Die digitale Kopie von Bruce Willis macht Stirb Langsam 6 möglich, ist aber überhaupt kein Grund zur Freude

04.10.2022 - 13:00 UhrVor 8 Monaten aktualisiert
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Bruce Willis in Stirb Langsam 420th Century Fox
Bruce Willis hat eine Digitalkopie seines Gesichts anfertigen lassen, die Stirb Langsam 6 und andere Kino-Auftritte ermöglicht. Was spannend klingt, ist zutiefst tragisch.

Update 4.Oktober 2022: Bruce Willis' Sprecher hat laut BBC  dementiert, dass der Star der Firma Deepcake die Rechte an der Nutzung seines Gesichts für die Zukunft verkauft habe. Nichtsdestotrotz wurde für Werbezwecke ein digitaler Abdruck erstellt, der theoretisch künftig nutzbar ist. Es folgt die ursprüngliche Meldung.

Bruce Willis hat seine Karriere wegen einer Krankheit beendet, die ihm das Verständnis für Sprache raubt. Wie The Telegraph  berichtet, werden ihn Anhänger:innen dennoch weiterhin in Filmen sehen können. Er hat nämliche eine digitale Kopie von sich erstellt. Was wie der Fan-Traum vom unsterblichen Action-Star klingt, ist eigentlich eine unglaubliche Tragödie.

Bruce Willis digitaler Klon macht jeden seiner zukünftigen Filme zu einem Trauerspiel

Laut Bericht hat Willis der Firma Deepcake einen digitalen Abdruck seines Gesichts verkauft, der künftig für Filme, Serien oder Werbung verwendet werden kann. Für eine russische Telekommunikationsfirma wurde die Technik bereits letztes Jahr angewandt.

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"Für mich ist es eine tolle Möglichkeit, in der Zeit zurückzureisen", zitiert The Telegraph Willis' Statement für die Firmenwebseite. Jeder Fan wird der Action-Ikone diese Freude gönnen. Und auch das Einkommen, mit dem die revolutionäre Technik dem Schauspieler und seiner Familie ein weiterhin komfortables Leben ermöglichen kann. Ich gönne ihm das. Aber sehen will ich keinen der Filme, die so entstehen.

  • Action-Ikone Bruce Willis drehte einen der besten Superheldenfilme – vor dem MCU

Bei der Vorstellung einer Willis-Kopie, die in Stirb langsam 6 ihre Gegner niederstreckt oder hier und da ein "Yipee Ki-yay, Schweinebacke" ausstößt, empfinde ich nichts als Trauer. Hinter jedem Pixel steckt die Tragödie eines Stars, dessen entwürdigende Krankheit ihn in den Ruhestand gezwungen hat.

Ich freue mich über Willis' Film-Höhepunkte, weil er als Mensch dahintersteckt. Er hat John McClane oder Korben Dallas am Set erschaffen. Er hat mit dem Regisseur um Szenen gestritten. Er hat mit Spontanität Filmgeschichte geschrieben.

Bruce Willis als John McClane

In künftigen digitalen Auftritten wird davon ebenso wenig übrigbleiben wie in den B-Movies, in denen Willis zuletzt häufiger zu sehen war. Wir lieben Figuren, weil wir sie mit den Schauspieler:innen assoziieren. Weil wir glauben, sie ein bisschen zu kennen. Aber wenn in 50 Jahren Bruce Willis' digitaler Zwilling wie ein kaputter Schallplattenspieler seine bekanntesten Sprüche auf der Leinwand wiederholt, existiert diese Verbindung nicht mehr. Was bleibt, ist ein zum Algorithmus geronnener Schicksalsschlag, der Fans in beliebig hoher Stückzahl serviert werden kann.

Alles, was ich an Willis' Persona und seinen Rollen liebe, würde mit so einem digitalen Klon verschwinden. Das gilt nicht nur für ihn. Der ganze Grund, warum wir Stars verehren und ins Kino gehen, würde damit zerstört. Ich könnte eine über den Tod hinaus digital fortgesetzte Karriere meiner Action-Held:innen nicht feiern. Ich würde trauern, mit jeder Minute.

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Das Streaming-Jahr war im Filmbereich sehr abwechslungsreich. Ein roter Panda hat Toronto ins Chaos versetzt, während sich eine Prinzessin vom obersten Stockwerk eines Turms ins Erdgeschoss gekämpft hat. Außerdem konnten wir die erste Mondlandung durch Kinderaugen erleben und haben eine amüsante Jackass-Zugabe erhalten.

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