Milk - Kritik

Milk

US · 2008 · Laufzeit 128 Minuten · FSK 12 · Drama · Kinostart
Du
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    Sean Penn hat sich mal wieder nen Oscar verdient - und obwohl sich an dem Mann die Geister scheiden, er in echt ein ziemlicher Kotzbrocken zu sein scheint, seine Leistungen sind über alle Zweifel erhaben. Wobei, noch beeindruckender als Penn selbst ist der Mann den er spielt: ein liebenswerter Gutmensch, voller gutem Willen und Herz und mit purem politischen Engagement und dem Willen etwas zuz verändern. heute haben sich in dem Punkt ja einige Dinge getan, darum kann man das genaue Ausmaß der Verachtung die sich ein Mann wie Milk gefallen lassen mußte nur erahnen. Aber es macht auch Spaß dieses herzliche Energiebündel zu sehen, wie er sich beständig nach vorne arbeitet und Rückschläge ihn nich taus der Bahn werfen. Das alles geradlinig und konkret unter der Regie von Gus van Saint dem man sensible Stoffe schon immer anvertrauen konnte. Und so fängt der grandios bis in die Nebenrollen besetzte Film nebenbei auch noch sehr lebensecht das damalige Lebensgefühl ein. ich bin aber mal erhlich: vor diesem Film wußte ich nicht wer Harvey Milk war - so bin ich froh daß dem beeindruckenden Mann dem ein so scheußliches Ende beschienen war immerhin ein würdiges filmisches Denkmal gesetzt werden kann.
     
    Fazit: Grandios gespielt und umgesetzt - mitreißende Geschichte eines großartigen Mannes!

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      RoboMaus 05.10.2017, 18:14 Geändert 06.10.2017, 14:37

      Ein stark besetztes Schwulendrama, als Biopic zu Harvey Milk (Sean Penn) aufgezogen, der es in den siebziger Jahren als unermüdlicher Aktivist nach wiederholten Versuchen zum Stadtrat von San Francisco schaffte. Mit dabei sind James Franco und Emile Hirsch als schwule Freunde bzw. Liebhaber von Milk, und Josh Brolin als Stadtrat-Kollege und Gegenspieler....

      Im Grunde ist das eine starke Story, die Aufmerksamkeit verdient. Anspruch ist bei dieser Thematik garantiert, das Sichwehren einer schikanierten Minderheit gegen ein Establishment, das keine Gelegenheit zum Denunzieren auslässt - ein bewunders- und lobenswerter Kampf.

      Doch Anspruch allein reicht nicht für einen starken Film: Gus van Sant verpasst mit 'Milk' (2008) die Gelegenheit, ein absorbierendes, bewegendes Biopic-Drama zu schaffen. Seine Inszenierung beleuchtet in aller Ausführlichkeit die Person Harvey Milk, seine Liebschaften, die unvermeidlichen Anfeindungen, und erarbeitet so einen dialoglastigen, dramaturgisch flachen Plot, dem es bei wesentlichen Inhalten an Nachvollziehbarkeit gebricht. Beispielsweise wird angeführt, dass Milk zur Wahl (die er später gewinnt) im Gegensatz zu früher sämtliche nicht-schwule Minderheiten auf seiner Seite hat, aber wie er die überzeugt, erfährt man nicht. Man sieht nur einen Aktivisten, der ständig mit seinen Leuten und manchmal mit dem politischen Gegener debattiert, Reden schwingt und zwischendurch mit seinem Freund im Bett liegt - zu wenig, wenn man ein (in den Siebzigern) solch brisantes politisches Thema darstellen will.

      Das mag von Sean Penn engagiert und überzeugend gespielt sein, wirkt aber durch die Dialoglastigkeit zunehmend ermüdend und bleibt bis auf das letzte Viertel vor allem dramaturgisch und inhaltlich unbefriedigend.

      Zu viel Penn - zu wenig Handlung.

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        RobertTerwilliger 16.09.2017, 02:06 Geändert 16.09.2017, 02:08

        Gute Biopics behandeln nicht das gesamte Leben eines Menschen, sondern Phasen, eben die Aspekte im Tun und Handeln, wofür Persönlichkeiten der Öffentlichkeit standen und in Erinnerung bleiben werden. Bei "Milk" sind es etwa die 10 Jahre des Kampfes von Harvey Milk als amerikanischer Bürgerrechtler. Dem Kampf, der von der Straße bis hin zu seinem Engagement als ersten, offen bekennenden schwulen Politiker reichte.

        "Milk" sprüht nur so vor Leben und wirkt fast als nachträglich künstlerisches Zeitdokument, so wirr das auch klingen mag, so gut und glaubwürdig sind doch die gesellschaftlichen Strukturen vermittelt. Penns Darstellung, ich weiß nicht ob sie im Gestus ähnlich übereinstimmt, wie im optischen, kann Lebendigkeit und Herzblut rüberbringen. Die Nominierung für den Oscar war somit mehr als gerechtfertigt.

        Gus van Sant, inszeniert "Milk", so wichtig das auch (noch immer) sein mag, nicht nur als Verbeugung und Statement für mehr Diversity in der Sexualität, sondern auch als kraftvoll, wie subtilen und zeitbezogenen Beitrag dafür, wie wichtig ziviler Ungehorsam gegenüber Ungerechtigkeit ist, wie dieser auch gegenüber Minderheiten ausfallen kann.

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          movieox 19.04.2017, 23:14 Geändert 19.04.2017, 23:18

          Josh Brolin und Sean Penn spielen grossartig. Gus Van Sants Inszenierung allerdings geriet seltsam bieder und mutlos. Schade. Zumal bekannt ist, dass er es eigentlich besser kann ("my own private idaho", "elephant").

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            Ich bin immer noch sauer das Mickey Rourke für "The Wrestler" den Oscar nicht bekommen hat.

            Sean Penn hat ihn bei diesem Film einfach nicht verdient.

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              cycloo77 07.12.2016, 17:51 Geändert 07.12.2016, 17:52

              Sean Penn liefert hier seine Meisterprüfung ab, brillanter kannst du eine Rolle in jeder kleinen Phase nicht performen. Das ist Acting vom Schauspielolymp mit unvergessenen Szenen.

              Harvey Milk ein Mann der kerzengrade für sich und seine Gefährten alle reinwirft und alles gegeben hat um für Recht und Freiheit in allen Lebenslagen zu KÄMPFEN.
              Es ist bemerkenswert wie hartnäckig und menschlich er dabei geblieben ist.

              Gus van Sant meißelt ihm hier ein herausragendes Filmdenkmal für die Ewigkeit. Dies gelingt ihm mit einer heerschar von großartigen Schaupielern, die alle durchweg hervorragend spielen.

              Selten einen Film gesehen, der so menschlich rüberkommt, trotz seiner Tieftraurigen wahren Geschichte!

              Chapeau Mr. MILK!

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                Alex.de.Large 15.05.2016, 12:06 Geändert 15.05.2016, 12:27

                Obwohl Harvey Milk wusste, dass sein Engagement für
                Ihn tödlich enden könnte, kämpfte Er unerschrocken und
                engagiert für seine Anliegen und Überzeugungen.

                Als Gallionsfigur der Gay-Community, deren Fürsprecher
                und Repräsentant Er war, focht Er stets furcht- und selbstlos
                für die Rechte der Homosexuellen, und wurde letztendlich
                zum Märtyrer, der wegen seines Einstehens für seine Ideale,
                und tiefsten Überzeugungen, letztlich feige ermordet wurde.

                Obwohl, bis zu seinem 40sten Lebensjahr völlig unpolitisch,
                wurde Er nach seinem Umzug von New York nach San
                Francisco, dem Sehnsuchtsort all derer, die sich nach freier
                Liebe sehnten, zum glühenden Aktivisten für seine Sache.
                Bei seiner Ankunft 1972, entpuppte sich die viel besungene
                Toleranz und Nächstenliebe jedoch schnell als Illusion.
                Doch Harvey ließ sich nicht desillusionieren, und eröffnete
                mit seinem Freund ein Foto-Geschäft im Stadtteil Castro,
                welches sich schnell zu einem Treff-, Anlauf- und Angelpunkt
                für die Community entwickelte. Und so zogen nach und nach
                immer mehr Gay-People in diesen Stadtteil, die in Harvey so
                etwas, wie Ihren inoffiziellen Stadtteil-Bürgermeister sahen.
                Es entstand sozusagen ein funktionierender schwuler Stadtteil.

                Trotzdem, oder eher genau deswegen blieben Sie weiterhin
                die Zielscheibe für reaktionäre Spiesser und radikale Cops,
                die in Pogromstimmung, Gewalt und Willkür walten ließen.

                Durch diese Eskalation, sah Milk sich gezwungen, in die Politik
                zu gehen, und für einen Sitz im Stadtrat zu kandidieren, um
                somit eine Lobby für sich und Ihm Gleichgesinnte zu schaffen.

                Dabei beschränkte sich sein Programm jedoch nicht nur
                darauf, seiner Anhängerschaft zu gefallen, sondern Er entwarf
                ein Programm, in dem Er sich für das Wohl Aller, insbesondere
                aller Verlierer, Verlorenen und Benachteiligten der Gesellschaft
                einsetzte, ohne ausschließlich Lobby-Arbeit zu betreiben..

                Es dauerte nicht lange, bis erste Morddrohungen bei Ihm eingingen,
                und „böse Mächte“ versuchten, seinen Wahlkampf zu torpedieren.
                Unverdrossen steckte Er zwei Niederlagen weg, und kandidierte ein
                drittes Mal, diesmal sogar für die kalifornische Staatsversammlung,
                um als erster bekennender Schwuler, in ein öffentliches Amt gewählt
                zu werden. Treu seinem Motto:„Ich bin kein Kandidat. Ich bin Teil
                einer Bewegung. Die Bewegung ist der Kandidat“ Und Er kann genug
                Wähler für sich gewinnen, und aus dem Kandidat wird ein Stadtrat.
                Der erste sichtbare und bekennende Schwule in einem öffentlichen Amt.

                Und gut macht Er sich in seinem Amt, knüpft Kontakte und Seilschaften,
                und bringt Anträge durch, und das, obwohl die „bösen Mächte“ unentwegt
                versuchen, ihm hochhausgroße und kantige Steine in den Weg zu legen.
                Doch manchmal fahren auch die „bösen Mächte“ einen Etappensieg ein.
                Milk´s tragisches Ende spoilert der Film ja schon selbst nach 3 Minuten.

                Mein allergrößtes Lob gebührt hier eindeutig Sean Penn, der scheinbar
                beiläufig, wie aus dem Handgelenk, die beste Leistung seiner Karriere zeigt.
                Wie Er hier in Habitus, Gestik, Mimik und Spleen´s förmlich mit der von Ihm
                dargestellten Person verschmilzt, da sieht man nicht mehr Sean Penn.
                Man sieht einen eigenständigen, glaubwürdigen Charakter, einen Menschen mit einer fein ausgearbeitete Persönlichkeit, der beeindruckend echt wirkt.
                Und obwohl alle anderen Darsteller, auch mehr als nur grundsolide spielen,
                ragt Er da noch ein ganzes Stück weit raus, und beschert dem Film eine
                spontane Aufwertung von 7,5 auf satte und wohlverdiente 8,0 Punkte.

                Loben möchte Ich noch Ausstattung, Inszenierung und Recherche.
                Das Feeling der 70-Jahre, insbesondere hier der Schwulen-Szene,
                empfand Ich als sehr authentisch und differenziert dargestellt.

                Als die Angst vor der Polizei noch größer war, als die vor AIDS,
                und in der Sex noch unbelasteter, und somit auch freudvoller war.

                8 von 10 Cremetörtchen-Verteidigungen.

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                • 7 .5
                  lieber_tee 10.05.2016, 00:42 Geändert 11.06.2016, 16:17

                  Mitte der Siebziger Jahre gab es in den USA keine offen bekennende Schwule in politischen Ämtern. Die christlich-konservative Gesellschaft war zutiefst homophob. Homosexuelle lebten nur unter Geheimhaltung ihre Sexualität aus, zerrieben zwischen Rechtlosigkeit, Vorurteilen und Gewalt.
                  Mag sein das in der heutigen Kultur (und Politik) gleichgeschlechtliche Themen alltäglicher erscheinen. Aber allein ein kurzer Blick in die Kommentare auf MP, wenn dort dieses (Film-) Thema behandelt wird, lässt mich Zweifeln ob das homophobe Denken wirklich nicht mehr vorhanden ist.
                  Harvey Milk war die ikonische Stimme der Homosexuellen (in Amerika). Der „segel-ohrige, schwanz-lutschende, schräge, bis über beide Ohren schwule Mann“ kämpfte für ein öffentliches, politisches Amt in San Francisco, plante einen Marsch durch die Intuitionen um für die Rechte von Homosexuellen einzutreten. Sein persönliches Anliegen war aber mehr als nur das. Er hatte ein Verständnis für Demokratie, das auf eine erfolgreiche Minderheitenpolitik beruhte. Und das rechtliche Gleichheit das Fundament eines Staates, einer Gesellschaft sein muss.
                  Gus van Sant erzählt Milks Geschichte als mitreißendes, geradliniges Zeitpanorama mit typischen kinematographischen 70er Jahren-Stilmitteln. In Momentaufnahmen zeigt er die aufreibende Bürgerrecht-Arbeit des Aktivisten und inszeniert ihn als ein charismatischen Kämpfer, der für sich privat ein harmonisches Familienleben wünscht. Fundamentiert wird diese Sichtweise von einem absolut überzeugenden, temperamentvollen Sean Penn, in der Rolle seines Lebens.
                  Auch wenn das teilweise mit viel Pathos und Heldentum erzählte Biopic mir zu oft nach Oscar-Anerkennung ruft, in seinem allgemeingültigen Plädoyer für Humanismus und Demokratie-Verständnis ist der Film unangreifbar.
                  Und das ist gut so.
                  7,5 Märtyrer für die Gerechtigkeit.

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                  • 7
                    dreamtraveller 23.04.2016, 10:16 Geändert 23.04.2016, 10:21

                    Gus van Sants Biopic über einen Aussenseiter der zum Held wurde. Sean Penn verkörpert Harvey Milk mit einer Grösse, die seinesgleichen sucht - Grossartig dieser Mann! Auch James Franco, Josh Brolin und Emile Hirsch überzeugen aufs Gröbste. Der Film selbst hat einige Längen, es fehlt die letzte Konsequenz um richtig einzuschlagen. Nichstsdestotrotz ist "Milk" eine gelungene Hommage an eine Persönlichkeit, deren Spirit man noch heute spürt wenn man durch die Strassen des Castro-Viertels in San Francisco schlendert.

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                    • 6 .5

                      Harvey Milk ist der Anführer einer Bürgerrechtsbewegung in den USA Ende der siebziger. Aus unerfindlichen Gründen hat der Film mich nicht so richtig berührt. Hinzu kommt, dass es mir stellenweise ein bischen langweilig war. Der Film hat locker 30 Minuten gebraucht, ehe ich etwas interessierter war.

                      • 7

                        "Milk" von Gus van Sant ist ein durchgehend gutes Biopic. Die Schauspieler schaffen es ihre Figuren ins Herz des Zuschauers zu manövrieren und der Spannungsbogen lässt keinen Raum für Langweile. Die Inszenierung teilweise im Vintage-Stil ist grundsolide. Aber insgeheim hätte ich mir eine ein bisschen mutigere, provokantere, zusammen gefasst vielleicht einfach eine weniger hollywoodsche Inszenierung gewünscht.

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                        • 8

                          Wenn Liebe zur Politik wird....

                          Vor einigen Monaten hab ich mich recht intensiv mit den Filmen von Gus van Sant beschäftigt. Dessen Independent Filme und ihr Verweigern jeglicher Normen und Grenzüberschreitung ist mutig wie anstrengend. Mit MILK produziert Van Sant jedoch einen Film, der aufgrund seiner Historie und seines Themas in die Kategorisierung des typischen Oscar-Bait BioPic fällt.
                          Doch weit gefehlt : Van Sant rattert nicht einfach die Geschichte des Schwulenrechtlers Harvey Milk herunter, sondern schmückt sie aus. Selten erlebt man ein BioPic, welches so leidenschaftlich und voller Energie daher kommt. Mithilfe von großartiger Bebilderung und Montagetechnik erweckt Van Sant das Zeitalter wieder zum Leben.
                          Manch einer sagt, Sean Penn habe bei der Oscarverleihung des damaligen Jahres selbst gewusst, das sein Oscar eigentlich für Mickey Rourke in THE WRESTLER vorbestimmt war. So beeindruckend Rourke auch war, genauso verpasst Penn mit seinem extrovertierten, mutigen Spiel diesem Film noch mehr Leben. Seine Performance ist eine Tour de Force aus Willenskraft und Emotionalität.
                          Schön sei auch anzumerken, das Van Sant die Botschaft "Homosexuelle verdienen Rechte" dem Zuschauer nicht ins Gesicht haut, sondern er schlau genug ist und von Anfang an auf die Empathie seines Zuschauers hofft. Lediglich mit seiner Schlusskonklusion macht er es sich viel zu einfach.
                          Inmitten des Wirrwarrs aus Pressekonferenzen, Demonstrationen und Debatten gibt es immer wieder kleine Szenen zwischen den Männern, die dran erinnern, das die Liebe es wert ist, um sie zu kämpfen....

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                          • 8
                            freakualizer 10.03.2015, 14:50 Geändert 10.03.2015, 16:45

                            Sean Penn ist eh super und der Film hier verlangt seiner Kunst einiges ab- richtig gut! James Franco hat mich wieder mal überzeugt, dass er alles kann. Der Film spielt für mich in der gleichen Liga wie zuletzt Dallas Buyers Club, Liberace und I love You Phillip Morris (auch wenn letzterer kein Biopic ist).

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                            • 5

                              Die Handlung zeigt hauptsächlich die letzten beiden Lebensjahre des ersten offen Schwulen, der in den US-Staaten in ein öffentliches Amt gewählt wurde: Harvey Milk. Ein Bürgerrechtler der erkannte, das er „sich nun engagieren oder für immer das Maul halten sollte“. Von da an galt es für ihn die Schwulenbewegung vorwärts zu bringen. Im Film bilden Tonbandaufzeichnungen, die von Milk ein Jahr vor seinem Tod gemacht wurden, den roten Faden an den sich der Zuschauern entlang hangeln kann.
                              Das Setting bringt den Zeitgeist sehr gut rüber. Sean Penn gelingt eine beeindruckende Darstellung. Auch Josh Brolin darf nicht unerwähnt bleiben. Doch habe ich mit „Milk“ andere Probleme. In seiner Präsentation besitzt „Milk“ einen dokumentarischen Flair. Teilweise übt die Inszenierung auf mich eine geradlinige Langeweile aus, dem ich mich schwer entziehen kann. Ich empfinde es sehr viel interessanter mich mit dem Wirken des echten Harvey Milk auseinander zu setzen als mir dieses spärlich unterhaltsame Biopic anzusehen.
                              Einerseits finde ich es gut, das hier auch Dan White in der Handlung Raum gegeben wird. Allerdings wird dieser Pluspunkt damit zunichte gemacht, das ihm gewisse Dinge angedichtet werden. Fakt ist, das die Hintergründe der Tat bis dato nicht geklärt sind. Außerdem hat mir nicht gefallen, das die Filmemacher über Harvey Milks ersten 40 Lebensjahre nichts verlauten lassen. Zeitlich setzt der Film im Jahre 1970 ein. Also quasi mit Beginn seines Politischem Wirken. Dann werden sechs Jahre innerhalb einer ½ Std erzählt und die restlichen 1 ½ Stunden konzentrieren sich auf die eingangs angesprochenen, letzten zwei Lebensjahre. Diesen Ansatz empfinde ich, als Portrait eines Mannes, als unbefriedigend!

                              Bei der Verleihung der Academy Awards 2009 erhielt Sean Penn zurecht einen Goldjungen [Bester Hauptdarsteller]. Für das Beste Original-Drehbuch erhielt Dustin Lance Black ebenfalls eine Auszeiichnung. „Milk“ war noch für sechs weitere Oscars nominiert [Bester Film, Beste Regie, Josh Brolin für Bester Nebendarsteller, Beste Filmmusik, Beste Kostüme, Bester Schnitt].
                              http://www.moviepilot.de/liste/oscar-nominations-and-winners-roostercogburn

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                              • 8 .5

                                Schon etwas länger her das ich diesen Film gesehen habe aber es gibt wenige Filme die mir aufgrund einer so guten schauspielerischen Leistung im Kopf geblieben sind. BRAVO !

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                                • 8

                                  Sean Penn grandios, James Franco und Emil Hirsch auch ganz stark. Dazu kommt eine gute und auch wahre Story die diesen Film so wichtig macht. Man muss Milk einfach gesehen haben!!!

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                                  • 8

                                    [...] Anders aber als andere Filme, die ihr Publikum mit einer echten Faktenflut zu erschlagen drohen oder Tatsachen verschleiern, um einen profitableren dramaturgischen Ertrag daraus erzielen zu können (wie zum Beispiel Ron Howards Dummfilm „A Beautiful Mind“ mit Russell Crowe), folgt „Milk“ einem herrlich geerdeten Strickmuster und macht über seine 120-minütige Laufzeit immer einen angenehm schwungvollen Eindruck, ohne die eigenen Ambitionen dem blanken Effekt unterzuordnen. [...] „Milk“ schafft es geradezu hervorragend, die private wie politische Vita des Harvey Milk unter einen Hut zu bringen, ohne in ein narratives Ungleichgewicht zu kippen. Vielmehr keimt daraus eine Symbiose der Wahrhaftigkeit, die die Persönlichkeit Harvey Milk und sein unermüdliches Engagement greifbar machen. [...] Dieser Film ist ein Geschenk. Ein berührendes, reifes, aber niemals manipulatives Erlebnis, das sich zu einem echten Plädoyer für die Gleichberechtigung aufbäumt und dem Pathos vom Gutmenschen konsequent entsagt. [...]

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                                    • 7 .5

                                      "Ich weiß, von der Hoffnung allein kann niemand leben, aber ohne Hoffnung ist das Leben nicht lebenswert."

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                                      • 8 .5

                                        „Cleve trommelt im Castro ein paar Leute zusammen“, über 30000 sind es dann geworden.

                                        • 8

                                          Der Film glänzt mit einem starken Ensemble, einer sticht hierbei natürlich heraus. Sean Penn -> Auch hier wieder ein Großartiger Hauptdarsteller <- "That's right!". Vor allem durch ihn ist Milk eine starkes Biopic geworden. Die Original Filmaufnahmen bzw das Archivmaterial gibt dem Film zusätzlich Emotionalität.

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                                          • 7

                                            traurig das es so enden musste...er hätte noch viel erreicht

                                            • 8 .5

                                              Beeindruckend gespieltes Porträt eines Mannes mit einer Mission. Ein Prinzip Hoffnung, von dem man sich gerne rekrutieren lässt.

                                              • 8

                                                Wie man so dazu kommt, sich einen Film anzuschauen, den man sonst vermutlich nie gesheen hätte. ^^
                                                Mir und meiner Lady ist heute beim "menscheln" die Fernbedienung vom Sofa gefallen, und hat irgendwie umgeschaltet.. als das Interesse sich irgendwann wieder dem Fernseher zuwanft, begann gerade "Milk". Zu ermattet, um die Fernbedienung zu suchen und aufzuheben ;-) .. blieb der Streifen dann eben an.
                                                Gott sei Dank kann ich nur sagen, Sehr interessantes Biopic gespickt mit viel Originalmaterial und guter schauspielerischer Leistung.

                                                Hat mich dazu verleitet, mir auf jeden Fall auch noch die entsprechende, ebenfalls Oscar-Prämiert Doku anzuschauen.

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                                                • 8

                                                  Zufällig mal im TV gesehen und sofort begeistert. Der Oscar war hier genauso berechtigt, wie für Mystic River. So eine Rolle hätte ich Sean Penn hier gar nicht zugetraut. Ich war positiv überrascht.

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                                                    Hoppla was war den das?

                                                    Habe den Film gerade gesehen und bin doch recht erstaunt. Hinter dem merkwürdigen Titel verbirgt sich nicht nur ein Klasse Polit Film sondern er erzählt ein wesentlichen Teil der Schwulen Bewegung der USA. Harvey Milk ich muss zugeben, hatte ich nie gehört den Namen.

                                                    Film fängt gut an und desto länger er geht, umso mehr er offenbart, umso mehr taucht man ein, in diesen Teil der Geschichte,

                                                    Dabei schafft es der Film eine ganze Bewegung und dessen Bedeutung jemanden zu vermitteln der davon vorher keine Ahnung hat. Man wird nicht nur großartig unterhalten man lernt und lebt Geschichte. Der Film ist außerordentlich gut besetzt die Schauspieler bringen das sehr gut rüber.

                                                    Ich kann mir vielleicht vorstellen das nicht jeder meine Meinung teilt, küssende Männer sind nicht für jeden was, aber ich für meinen Teil stehe da drüber. Zum Glück leben wir nicht mehr zu der Zeit wo der Film spielt. Zum Thema Schwul nur soviel jeder soll nach seiner Fasson glücklich werden.

                                                    Da der Film anspruchsvoll, spannend, unterhaltend, lehrreich war über die volle Laufzeit gebe ich 100%. Einfach ein klasse Film.

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