David Bowie, Abschied von einem Helden

The stars look different today
EMI/moviepilot
The stars look different today
16.01.2016 - 08:50 UhrVor 7 Jahren aktualisiert
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2016 hat bisher nicht besonders gut angefangen, nicht wahr? Mit dem Kommentar der Woche verabschieden wir uns von einem der großen Künstler, die uns in den letzten Tagen verlassen haben: David Bowie.

Jede Woche stellen wir an dieser Stelle einen Kommentar vor, der uns vorgeschlagen wurde - weil er euch berührt hat, weil er euch aus der Seele gesprochen hat, weil er anders ist. Ob zu einem Film, der euer Leben verändert hat, zu einem Künstler, ohne den die Welt nie wieder so sein wird wie zuvor, zu einem Soundtrack, der sich in eure Seele gebrannt hat - wenn die Worte eines anderen moviepiloten euch etwas ganz Besonderes gegeben haben, lasst es uns wissen, denn DAS ist ein Kommentar der Woche.

Der Kommentar der Woche
Für viele von uns war er mehr als nur Musik auf unserem Player, irgendwo im Hintergrund, denn jeder von uns erkannte eine ganz eigene Facette von diesem Mann, der sich immer wieder verwandelte, jeder von uns hatte einen ganz persönlichen Helden. Er war anders, in allen Belangen, und er war einer der wenigen Beweise für uns, dass anders nicht konstant, nicht weniger, nicht schlecht ist, dass wir Helden sein können, wenn auch nur für einen Tag. Wie könnten wir diese Woche anders beenden, als mit Eraserhead 23's Abschied von David Bowie?

Ich saß vor ein paar Stunden in der Straßenbahn, als ich über mein Handy von dieser schrecklichen Nachricht erfahren habe.

An dieser Stelle, ein kleiner, aber sehr persönlicher Einschub.

Ich habe Asperger, eine angeborene und mildere Variante von Autismus, was mich in einigen Bereichen, besonders in sozialen und emotionalen, mehr oder minder einschränkt.
Wenn ich mal weine, dann fast immer nur durch Filme und Musik, meine beiden größten Hobbies, meinen "Spezialinteressen", und das tue/kann ich auch nie in der Öffentlichkeit.
Ich war mittlerweile auf so vielen Beerdigungen von Menschen, die mir sehr viel bedeutet haben und konnte nie auch nur eine Träne vergießen, so sehr ich mich auch bemüht und angestrengt habe.
Ich tat dann immer so, als würde ich weinen und habe dann etwas unbeholfen rumgequiekt, damit es nicht so wirkte, als sei ich ein gefühlskaltes Arschloch.
Denn ich kann "Fühlen", bloß funktioniert das bei mir ein kleines bisschen anders, als bei den "normalen" Leuten. Jedenfalls habe ich mich dafür immer geschämt und später auch eine lange Zeit selbst gehasst, was zum Glück vorbei ist.

Ich musste bisher noch nie weinen, wenn ein für mich wichtiger oder bedeutender "Promi", Künstler, Musiker oder Schauspieler verstorben ist.

Doch dieses Mal war es anders, es war David Bowie! und ich habe den kompletten hinteren Waggon der vollbesetzten Straßenbahn zusammengeheult, mindestens 10 Minuten lang.

Die Leute starrten mich an.
Ich setzte meine Kopfhörer auf, die ich praktisch immer und überall dabei habe, sobald ich meine Wohnung verlasse und hörte mir
"Memory of a Free Festival", mein Lieblingslied von Dave, an und blickte fassungslos auf mein Handy.
Eine junge Frau die neben mir saß, stupste mich an, sah auf mein Handy und sagte: "Ich habe es auch erst vor 2 Stunden erfahren."
Komplett verheult, nach Worten ringend sagte ich zu ihr:
"Eeehrr woarrrr myyn appzuluttter Liiippplinggsmuzikker!!!"
Sie verstand nicht und fragte nochmal nach: "Wie bitte?"
Ich konnte mich einigermaßen beruhigen und sagte dann nochmal, diesmal aber deutlich:

"Er war mein absoluter Lieblingsmusiker!!!"

Die Bahn hielt am Marktplatz an und ich verabschiedete mich von der Frau.

David Bowie war, ich korrigiere IST, für mich einer der größten Helden überhaupt: Er war visionär, genial, "anders", ein echtes Unikat, ein Chamaeleon, dass Sein Aussehen wie auch Seinen Sound ständig veränderte und ein Meisterwerk nach dem Anderen raushaute und nun ist Er fort...

...Aber Er hat uns so viel gegeben!
Seine Musik wird auch noch in mehreren hundert Jahren gehört werden. Dieser Mann hat alles erreicht, was man als Normalsterblicher erreichen kann...

...und noch so viel mehr!

Can you hear me... Major Tom?

Den Originalkommentar findet ihr hier.

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