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Peter Hase - Allergiker rufen zum Boykott der Kinderbuchverfilmung auf

12.02.2018 - 12:00 Uhr
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© Sony Pictures
Peter Hase
Wegen eines Gags, in dem sich über Allergien lustig gemacht wurde, veranlassten einige Allergiker-Gruppen einen Boykott des Films Peter Hase und verlangten von Sony Pictures eine Entschuldigung.

Die Literaturverfilmung Peter Hase erschien in der letzten Woche in den USA und erhielt aus mehreren Gründen eher gemischte Kritiken. Vielen missfiel der Umgang mit den klassischen Kinderbüchern der Autorin Beatrix Potter, bei dem eher auf moderne Comedy und den Gebrauch aktueller Pop Songs als die herzerwärmende Atmosphäre der Vorlage gesetzt wurde. Eine etwas spezifischere Kritik bezog sich dagegen auf eine bestimmte Szene, in der Potters pelziger Held Peter Rabbit beinahe zum Mörder wird.

Hier geht es um eine der wohl drastischeren Methoden, mit denen sich Peter und seine Freunde Zugang zu Mr. McGregors (Domhnall Gleeson) Gemüsegarten verschaffen wollen. Denn sie attackieren ihn mit Brombeeren, mit dem Wissen, dass er auf diese stark allergisch reagiert. McGregor spürt die Folgen sofort, und wendet das schnelle Ende des Films, das sein Tod gebracht hätte, nur knapp mit einem EpiPen ab.

Jahrzehnte ähnlicher Szenen, besonders in Cartoons, haben die Wahrnehmung von Allergien auf das Bild roter und aufgeblähter Gesichter reduziert. Dies kann unter Umständen verharmlosend für ein Leiden wirken, das schon viele Leben gefordert hat. Dementsprechend geriet der Film für den Ausschnitt in die Kritik mehrerer auf Allergien spezialisierter Interessensverbände wie die Kids with Food Allergies Foundation, die sich am vergangenen Wochenende zu der Szene äußerte.

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KFA glaubt, dass 'Witze' über Lebensmittelallergie unsere Gemeinschaft schädigen. [...] Sich über diese Krankheit lustig zu machen, schadet unseren Mitgliedern, da die Öffentlichkeit ermutigt wird, allergische Reaktionen nicht ernst zu nehmen. Diese Haltung kann sie dazu bringen, auf eine Weise zu handeln, die allergische Personen gefährdet.

Diese und ähnliche Warnungen  zielten darauf aus, dass Eltern von Kindern mit Allergien sich dieses Elements bewusst sind, an anderen Stellen wurde mit dem Hashtag #boycottpeterrabbit  dagegen gleich zur Meidung des Films aufgerufen. Die australische Gruppe Globalaai verlangte über eine Petition  eine öffentliche Entschuldigung seitens Sony Pictures. Die Petition ist nur noch wenige hunderte Unterstützer von ihrem Ziel der 10.000 Unterschriften entfernt, doch Sony gab schon am Sonntag, den 11.02.2018, ein Statement zur Situation (via The Guardian ). In diesem wurde betont, dass die besagte Szene unangebracht war und die Macher sich der Problematik hätten bewusst sein sollen.

Deutsche Zuschauer können an den Abenteuern von Peter Hase, inklusive der Brombeer-Attacke, ab dem 22.03.2018 teilhaben.

Findet ihr den Boykott von Peter Hase gerechtfertigt?

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