Zum Kinostart von Room 237

Die Beliebtheit von Shining in der Popkultur

Shining
© Warner Bros.
Shining

Im trüben Herbst 1980 startete Stanley Kubricks Psychohorror-Klassiker Shining mit einem phänomenalen Jack Nicholson in unseren Kinos. Und dabei wollte Autor Stephen King nicht einmal, dass Regisseur Stanley Kubrick Jack Nicholson für die Verfilmung seines Durchbruch-Romanes castet, weil er nicht „normal“ genug aussehe. Doch genau dieses leicht wahnsinnige Grinsen mit dem stechenden Blick, dass Jack Nicholson auch bei völlig normalen Gesprächen trägt, schlägt sich dem Zuseher schon zu Beginn als unheimliche Vorahnung aufs Gemüt. Rodney Ascher zerlegt Shining nun über 30 Jahre später in seiner 2012er Doku Room 237, die bei uns erst jetzt am 19. September 2013 in die Kinos kommt, den Kultfilm in alle Einzelteile, deren Vorhandensein viele wohl gar nicht vermutet hätten.

Room 237: Von was handelt Kubricks Shining?
Das ist eine äußerst gute Frage und nach der Sichtung von Room 237 bin ich mir da nicht mehr so sicher. Von was genau handelt Shining denn nun? Vordergründig ist es jedenfalls die Geschichte eines geplagten Familienvaters und Schriftstellers, der in einem Hotel in den Bergen durchdreht und mit der Hilfe von zumindest für ihn sichtbaren Geistern seine Frau und seinen kleinen Sohn, der die übernatürliche Fähigkeiten des titelgebenden „Shinings“ besitzt, ermorden will.

Room 237 exerziert The Shining jedoch regelrecht und mit Hilfe von Materialschnipsel aus Kubricks anderen Filmen untermalt die Doku die verschiedensten, als Audiodatei eingespielten Interpretationsansätze von Fans und Freaks des 33 Jahre alten Horrorfilms. Oder ist es gar kein Horrorfilm, sondern viel eher die Aufdeckung einer gefakten Mondlandung, oder handelt Shining in Wahrheit sogar vom Genozid an Indianern? Symbolisiert der rote Lift, aus dem ohne Ende Blut strömt etwa jenes Blut der Einheimischen, auf dem die amerikanische Nation gebaut ist? Für was steht der Raum Nummer 237 tatsächlich? Und was hat das ganze eigentlich mit den Nazis zu tun?

Manche Interpretationsansätze in Room 237 wirken wie aus der Luft gegriffen und muten als einfache Continuity-Fehler an wie ein fehlender Stuhl, während sich andere Entdeckungen amüsant und spannend gestalten. Eines steht jedenfalls fest – in Kubricks Shining werden mehrere Geschichten erzählt und die verwirrende Übereinanderlappung zahlreicher suggestiver Erzählebenen und Bilder wird durch eindrückliche Schockmomente unterbrochen, die in der Popkultur einen äußerst hohen Zitier-Status genießen. In unserer Galerie findet ihr Filmszenen aus Shining, denen äußerst oft Tribut gezollt wurde.

Wieso lässt sich Shining so gut zitieren?
Seit 33 Jahren nun hält sich das furchteinflößende Kammerspiel Shining als beliebte Referenz in unserer Popkultur, so wie Jackie seine Axt festhält, als er bereits über die Schwelle des Wahnsinns hinausgetreten ist. Der Film wird ohne Ende zitiert, denn aufgrund seiner Einmaligkeit und seines hohen Wiedererkennungswerts von zahlreichen einprägsamen Szenen eigen sich Shining dafür besser als viele andere hochkarätige Werke. Zwar basiert Shining selbst auf Kings weit hintergründigerer Vorlage, doch Kubrick benutzt präzise Einstellungen, symmetrische Bildkompositionen, schräge Kamerawinkel und eindrückliche Farbarrangements um dem gruseligen Film einen unverkennbaren Stil zu geben.

Somit ist Shining ein Film, der auf erzählerische Ebene als mystischer Geisterfilm, aber auch als Psychothriller Sinn ergibt und spannend bleibt bis ans Ende, während die eingängige Musik ihm zusätzlichen Grusel verleiht, die Bildkompositionen unverwechselbar sind, die Darsteller noch heute mit ihrer Performance darin verbunden werden und etabliert auf jeder einzelnen dieser Ebenen Stoff zur Wiedererkennung in anderen Settings. Und scheinbar nebenbei finden sich in zahlreichen Szenen Hinweise auf Apollo 11 und ihre (angebliche?) Mondlandung.

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moviepilot Team
sciencefiction Andrea Wöger
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