Bis das Blut gefriert - Kritik

The Haunting

US · 1963 · Laufzeit 112 Minuten · FSK 16 · Horrorfilm, Thriller · Kinostart
Du
  • 8

    Auch 50 Jahre später zeigt der Horrorklassiker, dass das Genre keine Effekte, Blut oder Gewalt braucht, um Spannung zu erzeugen. Frei nach dem Motto, dass Furcht durch das Unbekannte und Unsichtbare ausgelöst wird, verzichtet "Bis das Blut gefriert" fast völlig auf das Explizite. Zuschauer von heute könnten damit Probleme haben, an Atmosphäre hat die Romanverfilmung aber bis heute nicht eingebüßt.

    • 7 .5

      Psychokinese ist psychochinesisch, alles Quatsch. Ansonsten würde
      man im Spukschloß gleich eine abgehackte Hand in der Bratensoße
      finden. Sonnenflecken, unterirdische Wasserläufe, elektrische
      Magnetfelder, irgendeine Erklärung findet sich immer. Geistige
      Unempflichkeit ist nur kein Ansatz dem Übernatürlichen auf den Grund
      zu gehen, ansonsten könnte die verschlossene Tür im Kopf mit Wucht
      aus den Angeln gerissen werden. Wofür Robert Wise eine ganze
      Palette gruseliger Zuckerstangen aufbietet, mein liebster Teil ist
      der Anfang die fast hundertjährige Geschichte des Hill House zu erzählen.
      Übernatürliche Erscheinungen reichen bis Homer und zum Haus des
      Hades zurück, nur sind die ausgewählten Forscher vom Professor
      für Parapsychologie und Anthropologie nicht für spiritistische
      Plauderstündchen ausgewählt worden. Statt mit simplen Schreckeffekten
      und rasselnden Gespensterketten überzieht Wise die Forscher
      mit einer Wolke diffuser Verunsicherung und attackiert ihren Verstand.
      Nach dem Fundus kreativer Perspektiven und schaurigen Schnitten
      darf man sich 65 Jahre später immer noch die Finger lecken. Die volle
      Konzentration eine gespenstische Atmosphäre zu schaffen, die sich
      zur Bedrohung erhebt und auch nicht ohne weiteres erklärbar ist. Die Schattenspiele und Kontraste in schwarzweiß sind im Antiquitätenhaus
      dafür ideal. Das schwächste Glied in der Kette wird ausgewählt, als ob
      der Spuk eine Hyäne auf der Jagd wäre. Und wenn Robert Wise dann seine
      Einfälle mit feinsten Soundeffekten auf die kleine Gruppe loslässt, bleibt er
      dran und kostet dies höchst unbequem aus, bis die Anwärter der
      Gesellschaft für Parapsychologie in ihrem Angstschweiß baden dürfen
      und ihr Vertrauen auf die Wissenschaft panisch die Flucht ergreift.

      10
      • 8 .5

        schauerlich, s/w, gemütlich, schöne synchro, es durfte noch geraucht werden, kamine, grusel durch geräusche..... perfekt!

        1
        • 2

          Ein totaler Super-Flop! So einen langweiligen Schwachsinn mit unterirdischem Gruselfaktor habe ich selten gesehen. Da ist jede Sandmännchen-Folge spannender. Rei

          1
          • 7 .5

            Horror lieferte Robert Wise mit „The Curse of the Cat People“ (1944) und „Der Leichendieb“ (1945) schon früh in seiner Karriere ab. „Bis das Blut gefriert“ von 1963 kann als sein Grusel-Meisterstück angesehen werden. Wise demonstriert auf wunderbare Weise, wie man ohne visuelle Tricksereien ein ausgefeiltes Sounddesign einsetzen kann, um den Horror im Kopf der Zuschauer entstehen zu lassen. (...) Besser kann man Spukhaus-Horror nicht inszenieren.

            Ausführlich bei DIE NACHT DER LEBENDEN TEXTE.

            1
            • 6 .5

              Auch bekannt als "The Haunting". 1963 kam dieser Horror-/Gruselfilm, der heutzutage vielleicht eher als Charakterstudie mit Suspense-Anteilen gesehen wird, in die Kinos und ängstigte den gemeinen Zuschauer. Heute lockt der dem Film innewohnende Grusel niemanden mehr hinterm Ofen hervor, aber das sagt nichts über die Qualität des Werks aus, ist der Regisseur doch niemand geringeres als Robert Wise, treibende Kraft hinter Filmen wie "West Side Story" und "Star Trek - Der Film".

              Die Geschichte ist allgemein bekannt, denke ich, daher hier nur ein kurzer Abriss: Dr. Markway lädt mehrere Probanden für ein Experiment über Angst und Geister in ein altes Herrenhaus, in dem es spuken soll, ein. Tatsächlich folgen der Einladung nur Theodora, genannt Thea, und die paranoide Eleanor. Zudem gesellt sich der Erbe des Hauses, Luke, zu den Dreien. Tagsüber beherbergt das Haus zudem das Ehepaar Dudley; er seines Zeichens der Hausmeister, sie die Köchin - beide mit einem leichten Klatsch versehen.

              Was sich dem Zuschauer in dieser Konstellation bietet, ist ein Potpourri aus gruseligen Momenten - lärmende Geräusche, knarzende Türen und ein paar wenige Jumpscares.
              Im Gegensatz zum debilen Remake allerdings zieht der Film seinen Grusel nicht aus lächerlichen Figuren und hässlichen CGI-Geistern, sondern aus dem subtilen Suspense, den das Haus atmet, und dem Charakter der Eleanor, die über die Strecke des Films immer paranoider und wahnhafter wird. Der Zuschauer bemerkt dies, im Gegensatz zu den anderen Akteuren, noch vor dem Betreten des sagenumwobenen Gebäudes, lässt uns Eleanor doch an ihren Gedanken teilhaben, und die sind mit skurril noch freundlich beschrieben.
              Dies ist für den Film gleichsam Segen wie Fluch, umschifft er auf diese Weise klärende Momente, Absolutismen, kurzum eine Auflösung. Der Person vor dem Bildschirm wird bis zum Ende nicht zu 100% klar, wie viel das Haus zum Wahnsinn beiträgt und wie viel aus dem Innern der Charaktere stammt.
              Fluch allerdings ist das, da Eleanor zuweilen ein äußerst anstregender Mensch ist. Sie schreit, sie widersetzt sich, sie gibt sich hin, sie verfällt dem Haus. Das ist gut geschauspielert und im Rahmen psychischer Belastungen auch absolut nachvollziehbar; nur ist es eben auch enervierend.
              Wie geschrieben, zieht der Film seine Spannung vor allem aus dem Unwissen; dem Unwissen um das Paranormale, aber auch dem ganz banalen Unwissen um Theas Sexualität, die sich immer mal wieder ambivalent zeigt. Dass der Film dabei nicht nur nur andeutet, sondern sich auch einer Bewertung enthält, ist für das Jahr 1963 schon extrem fortschrittlich.

              Der Film ist aus heutiger Sicht kein Ausmaß an Schrecken, versteht es aber, auf subtile Weise Spannung zu erzeugen. Etwas, das dem Remake völlig abhanden kam. Darüber hinaus zeigt er sich ungemein kurzweilig und trifft sogar den einen oder anderen schwarzhumorigen Ton; etwas, womit ich nicht gerechnet hätte.

              Das ergibt am Ende gute 6,5/10.

              1
              • 8

                Spannender Horrorfilm, welcher Suspense durch Minimalismus und Ruhe erzeugt. Julie Harris's Paranoia ergänzten die Atmosphäre perfekt.

                2
                • 10
                  Sternenkind68 10.12.2016, 23:12 Geändert 10.12.2016, 23:22

                  Wie singt Pur doch so schön in einem Lied ?
                  "Komm´ mit mir ins Abenteuerland..."
                  Ich habe kein Problem, diesen Kasten zu betreten, wenn meine MP-Freunde von der Fraktion Horror dabei sind.
                  Mit BlubberKing und Gabe666 an meiner Seite mache ich das, jage Geister und so.
                  Bruce und Agnida können sich gerne anschließen.
                  Könnt Ihr erste Hilfe ? Jemand muss mich bestimmt wiederbeleben..
                  Die Hütte macht schon von draußen jetzt nicht den Eindruck, als wäre es ein Wellness-Hotel.
                  Satan, weiche von mir !
                  Jesus, steh´ mir bei. Und Agnida und die anderen.
                  Wo seid Ihr ?
                  Tja, wenn´s drauf ankommt, ist man ja soo allein.
                  Arschbacken zusammen, das Knarren der Tür hinter mir nehme ich jetzt einfach mal so hin, zieht ja auch ganz schön.
                  Keiner wird mich hören, wenn ich rufe.
                  In der Nacht, in der Dunkelheit...

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                  • 3

                    Sogar mir, der eigentlich auf die Klassiker von einst abfährt, war dieses hochgepriesene Machwerk viel zu seicht.
                    Hinzu kommen geradezu unerträgliche Darsteller, die einem mit Ihrer Art und ihrem dusseligen Gequatsche wirklich den letzten Nerv rauben.
                    Die Story wirkt unausgereift und auch die fade Erzählweise trägt nicht gerade zu einer gruseligen Atmosphäre bei.
                    Wie gesagt, ich habe nix gegen die Filme von damals... eher im Gegenteil.... aber...
                    Fazit: Damit holt man nur die wenigsten hinter dem Ofen hervor

                    3
                    • 8

                      Horroroctober 2016! \(ʘoʘ)/ Film #10 „Bis das Blut gefriert“

                      Dieser Film aus dem Jahre 1963 darf sich zurecht die Mutter aller Spukhausfilme nennen! Hier spukt es nämlich gewaltigst. Klischees für das Genre wurden geschaffen, die bis heute en masse überdauert haben. Effektvoll und verstörend ist „Bis das Blut gefriert“ auch heutzutage noch. Wenn man sich darauf einlassen will und kann natürlich.

                      Die langsamen Kamerafahrten und die kalte & klaustrophobische Atmosphäre, hervorgerufen durch die extrem gut ausgestattete und beleuchtete Kulisse, sind in jeder Hinsicht par excellence.
                      Die Vierer-Konstellation und die Dialoge der Hauptfiguren sind gut gewählt. Jede Figur verkörpert eine unterschiedliche Betrachtungsweise, die eine Person zu der Prämisse eines Geisterhauses haben kann. Der Cast spielt insgesamt auf einem sehr hohem Niveau und besonders Julie Harris spielt ihre Rolle wunderbar undurchsichtig und verwirrend.

                      „Can't you see it? It's alive... It's watching... It's Waiting. Waiting... for Me.“

                      Ein Klassiker, den man gesehen haben sollte, finde ich. :)

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                      • 7

                        Ein schöner Thriller bei dem der Reiz darin besteht, herauszufinden was dort eigentlich vor sich geht. Teilweise richtig gut gemacht, aber teilweise auch ein wenig dröge erzählt.

                        • 8 .5

                          Kann man bei einem 50 Jahre alten Film von Standardeffekten reden? Schon dieser simple Gedanke macht deutlich, dass man solch alte Filme kaum mit heutigen Filmen 1 zu 1 vergleichen kann, auch wenn man sie in die selbe Punkteskala einträgt. Die meisten Schocker des Films waren zu dieser Zeit relativ neu und trafen auch auf eine wesentlich sensiblere Öffentlichkeit, die viel schneller sich gruseln und schockieren ließen. Denn zum Vergleich: Edgar Wallace galt vielen damals schon fast als Horror, während er heute allenfalls ein wenig dunkel und atmosphärisch gilt.
                          .
                          Mit dieser kleine Einleitung kann man sich, denke ich, besser in so einen alten Film versetzen und ihn bewerten. Ganz aus der Zeit sehen darf man ihn natürlich auch nicht, da ich ja nicht mehr 1963 gucke. Denn schon der erzählerische Anfang war für die Zeit typisch und wirkt heute etwas verstaubt. Auch einige andere Tricks, wie die Offstimme von Eleanor, ist ein Mittel, dem man heute kaum noch begegnet, auch wenn ich es nicht schlecht finde, auch wenn dadurch wenig Stimmung aufkommt und es doch etwas arg lang ist hier und da. Ihre Erkenntnisse wie "ich bin da" sind etwas putzig und regen mich eher zu einem "ach echt? Das Haus ist nicht das Klo des Pförtners?" an.
                          Auch wenn eben alles etwas angestaubt ist und man sich vorkommt, als würde man in Omas Nippesschrank wühlen, so ist der Film dennoch dem Remake vorzuziehen. Alleine das Setting ist hier viel durchdachter und realistischer, aber dennoch grusliger. Denn während man im Remake ein Haus baute, dass zwar atmosphärisch, aber völlig unrealistisch und gerade zu erschlagend ist, ist es hier das klassische, viktorianische Haus, dass vollgestopft ist mit allen Merkwürdigkeiten. Die Szenen folgen dem alten Prinzip, dass es grusliger ist, wenn du es nicht siehst und es vor der Tür bleibt. Es wird auch nicht gleich ein ganzes Effektgewitter abgeladen, mit dem der Zuschauer heute oft gerade zu erschlagen wird und das vielen als wahrhaft gruslig gilt.
                          Etwas nervig ist der rauschige Ton, der an Schallplatten erinnert, wenn der Tonabnehmer verstaubt war. Es rauscht so fröhlich vor sich hin und irgendwann fing ich einfach an mit zu rauschen. Und als dann ich so mit dem Film vor mich hin rauschte. merkte ich, wie etwas seltsames passierte. Nein, ich wurde nicht zu einer Katze. Ich fing mich an zu gruseln. Das passiert mir nach unzähligen Horrorfilmen eigentlich nur noch selten, aber dennoch sorgte der Film für einen kleinen Schauer, auch wenn mein Blut wohl nur sehr marginal abkühlte.

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                          • 5 .5

                            The Haunting ist ein perfekter Film für einen gemütlichen Abend auf dem Sofa. Besonders gut haben die Selbstgespräche von Eleanor gefallen. Dadurch bekamm der Film eine gewisse Tiefe und Atmosphäre auch waren ein paar grußlige Stellen dabei. Das wars dann aber auch schon. Auch wenn die Dialoge gut und ausführlich waren (sowas mag ich normalerweiße) waren sie mir in diesem Film etwas zu geschwollen zu langweilig. Eleanor der Hauptcharakter war mir zu aufgedreht zu empfindlich. Die Story fand ich ebenfall nicht schlüssig. Eleanors Mutter ist wohl das gleiche Schicksal wiederfahren wie der besitzern vom Hill House. Eleanors Mutter klopfte ebenfalls nach ihrer Tochter wärend sie im sterben lag was Elanor einfach ignorierte. Das gleiche ist der Besitzerin von Hill House weiderfahren nur klopfte sie nach ihrer Betreuerin. Deshalb wird Eleanor nun auch besonders vom Haus heimgesucht, doch eine Verbindung sehe ich trotzdem nicht. Ebenfalls seltsam ist das Verschwinden von Markways Frau die zuerst Eleanor zu tote erschreckt und später wieder auftaucht und erklärt sie hätte solche Angst gehabt und irrte deshalb ziellos durch das Haus.

                            Hmmm also für mich sind da nicht mehr als 5.5 Punkte drin.

                            • 6
                              Mr.Torrance 04.11.2015, 21:44 Geändert 05.11.2015, 02:04

                              The Haunting aus dem Jahre 1963 ist die Mutter aller Spukhaus-Filme. Es ist schon sehr erstaunlich zu sehen, wie viele Elemente aus diesem Klassiker sich in späteren Werken der Filmgeschichte wiederfinden.
                              Professor John Markway und eine kleine Gruppe von Testprobanden begeben sich in das berüchtigte Hill House, um dort den paranormalen Phänomenen auf den Grund zu gehen.
                              In der Tat pendelt der Gruselfaktor für abgestumpfte Zeitgenossen wie mich mittlerweile gegen null. Der Film baut auf seine Andeutungen, verlagert die Bedrohung vor das geistige Auge des Zuschauers. Wie gut das funktioniert hängt von jedem individuell ab.
                              Trotzdem herrscht durchgehend eine recht eigenartige, leicht bedrohliche Stimmung, die in bekannten Szenen wie der pulsierenden, sich verbiegenden Tür und der Wendeltreppe ihren Höhepunkt findet.
                              Die gesamte Möblierung und Ausstattung des Hauses ist bombastisch.
                              Die Darsteller liefern wie gewohnt für diese Zeit eine tadellose Leistung ab. Allerdings kann ich rein subjektiv mit Julie Harris, wie schon in Jenseits von Eden überhaupt nichts anfangen. Ihre minder geistreichen Monologe sind in ausgeprägter Erscheinung nicht unbedingt Balsam für die Nerven. Ihr hysterisches, beinahe theatralisches Over-Acting hat meinen Grusel-Appetit zügig übersättigt. Zudem hätte eine zarte Komprimierung um einige Dialoge dem Film mit großer Sicherheit nicht geschadet, denn zwischendurch treten schon einige ermüdende Längen ein, bei mir zumindest.

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                              • 8 .5
                                Mafioso 03.11.2015, 13:34 Geändert 22.02.2017, 12:21

                                Robert Wises "Bis das Blut gefriert" ist wohl der Spukhausklassiker schlechthin - und das zurecht!
                                Die Ausgangssituation ist denkbar simpel und es bedarf keiner großartigen Vorgeschichte:
                                Eine vierköpfige Gruppe, angeführt von einem Professor für Anthropologie und Parapsychologie, lässt sich im berüchtigten Hill House nieder, um übernatürliche Vorgänge zu dokumentieren, die der alten Villa aufgrund mehrerer vergangener mysteriöser Todesfälle nachgesagt werden.

                                Diese Villa erhebt sich unheilvoll über ein riesiges Grundstück, welche scheinbar gänzlich von der Außenwelt abgeschnitten zu sein scheint.
                                An einem alten, mit einer rostigen Kette versperrten Tor muss sich der Ankömmling zunächst über die Warnungen des Hausmeisters hinwegsetzen, sich den Einlass quasi erzwingen und eine scheinbar endlose Auffahrt hinter sich bringen, umgeben von vielen lichtnehmenden Bäumen, so dass es selbst bei Tag düster wirkt.
                                Endlich angekommen, steht man schließlich vor einem höchst imposanten Bauwerk, dessen tatsächliche Größe sich von außen nur erahnen lässt und bereits beim ersten Blick unheimlich und bedrohlich wirkt, unantastbar und alles überdauernd.
                                Alleine diese erste Einstellung, der erste Blick auf die Villa ist wahrlich grandios, man fühlt sich sofort als Teil der Gruppe und ist gleichzeitig erfüllt von Neugier, Anspannung und Faszination, was es denn nun mit diesem Haus auf sich haben mag, man traut diesen alten Gemäuern jedenfalls sofort alles zu.

                                Wenn man sich nun doch von diesem Blick losreißen kann, wird man schon von der merkwürdigen Haushälterin erwartet, die es sich nicht nehmen lässt, den Gast mit schon fast lächerlichem Nachdruck darauf hinzuweisen, dass man fortan gänzlich allein sei mit seiner Angst, niemand könne einen hören, egal wie laut man schreie.
                                Nach dieser recht eigenartigen Begegnung ist man froh, wenn endlich der nächste Gast eintrifft.

                                Die Gruppe besteht aus zwei Frauen und zwei Männern, die mit

                                -der ängstlichen, ein wenig hysterischen und recht labilen Jungfer Eleanor
                                -der zynischen und selbstbewussten Theodora mit einigem Wortwitz
                                -dem männlichen Pendant, dem ebenso zynischen Player Luke, der baldige Erbe des Schlosses, der der Möglichkeit paranormaler Vorgänge mit Spott begegnet und die Villa ausschließlich als Geldgrube betrachtet
                                -dem älteren, charmanten Dr. John, ein Mann der alten Schule und Leiter der Untersuchungen

                                zwar scheinbar recht stereotypisch gezeichnet sind, doch sich allesamt wunderbar einbringen, den gesamen Film problemlos tragen können und die Charaktere eines heutigen Horrorfilms an Dichte und Facetten weit überbieten.
                                Erstaunlich ist dabei wie sich die Dynamik der Gruppe über den Film stetig verändert, jede Figur durchlebt ihre eigenen Veränderungen und auch die Beziehungen untereinander verschieben und verändern sich durchweg.

                                Nach einem Vorstellungsgespräch und einem kurzen Rundgang durch das Schloss, der jedoch bereits die tatsächliche Größe durch die Vielzahl von Räumen und einer noch größeren Anzahl von Türen verrät und durch schlagende Türen und pfeifende Geräusche schon mal auf die Nacht einstimmt, begibt sich die Gruppe zu Bett.
                                Der erste Vorfall lässt auch nicht lange auf sich warten, so werden die beiden Frauen durch ein bloßes Kratzen an der Tür geweckt - dies ist jedoch bereits so gut inszeniert, dass man sofort mitfiebert, denn Robert Wise gelingt es hier durch viele Nahaufnahmen den Schrecken der beiden Frauen spürbar einzufangen.
                                Die ebenfalls durch Lärm geweckten Männer streifen ebenso durch die Villa, geben jedoch an, von dem Kratzen nichts gehört zu haben, so dass sich die Frauen und Zuschauer nicht sicher sein können, was hier real und was Einbildung war.

                                Auf diese Weise werden Zuschauer und die Gruppe hingehalten und obwohl sich die Vorfälle im Verlauf immer mehr häufen, ist sich keiner wirklich sicher, was man denn nun glauben soll.

                                Als reiner Horror lässt sich der Streifen jedoch kaum bezeichnen, denn abseits der grandiosen Szenerie voll unheimlicher Orte, die vom Zuschauer genauso wie von der Gruppe erforscht werden wollen und nächtlichen Vorkommnissen, nimmt sich der Film immer wieder Zeit für ruhige Momente, Dialoge, die immer wieder neue Seiten der Figuren aufzeigen und Motive wie Vorgeschichten erklären, oder höchst interessante anthropologische, fast philosophische Gespräche, in denen mögliche Fragen des Zuschauers aufgegriffen werden, es werden Erklärungsversuche, von der Anzweiflung des eigenen Verstandes bis hin zur Hinterfragung der Existenz anderer Gruppenmitglieder, geboten, um so die Vorgänge in dem Schloss greifbar und verständlich zu machen.

                                Gleichwohl wird eine immer stärker werdende Bindung zwischen dem Hill House und den Figuren gezeigt, die Villa hat die Besucher gänzlich in ihren Bann gezogen, so ist eine Abreise zu keiner Zeit eine Option, ähnlich eines Suchtverhaltens ist trotz aller Alarmsignale ein Ablass nicht möglich, es findet eine fortwährend intensivierte Bindung statt, so verlieren sich die Figuren, gerade die empfängliche Eleanor in dem Strudel aus Angst, Schrecken und Faszination und kann sich eine Abreise nicht mehr vorstellen, die Außenwelt ist längst vergessen, hinter sich gelassen, ein Leben ohne die Villa ist nun nicht mehr vorstellbar, sie ist das Zentrum sämtlicher Gedanken.

                                So ist dieser Film einerseits S/W-Spukhausgrusel in Perfektion und andererseits eine, allerdings nur oberflächliche, Verhaltens- und Charakterstudie einer Gruppe in ständiger Entwicklung, die sich durch zunehmende Angst, wachsendem Misstrauen und größter Verunsicherung, da die anfängliche Rationalität hier an ihre Grenzen stößt, unweigerlich auf die Katastrophe zubewegt.

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                                • 8 .5

                                  [...] Der Regisseur Robert Wise („West Side Story“) stellt hier etwas Interessantes mit dem Genre an, indem er die übernatürlichen Aspekte und menschenfremde Wesen komplett aus dem Film streichen lässt, die bis dahin des Öfteren in derartigen Gruselfilmen auftauchten. Hier jedoch ist das Haus der Star des Films - etwas, was später von mehreren meisterhaften Regisseuren in meisterhaften Filmen übernommen wurde. Das Haus ist der Ursprung alle Übels und der Gefahr für den Menschen. Damit entzieht Wise den Figuren und dem Zuschauer das letzte Bisschen Gewissheit auf Sicherheit in den eigenen vier Wänden. Das „Aber was, wenn“, das Gruselfilme so effektiv machen kann und das die Figuren in diesem Film schrittweise in ihr eigenes Verhalten aufnehmen; es greift auf den Zuschauer über. Das Paranormale ist hier am Werk - jene Kraft, bei der man nie weiß, ob etwas im Haus ist, oder man verrückt wird. Und auch nicht weiß, was davon eigentlich besser wäre. [...] Die wirkliche Intensität erreicht der Film zudem durch die Einbeziehung des Zuschauers. Die Brücke zu den Figuren wird schnell gebaut und durch die Monologe der Protagonistin unterstützt. Sie lässt den Zuschauer stets an ihren Gedanken teilhaben. Und dabei spricht sie mehr als einmal aus, was der Zuschauer denkt, weil sie etwas fühlt, das der Zuschauer auch in diesem Moment fühlt. In diesen Momenten erreicht die Arbeit von Robert Wise eine Klasse, die (man entschuldige die Wortwahl) unheimlich ist. Denn dann gelingt dem Film etwas, was eigentlich keinem Film möglich sein sollte. Es wirkt beinahe so, als würde der Film auf den Zuschauer reagieren, als wäre der Zuschauer nur eine weitere Variable, die sich dem Werk unterordnet. Man wird unweigerlich eingesogen und ebenso wie die Figuren im Haus zu einem Beobachter, der auch beobachtet wird. [...] Das Spiel der Gegensätze, das Robert Wise hier immer wieder auf geniale Art und Weise auf die Spitze treibt, sei es mit schnellen Schnitten und festen Einstellungen, mit hellen Zimmern und dunklen Schatten und mit dieser einfach unheimlich lauten Stille; es lässt dieses Filmwerk transformieren und zu etwas werden, das weder Anfang noch Ende zu haben scheint, weder Sinn noch Unsinn zu kennen scheint. Ähnlich der Wendeltreppe, die übrigens fast identisch in Martin Scorseses „Shutter Island“ zu finden ist. Marty weiß eben, wem Ehre gebührt. [...]

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                                  • 3

                                    Das einzige, wovor ich mich hier gegruselt habe, waren die grauenhaften Dialoge und die schauerlichen Soap-Opera-Niveau-Darsteller. Der Rest war gähnende Langeweile. Haben sich Menschen vor 50 Jahren von so etwas wirklich unterhalten oder sogar gegruselt gefühlt? Kaum vorstellbar...

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                                    • 6 .5

                                      "The Haunting" ist einer der großen Klassiker des Haunted House-Genre. Der Film ist atmosphärisch sehr dicht, allerdings ist die Aufregung für den abgebrühten Zuschauer heutzutage kaum noch nachvollziehbar.
                                      Die Kameraarbeit ist aber vorzüglich.

                                      • 9

                                        Brrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr... ;-)

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                                        • 7

                                          Genre-Klassiker. Meisterlich gefilmter Geister-Grusel mit großartigen Bildern und Kameramomenten. Dazu gibt es 'ne brauchbare Geschichte und ein paar ganz ordentliche Figuren. Der Horror bleibt, mal abgesehen von den penetranten Soundeffekten, relativ subtil und schleicht auf leisen Sohlen heran. Hinter dem übernatürlichen Horror versteckt sich auch noch ein psychologishes Schauerspiel. Leicht unnötig jedoch: der exzessiv eingesetzte Voice-Over der Hauptfigur. Einige Monologe waren zwar sicherlich von Nöten, viele wirken jedoch auch relativ überflüssig und stören die ansonsten einwandfreie Atmosphäre.

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                                          • 8

                                            Wirklich gruselig ist er für unsere abgestumpfte Generation natürlich nicht mehr. Aber für einen gemütlichen Retrofilmabend absolut zu empfehlen.

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                                            • 8 .5

                                              Martin Scorsese hat eines schönen Tages eine Liste zusammengestellt. Eine Liste mit den 11 gruseligsten Filmen, die er gesehen hat. Und ganz oben auf dieser Liste steht: BIS DAS BLUT GEFRIERT. Das hat mich verdammt neugierig gemacht, obwohl mir das Spukhaus/ Geisterfilm-Genre nie wirklich zugesagt hat. Dass das daran liegt, dass ich mit bei derartigen Filmen viel zu schnell in die Hose pischer, erwähne ich aber nicht. Will ja meine Coolness nicht riskieren.

                                              Nun also habe ich den Film ohne größeren Zwischenfall hinter mich gebracht. Und was soll ich sagen? Der Film erschien vor über 50 Jahren, ist aber hervorragend gealtert. Die Atmosphäre ist kräftig und stets präsent. Und wie in SHINING, den ich vor ein paar Tagen gesehen habe, ist das Haus selbst auch hier ein Charakter, dass die Personen in den emotionalen Zerfall treibt. Die Kamera hilft bei ersterem ungemein. Sie personifiziert das Haus und macht die Angst so greifbarer, konkreter, kälter.
                                              Zu den wahren Stärken des Films gehört zudem zum einen der stete innere Monolog der Protagonistin. Sie lässt den Zuschauer stets an ihren Gedanken teilhaben. Das Interessante daran ist, dass diese Gedanken sich mit unseren immer stärker verbinden. Sie spricht aus, was wir denken, weil sie etwas fühlt, was auch wir als Zuschauer fühlen. So werden wir unweigerlich in das Haus, dieses alte Haus, das nicht einen rechten Winkel hat (und so noch weiter verunsichert), gezogen. Und so wird die harte Kälte des Hauses deutlich. Wir können sie auf uns spüren. Wir fühlen uns beobachtet.
                                              Und das ist die zweite wahre Stärke des Films. Der Regisseur Robert Wise schafft die Verunsicherung, die der Zuschauer verspürt, nicht nur durch die Schatten, die schnellen aber präzisen Schnitte, die Architektur des Hauses und die angenehme Stille (wie laut Stille sein kann, merkt man hier erst so richtig!), sondern vor allem dadurch, dass der Zuschauer stets Beobachter und Beobachteter ist. Wir beobachten das Haus und wir werden von ihm beobachtet. Wir sind beängstigend und verängstigt. Wir sind Täter und Opfer. Und damit schafft BIS DAS BLUT GEFRIERT es, den Kern des Lebens zu treffen.

                                              Das ist es, was diesen Film für mich zu einem der besten Gruselfilme macht, die ich je gesehen habe. Er schafft es, Spannung, Grusel und Tiefgang zu verbinden. An einigen Stellen wollte ich aufspringen und „Amen!“ schreien. Es gibt sie eben doch. Horrorfilme, die einen gruseln und gleichzeitig auch irgendwie faszinieren, weil sie nicht auf billige Schocks aus sind (die für mich generell kein Qualitätsmerkmal darstellen. Suspense statt Surprise. Juhu.), sondern dem Zuschauer etwas wahrhaftig wichtiges vermitteln wollen. Ich bin begeistert. No pun intended.

                                              Oh, und in diesem Film findet sich die Vorlage zu der Wendeltreppe aus Marty Scorseses SHUTTER ISLAND. Sogar mit fast identischer Kameraeinstellung. So funktioniert eine Hommage. Eine Verneigung vor einem Film, vor dem man sich verneigen muss. Und den man gesehen haben muss, weil derartiges heutzutage schon gar nicht mehr produziert wird.

                                              _Smooli

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                                              • 10

                                                "Dieses Haus - man will ihm immerfort misstrauen!"

                                                Willkommen im Hill House, wo jede Ecke dich zu beobachten scheint, jeder Winkel sich bewegt, solange man nur nicht hinsieht, und die verquere und asymmetrische Bauweise nicht mal den geringsten Anhaltspunkt bietet.
                                                Ein Haus, eine Villa, über der ein Schatten des Todes liegt, und dessen düstere Vorgeschichten einem einen eiskalten Schauer über den Rücken laufen lassen.
                                                In diesem Haus treffen 4 Leute aufeinander, die überprüfen sollen, ob es dort mit rechten (sprich irdischen) Dingen zugeht.

                                                "Bis das Blut gefriert" aus dem Jahre 1963 ist mein liebster Horrorfilm, den ich nun schon etliche Male gesehen habe, und der nie langweilig wird.
                                                Dafür bringt er zu perfekt eine düstere, spukische Stimmung auf, die man einfach mögen muss.
                                                Er ist so herrlich makaber, so wunderbar dunkel, so genial schaurig -was kann man darin nicht lieben?
                                                Es handelt sich auch um einen der wenigen Filme, die die Bezeichnung schwarz-weiß wirklich verdienen, denn er wirkt nicht unbedingt grau, wie die meisten farblosen Filme, sondern in der Tat schwarz oder weiß.
                                                Die meisten Streifen des klassischen Kinos strahlen eine gewisse Wärme und Lebhaftigkeit aus - aber dieses düstere Spiel von Film erschaudert in einer kühlen, um nicht zu sagen eisigen Aura.
                                                Es ist nicht, was passiert, sondern eher, was passieren könnte.

                                                Hill House ist unwirklich - jeder Milimeter ist unterschiedlich, und das Anwesen ist riesengroß, überall stehen irgendwelche Gegenstände - Spiegel, Statuen, Türklinken, Treppen,...
                                                Es hallt sehr laut. Man hört sich gegenseitig in dieser riesigen Villa - oder auch nicht?
                                                Dann ist es dunkel... und die Verzierungen an der Wand beginnem durch den Schatten allmählich einem Auge zu ähneln - oder denken das nur wir?
                                                Es ist ein Film, der sich Unbehagen und einer extremen Paranoia bedient. Hat man denn nun etwas gesehen oder nicht?
                                                Es gibt einige Filme, die Gänsehaut bereiten, aber "Bis das Blut gefriert" tut es aus purer Angst heraus.
                                                Ehrlich: so gerne ich Hill House in einer Gruppe von Leuten tagsüber besichtigen würde, es ist der letzte Ort, an dem ich übernachten oder alleine sein möchte.
                                                Am nächsten Tag - und selbst wenn es dann vollkommen mit rechten Dingen zugehen sollte - müsste man mich denke ich in eine Nervenheilanstalt einschicken.
                                                Alles, was dort passiert, könnte doch auch wirklich passieren - sich drehende Knäufe, Schluchzen aus den Wänden, entferntes Poltern, welches näherkommt, Berührungen mit nicht vorhandenen Dingen - das macht einem noch mehr Furcht...

                                                Und dann: Julie Harris als Eleanor. Ich glaube, eine bessere Hauptrolle hätte man nicht schreiben können. Denn sie ist weder heldenhaft, noch neigt sie zu halbwegs normalem Verhalten.
                                                Sie ist schwerst traumatisiert, von Komplexen geplagt, verschreckt, labil und hysterisch.
                                                Sie macht das gesamte Geschehen noch einen Tick gespenstischer, und eiskalter.
                                                Diese Furcht, diese unendliche Furcht, dieses Entsetzen als sie auf ihre leere Hand blickt, das verleiht mir einen echten Schauer aufgerichteter Nackenhaare. Wuah.
                                                Und doch fühlt sie sich angezogen von diesem Ort. Seit sie dort ist fühlt sie ein Unbehagen und ein Gefühl... des Zuhauseseins.
                                                Und ihre Gedankenstimme leitet uns durch einen Großteil des Films.

                                                Der Schatten der Verfolgung, die Furcht, jeden Moment passiert etwas - das Haus droht den Figuren oft genug, es warnt sie, spielt mit ihnen - ziehen sich immerfort hindurch. Die Urängste machen sich in uns breit.

                                                Dabei ist "Bis das Blut gefriert" nie radikal, sondern oft unheimlich subtil, und lebt mehr von dem mosaikhaften Ambiente, welches oftmals einem zerschellten Spiegel ähnelt, als von dem, was eigentlich konkret vor sich geht.
                                                Dieser Ort wirkt einfach markerschütternd.

                                                Ich habe "Bis das Blut gefriert" wie gesagt schon einige Male gesehen.
                                                Er macht mir auch irgendwie Spaß, obwohl er doch wirklich viele angsterfüllende Inhalte bietet - und ich offen zugebe, in unregelmäßigen Angst im Dunkeln, oftmals echte Panik, zu haben.
                                                Dieser Film, vielleicht weil ich ihn nun schon etwas länger kenne und dieses Unbehagen garnicht so sehr zu Beginn da war, ist trotzdem einer meiner Lieblingsklassiker, der es trotz eines (reichlich abgewandelten) Remakes leider nie zu wirklichem Kultstatus brachte.
                                                Ich finde das sehr schade, denn in meinen Augen ist er ein Streifen, der wirklich kaum Wünsche offen lässt und der sich nicht abnutzt.
                                                Jeder, der einen Narren an wirklich paranoidmachen Gebäuden, schaurigen Geschichten über Tod und Unglücke oder makaberen Geschehnissen gefressen hat, der sei der Besuch von Hill House wärmstens empfohlen.
                                                Betreten auf eigene Gefahr!

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                                                • 7

                                                  1001 Filme, die Sie sehen sollten, bevor das Leben vorbei ist.
                                                  Es ist schon beeindruckend wie viele Motive und Sequenzen in diesem 60er Gespensterhaus-Klassiker später in unzähligen ähnlich gelagerten Filmchen wieder zu finden sind, wirklich gegruselt habe ich mich allerdings nur selten. Der subtile Schnitt, die suggestive Montage und expressionistische Ausgestaltung von Horror ist grandios, die Verbildlichung verdrängter Ängste gelungen. Das ganze Figuren-Arsenal (der chauvinistisch-rationale Mann, die hysterische Frau usw.) ist gewöhnungsbedürftig, der unsägliche Off-Kommentar der Protagonistin verbalisiert zu oft vorher gesehenes. Ich mochte aber die Idee, dass der freudianisch-unterdrückte Irrsinn einer unter Mutter-Komplexen leidenden Frau mit ihrer sexuellen Verwirrung, die verspukten Tore eines Hounted House öffnet.

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                                                    1963 muss ''Bis das Blut gefriert'' ein wahrhaftiger Schocker gewesen sein! Mich hat vor allem die Atmosphäre und die geniale Kameraarbeit überzeugt...

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