Video on Demand zum Kampfpreis

Onlinevideothek Watchever lockt mit Flatrate

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Gestern startete der neue Video on Demand Service Watchever in Deutschland und könnte mit seinem neuen Angebot die alten Platzhirsche LoveFilm, videoload und maxdome gehörig aufmischen. Das Konzept ist einfach: Für monatlich 8,99€ könnt ihr so viele Filme und Serien schauen, bis euch die Augen ausfallen. Ob online am PC und Tablet, über den Fernseher mit Internetanschluss oder in Zukunft auch über die Playstation bzw. Xbox landen die Videos auf eurem Bildschirm, oft bereits in HD. Mit einem Argument dürften sie vor allem bei Serienfans ordentlich Punkte sammeln: Fast alle Serien und Filme liegen nicht nur in deutscher Sprache vor, sondern können auch problemlos in ihrer Originalsprache geschaut werden.

Das beste aber, was sich über Watchever sagen lässt, ist ihr Mut zur Einfachheit. Während interessierte User bei anderen Anbietern oft die Erfahrung machen müssen, dass vom vollmundigen Katalog mit mehreren 10.000 Titeln nach der Anmeldung zur Flatrate nur eine kümmerliche Ramschauswahl von der Resterampe tatsächlich im Flatrate-Paket angeboten wird, spielt Watchever mit offenen Karten: Es gibt nur einen Preis, und so lange ihr ihn bezahlt, könnt ihr alles im Katalog sehen so oft ihr wollt. Ein halbes Dutzend Abo-Varianten, versteckte Zusatzkosten, teure Blockbuster-Optionen oder Knebelverträge gibt es nicht. Watchever setzt auf Übersichtlichkeit und Fairness, und das ist gut so.

Mit einem noch recht kleinen, aber dafür ziemlich gut sortierten Katalog versuchen sie sich vom “Masse statt Klasse”-Prinzip der Konkurrenz abzuheben und bieten dadurch schon beim Start ein Angebot, das sich wirklich sehen lässt. Breaking Bad oder Die Sopranos konnten sich Fans bisher nur mit teuren DVD-Boxen auch im Original anschauen. Hinzu kommen zahlreiche BBC- und andere US-Serien wie etwa Peep Show, die es noch nicht einmal als deutsche DVD zu kaufen gibt. Auch der Filmkatalog überzeugt durch zahlreiche Blockbuster, Klassiker und Arthouse-Perlen und liefert gerade bei älteren Filmen bessere Ergebnisse als die Konkurrenz. Watchever kennt anscheinend die Wünsche eines filmbegeisterten Publikums. Etwas dünn sieht es derzeit noch bei aktuellen Blockbuster-Releases aus, aber Watchever wird seinen Katalog mit Sicherheit noch ausbauen.

Auch kleine Nachteile gibt es zu verkraften: So müsst ihr euch zunächst wie bei LoveFilm das Silverlight-Framework herunterladen, um den Player anzuzeigen. Dieser streamt dann Videos ohne großen Zwischenspeicher, was eine gute Internetverbindung voraussetzt. Die Bild-Qualität passt sich automatisch der Bandbreite an. Unter einem stabilen 6.000er DSL gibt es daher kein HD. Dafür gibt es umgekehrt die Funktion, eure Filme und Serien auch im offline-Modus für unterwegs auf mobilen Geräten wie Tablets und Smartphones zwischenzuspeichern. Auch finden sich noch ein paar Lücken, was einzelne Studios und Sender angeht, aber hier wird Watchever hoffentlich noch nachlegen.

Hinter Watchever steht dabei die französische Unternehmensgruppe Vivendi, zu der auch Universal Pictures und Canal+ gehören. Dementsprechend Großes haben Sie sich für den deutschen Markt vorgenommen. Wer den neuen Service testen möchte, kann dies einen Monat lang kostenlos tun. Auch danach bleibt der Service monatlich kündbar. Schaut es euch an!

Update: In einer früheren Version des Artikels berichtete ich von einer Untertitelfunktion. Die von mir entdeckten Untertitel waren wohl eine fest ins Video eingebrannte Ausnahme. Watchever arbeitet derzeit nach eigenen Angaben noch an einer allgemeinen Lösung für Untertitel, die aber noch nicht live ist.

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Aus den Nouvelle-Vague-Kinos Frankreichs über die Gipfel der amerikanischen Blockbuster bis zu den Sternen der DEFA-Science-Fiction.
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