James Bond 007 - Casino Royale - Kritik

Casino Royale

GB · 2006 · Laufzeit 145 Minuten · FSK 12 · Thriller, Actionfilm · Kinostart
Du
  • 6

    Der Zufall ist sein bester Freund und zugleich ständiger Begleiter, wobei sich dieser mitunter nervige Umstand vorheriger 007-Abenteuer im Rahmen des absolut Erträglichen hält.

    „Was passiert, wenn die Welt davon erfährt, dass Sie starben, während Sie meine Eier massierten?

    Daniel Craig drückt während seines Einstands als James Bond das Gaspedal zuweilen ganz schön heftig durch. Lediglich das Poker-Turnier gestaltet sich ein wenig zäh und lässt somit zwischenzeitlich ein wenig die Luft entweichen, aus dieser ansonsten recht temporeich vorgetragenen 007-Mission, die mit zahlreichen gut choreografierten Action-Szenen zu gefallen versteht..

    6
    • 10

      Dieser Bond ist einfach super!
      Daniel Craig macht einen klasse Job!
      Der Film ist mal so ganz anders als alle anderen Bond-Filme vor ihm und genau das gefällt mir ausgesprochen gut.

      Wenn ich mir die älteren Bond-Filme anschaue habe ich immer das Gefühl der Kerl ist unzerstörbar.
      Außerdem fühle ich mich immer an eine Werbung für Haarspray erinnert. Da kann um Bond herum explodieren was will, die Frisur hält.
      Craigs Bond ist härter, dreckiger aber auch verletzlicher.
      Dazu kommen dann noch Eva Green als Bond Girl und ein Mads Mikkelsen, der als Bösewicht überzeugt.

      So schafft dieser, was noch keinem anderen Bond gelungen ist, mich von der ersten bis zur letzten Minute zu begeistern.

      1
      • 8 .5
        Ecto1 14.08.2018, 11:02 Geändert 14.08.2018, 11:34

        Bond Marathon – Eine kurzer Abriss zu jedem Bond Film den ich erst kürzlich gesehen habe

        Nr. 5 – Casino Royal

        Man mag von Daniel Craig halten was man möchte, aber es war in meinen Augen ein Glücksgriff ihn als neuen Bond und in einer neuen Ära zu etablieren. Der Reboot aus dem Jahr 2006 wirkt modern und passt sich durch seine Inszenierung und Härte dem aktuellen Zeitgeist an. "Casino Royale" war die beste Antwort auf die modernen Actionfilme die man haben konnte.

        Der neue 007 wirkt wie ein Stereotyp aus den 80er Jahren. Muskulös, hart, wenig zimperlich. Dabei schaffte es Craig dem Top Agenten wieder den alten Charme eines Connery anzuheften, eine Mischung aus kindlicher Überheblichkeit und männlicher Präsenz.

        Dank dem rasanten Einstiegt, weis man gleich zu beginn, mit was für eine Art Bond man es hier zu tun bekommt. Dazu eine klassische Casino-Szene, welche mit feinen Details alte Gewohnheiten aus dem Weg räumt, um selbige gleich wieder aus der Schublade zu holen. Bond ist hier noch unerfahrener, jünger und daher auch verletzlicher.

        Er ist nicht mehr der perfekte Top Agent, dem jeder Kniff gelingen mag und der jeden Gegenspieler um den Finger wickelt, sondern ein unerschrockener Soldat mit der nötigen Arroganz, der eine natürliche Autorität ausstrahlt und dabei andeutet, welches Potenzial seine Figur mit steigender Erfahrung haben wird.

        Das tragische Ende passt dann auch zu einer Welt, die keine Gefangenen macht. Auch wenn der 007 Schalk etwas ausgemustert worden ist, empfinde ich Casino Royale als den besten Bond der frühen 2000er Jahre.

        Ein moderner Film mit klassischen Plot und einigen Überraschungen für langjährige Fans. Auch wenn man als alter Bond Kenner gewisse Gadgets vermisst, darf man neidlos anerkennen dass mit "Casino Royale" einer der besten Bonds geschaffen wurde.

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        • 8 .5
          Adventpuss 13.08.2018, 10:07 Geändert 20.08.2018, 15:47

          Da ich - bis ich Casino Royale gesichtet habe - noch nie einen Bond-Film geschaut habe, sehe ich keine Relation zu anderen Bonds. Was mich aber nicht davon abhält, diesen Film zu den "geilsten" Action-Streifen meiner Action-Film-Karrierre (okay, ich guck auch nicht allzu viele) zu küren . Doch hier stimmt fast alles. Ein supercoolen Hauptdarsteller (Coolness-Faktor over 9000) Lupenreine Action, die einfach nur geil aussieht. Story auch nicht von schlechter Feder. Allerdings fand ich das FSK 12 grenzwertig. Hat mir Lust auf mehr gemacht - vor allen Dingen auf mehr Daniel Craig.

          • 10

            [Bond Nr. 21] Titlesong by Chris Cornell (Soundgarden)
            Zu diesem hervorregendem Bond brauch ich nicht viel Worte verlieren.
            Daniel Craig ist Bond durch und durch. Ich muss an dieser Stelle einen Hinweis auf dem hervorragenden "Layer Cake" mit ihm geben!
            Dieser Film ist echt mit Story vollgepackt und steigert sich von Szene zu Szene. Diese Sache mit dem Flugzeug wäre in den Alten Bond ein Showdown gewesen. Hier ist es ein Teil um der erstmal als Katalysator zu fungieren.
            Die Dialoge sind spannend wie nie zuvor und Eva Green ist fantastisch als Vesper Lynd. Mads Mikkelsen ist endlich mal ein so anderer Antagonist der selber sich aber vor der Organisation fürchtet.
            Zudem haben wir aus Deutschland noch Clemens Schick und Ludger Pistor dabei.
            Ich nenne diesen Bond perfekt!
            Das einzige ist das er eben auch der erste Bond ist der nicht richtig abschließt. Aber zu Quantum Trost kommen wir noch.

            • 10

              Meisterwerk !

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              • 6

                Gelungener Actionfilm aber das Bond-Logo kann man weg nehmen. Hier erinnert mich alles zu wenig an Bond und seine Klischees.

                2
                • 8

                  Der aller erste Roman von Ian Fleming ist das Debüt von Daniel Craig. Sehr viele Actonszenen und diabolische Bösewichte. Bond kann niemand trauen. Auch die Pokerszene wurde spannend inszeniert. Als Bondfan gehört "Casino Royale" zu den besten Verfilmungen des Geheimagenten. Auch für Leute geeignet, die auf gut gemachte Action, ohne zu viel Bum, Bum stehen.

                  • 8 .5
                    mustangbmm98 03.01.2018, 07:42 Geändert 03.01.2018, 07:43

                    Das ist er nun, der neue Bond. Und mir gefällt er. Die Leichtigkeit der Vorgänger ist passe und das passt zu der Neuausrichtung.

                    Die Story gefällt mir und ist nicht so abgehoben wie die Vorgänger. Leider wurde das bei „Ein Quantum Trost“ wieder über Bord geschmissen.

                    Die Pokerparty kommt einem so vor als ob es ein Film im Film ist. Davor und danach kracht es wieder ordentlich.

                    Was seinerzeit für Fragezeichen im Kino gesorgt hat, man wusste noch nicht genau was es mit Ms. White auf sich hat. Kleiner Minuspunkt: Die Romanze mit geplanter Hochzeit mit Vesper ging mir dann doch etwas zu schnell.

                    Egal, viele die mit Bond nichts zu tun hatten, wurden von Casino Royal abgeholt.

                    • 1

                      mich erstaunt es sehr dass dieser Film so gute Bewertungen erhält. Es ist jetzt einige Jahre her dass ich Casino Royale gesehen habe, aber wenn ich an den Film zurückdenke, würde ich ihn mit folgenden Wörtern assoziieren: miserabler plot, übler Bond Darsteller, überhaupt nicht witzig, viel zu kompliziert, völlig unlogisch...verglichen mit den Bond Filmen der 70er-90er völlig anders, das was diese Filme so einzigartig gemacht hat ist einfach verschwunden...diese Schiessereien, die Gewalt, hats früher nicht gegeben, die früheren Filme waren nicht so schnell aber sie hatten etwas besonderes, vllt lags auch an Roger Moore oder den anderen Bond Darstellern, aber grundsätzlich sind für mich die neuen Bond Filme keine echten Bond Filme mehr, weil die alten Filme viel mehr Stil hatten...bin jedenfalls sehr erschrocken als ich gesehen habe wie ein solcher "Schrott-Film" so gute Bewertungen erhalten kann...aber naja vllt sollte ich den Film nochmals schauen denn beim ersten Mal bin ich eingeschlafen...

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                      • 10

                        Ich kann nicht wirklich viel sagen, was mir bereits viele schon vorweg genommen haben...
                        Aber Casino Royale ist
                        mal abgesehen vom Bonduniversum hin oder her...
                        Auch als eigenständiger Film ein unglaublich toller Action-Thriller mit viel Herz und Seele bei dem mehrere Genrevertreter zu einem Kern fusioniert werden und einen perfekten, runden Film abgeben.
                        Daniel Craig spielt überragend genauso wie der rest des Casts.
                        Nur zu schade, dass nach dem fünften Teil und bereits wieder
                        11 vergangenen Jahren,
                        bis 2019 13 Jahre...
                        Seine Ära als Bond schon wieder zuende sein wird!

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                        • 8

                          Als ich diesen James Bond vor 11 Jahren im Kino sah, fand ich den gar nicht so gut. Mittlerweile muss ich sagen, dass dieser Film eine Granate ist. So viele Kleinigkeiten die diesen Film über den guten Durchschnitt heben. Was danach kam, war James Bond nicht würdig.

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                          • 7 .5

                            Hätte ich eine Profilneurose, würde ich sie sicherlich nicht auf Moviepilot ausleben. Deshalb in Kürze:
                            ein paarMängel / Fehler im Buch und ein viel zu langatmiges Ende sind die einzigen Kritikpunkte. Ansonsten: Super Action und tolle Stunts. Trotz teilweiser schneller Schnitte bleibt alles nachvollziehbar. Und oft hat sich der Schmerz übertragen. Merkwürdigerweise aber nicht in der schmerzhaftesten Szene. Schauspiel auf höchstem Niveau, Kamera super, Story bleibt größtenteils nachvollziehbar und ist spannend. Tolle Frauen, super Autos, coole Sets. Astreine Unterhaltung.

                            • 8 .5

                              Ein Film bei dem man nicht einfach sagen kann wie er ist sondern wo man zwei Punkte abarbeiten muss. Das Erste: wie ist der Film an sich? Nun, ich sags mal so: zufriedenstellend. Die generelle Ausrichtung ist es wohl Bond wieder menschlicher zu gestalten, daher tobt sich der Film in der Eröffnungszene und kurz darauf an einem Flughafen actionmäßig so richtig aus und setzt ab da wo der Pokerpart beginnt mehr auf Thriller. Das ist auch nicht schlecht - wenn man bedenkt wie der letzte Bond "Stirb an einem anderen Tag" zur sinnlosen Effektorgie verkam ist ein Film der sich wirklich auf seine Story stützt gar nicht so unwillkommen. "Casino Royale" ist dabei auch gelungen, die Handlung hat ein paar nette Wendungen und Überraschungen - leider aber auch Längen. Die will ich nicht näher beschreiben da ich dazu das Ende vorwegnehmen würde, nur so viel: die letzten 20 Minuten strecken den Film etwas ungünstig. Die zweite wichtige Frage ist aber: ist Craig denn nun der ultimative Bond? Die Antwort, zumindest die meine? Nein. Es ist unfair ihn mit anderen zu vergleichen da sein Bond ein ganz anderer ist: nicht der comichaft erhobene Superheld wie ihn Brosnan darstellte, sondern ein junger Agent der auch auf technischen Schnickschnack verzichten muss sondern seine Gegner selbst "von Hand" erledigt und auch noch allerhand Fehler macht (etwa wenn ein sichtbarer Ohrhörer ihn verrät). Mir gefällt das alles noch nicht so ganz, gebe aber u: eine Neuausrichtung von Bond war zwingend nötig, bei Craig passt zwar noch nicht alles, aber ausbaufähig ists allemal. In sofern: ein zufriedenstellender, aber nicht außergewöhnlicher Bond Film.

                              Fazit: Für Bond-Verhältnisse etwas actionarm, aber alles in allem eine brauchbare Neuorientierung der Serie mit noch nicht ausgereiftem Helden!

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                              • 9

                                Als Bond Fan, habe ich natürlich sämtliche Teile gesehen. Der 21 Bond hätte mein Favorit werden können. Hätte es eine bessere Titelmusik gegeben und wäre da nicht Daniel Craig der hier den Geheimagenten zum ersten Mal verkörpert. Mich hat aber die Handlung überzeugt und die Beste Szene, wo ich mit James mitleiden musste (Folter auf Untergürtel-Ebene).

                                • 10

                                  Der beste Bond seit Langem, fetzig, rabiat, frei von (technischen) Kinkerlitzchen. Hier wird noch "ehrlich" geschwitzt und beblutet, und der Witz kommt auch nicht zu kurz. Wie Craig etwa darauf reagiert, als ihn ein Barmann fragt, ob er seinen Wodka-Martini geschüttelt oder gerührt möchte: Das hätt's früher niemals gegeben!

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                                  • 8 .5
                                    FA_14 29.04.2017, 16:19 Geändert 01.05.2017, 17:15

                                    Für mich der beste Bond.

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                                    • 8

                                      Die Geburtsstunde des neuen Superhero ähnlichen James Bond, klasse und höchst spektakuläres Debüt von Daniel Craig.
                                      Mads Mikkelsen als Bösewicht ist einfach großartig und Eva Green als Bond Girl eine Augenweide.
                                      Bond auf Hochglanz poliert und mit phänomenalen Action Sequenzen ausgestattet.
                                      Casino Royale ist ein phänomenaler Bond, in dem Daniel Craig absolut überzeugt!

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                                      • 7 .5
                                        lieber_tee 21.03.2017, 13:36 Geändert 21.03.2017, 22:56

                                        Wenn Daniel Craig, wie damals Ursula Andress, halbnackt aus dem Meer steigt, so sein kantig-durchtrainierten Körper demonstrativ zu Schau stellt, dann ist offensichtlich wie der Relaunch der Serie gedacht ist. Umkehrung und Neuanordnung des Bekannten. Bewusst nähert sich dieser Bond an die Vorstellung der literarischen Figur. Eine männliche Fantasiegestalt, die ein Schwanzkönig der westlichen Welt sein kann aber ein soziopathischer Killer ist, der sich wortwörtlich nach und nach körperlich und seelisch entblößt. Dieser Bond ist der Beginn seiner Selbstdemontage.
                                        Eine eiskalte, verbissene, selbstgefällige Lizenz zum Töten entdeckt die Liebe, wird verwundbar. Das Glamouröse und Promiskuitive hat er abgestreift, er ist ein beinharter Arbeiter, der schnörkellos seinen Job erfüllt. Das Körperliche steht im Mittelpunkt, das Seelische folgt zusehends. Daniel Craig gibt dem Bond-Charakter eine Härte und auch Kälte zurück, die teilweise erschreckend ist in seiner Ambivalenz und noch nicht zu erfassenden Tiefe.
                                        Besonders gegenüber Frauen ist er schwer berechenbar. Während das Weibliche im Film eher zu tragischen Opferverhalten tendiert, erfolgt bei der Krone der Agentenschöpfung ein Beschützergefühl, das wohl tief in ihm schon vorher steckte, aber jetzt ausbricht. Daher verliert der Film im letzten Drittel auch die äußere (Action-) Dynamik und erschöpft sich in etwas unbeholfen-schwülstigen Liebesbekundungen vom harten Kerl. Dank der überraschend cleveren und scharfsinnigen Regiearbeit von Martin Campbell ist aber gerade dieser vermeintlich schleppende Akt mit seinen zentralen Motiven der Bondfigur, das Pokerspiel und seine Beziehung zu ihm nahestehenden Menschen, eine clevere Annäherung an den „neuen“, geerdeten 007.
                                        7,5 Martinis gerührt oder geschüttelt, scheiß egal.

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                                        • 7 .5

                                          Wenn auch insgesamt etwas zu lang geraten, fährt "Casino Royale" logischerweise alles auf, was ein Film im James-Bond-Universum ausmacht. Dagegen ist die Figur James Bond diesmal nicht ganz so stereotypisch geraten, erlaubt sich ein paar neue Gewohnheiten und spielt viel mit den Erwartungen des Zuschauers. Mit Eva Green und Mads Mikkelsen bekommt Daniel Craig starke Mitspieler an seine Seite gestellt, die neben der Action das Highlight darstellen.

                                          • 7

                                            Action war in dem Film natürlich sehr gut, aber sonst ist der Film einfach nur ein normaler Actionfilm.

                                            • 9 .5
                                              J.F.Lannister 25.10.2016, 16:41 Geändert 25.10.2016, 23:04

                                              SPOILER:

                                              Ein James Bond, bei dem es mir schwer fällt, die richtigen Worte zu finden. Was wahrscheinlich daran liegt, dass der Film emotional auf einer Ebene arbeitet, die ich rational nicht wirklich begreifen kann. Es ist die Liebesbeziehung zwischen James Bond und Vesper Lynd, die mich jedes mal fertig macht und betrübt.

                                              Die Bilder, die Dialoge, die Musikuntermalung und zu guter Letzt das Spiel von Daniel Craig und Eva Green fügen sich zu einer vollkommenden Harmonie zusammen und kreieren ein Gefühlskino der ganz besonderen Art. Dabei beginnt das Zusammentreffen zwischen Bond und Lynd ja noch recht harmlos. Zwei unterschiedliche Charaktere, die sich in wortwitzigen, ironischen Dialogen auf den Arm nehmen. Während Lynd Bond sofort imponiert, sieht sie in ihm nur ein kaltschnäuziges, arrogantes und egozentrisches Arschloch, was er zu diesem Zeitpunkt ja tatsächlich auch ist.
                                              Aus Tarnungszwecken führen sie eine Scheinehe, welche beide Schritt für Schritt einander annähert. Eine gemeinsame Suite im Hotel, ein hübsches Kleid als Strategie für das Pokerspiel, gefolgt von einem flüchtigen Kuss auf die Wange und schließlich einem richtigen, langgezogenen Kuss. Radikal durchbrochen wird diese Scheinehe und Vespers normales Leben durch die Extremsituationen in Bonds Dasein als MI6-Agent. Waffen, Kämpfe um Leben und Tod, Leichen, Vergiftungen. Vesper Lynd zerbricht daran, nicht nur an den grausamen Bildern sondern auch an Bonds empathielosem Umgang mit diesen Erlebnissen und seiner eigenen Schuld. Emotionalen Halt findet Vesper dabei paradoxerweise in Bond selbst, weil dieser sich ihr annimmt. Somit entsteht zwischen beiden eine sehr intime Bindung, welche aufgrund des Sieges beim Pokerspiel auf eine schmerzhafte Probe gestellt wird. LeChiffre lässt Vesper entführen, kann Bond nach einem Autounfall überwältigen und möchte aus beiden die Kontodaten herausfoltern. Zwar hält sich Bond eisern an die Agentenverschwiegenheit, trotzdem bringen ihn Vespers Schreie zur Verzweiflung.
                                              Gerettet werden sie durch Mr. White, die langfristigen Konsequenzen werden Bond jedoch erst später bewusst. Vesper hat sich durch einen Deal Bonds Leben erkauft. Kurzfristig muss er erkennen, dass es für sein seelisches Wohlbefinden und für seine Beziehung zu Vesper nur eine Möglichkeit gibt: der Austritt aus dem MI6. In einer Montage zeigt Campbell daraufhin, wie Bond und Vesper ihre Beziehung vollkommen befreit ausleben können. Schließlich muss Vesper ihren Teil des Deals, die 115 Mio., einhalten, sieht für sich selbst langfristig keine Überlebenschance und begeht Suizid. Im gesamten Film, aber insbesondere in der Montage wird die Liebe zwischen Bond und Vesper durch oben genannte Harmonie als so rein und ehrlich dargestellt, dass ich Vespers eigentlich sinnlosen und ungerechten Tod nicht begreifen kann, nicht begreifen will. Es ist so, als ob ich da selbst in James Bonds Haut schlüpfe, mich in Vesper verliebt habe und verzweifelt versuche, sie aus dem Aufzug zu befreien und wiederzubeleben. Emotional macht mich das jedes mal fertig.

                                              Was "Casino Royale" abseits davon zu einem meisterhaften Agententhriller macht, sind beispielsweise die harten, authentischen Actionszenen, die spannenden Pokerspiele, ein genialer Mads Mikkelsen als bodenständiger Antagonist, Nebencharaktere wie M, Felix Leiter und René Mathis, ein rundherum hervorragender Soundtrack oder das gesamte Bondkonzept, welches hier präsentiert wird.
                                              Martin Campbell unterzieht Bond einer radikalen Frischzellenkur, verzichtet auf altbekannte Running Gags und kombiniert das Beste aus den früheren Bondwerken (Connery, Lazenby, Dalton). James Bond ist in erster Linie ein Mensch, keine MI6-Maschine. Ein Mensch, der fühlt, leidet und blutet, der fehlerhaft ist und Fehler macht, der daran reift oder deswegen fällt. In der Darstellung des Geheimagenten erinnert "Casino Royale" an die früheren Connery-Werke, als Bond sich primär der Spionage und Ermittlung widmete. Aus Informationsschnipseln Erkenntnisse ziehen, Puzzleteile zusammenfügen,... - dadurch entsteht im Film ein toller Flow. Wie oben erwähnt, mag ich die harten Actionszenen. Dies liegt mitunter daran, dass sie ein sehr gutes Gefühl dafür geben, es hier mit wirklich kampferprobten Agenten zu tun zu haben und nicht mit irgendwelchen Kneipenschlägern.

                                              So, das soll es an dieser Stelle erst einmal gewesen sein. Warum "Casino Royale" für mich als mit Abstand bester aller bisherigen Bondfilme gilt, konnte ich hoffentlich verständlich beschreiben.

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                                              • 7

                                                Mir fehlt hier die Action im Vergleich mit den drei anderen neuen Bonds. Das Rumgeknutsche wird hier auf die Spitze getrieben und nervt in dem Ausmaß ein wenig. Das Casino-Gezocke plätschert lange vor sich hin.

                                                Es reicht für eine gute 7, aber Spectre und Skyfall waren mMn deutlich spaßiger.

                                                • 9

                                                  Nach wie vor mein Lieblingsbond an dem es fast nichts zu bemängeln gab.

                                                  • 9
                                                    Demeyusi 18.07.2016, 22:47 Geändert 18.07.2016, 23:07

                                                    Von allen 4 Filmen mit Craig, ist Casino Royale der Beste. Spannend mit einem glaubwürdigen Bond und einem unerwarteten Ende. Danach gings leider bergab, wobei Skyfall nicht mal so schlecht war. Seinen Tiefpunkt fand Craig-Bond mit Spectre. Grauenhaft langweilig. Danach lernt man erst so einen Streifen wie Casino Royale zu schätzen. Deshalb 9 Punkte!