Partnerin im Ohr: Her zeigt uns die Zukunft heute Abend auf Arte

Her
© Warner Bros. Pictures Germany
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Zwischenmenschliche Beziehungen sind kompliziert. Zuerst verabreden sich zwei Menschen zu einem oder mehreren Dates. Es herrscht oftmals eine angestrengte Stimmung. In Partnerschaften selbst sind emotionale Streits nicht selten. Manchmal gibt es zu wenig Gemeinsamkeiten, manchmal zu viele. Doch die Alternativ wäre meist Einsamkeit, oder zumindest das Alleinsein. Das möchte Theodore (Joaquin Phoenix) in Her möglichst überwinden. Das Drama Her von Spike Jonze (Being John Malkovich) erkundet die eigentümlichen Wege einer Beziehung zwischen einem Menschen - und einer Stimme (Scarlett Johansson).

Wir befinden uns in einer nicht näher festgelegten Zukunft, die von Hipstern und unpersönlichen öffentlichen Plätzen dominiert zu sein scheint. Inmitten dieses Settings begegnen wir dem einsamen Theodore, der einem interessanten Job nachgeht: Er ist Verfasser von Liebesbriefen. Ganz eingehüllt in die kühle Atmosphäre der heutigen Gesellschaft, ist er ein einsilbiger Eigenbrötler. Vor kurzem ging seine Beziehung mit Catherine (Rooney Mara) in die Brüche und die neuen Dates wollen einfach nicht fruchten.


Etwas Unerwartetes geschieht in Theodores leben, als ein Konzern ein neues, intelligentes Betriebssystem auf den Markt bringt. Ohne groß darüber nachzudenken, installiert der Schreiberling das System auf seinem Computer. Es beginnt ein Kennenlernen der anderen Art, als ihm die Computerstimme Samantha (Scarlett Johansson) ein paar Fragen stellt, um sich auf ihn einzustellen. Mittels drahtloser Kopfhörer kann Theodore mit Samantha nun berufliche wie private Dinge jederzeit bereden. Es erscheint ihm zunächst selbst befremdlich, aber er hat sich in die körperlose Frau verliebt.

Nicht umsonst gewann Her den Oscar für das Beste Originaldrehbuch, für das Spike Jonze neben der Regie verantwortlich zeichnete. Über vier Jahre hinweg entwickelte er nach Wo die wilden Kerle wohnen die Geschichte und bereitete sich auf die Produktion von Her vor. Viele Kritiker priesen die originelle und konsequente Entwicklung der Handlung, wie zum Beispiel Bianka Piringer von Spielfilm.de oder Hans Schifferle von epd Film.

In einem Fernsehinterview mit Newsnight betonte Spike Jonze, dass das Zukunftsszenario eher eine untergeordnete Rolle spiele:

Der Film handelt wirklich nicht von Technologie oder Software. [...] Die meisten Leute finden, dass es ein emotionaler Film ist. [...] Es geht um das Finden von Intimität mit jemandem als man selbst. Und für beide, Joaquins Rolle und Scarletts Rolle, die nur eine Stimme ist, geht es darum, zu versuchen, zusammen zu kommen.
  • Heute im TV: Her
  • Sender: Arte
  • Sendezeit: 20:15 Uhr

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