Fast hätte Hannibal Lecter in Das Schweigen der Lämmer ganz anders ausgesehen

Jodie Foster in Das Schweigen der Lämmer
© MGM
Jodie Foster in Das Schweigen der Lämmer
Das Schweigen der Lämmer bekommt gerade einen Re-Release in Großbritannien, sodass Hauptdarstellerin Jodie Foster sich laut Deadline zum British Film Institute (BFI) begab, um über die Produktion des Films zu sprechen und ein paar interessante Details zu verraten. So habe sie die Rolle gewollt, weil sie bis dahin überwiegend Opfer gespielt habe - die starke FBI-Agentin Clarice Starling erschien ihr wie eine perfekte Wahl. Zudem bekam sie kurz zuvor einen Oscar für ihre Rolle in Angeklagt, weshalb sie sich Hoffnungen machte, den Job zu bekommen. Sie wandte sich direkt ans Studio, als Gene Hackman noch als Regisseur vorgesehen war. Dem war das Skript aber zu gewalttätig, also stieg er aus. Jonathan Demme übernahm, hatte vorerst aber keinerlei Interesse an Foster für die Hauptrolle. Erst, als sie persönlich auf ihn zukam und sich bewarb, war er überzeugt. Für die Rolle so gekämpft zu haben, dürfte die Schauspielerin immer noch stolz machen. Nicht nur, weil sie dafür ihren zweiten Oscar bekam, sondern auch, weil der Film ihrer Meinung nach noch heute relevant ist:
Der Film ist noch heute relevant. Wir schreiten voran und befinden uns in unserem Bewusstsein an einem sehr schmerzhaften und interessanten Ort, ob es nun um Gewalt oder Rasse geht.

Foster sprach außerdem über die Entstehung von Hannibal Lecter. Die Rolle ist letzten Endes bekanntlich an Anthony Hopkins gegangen, der Lecter zu einer ewigen Leinwandikone machte und sich für immer ins popkulturelle Bewusstsein zementierte. Doch vor Hopkins war eine Reihe von großen US-Schauspielern im Rennen, darunter Robert De Niro, Al Pacino und Dustin Hoffman. Der Grund, warum Jonathan Demme Hopkins letztlich für die beste Wahl hielt, war seine britische Herkunft. Lecter sei, so Foster, "ein Manipulator, der eine besondere Form des Sprachgebrauchs hat", um Menschen für sich ausnutzen zu können. Man brauchte für Lecter schlichtweg ein "shakespearisches Monster" und deshalb konnte es nur Anthony Hopkins werden.

Die Dreharbeiten mit Hopkins verliefen allerdings wohl weitestgehend unabhängig voneinander, was für reale Spannungen zwischen Jodie Foster und Anthony Hopkins führte:

Ich hab den ganzen ersten Teil des Films ohne ihn gemacht. [Nach den Proben] war er erstmal weg, um einen anderen Film zu drehen. Er hat nur 7 oder 10 Tage gedreht, vielleicht sogar weniger. Ich habe ihn bis nach der Hälfte des Films nie gesehen. Ein großer Teil der Dialoge wurde direkt mit der Kamera geführt, eine Hitchcock-Technik, also habe ich ihn an manchen Tagen gar nicht gesehen. Am letzten Drehtag aß ich ein Thunfisch-Sandwich und sagte "Ich hatte ein bisschen Angst vor dir" und er sagte "Ich hatte Angst vor dir" und dann gaben wir uns eine enge Umarmung.

Momentan arbeitet Jodie Foster weniger als Schauspielerin und mehr als Regisseurin. Zuletzt inszenierte sie eine Episode für Black Mirror.

Hättet ihr euch Robert De Niro oder Al Pacino als Hannibal Lecter vorstellen können?

moviepilot Team
Pfizze Sven Pfizenmaier
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