The Rider - Kritik

The Rider

US · 2017 · Laufzeit 104 Minuten · FSK 12 · Drama · Kinostart
Du
  • 9

    [...] In unserer Zeit, in der kaum noch jemand von einer Bestimmung oder Berufung in seinem Leben spricht, ist THE RIDER wie eine Erlösung. Ein 100-minütiger Miniurlaub in der Einsamkeit der Natur, wenn es nur darum geht seiner Bestimmung zu folgen und man am Ende erkennt, dass es doch viel einfacher ist als man denkt: [...]

    • 8

      THE RIDER ist an manchen Stellen schon etwas meditativ, aber ohne zu langweilen. Im Mittelteil ist es ein bißchen zu entspannt. Hier bitte nicht einschlafen, denn das Ende ist es wert und vor allen Dingen traurig-schön und überhaupt nicht pathetisch. Ein Film, bei dem der Griff zum Taschentuch garantiert ist.

      • 8

        [...] Ein schwerer Sturz von einem Bullen bei einem Rodeo-Wettkampf versetzt den jungen Cowboy Brady Blackburn in eine existenzielle Lebenskrise. Auch wenn er nach seinem Unfall äußerlich unversehrt geblieben ist und die Metallplatte, die seinen gebrochenen Schädel fortan zusammenhalten muss, nach kurzer Zeit kaum noch sichtbar ist, sind es die inneren Wunden, die in Chloé Zhaos Drama The Rider in jeder Szene schmerzlich spürbar sind. Auf ein Pferd sollte er laut ärztlicher Verordnung nie wieder steigen, sonst droht ihm bei einem weiteren Sturz dieser Art der Tod. Die in China aufgewachsene und mittlerweile in den USA lebende Regisseurin nähert sich dem tragischen Schicksal des verunglückten Rodeo-Reiters und großen Pferdeliebhabers mit einer Einfühlsamkeit, die unentwegt mit melancholischer Schwere durch die wundervoll fotografierten 16-mm-Filmaufnahmen hindurch schimmert. So wird The Rider zum zerbrechlichen Leinwand-Poem, das die persönliche Krise des Protagonisten in einem Mittleren Westen der USA verortet, den Zhao mit vorsichtiger Neugier an zutiefst uramerikanischen Mythen und Werten abtastet. Dabei lässt der Film der Regisseurin nicht nur visuell Spuren von großen Kino-Poeten wie Terrence Malick (Song to Song) erkennen, sondern präsentiert die Handlung zudem als faszinierenden Ansatz zwischen dokumentarischem Realismus und fiktiver Überhöhung. [...] In dieser Hinsicht erinnert The Rider an den letzten, gerne unterschätzten sowie übersehenen Die irre Heldentour des Billy Lynn von Ang Lee. Es mag sicherlich damit zusammenhängen, dass es sich bei beiden Filmemachern um Menschen handelt, die sich einer nationalen Seele mit dem Zugang eines Außenseiters annähern, der ursprünglich aus einem völlig anderen Land stammt. [...] Auch Zhao betrachtet den Western-Mythos der endlosen Prärie mit ihrem Versprechen von ultimativer Freiheit und den glorreichen Cowboy-Stars als Konstrukt, hinter dem sie Seelen voller Narben und Existenzen in der Ausweglosigkeit zum Vorschein bringt. [...] An der Weggabelung seiner Existenz kommt die Regisseurin zusammen mit Brady endgültig zu der Erkenntnis, dass ein Leben der geplatzten Träume und schwerwiegenden Konsequenzen immer noch ein Leben ist, in dem nach innen gerichtete Einsicht sowie Erkenntnis weitaus bedeutsamer sein kann als die vermeintliche Freiheit im Sattel der Prärie. [...]

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        • 7

          "(...) Die schwierige Akzeptanz seiner neuen Situation, die im Widerspruch zu seinem vormaligen Status sowie den eigenen Wünschen und Ansprüchen steht, markiert den Kern von Zhaos Geschichte. Diese wirkt oftmals wie eine gekonnte Mischung aus The Horse Whisperer und The Wrestler, wenn die Regisseurin zwischen den ruhigen, empathischen Momenten der Zähmung hinüber zu einem ungelenk im Leben stehenden Brady wechselt (...)"

          • 7 .5

            The Rider ist ein sonderbares Mischwesen, fühlt sich realitätsnah an und doch arg reguliert und konventionell, mit einem Hang zu ausgestellten Bildern und eindrücklichen Stimmungen.

            • 8

              Umso echter wirkt die ruhige Studie eines zerfallenden Milieus, in dem zwischen Pferdekoppel, Auktionszirkus und Pfandleihhaus der Mythos von Pferd und Mann unbeirrt weiterlebt.

              • 8

                Chloé Zhao erzählt in ihren Filmen von Cowboys und Indianern, das darf man ruhig wörtlich nehmen. [...] Die Regisseurin und Autorin zerrt diese historischen Figuren aus der Vergangenheit und aus den Schablonen der Genre-Phantasien.

                • 8

                  Wer sich nicht auf diese Art von plotarmem Erzählen einlassen kann, wird sich hier zu Tode langweilen, [...]. Wer sich allerdings auf The Rider einlässt, wird mit einem wunderbaren Schnappschuss Americana belohnt [...].

                  • 8

                    The Rider ist ein Film, durch den von fern der Atem John Hustons und John Fords weht [...].

                    • 8

                      Da ist viel Western-Wallung drin, Trauer über den Verlust einer großen Tradition.

                      • 8

                        „The Rider“ ist ein Film, der gleichzeitig sehr eigen und doch auch universell ist. Die Geschichte um einen indianischen Rodeo-Reiter, der nie wieder reiten darf, erzählt von schwierigen Abnabelungsprozessen von Traditionen wie Träumen. Dabei werden die Grenzen zwischen Dokumentation und Spielfilm oft verwischt, wenn die Laiendarsteller vor malerischen Landschaften Variationen von sich selbst spielen.

                        • 7 .5

                          "Wofür es sich zu überleben lohnt: Chloe Zhao beobachtet in ihrem Rodeo-Film "The Rider" einen jungen Mann, der nicht mehr tun soll, was er als Einziges tun will." [Fiona Berg]

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                          • 8

                            Das Besondere an diesem Film ist seine greifbare atmosphärische Genauigkeit, die detailreiche Annäherung an das Hinterland der USA.

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                            • 7

                              "(...) Die schwierige Akzeptanz seiner neuen Situation, die im Widerspruch zu seinem vormaligen Status sowie den eigenen Wünschen und Ansprüchen steht, markiert den Kern von Zhaos Geschichte. Diese wirkt oftmals wie eine gekonnte Mischung aus The Horse Whisperer und The Wrestler, wenn die Regisseurin zwischen den ruhigen, empathischen Momenten der Zähmung hinüber zu einem ungelenk im Leben stehenden Brady wechselt. Wie Mickey Rourkes Herzschwacher Wrestler Randy “The Ram” landet Brady letzten Endes als Aushilfe im lokalen Supermarkt. Das einzige, was von seiner vielversprechenden Karriere bleibt, sind hier und da Gedächtnis-Fotos mit jungen Fans und die Erinnerung an vergangene, bessere, schönere Zeiten (...)"

                              • 8

                                In ihrem Neo-Western erzählt Regisseurin Chloé Zhao einfühlsam von einem gefeierten Rodeo-Star, der nach einem Unfall nie wieder reiten darf. Es geht um den Verlust des eigenen Lebenszentrums; zugleich ist »The Rider« ein leiser Abgesang auf den Wilden Westen. [Jens Balkenborg]

                                • 8

                                  Anrührendes, überaus menschlich inszeniertes Drama über den Neuanfang eines jungen Mannes, der auch um seine Identität kämpfen muss. [...] In einigen Szenen ungemein berührend und feinfühlig inszeniert, vermittelt der Film [...] ein Gefühl für den Ort, für die Landschaft und die Kultur dieser sogenannten 'Indian Cowboys'. [Michael Ranze]

                                  • 9
                                    VillageVoice 13.04.2018, 11:48 Geändert 13.04.2018, 13:07

                                    Zhao geht in The Rider einen anderen Weg und privilegiert gleichermaßen die Erzählung, die Poesie und den Realismus, indem sie sie zu etwas erstaunlich Mächtigem zusammenfügt. [Bilge Ebiri]

                                    • 9
                                      NewYorkTimes 13.04.2018, 11:40 Geändert 13.04.2018, 13:00

                                      Chloé Zhaos Engagement für ihr Handwerk passt genau zu Brady Jandreaus schauspielerischem Können. Zhao hat ein Auge für Landschaften und eine ausgeprägte Sensibilität für nuanciertes Storytelling. Es ist eine mutige, anspruchsvolle Vision, die The Rider unter den jüngeren regionalen Realismus-Filmen der USA zu etwas Besonderem macht. [A. O. Scott]

                                      • 8

                                        Chloé Zaho's Cowboy-Drama The Rider ist eine bewegende, lyrische Geschichte von Verlust und Heilung. [Justin Chang]

                                        • 7

                                          [Bradys] intimes Schauspiel, die bewegende Geschichte und die visuelle Umsetzung sind herausragend und stempeln dem Drama das Prädikat "sehenswert" auf. [Gianluca Izzo]