The King bei Netflix: Alle Game of Thrones-Parallelen auf einen Blick

Game of Thrones und The King
© Netflix/HBO
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Moviepilot Team
the gaffer Jenny Jecke
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Stellvertretende Chefredakteurin bei Moviepilot, schreibt am liebsten über Game of Thrones und Filme, die in Hongkonger Nudel-Restaurants spielen.

Schon bei der Weltpremiere in Venedig war es offensichtlich: Netflix' The King ist wie eine Bonusfolge von Game of Thrones. In dem Historienfilm mit Timothée Chalamet und Robert Pattinson herrscht zwar Drachenarmut und der Inzestpegel dürfte Lannister-Fans enttäuschen.

Darüber hinaus gibt es jedoch zahlreiche Parallelen zur erfolgreichen Fantasyserie von HBO. Manche davon wirken wie Zufälle, andere wie eine absichtliche Hommage an die Serie, die die Ästhetik von Historienstoffen in Film und Fernsehen bereits beeinflusst. Aber lest selbst.

Timothée Chalamet spielt in The King den englischen König Heinrich V., der vor allem für die Schlacht von Azincourt gegen die Franzosen im Hundertjährigen Krieg berühmt ist. William Shakespeare machte ihn zum rebellischen Theaterhelden und Ansätze davon finden sich auch in der neuen Erzählung von David Michôd (The Rover) und Joel Edgerton.

Aber wo und wie ähnelt The King nun Game of Thrones?

1. Die Werbung erinnert an Game of Thrones

Auf dem Poster für Netflix' The King sitzt Timothée Chalamet auf dem Thron wie einst Sean Beans Eddard Stark im Werbematerial für die 1. Staffel von Game of Thrones. Die düstere Lichtsetzung erinnert zudem an die Charakterposter für die letzte Staffel der Fantasyserie.

2. Tommen aus Game of Thrones spielt mit

Hal (wie Chalamets Heinrich vor der Krönung heißt) rebelliert gegen seinen König und Vater (Ben Mendelsohn). Ganz anders sieht es bei dessen jüngerem Bruder Thomas aus. Nicht zu verwechseln mit Tommen, wenn auch Dean-Charles Chapman beiden sein Gesicht leiht. Beide stellen sich übrigens Pflichten, für die sie dank Alter und Kompetenz überhaupt nicht geeignet sind.

3. Ein Netflix-Drama, so jung und frisch wie die Starks

28 Jahre war der reale Heinrich V. alt, als er 1415 in die Schlacht von Azincourt zog. Timothée Chalamet indes feiert diesen Dezember erst seinen 24. Geburtstag. Das englische Personal wurde für The King verjüngt und ähnelt damit noch mehr den Kindern der Starks und Lannisters, welche die Konflikte ihrer Eltern austragen müssen.

Interessanterweise wurde ausgerechnet der Bösewicht älter gemacht. Der reale Dauphin von Frankreich war 18 Jahre alt, als Heinrich V. nach Frankreich kam. Sein Darsteller Robert Pattinson zählt 33 Jährchen.

4. Jon und Heinrich - Brüder im Geiste?

Heinrich V. wäre am liebsten kein König, nimmt die Verantwortung aber auf sich. Schlachten haben für ihn nichts Glorreiches und doch beweist er sich als charismatischer Anführer seiner Armee. Klingt bekannt?

Obwohl George R.R. Martin die Rosenkriege als Vorbild für Game of Thrones hatte, sind Figuren wie Heinrich V., wie ihn auch Shakespeare skizzierte, populäre Historienhelden, deren Eigenschaften sich in Jons Wesen wiederfinden.

5. The King und die Bastardschlacht in Game of Thrones

Eine der auffälligsten Parallelen zwischen The King und Game of Thrones ist fraglos die Inszenierung der Schlachten. Speziell einer Schlacht. Als Engländer und Franzosen aufeinander treffen, wähnt man sich in der Schlacht der Bastarde. So treffen Matsch und Blut, Haut und Stahl aufeinander.

Es kann eigentlich kein Zufall sein, wenn eine der berühmtesten Einstellungen aus Game of Thrones quasi kopiert wird. Nennen wir es eine Hommage.

6. Die Musik von The King

Nicholas Britell ist ein talentierter Komponist, der eine große Zukunft vor sich hat. Trotzdem klingen Teile seines Scores für The King, als hätte Ramin Djawadis Lord of Light-Thema aus Staffel 2 von Game of Thrones Pate gestanden. Was gar nicht mal abwegig wäre, da der Score als sogenannter "Temp Track" beim Schnitt zum Einsatz gekommen, also vorbildhaft für die Macher sein könnte.

Der Score von Nicholas Britell klingt an einigen düsteren Stellen verdächtig nach Ramin Djawadis Lord of Light-Thema aus Staffel 2 von Game of Thrones.

7. Falstaff - Wie der Sohn von Bronn und Tormund

Ein drastischer Unterschied zwischen The King und Shakespeares Version von Heinrich V. ist die Figur des John Falstaff. Beim Barden stirbt der Freund von Hal vor dessen Krönung, bei The King zieht er mit in den Krieg.

Dabei nimmt er für Heinrich V. eine Rolle ein, wie sie Bronn für Jaime oder Tormund für Jon hatte. Das dürfte ein Zufall sein, aber bei Game of Thrones-Fans vielleicht wohlige Erinnerungen wecken.

Achtung, es folgt ein massiver Spoiler für The King bei Netflix:

8. The King hat seinen eigenen Littlefinger

Heinrich will nicht in den Krieg gegen Frankreich ziehen, tut es aber doch - weil er provoziert wird. Im Finale von The King stellt sich jedoch heraus, dass der Krieg und sein glorreicher Sieg auf einer Lüge basiert.

Verantwortlich dafür ist William Gascoigne (Sean Harris), sein treuer Berater. Damit offenbart The King seinen eigenen Littlefinger, der die Schicksale der Mächtigen lenkt, Fehden spinnt und Kriege auslöst. Wenn auch seine Motive nicht ganz so eigennützig zu sein scheinen wie die jenes Mannes, der das von ihm ausgelöste Chaos in Game of Thrones als Leiter nutzte.

Natürlich bedeuten all diese Punkte nicht, dass The King seinen Plot geklaut hätte. Stattdessen haben wir es mit einem Drama zu tun, das sich in Sachen Werbung und Ästhetik an Game of Thrones orientiert, ansonsten aber klassischen Mustern (fiktionaler) historischer Intrigenspiele folgt.

Seht es mal so: Wenn ihr Game of Thrones nicht nur wegen der Drachen und Eis-Zombies geschaut habt, dann ist The King vielleicht einen Blick wert.

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Habt ihr schon bei The King reingeschaut?

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Stellvertretende Chefredakteurin bei Moviepilot, schreibt am liebsten über Game of Thrones und Filme, die in Hongkonger Nudel-Restaurants spielen.
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