The Raid - Kritik

Serbuan maut / The Raid: Redemption

ID · 2011 · Laufzeit 101 Minuten · FSK 18 · Eastern, Actionfilm · Kinostart
Du
  • 3

    Die Story mag zwar schlicht bis stupide wirken, dafür gibt es hocherregende, choreografierte Action. Zum Ende wirken die Kämpfe jedoch sehr monoton und der Film verwandelt sich in einem Porno mit Schläge und Waffen. Doch wer drauf steht.

    • 5 .5
      Pyro 91 23.08.2017, 01:49 Geändert 23.08.2017, 01:51

      Am Anfang von Gareth Evans indonesischen Haudrauf-Klopper bekommen wir den Hauch einer emotionalen Verbindung und eine Rechtfertigung zum Mitfiebern für das darauffolgende 90-minütige Action-Spektakel: Unser Held hat eine Frau, die schwanger ist. That´s it! Das soll scheinbar reichen, um mit ihn zu sympathisieren und zu hoffen, dass die Stürmung des Drogenhochhauses für ihn auch glimpflich über die Bühne gehen wird und er seiner Pflicht als Vater und Ehemann nachkommen kann. Ähm..okay.
      Gleichwohl dieses Set-up recht schwach ist, konnte ich mich zumindest in der ersten Dreiviertelstunde gut an diesen bis in die letze Bewegung durchchoreographierten Faustkämpfen erfreuen, auch wenn ich die Location an sich unheimlich trist und als wenig cineastisch empfand. Graue Wände, leere Gänge: Auf Dauer hatte ich mich dann doch schnell satt gesehen.

      Auch die Kämpfe scheinen immer doppelt so lange dauern zu müssen, wie es eigentlich nötig wäre. Zumal sich oft keine Zuspitzung, ja eine Steigerung der Dramatik bemerkbar macht und diese stattdessen einfach enden, sobald es der Drehbuchautor wohl für richtig hält. Unzählige Male sehen wir wie Leute sich mit voller Wucht ins Gesicht und in den Magen schlagen, doch offenbar sind diese Treffer nur dann fatal, wenn die Zeit reif ist zu einer anderen Szene, zu einer anderen Prügelei zu wechseln. Wir haben es hier nicht mit einem John McClane zu tun, der im ersten "Stirb Langsam" körperlich immer abgefuckter und sichtlich schwächer wurde. Nein, hier kann man es durchaus mal wegstecken, stundenlang windelweich geprügelt zu werden.

      Gute Action besteht eben nicht nur aus Faustkämpfen, Verfolgungsjagden und Explosionen, nein, gute Action ist auch immer motiviert. Und sie macht besonders viel Spaß, wenn der Gegenspieler äußerst charismatisch ist und nachvollziehbar nach einem gewissen Ziel strebt. Auch wenn ich den Schauspieler des Drogenbosses ziemlich gut fand, ändert es doch nichts daran, dass auch er unheimlich schwach charakterisiert ist und keinerlei psychologische Dimensionen in sich trägt. Gut und Böse sind hier ganz klar verteilt und wir werden über viele Motive der Beteiligten im Unklaren gelassen.
      Da wirkt dann selbst die Enthüllung, dass unser Held einen Bruder beim Drogenhandel hat, nicht sonderlich erschütternd, wissen wir doch so gut wie nichts über die beiden, sodass es uns recht wenig bedeutet.

      Mit ein wenig mehr Zeit für Figuren und weniger bzw. kürzeren Kämpfen hätte "The Raid" wirklich richtig gut werden können. So bleibt für mich leider nur ein Durchschnittsfilm übrig..

      5
      • 8 .5

        Relativ dünne Story, aber scheiße waren die Kämpfe gut choreographiert. :D

        6
        • 8

          Cooler Film! Ganz mein Geschmack, der Hauptdarsteller hat irgendwie eine coole Ausstrahlung, das man ihm das "Ganze" wirklich abnimmt. NIcht vergleichbar mit diesen 80er Jahre Karate-Filmen, einfach um KLASSEN BESSER! Natürlich völlig unrealistisch, aber sehr gut durchcoreografierte Kampfscenen. Irgendwie eine Mischung aus Ong-Bak und John Wick. Ich mochte den Film.

          • 6

            Brutaler Actionkracher, mit ansehnlichen Stunts und wilden Kamerafahrten.
            Die Story ist jedoch sehr dünn und es ermüdet einfach irgendwann, einen ganzen Film bestehend aus Kampfszenen zu schauen.

            3
            • 7 .5

              Für Fans von guter Action ist "The Raid" wohl Pflichtprogramm. Beeindruckende Fights gepaart mit nervenaufreibenden Schusswechsel bis kein Mann mehr steht. Ok, die Story ist eher Murks und bei manchen Dialogen sollte man auch eher weghören. Doch in diesem Fall ist das eher nebensächlich. Dieser Film hat es einfach in sich und hat mich bestens unterhalten. Bin mal gespannt ob der 2. Teil das gute Niveau halten kann.

              6
              • 9

                harter stoff aus indonesien,endlich hab ich ihn mir mal reingezogen und war sehr positiv gestimmt.fette kampfszenen und geballte action...

                • 6

                  Ich bin immer offen für Geheimtipps, gerade im Action-Spektrum. Schön ist dabei auch, mal sein gewohntes Territorium Hollywood zu verlassen ohne auf einen Til-Schweigertatort oder asiatisch-homogene Kultkarate zurückgreifen zu müssen.
                  The Raid hat klasse choreographierte Action und die ein oder andere Figurenzeichnung hat mich auch angesprochen. Die Vorhersehbarkeit des Films hielt sich für einen Actioner auch in angenehmen Grenzen. Die erfrischend kreative und dennoch schööön brutale Kampfchoreo lässt den eher Comic-Kaugummi-artigen Shoot-Em-Up-Action-Stil weit hinter sich und bietet eine schöne Abwechslung, auch wenn hier, analog zu den meisten Kampfszenen, doch die Gegner schön einer nach-dem-anderen-angreifen. Als gutes Muster-Gegenbeispiel könnten hier die Daredevil-Serien-Choreos herhalten.
                  Auch die Tatsache, dass der Sergeant und der Hauptdarsteller sich zum Verwechseln ähnlich sehen, da beide für den westlichen Markt unbekannte Darsteller sind, führt dank des SAW-V-Effekts zu ständiger Verwirrung.
                  Dass die Glaubwürdigkeit der Gesamtgeschichte (SPOILER-HIER), allen voran, dass ausgerechnet der Bruder der Hauptfigur die linke Hand des Bosses ist, klever genug, dem Kugelhagel zu entrinnen, aber zu doof um die Kamerabeschaffenheit des Gebäudes zu kennen, sowie die Fähigkeiten der No-Name-Charaktere, zu wissen, wer eine wichtige Figur ist um dann den Kugelhagel gezielt drum herum zu lenken, ist, denke ich, bei einem Actioner eher zu vernachlässigen.
                  Der Fokus auf Soziale Gegebenheiten hingegen ist Weltklasse. Korrupte Bullen und organisiertes Verbrechen in den ärmsten Vierteln. So ist die Welt nun mal. Ja, man könnte ja was gegen tun, aber NEEEEE....
                  Darum eine solide, durchschnittliche Bewertung für einen Film, welcher zu empfehlen ist.

                  2
                  • 7

                    Die Kämpfe sind klasse choreografiert und gehen wirklich hart zur Sache. Die meisten Gegner werden blitzschnell zur Strecke gebracht, nur der Endfight dehnt sich dagegen ins gefühlt unendliche. So mancher Stuntman dürfte sich blaue Flecken geholt haben.
                    Angeblich wurden Dredd und The Raid zur gleichen Zeit produziert, die Gemeinsamkeiten sind jedoch frappierend.
                    Für Fans kompromissloser Action und Kampfsports ist dieser Film Pflichtprogramm, alle anderen können gerne nen Bogen drum schlagen.

                    • 8

                      Rein von den Kampfszenen und allgemein der Action ein starker Film .

                      Für Actionfans ein MUSS !

                      • 7

                        Plot:
                        Eine Polizeieinheit sticht in ein Wespennest voller brutaler Macheten-Metzger. Und das von innen. Klar was dann passiert.

                        Pro:
                        kompromisslose und schnörkellose Action
                        brutal und ohne Schönfärberei
                        handwerklich exzellent gemachte Actionszenen
                        ins Szenario passendes blutiges und schmutziges Setting
                        Kamera oft sehr nahe am Geschehen dabei ohne die üblichen hektischen Schnitte
                        super choreographierte Kampfszenen

                        Contra:
                        zum Teil schlechtes Schauspiel
                        vor allem am Anfang bescheuerte Dialoge
                        ohne viel Handlung
                        Logik: wieso geht man da nicht besserem Equipment rein (Blendgranaten...)

                        Fazit:
                        Ich brauchte zwei Anläufe um den Film anzusehen. Beim ersten mal (vor 3-4 Jahren) haben mich die wirklich idiotischen Dialoge im ersten Viertel abschalten lassen. Aber später wird das dann besser. Ist man daran allerdings vorbei, bekommt man einen extrem sehenswerten Action-Martial-Art-Film geboten, der einen dann bis zum Ende bangen lässt.

                        Schade, dass ich dafür so lange gebraucht habe.

                        Ich kann die positiven Meinungen jetzt also klar bestätigen, allerdings würde ich nicht behaupten, dass es der beste Actioner aller Zeiten ist.

                        • 10

                          Ohne Frage einer der besten Filme aller Zeiten !

                          1
                          • 7 .5

                            Fazit: "The Raid" ist im Endeffekt nicht viel mehr als ein stumpfer Actionreißer, der aber mit viel Stil gemacht wurde und gerade mit der starken Choreographie überzeugen kann. Die Handlung spielt da keine große Rolle und muss nur den Zweck erfüllen, möglichst viel Action zeigen zu können. Diese gibt es durchaus zu sehen und das fällt sehr unterhaltsam aus. Die Darsteller machen dabei keine schlechte Figur und überzeugen besonders in den Kämpfen, die Figurenzeichnung ist nicht so wichtig und handwerklich ist das top gemacht. Außerdem ist das extrem blutig und richtig schön derbe. Wer also mit solchen Kampffilmen etwas anfangen kann, sollte sich "The Raid" nicht entgehen lassen, auch wenn das ganz große Highlight ausbleibt!

                            1
                            • 3 .5

                              Im Großen und Ganzen ist das eher ein Film der Kategorie: man muss sowas mögen. Ich mochte es eher weniger.
                              Der Anfang war gar nicht mal so unspannend, liegt man mit einem Polizei Team auf der Lauer, um ein Hochhaus einzunehmen. Hierbei gilt das Motto: keine Gefangenen.
                              In dem Hochhaus leben aber viele Zivilisten... und anfangs werden sie doch festgenommen? Schnell kommen mehr seltsame Ereignisse zusammen, die eher unlogisch sind, aber naja. Es gibt auch einige nette Kampfszenen mit viel Armgewackele, aber trotzdem sehr ansehnlich.
                              Irgendwann sind plötzlich alle Waffen weg??? Es wird nur noch gekämpft, wobei die Kämpfe immer unwirklicher und übertriebener werden. Nach einiger Zeit werden sie auch extrem öde.
                              Nährt man sich dem Ende, und malt sich schon den Plot Twist aus, wird man dann doch jämmerlich enttäuscht. Das Ende ist unverständlich/quatsch.

                              Letztendlich nur Action Fights auf asiatisch. Wems gefällt, wird den Film wohl mögen, andere werden doch eher gelangweilt sein.

                              • 6 .5

                                Der Film ist spannend, aber die Kampfszenen sind viel zu übertrieben. Das nimmt dem Film die Glaubwürdigkeit.

                                • 9 .5
                                  expendable87 21.03.2017, 23:17 Geändert 21.03.2017, 23:23

                                  In THE RAID entpuppt sich eine groß angelegte S.W.A.T.-Offensive auf ein 30-stöckiges Hochhaus in Jakarta als infernalisches Selbstmordkommando...!
                                  ...
                                  Einmaliger Mix aus Silat- und Baller-Action, dessen Grandiosität man kaum in Worte fassen kann!
                                  ...
                                  Gareth Evans arg rasante Säuberungsaktion fasziniert unter anderem durch imposante und unsagbar reell wirkende Fights, welche immer und immer wieder für schweißtreibendes Mitfiebern sorgen, ganz egal wie oft man sich dieses Kult-gewordene Meisterwerk schon rein gezogen hat!
                                  Seine ausgesprochen packende und authentische Atmosphäre verdankt SERBUAN MAUT aber auch vortrefflichen Effekten, einer nüchternen Optik und stimmigen Soundkulisse, sowie der erstklassigen Kameraführung...zudem überzeugen die Akteure durch die Leichen-gepflasterten Höllen-Flure weg!
                                  Man muss weder ein Fan vom asiatischen Kino, noch von Martial-Arts-Filmen sein, um diesem indonesischen Genre-Knaller etwas abgewinnen zu können!
                                  ...
                                  Weniger ist manchmal mehr, so auch hier...für mich ist und bleibt REDEMPTION, trotz seines ebenbürtigen Nachfolgers, unerreicht!
                                  Im Gegensatz zur zweiten Partie, welche eine tiefschürfende Story birgt, geht es im geradlinigen ersten Teil mit weniger BLA BLA und mehr BAM BAM frontal zur Sache!
                                  ...
                                  Es wird ausgeteilt und eingesteckt bis zum Gehtnichtmehr...THE RAID zeigt kein Erbarmen...
                                  Die FSK dafür aber um so mehr...die 18'er Freigabe kann man für deutschen Standard durchaus als kulant bezeichnen!
                                  ...
                                  Fazit: Dreckig, Blutig und Verdammt Brutal!!!
                                  9 / 10 nötige Reserve-Magazine für die HÄRTESTE RAZZIA ALLER ZEITEN

                                  25
                                  • 5 .5

                                    Sorry nicht mein Fall , merke irgendwie bei Asia Filmen das mich die Figuren und deren Mentalität nicht anspricht !

                                    • 7

                                      Wer auf extra harte, blutige kompromisslose Action ohne Story steht wird hier bestens bedient.

                                      1
                                      • 7 .5

                                        Harter Action Film aus Indonesien.Tolle Kampfzenen.Da kann sich so mancher Hollywood Actionstreifen eine Scheibe von abschneiden.

                                        • 10

                                          Jetzt schon KULT !

                                          Indonesien finest! Hart, brutal & kompromisslos. Kampf- & Actionfilm aus der obersten Schublade. Erinnert storytechnisch etwas an das Remake von "Dredd"

                                          Gehört in jede Sammlung!

                                          4
                                          • 8 .5

                                            Die Handlung braucht kein Mensch, aber die Kampfszenen sind absolut perfekt choreographiert und völlig kompromisslos in Bezug auf Tempo, Akrobatik und Härte.

                                            3
                                            • 6
                                              Leinzi 27.09.2016, 12:52 Geändert 09.10.2017, 14:50

                                              Klarer Fall von "Wer's mog".
                                              Die Action ist super gemacht, die Kameraführung ebenfalls - trotz schneller Kämpfe ist nichts so sehr verwackelt, wie man es aus anderen Filmen kennt. Nur für das ganze Warum? war kein Platz mehr. Das führt dazu, dass die Kämpfe auf Dauer doch ermüden.

                                              Leider nicht wirklich mein Fall.

                                              Bewertung: 62% [25.09.2016]

                                              • 7

                                                Viel Action, die leider durch die langweilige Handlung kaum zur Geltung kommt. Dennoch ein Spaß für jeden Fan von Filmen, in denen viel Blei durch die Gegend geschossen wird!

                                                1
                                                • 5
                                                  MoreThanMeetsTheEye 19.09.2016, 08:52 Geändert 19.09.2016, 08:59

                                                  Zugegeben, eine ganze Zeit lang ist das pure Überwältigungskino, das Garet Evans in THE RAID präsentiert, mehr als effektiv.
                                                  Ohne die "smokes and mirrors"-Abteilung herkömmlicher CGI-Clusterfuck-Filmchen, ja mit nur einem Bruchteil des Budgets solcher Produktionen, und die Betonung darf hier durchaus auf "Produktionen" liegen, läuft der Cast so tollwütig Amok, das es nur schwer zu glauben ist, das anscheinend alle Beteiligten den Dreh halbwegs lebendig überstanden haben.
                                                  Die Shootouts in runtergekommenen Treppenhäusern, die die Kamera auch bewusst licht und farbreduziert einfängt, lässt zudem wohlige Reminiszenzen an das Actionkino der achtziger Jahre aufgekommen, als das ganze Genre noch nach Muckibude und Adrenalin, Steroide und Schweiß roch.
                                                  Eine Prise DIE HARD, eine Prise MANN MIT DER TODESKRALLE, fertig ist die Actionlaube.
                                                  Denkste !
                                                  Mit zunehmender Laufzeit verkommt THE RAID zur Nummernrevue, etwa ab der Hälfte rächt es sich massiv, das Evans Film nur einen rudimentären Plot im Gepäck hat, und gibt den Blick frei auf das, was THE RAID wirklich ist.
                                                  Eine Zirkusshow.
                                                  Eine JACKASS-Varinate im Actiongenre, in der alles was möglich ist, auch gemacht wird, in der alles auf den Bildschirm geworfen wird, was nur irgendwie Eindruck generieren kann und soll. Bezeichnenderweise haben auch Jimmy Knoxville und Konsorten nie einen abendfüllen Film hinbekommen der über die ganze Laufzeit unterhält,und immer wieder von tumben Gags und verpuffenden Skits gefüllt werden musste.
                                                  Und "Skits" ist wahrscheinlich noch das bessere Schlagwort, um die späteren Actionsetpieces von THE RAID zu beschreiben. One-Of-Handgemenge die irgendwie noch so reingeschoben werden, in ihrere Exzessivität, aber auch ihrer Dauer immer länger dahinmäandern und im eigentlichen nur preisgeben, das THE RAID bis dahin seine Laufzeit schon massiv überspannt hat, sich von Szene zu Szene zu arbeitet, zu einem Ende das rund 25 Minuten früher hätte eintreffen müssen.
                                                  Der finale Fistfight verkommt zum Bildschirmschoner, was als adrenalintreibender Reißer begann, wird zum Durchhaltemanöver.
                                                  Das Pacing, völlig aus dem Ruder gelaufen, gibt den Blick auf weitere Probleme. Die grassierende Luftleere , die die zweite Hälfte von Evans Film bevölkert.
                                                  Gehen dem Sonderkommando erst einmal die Kugeln aus, verliert der Film nicht nur seinen Stilwillen (die clevere Licht/Schatten-Inszenierung aus dem Treppenhaus-Shootout bleibt der stilistische Höhepunkt) mit dem Verlust des Belagerungsszenarios gehen dem Film scheinbar auch sämtliche Inszenierungs-Ideen flöten.
                                                  Eine tolle Kamerapersepektive noch, bei einem Versteckspiel in einer Zwischenwand, danach nur noch Martial-Arts-Standards.
                                                  Und Martial-Art-Standards.
                                                  Und noch mehr Martial-Arts-Standards.
                                                  So lustlos runtergefilmt und haarstäubend aneinandermontiert, gerade noch so von einem Nichts an Plot zusamengehalten, das der schwungvolle, mitreißende Einstieg der THE RAID gut die Hälfte seiner Laufzeit getragen hat, in elender Repetition verpufft.
                                                  Ist der fehlende Plot eingangs noch überhaupt kein Hindernis, erleichtert nur das waghalsige Tempo, das THE RAID vorschwebt, rächen sich später sogar nachträglich eingeschobene Storyideen. Luke, ich bin dein Bruder.
                                                  Aha. Who cares ?
                                                  In einer Verkehrung sämtlicher Filmstrukturen, fängt THE RAID ausgerechnet im letzten Drittel, dort wo der Actionmotor eigentlich auf Hochtouren schnurren sollte, mit einer viel zu späten, viel zu unbedeutenden Redseligkeit an.
                                                  Huch, wir brauchen zwischen dem ganzen Knochenbrechen ja noch ein bißchen Exposition.
                                                  Too little to late.
                                                  Verwirrende Einschübe, der Big Baddy darf am Ende auch noch monologisieren, die THE RAIDS Konzept endgültig offenlegen : Erst einmal das Publikum überrumpeln, platt machen, an die Wand drücken, dann irgendwie zum Ende durchwurschteln. Ironischerweise gleicht sich so Gareth Evans Inszenierung durchaus dem Inhalt seines Filmes an. Mit voll Karacho rein, planlos und irgendwie mit heiler Haut wieder raus.
                                                  Die Schlußworte, die die Figuren wechseln, sie hinterlassen kein Eindruck mehr.
                                                  THE RAID liegt planlos in der Ecke wie ein ausgepumpter Marathonläufer.
                                                  Noch ganz berauscht von seiner Performance, aber auch jederzeit in völliger Erschöpfung bereit, sich auf die eigenen Füße zu kotzen.

                                                  7
                                                  • 8 .5
                                                    Heckenritter 26.08.2016, 18:27 Geändert 29.08.2016, 11:06

                                                    Bevor Fury Road schwarze Reifenspuren auf meinem Gesicht
                                                    hinterließ und ich vergebens völlig zerfleddert nach einer Sauerstoffmaske schrie, und anschließend auf einer flugs eingerichteten Erste-Hilfe-Wiese vor dem Kino mit dutzenden anderen wiederbelebt werden musste, hat mir THE RAID als reinrassiger Testosteronvertreter circa 157 mal in 100 Minuten den Mundschutz aus der Kauleiste gedroschen. Aus dem Einstiegskapitel "Die Hard auf Diät" für die eigentliche Geschichte im Nachfolger wird ohne abzubiegen das Maximum an gnadenlos fetzender Action und Etagenüberlebenskampf herausgepresst. Wie hieß es bei Bube, Dame, König, Gras so schön? Knarren für die Penner, Messer für die Männer...

                                                    Martial Arts? Jein, ein Gruß an Bruce Lee, von Jackie Chan eine handvoll. Wenn es abgehoben fantastisch, bemüht albern oder märchenhaft athletisch wird, bin ich raus. Da kann ich mich ja gleich für einen Zumba Kurs anmelden, die Leute müssen schon auf dem Boden der Tatsachen bleiben und sichtbar etwas leisten und nicht ständig an unsichtbaren Bändern der Marke Gleistein Ropes für Stunt Rigging durch die Heide fliegen. Dramaturgisch wird es bei Handkanten-Eskapaden auch schnell ernüchternd. The Raid? Eine Offenbarung der fliegenden Fäuste, sogar für das gesamte Genre, der seine bescheidenen Mittel höchst effizient einsetzt und den Begriff "Action" für mich einer Frischzellenkur unterzieht. Ein Film der auf mich völlig unverbraucht wirkt. Ein Adrenalinrausch der beängstigend weh tut beim gucken und aus aktuellem Anlaß die ideale Alternative zu einer Schreitherapie oder Sandsackbeackerung ist. Auch negative Energie muss raus, muss transformiert werden, The Raid ist in diesem Sinne fast schon eine Arznei ohne Packungsbeilage. Trotz des geringes Budgets finde ich die Intensität dieser Actionrutschbahn mit in sich verkeilten Armen und Beinen nach indonesischem Rezept schwer beeindruckend. Kann mir keiner erzählen, dass die umliegenden Krankenhäuser während der Dreharbeiten nicht überbelegt waren, jedenfalls möchte man das glauben.

                                                    Es passiert nur alle Jubeljahre, dass es einem Film gelingt die Ansprüche an Schauspielleistungen, bekannte Gesichter und Cinemascope-Optik oder andere Erwartungshaltungen derart zu verdrängen und mit seiner Kerndisziplin so nachhaltig Eindruck schindet. Wenn der Putz von Decke fliegt (der sich in dichten Staubwolken auf die Klamotten legt), Fingerknöchel gegen Macheten antreten und die Spitzbuben im Gänsemarsch auf engstem Raum in die Hölle der entrenkten Körperglieder befördert werden, bin ich ziemlich platt. Das liegt sicherlich auch daran, dass großes Augenmerk darauf gelegt wird die Figuren in Aktion immer ganz zu zeigen, statt nur Andeutungen mit Teilen eines Körpers, Gesichtern oder hektische Schnitte, bei denen man kaum etwas erkennen kann. Die zentimetergenaue Choreografie wird durch die Kameraarbeit ziemlich gut kaschiert. Der enorme Brutalitätsfaktor ist für mich nicht automatisch ein Pluspunkt, eher grenzwertig sogar. In seiner Gesamtheit beindruckt mich The Raid aus den spärlichen Mitteln das beste herauszuholen, der böse Bube braucht nur einen rostigen Hammer und jede Menge Patronen in seiner Schublade, damit ist auch alles gesagt. An dieser Bedrohlungskulisse des zu erwartenden AUA Gefühls sägt der Film auch unentwegt. Für einen Sproß dieser Budgetgruppe ist dieser Grundpegel an Spannung fast schon fremdartig. Gareth Evans ist in der Tat ein Regisseur, dessen Namen ich fest abgespeichert habe. Dunkel, enorm dreckig, vor Tempo strotzend ist diese brachiale Sause, Mann gegen Mann auf beengten Fluren statt alberne einstürzende Häuser, Explosionen oder Hechtsprünge durch IBM-Feuersbrünste mit aufdringlicher Heldenmusik. Ein magnetisch inszeniertes Studienobjekt für den Weltkongreß der Chiropraktiker. Der menschliche Körper als Waffe und Leidensobjekt.

                                                    Die Story ist nur ein ausgedehntes Vorwort in Form eines knüppelharten Action-Comics mit originellen Einfällen im Detail, der mit seinem Fokus auf die fast nachfühlbaren körperlichen Schmerzen und erhöhtem Pulsschlag ein waschechtes Highlight für mich bietet. Welches durch das zweite Kapitel des handlungsintensiven Raid 2 überraschend gut zu Ende gestrickt wird. Eine Story, zwei Filme, zweimal Luft durch die Zähne zischend einatmen, die Kiefernmuskeln anspannen, das Gesicht verziehen und vorsorglich schon mal den Notarzt rufen. Wenn schon Action, dann bitte richtig mit garantierter Schnappatmung, nach
                                                    über 115 gezählten Vollkontaktspezis im Abspann habe ich aufgehört zu zählen.

                                                    Ein doppelter Wadenbeinbruch, ein pulverisierter Rippenknochen, eine Axt in der Schulter, ein ausgekugeltes Kniegelenk, ein übel weggefetztes Ohr, eine offene Luxationsfraktur, ein bohrender Löffel in der Schußwunde und eine Achsenfehlstellung... das waren jetzt acht. Na was soll`s, da packe ich... BATSCH... noch ein zermatschtes Auge mit drauf. Für ein zweites sind meine Arme jetzt zu müde....

                                                    18