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Tomb Raider - Wie Lara Croft die Popkultur aufmischte

Tomb Raider - Trailer 2 (Deutsch) HD
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© Warner Bros.
Tomb Raider
14.03.2018 - 09:00 UhrVor 3 Jahren aktualisiert
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Am 15.03.2018 startet Tomb Raider mit Alicia Vikander in den Kinos. Zu diesem Anlass schauen wir zurück auf die späten 1990er, als Lara Croft die Popkultur gehörig aufmischte.

Wir schreiben das Jahr 1996: In den Kinosälen muss sich die Menschheit am Independence Day mit Aliens herumschlagen und Tom Cruise feiert seinen Einstand als Ethan Hunt im ersten Teil der Mission: Impossible-Reihe. Der Macarena ist der beliebteste Tanz des Sommers, Fools Garden tragen sich mit Lemon Tree in das große Buch der One Hit Wonders ein und Oliver Bierhoff schießt Deutschland per Golden Goal zum Europameistertitel. Und der Videospiel-Kassenschlager Tomb Raider holt die maximale 3D-Power aus der im Jahr zuvor auf den Markt gekommenen PlayStation heraus.

Links: Lara 1996, rechts: Lara 2013

Wie (vom obligatorischen Super Mario abgesehen) keine Videospiel-Figur zuvor mischte die adrette Archäologin Lara Croft die Popkultur der ausgehenden 1990er Jahre auf. Bereits der erste Teil der Videospiel-Reihe verkaufte sich wie warme Semmeln, ging über 7 Millionen Mal über die Ladentheke. Bis ins Jahr 2000 folgte so jedes Jahr ein neuer Beitrag zur Serie. Zwar verkauften sich diese Nachfolger immer weniger, wechselten aber dennoch stets millionenfach den Besitzer.

Die ganz große Renaissance folgte dann mit dem Reboot im Jahr 2013: 11 Millionen Einheiten brachte Entwickler Square Enix an den Mann, was Tomb Raider zum bisher erfolgreichsten Spiel der Reihe macht. Der norwegische Regisseur Roar Uthaug nahm sich dieses dann auch für den neuen Kinofilm Tomb Raider mit Alicia Vikander in der Titelrolle zum Vorbild, den ihr euch ab dem 15.03.2018 in den deutschen Kinos anschauen könnt.

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Viel beeindruckender als die Verkaufszahlen der erfolgreichen Videospiel-Reihe ist jedoch, wie sich die Titelheldin auch außerhalb der Gaming-Szene ihren Platz in unserer Welt eroberte.

Die von Spiele-Entwickler Toby Gard erfundene Heroine platzte 1996 ohne Vorwarnung in die damalige Popkultur und veränderte sie nachhaltig. Sicherlich trugen dazu auch ihre üppigen Kurven bei, die wohl bis heute den ein oder anderen feuchten Traum inspirieren, aber viel mehr noch, dass es eine solche Figur zuvor nicht gegeben hatte. Videospiel-Helden waren männliche Übermenschen, keine taffen und gebildeten Frauen. Neben vielen anderen Branchen-Magazinen lobte auch IGN  diesen Ansatz und bescheinigte ihre eine entscheidende Mithilfe bei der Neuinterpretation des weiblichen Geschlechts in Videospielen durch das Herausstellen der weiblichen Fähigkeiten.

Auch dem britischen Entwicklerstudio Core Design und Publisher Eidos Interactive war bewusst, dass sie mit der Figur Lara Croft einen Volltreffer gelandet hatten, weshalb sie die Marketingmaschine rund um das Action-Adventure auch als Galionsfigur anführte. Mit Nathalie Cook wurde ein menschliches Double engagiert, welches die athletische Archäologin in der realen Welt verkörpern und das Spiel bewerben sollte, doch schon bald wurde sie von der damals komplett unbekannten Schauspielerin Rhona Mitra (Underworld: Aufstand der Lykaner) abgelöst: 1997 und 1998 war sie das fleischliche Ebenbild Laras und stellte sich unter ihrem Namen sogar ins Tonstudio, woraus eine Elektro-Platte mit dem Titel Lara Croft: Female Icon  entstand. Bis ins Jahr 2010 gab es stets eine offizielle menschliche Lara-Inkarnation, Nell McAndrew schaffte es in dieser Rolle 1999 sogar aufs Cover des US-Playboy ... und wurde dafür anschließend gefeuert.

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Doch Rhona Mitras Album war bei weitem nicht Laras einziger musikalischer Auftritt: 1997 begleitete sie die irischen Rock-Giganten von U2 auf ihrer Welttournee, war während des Songs Hold Me, Thrill Me, Kiss Me, Kill Me auf gigantischen Videoleinwänden zu sehen und stahl Bono und Co. damit die Show. 1998 dachten sich dann auch Die Ärzte, dass ein Auftritt der populären Videospiel-Ikone perfekt zu ihrem neuen Song Männer sind Schweine passen würde und so ließen sich Farin, Bela und Rod im dazugehörigen Video kurzerhand von ihr durch eine Lagerhalle jagen und schließlich auch zur Strecke bringen.

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Nicht nur innerhalb des bis heute populären Musikvideos war Lara Croft damals im Fernsehen vertreten: Sie machte Werbung für diverse Produkte, darunter die Sega Dreamcast , Seat  und - nicht zu vergessen - die deutsche Frauenzeitschrift Brigitte . Darüber hinaus blickte sie damals auch von beinahe jedem zweiten Magazin-Cover auf die potentiellen Käufer herauf. Mittlerweile steht Lara damit im Guiness Buch der Rekorde: Über 1400 Mal  war sie auf der Titelseite einer Zeitschrift zu sehen: öfter als jede andere Videospiel-Figur.

Wenig überraschend wurde zu Beginn des neuen Jahrtausends dann auch Hollywood auf den Erfolg der Action-Heldin aufmerksam. Also machte sich bald darauf Regisseur Simon West (Con Air) an die Leinwand-Adaption und setzte dabei mit der frischgebackenen Oscar-Preisträgerin Angelina Jolie (2000 für ihre Nebenrolle in Durchgeknallt) die für ihre Zeit perfekte Film-Lara in Szene. Am 28.06.2001 startete Tomb Raider in den deutschen Kinos - und war mit weltweiten Einnahmen von 275 Millionen Dollar einer der großen Kassenschlager des Jahres.

Zwei grundverschiedene Laras: Angelina Jolie 2001 und Alicia Vikander 2018

Doch kurz darauf begann der Tomb-Raider-Hype abzuflachen: Das Spiel Tomb Raider: The Angel of Darkness (2003) blieb qualitativ weit hinter den großen Erwartungen zurück und verkaufte sich zudem nicht zufriedenstellend, ganz ähnlich sah es bei der ebenfalls 2003 erschienenen Film-Fortsetzung Tomb Raider 2 - Die Wiege des Lebens aus, obwohl mit Jan de Bont (Speed) ein Action-Experte auf dem Regiestuhl saß und auch die Besetzung um Gerard Butler und Ciarán Hinds vielversprechend klang.

Doch mittlerweile scheint der alte Glanz wiederhergestellt: Das Game-Reboot von 2013 erfüllte alle Erwartungen und auch das Sequel Rise of the Tomb Raider überzeugte 2015 auf voller Linie. Mit Alicia Vikanders Darstellung der 21-jährigen Lara Croft im Kinofilm Tomb Raider folgt nun der nächste, hoffentlich ebenso erfolgreiche Eintrag in den beeindruckenden Lebenslauf der größten weiblichen Videospiel-Heldin aller Zeiten.

Freut ihr euch auf Tomb Raider mit Alicia Vikander?

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