Entertain TV ist noch kein Netflix-Konkurrent, könnte es bald aber werden

The Handmaid's Tale
© Telekom/Netflix/Hulu
The Handmaid's Tale

Im vergangenen Frühjahr sorgte die Hulu-Serie The Handmaid's Tale mit Elizabeth Moss für großes Aufsehen. Deutsche Zuschauer mussten sich jedoch bis Oktober gedulden, um die 1. Staffel der gefeierten Dystopie legal streamen zu können. Und dabei gab es auch noch einen dicken Wertmustropfen: Verfügbar war die Serie zunächst nämlich nur über Entertain TV. Dabei handelt es sich um das Fernsehprogramm für zu Hause von der Telekom, welches jedoch an einen Telefon-Anschluss des Marktführers gekoppelt ist. Jene Millionen Deutschen, die keine Telekom-Kunden sind, schauten also in die Röhre und kamen weiterhin nicht in den Genuss von The Handmaid's Tale. Nun will die Telekom ihr Serienangebot mit Eigenproduktionen weiter ausbauen, überlegt aber auch, Entertain TV demnächst als Standalone-Produkt anzubieten. Somit muss Netflix sich offenbar warm anziehen (via DWDL).

Das sind die Pläne der Telekom

Mit der Komödie Germanized ist das erste Serien-Original der Telekom bereits in Arbeit. Die Hauptrolle in der Serie übernimmt niemand Geringeres als Stromberg-Star Christoph Maria Herbst. Doch soll es damit noch lange nicht getan sein. Wie Wolfgang Elsäßer, seines Zeichens TV-Chef bei der Telekom, im Rahmen der Kölner Fachmesse Anga Com bekannt gab, möchte das Unternehmen künftig zwei bis vier Eigenproduktionen pro Jahr auf die Beine stellen. Ziel sei es, das heimische Publikum mit "deutschen Themen" und "deutschen Geschichten" an sich zu binden.

Problematisch bleibt indes weiterhin die Tatsache, dass Entertain TV ein vergleichsweise kleines Publikum erreicht. Zwar nutzen mittlerweile mehr als 3 Millionen Abonnenten Entertain TV, den hohen Ambitionen der Telekom kann das langfristig aber nicht gerecht werden. Da ist es nur logisch, dass die Verantwortlichen darüber nachdenken, sich einem größeren Markt zu öffnen - schließlich bedeutet ein Anschluss bei der Telekom langfristige Vertragspflichten und ist darüber hinaus schwer zu kündigen. Nicht jeder ist bereit, dies für den Zugang zu diversen Inhalten in Kauf zu nehmen, wo doch die Tarife bei Netflix, Sky oder Amazon viel flexibler sind. So erwägt die Telekom laut Elsäßer, sein mediales Sortiment von Telefon und Festnetz abzukoppeln beziehungsweise Entertain TV potentiellen Kunden bald als isoliertes Produkt anzubieten. Für viele dürfte das Programm dann auf einen Schlag deutlich attraktiver werden.

Wie steht ihr zu den Ambitionen der Telekom?

moviepilot Team
Jenny von T Jennifer Ullrich
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