craax

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craax hat sich auf moviepilot angemeldet und hat schon unglaubliche 617 Filme bewertet und legendäre 307 Kommentare geschrieben. Mehr


Gästebucheinträge

  • Muss dir jetzt mal einen Anfrage dalassen; tolle Gedanken, die du hier teilst, daran kann man auch seine gut erweitern und/oder präzisieren. GRAND BUDAPEST HOTEL muss ich so langsam auch sehen; wenn ich daran denke, wie begeistert ich von MOONRISE KINGDOM gewesen bin, ein Gefühl, als wäre man wieder ein Kind und dächte, dass alles passieren könnte, jedes Abenteuer, wenn man sich nur auf sein Gefühl verlässt. Aber ich schweife ab, sollte doch nur der obligatorische (?) Anfrage-Gästebucheintrag werden.

    • Möglich ist es, die gesamte Weltgeschichte in einem Satz zu erklären:

      Dumme Menschen wissen nicht, dass sie dumm sind;
      also auch nicht, wann sie es sind.

      Sie nehmen dagegen gern an, sie seien typische Vertreter „normalen“ Menschentums : fußend über ihrem Absatz auf der Annahme, überwiegend ALLE Menschen seien instinktiv so wie SIE – bis auf diejenigen natürlich, die unzutreffend aus wahrgenommener Ordnungs-REIHE tanzen, meist aus Unbedarftheit, jedoch gibt 'es' sogar böswilligere Erklärungen darunter.

      „...Reihe“: da gerät ein Maßgebliches unter Verdacht, denn die Tatsache, das die meisten Menschen für sich : t a t s ä c h l i c h n i c h t dumm s i n d : jedoch in Menge sich fast zwangsläufig s o v e r h a l t e n , bedarf auffällig der Erklärung : autosuggestiven, selbst-vorzensierten Konformitätszwanges. Dieser Zwang besteht. Diesem Zwang wird nicht widerstanden. Diesen Zwang zu widerstehen wird nicht gelehrt. Diesen Zwang zu verkehren ist kein Ziel. Dieser Zwang wird geliebt: denn er macht frei, und leicht. Er entschuldigt alles. Wer ihm huldigt, ist von aller Schwere gelöst: er ist nichts, für sich, unwahrnehmbar, und spürt nicht einmal eigenen Tod-, geschweige denn -anderer. Dumm und Ursache von 95 von hundert Ereignissen anhaltender Weltgeschichte ist hingenommene unmerkliche, betäubte ja süchtige Regelgläubigkeit: an ein zulässiges-, sogar verpflichtendes Grundgesetz der „Reihe“ : nicht besser als der Rest zu sein : gerechtfertigt wenn man nur, das nicht! nichtschlechter /und auch nicht übler dran/ sei wie 'alle': und sogar einzig vorzüglich lobenswert in demjenigen Höchsten, der/das exemplarisch an sich das Ganz- 'ALLE' vorbildlich zu verkörpern vermag, und vollkommen selbstlos von sich abstrahiert allein nicht mal das „Wir“ (darin wäre noch zuviel Eigeninteresse eingeschlossen) sondern nur das neutrale, noch selbstloser-abgesehener-Aufgehobenere 'ALLE' umschließt: der/das Repräsentative,- manchmal sogar in -bis zu diviner- Person!

      Wer, Stufen darunter, aber immerhin doch noch im instinktiven WIR :/im Guten wie im Schlechten/ in überzeugter, fehltrittsicherer Masse „schützend“ (so jemand vorne-verteidigt sich nur stets)/ aufzugehen: kollektiven Kinderglauben schnullernd hegt, ist zumeist nicht „schlecht“. Nur selten dumm, sehr dumm sogar. Und diese Seltenheit, die keine sondern DIE REGEL ist, genügt in ihrer epochalen Ausmaßlosigkeit : alle vernünftige Regelmäßigkeit und Zurückhaltung in Massen zu tilgen & ad absurdum zu führen, und am Ende auszulöschen.

      • http://www.youtube.com/watch?v=nzNPXj3BP00

        • Jeder gesellschaftliche Fortschritt ist zu neun Zehnteln Rückschritt.

          • The Act of Killing ?IV
            http://mentalfloss.com/article/24269/nuclear-quotes-crew-enola-gay

            • The Act Of Killing

              Was Sie hier, vielleicht, sehen können würden,-
              was Sie vielleicht, sehen können würden,
              was Sie vielleicht sehen würden-

              hat eine große Ähnlichkeit mit dem, was sie,
              als Sie geboren wurden, anfingen zu sehen und seitdem erleben:
              und sehen, und erleben, und sich ereignet, während Sie es tun, leben und sehen,
              und vielleicht darüber nachdenken, oder auch nicht,
              wovon Sie lesen, wovon Sie erfahren,
              was auf der Welt vorgeht, woanders (zumeist), während Sie ebenfalls da sind, zugleich,
              ob Sie es bemerken oder nicht bemerken,
              beachten oder nicht beachten:

              auf die Weise, wie Sie bemerken, oder nicht bemerken, auf die gleiche Weise
              ereignet sich der Film. Eigentlich wird er nicht gemacht, und nicht gefilmt. Er ereignet sich, wie sich das ereignet, wovon der Film – nein nicht er – wovon es spricht. Und er hat berufene Münder gefunden: denn die, die sprechen, sind die, die sonst immer schweigen. Deren eigene Stimmen niemals, bisher, kaum je, zu hören waren – und zwar nie unter fehlenden Orchestrierungs- und Regieanweisungen. Hier sprechen, einmal ganz aus sich heraus, diese Stimmen, wie im luftleeren – geschichtsinneren Raum heraus: ohne Anschuldigung (von außen), ohne Rechtfertigung. Hier sprechen Seelen aus sich: wie sie denken, fühlen, wahrnehmen – sich. Sie fangen, an, erheben ihre Stimme – und reden, sich von der Seele, aus der Hölle, sprechen mit sich. Hier wohnen Sie bei einem Dialog, den wir gerne gehört hätten, einem der wichtigsten je geführten Gespräche, der Menschheit mit und über sich, ohne Richter und ohne Ankläger. Hier lauschen Sie dem Selbstgespräch Hitlers oder Himmlers mitten in sich, ohne Beobachter, ohne Zuhörer, allein mit und in sich selbst. Hier hören Sie die Stimme Hitlers, wie er sich selbst – beruhigt? – beruhigen würde, käme er je in Situation, das Bedürfnis zu spüren, sich selbst zu erinnern und Taten in sich aufleben zu lassen, die er tat. Dieser Film ist keine geführte Anklage; er weiß, dies hat keinen Zweck: einzuteilen, in DIE und SICH. Er weiß, das es keinen Sinn macht, diese Männer von uns aus zu verurteilen; er weiß, daß, täte er’s, für jeden einzelnen bekannten Verurteilten zehn-, hundert andere aufträten (und treten werden), die genau dasselbe täten und dazu in der Lage wären,- ohne auch nur von diesen zu wissen oder je zu erfahren. Er will nicht, von außen, anklagen, rächen: er will nicht schreien,- anschreien. Er schafft Ungeheuerliches: er filmt, wie diese Männer sich mit sich selbst, und das nicht untereinander, unterhalten. Er filmt, eigentlich, das Gespräch, vor allem eines oder zweier unter diesen, mit sich alleine. Man spürt, neben der Kumpanei, der Kumpelei, dem Klammern an ihre Verbundenheit in Taten als letztem Halt, das unendliche Verloren- und Verlassen-Alleinsein dieser Männer, allein mit sich und den Geistern ihrer Taten, die sie begleiten. Was dieser Film filmt, ist:

              das Gewissen, und sein Nagen, an verbotenen, verbarrikadierten Schlössern und Poren, durch deren jeder, verzweifelt verstopften Ritzen, der Gestank von tausenden verwesten Leichen, nur wenige Zentimeter Raumes von ihnen getrennt, zu ihnen, zu Anwar, diesem Anwar Congo,- der in diesen verschlossenen Raum ohne Fluchttür und Fenster, ohne Raum zu atmen, nur von Mauern umschlossen,- dringend eingesperrt ist. Man spürt, wie er jede neue Pforte und Ritze des Gestanks, der zu ihm gelangen sucht, nachspürt- und- kratzt und mit Tüchern, der Kleidung seines Leibes zerrissen, verstopft,- ohne das es ihm gelingt. Man spürt, wie Gewissen versucht die Stimme zu erheben, und wie
              VÖLLIG UNMÖGLICH es ist, einem schwachen (und sei er auch noch so dumm, und unendlich fühl- und skrupellos und unbedarft, ja zurückgeblieben wie diese fühl- und merklosen, ja dämlichen Mörder, die sich allesamt für sonders talentiert halten („Sieger“-)),- wie völlig unmöglich dieser Stimme, des Gewissens, wäre, zu ihnen durchzudringen, ohne zu ZERSTÖREN: die schwachen seelkörperischen Behältnisse solcher untragbaren Schuld. Würden diese unseligen Gestalten je diesen Geruch, von Blut und Schande, eines Ozeans, an dessen Grund sie kriechen, ohne zu leben, zulassen wahrzunehmen,- sie würden, das spürt man jeder Faser, verrückt, - ihre leibesvermöglichen Gefäße des Wissens der Erinnerung des Seins würden zerspringen. Sie haben keine Alternative als die des Leugnens. Sie sind verurteilt die Wahrheit, ihrer ungeheuren Abartigkeit, zu spüren, - ohne sich ihrer erwehren zu können. Würde auch nur eine Ritze ihrer Deckung spröde und undicht: sie müßten vergehen. Das ist Ungeheuerlichkeit: lebenden Monstern, in menschlicher Larve, beim sich Winden und Zischen wie ein Reptil, zu beobachten, und ihre Qual wahrzunehmen: du siehst, wie ihre Deckung, an immer neuen Stellen, zerkocht und spröde geworden, Risse bekommt und Geisterhände durchdringen, verwesender Gestank und Knochen, von abtropfenden Fleischresten bedeckt, die nach ihnen greifen: in ihr Inneres hinein, von Verdammnis, der nie, NIE wieder, auch in nächsten Leben nicht, zu entkommen wäre; Schuld, die nicht aufzulösen ist, indem man wartet : indem sie sich selbst auflöse und an Kraft verlöre. Man spürt das Anwachsen dieser Schuld: mit jedem ungesühnten Tag.

              Man spürt, wie verzweifelt, und hoffnungslos, dieses Verkrampfen in nicht eingestandener Schuld wächst und wächst, und jede Regung, einer taub, in Schönheit unwahrnehmbar gewordenen Welt erstickt. Man sieht diese Männer, wie sie ihr Dasein zu genießen scheinen: und wie diese, vor sich selbst errichtete Fassade, Brüche und Risse bekommt. Studieren Sie diesen Film gut: und Sie werden, lange bevor, in der kulminierenden, und zu Recht ans Ende dieses Dokuments plazierten Szene, auf der Dachterrasse des „Büros“, des „Tatorts“, spüren, was dem Film aus jeder Einstellung, jedem Bild auf- und ausschreit: pure, abgrundtiefe Verzweiflung und mangelnde Vergebung, und massive, unaushaltbare, unentrinnbare Anklage: nicht eines Staatsanwaltes, sondern eines unmöglich zum Schweigen zu bringenden Gewissens. Dieses Dokument ist gefilmtes Gewissen; und zwar – „schlechtes“, grauenhaftes – ist ein viel zu geringes Wort.

              Bei einem Film, über den man sowieso nicht reden – und Worte sich entbinden – lassen kann.

              Man braucht diese letzte Szene nicht zu sequenzieren. Es ist ein Wunder, das dieser Kamera gestattet war, solche einmalige Szene aufzunehmen, die nicht planbar- wäre, die nicht darstellbar wäre, die nur – sich ereignen kann, wie Wahrheit sich ereignet. Wie Anwar, um Fassung – seinen einzigen Schutz, ringend – die Fassade aufrecht erhält und immer wieder, von Krämpfen und würgendem, sinnlosen Erbrechen, +über sich selbst, sein Inneres aus dem Leibe kotzen mögend,- sich müht, in die Flucht dieser aufrecht erhaltenen, krampfhaften Fassade zurückzuweichen und Schutz zu finden – vor den Dämonen seiner selbst, vor dem Dämon, der er sich selbst ist. Es ist, als wäre ein Gespräch Himmlers oder Mengeles oder Eichmanns innerhalb ihrer aufgenommen – und es ist gut, das dieser Krieg vierzig Jahre vorbei war und Zeit hatte, zu reifen, was er ausbrüten mochte, denn zumeist – wie auch im Falle der Letztgenannten, wird jeder Versuch der Menschheit, sich ihrer Dämonen bewußt zu werden, vorzeitig abgebrochen und ausgesetzt unschädlich unverständlich gemacht – indem ihre Körper nicht ihre Bedeutung ex-trahiert-ausgezogen, abgestoßen, zugewiesen und fingergezeigt- ver-äußerlicht + ihrer sich, als solcher „von anderen“ – entledigt wird,- und Rache ihren Triumph in Vernichtung findet. Hier hatte das ‚Böse‘ Zeit zu reifen, und ganz sein Aroma zu verwirklichen und in sich aufzunehmen: und sich ganz zu schmecken. Es ist ungesühntes Böses, das göttlichem statt menschlichen Richter zur Sühne fiel: man hätte das Ganze mit etwas Gegenterror schnell aus dem Erinnern, und der Geschichte, schaffen können; ein geringer, zusätzlicher Völkermord – Holocaust – unter weiteren,- und erledigt. Er wurde es nicht. Dies Böse hatte Zeit, und Gelegenheit, zu überleben, aus dem Ei zu schlüpfen, und ganz unbehelligt seine Gestalt unter Menschen ein- und anzunehmen. Es will uns etwas sagen : nur deswegen erhebt es, immer wieder unablässig von uns – zu spät, NACHDEM es tat was es tat, gehindert, auszusprechen, was es uns sagen will, nach verrichteter Arbeit: es ist, wie einem Handwerker die Auszahlung vorzuenthalten-, ein Imperium, eine Zitadelle des Bösen zu errichten, mit zahlreicher Mühe, um dann, wenn es an die Vergeltung geht, verschollen zu gehen, -er verschwunden am Vorabend der Verwertung sein Ränzel wo, zu Nichts geronnen bei nächster Gelegenheit, unbeglichener Baustelle, aufschemt. HIER NICHT: hier nimmt, fixiert, beobachtet, das Böse, das unendlich Verkommene, mächtig unbeschreiblich unfaßbare BÖSE, seinen ihn von einer Existenz zugedachten LOHN vor Augen möglich in Empfang: und wenn es Sie beruhigt: das scheinbare Entkommen und die scheinbare Unvergeltung unmenschlich ruchloser Taten Ereignisse und Handlungen: sie werden, NICHT, in diesem Film gezeigt. Hier wird nicht demonstriert, wie jemand e n t k o m m t : hier wird gezeigt, wie jemand verfolgt und eingeholt wird. Hier wird Sühne gezeigt: nicht vor einem menschlichen Richter, einer Gesellschaft,- sondern viel schlimmer: vor dem schlimmsten, unbestechlichsten, unduldsamsten, grausamsten, gerechtesten Richter von allen: unser selbst, unserer Taten-Folgen, für uns selbst. Dieser Film, ja es ist so, es gelingt ihm, schafft, die Vollziehung göttlicher Gerechtigkeit vor Augen zu führen: wenn die Täter unbehelligt im offenen Automobil durch die Schand-Straßen ihrer Taten promenieren. Wenn Sie schaffen, den Anblick von Tätern – vor Ihrem inneren Auge – auszuhalten, dem Schildern ihrer Taten: werden Sie mit Ungeheuerlichem belohnt, für die Maßgabe Ihrer Schmerzen: Sie werden Zeuge (und erzittern) wie Gott straft, auch wenn menschliche Gerechtigkeit nicht vermag (sie vermag es nie, adäquat: denn der Mensch verurteilt nur einen festmachenden Körpergrund einer Wesensfreiheit, der Vergessen in Vergehen vielleicht Segen wäre. Hier wird gezeigt, die Kamera vermag das, Ungeheuerliches: wie Gott straft: im Menschen, der sich seiner bewußt wird, dessen, was er war, ist und wurde – und wie unentrinnbar das, weigert er sich zu erinnern, und zu bereuen, ist. Dieser Film zeigt das Herzinnere, der Sühne, in Abwesenheit von Herz, von jeder Regung, in Fühllosigkeit. Dieser Film ist personifizierte Härte. Dieser Film ist Flügelschlag-Rauschen der Erinnyen. Dieser Film ist ein Rachefeldzug, ein Vollstrecken göttlicher Rache: am Täter, der sich nicht erinnern kann, und nichts bereut. Dieser Film ist göttliche Strafe. Dieser Film : ist Atem Gottes, im Verweigern, und zeigt, was dem Bösen und mit ihm geschieht. Dieser Film hält den Atem an. Dieser Film raubt ihn. Dieser Film ist unzeigbar, unfilmbar, unherstellbar. Dieser Film hat Unmögliches möglich gemacht: er hat stillgehalten, wo Stillhalten unmöglich ist. Keine Ahnung oder Vorstellung, wie Joshua Oppenheimer es möglich war, die Entstehung dieses Beobachtungsmaterials , im Angesicht, auf Duz-Freundschafts-Odemnähe des Bösen, - auszuhalten; denn wes ganz anderen Geistes Kind er ist, ist klar. Keine Ahnung oder Vorstellung, wie möglich war, diesen Film – zu filmen, sich ereignen,- entstehen,- geschehen zu lassen. Dieser Film ist –
              ein Dokument, wie in der ganzen bisherigen Menschheitsgeschichte kein anderes vorhanden.
              Schwer auszuhalten; und doch. Es zeigt Rache, mächtig, vollzogen,- nicht Anklage, ohnmächtig, unvollzogen.

              Wenn Sie dieses spüren können,
              können Sie diesen Film aushalten. Es ist drin. Seien Sie beruhigt: es ist darin. Ich habe es gesehen. Aber Sie müssen schaffen: die letzten Szenen zu erreichen,- zu erleben. Dann werden Sie erlöst. Versprochen.

              Dazu mag ein Leben nötig sein. Aber wenn es Sie nicht gibt, während es Dieses gibt: ist ein Leben, ist Ihr Leben, nicht wert, gelebt zu werden. Wenn es DIES gibt: werden Sie es auch erleben müssen. Danach, erst dann: fängt das, was Ihr lebenswertes Leben sein könnte, an: wenn es dieses gibt. Versuchen Sie es zu vergessen, zu tun als ob: werden Sie keines haben.
              Glauben Sie mir: das wahre Leben liegt jenseits heute dieses Films.

              ..

              III.
              Diesem Zeugnis wird sehr schnell ein Ruf vorauseilen.
              Sie werden Angst bekommen. Sie werden sich fragen, ob es gut -, ob es auszuhalten ist, für Sie, sich diesen Film anzuschauen.

              Er ist sehr leicht anzuschauen. Er ist unspektakulär. Es wird gelassen erzählt, keine Illusionierung von Gewalt, nur Gestalten berichten. Stadtbilder, Enkel, Gänse, und Physiognomien, die sich darstellen; spreizen; leiden.

              Dieser Anblick ist sehr wohl zu ertragen.
              Was nicht zu ertragen wäre, ist, diesen Film, hinterher, wenn er in die Tiefen dringt- einsickert, in den Folgen auszuhalten – wenn, und im Maße, wie Ihnen beliebt zu entscheiden. Tun Sie es: werden sie ihn nie mehr, ab da, vergessen. Sie werden mit ihm leben, und es können. Es gibt dann: ein Davor und Danach. Anwar Congo könnte, womöglich, als Warnung, nicht Bedrohung, Sie durch Ihr Leben begleiten. Sie werden ihn und seine Spießgesellen, dieses äußerste Ausmaß ein Stumpfsinn, Ekel, und Dumpfheit, Niedertracht und sadistischer Grausamkeit, dieses zu sieghafter Legitimität gelangte unbegabte, kleinkarierte, Idiotisch-Unterbelichtete, das sich in seiner Unfähigkeit suhlt, brüstet, wälzt, + seine durchdrungene beschmutzte Schwärze herzeigt wie eine Auszeichnung, ein Kainsmal wie ein Orden,- nicht wieder los. Sie werden von da mit ihnen leben lernen und als Inventar ihres Lebens betrachten.

              Es ist gut, wenn Sie das tun. Aus einem Grund: es i s t so. Es g i b t Sie, und das was die taten, und andere tun; und weitere tun werden. Es ist wichtig: weil die Verhältnisse, die zu ändern,- s o sind. Es ist unfaßbar: aber es ist so. Und Ruhe wird nicht einkehren.

              Es wird gut sein, dieses Ereignis zu begreifen, denn es ist w a h r und hilft Ihnen, die Wahrheit, einen heute wichtigsten Teil davon, zu begreifen. Es ist schlecht, ohne oder mit einem verschwiegenen wichtigen Teil der Wahrheit zu leben : wie es ist,- immer noch: erst beginnt zu tun.

              Sie werden, vielleicht, Angst vor diesem Film, „vor“ dem Film, bekommen. Sie brauchen es nicht.
              Was Ihnen geboten wird, ist „unspektakulär“ – scheinbar. Nur ein paar – Mörder, Massenmörder, die erzählen. Denen niemand einen Vorwurf macht. Außer dem, was sie SIND, nicht einmal taten.

              Sie mögen vor dem Ungerächten Angst haben; vor dem Sieg dessen, was Sie fürchten. Das werden Sie nicht sehen. Das wäre nicht auszuhalten.

              Im Gegenteil: was Sie sehen werden, ist:
              Einen Film, den Sie nie vergessen werden, weil
              das was nicht sein darf, gezeigt wird, in dem Scheitern des Versuchs, es zu tun, & gelingen zu lassen, allen äußeren Siegesgebärdens zum Trotz : Nicht-Gelingen.
              Es wird gezeigt, und erwiesen, und fühlbar gemacht, der Siegeszug „göttlicher“ empathischer Rache und Gerechtigkeit.
              Es wird hergezeigt und vorgewiesen, von ihnen selbst, das unendliche Scheitern dieser Grauenhaftigkeit, in Menschengestalt.
              Es wird gezeigt der Sieg des Besseren, Wahren, Guten, und das schrecklich anzusehende, zu fühlend warum- Scheitern des Bösen. Es wird gezeigt, wie ein Mensch viel zu schwach ist für das Gefäß des Bösen. Es wird gezeigt, wie dieses Gefäß zerfressen wird vom viel zu gefährlichen, unfaßbaren Inhalt gefährlicher Säure und Zersetzung, die in es gegossen ward. Was Sie sehen, ist das Scheitern des Bösen, und das Fühlen der Gründe, warum. Kein abschreckenderes Beispiel ward je gesehen: der göttlichen Strafe auf Mord; nicht erst in ‚einer‘ Hölle; die Hölle ist unendlich hier; Hölle auf Erden, hier und jetzt und immer. Sie werfen einen Blick in den Abgrund: der unentrinnbaren, unauflösbaren, SCHULD,- ihrer Schrecklichkeit, ihres Schreckens, ihrer Strafe. Sie brauchen keine Angst vor dem Film zu haben. Sie könnten gewarnt werden; vor den Folgen Ihrer Taten.

              Was Sie hier fürchten lernten, vielleicht, ist nicht Anblick der ungestraften ungesühnten Ungerechtigkeit in Vergangenheit, oder Gegenwart; sondern
              Ihre eigene Strafmündigkeit, in Zukunft, sollten Sie es wagen, sich zu versteigen.
              Dieses Dokument hilft zu begreifen, warum das Sittengesetz, zuvor, behauptet und besteht – „Du sollst nicht töten“,- in jeder Religion, jeder Gemeinschaft, jeder Gesellschaft.
              Es demonstriert die Strafe, der Furchtbarkeit, die auf ein Übertreten dieses Gebotes ausgesetzt, des Nicht-Tötens, ausgesetzt ist.

              Dieser Film ist, wahrlich, das ist er, ein göttliches Gebot, einer Warnung, vor einer Grenze, zuvor. Er hilft Ihnen, diese Grenze zu erkennen, und zu begreifen. Überschreiten Sie diese Grenze nicht, unbedacht.
              Dieser Film könnte Ihnen helfen. Er ist, in Eindringlichkeit, ein Akt der Warnung, rechtzeitig. Wenn es, wie leicht, kein Rechtzeitig mehr geben könnte – falls Sie zulassen, zu ignorieren. Dieser Film hilft: ihre Reinheit, so Sie denn noch welche hätten, zu bewahren. Dieser Film ist ein Vater, ein echter: der Sie vor Schlimmen und Schlimmeren bewahrt,- wenn Sie sein Flehen hören, erhören und beachten. Dieses Erleben kann Sie vor dem Abgrund bewahren,- nicht hineinstoßen. Hineinstoßen täten vielleicht Sie sich: wenn Sie am Abgrund wandeln, ohne ihn zu wissen. Danach, nach Kenntnisnahme dessen, was in diesem Zeugnis steht, gibt es keine Ahnungslosigkeit mehr: danach gibt es ihn, und sein Wissen wo, und wie. Es ist nützlich, nicht schrecklich, das zu erfahren. Irgendwann, wenn es rechtzeitig war, werden Sie froh sein, gewarnt worden, und bewahrt, vielleicht, zu sein, vor etwas, was niemand niemals – passieren darf und sollte. Nicht sein, nicht geschehen darf. Nicht Ihnen. Dabei hilft er: Bewahrung, nicht Verdammnis.
              Vermiedene Verdammnis: heißt bedeutet Erlösung. Dieses Glas ist nicht halbleer, es ist halbvoll. Sie sollten es füllen, indem Sie es leeren, und leeren, indem Sie es füllen.

              • Amazonen, hieß es, schnitten sich die Brust ab, um besser den Bogen spannen-, der zurückschnellenden Sehne kein Hindernis bieten zu können. Es handelte sich pragmatisch auch nur um die rechte Brust. Es war nicht etwa ein gegen Sexualität an sich gerichteter Akt.
                Auch Amazonen wollen nicht aussterben. Jedenfalls nicht auf solche Weise.

                Es war ein Akt (er ist ja nicht geschichtlich), der zur Steigerung der unbedingten Kampffähigkeit die Selbstverstümmelung in Kauf nahm.

                Allerdings: solch letzteres Kind-mit-dem-Bade-Verhalten ist jawohl geschichtsnotorisch.
                So wäre keine Fama: um uns herum fallen täglich gesäbelte Brüste. Die Amazone lebt. Man faßt es kaum. Niemand ahnt es und doch ist es so. Es wird Zeit, daß wir den Geheimbund der Lebenden Amazonen endlich entdecken und aushebeln und uns bekannt machen, mit ihnen. Wenn auch nicht unbedingt, um Sex zu haben (das klappt eh nicht,- in dem Sinne der Ihnen vorträumt; mit dem Sex vielleicht wohl, denn auch heute wie niemals will nicht ausgekindert sein; mit der Romantik jedoch,- die Ihnen vorschwebt eventuell,- nicht sicher : sicher nicht.

                Der Geheimbund, stoisch, grausam, selbstverachtend, schweigsam, ertragend, unmenschlich, hinnehmend, besteht. Unsere kuschelige Welt ist Illusion. Sie sind zahlenmäßig gering aber sie sind kampflüstern. Sie brennen darauf. Sie dominieren uns. Wir ahnen es nicht: sie bereiten sich.

                Es wird Zeit, das wir uns vorstellen, wie es wäre-, wozu man fähig sein muß, wenn man es fertigbringt, sich für das Geringe, einen Bogen treffsicher besser zu spannen,- tatsächlich die Brust (selbst) amputiert. Natürlich ohne Narkose: einstmals. (Wie es heute gehalten ist, weiß ich nicht). Vermutlich aus rituellen Gründen (so etwas manifestiert fix) immer noch derart: stellen Sie sich vor, das Blut, den Dreck, das Beißholz, das (vermutlich) Lautlose, Unterdrückte, Grimme, das rotabtropfende Eisen, den Boden, den durchschimmernden Rippenkorb, die Mullbinden, die zusammengestrafft (von anderen) verzogen vernähte Haut, das Narbengewebe einstmals, den unerlaubten Schrei eben noch Stöhnen, das „gelassene“? Ertragen, die zerpreßten Lippenschlitze. Den erlöschenden Augenglanz. Die fortgeworfene, vielleicht verbrannte gelöste, sinnlose, erschlaffte Brust, ein Handklumpen Ekel. Wie eine Klitoris-Beschneidung, an jungen Mädchen, Kindern noch, mit Feuersteinklingen (haben chirurgische Schärfe, fürs vorbeugende Patriarchat). Stellen Sie, - Sie wollen nicht?- - sich die
                unglaubliche Härte
                vor. Können Sie das? Kann man das? Kann das irgendjemand, der >normal< „modern verweichlicht“ lebt? Leben solche Menschen?

                Spricht etwas dafür, daß es diesen Geheimbund gibt?
                Nichts. Außer, das wir, oft, mitunter täglich,
                in den Nachrichten aus aller Welt Bezeugtes finden, von aufgefundenem, vorgefallenem Spurengewebe,
                das, wenn nicht alles täuscht (das soll es)
                am ehesten – plausibel– wenn man sich nicht täuschen lassen unbedingt will –

                als organisches Restmaterial abgeschnittener, zur Lebensspende gedachter
                geopferter Brüste – erkennen wir sie?-
                zu deuten ist – vorgefunden, vorfindbar, sich findet : d a ist. Sich finden wird.

                Und damit eine Spur der Härte, die es wohl gibt : wir glauben es kaum.
                Ist es so, wird es Zeit sich einzugestehen : Wir dürfen nicht länger hinausschieben. Wir müssen unseren Kokon verlassen. Wir müssen Kontakt aufnehmen.
                Und bereit sein, uns zu verändern; vielleicht sogar-, verändern zu lassen.

                Damit auch von uns etwas in dieser neuen Daseinsform noch zu finden sein wird. Bevor es siegt.
                Und wer zweifelt, fiele es, wenn es bereit ist, über uns her, es so sein und enden würde? Diese Härte? Gegen unsere Weichheit?
                -Berühren wir sie: damit, wenn uns daran liegt, ein wenig von dieser Geschmeidigkeit, dieser Nachgiebigkeit, die Härte aufweichen möchte -–wenn auch sie, entdeckt, und noch nicht bereit, es zulassen muß, in Handberührung. Und vielleicht entdeckt, die übrige Brust, zärtlich berührt, das es mehr – und anderes gibt – als Härte nur und ganz allein.

                • Das mit dem "Auschwitz-Gedicht" möchte ich kurz gerade rücken - Das "Gedicht" steht ja nur stellvertretend für alle von Menschen geschaffenen Kultur, die diese Katastrophe am Ende nicht zu verhindern in der Lage war; es ist der Ruf und die Sehnsucht nach einer neuen, anderen Kultur, die leistet, was Gedichten nicht gelungen ist. Für unsere heutigen Ohren etwas unglücklich formuliert :)

                  ACT OF KILLING habe ich mir aus der Mediathek herunter geladen, aber noch nicht gesehen, was noch dauern wird. Aber er scheint dich auf dem richtigen Fuß erwischt zu haben, und ich mag diesen Satz sehr: "Man muß dazu übrigens nicht unbedingt d i esen ‚Film‘ gucken." Anderes zulassen - das ist doch fast schon alles, mehr darf man gar nicht erwarten.

                  • The Act of Killing

                    Durch das Nadelöhr der Kenntnisnahme dessen, was den Inhalt dieses ‚Film‘ ausmacht, muß, wenn es eine gibt, menschliche Zukunft. Und zwar in jedem Einzelnen. Und zwar wird es, ohne, niemals bis dahin, und vielleicht auch sonst nicht, eine geben. Kommt drauf an, wieviele sich wielange weigern. Man muß dazu übrigens nicht unbedingt d i esen ‚Film‘ gucken. Es geht auch anders. Aber es ist ungeheuer dränglich: beim Nicht-Weggucken-lernen.

                    „Nach Auschwitz ist kein Gedicht mehr möglich“
                    doch : wenn es gelänge (wir sind weit davon), Auschwitz nicht Vergangenheit,- sondern unmögliche Zukunft werden zu lassen : durch Begreifen, und Verhindern. Wir sind weit davon. Von beidem.

                    Wir genießen eine Zeit, die Auschwitz nicht enthält. –Eben-.
                    Und es stimmt nicht mal.

                    : bis jeder Lebende das Nadelöhr dessen, was diesen ‚Film‘ ausmacht, passiert hat-

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                    Die Menschheit – „“- hat ihre Unschuld verloren. Früher war es möglich, solchem persönlichen Kenntnisnahme-Zwang zu entkommen und vorbeizuleben; es gab nicht notwendig Erfahrung, keine Bücher, keine Photographie, keine Medien, keine Kultur, kein Hörensagen, kein Außer-Europa oder Außer-Asien oder Außer-Heute - vor nicht einmal zweihundert, vor nicht einmal hundert Jahren. Ziemlich genau seitdem : mehr und mehr.
                    Heute ist es d a : das genügt.
                    Und niemand habe nicht gewußt : ist ein Urteil, das Sie sich selbst /nicht/ unterzeichnen, doch gültig – und vollstreckt werden wird.

                    • D i e P a n z e r k n a c k e r b a n d e hat den Staat geklaut
                      und sich unter den Nagel gerissen – nachdem sie das Projekt mit Onkel Dagoberts Geldvorrat für „beendet“ („Mission accomplished“) erklärt hatte. Der Staat gehört, nein i s t , jetzt eine/r Privatinitiative. Der Staat geht uns zwar alle an, aber kommen – und ankommen, tut er nur in eine Richtung, auch wenn alle /gern, begeistert, überzeugt?/ mit-gehen und/oder (ungern’er) mit-müssen. Das Ziel liegt nicht etwa irgendwo draussen, in freier Natur, sondern da, wohin die Knacker-Bande ihr ganzes Dasein lang immer nur einzig gewohnt war hinzustreben so auch jetzt, -wowie ihre Mission +Berufung, ihr Talent, ihr Sehnen, ihre einzige Konzentration und Kontemplation, ihr Fokus und Gewöhnung worauf immer zielte und hinorientiert war – in den VorratsBUNKER &das unbefugt verfügbar gestattete Innere jenes „uneinnehmbaren“ tierisch gesicherten Gebäudes – ein Bauwerk, ja, zuletzt doch von Menschenhand. (Im Mythos der einstmals zurückschauenden Legende wird es sich zu ‚von Götter-„Schicksals“hand errichtet &nur erdacht-können-worden-sein‘ wandeln). Von d o r t , aus i h m, dem endlichen Zielort ihres Strebens re(a)gieren sie nun – und wo ist bloß Dagobert geblieben (krallte ihn nach soviel‘ Jahr doch Altersschwäche sich? wurde er gar beseitigt?), -und WAS wurde aus seinem herzensgut cholerischen Neffen? -und den drei einstmals so pfiffigen Groß-Nifflein, die mittlerweile /längst/erwachsen sein dürften /müssten? Was aus GustavGans wurde kann ich Ihnen sagen – GuntherSachs ϯ. Und Daniel Düsentrieb schraubt immer noch, immer besessener. Und Mickey Mouse, mit jenen doch auch bekannt und familiar, in Entenhausen, deren detektivischer Spürsinn aber und Abenteuerlust immer war und ist von anderen Ereignissen genugsam involviert & absorbiert?- Moment, ich glaube – gerade hat sie gemerkt, dass sie gebraucht wird – auf jeden Fall dringend, endlich, WÜRDE, -einer, -der-, ernsthaft angemessenen und einzig bedrohlichen Art Sache gemäß-

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                      Einen einzigen gravierenden Unterschied gibt es: die Panzerknackerband‘ler im Roman wissen, das sie die Panzerknacker sind – die in Wirklichkeit nicht. Genaugenommen wissen sie gar nicht, wer sie in Wirklichkeit sind, wie und für was sie funktionieren, was sie bewirken und fürs Äußere in ihren Konsequenzen bedeuten. Sie wissen gar nichts, außerhalb des Inneren und der Bezüge und Belange des Bunkers. Sie sind wie Panzerknacker, deren Identität gelöscht wurde, indem man ihnen wie Simson sein Haar, ihre Masken im Schlaf entfernt hat, deren uralte Abdrücke ihrer Haut jedoch immer noch erinnerlich und spürbar eingedrückt ist. Ihre Masken fehlen, ihnen, als einziges noch. Die waren im Tausch, und die waren sie; ihr wahrheits- und wesensgemäßester Ausdruck wohl. Nun stimmt etwas nicht, und sie kommen nicht drauf, was.
                      Solange, wie sie das, unbehaglich, ahnen, halten sie sich, obwohl irgendwie dabei, ganz insgeheim, unwohl, - für b e d e u t e n d – ersatzweise – denn jedes Wesen braucht – und hat- seinen Wert.