Neuer Netflix-Hit: Lupin vereint das Beste aus Haus des Geldes und Sherlock

Lupin
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11.01.2021 - 10:50 UhrVor 16 Tagen aktualisiert
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In der neuen Netflix-Serie Lupin wird Omar Sy zum legendären Meisterdieb. Aber kann die Mischung aus Sherlock, Haus des Geldes und James Bond überzeugen?

Um es gleich klarzustellen: Nein, die neue Netflix-Serie Lupin hat nichts mit Harry Potter zu tun. Dafür aber umso mehr mit der berühmten Romanfigur des Gentleman-Gauners Arsène Lupin. Entgegen einer klassischen Romanadaption überrascht Lupin als Meta-Modernisierung mit Haus des Geldes-Anleihen und dem unwiderstehlichem Charisma von Omar Sy (Jurassic World, Ziemlich beste Freunde).

Auf Netflix gibt es nun die 1. Staffel mit 5 Episoden (mehr konnte aufgrund der Pandemie nicht rechtzeitig fertiggestellt werden) zu streamen. Ob sich die Serie mit dem klangvollen Originaltitel Lupin, dans l'ombre d'Arsène (Lupin, im Schatten des Arsène) für euch lohnt, erfahrt ihr in diesem Seriencheck.

Lupin auf Netflix - Ein Meisterdieb mit vielen Gesichtern

Worum geht es überhaupt in Lupin? Zu Beginn lernen wir die Hauptfigur Assane Diop als Putzkraft im Louvre kennen. Er hat Geldprobleme und schlägt sich gerade so durchs Leben. Den Unterhalt für seinen Sohn kann er kaum bezahlen. Darum heckt er einen spektakulären Plan aus: Er will das wertvolle Collier aus dem Museum stehlen, das für die Inhaftierung seines Vaters vor 25 Jahren verantwortlich war.

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Lupin - S01 Trailer (Deutsch) HD
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Und was hat das jetzt mit Arsène Lupin zu tun? Schnell offenbart die Serie den eben kennengelernten Mann als Scheinpersona Assanes - nur eine von vielen. Denn dieser ist seit seiner Kindheit großer Fans des Gentleman-Gauners und Verwandlungskünstlers. Maurice Leblancs Romane bieten ihm eine Steilvorlage für Heists und Täuschungen, um der Polizei unerkannt zu entkommen.

Das alles tut Assane aber nicht, um sich zu bereichern. In Wahrheit will er den Tod seines Vaters rächen, der damals unschuldig inhaftiert und von der reichen Familie Pellegrini manipuliert wurde. Dafür wird er selbst zu Arsène Lupin und tauscht dessen ikonischen Zylinder gegen eine unerschöpfliche Kollektion von Schiebermützen.

Mit ausgeklügelten Plänen und stetig wechselnden Persönlichkeiten muss Assane an Informationen gelangen und die immer größer werdende Verschwörung der Pellegrinis aufdecken. Nebenbei muss er auch die Polizei hinters Licht führen, denn ein gewiefter Ermittler ist ebenfalls großer Fan der Arsène Lupin-Bücher und Assane dadurch dicht auf den Fersen.

Neue Netflix-Serie: Lupin vereint Haus des Geldes, Sherlock und Bond

Lupin wirkt wie ein passendes Begleitstück zu Sherlock. Die Inszenierung, die Musik und nicht zuletzt die wehenden Mäntel der Hauptfigur erinnern an die beliebte Krimiserie mit Benedict Cumberbatch. Der Vergleich kommt nicht von ungefähr: Der Meisterdieb und der Meisterdetektiv trafen in den Romanen schon aufeinander.

Lupin: Omar Sy

Die größte Stärke von Lupin ist Assane Diop und das umwerfende Charisma von Omar Sy. Sein Charakter vereint den Charme eines James Bond, den Kleidungsstil von Sherlock und die Genialität des Professors aus Haus des Geldes.

Haus des Geldes-Fans werden sich mehr als einmal an die spanische Heist-Serie erinnert fühlen, wenn Assane Polizisten mit versteckten Kameras überwacht, sie mit verzerrter Stimme kontaktiert und sich ausweglose Situationen als Teil eines minutiös geplanten Vorhabens entpuppen.

Wie auch Haus des Geldes springt Lupin im Minutentakt zwischen verschiedenen Zeitebenen hin und her. Obwohl dies in den ersten 4 Folgen sehr gut integriert wird, sorgt der inszenatorische Kniff in Episode 5 leider oft für Verwirrung, wann und wo wir uns überhaupt gerade befinden. Hier ist Aufmerksamkeit gefragt.

Der perfekte Januar-Netflix-Binge: Lupin ist temporeicher Durchschnitt

Allerdings hat Lupin auch ein großes Problem. Obwohl Assanes Persönlichkeit strahlt, lässt die Serie weitere erinnerungswürdige Figuren vermissen. Viele Charaktere sind nur mittel zum Zweck und wissen kaum zu begeistern. Einzig die abgebrühte und geschasste Journalistin Fabienne ist eine gelungene Erweiterung von Assanes Umfeld.

Lupin oder Bond?

Die Netflix-Serie ist flott inszeniert (die ersten 3 Kapitel wurden von Transporter-Regisseur Louis Leterrier realisiert) und lässt in den 5 Episoden kaum Langeweile aufkommen. Jedoch ist Lupin darüber hinaus nicht sonderlich spektakulär. Etwas mehr Action, wie zum Beispiel die Verfolgungsjagd über den Dächern Paris, hätte der Serie gut getan.

Die 5 Folgen sind aber nur der erste Teil der nicht rechtzeitig fertiggestellten Staffel und enden mit einem interessanten Cliffhanger, der Lust auf mehr macht. Wenn ihr einen kurzweiligen und nicht allzu fordernden Wochenend-Binge für kalte Wintertage sucht, dann kann ich euch Lupin nur wärmstens empfehlen.

Die 1. Staffel von Lupin ist seit dem 8. Januar 2021 auf Netflix als Stream verfügbar. Als Grundlage für diesen Seriencheck dienten alle 5 Episoden.

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