Wo die wilden Kerle wohnen - Kritik

Where the Wild Things Are

US · 2009 · Laufzeit 101 Minuten · FSK 6 · Drama, Abenteuerfilm, Fantasyfilm · Kinostart
Du
  • 6 .5

    "Der erste König, den wir nicht gefressen haben."
    Ein wunderbar sonderbarer Film, bei dem ich mich frag, wie der bei 6-Jährigen ankommt.
    Ich war meinerseits immer auf der Suche nach einer versteckten Botschaft, die dem Ganzen einen Sinn gibt. Als Kind kann man solche Filme vielleicht unbeschwerter genießen...

    • 7 .5

      (Keine Spoiler)

      https://www.youtube.com/watch?v=jTtddTpl4m8
      (Karen O and the kids - All is love)

      'Wo die wilden Kerle wohnen' von Spike Lee ist ein einfühlsamer Kinderfilm, für die, die immer noch Kind geblieben sind.
      Max ist ein einsamer Junge, der Schwierigkeiten im Ungang mit seiner Mutter, aber noch wesentlich mehr mit ihrem neuen Freund hat. Also rennt er von Zuhause fort und kommt in ein Land, in dem merkwürdige Wesen einen Anführer suchen.
      Spike Jonze ist für seine kuriosen Filme bekannt und deswegen wirkt 'Wo die wilden Kerle wohnen', trotz seiner kreativen Eigenständigkeit, schon beinahe konform. Denn Jonze versucht mit dem Film ganz klar dem Zuseher etwas mitzuteilen (kann ich nicht drauf eingehen, ansonsten würde ich den ganzen Film spoilern). Das er es trotzdem schafft sich nicht allzu sehr zu verbiegen, sollte man ihm hoch anrechnen. Und so wird aus WdwKw doch irgendwie noch ein klassischer Spike Jonze Film, bei dem Kinder an die Grenzen ihrer Aufnahmefähigkeit stoßen werden.
      Anzumerken ist noch der wunderschöne Soundtrack von Karen O und den Blagen ;).
      Fazit: Sehenswerter Film mit pädagogischer Message. Das alles vom Kinomagier Spike Jonze.

      Hatte meine Jonze-Reihe unterbrochen, doch bald werde werde ich zum Schluss kommen und das mit meinem Lieblingsfilm von Jonze: Her.

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      • 6 .5

        Ok, ich setze den werten Spike Joonze auf die Liste – die Liste der Regisseure die extrem verdrehte Filme machen die in jeder Hinsicht von der Norm abweichen – und obwohl kein normaler Mensch was damit anfangen kann werden sie davor abgöttisch geliebt, von Kritikern vor allem. Trotzdem, ich kam schon mit „Being John Malkovich“ nicht wirklich zurecht, ebensowenig kann ich mich den doch überwiegend positiven Rezensionen zu diesem Werk anschließen. Vielleicht hats damit zu tun daß ich ganz eindeutig nicht zu der anvisierten Zielgruppe gehöre, das Werk nicht mit der nötigen Aufmerksamkeit und dem nötigen Feeling geschaut habe oder das Buch welches zu Grunde liegt nie gelesen hab. Keine Ahnung, aber letztlich auch egal: es ist die altbekannte, aber nie verkehrte Story eines kleinen Jungend er in eine Phantasiewelt gerät, dort mit schrägen Figuren ein paar verdrehte Abenteuer erlebt und dabei wertvolle Erkenntnisse gewinnt die er dann so auch in der realen Welt gebrauchen und umsetzen kann – das ist nie verkehrt, aber wurde selten so abstrakt wie hier präsentiert. Wobei das ungewöhnlichste die Figuren mit die in ihrer komischen Mischung aus Puppeneffekt und Computergrafik sehr eigentständig und ungewöhnlich wirken und einem am Ende glatt ein Tränchen abgewinnen können. Vielleicht geht’s anderen insegesamt mit dem Film besser, ich konnte jedenfalls kein Stück was damit anfangen.

        Fazit: Kinderfilm der eher für Erwachsene taugt – viel Phantasie, aber alles mit eher ernster Grundlage.

        1
        • 6

          Hochinteressante Bildersprache mit den liebenswerten Wesen und kindgerechter aber doch phasenweise sehr traurigen Geschichte.
          Ich habe beim schauen zwischenzeitlich leider öfters das Gefühl gehabt, hier fehlt noch etwas und da müßte doch jetzt mal mehr kommen.
          Das ganze ist in seinem Modus, der schon eher Kindgerecht ist und verliert sich darin.
          Mir fehlt der packende Moment, der einen mitreißt und fesselt.
          Der Film ist was für´s Auge, aber nicht wirklich für die Seele.

          5
          • 8
            loveissuicide 21.01.2016, 21:57 Geändert 21.01.2016, 22:00

            Eine unglaublich traurige Geschichte eigentlich, da kann auch die vermeintliche Läuterung des Bengels Max nichts dagegen ausrichten. Die Kreaturen sind in einer abgrundtiefen Melancholie gefangen. Der Film erinnert mich an die ganzen Feel Bad-Serien meiner Kindheit: Perrine, Niklas, Als die Tiere den Wald verliessen,... Bin ein wenig ratlos. Ist schon eine Depri-Angelegenheit, aber ich mag Dramen ja. Nur hier, verpackt als Kinderfilm, drückt das schon ungewöhnlich aufs Gemüt.
            Wirklich beeindruckt war ich von den Kreatueren selbst, maskentechnisch gesehen. Es ist ja schon vieles möglich heutzutage, aber die haben mir echt imponiert. Diese Traurigkeit in den Blicken...
            Ziemlich verstörend fand ich die Szene mit den Eulen oder den Ast als Armersatz bei dem Vogel. Ich weiß jetzt gar nicht, ob das was für Kinder ist.

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            • 5
              Stracke 07.09.2015, 01:18 Geändert 07.09.2015, 01:19

              Ich war lange nicht mehr so enttäuscht von einem Film.
              Ich hatte mir einfach einen echten gute-Laune-Film erhofft - ja sogar erwartet. Doch dass ich so selten lächeln oder gar lachen würde, hat mich echt ernüchternd getroffen.
              Ja die meisten Charaktere gingen mir sogar richtig auf den Keks, dank Darstellung und Geschichte.

              Sehr schade, so viel Potential in den Wind zu schießen...

              • 3 .5

                Der Film wirkt so, als ob ihn nur ein Kind gemacht haben kann, nette Idee, aber mit dem Stil bin ich leider so gar nicht warm geworden.
                Die einzelnen Szenen sind quasi zusammenhangslos, als Teil einer "und dann passiert.."-Erzählung.
                Der höchst unsympathische Bengel Max bekommt Zuhause nicht genug Aufmerksamkeit und reißt daraufhin aus, um in der Welt der wilden Kerle zu landen. Diese ist samt Bewohnern anfangs auch nett anzusehen, doch die riesigen Kerle schaffen es nicht, den Film zu tragen.
                Max wird als neuer König auserkoren und darf seine unerfüllten Wünsche ausleben:
                Schweinehaufen, Burg bauen, Dreckballschlacht, usw.
                Dies mag vielleicht wirklich den Traum eines kleinen Jungen widerspiegeln, mich begeistert das nicht. Zu laut, zu abgedreht, zu wild, eben wie ein kleines nerviges Kind.
                Erstaunlich ist vor allem, dass kaum Emotionalität vorhanden ist, die wirren aneinandergereiten Szenen werden derart distanziert dargestellt, man fühlt sich nur als neutraler Beobachter und kommt nicht rein in die Traumwelt, das mindert den Filmgenuss ungemein, denn man kann nicht am Spaß teilhaben und fühlt sich recht schnell gernervt und trotz der recht kurzen Laufzeit auch gelangweilt.
                Dazu trägt natürlich auch wesentlich bei, dass der einzige Mensch, die Blage Max, von der erste bis zur letzten Minute unerträglich ist und man eher die armen Kerle bemitleidet.
                Schade, davon hab ich mir deutlich mehr versprochen, ich hätte ihn gerne gemocht, doch es ging einfach nicht.

                • 8

                  Ein wilder neunjähriger Junge trifft auf einer imaginierten Insel auf furchterregende, zottelige Monster, die er mit festem Blick und einer Lüge zähmt. Als ihr König zieht er mit ihnen randalierend durch die Wälder. Dabei gehen Kreativität und Destruktivität Hand in Hand. Spike Jonze schafft mit der Adaption des Kinderbuchklassikers ein rauschhaftes Opus, das mitreißend und anrührend von den Höhen und Abgründen des Kindseins erzählt. [Jeannette Mohr]

                  • 6 .5

                    “Will you keep out all the sadness?”

                    Spike Jonze‘ „Where the wild things are“ it was. Das Drehbuch von ihm selbst und Dave Eggers adaptiert. Ich hätte diesen Film wirklich gerne geliebt. Alles fing ganz wunderbar an. Max, dargestellt von Max Records, ist ein wilder Junge. Ein bisschen einsam vielleicht, ein bisschen viel Temperament vielleicht, aber voller Fantasie und Tatendrang. Seine Mutter Connie, ist alleinstehend, berufstätig, und grade dabei einen Mann kennen zu lernen. Kaum steht Max nicht mehr im Mittelpunkt, brennen im die Nerven durch, er rennt weg, flüchtet sich in seine eigene Fantasiewelt. Die ist groß und wunderschön, Jonze fängt tolle Bilder ein. Seine Monster sind groß und die passende Mischung aus fluffig und fürchterlich.

                    “You know what I say. If you got a problem, eat it.”

                    Aber ab jetzt wird es schwierig. Max ist ein kleiner Raufbold und mag es gerne, wenn es wild zugeht, hat aber nicht die Geduld und Muße, sich mit unangenehmen Dingen auseinander zu setzten. Entweder sein Weg, oder kein Weg. Unterbewusst projiziert der Junge seine Sorgen von Zuhause in seine kleine große Monsterwelt und macht exakt dieselben Fehler wieder, erntet dieselben Reaktionen und rennt wieder davon. Diese Figur „Max“ ist für mich nur schwer zugänglich. Es mag am Altersunterschied zwischen uns liegen, es mag daran liegen, dass Jonze diese Geschichte für Kinder relativ dunkel und melancholisch ansetzt. Ich kann es schlecht greifen. Der Film ist hübsch anzugucken, ganz ohne Frage. Der Soundtrack ist ganz wundervoll. Aber dann hört es für mich auf. Zu laut, zu „wild“, und für mich irgendwie frustrierend. Schade, eigentlich.

                    „Happiness is not always the best was to be happy.”

                    8
                    • 10

                      „Happiness is not always the best way to be happy. „

                      Es ist dunkel in meinem Zimmer, nur der Bildschirm meines Laptops leuchtet und die Musik läuft durch meine Kopfhörer, doch mehr möchte und brauche ich auch nicht. Meine Stimmung ist am Boden und doch geht es mir so gut wie selten.
                      Ich schließe die Augen. Nach ein paar Sekunden mache ich die Augen wieder auf. Ich stehe auf einer Insel um mich herum stehen Bäume ich höre in weiter Ferne noch den Schall der Musik doch nach ein paar Sekunden verschwindet auch der. Ich höre es im näherem Umfeld krachen. Außerdem scheint es so als würden sich Leute unterhalten. Also bewege ich mich in Richtung der Geräusche. Nachdem ich ungefähr 500 Meter gegangen bin, sehe ich sie, riesige Monster. Ein von den Monstern zerstört eine aus Holz gebaute Hütte die anderen Monster stehen drum herum und versuchen ihn zu stoppen.
                      Ich mache die Augen wieder auf und Sitze vor meinem Computer, es ist immer noch dunkel, aus Meinen Kopfhören kommt immer noch Musik und, leider, steht noch immer nichts auf dem Bildschirm, also ran an die Arbeit.
                      Kanntet ihr das nicht auch? Ihr Wart früher unzufrieden und wolltet etwas kaputt machen doch eure Eltern habe euch gehindert. Bei mir war das früher oft so, und Spike Jonez greift diese Idee aus der ich-weiß-nicht-wie-vielten Sicht auf. Und das fast genauer als es mir eigentlich Lieb ist, es scheint so als würde Spike mich kennen. Wer hätte wissen können das ein Kinder Film mich trauriger macht als jeder andere Film, den ich je gesehen habe? Ich hätte damit nie gerechnet. Eigentlich habe ich „Wo die Wilden Kerle Wohnen“ geguckt weil ich „Her“ und „Being John Malkovich“ toll fand. Ich habe mir einen Film erwartet der reicht, um mir einen schönen Abend zu machen, doch das ist dieser Film nicht. „Wo die Wilden Kerle wohnen“ ist kein Film von dem Regisseur, der diesen und diesen Film gemacht hat. „Wo die Wilden Kerle wohnen“ ist die beste Buchverfilmung aller Zeiten mit einem Ende, das sogar jemanden wie mich, der schon lange über das Alters des Hauptproganisten hinaus ist, zum Weinen bringt. Ich weiß nicht wie Jonez es immer wieder schafft die Emotionen in seinen Filmen so rüberzubringen das man sich immer wieder angesprochen fühlt. Bei „Her“ war es die Liebe nun ist es das Erwachsen werden das thematisiert wird. Und so katapultiert mich Jonez mit diesem Film zurück in meine Kindheit, in der ich die gleichen Probleme hatte, wie Max mit Ausnahme das Ich keine große Schwester hatte. Ich hatte Streit mit meinen Eltern, die großen Jungs haben mein Iglu kaputtgemacht und, und, und immer wieder wollte ich vom Alltag davon flüchten, doch nie hatte ich den Mut dazu. Max hat den Mut und läuft davon, weit weg von seinen Ängsten direkt in die Hände weiterer Ängste die er versucht zu bekämpfen. Die Ängste die versuchen sich selber zu bekämpfen doch damit alles nur noch schlimmer machen. Auch das ist für mich ein altbekanntes Konzept und wird von Jonez perfekt genutzt. Max versucht die Streitigkeiten zu schlichten und somit seine eigenen Ängste zu bekämpfen, um wieder nach Hause zurückzukehren.

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                      • 6 .5

                        Mir war vorher schon klar, dass das kein typischer Kinderfilm wird. Allerdings war mir das Ergebnis deutlich zu depro und für Kinder (auch nicht ganz dumme 11-jährige) ist das alles gar nicht geeignet. Hätten ruhig ein paar witzige Sequenzen noch dazukommen können. So ist das dann halt ein wenig viel ernster Kunst- und Reflexionsquark.

                        • 7 .5

                          Spike Jonze ist der Regisseur für unkonventionelle, außergewöhnliche Stoffe. Seine Adaption des Kinderbuchs "Where the Wild Things Are" von Maurice Sendak ist demnach auch kein reiner Kinderfilm, sondern eine fantasievolle, verspielte Parabel über das Kindsein an sich.
                          Max ist ein kleiner Junge, der voller Energie und Aufmerksamkeitsdrang steckt und durch sein hohes Geltungsbedürfnis Probleme mit seiner Familie hat. Nach einer Auseinandersetzung flüchtet er sich in eine Fantasiewelt, in der er auf eine Gruppe wilder Fabelwesen trifft, die allesamt ebenfalls ihre eigenen Probleme haben.
                          Über surreale, eindrucksvolle Bilderwelten nähert sich der Film dem Innenleben von Max an. Zusammen mit dem wunderschönen Soundtrack kreiert Jonze einige wirklich tolle Montagen und Momente, die einem die aufregenden Aspekte der Kindheit wieder etwas näher bringen. Gespickt mit einigen Skurrilitäten und den teilweise neurotischen Charaktereigenschaften der kauzigen Fabelwesen ist "Where the Wild Things Are" aber nur bedingt ein Werk, das ausschließlich für Kinder geeignet ist, sondern viel mehr aufschlussreich für erwachsenere Zuschauer, die sich gerne ein Stück ihrer eigenen Kindheit bewahren.
                          Alles in allem fehlt dem Film letztlich nur der große, besondere Funke, den die meisten anderen Werke von Spike Jonze versprühen. Er schafft es zwar, einem Kinderbuch seinen ganz eigenen Stempel aufzudrücken und sich seine künstlerische Eigenheit zu bewahren, doch die Gratwanderung zwischen aufregender Kindheitsfantasie und lehrreicher Abhandlung über zwischenmenschliche Schwierigkeiten, die in Form des problematischen Wesens von Max selbst und den teilweise schwer zugänglichen Fabelwesen gezeigt werden, gelingt nicht immer perfekt.
                          "Where the Wild Things Are" macht aber trotzdem viel richtig. Spike Jonze kreiert seine ganz eigene Vision eines Kinderbuchs, verpackt die Fantasien, Träume, Wünsche und Sorgen eines kleinen Jungen in kreative Bilderwelten und erschafft so ein märchenhaftes, skurril angehauchtes Abenteuer für die Kleinen, aber noch viel mehr für die Großen.

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                          • 8

                            Himmelhochjauchzend... Zu Tode betrübt... Kind sein... Leben lernen...

                            Wunderbarer wirklich mal pädagogischer Kinderfilm für Erwachsene...

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                            • 7 .5

                              Spike Jonze wirft mit "Wo die wilden Kerle wohnen" einen Blick in die Seele eines Kindes. Dieses Kind ist Max, ein Junge, der am Anfang wie ein fröhliches, normales Kind wirkt. Er spielt mit seiner Fantasie, denkt sich Geschichten aus und erinnert mich mit dem Bau eines Iglus, bei dem er sich völlig einsaut, direkt an meine eigene Kindheit.
                              Doch der Schein trügt, Max hat durchaus Probleme. Es sind die Probleme eines Kindes, über die man sich als Erwachsener gar nicht mehr im Klaren ist, wenn man auf seine Kindheit zurückblickt. Max ist einsam, wird von seiner Schwester und seiner Mutter ignoriert, kommt nicht mit seinem Stiefvater klar und fühlt sich von allen missverstanden und verletzt, was er wiederum mit aggressiven Überreaktionen beantwortet.

                              All diese Probleme in einem Charakter zu bündeln ist vielleicht etwas zu viel des Guten, schließlich wirkt Max dadurch anstrengend, überdreht und fast schon unsympathisch. Nichtsdestotrotz sind Max' Probleme tatsächlich solche, mit denen man als Kind zu kämpfen hat. Ab und an erkennt sich hier wohl jeder selbst wieder.

                              Irgendwann reicht es Max jedenfalls und er rennt von Zuhause weg, direkt in eine Fantasiewelt, die von depressiven Monstern bevölkert wird, den sogenannten "wilden Kerlen". Jeder von diesen Kerlen steht für eine von Max Charaktereigenschaften oder eine Person in seinem Umfeld. So gibt es einen streitsüchtigen Kerl, einen destruktiven und eifersüchtigen und einen, der sich von allen ignoriert fühlt. Das ist leider ein kleines Problem des Films, denn wirklich sympathisch wirken die wenigsten der Kerle. Lediglich Alexander habe ich richtig in mein Herz geschlossen.

                              Trotzdem sind die verschiedenen Kerle, die unter ihrem neuen König Max eine Menge Unfug anstellen, eine geniale Möglichkeit, in die Gedankenwelt eines Kindes zu blicken. Spike Jonze schafft es hervorragend, sowohl die Kreativität, den Spaß und die Unbeschwertheit der Kindheit zu zeigen, als auch die Probleme und Ängste eines Kindes.

                              Präsentiert wird dem Zuschauer das alles in einer wunderschönen Optik. Allein das Design der verschiedenen Kerle (eine Mischung aus CGI und Schauspielern in Kostümen) ist extrem faszinierend. Hinzu kommen tolle Landschaftsaufnahmen, ein irgendwie artifizieller und doch echt wirkender Look und ein wunderbar schönes Spiel mit Farben, Licht und Schatten. Alleine die Optik macht den Film schon sehenswert.

                              Alles in allem hat mich "Wo die wilden Kerle wohnen" überzeugt. Der Film ist überwältigend schön, für einen Kinderfilm überraschend düster und depressiv und lässt einen immer wieder an die eigene Kindheit denken. Da fallen die recht nervigen Charaktere und die im Endeffekt sehr simple Handlung nicht allzu sehr ins Gewicht.

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                              • 8 .5

                                Ich hab nicht viel von dem Film erwartet und vor allem etwas völlig anderes, eher einen harmlosen Kinderfilm. Ich war demnach nicht darauf vorbereitet, wie unangenehm und traurig aber stellenweise auch wahrhaft schön und poetisch der Film ist. Man erkennt ganz klar Spike Jonzes Handschrift, "Where the Wind Things Are" ist halt doch näher an einem "Her", als an einem "normalen" Fantasy-Kinderfilm. Der Film sieht unfassbar schön aus und hat eine interessante und ungewöhnliche Filmmusik, die Handlung hingegen scheint zunächst sehr minimalistisch und simpel zu sein, besitzt jedoch eine Sinnebene, die viel tiefer reicht, als es den Anschein hat. Ich muss allerdings zugeben, dass ich nicht alles verstanden habe, was Jonze einem hier an Metaphern vorsetzt, einiges kam mir doch etwas verkopft vor (ein generelles Problem, das ich auch mit "Her" hatte, egal wie genial ich den fand).
                                Definitiv KEIN knuffiger, hübscher Feel-Good-Kinderfilm, eher ein recht trauriges Stück Indie-Fantasy darüber, wie es ist, ein Kind zu sein. Ich fühlte mich danach leicht durchgekaut. Wenn ein Film das bewirkt, spricht das eigentlich für ihn, oder?

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                                • 5 .5

                                  Max ist schwer verhaltensauffällig, wirkt traumatisiert und leidet offensichtlich am Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom.
                                  Und somit geht er Mir schon von Anfang an auf die Eier.
                                  Bei der Iglu-Szene erwischte ich mich beim Denken: "Hoffentlich kracht das Ding ein, und begräbt Ihn unter sich."
                                  Bei der Boot-Szene flehte ich schon fast: "Ersauf doch bitte."
                                  Als dann "Die wilden Kerle" auftauchten, hatte ich die Hoffnug dass er gefressen wird, schon aufgegeben.
                                  Mit dem kleinen Arschloch muss ich jetzt also die nächsten 90 Min. verbringen.
                                  Na Super.
                                  Auch das "Design" der wilden Kerle, wurde von Kerl zu Kerl unsymphatischer.
                                  (Ich weiss, nah an der Vorlage, und technisch brilliant gemacht.)
                                  Die wilden Kerle sind übrigens ein Haufen manisch-depressiver, aber leider untherapierter Psycho´s, die den kleinen Oberspinner zu ihrem König erklären.
                                  Das ist in meinen Augen dann auch eine passende Rollenverteilung.
                                  Jeder Psychiater würde hier freudestrahlend seinen Rezeptblock zücken.
                                  Dann machen Sie ganz viele tolle Sachen zusammen, und alle machen, was der König sagt. Dabei gehen die Kerle nicht gerade zimperlich miteinander um. Da gibt´s schon mal´nen Baum auf die Omme, oder man missbraucht sich gegenseitig als Wurfgeschoss.
                                  Und natürlich werden sie trotzdem auch Alle dicke Freunde.
                                  Und ja, dann wurde es auch irgendwie ein netter Film über Freundschaft, Kindheit, Lernen, Enttäuschung, Verantwortung, Zuneigung, Ablehnung etc.
                                  Aber: "Es ist nicht leicht ein Gott/König zu sein". Vor allem nicht für einen kleinen Jungen.
                                  Zum Schluss erkennt Max sich im impulsivsten der Kerle, Carol wieder.
                                  Dessen Impulsivität, läßt Ihn seine eigene Destruktivität erkennen.
                                  Er erkennt im Prinzip, dass das Sein, das Bewusstsein prägt.
                                  Dass Ursache und Wirkung eng miteinander verbunden sind.
                                  Dass das Ganze so plump umgesetzt wurde, also dass ein "Traum" ein schwer emotional gestörtes Kind, zu einem einsichtigeren Wesen macht, hat mich noch nicht mal groß gestört. Basiert halt auf´nem Kinderbuch.
                                  Was der Film erzählen, bzw. transportieren will, ist Mir sehr wohl bewußt, auch dass die einzelnen Kerle nur Facetten von Max´s Persönlichkeit, bzw. Inkarnationen realer "Vor"-Bilder darstellen, aber...

                                  ... stelle eine Frage in 7 Worten:

                                  "Warum will Mir der Film nicht gefallen?"

                                  ...............................................................................................................

                                  Off/In-Topic:

                                  Falls übrigens jemand gerade Lust hat´ne ermüdende Gender-Debatte loszutreten.
                                  Der Titel sollte ein gefressenes Futter für die-/denjenige/n sein.
                                  Unter den "Kerlen" befindet sich nämlich ganz offensichtlich "Weibsvolk" ;)
                                  Korrekt muss es also heissen:"Wo die wilden Kerl-/inn/en wohnen"

                                  Einigt euch bitte gleich auf "Wo die wilden Wesen wohnen".

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                                  • 8 .5

                                    "Hast du auch etwas gegen die Einsamkeit?" Liebe- und Fantasievoller Film mit Herz!

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                                    • 8

                                      Toller Film, mir hat die schöne Fantasievolle Erlebnisswelt sehr gefallen. Vor allem die Monster kommen mir sehr "lebensecht" echt rüber, klasse Leistung. Hier kann man mal wieder Kind sein. Jetzt mal wieder ein bischen herum-toben :)

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                                      • 8

                                        Mein inneres Kind war total begeistert.
                                        Ein Film der zeigt wie toll es eigentlich ist im Dreck zu spielen und anderen Beine zustellen.

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                                          Allg. Spoiler Warnung!

                                          Einmal wieder Kind sein. Im Buddelkasten Sandburgen bauen, mit den Freunden vor der Konsole sitzen, draußen rum rennen, "Abenteuer" erleben, die Welt entdecken, Streiche spielen, kurzum: Spaß haben. Das ist ein Traum den wohl Viele teilen. Einmal in die sorgenfreie Zeit zurückkehren und sei es bloß für einen Tag.
                                          Doch ist es als Kind wirklich so viel einfacher? Die Erinnerungen an die schönen Momente, die verankern sich (tiefer) im Gedächtnis, doch auch Kinder haben Probleme, Ängste und Sorgen. Mit diesem Gedanken als Grundtenor illustrierte Maurice Sendak das Buch "Wo die wilden Kerle wohnen". Spike Jonze nimmt sich nun der Vorlage des Kinderbuchklassikers an und liefert ein Familienfilm, der eigentlich kein Familienfilm ist und so viel mehr zu bieten hat.
                                          Max ist ein Junge, der Beachtung und Aufmerksamkeit benötigt. Sein Vater ist fort, seine Mutter überfordert und Max ist einsam. Nach einem Streit mit der Mutter, haut Max kurzerhand ab und landet per Bootsfahrt auf einer Insel, die von skurrilen Geschöpfen bewohnt wird. Mit Hilfe einer kleinen Lüge wird Max zum König der sog. "Wilden Kerle" und lebt fortan mit den großen Gestalten und fängt an eine Festung zu bauen, die alle ihre Träume erfüllen kann. Dass es aber schwieriger ist ein König zu sein, als zuerst angenommen, muss Max auf die harte Art und Weise lernen. Denn Erwachsenwerden ist immer noch das größte Problem eines Kindes.
                                          Als bekannt wurde, dass Mr. Jonze das Kinderbuch verfilmen wird, war klar, das wird kein 08/15 Streifen. Kein weichgespülter Hollywood Kitsch für die ganz Kleinen. Nein, Jonze verwandelt den Stoff in ein liebevolles Märchen, melancholisch und anspruchsvoll, aber gleichermaßen lehrsam. Seine wilden Kerle sind liebevoll, doch ebenfalls von Problemen befallen.
                                          Carol hat "Beziehungsprobleme", Alexander findet keine Beachtung und Judith hat ihre schlechte Laune nicht unter Kontrolle. Doch gemeinsam mit ihrem König könnte all dies Vergangenheit werden. Eine freundschaftliche Beziehung zwischen den "Kerlen" und Max entwickelt sich, vorallem Carol und KW schließt der kleine König in sein Herz. Doch je länger Max in der Obhut der Kerle verweilt, umso mehr packt ihn das Heimweh. Denn den Probleme seines Zu Hauses zu entfliehen mag eine leichte Alternative sein, doch auch woanders entstehen Probleme. Man kann seine Probleme für kurze Zeit ausblenden, doch Flucht ist keine Option.
                                          So kommt es zum Abschied, Max geht wieder nach Hause, er konnte die Probleme der Kerle zwar nicht lösen, aber sie hatten eine großartige gemeinsame Zeit. Dementsprechend emotional fällt auch die Verabschiedung aus. Taschentücher können ruhig bereit liegen, wenn Carol zum Abschluss ein tiefes Heulen von sich gibt und mit wehmütigem Blick seinem Freund hinterherschaut.
                                          "Wo die wilden Kerle wohnen" ist anspruchsvolles Kino. Kino zum Nachdenken, zum Sorgen vergessen, zumindest für 100 Minuten. Kino für die Großen, die wieder mal "klein" sein wollen. Kino, wie es sein soll!

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                                            Einmal wieder Kind sein. Einmal wieder die Welt mit Kinderaugen sehen. Einmal wieder mit kindlicher Unschuld auf Entdeckungsreise gehen. Einmal dort sein, wo die wilden Kerle wohnen.

                                            -"There were some buildings... There were these really tall buildings, and they could walk. Then there were some vampires. And one of the vampires bit the tallest building, and his fangs broke off. Then all his other teeth fell out. Then he started crying. And then, all the other vampires said, "Why are you crying? Weren't those just your baby teeth?" And he said, "No. Those were my grown-up teeth." And the vampires knew he couldn't be a vampire anymore, so they left him. The end. "

                                            -"I have a sadness shield that keeps out all the sadness, and it´s big enough for all of us."

                                            -"Small is good. My powers are able to slip right through the cracks."
                                            -"But what if the cracks are closed up?"
                                            -"Then I have a re-cracker, which goes right through that."
                                            -"But what if they have some sort of material that re-crackers can't get through?"
                                            -"Then I have a double re-cracker, which can get through anything in this whole universe. And that's the end, and there's nothing more powerful after that, ever. Period."
                                            -"He has a double re-cracker."
                                            -"He does sound powerful."

                                            -"Inside all of us is hope. Inside all of us is fear. Inside all of us is Adventure. Inside all of us is…a wild thing."

                                            -"I'll eat you up; I love you so."

                                            Ein fröhlicher Film. Ein trauriger Film. Ein melancholischer Film. Ein hoffnungsvoller Film. Ein schöner Film. Ein Film, der zeigt, wie wichtig das untereinander zuhören ist, wie wichtig es ist füreinander da zu sein, wie wichtig es ist aufeinander aufzupassen und wie wichtig es ist genauer hinzuschauen und hinter die Schale auf den Kern zu blicken. Ein Film, der mein Herz berührt.

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                                            -"A book is really like a lover. It arranges itself in your life in a way that is beautiful."
                                            (Maurice Sendak)

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                                              »There is no such thing as King. He’s just a regular boy, pretending to be a wolf, pretending to be a King.«

                                              Spike Jonze ist eigentlich relativ unbekannt, obwohl er doch bekannte Filme gemacht hat? Seltsam in jedem Fall. Mit WHERE THE WILD THINGS ARE verfilmte er ein Kinderbilderbuch – aber es wurde kein wirklicher Kinderfilm daraus. Denn dieses Werk ist so tiefgründig, wie alle Hollywood-Sommerblockbuster es zusammen genommen niemals sein könnten. Es handelt vordergründig von einem Jungen, Max, der seine „issues“ hat, wie es fast jeder Junge in dem Alter hat. Er fühlt sich ignoriert, vernachlässigt und nicht verstanden von der Welt, in welcher er lebt. Max ist ein Kind, was alles überdramatisiert, für das eine einfache Zurückweisung an einem Abend (weil der neue Freund der Mutter zu Besuch ist) schon das Ende der Welt und von allem bedeutet.

                                              Jonze kreiert hier entgegen aller Erwartungen (denn wer hat denn nicht einen Kinderfilm erwartet?) einen sehr, sehr depressiven Film, der gewissermaßen auch keine Lösung bietet, keinen Silberstreif, der verspricht, dass alles besser wird. Wenn wir in die Augen des kleinen Max schauen, als die Freunde seiner Schwester sein Iglu zerstören, fühlen wir uns, als würde gerade die ganze Traurigkeit dieser Welt darin vereinigt werden. Ich komme nicht umhin zu sagen, dass der Film mir sehr nahe gegangen ist und das an mehreren Stellen, nicht bloß am Anfang und am Ende. Wenn Max in seine Phantasiewelt flüchtet, in welcher er auf Monster trifft, die natürlich ihre eigenen, ganz persönlichen Probleme haben und er in einem Wutanfall sich anmaßt, sich beinahe selbst zu ihrem König zu krönen, dann spiegelt das alles nicht bloß die verwirrte Psyche eines Kinder wider, sondern auch das allgemeine Wesen unserer postindustriellen Gesellschaft. Weil Max sich missverstanden und misshandelt fühlt, flüchtet er in diese Welt, in der er glaubt, über die anderen bestimmen zu können, was er jedoch nicht kann.

                                              Es gibt eine Szene zu Beginn, als Max zu seiner Mutter geht, während sie telefoniert. Als sie dann fertig ist, möchte sie von ihm eine Geschichte hören. Er erzählt eine, welche aus simplen „And then“-Sätzen besteht und sie hört aufmerksam zu und tippt sie gleichzeitig in den Computer ein. Bloß diese Geschichte, über einen Vampir, der seine Zähne verliert und deshalb von den anderen ausgeschlossen wird, legt seine Sorgen dar: dass er einmal von allen Menschen verlassen werden wird, die ihm etwas bedeuten. So etwas kann für ein Kind eine existenzielle Sorge sein, die es nicht mehr los wird. Ich möchte aber hier nicht all die Referenzen, Bilder und tiefschürfenden Erzeugungen ergründen, das haben andere schon getan und den Film tiefgehend analysiert. Es geht mir viel mehr darum, zu begreifen, was der Film letztlich aussagt. WHERE THE WILD THINGS ARE zeigt in seiner depressiven und destruktiven Art, wie ein Kind versucht, in der Realität zu funktionieren und dabei scheitert. An seinen eigenen Ängsten und Befürchtungen, die dem eigenen Glauben der Unsterblichkeit und Unverletzlichkeit, der unbändigen Aufmerksamkeit und Existenz seiner geliebten Personen gegenüber stehen.

                                              Es ist ja so: wenn man Kind ist, glaubt man noch an das Gute. Man ist fröhlich, frei und genügsam. Man ist wohl behütet und sich der Liebe von seiner Familie sicher. Doch irgendwann gelangt man an einen Punkt, an dem sich das alles zu verändern droht und man will es nicht wahrhaben. Viele wollen es einfach nicht akzeptieren. Und wenn ich jetzt zurückblicke, werde ich immer ganz nostalgisch und melancholisch, da ich mir irgendwie die Zeit der Unschuld zurückwünsche. Warum ist sie vergangen? Was macht der Mensch eigentlich falsch, dass diese Zeit irgendwann vorbeigeht? Nun, nicht jeder wird es so sehen, aber es gibt sicherlich Gleichgesinnte. Denn irgendwann kommt für jeden die Zeit, in welcher er aus der Komfortzone austreten muss und sich selbst der (bitteren) Realität stellen muss. Genauso wie Max es am Ende tut. Denn er hat keineswegs eine Lösung gefunden, um seine Ängste zu überwinden, er hat keine neue Hoffnung für die Zukunft gefunden. Vordergründig vermisst er einfach seine Mutter, weshalb er zu ihr zurückkehrt. Aber dahinter will er sich auch seinen Ängsten stellen. Er entscheidet sich dafür, sich nicht im Kreis zu drehen und immer wieder die gleichen Fehler zu machen, nicht den eigenen Aggressionen freien Lauf zu gewähren, sondern lieber erwachsen zu werden. Er macht sich auf in die immer noch unsichere Zukunft, aber mit der Absicht, sich nicht zu verstecken.

                                              Jonze inszeniert wundervoll, mit tollen Bildern (der Bruch der Sonnenstrahlen, als Max und die Monster an den Klippen stehen und johlen), verfilmt das ausgezeichnete Drehbuch, was nur Anleihen einer stringenten Handlung hat, weil das alles gar nicht wichtig ist. Die eigentliche Geschichte ist vielmehr die Versinnbildlichung von Max eigener kleiner Story: WHERE THE WILD THINGS ARE ist gewissermaßen in seiner Erzählweise auch eine solche „And then“-Geschichte. Erst passiert das, dann dies und dann…natürlich ist das auch ein Stilelement, aber ich will hier – wie gesagt – nicht zu sehr analytisch vorgehen. Ich glaube einfach, dass sich jeder irgendwie in Max wiederfinden kann – oder zumindest in dem, was ihn beschäftigt. Denn jeder musste irgendwann erwachsen werden oder ist noch dabei, aber irgendwann endet für jeden die Kindheit, die Zeit der Unschuld und dann muss man sich dem Leben stellen. Manche sind dazu bereit, manche nicht.

                                              Fazit: WHERE THE WILD THINGS ARE ist ein wunderbarer, aber doch so depressiver und trauriger Film von Spike Jonze, den man vielleicht zu der richtigen Zeit, in der richtigen Stimmung (und natürlich im O-Ton) schauen muss. Manchen gefällt er vielleicht nicht, aber vielen wird und hat er es. Jonze ist ein ausgezeichneter Regisseur, kreiert hier eine beispiellose Reflektion auf die Unschuld der Kindheit und die Probleme, Ängste und Komplexe, die einen jede Heranwachsenden beschäftigen. Dringlichst empfohlen. Ein Film mit Herz für Menschen mit Herz. Eigentlich fast sowas wie ein Lieblingsfilm. Er nimmt nun auf jeden Fall einen Platz tief in meinem Herzen ein.

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                                                Mit "Wo die wilden Kerle wohnen" adaptiert der Regisseur Spike Jonze nicht nur eines der bekanntesten und beliebtesten Kinderbücher für die Kinoleinwand, sondern bleibt auch seiner Vorliebe für surreale Umgebungen und interessante Geschichten treu, so schenkte er den Zuschauern bereits Filme wie "Being John Malkovich" oder "Adaption". "Wo die wilden Kerle wohnen" entführt das Publikum in die phantastische Welt des kleinen Max, die wilder und ursprünglicher nicht sein könnte und von den riesigen und zugegeben teilweise sehr unheimlichen wilden Kerlen bevölkert wird. Doch wir lernen schnell, dass diese nicht nur unbekümmert durch die Wälder taumeln, sondern sehr emotionale Persönlichkeiten mit jeder Menge Problemen sind.

                                                Getragen wird der Film einerseits durch seine spannende und ungewöhnliche Geschichte und andererseits durch den wunderbaren Soundtrack, der zusammen mit den ästhetischen Bildern eine unfassbar dichte und melancholische Stimmung erzeugt, der man sich nicht widersetzen kann. Selten lagen Spaß und Traurigkeit in einem Kinderfilm so dicht beieinander und ermöglichen es auch Erwachsenen sich voll und ganz in die Welt der wilden Kerle fallenzulassen und sich an die eigene Kindheit zu erinnern - an das ungestüme Herumtoben genauso wie an die großen Träume und die kleinen und großen Probleme der eigenen Gefühlswelt.

                                                "Wo die wilden Kerle wohnen" ist ein kleines Gesamtkunstwerk, bei dem einfach alles passt. Wunderschöne Bilder, die wilde Landschaften und detailverliebte Basteleien gleichermaßen einfangen und mit melancholischer und urwüchsiger Musik zu einer unwiderstehlichen Atmosphäre verschmelzen, die den Zuschauer fesselt und in die Geschichte des kleinen Max und seiner Monsterfreunde eintauchen lässt.

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                                                  Die Welt in die ich hereingezogen werde, an Seite des leicht nervigen Kindes Max, ist schwermütig und melancholisch. Die Monster, die sie bewohnen sind ebenfalls emotionale Wracks. Eigentlich ein äusserst trauriger Film für die junge Zielgruppe. Die Gruppe von Voice-Actors, die diese bunte Truppe von schwerfälligen Haar-Monstern spricht, macht ihren Job grandios. Sei es James Gandolfini, als der emotional instabile und schnell aufbrausende Carol, oder Forest Whitaker als der sanftmütige Ira, das sei mal nur als kleine Auswahl genannt.
                                                  "Wo die wilden Kerle wohnen" zeigt in wundervollen Bildern, eine für das Genre ganz und gar ungewöhnliche Thematik rund um Einsamkeit, Verlust und Aussenseitertum. Trotz des fast schon surreal anmutenden Schauplatzes hat mich die Geschichte an einigen Stellen weit mehr berührt als viele andere Filme über das Aussenseitertum oder das langsame Erwachsenwerden.
                                                  Klar ist der Film hier und da etwas zu lang geraten aber das sei ihm verziehen, denn "Wo die wilden Kerle wohnen" hat mich zum lachen gebracht, zum weinen gebracht und mich wieder kurze Zeit in meine Kindheit zurückversetzt, vielleicht hat er mich in einem besonders emotionalen Moment erwischt und vielleicht sollte man den Film grade in meinem Alter am besten allein schauen, dennoch, so wie ich ihn jetzt gesehen hab, würde ich am liebsten die ganze Welt umarmen. Danke für diese wunderschön depressive Erfahrung!

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                                                    1. BILDER: Originell inszeniert mit einem begabten Kinderdarsteller in der Hauptrolle.
                                                    2. INHALT: Eigentlich mag ich aufmüpfige Kinder in Spielfilmen, aber der Spannungsbogen hier ist mir zu überladen. Weniger wäre sicher mehr gewesen. Muss mal das Buch anschauen, auch wenn ich irgendwie skeptisch bin.
                                                    3. OHREN: Diese stilisierten Tierohren an Kapuzen und Kappen kann ich nicht mehr sehen, Kinder sind doch keine Teddybären oder Tierbabies. Seltsame Zeiterscheinung.

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