Erst jetzt entdeckt: Stanley Kubrick erklärt das Ende von 2001

2001: Odyssee im Weltraum
© Warner Bros.
2001: Odyssee im Weltraum

Der 1968 erschienene Science-Fiction-Klassiker 2001: Odyssee im Weltraum von Regie-Legende Stanley Kubrick war nicht nur für sein Genre bahnbrechend, sondern gilt generell darüber hinaus als einer der besten Filme aller Zeiten. Von besonderer Sogkraft ist heute wie damals das Ende, das uns in ein surreales Universum entführt. Den Mittelpunkt der bahnbrechenden finalen 15 Minuten bildet die Reise des Astronauten Dave Bowman (Keir Dullea), der mit seiner Raumkapsel zunächst in eine psychedelische Farbsequenz eintaucht und schließlich in einer mysteriösen Suite landet. Die Einrichtung des Raums erinnert an die französische Architektur des 18. Jahrhunderts, zugleich aber mutet das Zimmer aufgrund seiner leuchtenden Bodenplatten futuristisch an. Hier wechselt die Perspektive nun von Bowman zu einer gealterten Version seiner selbst, die ihrerseits einen noch älteren Bowman entdeckt. Wie erst jetzt bekannt wurde, erklärte Kubrick schon 1980, was es mit dem Ende von 2001 auf sich hat.

So erklärt Stanley Kubrick das Ende von 2001

Stanley Kubricks Erklärung geht aus einem Telefon-Interview hervor, das der Filmemacher Jun'ichi Yaoi für eine Dokumentation führte (via io9). Yaoi blickte 1980 hinter die Kulissen von Shining, wo sich angeblich paranormale Phänomene zutrugen. In diesem Rahmen sprach er auch mit Stanley Kubrick, doch die komplette Dokumentation wurde nie veröffentlicht. Den entscheidenden Gesprächsausschnitt könnt ihr euch aber jetzt auf Youtube anschauen:

Das bedeutet das Schicksal von Dave Bowman in 2001

Wie Stanley Kubrick im Gespräch ausführt, wird Bowman von außerirdischen Wesen gefangen genommen. Hierbei handelt es sich um gottähnliche Kreaturen von purer Energie und Intelligenz ohne Körper oder Form. Bowman wird in etwas hineingesteckt, das Kubrick als "menschlichen Zoo" beschreibt. Hier wird das Verhalten des Protagonisten aus 2001 in allen Details von den Aliens studiert. Sein gesamtes restliches Leben verstreicht in dieser Vorrichtung. Bowmans Alterungsprozess spielt sich für ihn genauso ab wie im Film gezeigt, denn der Figur ist laut Kubrick jegliches Gespür für Zeit abhanden gekommen.

Weiterhin äußerte sich Kubrick zur Einrichtung des Raums. Den Aussagen des Regisseurs zufolge wählten die Außerirdischen ein Design, von dem sie glaubten, dass ihr "Gast" es mögen werde. Sicher waren sie sich allerdings nicht. Erneut nimmt Kubrick hier Bezug auf das Motiv eines Zoos, mit denen wir Menschen versuchen, für Tiere eine möglichst natürliche Umgebung herzustellen.

Dave Bowman aus 2001 wird als Star Child wiedergeboren

Als die mächtigen Wesen dann mit Bowman "fertig sind", ist die Hauptfigur des Films bereit, in die nächste Evolutionsstufe einzutreten und wird schließlich "zu einer Art Supermensch". Als solcher kehrt er auf die Erde zurück. An dieser Stelle verweist Stanley Kubrick also auf das ikonische Star Child, das wir ganz am Ende von 2001 zu sehen bekommen.

Nicht erklären konnte oder wollte die Regie-Legende zwar, was mit seinem Superman auf der Erde passiert, insgesamt jedoch präsentiert sich Kubrick bei dem Interview mit Jun'ichi Yaoi ungewöhnlich redselig - schließlich war der Filmemacher nicht unbedingt dafür bekannt, sich näher zur Absicht seiner mitunter sehr umstrittenen Werke zu äußern.

Die Informationen zum Ende von 2001 sind wohlgemerkt nicht wirklich neu. Mit seinem kurz nach dem Film veröffentlichten gleichnamigen Roman nämlich brachte der Autor Arthur C. Clarke schon vor vielen Jahren Licht ins Dunkel. Das Buch ging aus der Zusammenarbeit mit Kubrick hervor, denn Clarke wirkte auch am Skript zum Weltraum-Klassiker mit. Indes ist es natürlich gerade für Cineasten noch einmal besonders interessant, wenn Kubrick persönlich über seinen Kino-Meilenstein spricht, zumal für das Ende im Film auch eine andere Bedeutung als im Roman beabsichtigt gewesen sein könnte.

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Jenny von T Jennifer Ullrich
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You want it darker, we kill the flame.
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