Captain Marvel - So unterscheidet sich der Film vom Comic

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Achtung, Spoiler zu Captain Marvel: Mit Captain Marvel führte das MCU jüngst seine bisher mächtigste Superheldin ein. Carol Danvers, die Protagonistin des Films, ist dabei übrigens bereits der siebte Marvel-Charakter, der diesen Titel trägt. Seit 2012 ist Carol in den Comics die neue Captain Marvel, deren Origin-Story im Vorfeld des Kinostarts verändert wurde. Welche Auswirkungen dies auf den MCU-Blockbuster hatte, erfahrt ihr hier.

Neuer Captain Marvel-Comic erzählt die "definitive Geschichte" der Superheldin

Während The Life of Captain Marvel bereits vergangenes Jahr in den USA veröffentlicht wurde, konnten deutsche Fans den Comic erst dieses Jahr lesen, pünktlich zum Kinostart des MCU-Blockbusters. Bei uns ist die Mini-Serie als Sammelband unter mit dem Titel Captain Marvel: Die ganze Geschichte erschienen.

Besonders interessant ist hierbei das der Story beigefügte Bonus-Material, bei dem uns einer der Zeichner der Geschichte, Carlos Pacheco, Einblicke in die Entstehung von The Life of Captain Marvel gewährt.

Wie eingangs erwähnt, wurde Carol Danvers' Origin-Story etwas verändert. In den älteren Comics bekam sie ihre Kräfte nach einer Explosion, bei der sich ihre Zellen mit denen des ersten Captain Marvels, Mar-Vell, vermischten. Die neue Geschichte erzählt nun jedoch, dass die Explosion lediglich ein Auslöser war, die ihre Kräfte weckte.

Tatsächlich verfügt Carol nämlich von Geburt an über Superkräfte, deren wahres Potenzial durch die Explosion entfesselt wurde. Die Story enthüllt, dass Carol in Wahrheit ein Mensch-Kree-Hybrid ist. Ihr Vater war ein Mensch, ihre Mutter eine Kree, die sich, ähnlich wie Mar-Vell im Kinofilm, von ihrem Volk abwandte. Carols Mutter fand die Liebe, wohingegen Mar-Vell die Skrulls im Krieg gegen die Kree unterstützte.

Der Film gab dem neuem Comic die Richtung vor - und ignoriert ihn

Oftmals sind es Comics, die ihre Verfilmungen beeinflussen, ihnen bestimmte Handlungsverläufe sowie Charaktere und ihre Verhaltensweisen vorgeben. Mit Die ganze Geschichte verhält es sich anders. Zeichner Carlos Pacheco offenbart im Bonus-Material unter anderem, es sei "tatsächlich (...) der Kinofilm, der dem Comic die Richtung vorgibt - und nicht umgekehrt."

Bedenken wir, wie viel Wert Marvel auf die Planung seiner Geschichten legt, speziell im MCU, ist nur schwer vorstellbar, wieso der Captain Marvel-Film diese Aspekte der jüngsten Comic-Reihe ignoriert.

Im Film ist Carol ein normaler Mensch, die durch die Explosion eines von Kree-Wissenschaftlerin Mar-Vell entwickelten Geräts gewaltige Kräfte verliehen bekommt. Das ihr später auf Hala injizierte Kree-Blut könnte ebenfalls eine Rolle spielen und somit auch die MCU-Carol Danvers zu einem Mensch-Kree-Hybriden machen - eine der wenigen Überschneidungen mit The Life of Captain Marvel.

Captain Marvel sehen sich in Comic und MCU-Film ähnlich

Obwohl Carol ihre Captain Marvel-Karriere noch mit wallender blonder Mähne startete, war ihre Frisur in ihren jüngsten Abenteuern, so auch in Die ganze Geschichte, etwas anders. Dort trägt sie nämlich anfangs einen Kurzhaarschnitt.

Im Laufe der Handlung, die sich im Comic über mehrere Monate erstreckt, wachsen ihre Haare jedoch wieder und sind am Ende ähnlich lang wie in der ersten Abspann-Szene des Films. Für das Team des Comics war es "nur logisch, dass Carols Aussehen dem der Schauspielerin im Film entsprechen sollte."

Abgesehen von Carols Dasein als Mensch-Kree-Hybrid, den äußeren Ähnlichkeiten zwischen Comic-Figur und Schauspielerin Brie Larson sowie einem Handlungsstrang rund um eine abtrünnige Kree gibt es quasi keinerlei Überschneidungen zwischen dem Film Captain Marvel und dem Comic Die ganze Geschichte. Dies ist besonders überraschend, wenn wir Pachecos Aussagen zur Beziehung zwischen seiner Comic-Geschichte und dem MCU-Film sowie die sonst so detaillierten Planungen des MCU bedenken.

Die Inspiration für Kinofilm war eher ein anderer Captain Marvel-Comic

Natürlich muss sich eine Comic-Verfilmung nicht sklavisch an ihre Vorlage halten, zumal sich eine Geschichte nicht immer 1:1 adaptieren lässt. Den Filmen des MCU gelang es bisher oftmals gut, eine Comic-Story als Grundlage zu nehmen und daraus etwas Eigenes, Neues zu machen. Doch wieso nun zwischen Captain Marvel und Die ganze Geschichte kaum Parallelen erkennbar sind, erschließt sich kaum, wurde doch zuvor anscheinend viel Wert darauf gelegt, eine einheitliche Linie zwischen Film und Comic zu schaffen.

MCU-Mastermind Kevin Feige enthüllte in einem Interview mit Bionic Buzz (via Screen Rant), für den Film seien besonders die Captain Marvel-Geschichten von Kelly Sue DeConnick aus dem Jahre 2012 inspirierend gewesen, in denen Carol erstmals als Captain Marvel ihre eigenen Abenteuer erlebte.

Womöglich waren die Macher des Films zu angetan von dieser Version des Charakters oder die Arbeiten am MCU-Blockbuster waren zum Zeitpunkt der The Life of Captain Marvel-Produktion bereits zu weit fortgeschritten, um sie noch für den Film berücksichtigen zu können.

Hättet ihr euch mehr Parallelen zwischen Film und Comic gewünscht?

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