Geschmack der Kirsche-Regisseur Abbas Kiarostami gestorben

05.07.2016 - 12:20 UhrVor 6 Jahren aktualisiert
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Abbas Kiarostami
© Alamode Film
Abbas Kiarostami
Abbas Kiarostami, Regisseur von Der Geschmack der Kirsche und Der Wind wird uns tragen, ist am Montag im Alter von 76 Jahren in Paris gestorben. Der Regisseur litt an Magen-Darm-Krebs und sollte dort in einem Krankenhaus behandelt werden.

Abbas Kiarostami, der 1997 die Goldene Palme für Der Geschmack der Kirsche gewann, ist am Montag im Alter von 76 Jahren in Paris gestorben. Dies bestätigte unter anderen das iranische Kulturinstitut Haus des Kinos, wie die FAZ  berichtet. Kiarostami litt an Magen-Darm-Krebs und wurde in Teheran bereits zwei Mal operiert. Seit Mai wurde die Behandlung in Frankreich fortgesetzt. Die Beisetzung soll in Teheran erfolgen.

Der 1940 in Teheran geborene Abbas Kiarostami studierte Malerei an der Universität Teheran, arbeitete anschließend als Grafikdesigner und drehte dutzende Werbespots für das iranische Fernsehen. Erst als er der Kanun beitrat (Vereinigung zur Förderung der intellektuellen Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen) und dort Filme über Kindheitsprobleme drehen sollte, wurde er, so Abbas Kiarostami, zum Künstler. Danach arbeitete er sich nach und nach zu einem der angesehensten Regisseure des Weltkinos hoch. Nach der Sichtung seines halb fiktiven, halb dokumentarischen Dramas Und das Leben geht weiter kam Jean-Luc Godard zu der Erkenntnis: "Das Kino beginnt mit D.W. Griffith und endet mit Abbas Kiarostami."

1997 gewann Abbas Kiarostami schließlich für Der Geschmack der Kirsche die Goldene Palme in Cannes und etablierte sich endgültig als einer der wichtigsten Regisseure des Weltkinos. Der Film erzählt die Geschichte eines Mannes, der auf der Suche nach jemandem ist, der ihm bei seinem Suizid helfen kann. Zwei Jahre später folgte mit Der Wind wird uns tragen ein ebenso euphorisch aufgenommenes Meisterwerk. Im neuen Jahrtausend flachten die ganz großen Welterfolge schließlich ab, die Qualität seiner Filme jedoch kaum: Ten, Die Liebesfälscher und zuletzt Like Someone In Love wurden von Fans des Regisseurs wie eh und je jubelnd aufgenommen.

Sein Freund Asghar Farhadi sollte ihn heute Abend in Paris besuchen. Wie andere iranische Filmemacher ist auch er von dem Tod Abbas Kiarostamis erschüttert, wie der Guardian  berichtet:

Er war nicht bloß ein Filmemacher. Er war ein moderner Mythos, sowohl in seinen Filmen als auch in seinem Privatleben. Er hat definitiv den Weg für die anderen geebnet und eine Menge Leute beeinflusst. Es ist nicht nur so, dass die Welt des Kinos einen großartigen Mann verloren hat. Die ganze Welt hat einen großartigen Menschen verloren.

Abbas Kiarostami hinterlässt zwei Söhne.

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