ElMagico
ElMagico aus Hof ist 39 Jahre alt. Er hat sich Thu, 01 Apr 2010 16:43:29 -0000 auf moviepilot angemeldet und hat schon unglaubliche 1485 Filme bewertet und legendäre 584 Kommentare geschrieben. Mag den emotionellen Aspekt an Filmen, nicht den technischen. Blu-Ray ist nicht Punk! Mein Bier trink ich bei Punk, Hardcore und 60s/70s Soul. Naja, soviel trink davon grad aber auch gar nicht. Lieber verschwende ich mein Restleben auf Konzerten oder verkrümel mich mit guten Büchern. Na obwohl, manchmal trink ich schon recht gern paar Bier. Mehr
| Alter | 39 |
|---|---|
| Stadt | Hof |
| Geschlecht | männlich |
| Meine Lieblingsfilmfigur | Totoro |
| Meine Lieblingsschauspieler: | Morgan Freeman, Amanda Plummer, Johnny Depp, Toshiro Mifune, Takeshi Kitano, Winona Ryder |
| Meine Lieblingsregisseure: | Akira Kurosawa, Roman Polanski, Tim Burton, Stanley Kubrick, George A. Romero, David Lean, David Lynch |
| Mein Lieblingsfilmzitat: | Does our ruin benefit the earth, aid the grass to grow and the sun to shine? Is this darkness in you, too? Have you passed through this night? |
| Über mich | Mag den emotionellen Aspekt an Filmen, nicht den technischen. Blu-Ray ist nicht Punk! Mein Bier trink ich bei Punk, Hardcore und 60s/70s Soul. Naja, soviel trink davon grad aber auch gar nicht. Lieber verschwende ich mein Restleben auf Konzerten oder verkrümel mich mit guten Büchern. Na obwohl, manchmal trink ich schon recht gern paar Bier. |
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Hfonda15 Tue, 14 May 2013 21:47:39 -0000
Antwort löschenToller Kommentar von dir! Hat mich damals echt geärgert als ich den im Kino verpasst habe! Werd den mir unbedingt irgendwann auf DVD holen!
ElMagico Wed, 15 May 2013 07:50:27 -0000
Antwort löschenVielen Dank euch! Und Hfonda, sei nicht allzu traurig, kann mir den Film nur schlecht im Kino vorstellen. Der braucht extreme Ruhe!
Filmischer Eskapismus pur.
So mittelmäßig "The Hobbit: An unexpected Journey" auch tatsächlich sein mag, so sehr ich zugeben muss, dass sich der Film 1 oder 2 Punkte einfach durch die Existenz der "Lord of the Rings"-Trilogie verdient hat, muss ich sagen: Irgendwie merkt man es nicht. Die Sensoren schlagen nicht bei jedem kleinerem Manko aus, man begegnet dem Film wohlwollend,…
Filmischer Eskapismus pur.
So mittelmäßig "The Hobbit: An unexpected Journey" auch tatsächlich sein mag, so sehr ich zugeben muss, dass sich der Film 1 oder 2 Punkte einfach durch die Existenz der "Lord of the Rings"-Trilogie verdient hat, muss ich sagen: Irgendwie merkt man es nicht. Die Sensoren schlagen nicht bei jedem kleinerem Manko aus, man begegnet dem Film wohlwollend, wie einem alten Freund. Ich gönne dem Film diese Milde aber nicht zu, weil ich dem Franchise die Stange halten will, sondern honoriere hier auch, was Peter Jackson geschafft hat, indem er dieser Welt Leben einhauchte. Man ist für 3 Stunden weg, nicht mehr in dieser Welt, erinnert sich an Landschaften, trifft alte Bekannte, wir mitgenommen auf Spaziergänge in neue Regionen und hört Geschichten die man bisher nicht kannte. Vielmehr will ich manchmal doch gar nicht von einem Unterhaltungsfilm, als dass er mich eine Zeitlang vom Alltag entführt und mir ein gutes Gefühl gibt. Auch das ist doch Kino. Und "The Hobbit: An unexpected Journey" nimmt einen mit auf diese Reise und ich war so gern dabei, die ersten Töne des typischen Scores fühlten sich an wie Balsam.
Aber natürlich ist auch mir aufgefallen, dass sich manche Dinge in Mittelerde verändert haben. Zuweilen war es mir schon etwas zu albern, manche der Figuren fühlten sich etwas unecht an und ein wirkliche dunkle Bedrohung konnte der Film nie wirklich vermitteln. Gestehe ich den Zwergen noch einiges an Schabernack und Liedgut zu, so war ich mir bei den Trollen schon nicht mehr sicher, bei den Goblins war es mir dann aber fast schon zuviel des Guten. Azog hingegen taugt nicht wirklich als Gegner für einen 3-Stündigen Film, bleibt blaß und vorallem eins: Immer fühlbar ein CGI-Figur. Würde man "The Hobbit: An unexpected Journey" aus seinem Kontext herausreissen und alleine betrachten, er würde einem wirklich ziemlich leer und wohl auch etwas langatmig erscheinen. Ich selbst konnte aber eben die "Lord of the Rings"-Filme ausblenden.
Es ist der Beginn einer Reise, tatsächlich ein etwas holpriger, aber wer weiß wohin die weiteren Teile inszenatorisch hingehen werden. Ich jedoch findes es allein schon sehr bemerkenswert und großartig, dass es eine Filmreihe schafft ein Welt zu kreiren, in der man sich fast heimisch fühlt, die einem wirklich das Gefühl einer existierenden Parallelwelt gibt. Ich war gerne wieder dort, ich hab es total genoßen und schieb hier gerne jegliche Objektivität beiseite...falls es sowas überhaupt gibt.
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Haschbeutel Mon, 13 May 2013 08:34:34 -0000
Antwort löschenDa hast du eher Zugang gefunden, denn dank dem vielen CGI war ich eben NIE in Mittelerde, was ich bei den Vorgängern fast immer war. :( Dennoch schöner Kommentar! Achja, bei "Azog hingegen [...] bleibt blaß" musste ich kurz schmunzeln. :D
ElMagico Mon, 13 May 2013 08:35:43 -0000
Antwort löschen:) So hatte ich das gar nicht gemeint, aber ja, es passt ;)
Timo K. Mon, 13 May 2013 09:01:01 -0000
Antwort löschenSo wäre ich auch gern noch einmal versunken... :)
ElMagico Mon, 13 May 2013 09:38:31 -0000
Antwort löschenVielleicht wird das ja mit den nächsten Filmen noch...ich wünsche es dir jedenfalls sehr!
"The Crazies" steht zwar etwas im Schatten der Zombiewerk von George A. Romero, erinnert stilistisch aber doch schon frappierend an diese. Und wer hier einen eher Action-Film im Sinne des Remakes erwartet, der wird eventuell bitter enttäuscht. Denn Romeros Stil war schon immer ein sehr zurückhaltender, eher biederer. Zwar gibt es auch in diesem Original genug Kämpfe, Schiessereien und…
"The Crazies" steht zwar etwas im Schatten der Zombiewerk von George A. Romero, erinnert stilistisch aber doch schon frappierend an diese. Und wer hier einen eher Action-Film im Sinne des Remakes erwartet, der wird eventuell bitter enttäuscht. Denn Romeros Stil war schon immer ein sehr zurückhaltender, eher biederer. Zwar gibt es auch in diesem Original genug Kämpfe, Schiessereien und sogar überraschend viel Blut, insgesamt bleibt der Film aber sehr nüchtern, oft fast etwas dokumentarisch. Romero kümmert die Dramatik wenig, auch die Emotionalität seiner Charaktere leuchtet er nur ansatzweise aus. Ihn interessiert das Geschehen und welche Auswirkungen es hat, es scheint als faszinieren ihn die Abläufe der Dinge, ob das nun Maschinen, Vorschriften des Militärs oder das Verhalten des Menschens in Notsituationen ist. Dabei ist ihm weniger wichtig was in der einzelnen Person passiert, sein Augenmerkt liegt darauf wie sich diese entscheiden und welche Konsequenzen daraus folgen. Dazu fertigt er für alle elementaren Figuren dieses Films einen imaginären Käfig an und studiert ihr Verhalten, dokumentiert wie sie wie Labormäuse versuchen das Ziel zu finden, nicht ohne ihnen immer wieder den Weg zu versperren. Denn allen hier ist gemein, ob Flüchtling, Wissenschaftler oder Soldat, dass sie sich ständig den von oben dirigierten Bedingungen anpassen müssen und deshalb oft über weite Umwege zu ihrem Ziel gelangen müssen. Das ist dann im speziellen sicherlich auch eine direkte Militär-Kritik, doch bleibt diese am Ende doch sehr vage und undefiniert. Romero spielt hier ganz offensichtlich ein Spiel, baut zwei Bedrohungen auf, lässt aber im Dunkeln wie bedrohlisch und realistisch diese nun wirklich sind. Er spielt stattdessen mit den Menschen, was macht Gruppe A, wenn Gruppe B dies tut...und was machen dann diese, wenn sich Gruppe A z.B. aggressiv verhält. Den ganzen Film über gibt es dieses Hin und Her, teilweise fesselnd und interessant, gegen Ende hin aber auch fast etwas ermüdend.
Daneben ist "The Crazies" sicherlich kein Film der das Herz des visuell veranlagten Cineasten höher schagen lässt. Romero wählt ein wirklich völlig biedere und trockene Inszenierung und die wenigen gefühlvollen Momente des Films scheitern etwas an den laienhaften Darstellern. Diese bleiben jedoch eh immer minimales Beiwerk, würden in diesem Film wohl auch stören, da solche Handlungsstränge ja doch meist nach einer Auflösung schreien. Denn die liefert Romero hier in keinem Aspekt des Films wirklich. Er beschreibt hingebungsvoll, wagt aber keinen Ausblick auf ein mögliches Ende. Auch bewertet er kaum und lässt so für vielerlei Interpretationen Platz, wie z.B. die Vietnamparallelen, die der Kampf der Flüchtlinge offensichtlich hat. Diese Dinge bleiben aber immer nur dezent angedeutet, Romero hütet sich davor Kritik mit dem Holzhammer zu üben.
Ein interessanter, über weite Stecken richtig guter Film, der aber gegen Ende hin dann doch merklich etwas an Brisanz verliert. Ein bisschen zu oft wiederholen sich die Geschehnisse, ein bisschen zu konstruiert wirkt das Ende. Dadurch das Romero aber eben vieles offen lässt, viel beschreibt aber nicht erklärt, erlangt der Film eine gewisse Dauerhaftigkeit. Er beschäftigt, regt zu Diskussionen an. Und wenn es die ist, ob das nun ziemlicher Humbug und völlig übertrieben ist oder eben doch so, oder so ähnlich möglich ist.
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Dante_Hicks Thu, 16 May 2013 19:52:46 -0000
Antwort löschenFinde, der funktioniert wunderbar als Prequel zu den "Dead"-Filmen. Immer wenn ich mal wieder Lust auf Romeros Untoten-Saga verspüre, schaue ich mir zur Einstimmung erst mal CRAZIES an. :)
ElMagico Fri, 17 May 2013 06:26:54 -0000
Antwort löschenHmmm...da haste eigentlich recht...den Ansatz hab ich gar nicht bemerkt :)
Takuma Tsurugi kehrt zurück und entgegen meiner Erwartung hat er sich nicht im geringsten zum Positiven gewandelt. Weiterhin ist er das Ekel das nur ans eigene Wohl denkt und für Geld weder Feind noch Freund kennt. Also so ungefähr die selbe Ausgangsbasis wie im ersten Teil und potzblitz, die Geschichte nimmt auch den selben Verlauf. Wobei die Story an sich rückt in "Satsujin ken 2" nach…
Takuma Tsurugi kehrt zurück und entgegen meiner Erwartung hat er sich nicht im geringsten zum Positiven gewandelt. Weiterhin ist er das Ekel das nur ans eigene Wohl denkt und für Geld weder Feind noch Freund kennt. Also so ungefähr die selbe Ausgangsbasis wie im ersten Teil und potzblitz, die Geschichte nimmt auch den selben Verlauf. Wobei die Story an sich rückt in "Satsujin ken 2" nach ca. 10 Minuten seltsam weit in den Hintergrund und ist keinster Weise mehr Mittelpunkt des Films. Denn eigentlich wird nach der anfänglichen Einführung in die Geschichte nur noch gekämpft. Wo auch immer unser ablehnenswürdiger Held Tsurugi auch hinkommt, Massen an Gegnern warten dort schon auf ihn. Und da wird dann auch mal sinnlos in die Berge gefahren, hauptsächlich wohl um sich einfach mal in einer anderen Umgebung zu prügeln. Danach geht es in die Sauna und man rate mal was dort passiert!
Das mutet dann auch dementsprechend Skurril an und hat mit einem Film, der eine Geschichte transportiert kaum noch etwas zu tun. "Satsujin ken 2" hat nur eine Spielzeit von knapp 80 Minuten, bestimmt 5 davon sind gleich aus dem ersten Teil übernommen worden, weitere 5 sind fast dokumentarische Bilder aus 2 Kampfschulen und weitere 15 Minuten gehen für die Handlung drauf...bleibt also knapp 1 Stunde. In dieser Stunde wird gekämpft, gekämpft und gekämpft. Das Blut spritzt, Tsurugi haut seinen Gegner die Augen aus den Kopf, prügelt sich mit Frauen und lässt diesmal sogar andere kampftechnisch zum Zuge kommen. Das entbehrt jeglichem Sinn, ist aber toll anzuschauen, auch wenn sich mit der Zeit schon etwas Langeweile einstellt.
Dafür ist man dann ja auch recht schnell beim Endkampf angekommen und das ist sogar ein richtig guter! Also wirklich wirklich gut! Natürlich kämpft Tsurugi letztendlich wieder für das Gute, aber nicht weil er plötzlich herzensgut wie die Schlümpfe wäre, sondern weil die Ehre ihm dies und das verbietet und man mit Geld doch nicht alles kaufen kann und so Sachen halt.
Hach, ein sinnloser Spaß!
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Japans Antwort auf Bruce Lee...und was für eine Antwort das ist. Zwar besitzt Sonny Chiba zu keinem Zeitpunkt die Ausstrahlungskraft seines großen Vorbilds und wirkt ab und zu fast schon unbeholfen in seinem Bemühen Bruce Lee zu ähneln, aber grundsätzlich beschreitet "Gekitotsu! Satsujin Ken" eh ganz andere Wege als es Lee mit seinen Filmen tat. Denn auch wenn Mimik und Gestik offensichtlich…
Japans Antwort auf Bruce Lee...und was für eine Antwort das ist. Zwar besitzt Sonny Chiba zu keinem Zeitpunkt die Ausstrahlungskraft seines großen Vorbilds und wirkt ab und zu fast schon unbeholfen in seinem Bemühen Bruce Lee zu ähneln, aber grundsätzlich beschreitet "Gekitotsu! Satsujin Ken" eh ganz andere Wege als es Lee mit seinen Filmen tat. Denn auch wenn Mimik und Gestik offensichtlich an diesen angelehnt sind, so ist die Figur des Tsuguri in einem Bruce Lee Film undenkbar, zumindest auf der Heldenseite. Dieser Tsuguri ist ein Arschloch, man kann es gar nicht anders sagen. Zwar begeht er die wirklich abartigen Dinge nie selbst, aber er nimmt sie das eine oder andere mal billigend in Kauf. Er ist ein Anti-Held reinsten Wassers und selbst gegen Ende des Films ist man sich noch nicht sicher, ob er nicht vielleicht doch auf eigene Rechnung agiert. Das hat schon ein bewundernswerte Konsequenz in sich, da der Moment ausbleibt, in dem Tsuguri zum geläuterten Held wird. He is bad to the bone.
Ansonsten ist "Gekitotsu! Satsujin Ken" ein kunterbunter Knallbonbon der Abstrusitäten und Gewalt. Ein völlig überdrehter Mix aus Thriller und Karate, der manchmal so überbordend ist, dass man fast etwas den Überblick verliert. Wer da gerade mit wem und warum unter einer Decke steckt war mir auf Anhieb oft nicht so klar und insgesamt ist rückblickend die Story natürlich sowieso sehr krude. Aber bevor es ein ruhige Minute gibt, warum nicht noch schnell irgendeinen Gegner in den Film pressen? Oftmals etwas verwirrend, dafür aber eben zu keinem Moment langweilig.
Kampftechnisch erscheint Sonny Chiba nicht so auf den Punkt und knackig wie ein Bruce Lee, sein Stil ist eher roh und dreckig und um einiges weniger ästhetisch. Dafür werden hier auch definitv keine Gefangenen gemacht. Wo bei anderen Filmen das Kanonenfutter meist verletzt von dannen zieht, da gibt es hier für diese meist nur ein Ende: Den Tod. Der Härtegrad der Kämpfe hält sich insgesamt aber durchaus die Waage mit dem der Bruce Lee Filme, nur wird hier bei der Darstellung der Auswirkung dieser Gewalt weitaus mehr ins Detail gegangen. Da spritzt das Blut reichlich und hin und wieder hat Sonny Chiba auch mal ein Organ in der Hand. Und ich gebs zu: Das ist bescheuert....aber auch irgendwie geil!
Für Genre-Fans eigentlich ein Muss, man sollte aber schon eine gewisse Exploitation-Affinität mitbringen. Denn dafür, dass man eigentlich im Fahrtwasser des Bruce Lee ein paar Dollar mit diesem Film machen wollte, schlug man mit "Gekitotsu! Satsujin Ken" ganz schön gehörig über die Stränge.
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Mr. Pink Sat, 11 May 2013 15:27:41 -0000
Antwort löschenKlingt nach echt krassem Scheiß. ;) Muss ich mir, vor allem als großer "True Romance"-Fan wohl auch endlich mal ansehen.
ElMagico Sat, 11 May 2013 16:37:20 -0000
Antwort löschenSolltest du dann schon wirklich allein wegen "True Romance"...aber auch sonst kann man hiermit seinen Spass haben!
"Irréversible" hatte ich vor wenigen Jahren schon mal gesehen, bei der Vergewaltigungsszene aber abgebrochen. Einerseits weil ich zuviele Verbindungen zu diesem Thema habe, aber auch weil mit das ganze drumherum furchtbar übel aufstieß. Umso überraschter war ich gestern, dass "Seul contre tous" einen so positiven Eindruck bei mir hinterließ. Die Motivation dadurch reichte zwar…
"Irréversible" hatte ich vor wenigen Jahren schon mal gesehen, bei der Vergewaltigungsszene aber abgebrochen. Einerseits weil ich zuviele Verbindungen zu diesem Thema habe, aber auch weil mit das ganze drumherum furchtbar übel aufstieß. Umso überraschter war ich gestern, dass "Seul contre tous" einen so positiven Eindruck bei mir hinterließ. Die Motivation dadurch reichte zwar dazu aus mir "Irréversible" nocheinmal komplett anzusehen, doch ob ich mir heute noch "Enter the void" besorge, wie ich es geplant hatte, bezweifel ich momentan doch stark.
Das grundlegende Problem für mich an diesem Film ist, dass ich einfach nicht das Warum finde! Worin liegt der Sinn von "Irréversible"? Was will Gaspar Noé uns sagen oder gingen doch einfach nur die Pferde mit ihm durch? Zeitweise hat es wirklich etwas den Anschein, er wollte nicht noch einen Film machen, in dem er die Sachen nur andeutet, sonder diesmal dem Publikum einen vor den Latz hauen. Oder ist da doch mehr? Aber alles was ich finde ist so nichtig, steht in keiner Relation zu den gezeigten Bildern.
Ist "Irréversible" ein Kommentar zur Gewalt? Das es sie gibt? Das sie nicht gut ist? Das sie jederzeit in unser Leben treten kann? Das sie uns verändert? Das Gewalt Gegengewalt erzeugt und selten etwas bringt? Noble, wenn auch nicht ganz so neue Gedanken. Jedoch sind all diese Ansätze eh so vage, dass es kaum der Rede wert ist, denn Noé setzt eindeutig auf die Körperlichkeit seines Films, auf den visuellen Aspekt. Er verheddert sich zwischen all seinen Ambitionen, will Kunst sein, will schocken, aber doch auch anspruchsvoll sein und wird am Ende zur unausgegorenen, aber legendenumwobenen Karnevalsattraktion, bei der auch mal Goreliebhaber vorbeigucken.
Begraben liegt dieses Problem darin, dass "Irréversible" neben all seinem technischen und ästhetischen Aspekten auch noch eine Geschichte erzählen will. Und noch vielmehr als bei den 2 expliziten Gewaltausbrüchen fragte ich mich hier immer wieder: Was will Noé damit bezwecken? In vielen Phasen ist es offensichtlich ein erzählerisches Defizit, oft ist es für mich aber auch nur völlig unversändlich.
-Spoiler-
Das beginnt schon in der Bar, in der Marcus wie ein Derwisch nach dem Vergewaltiger sucht. Waren die homophoben Gedanken in "Seul contre tous" durch die Kunstfigur des Schlachters für mich noch legimitiert, so empfand ich es hier schon als fragwürdig wie er diese Menschen darstellt. Noé nimmt ihnen und ihrer Sexualität alles menschliche, wird aber ab den Moment, in dem Marcus mit diesen Leuten interagiert völlig hanebüchern. Als ob das alles ängstliche, aber notgeile Fickpüppchen wären kann Marcus hier Leute schlagen, rumschubsen und beschimpfen, ohne dass auch nur ein anderer Besucher eingreift oder zumindest irgendwie Unmut darüber bekundet. Sorry, aber das ist mehr Klischee als meine Realität verträgt. All dies gipfelt dann in der berüchtigten Feuerlöschnummer, welche dann aber wirklich beeindruckend ist, was aber auch etwas an ihren handwerklichen Qualitäten liegt. All das schreit von der Optik nach Videoclip und man wünscht sich auch etwas, dass dies einfach besser nur ein Musikvideo geworden wäre.
Danach offenbart Noé riesige Schwächen in seiner inhaltlichen Dramaturgie, die Phase zwischen Vergewaltigung und dem Finden des Vergewaltigers ist einfach so überzogen, dass sie irgendwo schon etwas unfreiwillig komisch ist. Und es wird vorallem eines klar: Noé interessiert die Psyche des Menschen hier genau nicht. Ihn kümmern irgendwelche Hintergründe nicht, er gibt einen Dreck darauf irgendein Verhalten auch nur ansatzweise logisch erscheinen zu lassen und wie gesagt: Eine echte Geschichte erzählen kann oder will er auch nicht. Darüber kann auch all der technische Schnickschnack hinwegtäuschen, inhaltlich hat "Irréversible" soviel Gewicht wie ein Steven-Seagal-Film. Da schießen einem soviele Fragezeichen in den Kopf, ich selbst kam mir auf eine Art echt verarscht vor. Mit viel Wohlwollen akzeptiere ich noch, dass Marcus nicht gleich mit ins Krankenhaus fährt....dass da dann aber diese 2 Jungs plötzlich auftauchen und ihre Dienste anbieten, ohne Worte! Jedoch wird hier ein zweiter Punkt deutlich: Auch das Schicksal seiner Protagonisten interessiert Noé nicht. Wem kümmert das Opfer solange man das Bild der Gewalt zeigen kann? Wieso auf das Resultat eingehen, wenn die Tat doch soviel imposanter wirkt.
Und diese Tat, die Vergewaltigung ist wirklich harter Tobak. Ich will auch gar nicht groß auf sie eingehen, weil sie im Kern wirklich gut gemacht ist, bei mir aber auch viel aufreißt. Im Kern trifft hier Noé wirklich einen möglichen Ablauf solch einer Tat. Zweifelhalft ist eher der Kontext in dem diese Szene eingebettet ist. Will auch nicht darauf rumreiten, dass da keiner auftaucht in dieser Unterführung (außer der Schatten der wieder verschwindet, was ich völlig blöd gemacht fand)...aber ich empfand es schon wieder als seltsamen Wink mit dem Zaunpfahl, dass das Opfer Alex in diesem offensichtlichen Problemviertel mit einem Hauch von Nichts spazieren geht. Soll das dem Zuschauer irgendetwas blödes suggerieren? Das wirkt so offensichtlich und gleichzeitig unpassend, eben konstruiert. Und ja, ich habe ein Problem damit, dass Alex von einem homosexuellen vergewaltigt wird....denn irgendetwas will uns Noé damit ja sagen, er setzt diese Szenerie ja so an. Oder ist das einfach nur die nächste Provokation? Diese wäre aber völlig sinnentleert. Sicherlich gab es solch Vorfälle schon, aber wie verschwindend gering ist deren Anzahl wohl zu heterosexuellen Vergewaltigern? Warum konstruiere ich solch eine Szenerie, wenn ich doch eigentlich eine universellere Aussage mit meinem Film treffen will. Wie gesagt: Noé setzt diese Konstellation ja bewusst ein, will damit was zeigen und mir wähnt, dass das nichts gutes ist. Mir fällt da wirklich nur ein, dass er Thought-Provoking sein will...aber selbst dann ist das lächerlich.
Und hab ich beim ersten mal während dieser Vergewaltigungsszene den Film abgebrochen, so hätte ich guten Gewissens dies auch gestern tun können. Denn in der letzten halben Stunde demoliert sich "Irréversible" völlig. Ich weiß nicht, ob Noé hier dem Zuschauer näherbringen wollte, dass seine Protagonisten vorher völlig normale Menschen waren, denn ich sehe nur Idioten, die idiotisches sprechen und idiotisches tun. "Irréversible" plätschert nur noch vor sich hin und Noé versucht verzweifelt sowas wie Menschlichkeit zu entwerfen, versagt darin aber völlig. Das ist wirklich so schlimm umgesetzt und wirkt im Gesamtkontext des Films so absurd, dass ich beim kleinen finalen Geheimnis das offenbart wird (eigentlich ja der Beginn der Geschichte), fast schon etwas schmunzeln musste ob der naiven Lächerlichkeit dieses Twists.
Ich finde hierin einfach nichts, dass den Ruf des Films gerecht würde. Zwei herausstechende Szenen der Gewalt, dazwischen aber viel Unbeholfenheit und Konstruktion, welche durch die Stilistik des Films hervorragend kaschiert wird. Teilweise ein genialer Musikclip, aber zu keiner Zeit ein guter Film. "Irréversible" schafft es ja noch nicht einmal irgendwelche Diskussionen aufgrund seiner expliziten Szenen anzuleiern. Zu sehr fehlt hierzu dem ganzen Werk eine irgendwie geartete Emotionalität. Oder sollte das gar nur ein ausloten dessen sein, was der Zuschauer an Gewalt erträgt? Herr Noé da gingen ander schon viel weiter, viel früher als sie.
"Irréversible" erzeugt keinerlei Reakton bei mir als Gesamtkunstwerk. Ich finde ihn teilweise ästhetisch interessant und auch ansprechend, ansonsten ist er mir wirklich egal. Unverständnis ist da ein bißchen und auch eine Portion Gernervtheit, aber ansonsten freu ich mich eher auf den nächsten Film. Denn von "Irréversible" bleibt nichts zurück ausser eben 2 denkwürdigen Szenen. Zuwenig.
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Hartigan85 Fri, 10 May 2013 09:16:58 -0000
Antwort löschenDer beste Kommentar, den ich bisher zu dem Film gelesen habe!
fkfilmkritik Fri, 10 May 2013 09:22:52 -0000
Antwort löschenIch finde den Film nicht schwulen- sondern generell männerfeindlich, im positiven Sinne. In dieser Randalierung zu Anfang im Schwulenclub kriegt man all diesen männlichen Verlangen, seinen Trieben nachzugehen, in einem gänzlich düsteren Licht.
ElMagico Fri, 10 May 2013 09:46:16 -0000
Antwort löschenDanke und nicht traurig sein! ;)
Hmmm...selbst wenn das alles generell männerfeindlich angedacht war. Überspitzung, Verallgemeinerung und Provokation sind für mich da denkbar schlechte Stilmittel...wenn es eben nur bei diesen bleibt. Und hier kommt ja nichts nach. Männer sind schlecht...was nun? Das fühlt sich mir alles zu einfach an...
Ohne Wiederkehr Fri, 10 May 2013 09:55:06 -0000
Antwort löschenAlso ich finde der Film ist nicht feindlich gegen irgendwas. Auch Schwul haben Triebe und Vorlieben, die als "pervers" bezeichnet werden und sind durch ihre Homosexualität vor allen Dingen nicht unantastbar. Außerdem finde ich nicht, dass Noe hier zusehr verallgemeinert, er nimmt sich eine Person aus einem bestimmten Milieu heraus. Und überdies, wie oft gibt es solche Darstellungen von Bars mit Heterosexuellen und da beschwert sich dann niemand, dass sie feindlich gegen irgendetwas ist.
ElMagico Fri, 10 May 2013 10:10:07 -0000
Antwort löschenIch finde auch die Blue Oyster Bar scheiße, für andere Menschen kann ich schlecht reden. Und mir bleibt der Sinn bei der Täterwahl, bei der Darstellung der Szene, der Party, des Paares usw. eben völlig verschlossen! Noe kann ja alles auf der Welt Scheiße finden, wegen mir auch Hunde, aber ich muss damit ja nicht einverstanden sein.
Sigmund Fri, 10 May 2013 11:02:56 -0000
Antwort löschenZwei denkwürdige Szenen: zu wenig?
Mir reicht schon EINE denkwürdige Szene um einen Film interessant zu finden. Denkwürdigkeit ist ja leider ein seltenes Pflänzchen...
ElMagico Fri, 10 May 2013 12:17:14 -0000
Antwort löschenKann diese Szenen für mich einfach in keine positiven Gesamtkontext einordnen...so bleiben es einfach nur zwei Szenen. Und ja, mir ist das etwas zu wenig.
Ohne Wiederkehr Fri, 10 May 2013 13:13:35 -0000
Antwort löschenNatürlich akzeptiere ich deine Meinung aber nachvollziehen kann ich sie nicht.
Möglicherweise bin ich ja selber homophob und störe mich deswegen nicht an dem Film. Bisher habe ich das zwar ganz und garnicht so empfunden, aber es scheint ja so zu sein, weil ich fast jeder an dem Film stört, nur ich nicht.
ElMagico Fri, 10 May 2013 13:33:57 -0000
Antwort löschenDeswegen musst du das ja noch lange nicht sein, ich persönlich kann es eben für mich nur sehr schwer ausblenden. Vielleicht bist du es ja sogar weniger, weil du alle gleichstellst ;)
Ein Film, der würde ich ihn in der falschen Stimmung sehen, für mich wohl absolut hassenswert wäre. Zu Unrecht, aber so ist das halt mit den Gefühlen. Doch auch so ist "Seul contre tous" sicherlich kein Zuckerschlecken, ich habe aber mein ganz persönliches Hintertürchen zu diesem Film gefunden. Einen Weg all diese gequirlte Scheiße die der Schlachter denkt und spricht einzuordnen und nicht…
Ein Film, der würde ich ihn in der falschen Stimmung sehen, für mich wohl absolut hassenswert wäre. Zu Unrecht, aber so ist das halt mit den Gefühlen. Doch auch so ist "Seul contre tous" sicherlich kein Zuckerschlecken, ich habe aber mein ganz persönliches Hintertürchen zu diesem Film gefunden. Einen Weg all diese gequirlte Scheiße die der Schlachter denkt und spricht einzuordnen und nicht dem Film anzukreiden. Überhaupt gelingt es Gaspar Noé durch die Wahl seiner Hauptfigur sich viele Freiräume zu schaffen, von einer sicheren Warte aus den Zuschauer provozieren zu können und auch das eine oder andere Tabu zu brechen. Natürlich konstruiert er hier und da, überstreicht öfters die Farbe Schwarz mit noch einer Schicht Schwarz, damit auch wirklich kein helles Pünktchen in diesem Film scheinen kann. Tut es aber irgendwie doch...auf ein sehr absonderliche und abstossende Art und Weise.
Wo ich bei "Seul contre tous" aber schon früh einen anderen Weg der Interpretation einschlug (zumindest wenn ich mir andere Kommentare hier so ansehe), ist bei der Einschätzung des Hauptcharakters, des Schlachters. Der ist kein Menschenfeind, kein Misanthrop und sowenig wie den Menschen eigentlich hasst, sowenig hasst auch die Welt. Der Schlachter hat in keinster Weise ein rationelles, für sich selbst durchdachtes Weltbild, durch welches er zu der Erkenntnis kommt der Mensch ist verachtenswert. Für mich entwirft Noé hier eine Figur, die eine schwere soziale Behinderung aufzeigt und deutlich schizophrene Züge hat. Was andere als Hass auf die Menschheit interpretieren, scheint mir eher ungezügeltes Selbstmitleid zu sein, welches aufgrund kognitiver Defizite im Laufe der Zeit ein reeles Weltbild ersetzt haben. Der Schlachter ist am lamentieren über die da Oben, die Reichen und das alle gegen ihn sind, aber er reflektiert nie sein Tun. Er wähnt sich immer richtig, es sind die anderen die das mutwillig missverstehen wollen, die ihm sein Leben zerstören ruinieren. Und unter diesem Gesichtspunkt konnte ich ziemlich gut Abstand zu all dem menschenverachtenden, selbstgefälligen und homophoben Gequatsche des Schlachters aufbauen. Ja mehr noch, die Figur erschien auch wirklich schlüssig, da seine Krankheit eine logische Folge seiner Kindheit sind und Gaspar Noé dies, gewollt oder nicht, beeindruckend und treffend umsetzt. Aber wie gesagt: Leichte Kost ist "Seul contre tous" deswegen noch lange nicht!
Da ist aber auch noch ein bisschen mehr, was diesen Film zu einem ziemlich fiesen werden lässt. Denn irgendwie schafft es Gaspar Noé einen einzulullen, einem das Gefühl zu geben, man sähe einen "schönen" Film. Trotz der abartigen Worte, Gedanken und Taten. Ich bin überhaupt kein Freund der Provokation, hier wird aber wirklich gekonnt damit gespielt und sie wird vorallem in einem gesunden Maße eingesetzt. "Seul contre tous" geht sicherlich bis an die eine oder andere Grenze, er tut dies aber nicht Blind. Auch wenn da diese bescheuerte Warnung innerhalb des Films eine andere Sprache spricht.
Was im Nachhinein wirklich noch Erwähnenswert ist: Gaspar Noé erschafft hier wohl eines der absonderlichsten Happy-Endings der Filmgeschichte. Für mich fühlte es sich nämlich wirklich irgendwie wie ein Happy-End an. Und es ist wohl auch eines in der Welt dieses kranken Menschens.
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Boogers666 Thu, 09 May 2013 16:27:05 -0000
Antwort löschenSchöner Kommentar auch wenn ich in dem Film durchaus mehr sehr als ein Schlachter mit psychischen Problemen, klar ist sein Weltbild und sein Sozialverhalten zu tiefst gestört aber ich sehe in dem Film vielmehr eine Studie über Hass,über Liebe und über den Nutzen von Hass, denn letztendlich fürht er ja nirgendwo hin wie auch der Schlachter selbst merkt.
Das Ende erlebte ich ähnlich, zutiefst verstörend und in gewisser Weise trotzdem "Schön" (ich bin in diesem Zusammenhamg etwas vorsichtig)
Und die Warnung fand ich für ernsthaft angebracht, die die Emotionale Entladung des Metzgers war echt verdammt grausam.
ElMagico Thu, 09 May 2013 16:33:41 -0000
Antwort löschenHmmm...nun...ich konnte da selbst wenig wirkliche Emotionen ausmachen. Da wird zwar von Liebe und Hass gesprochen, gesehen hab ich aber keine. Das Ende war ja kein Akt der Liebe sondern hatte für mich schon vielmehr etwas vom Ende von "Psycho". Beide gehen in dem Moment vollends in ihrem kranken Gedanken auf...was bis dahin vielleicht noch ein Kampf war, setzt sich in diesem Moment. Und die Warnung, egal was noch gekommen wäre...ich find es einfach bissl plakativ. Ich hätte auch so kein Finale mit tanzenden Blumenkindern erwartet ;)
Ohne Wiederkehr Thu, 09 May 2013 17:46:53 -0000
Antwort löschenIch sehe das ähnlich wie Boogers666, ich sehe den Film als Spirale des Hasses, in den sich der Protagonist immer weiter reinsteigert und immer mehr in seinem pechschwarzen Menschenbild (dass natürlich alles andere, als rational und krank ist). Noe wollte mit Sicherheit keine adäquate Gesellschaftskritik schaffen, ihm ging es vielmehr um die negativen Auswirkungen, die Hass auf einen selber hat, denn der Protagonist ist ja sozusagen in seinem Hass gefangen und kommt nicht mehr heraus, befindet sich also in soetwas, wie einem "Teufelkreis des Hasses". Ich denke Noe spielte damit auch ein bisschen auf den heutzutage modernen latenten Menschenhass in der Gesellschaft an, wie oft ließt man gerade im Internet, wie elend die Menschheit doch ist? Und mit der Auswirkung dieser Denkweise beschäfftigt sich Noe (auf sehr krasse Weise) unter anderem in diesem Film, wie ich denke.
ElMagico Thu, 09 May 2013 17:57:09 -0000
Antwort löschenDenke wir können uns schon drauf einigen, dass der Mann krank ist. Egal wie sehr er irgendwas hasst, wer sich sein Weltbild so zurecht biegt, dass Mord, Selbsmord und Inzucht Normalität werden, der ist krank und gehört behandelt. Klar kommt bei ihm eins zum anderen...Kindheitserfahrungen, nicht der Schlaueste, soziales Milieu, Hang zur Aggressivität...da kommt selten was gutes bei rum. Aber es ist ja schon allein interessant, für welch nuancenreichen Sichtweisen diese Person sorgt und dies würde Noe sicher gefallen.
Für den reinen Menschenhass ist mir aber sein Gejammere und Selbstmitleid zu groß...sicher, das ist auch eine Volkskrankheit...aber wenn es diese Ausmaße annimmt, dann...ich wiederhole mich :D
Ohne Wiederkehr Thu, 09 May 2013 18:44:28 -0000
Antwort löschennatürlich ist er geisteskrank, darüber besteht garkein Zweifel. Aber die Diskussionsgrundlage ist ja gerade viel mehr die Art der Geisteskrankheit bzw. wodurch sie hervorgerufen wurde.
ElMagico Thu, 09 May 2013 20:11:49 -0000
Antwort löschenUnd sowas kann man doch nur sehr selten definieren...glücklicherweise versucht das Noe hier auch nicht allzu sehr!
einSchluss Thu, 09 May 2013 22:27:31 -0000
Antwort löschenDas Ende finde ich aber nicht happy. Ein kompletter Albtraum. Ich möchte gerne wissen, wer nach der Warnung weggeschaut hat. Schöner Kommentar.
ElMagico Fri, 10 May 2013 07:04:53 -0000
Antwort löschenFür den Mini-Kosmos des Schlachters war das schon das erlösende Happy-End, fand ich...für die Außenwelt ein Albtraum.
Von der ersten Sekunde an will "Sheitan" abgefahren sein und bis zum Ende lässt er diese Ambition für keinen Moment ruhen. Und während sich der Film redlich bemüht seinen großen Terror-Vorbildern zumindest ein Stückchen näher zu kommen, verfällt man als Zuschauer in völlig öde Apathie diesem Werk gegenüber. Als ich "Sheitan" das erste Mal sah, fing ich während des Films an meine…
Von der ersten Sekunde an will "Sheitan" abgefahren sein und bis zum Ende lässt er diese Ambition für keinen Moment ruhen. Und während sich der Film redlich bemüht seinen großen Terror-Vorbildern zumindest ein Stückchen näher zu kommen, verfällt man als Zuschauer in völlig öde Apathie diesem Werk gegenüber. Als ich "Sheitan" das erste Mal sah, fing ich während des Films an meine DVDs zu ordnen. Heute hielt ich tapfer durch, wartete letztendlich aber auch nur darauf, dass es endlich vorbei ist.
Eine ideenlose Aneinanderreihung von klischeehaften Absurditäten und Ekelhaftigkeiten, welche aber furchtbar schnell in die Belanglosigkeit abdriftet, da dem Film jegliche Substanz fehlt. Als würde man alle Zutaten für einen solchen Backwood-Terror-Film schön brav abhaken, sich danach aber wundern das keinerlei Spannung, kein Grusel aufkommt. Man bleibt wirklich völlig kalt während der gesamten Spielzeit und kann sich eh nie entscheiden ob man nun diese Städter oder die von Inzest geprägte Landbevölkerung bescheuerter findet. Irgendwann versucht "Sheitan" dann auch noch seine seltsame Handlung zu erklären, was ganz furchtbar nach hinten losgeht und auch die letzte Hoffnung die man hegt, nämlich auf ordentlich Gore, wird in keinster Weise eingelöst. Auf dem Backcover steht auch irgendwas von Humor...aber das etwas von Humor auf dem Backcover steht, ist auch schon das witzigste an "Sheitan"
Filme sind eben kein Puzzlespiel, bei dem beliebig Teile zusammensetzen kann. Ein uninteressantes Durcheinander, dem man zwar anmerkt was es erreichen will, aber ob dieser hohen Ziele nur mitleidig mit dem Kopf schütteln kann.
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JackoXL Thu, 09 May 2013 12:58:09 -0000
Antwort löschenOh ja, ganz grausamer Käse. Das bescheuerte Grinsen von Cassel ging auch gar nicht. Warum der da mitspielt, sehr merkwürdig.
ElMagico Thu, 09 May 2013 13:42:12 -0000
Antwort löschenManchmal huscht ihn ein gewohnt charmantes Lächeln über das Gesicht und man nimmt ihn den hässlichen Kauz einfach nimmer ab...
RalfAlfa Thu, 09 May 2013 13:49:15 -0000
Antwort löschenAufschlussreich geschriebene Kritik; ich habe den Film hier schon seit Jahren rumliegen und nie angeschaut. Jetzt wird er wohl noch weitere Jahre darauf warten müssen. Vielleicht mal wenn ich betrunken bin. Aber ich trinke doch gar nicht.
ElMagico Thu, 09 May 2013 13:51:25 -0000
Antwort löschenSeit Jahren ist heftig! :) Eventuell könnte der Film ein Grund sein deine Abstinenz zu brechen ;)
mariega Thu, 09 May 2013 13:53:35 -0000
Antwort löschenVielleicht ordnen sich die Teile des Puzzles beim heftigen Kopfschütteln richtig ein :D! Du weißt doch, ich versuche immer alles quadratisch hinzukriegen, sogar ein uninteressantes Durcheinander!
ElMagico Thu, 09 May 2013 13:56:55 -0000
Antwort löschenDa ordnet sich nichts Marie! Das bleibt Murks. Französischer Murks :P
mariega Thu, 09 May 2013 22:06:07 -0000
Antwort löschenIch auch, selbstverständlich... Kommentare von Magic unterschreibe ich blind :)! Ist ganz praktisch, denn ich weiß immer, was ich sehen kann oder nicht: Also "Sheitan" nicht :D!
Eigentlich wollte ich nur mit ihm reden ;)!
mariega Fri, 10 May 2013 10:45:13 -0000
Antwort löschenJa klar, du bist immer in deinem Zimmer eingesperrt und schreibt deine superwundervollen, extrafantastischen, aussersupragewöhnlichen Kommentare. Ich schreie hinter deiner Tür, du reagierst nicht! Was soll ich tun um mit dir zu reden??? Wie immer, einfach dazwischen platzen :D!!!
ElMagico Fri, 10 May 2013 13:31:12 -0000
Antwort löschenDu musst einfach ganz viel klopfen...wie Sheldan!
mariega Fri, 10 May 2013 13:50:41 -0000
Antwort löschenNon, non, non! Nicht alle Franzosen sind so brutal! Schreien, ja, schlagen, nicht ;)!
ElMagico Fri, 10 May 2013 14:07:47 -0000
Antwort löschenWill ja auch nicht das du mich schlägst :D Ich meinte Sheldon Cooper nämlich :P
mariega Fri, 10 May 2013 14:16:41 -0000
Antwort löschenAber, ich will überhaupt niemanden schlagen, ich will nur ab und zu mit dir über Gott (euh, nicht unbedingt!) und die Welt reden :D!
ElMagico Fri, 10 May 2013 14:32:42 -0000
Antwort löschenIch weiß ja auch überhaupt nicht wie du aufs Schlagen kommst :D
mariega Fri, 10 May 2013 15:38:35 -0000
Antwort löschenOh, weißt du auf französisch sagt man "frapper à la porte" für klopfen und "frapper" bedeutet "schlagen" (=>frappant, Frappee, frappieren auf deutsch)! Also, für mich klopfen = schlagen ;)! So einfach ist das: Ich habe dir schon gesagt, dass alles bei mir sich viereckig dreht :D!!! Ich glaube, du solltest lieber wieder deine Kommentare schreiben, denn du hast genug Zeit mit einer durchgedrehten (viereckigen) Französin verloren :D!
ElMagico Fri, 10 May 2013 17:36:11 -0000
Antwort löschenNein nein...du bist doch keine vergeudete Zeit!
Da ich nun die "Scream"-Reihe endlich kenne, dachte ich mir, dass ich mir dieses Kleinod des Unterhaltungsfilms mal wieder zu Gemüte führen könnte. Außerdem habe nach "The Keeper" das Gefühl, meine DVD-Sammlung zumindest mal ein bisschen aussortieren zu müssen. Nochmal gucken und dann ab ins Nirvana mit diesem Film.
Das mag voreingenommen klingen, aber "Scary Movie"…
Da ich nun die "Scream"-Reihe endlich kenne, dachte ich mir, dass ich mir dieses Kleinod des Unterhaltungsfilms mal wieder zu Gemüte führen könnte. Außerdem habe nach "The Keeper" das Gefühl, meine DVD-Sammlung zumindest mal ein bisschen aussortieren zu müssen. Nochmal gucken und dann ab ins Nirvana mit diesem Film.
Das mag voreingenommen klingen, aber "Scary Movie" war schon vorher nicht gerade mein Lieblingsfilm. Was beim ersten Mal noch relativ lustig war, erscheint einem mit jeder Sichtung dümmer. Und Schlussendlich sind all die Horrorwitzchen nur Rahmenprogramm für noch einen Teenie-Ulk bei dem es um Sex geht. Und Sex. Und halt auch ein bisschen um Sex. Die Musik, die Schauspieler und der Umstand, dass es hier doch einfach oft nur um Sex geht (hatte ich das schon erwähnt?) zeigen auch für wen "Scary Movie" gemacht ist...sagen wir mal ein doch eher jugendliches Publikum. Das sind halt Kalauer über die man vielleicht einmal schmunzelt, sieht man sich diesen Film jedoch öfters an, dann empfindet man das ganze irgenwann etwas unangenehm.
Klar, "Scary Movie" ist auch extrem auf "Scream" fixiert, aber seien wir mal ehrlich: Die besten Witze über "Scream" hat "Scream" selbst schon gemacht. So bleiben für "Scary Movie" nur die dümmlichen Reste über, kann er nur versuchen sich über etwas lustig zu machen, dass sich doch selbst nie Ernst nimmt. Das scheitert natürlich und ist im Endergebnis weit weniger witzig, als es meine 12jährigen Jungs in der Arbeit annehmen. Für die ist der Film nämlich Kult...ohne dass sie in gesehen haben. Aber die meinen auch, dass "Scream" so mit das brutalste auf der Welt. Auch ohne diesen je gesehen zu haben.
So ist "Scary Movie" für mich so vergnüglich wie Radio hören: Das meiste rasselt an mir vorbei und ich freu mich wenn ich ab und an mal was halbwegs angenehmes höre. Allein der dauerbekiffte Shorty schafft es kleine Glanzlichter zu setzen, ansonsten herrscht hier wirklich zimeliche Einfalltslosigkeit. Da war die Vorlage wohl doch einfach zu differenziert um daraus einen 90minütigen Schenkelklopfer kreiren zu können. Deswegen konzentrierte man sich auch wohl so sehr auf das Teenie-Ding und versuchte dieses zu verulken. Doch für mich tritt hier dann das selbe Problem auf: Die Vorlagen sind schon so lächerlich, dass ich nicht weiß, wodurch sich "Scary Movie" von diesen überhaupt abhebt.
Da fehlt einfach das Köpfchen. Humor mit dem Holzbrett mitten auf die Stirn gehauen. Nein, nicht so meins.
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Gute Schauspieler, schlechter Film.
Und da muss man auch gar nicht viele Worte verlieren, "The Keeper" pendelt zwischen Lustlosigkeit und nichtssagenden Mittelmaß, hakt schön brav seine Psychopathen-Klischees ab und kann am Ende absolut nichts eigenes vorweisen.
Da kann man bedenkenlos nebenbei bisschen auf dem Handy spielen, etwas essen oder die Programmzeitschrift nach etwas…
Gute Schauspieler, schlechter Film.
Und da muss man auch gar nicht viele Worte verlieren, "The Keeper" pendelt zwischen Lustlosigkeit und nichtssagenden Mittelmaß, hakt schön brav seine Psychopathen-Klischees ab und kann am Ende absolut nichts eigenes vorweisen.
Da kann man bedenkenlos nebenbei bisschen auf dem Handy spielen, etwas essen oder die Programmzeitschrift nach etwas interessantem durchsuchen. Selbst mit viel Wohlwollen kann man hier nichts finden, dass einen wenigsten für ein paar Minuten fesselt. Sind die Charaktere schon arg schwach angelegt, so wird dieses Manko von dem völlig kruden Handlungsablauf nocheinmal unterboten. Es gibt hier wirklich eine dumme Szene nach der anderen, wobei das wirklich schlimme daran ja ist, wüde es diese Szenen nicht geben, wäre der Film nach 30 Minuten vorbei. So ist man gezwungen "The Keeper" künstlich durch dummdreiste Wendungen und Handlungen am leben zu erhalten um letztendlich auf ein Ende hinzusteuern, welches schon lange vorher keinen mehr interessiert.
Mit ziemlicher Sicherheit haben Dennis Hopper und Asia Argento vor ihrer Zusage auch ein Drehbuch von "The Keeper" bekommen, daher würde ich den beiden entweder zu einer besseren Lesebrille raten oder einen Wechsel des Agenten nahelegen. Denn gut kann dieses Drehbuch definitiv nicht sein. Falls irgendwann mal Außerirdische die Erde entdecken, hoff ich dass sie nicht gerade solch einen Film in die Hände bekommen. Man stelle sich vor, die würden denken, wir reden wirklich so miteinander! Wahrscheinlich würden sie sofort kehrt machen oder uns alle auslöschen. Hoffentlich vernichten sie dann auch diesen Film.
Langeweile pur.
Ich berichtige: Dennis Hopper braucht sich weder um eine Lesebrille, noch um einen neuen Agenten kümmern. Ich hoffe nur, dass ihm wegen "The Keeper" nicht die Himmelspforten verschlossen blieben!
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JackoXL Mon, 06 May 2013 14:13:07 -0000
Antwort löschenNa ja, Hopper braucht den Agenten nicht mehr wechseln. :p Hab den auch mal irgendwann gesehen, ist nix hängen geblieben, wohl auch besser so. ;)
ElMagico Mon, 06 May 2013 14:17:23 -0000
Antwort löschenUpsala :D Da hat mich die Rage aber einen dicken Fauxpas machen lassen...aber ehrlich gesagt: ich hätte ich auch so null auf dem Plan gehabt, dass der Tod ist ;)
Mr. Pink Mon, 06 May 2013 14:36:00 -0000
Antwort löschenNee, nee, nee, das gibt aber Punktabzug. ;) Ist doch ein großartiger Film.
ElMagico Mon, 06 May 2013 14:40:07 -0000
Antwort löschenFindest du wirklich? Hmmm...das würde mich grad echt erstaunen ;)
Dante_Hicks Tue, 07 May 2013 12:51:48 -0000
Antwort löschen"Es gibt hier wirklich eine dumme Szene nach der anderen, wobei das wirklich schlimme daran ja ist, wüde es diese Szenen nicht geben, wäre der Film nach 30 Minuten vorbei. So ist man gezwungen "The Keeper" künstlich durch dummdreiste Wendungen und Handlungen am leben zu erhalten um letztendlich auf ein Ende hinzusteuern, welches schon lange vorher keinen mehr interessiert."
Also die Steilvorlage muss ich jetzt einfach verwandeln: Liest sich wie LOST. :D ;)
ElMagico Tue, 07 May 2013 17:07:27 -0000
Antwort löschenDa ist wohl jemand auf Krawall gebürstet? :P Aber ich weiß es ja zum Glück besser und hab die wahre Größe dieser Serie erkannt! Haters gonna hate :D
Dante_Hicks Tue, 07 May 2013 18:32:10 -0000
Antwort löschenIch doch nicht. Nur ein kleiner Spaß. Sieht man sich demnächst mal wieder auf das eine oder andere Bierchen?
ElMagico Wed, 08 May 2013 07:05:24 -0000
Antwort löschenGerne! Am liebsten auf der Insel ;) Aber ja, klar!
Dante_Hicks Wed, 08 May 2013 09:43:23 -0000
Antwort löschenVielleicht klappt es ja am Wochenende. Ich mach morgen oder übermorgen mal wieder nen Rundruf über FB.
Eine fast schon unfassbar authentisch wirkende Sozialstudie, welche aber nie wirklich auf Betroffenheit setzt, auch nichts entschuldigt, sondern einfach die Kinder eines Milieus ganz nüchtern und möglichst objektiv darstellt. Dabei wird "Sweet Sixteen" nie zum biederen Drama, welches sich im Weltschmerz suhlt. Im Gegenteil: Der Film kann durch die Geschichte des jungen Liam, der langsam…
Eine fast schon unfassbar authentisch wirkende Sozialstudie, welche aber nie wirklich auf Betroffenheit setzt, auch nichts entschuldigt, sondern einfach die Kinder eines Milieus ganz nüchtern und möglichst objektiv darstellt. Dabei wird "Sweet Sixteen" nie zum biederen Drama, welches sich im Weltschmerz suhlt. Im Gegenteil: Der Film kann durch die Geschichte des jungen Liam, der langsam aber sicher zum Kleinkriminellen wird, ein richtige Sogwirkung aufbauen und ist tatsächlich richtig spannend.
Es ist eben keine Phantasiewelt die hier gezeigt wird, hier gibt es kaum etwas schönes, gefühlt jedes zweite Wort ist "Fuck" und überhaupt hat man eigentlich kaum eine Chance dieses Englisch ohne Untertitel auch nur annähernd zu verstehen. Eine wortwörtlich graue Welt in die diese Jugendlichen hineinwachsen und die von ihnen viel mehr verlangt, als dass sie in ihrem jungen Alter leisten können. Natürlich bedient sich auch Ken Loach bei "Sweet Sixteen" einer gewissen Dramaturgie, erzeugt Wendungen um die Geschichte voranzutreiben, aber das hat alles Hand und Fuß, ist alles Glaubhaft und von erschreckender Bodenständigkeit. Und aufgrund meiner Arbeit mit Kindern aus diesem Milieu kann ich auch jeden versichern: Diese Kinder, diese Eltern, diese Leben gibt es. Vieles hier kam mir so furchtbar bekannt vor. Die Kinder, die oft schon in jungen Jahren den vernünftigen Part in der Familie übernehmen müssen. Diese ungebrochene Liebe zu Eltern, welche das Kind behandeln wie einen räudigen Hund und genau wie ein solcher laufen die Kinder immer und immer wieder dorthin zurück. Diese Illusionen und Träume tief drinnen und doch diese ständige Rebellion nach außen. Das alles gibt es in diesem Film und das alles gibt es in der realen Welt. Zuhauf.
Ich schrieb aber schon oben: "Sweet Sixteen" ist keine Betroffenheitskino. Ken Loach schafft es aus dieser unschönen Ausgangssituation und diesem tristen Umfeld einen wirklich kurzweiligen, spannenden und fesselnden Film zu machen. Man entwickelt Sympathien für manche Figuren und wird als Zuschauer von diesen immer wieder enttäuscht, lernt aber auch diese Menschen und die Dinge die sie tun zu verstehen. Irgendwo in diesem dunklen Wust schafft es Ken Loach sogar ein kleines Licht anzuzünden und diesem Film so etwas wie Hoffnung einzuverleiben. Ganz klein und zart, aber sie ist da. Überhaupt gibt es für mich viele verschiedene Standpunkte, von dem aus man den Film und seine Geschichte bewerten kann. Und die einfachsten sind hier definitiv die fälschesten (jeder kann es schaffen wenn er will vs. die hatten nie eine Chance). Das Leben ist nicht Schwarz oder Weiß und manchmal muss man eben etwas suchen um das Gute zu finden...aber zumeist ist es da. Und für mich stellt sich bei diesem Film vordergründig nicht die Frage ob das richtig oder falsch ist was Liam da macht, sonder viel eher, wo er in diesem Alter die Kraft, den Mut und immer wieder die Hoffnung hernimmt. Sind das nicht die Wunder von denen allenthalben geredet wird? Wenn ein 15jähriger sich ein Paradies im Schmutz bauen will? Der selbst in diesem Umfeld unbedignt das Gute will! Wie gesagt: Es geht hier nicht primär darum ob die Methoden dazu die besten sind, es geht darum, dass dieses Pflänzchen Mensch stärker ist als man denkt.
Und wie sehr ich nun gerade hoffe, dass das alles eben nicht genau nach dem klingt, was ich eigentlich verhindern wollte: Das irgendjemand denkt "Sweet Sixteen" ist so schwerer, bedrückender und ungoutierbarer Drama-Stoff. Ist er ja irgendwo, aber eben ganz anders und ich will ihn doch jeden ans Herz legen! Ein toller Film. Ein spannender Film. Ein stiller, aber mitreissender Film. Und ein Film mit unendlich vielen Schimpfwörtern.
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VisitorQ Sun, 05 May 2013 20:49:18 -0000
Antwort löschensehenwill. Habe den mal auf meine lovefilm Liste gesetzt.
ElMagico Sun, 05 May 2013 20:54:00 -0000
Antwort löschenGo for it! :) Wem "Le Haine" gefällt, dem sollte dieser auch gefallen. Ist halt etwas erdiger, dreckiger, aber auch ruhiger.
Die Scream-Reihe updatet sich selbst. Leider weiß ich nicht genau warum.
Ich hätte das definitiv nicht gebraucht. "Scream 4" ist weder Fisch noch Fleisch und ich esse eh beides nicht. Einer dieser Filme, nach denen man sich danach genauso fühlt wie vorher, eben nur dass es 2 Stunden später ist.
Mir ging dieses massive herumreiten auf irgendwelchen Horrorregeln ja schon spätestens…
Die Scream-Reihe updatet sich selbst. Leider weiß ich nicht genau warum.
Ich hätte das definitiv nicht gebraucht. "Scream 4" ist weder Fisch noch Fleisch und ich esse eh beides nicht. Einer dieser Filme, nach denen man sich danach genauso fühlt wie vorher, eben nur dass es 2 Stunden später ist.
Mir ging dieses massive herumreiten auf irgendwelchen Horrorregeln ja schon spätestens beim 3. Teil auf die Nerven, hier war es mir dann aber irgendwann so egal, dass ich es schon kaum noch wahrgenommen habe. Mittendrin musste ich sogar mal feststellen, dass es mir gerade völlig Wurst ist, wer denn überhaupt diesmal hinter der Maske steckt. Es ist ja wirklich toll wenn sich ein Film nicht allzu Ernst nimmt, für mich machte sich "Scream 4" aber teilweise zum Kasper. Wer findet das wirklich toll? Lässt man all den MetaSelbsrefernzSchnickschnack weg, dann ist dies ein Filmchen wie gemacht für Tele 5. Und wenn der einzige Reiz an solch einem Werk der ist, dass ich mein Filmwissen bestätigt finde, dann weiß ich nicht ob eine Runde Buzz spielen nicht sinnvoller wäre. "Scream 4" lebt einzig von seiner Vordergründigen Reflektion des Horror-Genres, wirft dabei aber nur mit Allgemeinplätzen um sich und scheint dabei noch nicht einmal die eigene Serie angemessen analysieren zu können. Zuerst muss der Film funktionieren, dann kann man an Gimmicks denken. Bei "Scream 4" hat man das Gefühl, dass ein Film um vorhandene Gimmicks gebaut wurde.
Ein toller erster Teil und danach nur Mittelmaß, dass ist mein persönliches Fazit der Scream-Reihe. Hat das Spiel mit dem eigenen Dasein anfangs noch vorzüglich funktioniert, eben weil der Film an sich funktionierte, lassen mich eigentlich alle 3 weiteren Teile vorallem eines denken: Man dreimal versucht die Erwartungen des Publikums zu erfüllen, anstatt irgendeinen kreativen Weg zu wählen. Man ermöglichte den Fans immer wieder sich selbst auf die Schultern zu klopfen, gaukelte ihnen Intelligenz und Hintersinnigkeit vor, brachte aber kaum annehmbare Storys zusammen. Wenn man doch all die Regeln des Horror-Films so in- und auswendig kennt, warum tut man dann nicht das naheliegendste? Einen guten Horror-Film drehen? Da ist "Scream 2-4" als würde ich all meinen Bekannten sagen, dass ich die Lottozahlen der nächsten Ziehung wüsste, sie dann aber nicht tippen würde.
Ziemlich unnötiger Film für mich.
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Bandrix Sun, 05 May 2013 18:32:25 -0000
Antwort löschenJetzt hab ich wohl meine Antwort auf meine letzte Frage. ;)
Fand den auch besser als Teil 2 und 3.
Mimuschka Sun, 05 May 2013 19:44:38 -0000
Antwort löschenkann mich da nur anschließen, ist nach dem ersten mein lieblingsteil der reihe. total die positive überraschung
ElMagico Sun, 05 May 2013 20:01:35 -0000
Antwort löschenOh je ;) Sorry...für mich war das nichts. Empfand das als so Ideenarm. Hatte vorhin auch mal den Gedanken, dass es richtig cool gewesen wäre einen Teil völlig losgelöst von diesen Erwartungen zu drehen. Todernst und nüchtern. Das hätte mir mehr imponiert.
Hartigan85 Sun, 05 May 2013 20:14:36 -0000
Antwort löschenHab den 4. Teil noch nicht gesehen und nach allem was ich bisher so gelesen / gehört habe, kann ich mir kaum vorstellen, dass der schwächer als Teil 3 sein soll...
ElMagico Sun, 05 May 2013 20:42:46 -0000
Antwort löschenFand den 3. ja auch amüsanter als den 2.! Einfach weil die Reihe dort völlig übertrieben an die Wand gefahren wurde und diese ganzen Absurditäten dann fast schon wieder lustig waren. Meiner Meinung nach hätten sie es danach ruhen lassen sollen....aber naja, die Geschmäcker ;)
Timo K. Mon, 06 May 2013 15:51:31 -0000
Antwort löschenHätte nicht gedacht, dass dir der Teil missfällt. Bislang habe ich nur Leute kennengelernt, die sich dem Meta-Eiertanz nicht zugehörig fühlten und deshalb die Rückkehr zu den Anfängen (tatsächlich ist #4 der pragmatischste, roheste der Reihe) begrüßten. Ich als großer Anhänger des eskalierenden, ungebändigten dritten Teils (der wirklich in etwas vordrang, was einem irren Verweisrausch ähnelt) fühlte mich hier auch sehr unwohl, kaum eine funktionierende Einzelszene hat das, Jokes auf Sparflamme, unentschlossen zwischen neuen und alten Gesichtern pendelnd; der Film ist außerdem so kalt, wichtigtuerisch und zynisch im Vermitteln eines modernen Jugendbildes, dass man sich, gelinde gesagt, nur an den Kopf greifen kann vor lauter Altherrennostalgie Cravens.
ElMagico Wed, 08 May 2013 12:46:09 -0000
Antwort löschenWow...du nimmst den Film in deiner Antwort gekonnter auseinander, als ich im ganzen Kommentar :) Mit etwas Abstand denke ich, dass die Beweggründe diesen Film zu machen einfach die Falschen waren. Da steckt keine Idee dahinter außer die, das alles nochmal aufzupimpen. Aber inhaltlich geht man eben doch keinen Schritt nach vorne...man zieht sich einfach nur etwas moderneres an.
Irgendwie kann ich die Reihe nach dem ersten Teil nicht fühlen. Alles was im Opener der Serie funktionierte, lässt mich in den 2 Nachfolgern ziemlich kalt und beginnt hier auch schon zu langweilen. Dabei ist "Scream 3" teilweise schon wieder so übertrieben in seinem Bemühen sich verwirrend und intelligent zu geben, dass diese hanebücherne Story inklusive Trash-Charme schon manchmal das…
Irgendwie kann ich die Reihe nach dem ersten Teil nicht fühlen. Alles was im Opener der Serie funktionierte, lässt mich in den 2 Nachfolgern ziemlich kalt und beginnt hier auch schon zu langweilen. Dabei ist "Scream 3" teilweise schon wieder so übertrieben in seinem Bemühen sich verwirrend und intelligent zu geben, dass diese hanebücherne Story inklusive Trash-Charme schon manchmal das ist, was man Allgemeinhin unfreiwillig Komisch nennt. "Scream 3" parodiert hier eben B- und C-Movies mit den Mitteln eben jener Filme...das Ergebnis ist natürlich, völlig konsequent, ein B-Movie mit all den Fehlern, Nervfaktoren und Blödsinn weswegen diese Werke gleichermaßen geliebt und gehasst werden.
Ich persönlich empfand aber diese vordergründige, auf intelligent gemachte Spiel mit Trilogien, Fortsetzungen und dem aufwärmen der Horror-Film-Regeln mittlerweile als augelutscht, ja fast schon hinderlich. Das kommt mittlerweile völlig streberhaft rüber, macht aus "Scream 3" keinen Film des Genusses mehr, sonder scheint mehr Mittel zum Zweck zu sein. Ja, der Film redet über sich selbst, gibt sich Regeln, umgeht sie und stellt das Filmbusiness bloß und damit sich selbst und schnick und schnack...und er ist außerdem nicht wirklich gut! Wie sehr kann mich ein langweiliger Mensch faszinieren, denn ich nicht sonderlich mag, der aber ständig Witze über sich reißt? Und so verhält es sich für mich mit "Scream 3": Seltsam, man hat bissl Mitleid, manchmal ist es dann doch ganz witzig, oft macht man sich aber auch nur darüber lustig und am Ende ist man ganz Froh, dass es vorbei ist.
"Scream 3" funktioniert halt kaum noch als Horror-Film, sondern nur noch über seine Machart. Teilweise sieht man ja noch nicht einmal mehr die Kills und auch wenn es plump erscheint: Bei einem Horror-Film will ich die einfach sehen. Überhaupt ist der Killer völlig zur uninteressanten Randfigur geworden und man setzt die Person hinter der Maske kaum noch mit dem der Person gleich, welche von allen anderen gesucht wird. Das kaputte und kranke das der maskierte Mörder in "Scream" noch hatte...nichts davon ist hier mehr vorhanden. Hatte man im ersten Teil noch Sympathie mit diesem Auswuch des Bösen, einfach weil dort richtig auf die Kacke gehauen wurde, so sind hier alle, wirklich alle Figuren doch irgendwie furchtbar langweilig. Etwas besser als der direkte Vorgänger, weil ein wenig unterhaltsamer, auch wenn er schon ab und an etwas Absurd erscheint...von Richtig Gut ist er aber schon ein ganzes Stück entfernt.
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ElMagico Sat, 04 May 2013 15:10:06 -0000
Antwort löschenIch auch...weiß nämlich inhaltlich darüber genau nichts...und ja, bin da schon etwas gespannt inwiefern es da wie weitergeht.
lieber_tee Sat, 04 May 2013 15:25:46 -0000
Antwort löschenAuch ich kann mit der kultigen Meta-Ebenen-Verehrung der Reihe (bis auf Teil 1) wenig anfangen, das Konzept hat mich bereits ab dem 2. Teil gelangweilt. Unterhaltsame Slasher sind sie trotzdem.
ElMagico Sat, 04 May 2013 16:37:44 -0000
Antwort löschenGerade in "Scream 3" fehlt aber dann halt auch bissl Blut, so blöd das auch klingen mag für viele...Das ist wie Bananeneis ohne Sahne! ;)
lieber_tee Sat, 04 May 2013 16:41:43 -0000
Antwort löschenWobei der, so weit ich mich erinnern kann, am parodistischen ist, fast eine abgedrehte Comedy...
lieber_tee Sat, 04 May 2013 16:43:03 -0000
Antwort löschenIn Fan-Kreisen wir er als eine völlige Dekonstruktion des Slasher-Genres gefeiert...
ElMagico Sat, 04 May 2013 18:06:11 -0000
Antwort löschenDa bin ich wohl nicht genug Fan des Genres...dadurch kommt eben dieses satirische und völlig uberzogene bei mir teilweise auch recht cheesy an. Aber ich kann den Film da ja auch nur von meiner Warte aus beurteilen...auch wenn er für Slasher-Liebhaber durchaus seinen Mehrwert hat.
lieber_tee Sat, 04 May 2013 18:11:20 -0000
Antwort löschenDas das alles etwas käsig wirkt ist schon treffend bemerkt.
Da spürt man förmlich wie die Köpfe geraucht haben. Wie kann "Scream 2" aussehen? Wie kann man dem Vorgänger das Wasser reichen oder diesen am besten übertreffen? Wie den Stil weiterführen, ausbauen oder verändern?
Eigentlich kann "Scream 2" nie abschütteln, dass er vorallem eines ist: furchtbar bemüht. Das hat schon was vom schüchternen Jungen, der ein Gespräch mit seiner…
Da spürt man förmlich wie die Köpfe geraucht haben. Wie kann "Scream 2" aussehen? Wie kann man dem Vorgänger das Wasser reichen oder diesen am besten übertreffen? Wie den Stil weiterführen, ausbauen oder verändern?
Eigentlich kann "Scream 2" nie abschütteln, dass er vorallem eines ist: furchtbar bemüht. Das hat schon was vom schüchternen Jungen, der ein Gespräch mit seiner Angebeteten führen will und dabei allerlei blödsinniges redet, oftmals unnötig übertreibt und den Lässigen raushängen lässt. Das kommt einfach nicht so gut an, denn genauso wie dieses Mädel, steh auch ich mehr auf Herz(blut) und das fehlt diesem Film. Die ganze Spannung die den ersten Teil so außerordentlich gut machte, dieser atemlose Thrill...es fehlt hier fast völlig. "Scream 2" kopiert "Scream", spielt damit das er ihn kopiert und verheddert sich teilweise so sehr, dass der Film beginnt zu nerven. Zuviele Personen die da rumrennen, zuviel hin und her und vor und zurück. Irgendwann ermüdet es einen und man hat das Gefühl das den Machern dieses Kokettieren mit den Genreeigenheiten sehr in die Karten spielte. Denn irgendwann macht es denn Anschein als wüsste Craven selber nicht mehr so recht wo er jetzt noch mit "Scream 2" hin soll. Man hat alles reingeworfen was zur Verfügung stand und steht plötzlich mir leeren Händen da...leider ist der Film aber da noch nicht zu Ende. Da muss man nur das abgedrehte Finale von "Scream" mit diesem Durcheinander hier vergleichen und man hat eine Ahnung davon, wie sehr man in "Scream 2" den eigenen Ansprüchen hinterherhechtelt.
Während man vorher nur etwas ausprobierte und einiges an Risiko einging, so will man hier sichtlich mit aller Gewalt den Erfolg wiederholen. Aber die Referenzen, diese Intra-Analyse des Horrors im Film selbst und auch die Kills an sich...es will einfach nicht mehr so zünden. Ein mittelmäßiger Horrorfilm. Aber vielleicht war das ja das Ansinnen Cravens, denn Fortsetzungen sind ja immer schlechter...das hat er dann definitiv erreicht! Aber ich glaube dem ist gar nicht so. Man wollte mehr und tat zuviel dafür. Erzwungene Coolness, eine ziemlich uninspirierte Story, keine wirkliche Spannung und gefühlte 10 Wendungen zuviel. Selbst der Gore-Gehalt ist am Ende recht dürftig...Schade!
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JackoXL Thu, 02 May 2013 20:31:36 -0000
Antwort löschenFinde ihn zwar insgesamt besser, aber du hast schon mit dem meisten vollkommen recht.
ElMagico Fri, 03 May 2013 07:38:03 -0000
Antwort löschenWahrscheinlich hätte ich etwas besser empfunden, hätte ich paar Wochen nach dem ersten Teil gewartet...aber da muss die Reihe jetzt durch ;)
Ich mag bei "Scream" nicht zum tausendsten mal ins Detail gehen, nicht in all den Referenzen und den Referenzen der Referenzen etwas suchen, wovon ich mir auch gar nicht zu 100 % sicher bin, inwieweit es der Film auch wirklich besitzt. Natürlich spielt "Scream" mit den Regeln des Horror-Genres, setzt sie ein um sie gleichzeitig außer Kraft zu setzen, erzeugt Erwartungen und bezieht…
Ich mag bei "Scream" nicht zum tausendsten mal ins Detail gehen, nicht in all den Referenzen und den Referenzen der Referenzen etwas suchen, wovon ich mir auch gar nicht zu 100 % sicher bin, inwieweit es der Film auch wirklich besitzt. Natürlich spielt "Scream" mit den Regeln des Horror-Genres, setzt sie ein um sie gleichzeitig außer Kraft zu setzen, erzeugt Erwartungen und bezieht dadurch ein extra an Spannung, da man nie genau weiß, werden diese nun eingelöst, passiert das Gegenteil oder wird das ganze ad absurdum geführt. Sicherlich macht es gerade dem Filmkenner Freude sich in diesem Irrgarten auszukennen, die etlichen Querverweise zu kennen und zu deuten und naja, den Nerd raushängen lassen zu kennen. Das alles ist aber nur die spezielle Würze die den Film etwas exotischer erscheinen lässt, etwas anders obwohl er doch oft nur eine Kopie ist. Was aber doch viel wichtiger ist als all das: Er macht halt einfach verdammt viel Spaß! Es ist ein guter Horror-Film! Und jeder der dieses Genre mag, der weiß wie sehr ein solcher Film Mitte der 90er von den Liebhabern herbeigesehnt wurde.
Ein Film der den Horror wieder aus den Videotheken herausholte, der eben nicht nur die eingefleischten Fans interessierte, sondern das Thema an sich wieder salonfähig machte. Denn da wo man noch dem allerlangweiligsten dramatischen Autorenfilm welcher Probleme problematisiert ein 'Ergreifend' oder 'Bewegend' attestiert, nur aus Angst man könnte als Banause gelten, dort konnte man schon immer den Horrorfilm mit einem Wisch jegliche echte Exiszenzberechtigung nehmen. Nischenauswurf für Randgruppen. "Scream" brachte das Thema wieder auf den Plan und dafür allein sollte man ihm dankbar sein. Natürlich zog er auch viel Müll nach sich, aber welche erfolgreiche Film der letzten 30 Jahre tat das nicht. "Scream" bietet fast 110 Minuten kompakte Spannung, die Minuten des Leerlaufs kann man wirklich an einer Hand abzählen, und das ist für mich auch schon Filmkunst.
Das der Film sich einer selbstironischen Haltung bedient ist dann letztendlich auch nur logische Konsequenz, da er sich seiner Herkunft und Unzulänglichkeiten ja auch jederzeit bewusst ist. Es war einfach das richtige Mittel zum richtigen Zeitpunkt. Ein Mehr an was auch immer hätte doch schon nicht mehr funktioniert. Mehr Blut, mehr Tote, mehr Gewalt...das interessiert doch heute niemanden mehr wirklich. Und es gibt ja trotzdem von allem genug in Scream.
"Scream" ist jedoch auch nicht die hochintelligente Decodierung des Horror-Films, für mich ist er vielmehr der schelmenhafte Spiegel des Till Eulenspiegels. Denn so sehr sich der Film auch ironisch gibt, so sehr er vorgibt sich selbst zu entblößen, so sehr ist seine wirkende Mitte eben doch nicht erklärbar. Denn dieses gewisse etwas an Spannung, die Momente die einen wirklich packen und faszinieren, die kann man nur schwerlich Formelhaft umsetzen. Könnte man das, würde es doch jeder Film machen. "Scream" kann es.
bedenklich? 19 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 13 Antworten
Andy Dufresne Thu, 02 May 2013 13:01:42 -0000
Antwort löschenSehr treffender Text!
Und du hast absolut recht: Der Film lockte auch echte Horrorfilm Muffel ins Kino.Zum Beispiel mich, Scream war der erste Horrorfilm den ich im Kino sah ;)
ElMagico Thu, 02 May 2013 13:59:31 -0000
Antwort löschenIch nicht ;) Bin ja aber auch ein Kino-Muffel :)
stuforcedyou Thu, 02 May 2013 14:10:15 -0000
Antwort löschenIch war für Scream noch zu jung (Ätsch @ Andy).
Nach "Scream" hab ich mir die ganzen Klassiker des Schlitzerfilms angesehen, muss aber sagen, für mich ist "Scream" der König.
PS: schöner Text
ElMagico Thu, 02 May 2013 14:14:57 -0000
Antwort löschenWas Slasher angeht würde ich ihn auch sehr weit oben ansiedeln...ist aber auch ein Sub-Genre mit dem ich noch nie so eng verbunden war...richtig gut find ich da neben diesem nur "Halloween".
Magic mag Zombies lieber! ;)
stuforcedyou Thu, 02 May 2013 14:16:39 -0000
Antwort löschenHm, ein Slasher-Zombie-Film wäre doch was feines. Ein maskierter Killer der Zombies umbringt, die wiederrum Teenager umbringen.
ElMagico Thu, 02 May 2013 14:23:39 -0000
Antwort löschenDie Teenager aber bitte alle in den ersten 10 Minuten des Films töten...die sind meist recht doof ;)
Velly Thu, 02 May 2013 14:39:18 -0000
Antwort löschenTeenager sind in Filmen doch recht leicht zu töten, vor allem die blonden, weiblichen...
Einfach im obersten Raum des Hauses warten. Da laufen die eh immer hin.... ^__^
stuforcedyou Thu, 02 May 2013 14:44:07 -0000
Antwort löschenDie Herstellung einer Teenager-Survival-App für Samrtphones sollte eigentlich gewinnversprechend sein. Eine Art Navi für den Fall, dass man mal von einem Killer verfolgt wird.
ElMagico Thu, 02 May 2013 15:26:01 -0000
Antwort löschenMan sollte die dann aber universeller gestalten...gibt da ja einige Notlagen...so ala: Fliege nicht ins Licht!
Velly Thu, 02 May 2013 19:32:43 -0000
Antwort löschen@ ElMagico: So traurig es auch ist, aber ich vermute, dass der Durchschnitts-Zombie mehr IQ hat als eine Durchschnitts-Horror-Blondine :-D
stuforcedyou Thu, 02 May 2013 19:36:20 -0000
Antwort löschenAber sie ist zumindest vor den Zombies sicher. Wo kein Braaaaaaaaaaaaaaaaaaaain, da keine Gefahr
ElMagico Thu, 02 May 2013 20:00:40 -0000
Antwort löschenBlondinen kommen bei euch ja nun gar nicht gut weg. Dummheit kennt doch gar keine Haarfarben ;)
Zombies sind für mich definitiv die verständlicheren und rationelleren Menschen...
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Demine Wed, 24 Apr 2013 16:53:36 -0000
Aber sind sie damit nicht irgendwie auch ein Abbild unserer Welt?
Ach, ich werd schon wieder philosophisch. Lassen wir das :D
Demine Wed, 24 Apr 2013 15:48:14 -0000
Ja absolut, man muss eben beides beachten.
Wenn ich einen Film wie "Into the Wild" 10 Punkte + Herz gebe, dann auch nicht, weil er technisch über allem erhaben ist, sondern schlichtweg deshalb, weil ich mich damit identifizieren kann bzw. er mich bewegt, als so ziemlich jeder andere Film.
Natürlich zählt aber trotzdem ein Stück weit die Technik, keine Frage. Ist halt wie bei so vielen Dingen im Leben - das Gesamtpaket sollte stimmen.
Wichtig ist in meinen Augen nur, dass man sich seine eigene Meinung bildet und nicht jeder hier abgegebenen Bewertung blind folgt, weil die anderen einen Film ja "so gut" oder "so schlecht" fanden.
Demine Wed, 24 Apr 2013 13:43:47 -0000
Ich erschrecke jedes Mal wenn mir ein Kumpel (studiert Filmwissenschaft) die ganze Filmographie eines Schauspielers oder Regisseurs aus dem Kopf aufsagen kann - dann wird mir bewusst, wie wenig ich doch eigentlich über Filme weiß.
Aber dafür gibt's ja Moviepilot :)
Demine Tue, 23 Apr 2013 16:51:12 -0000
Menschen mit gutem Filmgeschmack sind gute Freunde - demnach gerne angenommen :)
mariega Mon, 22 Apr 2013 16:23:17 -0000
Für dich und für Lynchi: Mein Kommentar über "Die Köchin und der Präsident" :D!!!
MarieCuivre Sat, 20 Apr 2013 20:38:00 -0000
Vielleicht muss ich mich einfach mehr an deine Moviepilot-Film-Empfehlungen halten. Aber ich bin doch so eigensinnig!
mariega Sat, 06 Apr 2013 19:03:48 -0000
oh, so schlimm ist das mit uns! Aber, Stallforce hat schon längst eine Marie Allergie :D! Frag doch den dritten Mann, den mit dem Vogel. Er wird dir sicher weiter helfen können ;)!
Stallforce Sat, 06 Apr 2013 17:26:07 -0000
Nenene... Nicht EINziehen! REINziehen! Da will ich sicher nicht einziehen, das wuerde nur begrenzte Zeit gut gehen! :D
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Kein einfacher Film und so ziemlich genau das Gegenteil von Berieselung. Denn lässt bei "Tinker Tailor Soldier Spy" mal für 5 Minuten die Konzentration nach, kann es leicht passieren das man völlig raus ist, das Kartenhaus zusammenbricht und einen unter sich begräbt. Obwohl der Film so elegant, so ruhig und still ist, liefert er eine Flut an Informationen, Gesichtern, Namen und Augenblicken…