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Das Unfassbare kehrt zurück nach Twin Peaks

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© Showtime/Paramount/Moviepilot
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13.07.2019 - 09:00 UhrVor 1 Jahr aktualisiert
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Immer öfter kommen große Serien zurück auf den Bildschirm, aber nur selten sind sie genau so bizarr, verwirrend und absolut visionär wie David Lynchs Rückkehr nach Twin Peaks.

Es gibt Regisseure, die können anfassen, was sie wollen: Es wird zu Gold. Das Geld wird ihnen hinterhergeschmissen und sie bringen es nach jedem ihrer Filme mit vollen Armen zurück. Es gibt aber auch die anderen, deren Berührung nur selten Gold erschafft, sondern eher eine seltsame, unförmige Art von Glas, in dem sich die Realität verdunkelt und verbiegt und wie das visuelle Äquivalent von Nägeln auf einer Schiefertafel an euren Augäpfeln saugt. Beunruhigend, nie ganz erklärbar, aber faszinierend und immer visionär. So ein Regisseur ist David Lynch, und so ein seltsames Glas ist Twin Peaks: The Return.

Wer schon eine Weile nicht da war, sollte sich vielleicht überlegen, mal wieder einen Kurzurlaub in Twin Peaks zu machen. Diese Rückkehr könnte sich lohnen ... longus69 wartet dort schon mit einer Tasse verdammt guten Kaffees. Denn wer braucht schon Gold wenn man einen solchen Cherry Pie haben kann?

Der Kommentar der Woche von longus69 zu Twin Peaks: The Return

Ob nach diesem finanziellen Nichterfolg, der aber wenigstens von viel Prestige begleitet wurde, jemals wieder jemand Lynch eine hohe Summe Geld in die Hand gibt, um ihm 18 Stunden die Gelegenheit zu geben, gemäß seiner Passion visionär zu visualisieren ?

Zum Glück haben sie es wenigstens einmal getan…

Der Witz von Special Agent Dale Cooper steht dabei ganz gut für das Phänomen Twin Peaks insgesamt:

I’ve got a joke for you: a couple of penguins are walking across an iceberg and the first one says to the second, “You look like you’re wearing a tuxedo.” And the second one says, “Maybe I am.”

Jedenfalls haben Lynch und Frost die Außergewöhnlichkeit, die die ersten beiden Staffeln für alle Ewigkeit in der TV Landschaft eingefräst und diese verändert haben, in ihrer wirklich uneingeschränkt eigenen, seriellen Vision gründlich verquirlt und in einer zeitgemäßen Staffel 3 wieder ausgespuckt, die definitiv keinen einfachen Fanservice darstellt.

Auf normale Sehgewohnheiten wird dabei schon mal keine Rücksicht genommen, ist man ja auch sowieso nicht anders gewohnt.
Ansonsten sitzt alles passgenau obwohl es wackelt und einiges an Luft hat.
Auch die unnötig langen Einstellungen haben genau die Länge, die sie haben sollen.

Jedes, aber auch jedes Detail scheint von Lynch an seinem Platz festgenagelt, und nichts ergibt keinen Sinn. So absolut albern das auch in Anbetracht von Twin Peaks und seiner grundsätzlich kryptischen Art wiederum insgesamt erscheinen mag.

Ein, in vielerlei Hinsicht absolut unfassbares Opus Magnum…

Grandios… Fortsetzung unmöglich… eher sehe ich einen Pinguin im Anzug… aber vielleicht hab ich ja schon einen gesehen!?

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