Brian De Palma arbeitet an einem von Harvey Weinstein inspirierten Horrorfilm

Brian de Palma am Set von Passion
© Asscot Elite
Brian de Palma am Set von Passion

Als der Fall Harvey Weinstein in seiner Fülle der Öffentlichkeit vorlag, war es schon förmlich zu hören: das nervöse Notizenschreiben, Tastenklappern, Seitenrascheln. Dass der Stoff auf die große Leinwand kommt und irgendjemand dafür mit Oscars überhäuft wird, dürfte nur eine Frage der Zeit sein. Dass aber ausgerechnet Brian De Palma ein von Harvey Weinstein inspiriertes Drehbuch schreibt, damit hat wohl niemand gerechnet. Und dann handelt es sich dabei nicht nur um irgendeinen Film, sondern einen Horrorfilm.

In einem Gespräch mit dem französischen Magazin Le Parisien erzählt der Regisseur - der in den letzten zehn Jahren genau einen Film veröffentlicht hat - von seinen Zukunftsplänen, die er trotz der "schrecklichen Erfahrung" seines aktuellen Projekts Domino (dazu gleich mehr) noch schmiedet. Besonders viele Details zu dem Weinstein-Film gibt de Palma natürlich noch nicht Preis. Das ist der Stand (via Slashfilm):

Ich schreibe einen Film über diesen Skandal, ein Projekt, worüber ich zur Zeit mit einem französischen Produzenten spreche. Mein Charakter wird nicht Harvey Weinstein heißen, aber es wird ein Horrorfilm mit einem sexuellen Aggressor sein und es wird in der Filmindustrie angesiedelt sein.

Bei Brian de Palmas aktuellem Film läuft alles schief

Grundsätzlich ist de Palma natürlich nicht der erste mit der Idee: Brad Pitts Produktionsstudio Plan B ist schon dabei, die Geschichte der New York Times-Journalistinnen Jodi Kantor und Megan Twohey, die den Fall publik gemacht haben, zu produzieren; American Horror Story-Schöpfer Ryan Murphy hat bereits eine ganze Anthologie-Serie zu Weinstein, Spacey und MeToo angekündigt; David Mamet derweil hat schon ein entsprechendes Theaterstück fertig, das auf seine Premiere wartet.

Das alles klingt jedoch bei weitem nicht so wahnsinnig wie eine Horrorfilm-Adaption eines 77-jährigen Mannes, der den Applaus seiner 50-jährigen Karriere nicht gerade für die Darstellung von Frauen bekam. So oder so bleibt nur zu hoffen, dass Brian de Palma für das Projekt zu alter Stärke findet: Man könnte sich nämlich streiten, ob er in den letzten 20 Jahren einen guten Film gemacht hat. Sein aktuelles Projekt Domino läuft ebenfalls alles andere als gut.

Offiziell befindet sich der Film mit Game of Thrones-Star Nikolaj Coster-Waldau, Guy Pearce und Carice van Houten in der Post-Produktion, doch laut Brian de Palma werden wir ihn vielleicht niemals zu Gesicht bekommen. Es habe zu wenig Geld gegeben, das Zeitmanagement sei fürchterlich, der Produzent habe de Palma konstant angelogen und teilweise Mitglieder der Crew nicht bezahlt. Der Krimi-Thriller sollte eigentlich noch dieses Jahr in den Kinos starten.

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