Cannes 2018: Das sind die Gewinner des Filmfestivals

Shoplifters gewinnt die Goldene Palme
© Wild Bunch
Shoplifters gewinnt die Goldene Palme
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Redakteurin bei moviepilot.de, schreibt am liebsten über Game of Thrones und Filme, die in Nudel-Restaurants in Hongkong spielen.

Die "Blockbuster des Arthouse-Kinos" werden beim Festival Cannes gezeigt, wie es neulich in der Schlange vor einem Kino an der Croisette hieß. Der Hauptpreis, die Goldene Palme für den Besten Film im Wettbewerb, geht 2018 an Shoplifters von Hirokazu Koreeda. In dem Gewinner-Drama findet eine Familie, die sich mit Diebstahl und Gelegenheitsjobs über Wasser hält, ein Mädchen, das von ihren Eltern vernachlässigt wird. Sie nehmen das Mädchen bei sich auf, obwohl sie selbst kaum über die Runden kommen. Obschon er bei den Kritikern gut ankam, war ein anderer Film ein Favorit des Abends: Der libanesische Beitrag Capernaum von Nadine Labaki sorgte bei der Premiere für eine 15-minütige Standing Ovation und wurde vielerorts als Kandidat für die Palme gehandelt. Das Drama über einen Jungen aus ärmlichen Verhältnissen, der seine eigenen Eltern verklagt, erhielt den Preis der Jury. Der Grand Prix ging indes an Spike Lees BlacKkKlansman.

Das polnische Drama Cold War von Pawek Pawlikowski erhielt beim Festival Cannes den Preis für die Beste Regie. Einigermaßen überraschend wurde Samal Yeslyamova für Ayka ausgezeichnet, in dem sie eine Frau spielt, die sich ohne Arbeitserlaubnis durch den russischen Winter schlägt. Ayka lief erst am letzten Tag des Wettbewerbs. Gewinner des Preises für den Besten Darsteller wurde Marcello Fonte als titelgebender Dogman im neuen Film von Matteo Garrone (Gomorrha). Der Preis für das Beste Drehbuch wurde wie schon im letzten Jahr auf zwei Filme verteilt. Das italienische Sozialmärchen Happy as Lazzaro von Alice Rohrwacher, von manchen als Favorit für die Palme gehandelt, teilte sich die Auszeichnung mit Three Faces von Jafar Panahi.

Die Preise für den Wettbewerb der 71. Internationalen Filmfestspiele in Cannes:

Goldene Palme: Shoplifters von Hirokazu Koreeda
Grand Prix: BlacKkKlansman von Spike Lee
Jury-Preis: Capernaum von Nadine Labaki
Preis für die Regie: Cold War von Pawel Pawlikowski
Preis für den Darsteller: Marcello Fonte für Dogman
Preis für die Darstellerin: Samal Yeslyamova für Ayka
Preis für das Drehbuch: Happy as Lazzaro von Alice Rohrwacher sowie Three Faces von Jafar Panahi und Nader Saeivar

Palme d'Or spéciale: The Image Book von Jean-Luc Godard
Camera d'Or - Bester Erstlingsfilm im Programm des Festivals: Girl von Lukas Dhont

Jean-Luc Godard erhält einen Sonderpreis in Cannes

Für Jean-Luc Godard werden indes neue Preise erfunden. Bei den 71. Filmfestspielen wurde eine Auszeichnung für die Nouvelle Vague-Ikone angekündigt, eine Goldene Spezial-Palme, wenn man so will, dafür dass er "kontinuierlich danach strebe, das Kino immer wieder neu zu definieren". Anmerkung am Rande: Godard hat seine Pressekonferenz für The Image Book über eine Video-Konferenz auf einem Smartphone abgehalten.

Oscarpreisträgerin Cate Blanchett saß der Jury des Wettbewerbs beim Festival Cannes 2018 vor, zu der außerdem Chang Chen, Ava DuVernay, Robert Guédiguian, Khadja Nin, Léa Seydoux, Kristen Stewart, Denis Villeneuve und Andrey Zvyagintsev gehörten.

Im Rahmen der Preisverleihung sorgte außerdem Schauspielerin Asia Argento für Aufsehen, die eine emotionale Rede darüber hielt, wie sie von Filmproduzent Harvey Weinstein im Rahmen des Festivals vergewaltigt wurde, als sie 21 Jahre alt war. Dabei schloss sie mit einer Kampfansage, dass die Täter in der Filmindustrie in Zukunft nicht mehr davonkommen würden.

Weitere Preise im Rahmen des Festivals in Cannes:

Alle Welt achtet natürlich auf den Wettbewerb und seine Goldene Palme. Zum offiziellen Programm gehört jedoch auch die Reihe Un Certain Regard, die seit 1978 "originelle und ungewöhnliche Filme" präsentiert, wobei sich gestandene Filmemacher und Veteranen abwechseln. Großer Abräumer war dieses Jahr Border, der mancherorts bereits als kommender Kultfilm gefeiert wird, und Girl über ein Mädchen, das im Körper eines Jungen geboren wurde. Weiterhin findet ihr im Folgenden eine Auswahl der Preise der unabhängigen Reihen Directors' Fortnight und Woche der Kritik, traditionsreiche Programme, die parallel zum Festival ablaufen.

Un Certain Regard (Auswahl):

Un Certain Regard-Preis: Border von Ali Abbasi
Un Certain Regard Darsteller-Preis: Victor Polster für Girl
Un Certain Regard Preis für die Regie: Sergei Loznitsa für Donbass

Queer Palm: Girl von Lukas Dhont

Preise der Quinzaine des Réalisateurs:

Art Cinema Award: Climax von Gaspar Noé
European Cinemas Label Award: Troppa grazia von Gianni Zanasi
SACD Award: En liberté von Pierre Salvadori

Preise der Semaine de la Critique (Auswahl):

Nespresso Grand Prize: Diamantino von Gabriel Abrantes und Daniel Schmidt
SACD Award: A Woman at War von Benedikt Erlingsson und Ólafur Egill Egilsson

Preis der Internationalen Kritiker-Vereinigung FIPRESCI:

Wettbewerb: Burning von Lee Chang-dong
Un Certain Regard: Girl von Lukas Dhont
Quinzaine/Semaine: One Day von Zsófa Szilagyi

Was sagt ihr zu den Gewinnern der 71. Internationalen Filmfestspiele von Cannes?

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