Groupies bleiben nicht zum Frühstück

Marc Rothemund sorgt für Feel-Good-Movie

15.09.2010 - 08:50 Uhr
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Groupies bleiben nicht zum Frühstück
Walt Disney
Groupies bleiben nicht zum Frühstück
Diese Woche startet Groupies bleiben nicht zum Frühstück in den deutschen Kinos. In der Komödie von Marc Rothemund verliebt sich eine junge Berlinerin unwissend in einen Rockstar. Im Interview steht uns der Regisseur Rede und Antwort.

Die 17-jährige Lila (Anna Fischer) kehrt nach einem Schüleraustausch wieder nach Berlin zurück und lernt den charismatischen Chriz (Kostja Ullmann) kennen. Sie verliebt sich Hals über Kopf in ihn, ohne zu wissen, dass er der Leadsänger der neuen Band “Berlin Mitte” ist, die gerade eine Massenhysterie unter den weiblichen Teenies auslöst.

Regisseur Marc Rothemund ist vor allem für das oscarnominierte Drama Sophie Scholl – Die letzten Tage bekannt. Mit Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit und Harte Jungs sammelte er allerdings auch bereits Erfahrung im Komödienfach. Im Interview spricht der 42-jährige über seine neue romantische Komödie Groupies bleiben nicht zum Frühstück, die er selbst als Feel-Good-Movie bezeichnet.

Wie kam es zu dem Projekt Groupies bleiben nicht zum Frühstück?
Marc Rothemund: Ich habe für Ewa Karlström und Andreas Ulmke-Smeaton, den Produzenten von SamFilm, vor einigen Jahren Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit inszeniert. Damals war das für uns alle der erste Kinofilm. Ewa und Andreas haben dann vor allem mit den Wilden Kerlen 1-5 große Erfolge gefeiert, während ich bei Harte Jungs, Sophie Scholl – Die letzten Tage und einigen Fernsehspielen wie Die Hoffnung stirbt zuletzt Regie führte. Nun kam Ewa auf mich zu und fragte, ob dies nicht ein schönes Projekt für eine erneute Zusammenarbeit wäre – ähnlich wie damals, eine humorvolle Geschichte mit Herzschmerz und Liebeskummer, Abenteuer und Verlieben, Vorurteilen und Konflikten, die mit möglichst viel Charme und guten Schauspielern umgesetzt werden sollte. Mir gefiel die Story und die Herausforderung sehr gut. Und weil Ewa eine hervorragende Produzentin ist, wir uns fast blind verstehen und oft gleichen Geschmack besitzen, habe ich mich sehr gefreut und mit großer Lust schnell zugesagt.

Man könnte vom Thema her meinen, dass Groupies bleiben nicht zum Frühstück besonders für junge Leute gemacht ist. Warum funktioniert der Film dennoch generationenübergreifend?
Marc Rothemund: Ich finde auch, dass er für alle Generationen großen Unterhaltungswert bietet. Für Teenager, ganze Familien und auch Erwachsene jeden Alters. Die kleineren Teenies können sich mit dem pubertierenden Mega-Fan, der kleinen Schwester identifizieren, die Jugendlichen und Twens mit Anna Fischer und Kostja Ullmann, die 30- bis 40-jährigen mit der alleinerziehenden Mutter und ihrem viel jüngeren Lebensgefährten und alle Älteren bekommen humorvolle Einsichten in die Welt der Jugend und der angesagten Rockstars von heute. Außerdem erhält das Publikum eine schöne Reise in das heutige Berlin geschenkt, mitsamt den Einblicken in die teuersten Suiten des berühmtesten Hotels am Potsdamer Platz – eine Nacht kostet mal eben 14.000 Euro – als auch einem wunderschönen Blick von der luxuriösesten Dachterrasse, einem Besuch der O2-Arena und natürlich eine Rundreise durch das normale Leben in Berlin-Schöneberg.

Was sind die Stärken von Kostja Ullmann?
Marc Rothemund: Wenn man einen Film über DEN erfolgreichsten, populärsten und beliebtesten Megarockstar macht, dann sollte man einen Schauspieler finden, der gut aussieht, der Charme hat, der die Herzen der Zuschauer gewinnen kann und eine große Aura, großes Charisma besitzt. Und Kostja erfüllte nicht nur diese Kriterien, sondern übertraf sie meines Erachtens nach um ein Vielfaches. Und wenn Kostja selbst privat über den roten Teppich läuft, dann geht dort tatsächlich auch der Kreischalarm los. Gleichzeitig ist er eine Seele von Mensch, ein Teamplayer und auch ein harter Arbeiter. Er besitzt Kämpferherz und Leidenschaft, hat großen Ehrgeiz und einen ungemeinen Sympathiefaktor. Ein Glücksfall für den Film.

Und was hat Ihnen an Anna Fischer besonders imponiert?
Marc Rothemund: Anna besitzt eine entwaffnende Natürlichkeit und vermittelt eine wunderbare Lebensfreude. Sie versprüht ansteckende Spontanität und ist gleichzeitig eine präzise, ehrgeizige Schauspielerin, die mit dem gleichen unglaublichen Talent gesegnet ist wie Kostja. Ein Fest, mit beiden als Paar in einer romantischen Komödie zu arbeiten. Die Sehnsucht der Lila nach Geborgenheit vermittelt Anna super. Auch wenn sie sich verliebt, wie sie ihr Herz ausschüttet und mit ihm lacht und kocht und wie traurig sie ist, wenn er sich erst einmal distanziert, weil er Angst hat, dass die Presse kommt und er vertragsbrüchig wird. Für unseren Film ist Anna Fischer der gleiche Glücksfall wie Kostja Ullmann.

Was hat Sie an dem Projekt Was hat Sie an dem Projekt Groupies bleiben nicht zum Frühstück besonders gereizt?
Marc Rothemund: Abgesehen davon, dass ich nach Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit schon lange wieder mit Ewa Karlström zusammenarbeiten wollte, haben mich vor allem diese zwei gegensätzlichen Welten fasziniert – die Welt einer mittelständischen Zahnarzttochter und die Welt eines jungen Rockstars mit kometenhaftem Aufstieg, der von Millionen von Fans und Groupies in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gerückt wurde. Also das normale Berlin-Schöneberg auf der einen und die 14.000-Euro-Suite im Fünf-Sterne-Hotel am Potsdamer Platz auf der anderen Seite. Die verschiedenen Lebensumstände, die beide in ihrem jungen Alter haben und mit welchen Zwängen, Vorurteilen, Missverständnissen und Konflikten sie konfrontiert werden. Vor allem ab dem Zeitpunkt, wenn sie sich unsterblich ineinander verlieben und ihre jeweilige Umwelt davon erfährt. Unsere beiden Verliebten müssen wirklich viele Prüfungen bestehen und Hürden überwinden, bis sie sich ihren Traum erfüllen können.

Wie kam es zu dem Titel Groupies bleiben nicht zum Frühstück?
Marc Rothemund: Darüber haben wir lange nachgedacht. Im Film gibt es folgende Szene: Der Band-Manager betritt das Hotelzimmer, in dem Chriz und Lila gerade die Nacht zusammen verbracht haben und weist das Schöneberger Mädchen mit den Worten „Groupies bleiben nicht zum Frühstück“ an, den Raum zu verlassen. Für uns ist dies ein Schlüsselsatz, der die Situation der Hauptfiguren und auch die beiden unterschiedlichen Welten, in denen sie leben, sehr gut beschreibt. Darüber hinaus steht er auch für die vielen Vorurteile, Missverständnisse und Hürden, die die beiden zu überwinden haben.

Um welches Genre handelt es sich denn bei Groupies bleiben nicht zum Frühstück?
Marc Rothemund: Für mich ist und bleibt das Genre natürlich die klassische romantische Komödie. Aber nachdem ich jetzt die ersten Reaktionen beim Publikum beobachtet habe, wie fröhlich und das Leben bejahend alle aus dem Film gehen, ist er für mich darüber hinaus auch ein richtig guter Feelgood-Movie geworden, über ein ganz normales Mädchen, das sich in einen Rockstar verliebt.

Groupies bleiben nicht zum Frühstück läuft diese Woche in den Kinos an. Wo ihr den Film sehen könnt, erfahrt ihr in unserem Kinoprogramm.

Mit Material von SamFilm

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