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Rock the Kasbah - Was sagen die Kritiker zur Bill Murray-Komödie?

24.03.2016 - 08:50 UhrVor 4 Jahren aktualisiert
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Rock the KasbahAbspielen
© Splendid/Tobis
Rock the Kasbah
Heute startet Rock the Kasbah, die starbesetzte neue Komödie vom Good Morning, Vietnam-Regisseur Barry Levinson in den deutschen Kinos. Wir haben geschaut, wie Bill Murray als gescheiterter Musikmanager bei den Kritikern ankommt.
1987 entsandte Regisseur Barry Levinson (Sleepers, Rain Man) Robin Williams in Good Morning, Vietnam als moralische Unterstützung und Radio-DJ ins Kriegsgebiet. Fast 30 Jahre später reist nun Bill Murray als gescheiterter Musikmanager nach Afghanistan, um mit der Bespaßung von Soldaten doch noch etwas Geld zu verdienen. Levinsons neuer Film Rock the Kasbah kommt heute in die deutschen Kinos und wir haben geschaut, wie die starbesetzte Tragikomödie bei den Kritikern ankommt.

Mehr: Bill Murray ist bei neuem Wes Anderson-Film dabei - als Hund

Die Tragikomödie Rock the Kasbah mit Bill Murray als bankrottem Versagertyp Richie Lanz erzählt über einigen Umwegen die Geschichte einer unterdrückten afghanischen Frau, der Lanz dabei hilft, bei einer DSDS-ähnlichen TV-Show mitzumachen. Die Geschichte beruht zum Teil auf einer wahren Begebenheit und wurde der afghanischen Sängerin Setara Hussainzada gewidmet, die nachdem sie bei der Reality-Show Afghan Star ihren Schleier abgenommen hatte, aus der konservativen Bevölkerung Morddrohungen erhielt. Neben Bill Murray hat Rock the Kasbah noch einige andere bekannte Gesichtern zu bieten, unter anderem sind Zooey Deschanel, Bruce Willis, Danny McBride und Kate Hudson mit dabei. Aber was sagen die Kritiker zu der Musik-Komödie?

Hier erst einmal die harten Fakten zu Rock the Kasbah:

  • 13 Kritiker-Bewertungen mit einem Durchschnittswert von 4,3
  • 27 User-Bewertungen mit einem Durchschnittswert von 4,6
  • 13 Kritiken und 4 Kommentare
  • 232 Vormerkungen, 5 sind nicht interessiert

Rock the Kasbah - Das sagen die englischsprachigen Kritiker:

Peter Travers vom Rolling Stone lobt Bill Murrays schauspielerische Leistung:

Regisseur Barry Levinson und Drehbuchautor Mitch Glazer hatten das unglaubliche Glück, Bill Murray für die Rolle von Richie Lanz zu bekommen, einem Versager, der das Versagen unterhaltsam aussehen lässt. Und Murray brilliert.

Vulture -Reporter David Edelstein konnte mit dem Humor des Films nichts anfangen:

Levinson durchtränkt den Film mit Hoffnungslosigkeit, während er auf Landschaften verharrt, die so einladend sind wie Beton. [...] Die traurige Aura hätte vielleicht als Gegenpol zur Albernheit funktioniert, wenn Mitch Glazers Drehbuch intelligente Witze hätte. Doch wenn ein Witz nach dem anderen sein Ziel verfehlt, beginnt Bill Murray dem Zuschauer immer mehr leid zu tun. Er selbst ist auch wirklich zu alt, um einen Typen mit einer kleinen Tochter zu spielen, der im Bett mit einer Prostituierten/Geschäftsfrau (Kate Hudson) experimentiert.

Für Leah Greenblatt von Entertainment Weekly  rettet Bill Murray den Film gerade noch:

Der Film ist an vielen Stellen absolut respektlos, auch wenn er ab und zu auch amüsant sein kann und nicht komplett ignorant ist. Die besten Stellen sind allein Bill Murray zu verdanken, dessen Charme gerade genug ist, um den “Rock” (Stein) davor zu bewahren, unter der Last seiner Albernheit zu sinken.

Rock the Kasbah - Das sagen die deutschsprachigen Kritiker:

Gaby Sikorski beschreibt Rock the Kasbah bei Programmkino  als durchgeknallte und abstruse Mediensatire, die aber trotzdem unterhaltsam sei:

Mitch Glazer und Barry Levinson spielen mit Erwartungshaltungen, dass es nur so kracht. Nichts ist, wie es aussieht, die Handlung wirkt nicht immer logisch und ist es dann doch irgendwie.

Der Focus  bemängelt die Oberflächlichkeit und Klischeehaftigkeit des Films:

Warum stellt sich dieser Paschtunen-Vater aus dem hinterwäldlerischen Bergdorf bloß so an, wenn seine Tochter plötzlich im Fernsehen auftritt? Eine interessante Frage, mit der sich der Film aber nicht auseinandersetzt. Stattdessen setzt er alte Traditionen und Moralvorstellungen mit den radikalen Ansichten der Taliban gleich. Hier wäre ein differenzierteres Bild wünschenswert gewesen, zumal die meisten Zuschauer von Afghanistan ohnehin kaum eine Vorstellung haben. So bleiben die Antworten des Films simpel: Die Amerikaner haben Recht, die Traditionalisten selbstverständlich unrecht, ja sie wirken mit ihrer strengeren Moral sogar fast albern. Diese westliche Überheblichkeit macht den Film an manchen Stellen regelrecht ärgerlich.

Laut Falk Straub von Kino-Zeit  hat die Handlung einige Schwächen, rettet sich jedoch ein wenig durch die von Bill Murray gespielte Hauptfigur.

Nicht selten droht die Geschichte [...] aus den Fugen zu geraten. Selbst einige tragende Figuren werden nur deshalb eingeführt, um die Erzählung in eine entscheidende Richtung zu lenken. Was danach mit ihnen geschieht, dafür interessiert sich Mitch Glazers Drehbuch nicht. Der Leim, der Levinsons Komödie letztlich zusammenhält, ist Richie Lanz. Mit trockenem Humor und schlagfertigen Pointen täuscht der skurrile Kauz über vermeidbare Schwächen hinweg.

Fazit zu Rock the Kasbah:

Rock the Kasbah schneidet bei den Kritikern überwiegend schlecht ab. Nicht nur sei die Handlung konfus und weise einige Schwachstellen auf, auch der Ton des Films zwischen Tragik und Comedy funktioniere nur selten. Ein relativ ernstes Thema handle der Film ohne viel Tiefgang ab und ohne dabei besonders lustig zu sein. Als häufigsten Pluspunkt nannten die Kritiker die schauspielerischen Leistungen, insbesondere von Bill Murray, der aus dem begrenzten Drehbuch das Beste mache. Er mache Rock the Kasbah an einigen Stellen dann doch unterhaltsam.

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