moviepilot quetscht nochmal aus

7 neue Fragen an pleasant28

He's good, isn't he? I should have him on a leash. In fact, I might.
© moviepilot
He's good, isn't he? I should have him on a leash. In fact, I might.

Gegen einen muckeligen Sonntag hilft nur eins: 7 tolle Antworten, so wie diese hier! Also los, schmeißt ne Sondheim-CD ein (zB die zu A funny Thing happened on the way to the Forum mit Nathan Lane), sperrt eure Männer vorsorglich aus (keine Sorge, ein bisschen Regen macht das Fell schön weich), und wenn pleasant28 euch mit ihrem Fragebogen inspiriert hat und euch ein paar neue Fragen eingefallen sind (und die Männer noch nicht allzu nass sind), schreibt Kängufant eine kurze Nachricht (oder beantwortet selbst ein paar Fragen aus unserem Fragebogen)!

Kontaktbörse: Welche zwei Leute (ob vor oder hinter der Kamera, noch lebendig oder nicht) wären wie geschaffen für eine Zusammenarbeit? Und wie sähe dieser Film aus?

Ich würde unglaublich gerne mal Gwendoline Christie und Brendan Fraser zusammen vor der Kamera sehen. Gerne als ungleiches Team in irgendeinem Fantasy-Schatzsucher-Abenteuer-Streifen, vielleicht ein bisschen wie eine Mischung aus Uncharted und The Quest. Er könnte den schusseligen, schüchternen Bücherwurm geben, der von jedweder Gefahr eigentlich hoffnungslos überfordert ist, und sie die toughe Frau der Tat, die aber deutlich mehr Ahnung von Geschichte und solchen Dingen hat, als man ihr ansieht. Ich mag Christies schlichte, liebenswerte Art zu schauspielen und bewundere sie unglaublich für das, was sie kann. Und ich denke, als die Kampfgewandte in einem sehr asymmetrischen Duo hat sie sich ja schon hinreichend bewiesen. Drum würde ich sie jetzt gerne mal als einen Charakter sehen, der noch einiges mehr kann als Aufträgen folgen, beschützen und draufhauen. Und Fraser ist ja sowieso mein Lieblingsmann für schräge Schatzsuchen. Mit einem Hauch Fantasy und cooler Action, vielleicht noch mit einem guten Bösewicht (Aus unerfindlichen Gründen sehe ich grade Nikolaj Coster-Waldau vor mir ;) )
Oh Mann, das würde ich WIRKLICH gerne sehen. Ruft mal wer in Hollywood an?

You are all weirdos! Der Erfolg welches Schauspielers oder Regisseurs ist Dir unerklärlich? Welches Talent wurde hingegen von der Welt sträflich vernachlässigt?

Um direkt bei den Game of Thrones Darstellern zu bleiben: Ich will mehr von Tom Wlaschiha sehen. Der Kerl ist mir – wie hoffentlich jedem Fan der Serie – als Jaqen H’Ghar sehr sehr positiv aufgefallen. Er hätte in dieser Rolle ziemlich versagen können, denn der gesichtslose Assassine ist ein sehr unterschwellig gefährlicher, subtil verwegener und geheimnisvoller Charakter, von dem stets eine Aura der Bedrohung ausgeht. Hier nicht zu übertreiben, den Hauch von Gefahr aber nicht zu verlieren, war schon ein sehr schmaler Grat, auf dem dieser Mann sich aber mühelos bewegt hat. Zudem ist er ein ziemlich sympathischer Typ und meine absolute Wunschbesetzung für einen Agent Venom, wenn man dessen hochspannende Story mal verfilmen wird/würde/könnte. Allerdings muss man sich dafür ranhalten – er ist auch nicht mehr der Jüngste...

Wer ist deine größte Filmheldin, dein liebster Filmheld? Und warum ist sie / er / es besser als die anderen?

Mich da auf nur einen oder eine festzulegen, ist ja völlig unmöglich. Aber ich kann von den weiblichen und männlichen mal jeweils ein Beispiel nennen.

Bei den Männern gehe ich gaaaanz weit zurück, sogar noch vor Marty McFly, Robin Hood und ganz ganz lange vor Captain America oder alles in dieser Richtung: In eine Zeit, in der meine Oma sich noch abmühen musste, zu verstehen, warum sie mir gerade SOWAS vorlesen musste. Denn ich konnte die Lucky-Luke-Comics meines Vaters nicht einfach nur anschauen, ich wollte unbedingt auch wissen, was da geredet wird und was dieser tolle Kerl so alles von sich gibt. Und seine Umsetzung in Zeichentrickfilm und -serie hat mir dann entsprechend super gefallen. Ein Mann, der schneller schießt, als sein Schatten, wie cool war das denn?! Ich meine – der würde James Bond, Jason Bourne und selbst die Kingsmen alt aussehen lassen! Außerdem ist Lucky auch noch clever (was der alles für Verschwörungen aufgedeckt hat, mein lieber Schieber^^), charmant, loyal, tugendhaft, tierlieb, er kann singen und sogar (mehr oder weniger) kochen und er ist witzig. Und sieht dabei gut aus. Habe ich schon erwähnt, dass er das tollste Pferd der Welt hat? Für ein kleines Mädchen, das in Puncto Pferde ausnahmsweise mal ganz mädchenhaft war (ansonsten ja eher nicht so), war das ein wichtiges und schlagkräftiges Argument, wenn es um Helden ging. ;)
Im Kindergarten mussten meine (männlichen!) Kumpels beim Fangenspielen vor mir kuschen, denn ICH war Lucky Luke und sie standen als Daltons auf den WANTED-Plakaten. Als ich nicht mehr Luke selbst sein wollte, begann ich, für ihn zu schwärmen. Ein so durch und durch GUTER Mann, mit so viel Können und Herz, was wünscht man sich mehr? Ich glaube, ich würde ihn heute noch vom Fleck weg heiraten...

Und bei den Mädels? Da rangiert bis heute Irene Adler (in jedweder Version) ganz weit oben auf den Rängen. Eine der ersten, die dem größten Detektiv aller Zeiten die Stirn bieten konnte, und dann noch eine Frau (wie skandalös)! Sie ist klug, gewitzt, sexy und stark. Sie ist so ziemlich alles, was ich mir wünsche, zu sein, und dadurch immer noch eines meiner großen Vorbilder. Mehr kann ich dazu gar nicht sagen, aber ich glaube, das muss ich auch nicht ;)

Wenn du einen Tag in einem Film leben könntest, welcher würde es sein und welche Figur wärst du?

Ich glaube, ich wäre gerne mal für einen Tag Dr. Hank McCoy alias Beast in den X-Men-Filmen. Für mich als Biologie-Liebhaber hätte ich a) gerne mal für einen Tag das Wissen und die Fähigkeiten dieses außergewöhnlichen Wissenschaftlers, schon allein um mein eigenes Verständnis für Genetik aufzustocken, und b) wahnsinnig gerne mal die Möglichkeit, mich wie er mit der DNS der Marvel-Mutanten zu beschäftigen und mir deren Mutationen genau anzusehen. Das wäre wirklich irrsinnig spannend.

ODER ich würde für einen Tag mit dem Hauptcharakter aus Midnight in Paris die Plätze tauschen, denn ich beneide Gil schon sehr darum, dass er die Möglichkeit hatte, all diese herausragenden Künstler treffen zu können und sich Inspiration von Namen wie Hemingway und Fitzgerald holen zu dürfen! Ich schreibe und male selbst leidenschaftlich gern, und da wäre es einfach der absolute Wahnsinn, einmal Hemingways Sicht auf die Welt der Worte aus erster Hand hören zu dürfen und dem großen Picasso über die Schulter sehen zu können. Ja, ich glaube, ich bevorzuge sogar Option zwei.

Gibt es ein Buch, eine Serie, die du abgöttisch liebst - und deren Verfilmung dich maßlos enttäuscht hat? Was hätte besser gemacht werden müssen?

Das ist leider relativ leicht zu beantworten. Cornelia Funke ist für mich eine der beeindruckendsten und besten Autorinnen aller Zeiten. Sie erzählt auf eine Art und Weise, wie es gerade für Kinder die wenigsten Schriftsteller können. Das von Rainer Strecker gelesen Hörbuch zum Herrn der Diebe aus ihrer Feder hat mich über eine der schlimmsten Grippewochen meines Lebens hinweggerettet und ich habe das Buch auch noch mehrfach gelesen. Ich war dann auch noch extra im Kino, als das Ganze verfilmt wurde – leider aber auf „amerikanisch“. Nichts in diesem für sich selbst genommen nicht einmal schlechten Film hat für mich den Zauber des Buches einfangen können. Die Figuren habe ich mir ganz anders vorgestellt, die Musik hat nicht das Potenzial entfaltet, das eigentlich dagewesen wäre. Aber das Schlimmste war wirklich der Mangel an Magie! Inzwischen war ich selbst in Venedig und weiß jetzt noch viel mehr, was Cornelia Funke in ihren Zeilen eingefangen hat. Und das hat im Film einfach komplett gefehlt. Wie kann man bei einer solchen Stadt nicht in der Lage sein (und das für einen Kinderfilm!), das auf Film zu bannen, was sie im Innersten ausmacht? Es ist zum Haareraufen...

Guilty Pleasure - welchen 'schrecklichen' Film findest du insgeheim toll? Beichte, Sünderin! Und vielleicht kannst du uns überzeugen...

Ich würde es zwar nicht als Guilty Pleasure bezeichnen – denn ich schäme mich in keinster Weise für meinen Spaß an diesem Streifen – aber ja, da gibt es ein paar, und ich picke mir aus aktuellem Anlass mal Toll trieben es die alten Römer heraus. Vielleicht kommt meine Liebe zu diesem Film von der Tatsache, dass ich ihn von Kindesbeinen an immer wieder angeschaut habe. Aber da gibt es noch viel mehr Gründe, sonst müsste ich hier noch viele andere nennen. Dieser Film hier hat nämlich einige Stärken. Zum einen ist da die Musik: Die Themen und vor allem die herrlich dämlichen Lieder haben allesamt die Lizenz zum Ohrwurmen und sind noch dazu richtig gut komponiert und instrumentalisiert. Sie sind eingängiger und angenehmer zum Anhören als so mancher Soundtrack von heutigen hochgelobten Werken. Dann wäre da der Humor: Ja, der Humor. Denn der ist zwar stellenweise extrem klamaukhaft und situationskomisch, aaaaber basiert dabei häufig auf Anspielungen auf gut recherchierte Fakten zum Thema altes Rom UND gibt mir irgendwie nie das Gefühl, mich fremdschämen zu müssen. Und dann wäre da die Story! Jahaaa, die Story auch noch :D Denn wenn man sich alles mal näher ansieht, funktioniert die Handlung dieses Films nicht anders, als die einer klassischen Shakespeare-Komödie! Verbotene Liebe, die alles verkompliziert, der clevere, komische Diener als Hauptfigur und Ratgeber-Sidekick zugleich, ein irgendwie aufgeblasener, aber im Endeffekt auch irgendwo coole Antagonist und vor dem letztendlichen Happy End für alle gaaaanz ganz viele Verstrickungen, Verwechslungen und Stolpersteine. Und dabei dreht sich die Handlung fast wie ein Kammerstück stets um dieselben paar Schauplätze (abgesehen von der bescheuert-genialen Verfolgungsjagd am Schluss). Wirklich, „Much ado about nothing“ und „Toll trieben es die alten Römer“ – die sind gar nicht so grundverschieden! Ich kann gut verstehen, wenn der Humor nicht ganz jedermanns Sache ist...aber ICH liebe ihn :)

Was ist die größte Sünde, die man beim Filmegucken begehen kann? Was bringt dich so richtig auf die Palme? Die größte Sünde?

Das ist das, was meine Männer (Papa und Bruder, um genau zu sein) immer wieder abziehen, und was meine Mutter und mich regelmäßig WIRKLICH auf die Palme bringt. Und das geht so: Mama und ich sehen uns, seit ich studiere, ja ohnehin nicht mehr so oft. Und darum sind uns unsere gemeinsamen Abende mit einem spannenden, witzigen oder nostalgiebehafteten Film, noch viel kostbarer. Und dazu machen wir es uns zusammen auf dem Klappsofa vor dem schön warmen Holzofen bequem und werfen zum Beispiel einen Barnaby ein. Die Männer sind derweil irgendwo ihren Hobbies nachgehen. Wir genießen schön die Ruhe, den Film und die gemeinsame Zeit...und irgendwann stehen dann alle Mann im Wohnzimmer. Wir haben eine offene Küche. Und wenn sich die beiden über Küche und Wohnzimmersessel neben uns hinweg lautstark über Sportergebnisse unterhalten, hören wir das natürlich ALLES. Papa beginnt, in der Küche herumzuwerkeln, weil beide Hunger haben (und schneidet, einer Metapher meiner Mam nach „mit einer Kreissäge die Äpfel für den Joghurt“), und dabei wird überwiegend IGNORIERT, dass wir gerade einen FILM SCHAUEN! Wir räuspern uns dann ungefähr tausendmal, bis mir der Kragen platzt oder mein Bruder mit seinem Essen abgezogen ist und Papa endlich ruhig mit zuschaut. Aber lernen werden sie es wohl nie.

moviepilot Team
Kängufant Andreas Gerold
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Lovely, in a fluffy, moist kind of way.
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