Für euch geschaut

Die ersten 30 Minuten von Star Trek Into Darkness

14.03.2013 - 08:50 UhrVor 9 Jahren aktualisiert
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"C'mom. It's going to be fun."
© Paramount
"C'mom. It's going to be fun."
Am vergangenen Dienstag wurden in Berlin die ersten 30 Minuten von Star Trek Into Darkness der Presse präsentiert und ich habe sie mir mit hoch gezogener Augenbraue und gespitzten Öhrchen angesehen.

In den USA waren im Dezember in ausgewählten IMAX-Kinos vor Der Hobbit: Eine unerwartete Reise bereits die ersten zehn Minuten von Star Trek Into Darkness zu sehen. Nun tourt Bryan Burk, einer der Produzenten und langjähriger Produktionspartner von J.J. Abrams, derzeit auf großer Marketing-Mission um die Welt und zeigt rund 30 Minuten des neuen Trek-Films – in der Hoffnung die Vorfreude derer, die (wie ich) Abrams’ Trek nicht völlig ablehnen, anzufeuern und sich dennoch weiterhin in Abrams’ patentierter Geheimniskrämerei zu üben.

Produzent Bryan Burk: “mehr Drama” und “mehr Action”
Am vergangenen Dienstag präsentierte Burk in Berlin stolz die erste halbe Stunde und zwei spätere Szenen des neuen Star Trek-Abenteuers, dessen deutscher Kinostart vor kurzem auf den 9. Mai vorverlegt wurde (hihi: Warum eigentlich nicht am May the 4th?) und damit hier bereits eine Woche vor den USA in den Kinos zu sehen sein wird.

Nach einem kurzen Filmintro von J.J. Abrams sprach Bryan Burk vor allem darüber, dass der Film aufgrund deren großartigen Bilder mit IMAX-Kameras gedreht wurde, obwohl diese sperrig seien und andauernd kaputt gehen. Er bedauerte, dass wir den Film in Deutschland nicht im IMAX 3D-Format sehen können und erwog hier vor Filmstart noch rechtzeitig ein ein solches Kino zu errichten (nur zu).

Als Burk auf seine Verbindung zu Star Trek einging, hörte er sich wie J.J. Abrams selbst an und bestätigte damit das bestehende Bild einiger Star Trek-Fans, die mit dem letzten Film, Star Trek, wenig anfangen konnten: Er habe Star Trek nie verstanden und die Fans der Serien und Filme ebenso wenig, er habe stets Star Wars gemocht und als er sich mit Gene Roddenberry, dem Schöpfer des fast 50 Jahre alten Sci Fi-Franchises, auseinander setzte, habe er dessen Genie begriffen. Dennoch, so Burk, habe er einen Film machen wollen, den auch er sich anschauen möchte, keinen Film für ein Nischenpublikum wie früher, sondern für alle und dafür mit einem großen Budget, und dieses Sequel sollte nun vor allem größer sein, mit mehr Drama und mehr Action.

Der erste Eindruck: Es wird wieder viel gerannt
Dem Auftakt von Star Trek Into Darkness nach zu urteilen werden die Produzenten ihren Ansprüchen gerecht. Die Fortsetzung des erfolgreichen Reboots fühlt sich genauso an wie eben jener letzte Film. Wem dieser gefallen hat, der kann sich zweifelsohne auf den neuen Film freuen. Dieser hat keinen Gang zurückgeschaltet, im Gegenteil: es wird gerannt, geschrien, gerettet, gescherzt, geballert, gesprungen und noch mal gerannt. Man möchte der lieb gewonnen Enterprise-Crew zurufen, dass Atmen und Denken hierzu keine unvereinbaren Gegensätze darstellen. Der Beginn von Into Darkness macht Spaß, sieht wunderbar aus und die gerne beklagten ‘Abramschen Markenzeichen’, die Lens flares, fielen mir kaum noch auf. Schon allein aufgrund seines Tempos wurde ich direkt mitgerissen und gleichzeitig wirkte der Film so kopflos wie sein Vorgänger. Die reine Thematisierung der Obersten Direktive (mehr dazu weiter unten in den Spoilern) dürfte vermutlich bereits den Gipfel des Anspruchs und der Tiefe des neuen Films bedeuten. Spock hingegen hat sich in meinen Augen bereits verbessert: Zachary Quinto scheint mit versteinerter Miene und sachlichem Ton sein halb-vulkanisches Sensibelchen des ersten Films nun souveräner zu gestalten. Der trockene Humor passt, die Wärme der Darstellung von Leonard Nimoy fehlt jedoch weiterhin und mir scheint sich die Handlung zu sehr auf Planeten abzuspielen. Ja, ich wünsche mir mehr Weltraumschlachten! Schließlich weiß ich nach diesem Screening (natürlich!) immer noch nicht gewiss, welchen Star Trek-Schurken der Sherlock -Star mit dem derzeit wohl klangvollsten Timbre und Namen des Kinos, Benedict Cumberbatch, denn nun spielen wird.

Abrams’ Star Trek wird wohl weiter die Zuschauer spalten, in jene, die Star Trek erst durch den jüngsten Film für sich entdeckt haben und mit dem komplexen Universum und seinen vorherigen zehn Filmen und sechs Serien wenig bis nichts anfangen konnten, sowie Star Trek-Fans, die die gedankenvollen und einflussreichen Lehrstücke zwischen Hard Sci-Fi und Soft Sci-Fi der Vergangenheit vermissen. Abrams’ Star Trek ist und bleibt ein lauter, gedanken- und atemloser Actionspaß. Als solches funktionieren diese Filme mit ihrem sympathischen Ensemble allerdings ausgezeichnet und ich kann sie als langjähriger Fan als das akzeptieren was sie sind: die Adrenalin-Achterbahnfahrten der Star Trek-Welt. Kirk hat im jüngsten Trailer einfach recht, wenn er dem konsequent skeptischen McCoy sagt: C’mom. It’s going to be fun.

Wer rein gar nichts über den Plot und einzelne Szenen des neuen Star Trek-Films erfahren möchte, der blättere nicht weiter und sage mir einfach stattdessen, wer beim nächsten Star Trek-Film zum 50-Jubiläum des Science Fiction-Franchises im Jahr 2016 Regie führen soll, während J.J. mit den Lichtschwertern spielt. Ich wäre ja für Brad Bird.

Denn was nun folgt sind SPOILER für Star Trek into Darkness

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