) Sichtweise aufgdrängt und uns unter ihrer Fuchtel schrecklich vereint hat,- erwiesen haben? – Sicher, sicher: das „Fernsehen“, der „Bildschirm“, wird gewiß nicht das geringste unserer verblindenden Mittel gewesen sein – und spielt deswegen hier prominente Rolle. Viele merken‘s bereits. Zivilisationskritik: nicht Tyrannenschelte, allein.
Also: Metropia geht nicht unbedingt um das Konkreta einer –ganz ‚realitäts‘verschiedenen – Überwachungsstaat-Problematik, wo „Mikroantennen“ mittels Shampoo die Kopf-Haut flächendeckend infiltrieren. Mit solchen Ideen bescheidet sich jemand, der (bis jetzt) nicht merkt, wo die Antenne („bereits“) in seinem Kopf angedockt i s t . Dieser Film spiegelt uns eine reale „Möglichkeit“ unserer heute gegebenen, individuellen Gegenwart, in der wir auf der Suche – vielleicht uns dystopisch nicht ganz wohl behaglich ident in unserer (eigenen? – Fremd?-) Haut fühlend –nach der besseren, „anderen Wahrheit sind,- allein durch die Unbehaglichkeit, nicht ganz-Heimeligkeit, die uns in unserer verschmolzenen Wohlfühl-Einheit behindert. Vielleicht versuchen wir zu orten, w a rum uns nicht ganz wohl ist-, und uns ein Unbehagen weitertreibt,- auf einer unbestimmten „Suche“. Nach Glück vielleicht? – oder wenn das zuviel, des Guten, wär- : nach Wahrheit,- hinter einem vermuteten Besch*ß? – von Politik und Verschwörungstheorien? Ziehen Firmen- und –Finanzbosse im Hintergrund die Fäden, ist „Demokratur“ nur ein Placeboschnuller im Medienmaul der verlogenen, verheuchelten, dummgestellten, lobotomisierten Öffentlichkeit? – Nun, da sind Sie mittendrin. Davon handelt, wenn, Metropia: auf der (inneren Stimmen-)Suche nach einer ‚wahren‘ ‚Identität‘. Oder vielleicht sollten wir sagen ‚-wahreren‘. Dabei ist der Film kein Meisterwerk; obwohl ich seine Figurenzeichnung, öfter geschmäht gefunden, mäkelfrei in Körpersprache-&-design (Haltungsschaden-Mergelkörper und Aufblaskopp‘) sehr zweckdienlich finde.- Ein weiterer Echtgeist-Comic auf vor Augen (und nicht nur im Kopf laufendem) Film. Er ist kein Meisterwerk an Originalität (obwohl verwunderlich genug seinem anscheinenden Herkunft-Umfeld widersprechend, >international<,- statt deutsch-schwedisch); aber zugleich unterhaltend genug, wenn, während des Guckens, man ständig Hinweise und Anzeichen-, von Entzifferung der stets nachgefütterten Doppel-Bedeutungen seiner Bild-Sprach- und Erzählhinweise,- dechiffriert. Diese Spurensicherung ist ja das eigentlich Interessante – bei Filmen derart. Und da er hier genügend Andock-Futter bietet: reicht es allemal für einen, zwar nicht revolutionären oder ansteckbar revoltierenden -, doch ausreichend beiwohnenswilligen Streifen. K a n n man ansprechend mäßig beschäftigt gucken. Und für den, der das spezielle Aroma von tristen, nicht ganz ausweglosen Dystopien (mit einem Herzwarmschußton ins resigniert persönlich Optimistische, als Schlußakkord-) liebt (nicht jeder hat das Zeug zum >BRAZIL<,- dem Größten Schönsten Besten unentschuldbar Schrecklichsten wenn fehlt seiner Art) : sowieso.
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Kaum jemand wird bereit sein, den länger folgenden Text zu lesen. Ein Wort an meine ein-schätzbaren Freunde, die etwas auf die Zusicherung vermuten mögen: hier handelt es sich um eine so kostbare wie unscheinbare –lautlose Filmperle. Unbedingte Empfehlung, sich diesen Schatz zu heben. Zu öffnen lohnt.
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Erwartet: einen normal mäßigen Krimi. Bekommen: ein hochwertiges Drama, welches…
Kaum jemand wird bereit sein, den länger folgenden Text zu lesen. Ein Wort an meine ein-schätzbaren Freunde, die etwas auf die Zusicherung vermuten mögen: hier handelt es sich um eine so kostbare wie unscheinbare –lautlose Filmperle. Unbedingte Empfehlung, sich diesen Schatz zu heben. Zu öffnen lohnt.
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Erwartet: einen normal mäßigen Krimi. Bekommen: ein hochwertiges Drama, welches die eingeborene Amoralität des Menschen vorstellt und beleuchtet. Das sind wir alle! –
Moral, Sitte: eine Behauptung, ein fiktiver, kollektivsuggerierter Wunsch für die Zukunft.
Wird man nicht erwischt-, zwingt einen niemand Farbe zu bekennen: rollenzuspielen: rollenzuübernehmen: uns und anderen adäquat Erwartungen zu erfüllen: sind wir ganz geheim in unserem innersten Selbst,- -kann es sein, daß wir das finden, was dieser Spiegel uns vorhält: zutiefst indifferent der Geschichte und dem Dasein anderer gegenüber,- außer uns selbst. Das wäre erschreckend? – das könnte man ganz einfach leugnen? – Nur zu: seien Sie besser.
Wer sich die Wahrheit eingestehen, erkennen wollte: was und wer er sei,- könnte sich auf die Reise in diesen „Film“, diese Geste, dieses Angebot hinein machen. Seien Sie unbesorgt: niemand beobachtet Sie dabei. Hier spricht Ihr Gewissen. Sie sind ganz allein. Eine Stimme spricht zu Ihnen. Eventuell, wenn Sie sich anstrengen, könnte es sein, das sie sie verstehen. Es mag sein, das sie leise spricht, nuschelt, flüstert, unverständlich, verzerrt. Es kann sein, daß Sie sie nicht zu entziffern vermögen. Dann sagen Sie: ich höre, das da etwas redet, aber ich verstehe nicht, was,- oder wovon. Nur eines können Sie nicht: sagen, das, w e n n Sie sie verstehen-, Sie etwas a n d e r e s verstehen als das, was sie sagt. Die Aussage ist eindeutig. Ist Ihr Gehör geschärft genug, bleibt kein Zweifel, was ihr Sinn und Zweck ist; denn der Zweck ist die Wahrheit, schrecklich genug. Selten genug hört man sie. Selten spricht sie deutlich, von ihren Absichten, ihrem Wesen, ihrem Willen. Hier redet sie Klartext. Und läßt keine Wahl. Es ist eine brutale Aufforderung. Sich zu erkennen,- und zu entscheiden. Sie zeigt, wie leicht es ist, sich durchs Leben zu lavieren; keine Entscheidung zu treffen; sich in Schuld verwickeln zu lassen; schuldig zu werden; Schuld als einen „Unfall“ zu verstehen; zu interpretieren; Verbrechen, die man in der Welt sieht, n i c h t zu fühlen und n i c h t zu erkennen; sich nicht zu interessieren, für etwas, das ein Verbrechen sein könnte, wenn man sich selbst nur bereit- willens wäre, als das zu erkennen, was man ist: schuldig.
Des Verbrechens schuldig, nicht zu erkennen, was man ist.
Viele Leute werden diesen Film sehen und nicht bereit sein, einen Blick in den Spiegel zu wagen,- und eventuell ihr eigenes Gesicht darin zu erblicken. Viele Leute, die meisten sogar (so meine Vermutung) werden nicht einmal ahnen, sich einzugestehen, das in der Welt, der s i e selbst angehören, die zu ihnen gehört, die ein Teil von ihnen ist und deren Teil sie sind,- werden nicht wagen einzugestehen, das Verbrechen 'irgendwo' Teil des i h r e n Daseins ist. Verbrechen, Schuld, gehört einer anderen Welt, einem anderen Leben, anderen Menschenformen an. Verbrechen geschehen, natürlich: aber nicht ihnen, sondern anderen woanders, die ihre Gründe haben, wer in Gefahr sich begibt, kommt darin um. Verbrechen haben ihre Gründe. Wer sich diesen Gründen fernhält, bleibt rein von Verbrechen. Verbrechen ist etwas, was man tut, und man tut es nicht ohne Grund. Niemand ist unbegründet Verbrecher. Verbrecher haben eine Absicht, einen Willen, eine Tat. Verbrechen geschehen nicht einfach so. Verbrechen regnen nicht vom Himmel. Verbrechen sind das Ergebnis einer Reihe von Gründen, die zu diesem Verbrechen führen,- und diesen Weg zu beschreiten,- und er ist ein langer (Weg),- bietet Gelegenheit genug ihn abzubrechen. Wir alle sind Herr und Meister/in unserer Sinne und unserer Ziele. Und Absichten, Gelüste und Entscheidungen. Es wäre schrecklich, wenn keine Entscheidung dazugehörte, ein Verbrechen zu begehen und schuldig zu werden.
Hier setzt der Film an. Er bezweifelt keineswegs die Willensfreiheit; sowenig wie die Verantwortung; ganz im Gegenteil, hier, von außen, wird uns die Gelegenheit eingeräumt, ihrer uns geradezu auf schmerzhafte Weise bewußt zu werden; wenn wir die LEISE Stimme hören (wollten). Diese Geschichte erzählt die Geschichte einer Verstrickung – ins Dasein, weniger als einer „Tat“. Die Tat besteht hier in Anführungszeichen, und in diesen Anführungszeichen steckt die Geschichte. Denn sie gestattet uns, das, was passiert, von uns abzuweisen. „Es war ein Unfall“. Nun: es war keine Tat. Sie sollte nicht geschehen, sie passierte. Kein böser Absichtswille lenkte, den „Täter“. Und doch: war am Ende einer vorhanden, er „entstand“. „Unterlassene Hilfeleistung“,- könnte man sagen. Jedoch Unterlassene Hilfeleistung ist eine Denunziation, die von außen erhoben wird, als Rechtsterminus, der er ist. Nun aber: könnte man ihn sich,- den Umstand, der ihm zugrundeliegt,- auch selber zuführen und sagen. Aber „warum“ sollte man das tun, wenn keine Gefahr besteht?- und nichts einen bedrängt, wenn wir ganz sicher sind, nicht erwischt zu werden und erwischt werden zu können,- wenn wirklich „niemand sieht“,- und völlig ausgeschlosen kein Richterstuhl zu fürchten wäre,- nicht einmal der eigene? – was ist uns die Welt außer uns wert, wenn wir ganz frei sind? – diese Frage nein Antwort liefert der Film. Die Aussage ist pessimistisch, ist negativ: das Ende (des Films, wie vieler Geschichten in ihm, belegt es: einen Scheißdreck ist es uns wert, vielleicht eine Zigarette,- was: nicht wir, uns selbst am nächsten, uns am liebsten,- uns am unmittelbarsten betreffendsten und vorhandensten,- ist: wir selbst und sonst nichts ist, was und wofür wir fühlen und was uns interessiert. Pessimistischer könnte eine Antwort, destruktiver,- kaum ausfallen.
Für den Protagonisten im Film ist nur eines tatsächlich vorhanden: er, ganz alleine, und nur für sich (trotz aller Geschlechtlichkeit, die so nur eine andere Form von Selbstbezug ist). Die Welt, Andere, die Welt von anderen besteht nur darin, für ihn zu existieren, und mit s e i n e n Bedürfnissen in Kontakt und Beziehung zu treten: womöglich sie zu befriedigen (was man so wörtlich nehmen kann). Die Menschen in diesem Film nehmen ihre eigenen Bedürfnisse als vorrangige Tatsache vor jeder außereigenbezogenen Verantwortung; In Graden zwar variiert: jedoch ist kaum jemand weiter vom „Täter“ verschieden,- oder wir erfahren es jedenfalls nicht. Die Schwester, die ohne auch nur den winzigsten erkennbaren Moment des Zögerns den „Zukünftigen“ derjenigen verführt, die ihr versucht hilfreich beizustehen; die der ersten Avance nicht widersteht, sondern sich hingibt, und ihren Mann, Vater des Kindes, tauscht ; der ohne jede fühlbare Regung völlig desinteressiert eine Wasserleiche,- einer schönen jungen Frau, aus ihrem schauderhaften Grab birgt; die Vermieter-Gattin,- die als ‚natür’lich gegebene Sache die Zusatzbeiwohnleistung der Raumesnähe, welche durch Armut diktiert ist,- sowohl beides: in Anspruch nimmt wie gewährt. Und ist der „Täter“ der keiner ist nur „schlecht“? Muß er sich als „schlechter Mensch“-, darf er sich nicht ebenso ‚natürlich‘ als ‚Guter‘ fühlen? Springt er nicht völlig spontan und ohne sich momentlang zu besinnen, dem ausgelieferten Jungen (der ihm nur ‚lästig‘ ist) hinterher, um ihn vor dem sicheren Tod des Untergepflügtwerdens zu retten (wie er der schwimmunkundigen Mutter seines Kindes hätte hinterherspringen sollen – und k ö n n e n ?) – im selben Instinkt? – an solchen kleinen, erst langsam dämmerden Verklammerungen wird deutlich /könnte es werden,- was der Film von uns will: wir m ü s s e n nämlich nicht zu Tätern wider jede Vernunft werden; wir könnten zur (ausbleibenden) Erkenntnis sie ein-handeln; die Möglichkeit zu retten,- und Verantwortung wahrzunehmen,- zu ÜBERNEHMEN,- ist DA und w ä r e g e g e b e n ,- würden wir nur : selbsttätig,- und „instinktiv“ aktiv werden,- wie wir aber zumeist nur instinktiv – i n a k t i v b l e i b e n und verharren-, - und damit Schuld „entstehen“ /geschehen,- uns schuldig-werden- - lassen. Der Film wandelt die Passiv-Form von Schuld, „Schuld geschieht“,- magisch um in jene eine einzig zählende Form von Schuld : „Schuld geschieht, weil ich nicht eingreife“; „-weil ich mich als nicht vorhanden betrachte, obwohl ich vorhanden BIN“ – denn ich sehe es ja, ich bin es, der sieht,- nicht etwas „wird“ gesehen: sondern ICH SEHE. Das Sehen, unbeteiligt, mitleidlos,- wird hier zur (möglichen) Erkenntnis: Die Bilder vor meinem Auge ereignen sich nicht aus eigener Kraft,- sondern das Auge BIN ICH .
ICH bin im Bilde enthalten. Das Bild ist nicht außer mir - es ist in mir. Ich bin zumindest: ebenfalls das Bild,- zwar nicht e s allein: aber auch nicht ohne es.
Diesem Bild ist nicht zu entkommen. Wahrer Teil des Bildes werden wir erst dann, wenn wir erkennen, wie sehr und auf welche Weise w i r Teil dieses Bildes sind, und wieweit dieses Bild für uns da und für uns geschaffen,- und von uns mitgeschaffen wird. Wir sind erst wahrlich im Bild, wenn wir uns einbringen,- und Verantortung für die Bilder, die entstehen, übernehmen und zu übernehmen bereit sind,- oder wären. Denn die Rolle Joes tut es bis zum Schluß (und das ist gut so) n i c h t,- und bleibt bei ihrem Treiben, durch la Geschehnisse; und genau diese verstörende Bereitschaft, das nicht hinzunehmen, als Schluß, und Ende der Geschichte, suggeriert u n s e r e Bereitschaft und u n s e r e unbehagliche Weigerung, sie aufzunehmen und weiterzudenken, und uns als Teil des Bildes,- der Storyline, der Verantwortung, die w i r für sie zu übernehmen haben,- zu entdecken. Wir, eventuell, erschaffen den richtigen, angemessenen Schluß dieser Geschichte: in unserer Bereitschaft, den Joe in uns-, uns als Joe, oder Ellen, oder deren Schwester, oder die am Stammtisch den (unschuldigen, wie w i r wissen) Angeklagten isolierenden und opferbereiten von außen Vor-Verurteilende, zu entdecken und zu werden. Nur wenn wir den grandiosen Akt erbringen: zu entdecken, das Joe, den wir ablehnen ohne ihn zu hassen, mit derselben Ambivalenz zum ‘ich’ identifizieren, mit der wir uns weigern, von jedem weiteren Moment unseres Lebens zum nächsten,- als verantwortlich für die Auslassungen unseres Tuns,- unseres Duldens, von allem, was “ohne uns g e s c h i e h t ” in der Welt,- -doch uns zu identifizieren-,- solange wir nicht entdeckt haben: das Joe’s desinteressierte Fühllosigkeit u n s e r e ist,- solange haben wir den Film nicht gesehen: sondern uns gelangweilt – weil die ganze Zeit kaum etwas passiert,- außer einem Unglück hier und da,- und sonst weiter nichts,- außer das es spannend ist, anderen Leuten in ihren innigen Momenten belauschen zu dürfen. Die Nacktheitsintimität, die sonst nichts stets wohlgelitten ist in meiner Filme-Schau,- gehört hier außerordentlich notwendig zum Näheeinschluß in dieser Erzählung: denn sie bringt uns soweit wie nur möglich an uns heran,- bis an unsere Haut. Sie ist von höchter dramaturgischer Präeffizienz,- in diesen jeweiligen Rollen: bis an die unmittelbar letzte Hautgrenze des “Anderen” hinan: transportiert sie uns: so nah an ihn, und sie, wie es nur und nicht weiter möglich wäre. Ab da müssen wir selbst weitergehen: in die “anderen”: in uns selbst hinein. Es ist unsere denkbar nachfühlenswichtigste Haut, um die -verhandelt wird, und die zur Debatte steht.
Ich dachte einen üblichen, wohl gelungenen Krimi vorgeführt zu bekommen: und erfuhr eines der still ausgereiftetsten verschwiegensten Dramen, die ich sehen durfte. Eine Hochleistung, in vielfacher Beziehung; eine der besten McGregors; Swinton erhaben; Emily Mortimer (wie jeder hier) mit Leib und Seele dabei; Kanal(fahrt)bilder; beklemmende 50’iger Jahre-Szenerie; die Bedingungen der Tagelöhner-Armut, und ihrer kaum bessergestellten Mit-Arbeit-erGeber, von denen sie sich nährt, und die höchst förderlich für das Gedeihen solcher Teilnahmslosigkeit,- solcher “Entmenschlichung” hinweisend wirkt. Falsch. Dies ist keine Entmenschlichung,- von etwas, das üblicherweise besser funktioniert. Dies ist die schlichte grausame Selbsterkenntnis-Wahrheit,- vom Üblich-Wahren, zumindest heute (was wir uns üblich leugnen); und wenn wir etwas Besseres sein woll(t)en, was wir könn(t)en (der spontane Rettungssprung ins Wasser zeigt, u.a., es) - - dann sind wir selbst verantwortlich dafür, es zu tun, und etwas Besseres zu werden, als wir sonst nur ungefühlt sind : indem wir es tun und erkennen,- und erkennen und tun.
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jacker Wed, 10 Apr 2013 09:34:18 -0000
Antwort löschenDen hab ich auf dem DVD-Flomarkt für 1€ gekauft.
Deinen Kommentar lese ich ganz wenn ich den Film gesehen habe :)
craax Wed, 10 Apr 2013 10:54:34 -0000
Antwort löschenDas nenn ich einen guten Tausch. Ich bin mal gespannt, wie er dir gefällt! (du hast ja ein Sensorium für sowas). Hoffentlich habe ich die Erwartungen nicht zu hoch gespannt - ich war nämlich ziemlich überrascht, gerade weil ich mir nichts versprochen hatte. Good luck !))
Es gibt ja auch gute Frauenfilme. Hier ist einer. Das Piano bzw. Pianospielen als Zugang und Ausdruck zur Seele, samt Mutterschaft. Und Liebe natürlich, viel Liebe (selbst in Abwesenheit). Und Begehren, oh ja. Eine Frau will erobert sein werden, und ist überhaupt irrational. Sie hat nicht viel zu sagen, in dieser Welt der (männlichen) Pioniere. Und Landbesitzer. Und Pianobesitzer. Selbst wenn es…
Es gibt ja auch gute Frauenfilme. Hier ist einer. Das Piano bzw. Pianospielen als Zugang und Ausdruck zur Seele, samt Mutterschaft. Und Liebe natürlich, viel Liebe (selbst in Abwesenheit). Und Begehren, oh ja. Eine Frau will erobert sein werden, und ist überhaupt irrational. Sie hat nicht viel zu sagen, in dieser Welt der (männlichen) Pioniere. Und Landbesitzer. Und Pianobesitzer. Selbst wenn es eigentlich das der Frau ist, über das er verfügt. Obwohl er nichts davon versteht,- ihrem Spiel, dem Ausdruck ihrer Seele. Aber er kann es lernen. Wenn er will. Obwohl er Banause ist. Er muß es nicht bleiben. Wenn ihr Spiel in seine Seele dringt. Und immer verhandeln und kaufen und Geschäfte machen will,- selbst wo es nichts zu verhandeln gibt. Sie gibt, und sie nimmt. Ihr Entzug genügt, um zu gewähren, was nicht genommen werden kann. Trotz aller Schwierigkeiten der Mutterschaft. Denn schließlich ist eine Tochter ein eigener Mensch, die sich ebenfalls aus freien Stücken entschließen kann, >Vater< zu sagen., oder nicht, oder etwa doch, oder doch nicht? Man wird sehen. Aber was kann man tun, wenn man einen Krämer zum Mann hat? Man kramt. Und kann sich durchaus verkalkulieren, weil das Geschäftemachen nicht Sache ist, der Frauen. Sie geben sich ganz, oder gar nicht. Und zwar freiwillig. Wenn man nun mal die einzige ist, die Klavier versteht, obwohl es unanständig ist, so zu spielen, daß es in einen hineinkriecht, Scharren wie ein Huhn. Da muß man sich schon ganz schön was einfallen lassen, bis man mit dem Mann, den man mühsam widerwillig überwindlich lieben gelernt hat (-aus einer Übereinkunft heraus derweil er Musik zuhören lernen mögen kann), -sich auf den Weg nach Newton, dem dato nächstgelegenen Ort der Zivilisation (wie heute Paris oder Rom) -machen darf, -und das Piano entschlossen im Meer des losgelassenen Seelentiefseegrabes versinkt, da man endlich das Leben unmittelbar, ohne die Vermittlung des Musik-Hilfsmittels, selbst, leben darf, will, und tut, freigekämpft, ganz Seite an Seite. Das ist so schön, das man so selbst die anfangs verstummte Sprache wiederfinden mag, mitsamt dem Leben, und der Liebe. Es kann so schön („reich, tief, erfüllend, befreiend“) sein, Frau zu sein. Mit dem Richtigen an der Seite. Das ist schon eine Handreichung und Fingerzeig wert.
„>>Sie sagte, ich habe Angst vor meinem Willen. Er ist so einzigartig und stark.
Sie sagte, laß Baines mich fortbringen. Laß ihn versuchen, mich zu retten.<<“
„>>Nein, sie braucht es. Sie muß es haben.<<“
Wenn schon Frau sein (auch im Bild, selbst total verregnet) : dann so.
Schade, das die Musik nicht besonders war. Tolle Bilder, der Natur, der historisch beobachteten, ergänzten, und phantasiereichen Details (Liebes(ge)schwüre auf Tasten-Seiten wie eingraviert), Mädchenpsychologie (junger, älterer und altjüngferlicher), Farbgebung. Neuseeland hat den schönsten Matsch. Die Maoris an der Schwelle der Zivilisation kommen gut, samt Tunte (diese Zeit ist alle Zeit), auch das Schattentheater, und das Campen in der Krinoline. Die Seeleute sehr authentisch. Hübsche Ocker- und Blaufilter-Töne, und Nebelschwären. Der Cast natürlich schwerblütige Leistung, vor allem aber Sam Neill, mit differenziertester Rolle (seiner besten?) (statt Elfenkönige!!, was für eine Verschwendung), wogegen sogar die von Holly Hunter (dunkle Augen!blicke) noch dankbar war,- und er verleiht ihr differenziertestes Spektrum,- und Reichweite,- von schmierig, erbarmungswürdig, verächtlich, bis edel : der Charakter chargiert so schön, und macht die weiteste Wegesstrecke durch – Entwicklung,- Berührung aller möglichen menschlichen Seinszustände : am feinfühligsten (obwohl rollenundankbarsten) interessant. Aber wie gesagt: ist ja nur'n Kerl - und'n Krämer, tauber spießischer plattstumpfbrutal verdientverzweifelt phantasielos voyeuristisch unempfänglicher - schlechthin dazu. Kriecher; das hat Frau, so reich, so warm, so fein-fühlig-&nervig dunkelblickend eisernwillig entschlossen begabt,- nun wirkich nicht, sondern Besseres, verdient. So unverstanden.
Und während man(n) im Kino (wie Tarzan) all diese (verzichtenden und nicht) Männer, Wogen, und reine Natur, beobachtet,- kann sich die Frau nebenan auf die Klaviatur einstimmen und konzentrieren. So muß es sich für eine Frau anfühlen, die ständig von ihren Kerlen aufs Kinocanapee- sich Filme gemeinsam ansehen gezwungen wird. Tick tick Klack! tick.
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Warum das, wieder einmal, n i c h t (bloß) ein Film über einen Medienabstiegskandidaten ist, der mit der Publicity-Ankündigung: sich selbst demnächst in Abschiedsvorstellung vor laufender Kamera zu erschießen, zurück ins umso gleißendere, völlig korrupte Rampenlicht katapultiert,- - sondern ein öffentlichkeitswirksames Nachdenken und Diskutieren über uns und Gott und die Welt und - Öffentlichkeit…
Warum das, wieder einmal, n i c h t (bloß) ein Film über einen Medienabstiegskandidaten ist, der mit der Publicity-Ankündigung: sich selbst demnächst in Abschiedsvorstellung vor laufender Kamera zu erschießen, zurück ins umso gleißendere, völlig korrupte Rampenlicht katapultiert,- - sondern ein öffentlichkeitswirksames Nachdenken und Diskutieren über uns und Gott und die Welt und - Öffentlichkeit in aller Öffentlichkeit (also ein Spiegel im Spiegel-) -, - dafür zwei Spoiler, die ich als (unter „massenhaften“-) herausgepickte Belege anzusehen bitte:
>>Elektrisch schließende Vorhänge verdunkeln den riesigen, luxuriös intimen Konferenzraum, darin einer und noch ein Mann, losdonnernd, ehrfürchtig erstarrend der andere:
„S I E H a b e n S i c h I n D a s S p i e l Der Urgewalten Der Natur Eingemischt, Mr: Beale ! ! – und D a s – M ö c h t e I c h N i c h t H ab e n , Klar ?! – Sie denken, Sie hätten lediglich „ein Geschäft“ verhindert-, aber das ist n i c h t der Fall. Die Araber haben Milliarden aus diesem Land rausgeholt, und jetzt müssen sie wieder hereinbringen! !–Das ist Ebbe und Flut, Schwerkraft der Gezeiten, ökologisches Gleichgewicht! ! - Sie sind ein alter Mann,- der noch in Begriffen wie N a t i o n e n und V ö l k e r n denkt - es gibt keine Nationen, es gibt keine Völker, es gibt keine Russen, es gibt keine Araber – es gibt keine Dritte Welt, es gibt keinen Westen,- es gibt nur ein einziges, großes, holistisches >System der Systeme<,- ein riesiges, ungeheuer mächtiges, verflochtenes, sich gegenseitig beeinflussendes multivariables, multinationales Dominion von Dollars – Petrodollars, Elektrodollars, Multidollars, Deutsche Mark, Rubel, Pfund – also jede Art von Geld. Es ist das Internationale Währungssystem, daß die Globalität des Lebens auf diesem Planeten bestimmt. D a s ist die natürliche Ordnung der Dinge heutzutage. D a s ist die atomare, und die sub-atomare -, und die galaktische Struktur der Dinge heutzutage!! – Und SIE,- haben sich in das Spiel der Urgewalten der Natur eingemischt - - Und SIE werden das wiedergutmachen - - ! – (sanft plötzlich) verstehen Sie mich eigentlich, Mr. Beale? – Sie erscheinen da auf Ihrem lächerlichen kleinen Bildschirm. Und wehklagen, über Amerika, und Demokratie. Es gibt kein Amerika. Es gibt keine Demokratie. Es gibt nur IBM –und ITT – und ATNT – und Upound – und Dollar – und UnionCarbite – und Exxon – d a s sind die Nationen der Welt heutzutage. Was glauben Sie, worüber die Russen bei ihren Ministerratssitzungen reden? über Karl Marx? Die holen ihre linearen Programmierungstabellen raus – statistische Entscheidungstheorien, Logarithmentabellen, und befragen die Computer nach dem Kosten-Nutzeneffekt ihrer Transaktionen und Investitionen genau wie wir -. Wir leben nicht länger in einer Welt von Nationen und Ideologien, Mr. Beale. Die Welt besteht aus – einer Gruppe von Konzernen –... Sie unterliegt bestimmten Gesetzen (streichelt sie in seiner Hand),- ...Unwandelbaren Gesetzen der Wirtschaft.
Die Welt - - ist ein Geschäft, Mr. Beale. -....Das war so, seit der Mensch aus dem Urschlamm gekrochen ist. Und unsere Kinder – werden es erleben , Mr. Beale. Sie werden sie erleben – die perfekte Welt.“<<
>>(Rausschmißszene) „Doch- du brauchst mich!- du brauchst mich dringend – denn ich bin deine letzte Verbindung zur menschlichen Realität! - Ich liebe dich! - Und diese verzweifelte, unglückliche Liebe ist das einzig Lebendige zwischen dir und dem kreischenden Nichts, in dem du den Rest des Tages lebst.“ „Dann verlaß mich nicht“ „ Es ist zu spät, Diana. In dir ist nichts mehr, mit dem ich leben könnte. Du bist einer von Howards Retortenmenschen. Ich würde kaputt gehen, wenn ich bei dir bliebe. So wie Howard Beale kaputtgegangen ist. So wie Lawreen Hodge kaputtgegangen ist. So wie alles , daß du und das fernsehen anrühren, kaputt gehen w i r d . Du bist die Verkörperung des Fernsehens, Diana. Gleichgültig gegenüber dem Leid, unempfindlich gegenüber einer Freude. Das ganze Leben ist reduziert auf eine Anhäufung von Banalitäten. Krieg – Mord – Tod – sind für dich dasselbe wie Bierflaschen,- und der täglich ablaufende Vorgang des Lebens ist eine korrupte Komödie. Und selbst die Sensation von Zeit und Raum splitterst du auf in Sekundenbruchteile und sofortige Wiederholung. Du bist der Wahnsinn, Diana. Ansteckender Wahnsinn. Alles, was du berührst, stirbt mit dir.
Aber ich nicht. Nicht solange ich noch so etwas empfinden kann wie Freude, Schmerz, und - Liebe.“ <<
Aus einer anfänglichen unauffälligen Mischlösung meißelt der Film immer weiter auseinandertretende Gegensätze heraus, die sich taumelnd auf die Spitze in Widerstreit treiben und gegeneinanderwirken (und Spannung erzeugen) müssen,- bis das eine stürzt, und das andere übrig bleibt: triumphierend kann man das nicht nennen,- es siegt bloß durch zum Schluß allein ausgefüllte Anwesenheit, nachdem das Gesetz nach dem wir angetreten, sich durch sich selbst vollendet.
-Die beste (persönliche Lieblings-)Szene die, wo massenhaft Leute ihre Frustration zum geöffneten Fenster hinausschreien. Das ist groß! Fein heraus ziseliert auch die merkwürdige glaubhafte Verkettung von speziellen mißratenden Umständen, die manchmal (selten) dazu führt, das Unvorhergesehenes sein Erscheinen in der Sichtbarkeit (fehllaufend, vom Apparat mißkalkuliert) eher-nicht-bewerkstelligt- ,- sondern-ereignet. Der Hauptdarsteller ist hier der D i a l o g , - der Gestalten wie Holden, Dunaway, Duvall und Peter Finch benutzt und vereinnahmt, die hiermit hinterlassend sagen können: ich habe einem Zweck gedient,- und kann beruhigt ins Dunkel zurücktreten- & -kehren. Die Gelegenheit war günstig, besonders auch auf die spezielle Konstellation der Mediokratie jede Menge Saitenhiebe zu verteilen,- kommt doch in dieser Frustration von Öffentlichkeitswirksamkeit gerade auch die Spezialbegabung von Medialen in eigener Sache zum Vorschein,- besonders hierzu geeignet und dankbar entlarvend, und gerade wegen der Selbstironie noch eine zusätzliche Metaebene der amüsanten Doppel-Ironie eröffnend : kurz, dies ist ein vielschichtiges Programm,- das von Geschäftsgrundlage bis zum Willensentschluß der Lemminge den ganzen Bogen spannt und die Schlange sich bis in den Schwanz zurück beißen läßt. Dieser Vorgang, der ins Unendliche detailliert werden könnte, ist trotzdem bereits (im Zweistunden-Takt) bemerkenswert – ausgestaltet – vollständig – genug, um ausreichend Munition, und Entschluß, für jede Tat zu liefern, die, wollen wir wetten,- wieder nicht genutzt, sondern ungenutzt verstreichen wird? –Ist sie es nicht schon? – erneuert sich die Gelegenheit, beim zig-fachen Schauen, mehr als dreißig Jahre danach, mittlerweile, noch immer nicht ein weiteres ausbleibendes Mal – n i c h t ? -Jensen hat Recht, die Worte in diesem Konferenzraum waren W A H R . -.Der Zuschauer w i l l es nicht sehen. Und die, die es nicht mitansehen können, was (alles) nicht gesehen und wahrgenommen werden will, müssen sich zur Entschädigung (damit sie sich bessser fühlen und beruhigen)(mit 3 s) diesen Film zur Kenntnis nehmen. Ungewollter Zweck erreicht.
Aber ich gebe es zu: ich hab ihn genossen,- denn er ist vert e u f e lt gelungen („Ich habe das Antlitz Gottes gesehen“ –)
„v i e l l e i c h t h a b e n S i e r e c h t“.
Was gäbe ich drum, aus diesem Vielleicht ein Unrecht zu machen.
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DonChris Sun, 07 Apr 2013 12:45:38 -0000
Antwort löschenSehr interessant und mir vor allem noch unbekannt. Den muss ich mir vormerken!
craax Sun, 07 Apr 2013 16:19:22 -0000
Antwort löschendas Dir ein Erstklassiges mal gelungen ist zu entschlüpfen, mein Lieber !)
Bewährungsparabel auf variabler, hier: Gefängnistribüne. Wir alle sind Gefangene – unfreiwillig nackt eingeliefert auf dem engen, mauerumfangenen Schauplatz eines Lebens. Gefragt wurden wir nicht, eventuell sogar uns verurteilt fühlend für ein Verbrechen, das wir nicht unbedingt begangen haben müssen, unterworfen der Aufsicht vielleicht eines besonders sadistisch brutalen, gewissens-skrupellosen…
Bewährungsparabel auf variabler, hier: Gefängnistribüne. Wir alle sind Gefangene – unfreiwillig nackt eingeliefert auf dem engen, mauerumfangenen Schauplatz eines Lebens. Gefragt wurden wir nicht, eventuell sogar uns verurteilt fühlend für ein Verbrechen, das wir nicht unbedingt begangen haben müssen, unterworfen der Aufsicht vielleicht eines besonders sadistisch brutalen, gewissens-skrupellosen Handlangers einer prinzipiell ungerechten, selbstdienlichen Herrschaft – einzig und allein Augenhöhe-Freundschaft der Gleichverurteilten als kraft- und- mittelspendende Hoffnung – neben ihr selbst, der „Hoffnung“, die man als Göttin schätzen lernte, wäre man anders in die unangenehme Lage geraten (durch Geburt vielleicht?), sich entscheiden zu müssen,- wie es der Film formuliert, -„zu leben oder zu sterben“.
Die Geburt in das neue Leben geschieht nackt,- wenngleich auch in unseren Krankenhäusern auf die buchstäbliche Läusepulver-erbsünde- Prophylaxe verzichtet wird,- so auch modern scheint‘s nur unwesentlich variiert. Ehe wir uns versehen, verbringen wir zusammengekauert, allen möglichen Ängsten ausgeliefert, die ersten langen bewußten Nächte, schlaflos, endlos, hinter Gittern, in unserer ganz persönlichen Zelle, mit nichts all den allerschmalsten kargesten Notwendigkeiten des Lebens – „ausgestattet“,- welch Zynismus, vorerst. Solche Nächte können währen,- und einige Schwächere werden bereits in der ersten von ihr, zu zeigen, wie wenig ein Menschenleben einem Brutalen Pfifferling wert ist,- von nur ihr selbst allein schon (und etwas Nachhilfe der herrschenden selbstherrlichen Unrechtsgrausamkeit),- verschlungen.
Bei Anpassungs-Ausweichlern muß da perfide zusätzliches Geschütz (keine Bange, zur Genüge vorhanden) auffahren. Die endlose Aussicht auf ein Leben hinter festgestellten, meterdicken unbrechbaren aussichtslosen Mauern (wie denen unserer Sinnes-Zugangsbeschränkung) muß nicht genügen. Die Taten der unlieben Zugleichmit-Gefangenen darüber helfen ein Weiters, den Ort so unanheimelnd wie möglich zu machen- in so manchem Sauberschein zugedachter Reinwäschebügelei gibt’s uneinsehbare Ecken und Plätzchen, genugsam geeignet für allerhand Dreckabscheuliches. –
Mit Wenig kommen wir an; aber wir haben u n s ; um etwas daraus zu schaffen – oder nicht.
Einen Film darüber zu gucken, auf welche der einen unter vielen tausend Möglichkeiten des Scheiterns/ eine besonders dekorativ Ausgemalte unlustig unschön noch einmal weiter anzusehen wäre,- lohnte solche Mühe kaum.
Interessieren tut uns letztlich nur jene, gel u n g ene Ausnahme, -allen Schwierigkeiten, unter welchen Mühen auch immer,- wie, warum, und auf welche Weise oder vielleicht Eigenschaft hin - ein Schnippchen doch zu schlagen wäre. Die e i n e Ausnahme, unter tausend möglichen Fehlschlägen, bezeichnet Kunst : das ist i h r e Ausnahme, Leidenschaft und Bedingung : nichts weiter, als: - nur Gelingen. Kunst zeigt, wie es gelingt. Kunst zeigt, eine Eigenschaft des Gelingens. Kunst zeigt, und macht vor, wie Gelingen aussieht. Kunst ist deswegen interessant, weil sie zeigt, das nicht alles ‚hoffnungslos‘ ist. Kunst ist die Ausnahme. Etwas ist dann Kunst, wahre Kunst, wenn die Sache zu einem guten,- das ist das richtige, Ende kommt – so wie es eigentlich gedacht ist und Sinn machte (oder wenigstens einen richtigen sinnvollen Schritt in dessen Richtung voranbrächte). Das muß nicht Friede Freude Eierkuchen bedeuten: es muß nur w a h r sein. Wenn es dann noch, auch im Äußerlichen, ein s o l c h e s Ende nimmt: ist es fast schon zuviel; zumeist muß die innere Übereinstimmung genügen. Aber man darf auch mitunter das letzte Sahnehäubchen abfassen: aber dann gilt erhöhte Sensorbereitschaft des Kitschalarms. Und so ein Sahnehäubchen will (und ist hier) verdient /sein: durch allerlei Bereitschaft, zuvor den tiefsten Schlammdreck der Kanalisationsschächte des Unterirdischen zur glaubhaften Not durchlitten - und fühlbar (auch) vorgez e i g t , beachtet, beglaubigt : erschüttert zu haben.
>Die Verurteilten< veranstaltet das so gründlich (und meisterlich zurückhaltend ausgeleuchtet, - weniger ist eben mehr) (+ bei umso reicherem Score),- (von den satten dunkelblau-Dräuendfarben bis in das goldhell frohgleißende Mittagslicht des Strandes, umspült zwar von immer noch- aber nun lichtblauem Daseinsmeere)- - das man meint, hinter diesen Mauern gleichsam endlos, abgeschirmt und wie hinter experimentellem eigenem Glas in einer selbststehenden Welt für sich zu existieren – womöglich „immer“ (Wiedergeburten eingeschlossen). Alle Gesetze in ihr sind echt und affirmativ. Sie funktioniert, für sich. Vom Raben, der in die Freiheit entlassen wird, dem alten Mann, der in ihr keinen Platz mehr hat („früher sah ich einmal ein Automobil,- heute sind sie überall“) („die Welt ist ungemein hektisch geworden“),- vom beharrlichen Ein-Brief-pro-Woche-Nervensägeturnus,- dem Abspeisen mit einmalig gemeinten 200$Krümelchen,- dem bibelfesten Zitationieren (der Hypokriten) und Kirchenkreis-selbstgehäkelten Mahn-Sprüchlein (-doch gerichtsinhaltlich s o wahr, wie sich herausstellt, das mit dem Maß gemessen (werden) wird, dessen wir uns selbst mühevoll oder bequem oder gar skrupellos befleißigen) (übrigens die Nichtweiterwürdigungsbeachtung der KZ-Schergenwächter beachtlich) - bis zur (mir persönlich) grandiosest-liebsten Szene des Films – dem Erklingen des Gräfin-FigarosLiebchen-Arien-Duetts aus jedem angeschlossenen Lautsprecher des gesamten unabsehbaren Mitgefangenen-Areals, innen und außen, als Mahnlockrufsvollendung-, der Menschlichkeit, unserer eigenen geschundenen niedergehaltenen Seelen-Sehnsucht. Ist es nicht wundervoll, wie alle diese harten, verknackten hundsgemeinen wächseren Verbrecherknochen stehen wie wir und lauschen, wie Kinder, die es im Grunde sind,- auch und gerade oft die Härtesten unter uns? (selbst wenn es einige sind, die n i c h t hören wollen,- aber irgendwie tragen die Uniform – der außengeregelten Gleichheitsgerechtigkeit,- als mißlingendem Gegenentwurf, der anderen inneren einen, der wir eigentlich unser Sinnenmerk zuwenden sollten, welche einzig gilt. Wie wunderschön das wirkt! – eine der besten (sinnvollsten) Szenen auf Film.
Auch nett, das es offenbar Geschichten gibt (sie kommen t a t s ä c h l i c h vor!) (und deswegen d a r f der Film das auch), wo der eine, Zähe, Unentmutigbare, Hoffnungsvolle, siegt, und entkommt, und es allen Zur Legende) vormacht – wie auch, das dem einen, der nicht länger heuchelt, sondern schlicht Selbstgenügsamkeit riskiert (ohne weiter berechnete Absicht) - geglaubt wird. Dieser darf dann unspektakulärer, doch auch, das Licht der Freiheit, zur Belohnung, der Wahrhaftigkeit, erblicken. Von da ist nur noch (verhältnismäßig) ein kurzer Weg, über unstatthafte Grenzen/ der offiziell aufgelegten ("menschlichen") Gerechtigkeits- Bewährungsbeschränkungs-bedingungen hinweg (wie schön das leichten Herzens dann vonstatten geht, sich ereignet, von (fast) allein sich „vollzieht“ quasi ).
Die Zeit ist egal: Hauptsache, es geschieht, wie lange es auch währen mag, wenn es erreicht wird. Es stimmt, das der Weg das Ziel ist, denn ohne Weg kein Ankommen; aber es stimmt auch, das der Weg ein Ziel braucht; und daß das A n k o m m e n w i c h t i g ist, und letztlich entscheidet, ob der Weg, wie lange und verstiegen auch immer, gelohnt hat. Beide brauchen und bedingen einander: das eine ohne das andere ist sinnlos.
Das Ziel wird gern, unterwegs, unterschätzt; doch erst dort angekommen, zeigt sich, das alles einen, d e n Sinn hatte und machte. Es ist nicht unwesentlich, anzukommen; und wer es tut, nach langer, elend endlos suggerierter Gefangenschaft (einzig mit „Glauben“ an die „Hoffnung“ gegen jede Vernunft-„Aufgabe“-Einsicht), weiß dieser Art gewonnene Freiheit, im Leben, zu schätzen. Erst wer weiß, das es gelingen k a n n , das der Sinn nicht nur ein verborgener, ewig, bleiben muß, sondern auch ein äußerer Punkt erreicht und erfüllt werden möglich ist (und muß),- hat die Grenze zur Kunst überschritten: denn, noch einmal, Kunst ist Ankommen – und Gelingen.
Gibt es das, ist Kunst erfüllt, und nur dort.
Unterwegs sein sollten wir (fast jeder gibt es zu) alle. Aber dort, wo das Ziel erreicht, erkannt, und (planvoll) verdient wurde, ist Kunst. Das ist hier der Fall. Der Weg des unschuldig Verurteilten, nah am Zerbrechen vorbei, bis an hin jene Küste des Pazifik, der nicht einmal ein Gedächtnis kennt (in der Auffassung jener Erwählten, die dort leben) (und Schach, das Spiel der Könige, spielen), welche die Kunst des kunstvollen Erreichens erlernten, das alles Ü b e l vergißt, und nur noch, nach lange verinnerlichter Mühe, in angelangter Gegenwart lebt,- ist wirklich Kunst – eine reiche, gültige Oper des Lebens – schrecklich zu erleiden und womöglich schön anzusehen, während es geschieht, aber vom Ende her womöglich der einzige Sinn – wenn er, es, zu erreichen war. Das Leben sollte ein Beispiel sein, wie hier – für die Kunst des Lebens, überhaupt. Dann machte alles zuletzt Sinn: die Geologie, der Hammer, die Bibel, Rita Hayworth, Marylin & Rachel (und der zungenweisende Alte im genauen Blick-richtwinkel darüber,- ! ),- die Konten und Zahlungsanweisungen der Ungerechtigkeit, ihr langwährendes Schuheputzen auf-Hochglanz-bringen und bedienliche Anzugpflege, das aussichtsverhängnisvolle Strick-Zeug, das sowohl zum Scheitern wie Gelingen zutragen kann,- die endlosen Hofgänge, ‚Der Graf von Monte Christo‘ ("also Fortbildung“)(„solltet ihr auch lesen!“) (haben Sie’s?) (hier fehlen: Casanovas venezianische Bleikammern, & Trenck vielleicht?)-, das Steinesammeln, die langen dunklen Nächte, fünf, vier, zwei Jahrzehnte Buße – um endlich, am Gestade des gedächtniszeit-losen Ozeans, wirklich zu leben – womöglich nicht allein, sondern mit jenen, die diese langen Nächte („wer nie sein Brot mit Tränen aß, wer nie die langen
langen Nächte / auf seinem Bette weinend saß/ ...) - auch kennten (die himmlischen Mächte) – um durch pure Reinheit, statt auch Kraft, Willen, oder List-,- und Zuversicht: Ausdauer : -tätigen Hoffnung, Hoffnung zur Tat -, ihre, andere Form der uns allen, vielleicht, offenstehenden Freiheit, zu verdienen. Wenn es geschieht, ist es Lebens-Kunst. Und endlich, endlich - vollkommen schön.
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Moncineo Fri, 29 Mar 2013 16:35:16 -0000
Antwort löschenEine filmische Parabel zum nachdenken, philosophieren, sich selbst finden/wiedererkennen, glauben, hoffen, kämpfen, fühlen.
So leise - so tief - so kraftvoll - so wichtig.
Scheitern wir wie Kafka >vor dem Tore<, ertragen wir das Warten auf bessere Zeiten, oder nehmen wir das Schicksal selbst in die Hand?
Großer Film - großer Kommentar.
craax Sat, 30 Mar 2013 06:55:45 -0000
Antwort löschenBei Kafkas Protagonisten liegen die Schwierigkeiten eher im Innern, bei Sich, den Mut-Entschluß zu fassen, am Tür-Steher einfach ignorierend vorbei sich Durchgang zu verschaffen und vorüberzugehen (wie der als Tip schließlich, zu spät, selbst verrät) – „die Schere im Kopf“ funktioniert. Seine Autoritätsfesselung blockiert ihn,- ganz ohne gewalttätigen Widerstand.
Die Gewehre, Mauern und Schlagstöcke – und Brutalität der inneren und äußeren Grausamkeit des Gefangen-Apparates in Shawshank sind sehr real. An ihnen kann (und wird) man sterben – bei offenem Widersatz, der mit – oder vielmehr unter Beachtung der Regeln des Systems gegen dieses arbeiten und zum Einsatz kommen muß,- um schließlich >größer<, schlauer, besser, reifer, edler : als dieses brutale, aber „simple“ Unterdrückungssystem, der ersehnten >Freiheit<, zu sein – zu werden. Von diesem >Werdegang<, des Verdienens, des sich der Freiheit würdig-Machens- und –Werdens, handelt der Film – trotz aller ä u ß e r e n Widerstände (Kafka : inneren, -mutlosen), der N i c h t -Selbstaufgabe, die sich in Willen, und Tat bis zu ihr, ausdrückt.
In Shawshank liegt der Akzent (verwandt) auf dem Widerstand, den das Leben selbst uns bietet : jeder, der geboren wird, wird (heute) in ene fast unmögliche Situation hereingeboren. Das Glück, nicht zu Anfang vorhanden, muß geschaffen, verdient, (durch ausdauernde >Hoffnungs<Anknüpfung) verwirklicht werden. Das Leben (außeruns) selbst bietet Widerstand: und der Film berichtet und zeigt von den Mitteln, mit denen das, was uns hindert (außer uns) zu überwinden ist. Aber natürlich hat auch das mit u ns e r e n Widerständen zu tun: aber eher, statt Angst, und Autoritätsfixierteit (großes Thema zu Kafkas Post-Prä-Apocalypse-Lebenszeiten/ um-/zwischen den "deutschen" Weltkriegen, in Vorahnung des Holocaust) - hier: MUT- und HOFFNUNGslosigkeit der Selbst-bewahrung zur Überwindung/Überlistung/Hinauswachsen/Reiferwerden als die Destruktion. Andy Dufresne und Red wachsen und Reifen an ihrer niedrigen, unedlen, und unfrei/verkommenen Umwelt: sie wachsen innerlich (und entwickeln und verfolgen sogar erfolgreich Überwindungsstrategien, nicht aufgebend, dabei) bis sie größer (waren sie innerlich schon lange) und auch schließlich durchsetzend (dazu hat es ihre Lebensanstrengungszeit, lange Jahr(zehnt)e benötigt) "edler" gereift waren, als die häßlichen "unfreien" Bedingungen, in die sie gesetzt /vorgefunden/umgeben waren, ohne es/sie selbst zu sein, und welche alles daran setzten, sie unter seine Akzeptanz zu zwingen (bei Kafka dessenseits erfolgreich). Bei Shawshank: "siegen" und überwinden Andy & Red die "Unter-Haltebedingungen" des Lebens,- hier durch Shawshanks eigenen Welt-Spiegel symbolisiert. Andy sogar durch Aktion: Red still durch Selbst-Achtung, Nicht-Aufgeben, und Reifung. Beide getrieben durch "Hoffnung", Festhalten an und durch Würde, und gemeinschaftlichen Zusammenhalt am Leben gehalten - bis zur auch äußeren Freiheit, schließlich, als Belohnung der inneren Freiheits-Bewahrung.
Waking Life Richard Linklater
Dieser Film ist in seiner F o r m einmalig, ein einmaliges E x p e r i m e n t und eine einmalige E r f a h r u n g.
(+ eine Legitimation für die gesonderte Existenz des Herz-Buttons).
Dieser reine Dialogfilm (wirklich, er besteht a u s s c h l i e ß l i c h aus aneinandergereihten etwa fünfminütigen Gesprächen des jungmännlichen Protagonisten mit…
/p>Waking Life Richard Linklater
Dieser Film ist in seiner F o r m einmalig, ein einmaliges E x p e r i m e n t und eine einmalige E r f a h r u n g.
(+ eine Legitimation für die gesonderte Existenz des Herz-Buttons).
Dieser reine Dialogfilm (wirklich, er besteht a u s s c h l i e ß l i c h aus aneinandergereihten etwa fünfminütigen Gesprächen des jungmännlichen Protagonisten mit wechselnden, männlichen, weiblichen, jüngeren, älteren Gesprächspartnern in einer äußerst unfest konturierten Welt-) in denen er ein Verständnis von ihr,- seiner Stellung, Bedeutung und Funktion in Bezug auf sie zu entwickeln sucht,- indem sie sich dazu einer einzigartigen comico-graphischen Form bedient. Er setzt reinen Dialog in sanft schwappende Comicumrisse flächig skizzierter reinfarbgefüllter Kontur, welche ausschließlich (m i teinander,- nicht z ueinander) Sprechende – ohne größere Handlung – wie herumgehen-, sitzen, sich angucken oder flippern - inszenieren. Diese Bilder sind ansprechend schön- menschlich, und die Comicfiguren sprechen nicht in Blasen,- sondern natürlichen Stimmen. Es ist sozusagen ein sprechendes Buch in Bildern, die sich bewegen – ?„Film“?. So etwas haben Sie noch derart nie gewagt vorgeführt zu bekommen und werden Sie so schnell, vermutlich nie-, noch einmal so zu sehen kriegen.
Dieser Film ist einzigartig, einmalig. Erfahren, nachdenklich, klug, genial (‘tschultigung) und sogar (am Ende) weise; ungeheuer einsichtig, und schrittweise nachvollziehbar, in seinem (Aufbau)Gang, auf den es hier (ohne vorschriftsmäßige >logische< Reihenfolge) ankommt. Er ist >Ein-Denken<-Lernen an sich (und sich Hinein-Meditieren) (in Form eines sokratischen Dialoges) pur. Und er überläßt (wie Sokrates) die Lösung: geliefert. Dieser Film ist eine Vision; ohne Drogen; aber wie eine solche, instinktiv, einsaugend, restlos. Hinterher würden Sie nicht wissen, wo sie waren. Dafür gibt es (oh Wunder) die Return-Taste (die man zugleich nicht mißbrauchen darf/sollte). In früheren Zeiten hätte man die Erinnerung an ein gebanntes Wunder (dessen Inhalt nicht rekapitulierbar-, nur resümierbar gewesen wäre) nur diffus bewahren können: das Gefühl, Zeuge eines Besonderen gewesen zu sein, ohne es genauer beschreiben (wieder hervorrufen) zu können. Schätzen Sie sich glücklich : Sie verfügen über Elektrizität.
Den Rest (ab dem PressPlayButton) müssen /sollten Sie (sich) selbst erfahren.
Nachfolgend (nächster ganz unspektakulärer Abschnitt) einen kleinen Hinweis auf den Inhalt, aus dem Film selbst genommen (denn es geht um W a h r n e h m u n g s a n a l y s e , und die Frage, was Realität eigent-wesentlich ist.) (Es geht NICHT um einen krankheitsstörbaren Halbwachen, der unter Schlafmangel leidet,- und seine freiticken-schlingernden Halluzinationen). /(In d e r Ebene 'ginge' es e v t. um jemanden, der soeben einen Autounfall hatte, und dessen Gehirn, nach seinem Körper'tod', wie einmal zur Sprache kommt, noch in der auflösenden "14-Sekunden"-Zeit, sich zu erstaunlichen Erkenntnis-Seins-Fort-schritten er-löst)/. - Es geht um eine philosophische Diskussion (auf erstaunlich schließlichem Niveau). Es geht um jenen halbklarbewußt erhaltenen Erkenntniszustand, in dem wir unser Leben üblicherweise verbringen – fast alle. Bis auf jene /wie Richard Linklater und seine Gesprächspartner, welche mit den Beschreibungen der Transzendenz, denen man hier auf die Spur kommen kann,- auf Anhieb im Abgleich mit ihren eigenen Erfahrungen, Gedanken und Meditationen etwas recht Konkretes anfangen + übersetzen können. Diese Aufhellung ist nicht für Täumer,- /oder Allzeit-Traum"tänzer" (obwohl man hier tanzen lernt) : sie sind die Beschreibungen des Erwachens,- nicht aus Schlafes‘ Nacht,- sondern z u m B e w u ß t s e i n : zum E r k e n n e n , w a s I s t .
Bevor wir diesen Film also entlassen (denn mehr ist in diesem Rahmen - sehe auf die Armbanduhr -schwer möglich) :
>>(Er):..„-muß ich dich aber trotzdem vorher was fragen, ich weiß gar nicht wie ich’s sagen soll : ehm, äh - was ist das fürn Gefühl, eine Rolle in ‘nem Traum zu spielen? – ich bin nämlich im Augenblick gar nicht wach, ich hab seit der siebten Klasse keine Uhr mehr getragen,- phh,- und es sieht so aus, als wär’s dieselbe Uhr, - mhm, ja,- ich bin nicht mal sicher, ob du die Frage beantworten kannst, aber ich versuch im Augenblick nur festzustellen, wo ich gerade bin, und was hier eigentlich abläuft.“ sie:„Und, wie sieht’s mit dir aus? Wie heißt du? und wo wohnst du? Was machst du so?“ –er verlegen: „tja, mh, mh – tja ich kann das im Augenblick gar nicht sagen, ich kann mich nicht erinnern, aber das ist auch nicht der springende Punkt, ich meine, das mir dazu irgendwas einfällt oder nicht, verstehst du, ich meine, meine Anschrift, oder- ... der Mädchenname meiner Mutter-,...oder sonstwas. Ich fühl mich in gewisser Weise wohl in dieser - - R e a l i t ä t ,- wenn ich’s mal so nennen kann, wohl- in einer einheitlichen Perspektive.“ -„Und worin besteht diese einheitliche Perspektive?“ –„Im Wesentlichen besteht sie darin, das ich mit vielen Leuten zusammentreffe, die-...mir ne Menge Informationen und Ideen liefern, die...mir einerseits vertraut sind, andererseits...aber auch... ziemlich fremd vorkommen. Ich bin in keiner objektiven, rationalen Welt, es- es ist n Gefühl, als würde ich fliegen, oder... ich weiß auch nicht, es ist ...irgendwie schräg, kein stabiler Zustand, es ist das gesamte Spektrum des Bewußtseins.... ‘Ne Art Luziditätsflackern, ich weiß im Augenblick, das ich träume, -und wir reden sogar darüber, soweit- ...soweit bin ich bisher noch nie in mich selbst und meine Gedanken vorgedrungen, ich meine, daß ich darüber reden kann, das ich mich in einem Traum befinde. Aber mir wird gerade klar, das ich sowas eigentlich noch niemals zuvor erlebt habe, es ist etwas völlig Neues, wie die Qualität der- der Umgebung, und die Information, die ich erhalte. Zum Beispiel die Sache mit deiner SoapOpera- ich find das ist ne supercoole Idee, das wär m i r nie eingefallen! Ich hab das Gefühl, als wär da irgendwas außerhalb meiner selbst, als würde da irgendwas an mich gesendet- verstehst du, ich weiß nur nicht, was es ist.“ sie: „Willst du etwa damit sagen, das wir durch unsere Welt und deren- deren Grenzen völlig eingeschlossen sind; -Aber diese Grenzen haben wir selbst geschaffen! Ich weiß, du versuchst dahinterzukommen, aber ich habe den Eindruck, das jetzt, da du weißt, daß du träumst, so gut wie a l l e s erreichen kannst,- du ...t r ä u m s t ... aber bist auch w a c h , du hast, mh, so viele M ö g l i c h k eiten , und, darum geht es doch im Leben.“ er:„Ja, ich glaub, ich versteh was du meinst, i c h b i n d e r T r ä u m e r , ich hab es selbst in der Hand. Ist schon verrückt, ich habe so vieles erfahren, alles, was mir diese Leute mitgeteilt haben, ja, und dennoch, liegt mir das alles ganz schön quer im Magen.“ sie:„Und wie fühlst D u dich?“ er:„Na ja, manchmal fühl ich mich ganz schön isoliert, aber meist hab ich das Gefühl, daß ich dazugehöre-, daß ich Teil dieses aktiven Prozesses bin. – Das klingt schon irgendwie schräg, weil ich nämlich die meiste Zeit passiv bin, ich brauch immer ein bißchen,- abgesehen von der jetzigen Situation.- Gewöhnlich laß‘ ich die Information über mich wegschwappen.“ sie: „- Es muß nicht heißen, daß man PASSIV ist, wenn man nicht verbal reagiert. Wir kommunizieren schließlich auf unterschiedlichen Ebenen, und zwar gleichzeitig. Vielleicht empfängst du – deine Informationen auf direktem Wege.“ er: „die meisten Menschen, denen ich begegnet bin, und das Meiste, was ich von denen erfahren hab, ist genau das, was ich auch sagen würde, es ist wie’n Stichwort, das spielt sich gleichzeitig in mir ab. – es ist aber kein Alptraum, nein, es ist n schöner Traum,- nur...so ganz anders als die Träume, die ich vorher hatte. Es ist der....- absolute Traum - –... -als würd‘ ich auf irgendwas vorbereitet.“<<
- Worauf, erfährt man im letzten Kapitel. Da dort –tatsächlich- ALLES erklärt wird (stimmt wirklich und ganz ernst), kann ich mir das ja sparen. Wem sich die hierzu gegebenen Aussagen des Films nicht von selbst erschließen (sind sie doch insgesamt genommen selten deutlich), dem könnten keine meiner möglichen Worte auch nichts weiter geben,- was nicht dort klipp, klar, und durchsichtig verständlich wäre. Lady Gregory: „Ich verrate Ihnen jetzt das Geheimnis des Universums“. In der Tat. Nichts weniger. Zumindest dürfte danach die Herkunft, der Ursprung, der Erhalt der Zeit und der Welt und des Eigenen geklärt sein. Mit wenigen, absolut nicht mehr Worten,- als möglich ist. Aber auch wirklich nicht viel mehr. Also hören Sie sich’s sich an. Es ist eigentlich ganz einfach. G e n a u s o ist es. Dem habe ich kein Yota, aber auch gar keins hinzuzufügen. Was ich hiermit getan habe. Es lohnt sich! sich diesem Experiment zu überlassen. Es ist ganz einfach,- auch a u f z u w a c h e n (wovor sich alle immer zumeist so panisch fürchten, ohne jeglichen Grund). Auf denn!
Unbedingt ansehen! Sie ärgerlangweildiffusen sich sonst eines Tages zu Tode!
(S o l l t e es sein, daß sich gern jemand auch mit mir über einzelne Dialogausschnitte- &Sequenzen + eventuelle Dunkelheiten austauschen will (da Viel zu VIEL, es hier abzuhandeln),- ist herzlich eingeladen, dies in einer persönlichen Kontakt-Erläuterung anzuknüpfen! )
PS dazu: meine persönliche Lieblingsszene ist übrigens, wie sich die beiden Cafehaustisch-Unterhaltenden ("Caveh Zahedi" und "David Jewell", danke Fumer_), gegenseitig von ihrem Gespräch -eher Monolog, und doch Zwiesprache und intimer Austausch-Gleichklang offensichtlich- inspiriert (beglückt) gegenseitig in Wolken auflösen, und weit-er Himmel werden. So soll es sein!
bedenklich? 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 9 Antworten
Andy Dufresne Wed, 27 Mar 2013 19:19:10 -0000
Antwort löschenVorgemerkt, wenn gesehen wird sich ausgetauscht...;(
jacker Thu, 28 Mar 2013 08:48:12 -0000
Antwort löschenWunderbar ver-craax'te Gedanken mal wieder!
Ich kenne von dem Film nur die erste Viertelstunde. Dann bin ich jedes mal (4 Versuche) eingeschlafen. Aber nicht weil ich es langweilig fand, sondern weil der Film mich so sehr zum Grübeln (schon während dem Schauen) gebracht hat, dass ich in genau den von dir angesprochenen Zustand der TRANSZENDENZ geraten bin. WAKING LIFE löst Träume aus!
craax Thu, 28 Mar 2013 10:01:35 -0000
Antwort löschengerade Pause:
allein im Wach-Alltagszustand verbraucht das Gehirn ca. 30% der blutangebotenen Energie,- was sich im Zustand höchster Erregung /Gehirnaktivität bis zu
90%
des Zuckerverfügbarkeitsverbrauchs steigern kann. Danach nickert der Mensch weg. Wundert mich also nicht.
(Das weißt du als Chemiker (Hutab) natürlich...)
Schopenhauer (der sehr bequem war im Äußeren, wie im Inneren nicht) hat beiläufig festgestellt, das ein geisthöchstkreativer/produktiver Mensch gern äußeerst lang ausschläft /Bettenbewohner ist (Churchill hat gern um elf morgens im Bademantel-anzug Leute empfangen + lange diktiert,- zum Martini (+ Zigarre) Eklige Vorstellung: rauchen im Bett. Das einzige, was da rauchen darf, ist der Kopf).
(Was soll ich übrigens davon halten?...das ich um vier Uhr wach bin...?)
wenigstens liege ich lange im Bett, meistenteils (meines Lebens) bis sechs oder sieben...
craax Thu, 28 Mar 2013 11:08:23 -0000
Antwort löschenPS du hast nachweislich? schon mehrere meiner Kommentare zu Ende gebracht! - was soll ich denn davon halten?... (findest du sie etwa uninteressant? zu f/lederleicht?- ;(...
(:)
jacker Thu, 28 Mar 2013 12:26:05 -0000
Antwort löschen? Ich habe deine Kommentare zu Ende gelesen (gebracht?) weil deine Gedanken schön unkonventionell verknotet und eine Bereicherung sind.
Auch dein Schreibstil ist erfrischend anders, wenn auch schwere Kost ;)
Hast du eigentlich einfach nur eine gute/ausgeprägte/umfangreiche Literatur/Philosophie-Bildung genossen und liegt deine Bestimmung irgendwo in der Richtung?
craax Thu, 28 Mar 2013 12:49:57 -0000
Antwort löschenwar nur'n Scherz, Lieber....;). Antwort: subjektiv:
Jau.
Mal'n bißchen studiert, da mir das zu langsam/zäh/ineffektiv ging, woanders/ auf eigene Faust weiter. Freiheit vom Geld abgekoppelt.
Die Leute sagen, ich hätte einige viel Bücher. Noch schlimmer:
ich habe jahrelang (wie ein >Verrückter<) gelesen (wer weiß, wer weiß ?)... - Filme sind ja neu. ?Ok ?
...
>Bestimmung<...? denke schon. Erfährst wohl...
FumerTue Thu, 28 Mar 2013 15:57:56 -0000
Antwort löschenEndlos lange Kommentare zu dem Film scheinen zurzeit ja wohl angesagt zu sein ;)
Das ehrt mich natürlich, dass meine Filmkritik einem anderen (in diesem Falle also DIR^^) einen neuen Lieblingsfilm beschert hat!
Bei deinem Kommentar ist man gleich wieder drin, in dem Film. Den muss ich mir jetzt echt mal wieder anschauen! Der beschert einem immer so einen schönen Trip :D
jacker Thu, 28 Mar 2013 20:46:54 -0000
Antwort löschenEndlos lang und craax. Da besteht eine lineare Abhängigkeit ;)
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