About a Boy oder: Der Tag der toten Ente - Kritik

About a Boy

GB/US/FR · 2002 · Laufzeit 101 Minuten · FSK 6 · Komödie, Drama · Kinostart
Du
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    Ein herzerwärmender Film mit traurigen und auch aberwitzigen Momenten, die auch manchmal unter die Haut gehen.
    War nie der grosse Hugh Grant Fan, aber hier packt er seine beste Leistung aus, aber mit weiten Abstand.
    Nicholas Hoult als kleiner Aussenseiter macht das hier auch richtig gut, wie er die Emotionen rüberbringt nimmt man ihn zu 100 % ab.
    Mag normalerweise keine Rom Coms, aber manchmal muss ein Mann auch Ausnahmen machen.

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    • 8

      Das Drehbuch nimmt viel mit von der Vorlage des britischen Männerverstehers und Autors Nick Hornby, dem wir auch die Vorlage zu "High Fidelity" zu verdanken haben. Die etwas schematisch angelegte Konstellation des jungen narzisstischen Frührentners und des von seiner Mutter enttäuschten Jungen entwickelt eine ganz eigene Dynamik. Jede/r erkennt hier Muster aus dem Bekanntenkreis und vielleicht auch dem eigenen Alltag, wenn es darum geht, den Tag rum zu bringen, sich von Muttern zu lösen, Mädels aufzureißen oder auch einfach nur eine stabile Freundschaft zu entwickeln. Auch manche (allein erziehende-) Frau wird sich hier mit ihrem Kontrollzwang, dem zwanghaft behütenden Gluckentum und dem Bedürfnis wieder erkennen, den heran wachsenden Sohn zu ihrem zweiten Ich zu machen.

      Die lakonischen, meist aus dem Off gesprochenen Dialoge tragen ebenso viel zur Erheiterung und Nachdenklichkeit bei wie die geschickt sparsam eingesetzten Locations und langsam inszenierten Szenen. Wenn der Junge das erste Mal vor der Tür seines neuen Ziehvaters steht und energisch Einlass fordert. Die Gruppensitzungen für Alleinerziehende. Die schräge Weihnachtsfeier oder auch die "Tätigkeit" im Call-Center. Das Telefonat beim Friseur, wo sich Grant zum Zeitvertreib kunstvoll die Haare verwuscheln lässt. Es gelingt der Romanvorlage, das allgemein Wichtige im Alltäglichen zu entdecken und mit einem Augenzwinkern beim Zuschauer zu landen. Und Hugh Grant in der vermutlich besten Rolle seines Lebens. Wenn er muffelt, nörgelt und in seiner ganzen betulichen Eitelkeit vor sich hin schwadroniert, dann ist er wesentlich überzeugender denn als der ewige Stenz, den er in vielen Rom-Com Filmen gespielt hat. Sozusagen der "echte" Grant. Auch der kleine Junge mit seiner bescheuerten Strickmütze ist passend besetzt und macht seine Sache auf zurückhaltende Art sehr gut.

      Der Rest des Films ist allerdings ziemlich konventionell und an vielen Stellen böse klischeehaft, so dass es einen extra Sympathiepunkt für den Autor der Romanvorlage braucht, um die 8 zu erreichen.

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      • 7 .5

        Taschentücher raus, jetzt wird es englisch romantisch.

        • 8 .5
          Schofferhofer 12.09.2017, 17:20 Geändert 12.09.2017, 17:58

          Was wären wir Menschen nur ohne zwischenmenschliche Beziehungen?
          Eine rein rhetorische Frage, denn wie der im Kleinen ziemlich großartige Film About a Boy oder: Der Tag der toten Ente schon falsch zitiert gelehrt hat:

          "Niemand ist eine Insel".

          Jede Persönlichkeit braucht Input und Output zur Weiterentwicklung. Ich habe sehr lange gebraucht um zu begreifen, das ich nicht alle Fragen aus mir selbst beantworten kann. Sonst würde ich heute immer noch das/dass falsch schreiben.
          Viele Menschen aber versuchen, von den oberflächlichen Idealen der heutigen Zeit geprägt, in Beziehungen echte Gefühle wie Freundschaft und Liebe mit vielen Worten ohne Inhalt zu erzeugen. Ganz nach dem Prinzip Quantität über Qualität, bei mir gibt es herzliche Komplimente, feste Umarmungen und süße Kosenamen im Sonderangebot.
          Doch es ist egal wie oft ich einen Apfel Birne nenne, es wird an seiner Struktur nichts ändern.
          Zu versuchen einen leeren Magen mit mehr Leere zu füllen kann längerfristig nicht zu echtem Glück führen. .Irgendwann siegt der Hunger nach mehr.

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          • 8
            Sternenkind68 20.06.2017, 23:34 Geändert 20.06.2017, 23:35

            Durch eine Freundin hier war ich bereits gewarnt.
            Es war eine Achterbahnfahrt der Gefühle für mich, doch jetzt geht es mir gut.
            Während meine Katzen friedvoll ihr Schläfchen hielten ( welche Sorgen sollten sie auch haben, ich bin ja für sie da ), schaute ich mir diesen Jungen namens Marcus ( Nicholas Hoult ) an und erkannte mich wieder.
            Irgendwann lassen einen andere Kinder in Ruhe, Marcus hat Hilfe von außen.
            Seine suizidgefährdete Mutter ( Toni Colette ) ist eindeutig keine.
            Will nennt sie bei sich sogar einen selbstmordgefährdeten Flokati, weil der Späthippie so einen komischen Pullover trägt. Von Marcus erfahren wir aus dem Off, es sei ihr bester.
            Überhaupt hört man sehr oft die Stimmen der Jungs aus dem Off.
            Wenn Playboy Will ( Hugh Grant ) schon mal die Chance bekommt, selbstlos etwas für andere zu tun, dann ist das hier.
            Es gibt Szenen, die ziehen runter, andere sind wieder schräg bis rührend und ja, auch saukomisch.
            Wenn Grant plötzlich ernst und nachdenklich wird, denke ich:
            Hoppla, der Blender verlässt ja seine Komfortzone.
            Aber es ist überzeugend und packend.

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            • 7
              Tina Scheidt 07.06.2017, 12:30 Geändert 07.06.2017, 12:44

              SPOILER

              "Jeder ist eine Insel, aber manche Menschen bilden eine Inselkette."

              Dieser Satz umrahmt den Film, wird schlussendlich mit der Kette aber verlängert. Diese Aussage steht für den reichen Single, der eine nachvollziehbare Entwicklung vom alleine für sich lebenden Individualisten mit stark egoistischen und auch narzistischen Zügen zum liebenswerten, an seiner Umwelt teilnehmenden Mitmenschen wird. Mir fällt kein passenderes Wort dafür ein.

              Zu Beginn versucht ein reicher Mann bei Selbsthilfegruppen Frauen aufzureißen und will keine längerfristigen Beziehungen eingehen, weil jeder nur für sich selbst verantwortlich ist, losgelöst auf seiner einsamen Insel ist.
              So lebt er, bis ein einsamer Junge quasi sinnbildlich gesprochen Schiffbruch auf seiner Insel erleidet und dabei seine Mutter als "Treibgut" mit bringt.

              Über diese Kontakte öffnet sich der Single dem Leben, der Verantwortung für die Mitmenschen, ist bereit, eine Inselkette zu bilden und womöglich sogar eine feste Beziehung einzugehen.

              Alles das wird teils lustig, teils sehr ernst und auch dramatisch erzählt. Abwechslungsreich wie das Leben selbst. Doch manchmal ist mir der Wechsel zu abrupt, von Komödie zu Tragödie, weiß ich nicht, auf was ich mich einzustellen habe. Wie das Leben auch ist.

              Nachdenklich machend sicher, ungewohnt und auch schmerzhaft. Ungewohnt für einen Film mit Hugh Grant in der Hauptrolle. Rachel Weisz, Toni Collette und Nicholas Hoult spielen ihm wunderbar die Bälle zu und ergibt sich eine Interaktion, die ich so nicht erwartet hätte und die auch schmerzhaft trifft und mich zum Nachdenken bringt.
              Sehenswert ist dieser Film garantiert, aber man sollte sich bewusst machen, dass einem hier keine "leichte Kost" geboten wird.

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                RoboMaus 13.12.2016, 21:43 Geändert 14.12.2016, 08:01

                Ein Film, im dem es um das Coming-of-Age eines ausgegrenzten Jungen gehen soll, der aber auf Hugh Grant zugeschnitten ist. Erstaunlich, dass 'About a Boy' die harten Sozialthemen anschneidet, wie Selbstmordversuch einer Mutter, die auch noch von ihrem Jungen gefunden wird, aber trotzdem in keinster Weise berührend oder tiefgehend, dafür reichlich klischeehaft wirkt (z.B. die betont dümmlich-naive "Hippie"-Mutter des Jungen). Das Ganze soll durch einen lockeren Erzählstil möglichst beschwingt wirken, was sich jedoch mit der Intention eines Sozialdramas beißt, nach dem Motto: "ein bisschen wehtun soll es schon, aber zuviel Tiefgang schadet nur".

                Ernst nehmen lässt sich das nicht, und witzig ist es auch nicht, bis auf ein paar Schmunzler zu Beginn. Schon eher wirkt der Plot aufgesetzt, manchmal zum Fremdschämen, verstärkt durch die einfältige Mimik und das oberflächliche Schauspiel von Hugh Grant. Dadurch steht der Anspruch in einem krassen Verhältnis zur Performance, genauso wie Grants furchtbare Gesangs-Einlage am Ende - wenn die nicht zum Fremdschämen ist, was dann?

                Unglaubwürdig und leer.

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                • 7

                  irgendwie mag ich ihn, einfach ein gemütlicher film und ich mag englische sachen

                  • 7 .5

                    Schöner Film. Keine besonderen Überraschungen, oder sonst was, aber trotzdem richtig schön. Der Film ist ein Film, der relativ vorhersehabar ist, aber richtig Spaß macht. Ich habe mich kein einziges mal gelangweilt, und wurde die komplette Laufzeit unterhalten. Ich konnte sogar an paar Stellen einen lauten Lacher nicht unterdrücken ;) Schöner Film :)

                    • 6 .5

                      Herzig - aber mehr nicht.

                      • 8

                        Auf Grant perfekt abgestimmtes Feel-Good-Movie

                        • 8 .5
                          ju.ku.750 26.05.2015, 13:11 Geändert 26.05.2015, 16:35

                          "Marcus würde Enten nie etwas antun. Nicht wahr, Marcus?"
                          "Ich liebe Enten! Enten sind meine Zweitlieblingstiere. Meine Lieblingstiere sind Delfine. Die können Haie töten- mit der Nase!"

                          "About a Boy" bietet eine Geschichte, die eine perfekte Mischung aus tiefgründiger Lebensbetrachtung und komischen Momenten hat, sodass diese feine Tragikomödie einen auch mal zum Nachdenken anregt. Hugh Grant spielt endlich mal eine Rolle, die sympathisch und nicht zu glatt ist.

                          Hervorzuheben ist noch Nicholas Hoult, der mit seinen gerade einmal dreizehn Jahren gezeigt hat, was es heißt Talent und Können stimmig zu vereinen. Er ist der Beweis dafür, dass aus talentierten Kinderstars auch richtig gute Schauspieler werden können. Egal ob in "A single Man", "Mad Max-Furry Road" oder auch den X-Men-Streifen..mich hat er bisher nie enttäuscht.

                          Für mich mit "High Fidelity" die beste Nick Hornby Verfilmung.

                          Das letzte Wort hat Will:
                          "Jeder Mensch ist eine Insel. Und dazu steh ich - aber, zweifelsohne gehören manche Menschen zu Inselketten. Unter der Meeresoberfläche sind sie eindeutig miteinander verbunden."

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                          • 8 .5

                            Naja, ich fand ihn gut, jedoch ist er mir etwas zu kitschig und zu verworren

                            • 7 .5

                              Der Beginn des Films ist sehr interessant, da er aus zwei Perspektiven erzählt wird und die verschiedenen Sichtweisen der Personen wunderbar darstellt. Der Film ist sowieso sehr verrückt gestaltet, Hugh Grant als Taugenichts, der jeder Frau hinterherjagt ist fast noch normal, aber Toni Collette als depressive Alternativ-Mutti ist echt der Hammer. Diese Frau kann in ihren Rollen wirklich überzeugen, obwohl sie trotzdem noch vom jungen Nicholas Hoult getoppt wird, der seine schwierige Figur einfach glänzend spielt. Der Junge konnte schon damals sein Talent bewiesen und ist zurzeit nicht unbegründet ein sehr gefragter Jungschauspieler, der am Ende mit „Killing Me Softly with His Song“ noch einmal richtig auftrumpfen kann. Meiner Meinung nach ist es nur schade, dass man den Grunge des Buches durch Hip-Hop ersetzen musste.

                              • 9 .5

                                Ich finde diesen Film einfach großartig, auch wenn es eigentlich nicht mein Genre ist. Er ist perfekt abgestimmt. Hugh Grant spiet hier in seiner absoluten Paraderolle. Die Geschichte ist bitter-süß, humorvoll, unglaublich charmant und einfach nur herzerwärmend.
                                Ich finde die Verfilmung ist dem grandiosen Roman von Nick Hornby durchaus ebenbürtig.

                                • 8 .5

                                  ***Dieser Kommentar ist ein Geschenk an *frenzy_punk<3, im Rahmen der Userwichtelkommentaraktion 2013. Jeder der noch aufspringen möchte, soll sich doch bei Andy Dufresne melden.***
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                                  --- "All men are islands. And what's more, this is the time to be one. This is an island age."

                                  ABOUT A BOY erzählt uns auf etwas andere Art vom Erwachsen werden.
                                  Erwachsen werden ist nicht nur eine Frage des Alterns. Es geht um Verantwortung. Verantwortung für das eigene Leben, aber auch für das der Menschen um uns herum.

                                  Will entzieht sich dieser Verantwortung, indem er sich darauf beruft, eine Insel zu sein, eine One-Man-Show. Er braucht niemanden in seinem Leben und so muss er auch für niemanden da sein. Für ihn funktioniert das, solange er die Leere und Einsamkeit damit bekämpft, seinen Tag in Stücke zu zerlegen und Pläne zu schmieden, wie er am leichtesten Frauen herum bekommen kann.

                                  Das alles ändert sich, als er den zwölfjährigen Marcus in sein Leben lässt.

                                  --- "Once you open your door to one person anyone can come in."

                                  Marcus ist auf den ersten Blick ein ziemlich armer Tropf. Er lebt bei seiner etwas gewöhnungsbedürftigen Mutter, die ihren Sohn zwar liebt, aber nicht wirklich sieht. Er hat keine Freunde, wird in der Schule gehänselt und muss sich mit Kleidern und Haaren rumschlagen, die gelinde gesagt grauenhaft sind.
                                  Er ist der Junge, der alleine auf dem Schulhof steht und bei dessen Anblick wir froh sind, nicht er zu sein.
                                  Aber wenn man genauer hinsieht - und das tut ABOUT A BOY - dann sehen wir, dass Marcus mehr Courage und mehr Stärke hat, als die meisten Erwachsenen in seinem Umfeld.

                                  Und beide, Marcus und Will, können und müssen voneinander lernen. Will muss lernen, seine innere, emotionale Insel zu verlassen und Marcus muss lernen, dass die Insel seiner Mutter nicht die seine sein kann. Verantwortung zu ergreifen, muss genauso gelernt werden, wie Verantwortung abgeben zu können.

                                  ABOUT A BOY erzählt eine tiefsinnige Geschichte in mal ernsten, aber meist heiteren Worten und immer mit einem ungeheuren Charme.

                                  Zudem hat der Film das Glück eines wunderbaren Casts. Hugh Grant, der die Mischung aus Sympathieträger und oberflächlichem Aufreisser glaubhaft verkörpert, Toni Collette, großartig wie so oft und mit Mut zur Schrulligkeit. Und nicht zuletzt der noch ganz junge Nicholas Hoult, der hier seinen ersten Leinwandauftritt hat und einen unglaublichen Eindruck hinterlässt.

                                  ABOUT A BOY macht für mich alles richtig und fühlt sich jedes Mal wieder gut an.

                                  --- "Every man is an island. I stand by that. But clearly some men are island CHAINS. Underneath, they are connected..."

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                                    Ziemlich keck und goldig zugleich.
                                    Ansehnlich tolle Adaption des bei Lehrern (ausnahmsweise zurecht) beliebten Romans..
                                    Bis auf die (aber zeitbedingten) plotbetreffenden Änderungen echt nah am Buch dran und
                                    das Beste draus gemacht.
                                    Mir war dieses "Mittenetablieren" nicht ganz recht..
                                    Teilweise diese Richtung an-Hollywood-orientierten RomCom Komponenten,
                                    und halt teilweise dieser markante oft geniale britische Touch.
                                    Beides kann in seinem Element perfekt sein aber ich fand das wirkte als Gesamtbild zu unentschieden...
                                    Ansonsten natürlich grandiose Besetzung und genug Szenen um den Film ohne Literaturkentnisse zu mögen!

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                                      Finde den Film richtig klasse.
                                      Lustige, interessante, aber teilweise auch etwas traurige Story.
                                      Werde ich mir bestimmt irgendwann nochmal anschauen. :)

                                      • 9 .5

                                        Niemand ist eine Insel.
                                        Oder doch?
                                        Sind wir alle Inseln oder keiner, teilweise oder ganz, groß oder klein?
                                        Was ist überhaupt eine Insel und lassen sich Personen überhaupt mit solchen vergleichen?
                                        Und mit diesen bewusst überzogen-philosophischen Fragen schicke ich euch in meinen Kommentar zu "About a Boy oder: Der Tag der toten Ente".
                                        ...
                                        Nein, ihr habt euch nicht verlesen.
                                        Und ich hab mich auch nicht vertippt.
                                        Es sind wirklich 9.5 Punkte.
                                        Und ich hab es mir überlegt.
                                        Gut überlegt.

                                        Also zuerst: Worum geht es?
                                        Ein Mann namens Will, seineszeichens arbeitsloser Single, dem es dank dem Erfolg seines Vaters an nichts fehlt und für sich allein sein Leben voll und ganz genießt, hat eine neue Taktik gefunden, um Frauen aufzureißen: Er gibt sich als alleinerziehender Vater aus und tritt einer (vorwiegend aus Frauen bestehenden) Selbsthilfegruppe alleinerziehender Eltern bei. Als er mit einer von ihnen Bekanntschaft macht, trifft er durch Zufall den 12-jährigen Marcus und seine suizidgefährdete, ebenfalls alleinerziehende Mutter.
                                        Ab diesem Zeitpunkt wird sich Wills Leben ändern...

                                        Bevor ich mit meiner persönlichen Meinung zum Streifen beginne, muss ich eines sagen: Hugh Grant spielt die Hauptrolle. Wem es jetzt schon sauer aufstößt, der soll die Finger von dem Streifen lassen. Ich sage das, weil ich bereits öfters gelesen habe, dass der Typ hier sehr gehasst wird, und nicht, weil ich irgendetwas gegen ihn hätte. Hab ich nämlich nicht.
                                        Im Gegenteil: hier ist er perfekt besetzt worden. Hier spielt er wirklich gut, und glaubhaft. Man kauft ihn den frauenaufreißenden Macho genauso wie den verständnisvollen Vaterersatz für Marcus ab.
                                        Im allgemeinen ist es auch genau das, was den Film ausmacht: das man dem Streifen alles abnimmt.
                                        Die Geschichte hat sich echt anfühlende Charaktere mit sich echt anfühlenden Problemen in einem sich echt anfühlenden Plot.
                                        Der Film will nicht zu viel von sich selbst, gibt aber dadurch viel.

                                        Die Geschichte überzeugt, wie bei anderen Produktionen dieser Art, etwa "Little Miss Sunshine" oder "Juno" nicht durch seinen überdimensionalen Plot, oder Effekte, sondern durch seine Figuren und seinen Charme, und die einzelnen kleinen Szenen dazwischen.
                                        (Nicht dass ich den Film mit "Juno" gleichsetzen würde. Wer mich auch nur ansatzweise kennt, weiß, dass Juno für mich ein absoluter Überfilm ist).
                                        Davon gibt es viele.
                                        Die Szene mit der toten Ente ist schon das erste Anzeichen, dass sich diese Geschichte durch viele kleine öfters mal skurillen Details vom Durchschnitt abhebt.
                                        Dann gibt es eine Szene mit einer Türklingel, die mir auch sehr witzig vorkam.
                                        Und dann ist da noch die Tatsache, dass es gleich zwei Erzähler gibt.
                                        An das konnte ich mich gar nicht mehr erinnern.
                                        ...
                                        Ach ja, das wisst ihr ja noch gar nicht!
                                        Ich hab den Film mal vor Jahren in der Schule gesehen. An viel konnte ich mich aber nicht erinnern, denn damals habe ich mich noch nicht für Filme interessiert (Schande über mein viel jüngeres Selbst!)
                                        ...
                                        Was mir an dem Film gefallen hat, ist, dass er finde ich nicht kitschig oder aufgesetzt wirkt. Man lässt den Charakteren genug Freiraum, um sich allmählich zu entwickeln, und dass Mauerblümchen nicht Mauerblümchen bleiben und Machos nicht Machos ist zwar nicht neu, aber hier unheimlich gut rübergebracht.
                                        Jedes Detail, jeder Satz, der nicht vorhanden wäre, würde den Filmgenuss etwas schmälern. Und sei es nur eine einzige Erwähnung des Wortes "Selbstmord", wie im Satz: "Das wäre Selbstmord", die fehlen würde, die Wirkung würde deutlich nachlassen. Das ist auf jeden Fall ein Beweis dafür, was für ein erstklassiges Drehbuch hier vorliegt.
                                        Und ob es die Inseln jetzt gibt oder nicht, wie sie aussehen, wie sie fühlen, ob sie aussehen, ob sie fühlen, hängt vom Zuseher ab.

                                        FAZIT: "About a Boy" ist ein perfekter Beweis, dass man das Rad nicht neu erfinden muss, um fantastisches zu leisten. Wenn man das Rad allerdings auf Hochglanz poliert und gewaltig mit Originalität und Detailreichtum ölt, dann kann es das Originalrad sogar überbieten!
                                        Also von mir gibt es ohne schlechtes Gewissen 9.5 Punkte.
                                        Möge es daran liegen, dass ich einen schlechten Filmgeschmack habe, oder daran, dass
                                        ich bis jetzt nicht weiß, wer der beiden Protagonisten letztendlich der im Titel beschriebene "Boy" ist, oder daran, dass der Film einfach gut ist. Ich weiß es nicht.
                                        Aber es fühlt sich richtig an.
                                        Punkt.

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                                        • 0 .5

                                          Wenn ich doch nur das Leben der armen Ente gegen das des abscheulichen Hugh Grant eintauschen könnte!

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                                          • 8

                                            "About a Boy" macht nicht viel Wirbel. Die Komplexität der Geschichte hält sich sehr in Grenzen und vertraut ganz und gar auf die Sympathie, Vielfältigkeit und Skurillität der Figuren. Das gelingt auf ganzer Linie und macht "About a Boy" zu einem sehr sympathischen, gefühlvollen und lebensbejahenden Film. Ein muss für jeden Filmfreund tragikomischer Werke.

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                                            • 3

                                              Ein gaaaaanz unsympathischer Film mit ganz viel Bla Bla und eher mittelmäßigen Schauspielern. Zu unlustig für eine Komödie, zu lustig für ein Drama, nichts Halbes und nichts Ganzes. Und einfach nicht meins!

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                                              • 8 .5

                                                OK, ich verdiene mein Geld nicht mit Nichtstun (speziell: Tantiemen abstauben) und ich borge mir auch nicht Kinder aus, um alleinerziehende Mütter abzuschleppen. Und doch fühle ich mich mit dem von Hugh Grant unnachahmlich verkörperten Will Freeman verbunden, vielleicht weil auch ich ein mittdreißiger free man bin und mich in diesem Leben eingerichtet zu haben scheine. About a Boy ist also auch eine Art coming-of-age-Geschichte für Fortgeschrittene. Und da kann man immer noch was lernen.
                                                Das Ganze kommt allerdings nicht als Rührstück rüber, sondern ist eine tolle Komödie basierend auf dem (noch nicht von mir gelesenen [shame on me!]) Roman von Nick Hornby, untermalt vom kongenialen Soundtrack by Badly Drawn Boy.
                                                Voila! Ein rundum gelungenes Vergnügen.

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                                                • 4

                                                  Dieser Junge! Ich möcht ja nicht herzlos erscheinen, aber selten habe ich eine solche Abneigung gegen ein Kind entwickelt. Auch sonst ist der Film nichts besonderes und alles ist sehr hervorsehbar. Dazu kommt noch, dass die eig. Grundidee des Titels (von "About a Girl" von Nirvana kommt der Buchtitel) nicht mal aufgegriffen wird. Kann die fast durchweg positiven Kritiken nicht wirklich verstehen...

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                                                  • 0

                                                    Es gibt Filme, die sind einem einfach unsympathisch. Es muss nicht einmal aussagekräftige Gründe dafür geben, wie zum Beispiel eine schlechte Machart, ein flaches Drehbuch oder ganz einfach eine unfähige Besetzung.
                                                    Ich würde mich niemals dazu erdreisten, die Qualität eines Filmes mit meinem Geschmack gleichzusetzen. So nach dem Motto, was mir nicht gefällt, ist schlecht. Nö.
                                                    Demnach kann man auch nicht sagen, "About A Boy" wäre ein mieser Streifen.

                                                    Es sind mehr die persönlichen Erinnerungen, die ich damit verbinde, die diesen Film zu einem meiner meistgehassten machen. Wie so oft auf MoviePilot wünsche ich mir die Funktion, einen Film höher/niedriger als 0.0 bzw 10.0 zu bewerten und ihn trotzdem als Hass/Lieblingsfilm werten zu können.
                                                    Ich kann vielleicht mal versuchen zu erklären, was "About A Boy" für mich persönlich zu einem unerträglichen, unglaublich langweiligen und einfach saublöden Film macht. Ihr müsst meine Meinung nicht teilen. Tut ihr sowieso nicht. ;) Es fängt an bei Hugh Grants Lächeln. Der Mann ist mir egal, aber dieses Grinsen treibt mich in den Wahnsinn. Ich habe das Gefühl er spielt sich in jedem einzelnen seiner Filme selbst, auch hier. Völlig uninteressant für den Zuschauer. Und dann der blöde Junge. Interessiert mich auch nicht. Schonmal ein Protagonistenduo, dass mir einfach nur auf die Nerven geht. Super Voraussetzungen.

                                                    Und jetzt hat sich mein Kommentar verflüchtigt und ich muss das ganze von neu tippen. Supidupi. Jedenfalls, die Kurzform: Ich bin kein Fan von Filmen, die sich selbst bis ins unendliche feiern. Vielleicht bilde ich mir das auch nur ein, aber "About A Boy" hält sich für ganz oberklasse und richtig tiefsinnig, bis zum geht nicht mehr. Ähnlich habe ich zum Beispiel "Black Swan" oder "The Fountain" wahrgenommen. Natürlich vollkommen subjektiv. Diese ganze Möchtegern-Tiefe gepaart mit einer Nicht-Story, einem richtig, richtig nervig-doofen Cast und der Tatsache, dass ich diesen Film bis zum Erbrechen gesehen habe (3x mit Familie &Freunden; 5(!) x in der Schule), klärt hoffentlich einigermaßen auf, weshalb ich so eine unfaire Wertung vergebe. Und ja, ich schrieb unfair. Denn hätte ich ihn nur einmal gesehen und nicht totanalysieren müssen, wäre eine glatte 4.0 draus geworden.

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