Deepwater Horizon-Produzent will mehr Mut zur Kontroverse in Hollywood

23.09.2016 - 17:30 Uhr
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© Studiocanal GmbH Filmverleih
Deepwater Horizon
Erfolgsproduzent Lorenzo di Bonaventura wünscht sich von Hollywood mehr Mut zu kontroversen und andersartigen Filmen. In einem Interview äußerte er sich sehr unzufrieden zum Trend, das ewig gleiche Publikum mit möglichst niedrigen Altersfreigaben zu bedienen.

Lorenzo di Bonaventura ist einer der großen Produzentennamen in Hollywood. Er und seine Produktionsfirma zogen die Fäden hinter Erfolgen wie Transformers und G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra. Demnächst erscheint sein neuestes Projekt Deepwater Horizon. Allerdings ist der Produzent alles andere als glücklich mit den momentanen Trends in Hollywood, das erklärte er im Interview mit dem Hollywood Reporter . Er wünscht sich vor allem mehr Mut, auch umstrittenere Themen zu behandeln und auch eine US-Altersfreigabe über 13 Jahren in Kauf zu nehmen:

Als Industrie haben wir den Zusammenbruch der DVD überstanden. Wir haben den Ansturm der Videospiele überlebt und den des richtigen Qualitätsfernsehens. Was mich enttäuscht, ist, dass die Reaktion auf diese Herausforderungen eine Verschmälerung der Auswahl war. Und ich glaube nicht, dass das das Richtige ist. Wir haben junge Männer in unserem Geschäft größtenteils fallen lassen. Die mögen Filme mit R-Rating. Sie waren das verlässlichste Publikum in den 25 Jahren, die ich im Geschäft bin. Sie sind weniger verlässlich geworden, weil wir kein Produkt für sie machen. Das ist ein großer Fehler.

Beim gerade in den Kinos angelaufenen Die glorreichen Sieben zeigt sich Di Bonaventura zufolge wiederum die Versuchung, die Altersfreigabe möglichst niedrig zu halten. Auch ist er der Meinung, dass Kontroversen dem Erfolg eines Films oft eher zuträglich sind.

[Die glorreichen Sieben] ist ein perfektes Beispiel für diese Mentalität. Es ergibt für mich keinen Sinn. [...] Die Auffassung, dass Polarisation und Kontroverse unprofitabel sind, ist etwas, was ich strikt ablehne. Die Angst davor lässt die vereinigten Meister im Geschäft - und ich meine nicht die Leute, die die Studios leiten, ich meine deren Bosse - immer mehr auf Nummer sicher gehen. Ich habe persönliche Erfahrungen gemacht, bei denen Kontroversen Filme ausgesprochen profitabel gemacht haben. Three Kings, Training Day, Falling Down - Ein ganz normaler Tag, Matrix auf seine eigene Weise - nicht direkt kontrovers, aber es sprang den Leuten ins Gesicht.

Auch das Zurückrudern bei Filmen, die mit Krisensituationen wie den Verwicklungen durch das Attentat in Dallas dieses Jahr ins Gehege kommen könnten, schätzt Di Bonaventura überhaupt nicht. Wegen diesen Geschehnissen wurde der Start seiner Dramaserie Shooter erneut verschoben. Dies hält er für die falsche Politik:

Das Publikum ist viel weltgewandter als [Studiobosse denken]. Gut, wenn [wir] in genau der Woche [Premiere gehabt hätten], vielleicht nicht. [Aber] so redet man von oben auf jemanden herab, als könnten sie Wahrheit und Fiktion nicht auseinanderhalten. Es ist dasselbe Argument, das Leute vorbringen, wenn sie sagen, Videospiele bringen dich dazu, Leute zu töten. Das glaube ich keine drei Sekunden.

Mit Deepwater Horizon dürfte sicherlich auch wieder Diskussionsstoff für die Öffentlichkeit ins Kino kommen. Der Katastrophenfilm nimmt sich immerhin die wahren Ereignisse einer der größten Ölkatastrophen der Geschichte zum Vorbild. Ab dem 24.11.2016 könnt ihr ihn euch in den deutschen Kinos ansehen.

Stimmt ihr Lorenzo di Bonaventuras Meinung zur Mutlosigkeit Hollywoods zu?

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