Der Film ist optisch gigantisch und hinterlässt am Ende viel Erzählstoff, vor allem die Atmosphäre ist hier berauschend. Inhaltlich ist das Ganze aber Pfui Teufel schlecht und dünn! Gerade für einen 80er Film ist Blade Runner erstaunlich künstlich, leblos, aufgesetzt und kitschig. Wobei diese Kunstfilme oft auch noch ausgerechnet von den besten Regisseuren stammen. Nebenher wird im Film auf Hochhäuser kräftig Werbung für Coca Cola gemacht. Gut, das Logo schaut ja wenigstens schmackhaft aus. Komischerweise verspürte ich nun Durst und musste mir dann auch gleich eine frische, kalte Cola beschaffen. Eine inhaltlich versteckte, aber doch sehr augenscheinliche Manipulation am Zuschauer, die ich in einem Film aus den 80ern oder noch früher bis dato so noch nie gesehen habe. Zwar kann man die offensichtliche Werbung für ein nicht gerade gesundes Getränk auch als Ausdruck für die hier aufgezeigten künstlichen Lebewesen oder die daraus in der Story resultierende Manipulation schemenhaft als zusammenhänge erkennen, rechtfertigt aber in meinen Augen nicht diese unterschwellige Botschaft.
Leblos? Aufgesetzt? Kitschig? Kann ich alles nicht nachvollziehen.
Und das mit der Werbung. Ich weiß nicht genau ob das wirklich ernst gemeint ist.
Wenn dem so ist, hast du dann auch Lust verspürt auf einer Atari Konsole zu spielen? Oder einen Flug bei der Pan American World Airways zu buchen?
Vielleicht vorher noch schnell einen Imbiss beim White Dragon nehmen… halt Moment, das habe ich wiederum nicht ernst gemeint. Nix für ungut ;)
Nein ich hab nur die dicken Cola Werbeschilder auf den Hochhäusern gesehen, ausgerechnet Cola und sonst ist alles Dunkel. Mehr Werbung geht nicht, selbst wenn in Filmen bei MCDonalds gegessen wird und man noch meint wie gut es doch schmeckt, was es auch schon gab, selbst das wird hier durch die sehr große Colawerbung in Blade Runner noch getoppt. Scheinbar ist Coca Cola die einzige Marke die in der Zukunft überleben wird. Alles klar. Die Werbegelder werden nicht zu knapp gewesen sein. Ein wirklich schrecklicher Film von Ridley Scott, der sich nach seinem Alien erstmal kräftig blamiert hat, auch sein Legends anschließend war nur geringfügig besser. :D Scott hat sich von diese zu Recht derb gefloppten Filme aber erholt.
Der Film war damals im Gegensatz zu Alien auch vom Kinopublikum als Scheisse abgestempelt wurden und das sollte er auch Heute noch sein. Nur der Geschmack hat sich allgemein verändert.
Anscheinend hast du mißverstanden, das es in dem Film darum geht, die ständig präsente Medienberieselung darzustellen. In der Zukunft, wie Dick sie sah, sind die Medien allgegenwärtig. Das war der Sinn dessen, das überall Commercials und an jeder Ecke Fernseher zu sehen sind. Das ausgerechnet bei dir die Cola Werbung hängen geblieben ist, ist eher bezeichnend dafür, das du offensichtlich dafür empfänglich bist.
Künstlich und leblos SOLL es ja wirken. Die Zukunft soll trostlos erscheinen. Die Menschen der Zukunft lassen sich manipulieren und sind manipulativ. Es geht doch letztlich um die Frage 'Ist Empathie zwischen Mensch und Androide möglich?' und 'Zerstören wir uns mit der Übertechnisierung am Ende selbst?'. Obwohl Ridley Scotts Adaption keine werkgetreue ist, läuft seine Umsetzung (genau wie die Vorlage) auf diese Fragen hinaus. Der Film ist inhaltlich eine zynische Abrechnung mit der Industrialisierung.
Und wie kommst du darauf, das der Film gefloppt ist? Er war zwar beim ersten Erscheinen kein Riesenerfolg. Aber auch kein Flopp! Ist ja nicht so, als wenn sich der Film damals nicht rentiert hätte. Allein in den Staaten (also die weltweiten Einnahmen nicht mitgerechnet) hat er mit knapp $33 Mio sein Budget von $28 Mio wieder eingespielt. Somit gehört er immerhin zu den 20 erfolgreichsten Filmen im Jahr 1982. Auf Platz 1 war damals übrigens ein anderer Sci-Fi Film, "E.T. Der Außerirdische". Als zehn Jahre später die Directors Cut ins Kino kam, wurde er sogar von seinen früheren Kritikern gelobt. Diese Version hat zwei Oscar-Nominierungen bekommen.
@RoosterCogburn Ja gut so kann man Blade Runner inhaltlich auch sehen und das will er sicher auch damit ausdrücken, aber der Film kann auch anders gedeutet werden, bis dahin dass er die Reklame nutzt um Werbung zu machen, weil ein deutliche Aussage fehlt aufgrund der dünnen Handlung. Hauptsächlich hab ich mit dem langsamen Erzählstil und der visuell geprägten Optik mit dem Film ein Problem. Zudem bleiben die Charaktere sehr flach und die Geschichte liefert keine Spannung, da die Handlung halt viel zu dünn ist. Der Hinweis auf die Colawerbung war mehr als Gage gedacht, man sucht sich natürlich seine Aufhänger bei einem Film der einen nicht zusagt, bei einen anderen Film wäre es mir vielleicht gar nicht ins Auge gefallen.
Das mit dem ordentlichen einspielen des Budgets kann ich nicht bestätigen.
Wikipedia Auszug: "Mit etwas über 26 Millionen Dollar spielte er zumindest in den Vereinigten Staaten nicht einmal die Produktionskosten wieder ein." Die USA sind ein wichtiger Markt, damals mehr als Heute, da viele Filme Heute erst international das Plus dann ausmachen. Als Grund für den Kassenflop wird der von dir erwähnte E.T. genannt, der Blade Runner das Publikum auch teils wegnahm. Allerdings kam er neben dem Kassenflop auch bei den meisten Kritikern damals überhaupt nicht gut weg, nachzulesen bei Wikipedia. Blade Runner war auch nicht unter den 20 erfolgreichsten Filmen, erfolgreich kann man auch ganz weglassen. Er war nach noch gerade so akzeptablen Start (Platz 14 - 1982) dann zum Ende hin nur noch auf Platz 27 zu verzeichnen, um es genau zu nehmen. Damit lag man z.B. auch hinter Freitag der 13. - Teil 3 zurück, der bekanntlich nur 2,5 Millionen$ kostete und mehr Geld einspielte (36,7 Millionen$) und somit als kleinere Produktion erfolgreicher war. Selbst der vom visuellen Stilmittel her ähnlich ausgerichtete Tron lief an den Kinos etwas besser als Blade Runner. Tron ist auch ein ziemlich oberflächlicher Film der nur auf die Optik setzte und so was kam in den 80ern nur schwer an, die Fangemeinde war im Gegensatz zu Heute jedenfalls klein. Wobei ich Tron noch eher etwas abgewinnen kann, trotz der fehlenden Spannung, hat Tron wenigstens Heut zu Tage noch was Belustigendes an sich und der Film ist bei mir trotz blasser Besetzung und lahmer Geschichte nicht ganz durchgefallen.
Wenn man dann noch das hohe Budget von Blade Runner sieht, blieb am Ende nur noch ein minimaler Gewinn zurück, den kein Produzent zufrieden stellen kann, im Gegensatz zu Scotts Alien oder Black Rain darauf folgend, die mehr als 100 Millionen Umsatz gemacht haben. Somit war Blade Runner ein ziemlicher Flop. Ridley Scott hat einige Filme in die Kinos gebracht, die kein Publikum gefunden haben, dass war dieser Blade Runner, aber seine größten Enten waren sicher der folgende Legend und einige Filme in den 90ern, da wurde nicht mal das Budget herausgespielt. Erstaunlich dass er es dann noch mal mit Gladiator und Hannibal zu richtige Kassenschlager geschafft hat und bis Heute machen seine Filme das Geld, wie zuletzt der sehr mittelmäßige Robin Hood, zumindest weltweit, selbst wenn sie in den USA die hohen Budgetkosten noch nicht decken können.
Erstmal zu den Zahlen:
Ja, er ist nicht unter den ersten 20 erfolgreichsten Filmen. Sorry, mein Fehler. Er ist auf Platz 21 direkt hinter "Tron". Sein Einspielergebnis betrug in den Staaten 32,87 Mio. $ [Quelle: boxoffice.com]. Wenn ein Film sich letztlich rentiert und Gewinn erzeugt, dann ist er auch kein Flop. Es ist natürlich richtig, das sich der erwartete Erfolg nicht bei der Erstaufführung eingestellt hat. Alllerdings genoss der Film im Laufe der Zeit eine stetig wachsende Fangemeinde. Er entwickelte sich auf dem Videomarkt zu einem enormen Erfolg. Genau das war der Grund, was Warner zu einer Wiederaufführung des Filmes bewog. Die 'Directors Cut' ging nicht von Scott aus. Warner wollte den Film erneut rausbringen, weil sie sich einen grösseren kommerziellen Erfolg erhofften.
Und es richtig, das viele Kritiker den Film bei der Erstaufführung runter machten. Genau dieselben revidierten ihre Meinung bei der Wiederaufführung! Das war damals das kuriose. Ob es nun daran lag, das er im Gegensatz zur Erstversion ein paar mehr erklärende Szenen hatte und die Off-Stimme wegfiel, sei mal dahin gestellt. Es stimmt schon das die Versionen sich unterscheiden. Aber nicht so sehr um aus einen "miesen Sci-Fi-Streifen" einen "super Kultmovie" zu machen. Auf solche Filmkritiker gebe ich nichts. Ich finde alle fünf Versionen gut. Aber der 'Final Cut' ist die treffendste und beste Version.
In der ursprünglichen Kinoversion wird die Geschichte des Blade Runners Deckard im Stil eines Philip Marlowe Films erzählt. Aus dem Off kommentiert Deckard fast emotionslos, was um ihn herum geschieht. Das lag aber eigentlich nicht in der Absicht von Regisseur Ridley Scott. Er wollte eine düstere Geschichte mit offenem Ende. Scott ließ im Directors Cut die Kommentare aus dem Off weg und entfernte das aufgesetzt wirkende Ende. Nun endete der Film offen. Und mit einem kleinen Trick wurden die Zuschauer zum Nachdenken über Deckards eigene Natur gebracht: Ridely Scott fügte aus seinem Film "Legende" eine kurze Szene eines Einhorns in Blade Runner ein, das sollte einen Traum von Deckard darstellen. Es handelt sich also nicht nur um einen plumpen Science Fiction-Streifen, sondern tatsächlich hat man ständig das Gefühl jede Szene sei von immenser Bedeutung, man assistiere eher bei einem sich langsam zusammensetzenden Kunstwerk als einem Unterhaltungsfilm. Neben Ethik spielen existenzielle Fragen wie "Woher kommen wir und wohin gehen wir?" – die so auch wortwörtlich im Film vorkommt – eine tragende Rolle.
Und jetzt sag mir nochmal irgendwas von Oberflächlichkeit in Bezug auf "Blade Runner"!!!
Ich hab die Zahlen von boxofficemojo.com und da wird er auf Platz 27 für 1982 geführt, zum Opening Weekends noch auf der 14. Nun gut die Zahlen sind sehr eng, wahrscheinlich wurde dort nicht alles eingerechnet. Vielleicht schaue ich ihn mir noch mal an, aber den Kult wird ich sicher nicht teilen können.
Lieber Ephigenia, wenn man hier als Kritiker geführt wird, sollte man zumindest ein Mindestmaß an Rhetorik aufweisen und seine Meinung klar strukturiert und mit gewichtigen Argumenten versehen, nachvollziehbar wiedergeben können. Bei dir sehe ich weder das eine, noch das andere.
Zu deiner "Kritik":
Einerseits behauptest du mehrere Male - auch infolge der Kommentar-Diskussion - , dass die Geschichte von "Blade Runner" zu dünn wäre, andererseits schreibst du in der ersten bzw. zweiten Zeile deiner "Kritik" " Der Film [...] hinterlässt am Ende viel Erzählstoff [...]". Abgesehen davon, dass "Pfui Teufel" kein schlagfertiges Argument ist. Der Rest deiner "Kritik" bezieht dann ausschließlich auf die Coca Cola Werbung, doch dazu wurde innerhalb dieser Diskussion bereits genug geschrieben.
Bitte verstehe das nicht persönlich, aber dir gehört der Kritiker-Status entzogen.
Blade Runner ist DAS Beispiel für falsche Erwartungen. Ich habe den Film das erste mal gesehen mit der Erwartung ein Actionspektakel zu erleben und bin letztlich eingeschlafen. Beim 2. und 3. mal habe ich den Film lieben gelernt. Das Die Charaktere und die Handlung flach sind, finde ich ungerechtfertigt, allein Deckard hat sehr viel Charaktertiefe, von dem Charakter von Rudgar Hauer gar nicht zu sprechen. Es ist natürlich immer schwer aber dennoch sollte man schon versuchen möglichst objektiv zu bleiben und auch wenn einem der Film nicht zusagt sollte man ihn nicht für Dinge kritisieren die unbestritten brilliant sind, was Charakter-und Handlungstiefe bei Blade Runner betrifft. Meine Empfehlung ist den Film nochmal anzusehen und vielleicht die Vorlage zu lesen. Wenn du den Film dann immer noch schlecht findest ist das okay, aber ich finde es wie gesagt unfair seine Tiefe (in welcher Hinsicht auch immer) abzusprechen. No Offense :)
"Commerce is our goal here at Tyrell. "More human than human" is our motto." -
Gestartet zwischen dem zweiten und dritten Teil der alten "Star Wars"-Saga, drei Jahre nach dem ebenfalls von Scott gedrehten "Alien" und zeitgleich mit "E.T. -The Extra-Terrestrial" fiel "Blade Runner" in eine schwierige Phase, und der Einbruch an den Kinokassen dürfte angesichts der Komplexität des Stoffes und der Inszenierung aus Retrospektive die wenigsten Analysten überraschen.
Warum nun diese Einleitung? - Weil "Blade Runner" auch bei heutigen Rezipienten noch genauso scheitern kann, wie damals, denn selten zwingt ein Film so sehr dazu, mit den eigenen Erwartungshaltungen zu brechen, wie es das dritte Werk aus Scotts Œuvre verlangt: Die Zukunftsvision, die "Blade Runner" heraufbeschwört, ist eine substantiell andere, als alle vergleichbaren Welten und Galaxien, die bis dato geschaffen wurden - vorbei…
"Commerce is our goal here at Tyrell. "More human than human" is our motto." -
Gestartet zwischen dem zweiten und dritten Teil der alten "Star Wars"-Saga, drei Jahre nach dem ebenfalls von Scott gedrehten "Alien" und zeitgleich mit "E.T. -The Extra-Terrestrial" fiel "Blade Runner" in eine schwierige Phase, und der Einbruch an den Kinokassen dürfte angesichts der Komplexität des Stoffes und der Inszenierung aus Retrospektive die wenigsten Analysten überraschen.
Warum nun diese Einleitung? -
Weil "Blade Runner" auch bei heutigen Rezipienten noch genauso scheitern kann, wie damals, denn selten zwingt ein Film so sehr dazu, mit den eigenen Erwartungshaltungen zu brechen, wie es das dritte Werk aus Scotts Œuvre verlangt: Die Zukunftsvision, die "Blade Runner" heraufbeschwört, ist eine substantiell andere, als alle vergleichbaren Welten und Galaxien, die bis dato geschaffen wurden - vorbei die märchenhafte Überhöhung des Zukünftigen; Scott zwingt seinen Zuschauer zum Abtauchen in einen slumähnlichen Moloch, der bewusste Parallelen zu den heutigen Großstädten evoziert.
Solche Äußerlichkeiten, ebenso wie der nahezu vollständige Verzicht auf Actionsequenzen, bescherten Scotts Werk zur damaligen Zeit ein absolutes Alleinstellungsmerkmal in der Sparte, unter der der Film vermarktet wurde, waren aber doch nur Fassade für einen viel tiefgreifenderen Bruch mit den Konventionen des Genres: Hinter den fliegenden Gefährten und der futuristischen Architektur gärt eine bedrohliche Atmosphäre, die jederzeit näher am klassischen Film-Noir, denn an den Space Operas vergangener Tage ist, und die vorallem die, in den Details - von der CocaCola-Reklame bis zur maskierten und dadurch anonymisierten Stripperin - hervortretende, satirische und zynische Abrechnung mit der Welt der Technokratie und der Großkonzerne, aufbietet.
Die philosophischen Anspekte, die "Blade Runner" dabei allgegenwärtig innehat, sind mannigfaltig, reichen von der Vergänglichkeit des emotionalen Erfahrens bis hin zu ethischen Fragen über den Wert des Individuums, und wären in solch einem Rahmen deutlich unterrepräsentiert, wenn man sie in wenigen Sätzen abhandeln würde - deshalb verweise ich an dieser Stelle bewusst und guten Gewissens auf die Zusatzliteratur, die jeder Interessent im Internet finden kann.
Somit ist "Blade Runner" definitiv weit von dem entfernt, was manche Zuschauer bei Titel, Cast und Trailer erwarten dürften - es ist kein Science-Fiction-Film, wie man ihn im Kontext seiner Zeit erwarten durfte, schon garnicht ist es ein Action-Reißer - vielmehr ist "Blade Runner" Scotts bestes Werk bis dato (woran sich aller Wahrscheinlichkeit nach nichts mehr ändern wird...), und einer der wenigen Produktionen, denen ich zugestehe, eine ernstzunehmende Meditation zu ihrem jeweiligen Thema darzustellen.
(Rezensiert wurde der "Blade Runner"-FinalCut von 2007)
Schöner Kommentar, Blade Runner ist für mich der größte Film überhaupt.
Daher schaue ich auch öfters mal auf die Seite hier - stand hier an dieser Stelle nicht vor kurzem noch eine 5.0 Bewertung mit entsprechend ausfallender Kritik von Dir? Umso schöner jetzt hier diese neue Kritik zu lesen, die Blade Runner gerecht wird :)
Naja, man muss ja dem Image gerecht werden - ich steh zu meinem Narziss-Dasein ;)
Außerdem trainiert dieses "Œ" die Fingerfertigkeit, und das kann ja nie schaden :)
Jup, viel zu lange stand die da schon, und war mir ein Dorn im Auge, ich hatte nur bisher keine Zeit, ein neues Review zu schreiben - und löschen von Kritiken ist im Moment mit dem Kritiker-Profil nicht so einfach.
Ich hab deshalb auch bewusst die Sache mit der falchen Erwartungshaltung angesprochen - als ich ihn vor ein paar Jahren das erste Mal gesehen habe, war ich frustriert ohne Ende - hat lange gedauert, bis ich mich zu einer erneuten Sichtung überwinden konnte - hat sich aber rundum gelohnt :)
Die Erwartungshaltung zu Blade Runner ist wirklich das Problem, das vielen Zuschauern den Zugang zum Film erschwert. Gut, dass du das angesprochen hast. Es ist nun mal so: Inhaltsangabe und der dynamische Titel lassen auf einen rasanten und actionreichen Sci-Fi Thriller schließen, was Blade Runner nicht ist
Wunderbar beschrieben! Klär mich auf, ich kannte bisher nämlich nur den Director's Cut und die Originalversion aber anscheinend gibt es noch zwei andere. Habe ich etwas verpasst?
@Jules
Nach dem Bonusmaterial, was ich gesehen habe, dürfte es sogar fünf Fassungen geben: Workprint, US-Kini, Euro-Kino, Directors Cut, Final Cut.
Von Bedeutung ist aber eigentlich nur die Kinofassung und der FinalCut. Der FinalCut ist inhaltlich und was das Ende angeht mit dem Directors Cut relativ identisch, wurde aber noch einmal technisch überarbeitet, um die Effekte an die heutige Zeit anzupassen (was mMn wirklich gut gelungen ist - die BluRay ist toll :)).
Recht viel mehr Einzelheiten kann ich dir dazu aber auch nicht sagen, dafür ist es zu lange her, als dass ich die Kinoversion gesehen habe...Aber wenn es nach Scott geht, macht man mit dem FinalCut definitiv nix falsch.
Da stand mal ne 5,0 ?! tztztz... ;)
Sehr gut geschrieben, ich finde allerdings ALIEN hauchdünn besser als BLADE RUNNER. Und es wird definitiv nichts besseres mehr von Scott geben. Ausgeschlossen.
Einer der ersten SiFi-Filme, der seinerzeit die Zukunft nicht sauber/steril sondern schmutzig zeigte. Keine Raumschiff-Laserduelle, sondern Stadtleben machte den Film damals umso untypischer für das SiFi-Gerne.
Philip K. Dick ist mit seinen Buchvorlagen ist auch hier für eine interessante Grundidee gut.
Ridley Scotts “Blade Runner” ist wohl etwas, das man ein Meisterwerk nennt - entweder man preist ihn, oder man hasst ihn. Doch woran liegt das?
Ich behaupte einmal, nicht an der Optik. Das der Film 26 Jahre alt ist, sieht man ihm zu keinem Zeitpunkt an. Opulente Kamerafahrten durch das Los Angeles der Zukunft und beeindruckende Bilder und Effekte setzen noch heute Maßstäbe. Dabei sind sämtliche Effekte nur Mittel zum Zweck - auf übermäßige Tricktechnik nur weil sie machbar wäre wird verzichtet, und das macht den Film so authentisch. Diese gezeigte Zukunft wirkt echt - keine CGI-Schlacht wie in neueren Science-Fiction Filmen.
Mit dem Soundtrack bin ich persönlich nicht ganz so glücklich. Auch wenn es in Filmen dieser Art damals wohl so üblich war, depressives Saxophon-Gedudel kann ich nicht leiden. Das verdirbt mir schon ziemlich den Film - der ansonsten aber gut ist. Was ansonsten an der Filmmusik von Vangelis so genial sein soll, erschließt sich mir nicht…
Ridley Scotts “Blade Runner” ist wohl etwas, das man ein Meisterwerk nennt - entweder man preist ihn, oder man hasst ihn. Doch woran liegt das?
Ich behaupte einmal, nicht an der Optik. Das der Film 26 Jahre alt ist, sieht man ihm zu keinem Zeitpunkt an. Opulente Kamerafahrten durch das Los Angeles der Zukunft und beeindruckende Bilder und Effekte setzen noch heute Maßstäbe. Dabei sind sämtliche Effekte nur Mittel zum Zweck - auf übermäßige Tricktechnik nur weil sie machbar wäre wird verzichtet, und das macht den Film so authentisch. Diese gezeigte Zukunft wirkt echt - keine CGI-Schlacht wie in neueren Science-Fiction Filmen.
Mit dem Soundtrack bin ich persönlich nicht ganz so glücklich. Auch wenn es in Filmen dieser Art damals wohl so üblich war, depressives Saxophon-Gedudel kann ich nicht leiden. Das verdirbt mir schon ziemlich den Film - der ansonsten aber gut ist. Was ansonsten an der Filmmusik von Vangelis so genial sein soll, erschließt sich mir nicht so ganz.
In “Blade Runner” geht es um die Frage - was macht den Menschen zum Menschen? Darf sich der Mensch zum Schöpfer ernennen und wenn ja - darf er dann gleichzeitig über den Tod bestimmen? Wenn die Replikanten dem Menschen gleichen, wenn sie eine Erinnerung haben, Emotionen - was unterscheidet sie dann noch vom Menschen, sind sie vielleicht sogar menschlicher, als der Mensch je sein wird? Der Film ist kein Action-Reißer, benutzt wie gesagt seine Effekte und sein Setting nur als Mittel zum Zweck und erzählt in erster Linie nur seine Geschichte. Das ist Science-Fiction, wie sie sein sollte. Die Thematik ist immer noch aktuell und wird sie im Zeitalter des Klonens wohl immer bleiben. Harrison Fords Charakter ist dabei nicht der strahlende Held, eigentlich ist er ein Verlierer - den ganzen Film über steckt er nur ein, wird am Ende gar von seinem Gegner gerettet und erhält von ihm die Einsicht, dass sein Handeln vielleicht nicht so richtig ist, wie er es vielleicht einmal dachte. Am Ende kommen ihm (und dem Zuschauer) auch Zweifel, ob nicht vielleicht er selber ein Replikant ist, denn um zur Eingangsfrage zurückzukommen: Was macht einen Menschen zum Menschen? Und so bleiben bei Deckard die Zweifel, und das offene Ende stellt bewusst die Fragen, die in der “Original”-Version nicht gestellt wurden und scheinbar erst durch die Änderungen im Directors Cut auftauchten. Und das ist auch gut so. Denn so ein Film bedarf keines Happy Ends, denn es kann keines geben.
Sicherlich kann “Blade Runner” zu den Highlights der Filmgeschichte gezählt werden. Doch hat er auch seine Schwächen, hier und da kleine Längen, die eine 10er Punktzahl verhindern. Dies ist mit Sicherheit eine rein subjektive Wertung meinerseits die keinesfalls heißen soll, das man den Film als Filmfan nicht gesehen haben sollte, denn das ist auf jeden Fall so.
Als der beste Sciencefictionfilm aller Zeiten wird er oftmals tituliert. Eine Bezeichnung, die aber zugegebenermaßen unumstößlich ist, hat man den Film auch nur schon ein einziges Mal gesichtet.
"Augenschmaus", "Fest der Sinne", "Monumentaler Bilderrausch" - keine Ahnung, welche Superlative noch nicht bemüht wurde, um Ridley Scotts Sci-Fi-Epos über die Jagd von Blade Runner Harrison Ford nach dem Replikanten Rutger Hauer zu umschreiben. Auch heute noch bietet der Film eine überragende, atemberaubend durchgestylte Optik und sofern mir bekannt ist, wurde dieser Look zwischen Endzeit, Fantasy und Sci-Fi nie wieder in dieser Konsequenz aufgegriffen. Leider. Dabei ergeht sich "Blade Runner" nicht nur in einem schnöden Bilderrausch, sondern weiss auch mit einer doppelbödigen Story und einem beträchtlichen Anteil an ...Poesie zu gefallen.
Rutger Hauer hat damit seinen stärksten Moment - vielleicht in seiner gesamten Karriere. Wenn er sich zum Schluß dem Blade Runner offenbart, bäumt sich der Film für einen Moment zu einer ungeahnten Größe auf, die von Rutger alleine getragen wird und vollkommen zu Recht einen der großen magischen Kino-Momente darstellt...
Auf zahlreichen Ebenen wurde Ridley Scotts Arbeit betrachtet und erforscht, doch keine komplexe Theorie war je so stark wie die simpelste und eindringlichste These des Films: „Blade Runner“ zeigt eine zutiefst inhumane Welt, personifiziert durch einen ungreifbaren Großstadtmoloch, der Replikanten, künstliche Menschen, generiert. Deren Schutzbedürftigkeit und Wunsch nach einfachem Menschsein kulminiert in einem zutiefst humanen Grundappell, der in einem grandiosen Schlussmonolog Rutger Hauers Ausdruck findet. Fragen nach objektiver Realität und medialer Kodierung stehen der tragischen Erkenntnis gegenüber, dass mit jedem vergangenen Leben ein unschätzbarer Wissensverlust einhergeht. Ein filmisches Meisterwerk, herausragend inszeniert. Der beste Science-Fiction-Film aller Zeiten.
"Der beste Science-Fiction-Film aller Zeiten.", naja, da hasste wohl recht.
eine kritik von dir die mir richtig gut gefällt. und das mit dem "unschätzbare(n) Wissensverlust" der "mit jedem vergangenen Leben" einhergeht haut ein bischen in die magengrube. ist so simpel und so furchteinfößend.
ist ja mit deinem und meinem leben auch so.
Damals wie heute bahnbrechend. Das düstere Zukunftsszenario, in den meisten SciFi-Produktionen heute State of the Art, fand in "Blade Runner" seinen Anfang ...
Blade Runner ist ein Augen- und Ohrenschmaus. Ich möchte jedes mal eintauchen in diese wundervoll trostlose Zukunft. Hervorzuheben ist da vor allem die großartige Musik von Vangelis, die Bauchkribbeln bereitet. Die analoge Tricktechnik und die aufwändigen Kulissen können sich auch nach 30 Jahren noch sehen lassen und wirken lebendiger als die heute üblichen Computeranimationen. Ich mag besonders die Anfangssequenz: Dezente Töne, schwarzer Hintergrund. Und dann, ein Blick auf LA im Jahre 2019 bei Nacht. Ein nicht enden wollender Ameisenhaufen mit Millionen Lichterchen. Und dann diese feuerspuckenden Türme: Wusch! Schön auch dieses retro Film noir Thema. Dunkelheit, harte, einsame Kerle und jede Menge gequarze. Die Handlung ist leider etwas schwer zugänglich, da wenig gesprochen wird, und wenn dann schnell und undeutlich (habe die Version mit Erzählstimme nie gesehen). Nach mehrmaligem angucken wird einem klar, dass es wenige Science-Fiction Filme danach gab, an die Tiefe von Blade Runner auch nur heranreichen. Der Mensch ist rein technologisch vorangekommen: Fliegende Autos, Weltraumkolonien, künstliche Lebewesen. Trotzdem sind die Straßen dreckig und voller armer Leute. Und ethisch? Künstlich geschaffene Lebensformen gelten als Maschinen, die die Drecksarbeit machen und die man "aus dem Verkehr zieht", wenn sie nicht mehr richtig funktionieren. Und das obwohl die neuesten von ihnen nur schwer von Menschen unterscheidbar sind, einige sich sogar für echte Menschen halten.
Ich gehe durch die Straße. Menschen sprechen ein Wirrwarr von verschiedenen Sprachen, Müll und Werbung bombardieren nicht nur mich, sondern auch die gesamte Stadt. Wo man auch hinsieht findet man Hektik und Unordnung. Willkommen in der Gegenwart, denn das ist der Status Quo, wenn man selbst mal von seinem Rechner wegkommt.
Im Grunde ist dies auch die Situation, die uns Ridley Scott in seinem Film von 1982 prophezeite. Dystopie-Darstellungen sind ja schon immer eine recht schwierige Kiste, aber ich denke niemand wird mir widersprechen, wenn ich sage, dass das Universum, das hier konstruiert wurde wirklich lebendig wird. Wenn auch überspitzt, so kann man sich selbst vorstellen wie Harrison Ford, der stille "Blade Runner" von nebenan, durch die Straßen zu marschieren während fliegende Autos über einem in der Luft vorbei düsen und die Stadt mit ihren Scheinwerfern demaskieren.
"Blade Runner" weiß aber vor allem durch sein Szenario zu überzeugen, gewissermaßen die Rahmenhandlung des Filmes, in welcher unsere Erde zu einem Pool von körperlich minderen Individuen geworden ist, und nur Reiche und physisch Starke in die neue, von Replikanten konstruierte Welt aufbrechen dürfen. Dieses Phänomen kennen sicherlich viele aus der Biologie, denn bereits Darwin prägte diese Art von Auslese mit dem Begriff Selektion oder auch "survival of the fittest". Die Gesellschaft plätschert also so langsam dahin, merkt aber nicht, dass am Ende des Flußlaufes ein Wasserfall in den Abgrund führt. Technik hat zwar Fortschritt gebracht, aber keine Stärke, Replikanten richten sich gegen ihre eigenen Schöpfer und sind ihnen körperlich, sowie geistig (siehe Schach) überlegen. Das ist nicht unbedingt das neuste Thema, wird aber von Ridley Scott in einen atmosphärischen Science-Fiction Streifen verpackt, der einen gewissen Sog in Richtung Zuschauer entwickelt. Die Erwartungshaltung, man habe es hier mit einem Action-Thriller zu tun wird dann bereits zu Beginn zerstört, sodass man sich erst auf den Film einlassen muss, aber wenn man dies tut, findet man fast überall Gedankentiefgang und viele Details.
Harrison Ford nimmt seine Rolle an, verleiht ihr aber meiner Meinung nach nicht die gewisse eigene Note, wie es beispielsweise Rutger Hauer mit seiner Antagonistenrolle tut. Leider bleiben beiden aber auch nicht allzu viele Möglichkeiten ihren Figuren besonders großen Charme zu verleihen, da das Drehbuch eher selten auf lange Dialoge setzt. So könnte man kritisieren, dass die Charakterzeichnung hinter ihren Möglichkeiten bleibe, was aber gewiss für manche eher das Herumreiten auf Kleinigkeiten darstellt. Mir jedenfalls hat "Blade Runner" gut gefallen, wenn ich auch nicht behaupten kann, dass mein Gehirn besonders stark gefordert oder stimuliert wurde, wie ich es auch einigen anderen Werken von beispielsweise Terry Gilliam kenne, der sich ja Genre-technisch in ähnliche Gefilde gewagt hat.
Visionär, bizarr, wegweisend: Ridley Scott schuf mit 'Blade Runner' eine einzigartige Neo-Noir Reise durch eine düstere, dystopische Zukunftskulisse mit äußerst beeindruckenden Schauplätzen und ausgefallenen Wesen in Form von Replikanten, KI und purem Cyberpunk. Die audiovisuelle Stimmung in Kombination mit den ruhigen Schnitten erzeugt eine wahrhaft magische Atmosphäre, die selten von anderen Vertretern des Genres erreicht wurde.
Ich hab schon lange keinen Science Fiction film mehr gesehen der zu gleich gefühlvoll und atmosphärisch eine wucht war,die musik von vangels und die geniale kulisse erzeugen ein merkwürdig und zugleich gutes gefühl. Harison ford spielt genial wie auch sein merkwürdig wie auch sehr mächtigen gegner rutger hauer. Aber umbedingt in der directors cut schauen sie verleit dem film meht tiefe.
Vorhersage: 8,5 - Bewertung: 4,5! Warum? Die Kulisse des Films ist großartig, ansonsten überwiegt Langeweile, die aufgrund der mauen Charakterzeichnung und Story aufkommt.
["All diese Momente werden verloren sein in der Zeit, wie...Tränen im Regen.“]
Eine zukünftige Welt so dreckig wie ich sie mir vorstelle, so wie Ridley Scott sie sich vorstellt, so wie wir beide es nicht haben wollen, so wie es aber höchstwahrscheinlich kommen wird. Eine Welt die sich weiter entwickelt, die in der Wissenschaft unglaubliche Leistungen erzielt, und dennoch verkommt und zugrunde geht. Tiere existieren kaum noch, die Exemplare die noch leben werden als Luxusgüter benutzt, eine grüne Wiese hat manch einer vielleicht in seinen Erinnerungen gespeichert. Nicht nur der Planet geht zugrunde, auch der Mensch an sich, das Musterbeispiel hier ist Rick Deckard (Harrison Ford) der als ein emotionsloses Etwas herumwandelt, mit der Aufgabe Replikanten (künstliche Menschen, mit einer unfassbaren Intelligenz und Stärke) auszulöschen die unerlaubter Weise die Erde betreten. Warum aber dürfen sie nicht auf die Erde? Sind sie kein Abbild der Menschheit? Nur in Perfektion eben? Ja stimmt, doch der Mensch hat Angst vor körperlich stärkeren, vor intelligenteren Lebewesen, Lebewesen die nicht so fühlen wie Menschen. Deckard ist einer der Krieger der Menschheit, einer derjenigen der das Töten muss was zu geheimnisvoll erscheint, mit eiserner Miene und einer angehauchten Coolness geht er auf die Jagd. Doch was Deckard und der Zuschauer feststellen muss: Es sind nicht die Replikanten die gefühllos sind, immer wieder sieht man sie die Stadien der Trauer, der Liebe, der Furcht durchleiden, Harrison Ford(das Spiegelbild der dort herrschenden Gesellschaft) empfindet nichts davon, Emotionen werden nur selten freigesetzt.
Es ist einfach erschreckend wie treffend Ridley Scott den Schlag in die Magengrube der Gesellschaft platziert, die Utopie in der die Geschichte spielt wird überwacht und kontrolliert, seien es die Polizisten dort oder die Suchlichter die durch den TV auf einen selber strahlen, Werbung wo man nur hinschaut…muss…Cola…kaufen.
["Wenn du mit deinen Augen sehen könntest, was ich gesehen habe, mit deinen Augen."]
Diese düstere Atmosphäre bringt dem Zuschauer die harte aber treffende Botschaft noch näher: Ich habe mich unwohl gefühlt. Das den ganzen Film über. Doch wenn man den Abspann sieht und sich nochmal Gedanken über den Film macht weiss man einfach dass es so sein musste und alles perfekt harmoniert hat. Die nicht vorhandene Natur, die Sonne die man nur ab und zu durch die dunklen Wolken schimmern sieht, das miefende Gesamtbild an sich, all das ist so abstoßend und doch perfekt. Und man erkennt schon, genau deswegen mag ich den Film, „Blade Runner“ ist in jeder Hinsicht eine knallharte Kritik am Menschen, einer der besten die ich je gesehen habe.
Was den Film ebenfalls glänzen lässt sind die stark herausstechenden Noir Elemente, diese werden durch Vangelis’ Score wunderschön unterstrichen. Was man aber sagen muss ist, das die Handlung an sich extrem dünn ist, das muss aber nicht in jedem Fall schlecht sein, denn hier wurde viel draus gemacht, es geht für mich auch nicht um die Handlung an sich, es geht um das Gesamtbild, um das was um diese Handlung herum aufgebaut wurde, und das wurde so ideal wie möglich getan. Natürlich wirkt „Blade Runner“ streckenweise dröge, doch das symbolisiert einfach nur den Verfall der Zivilisation, wie sollte man das bitte „actionreich“ inszenieren?
In meinen Augen ist der wahre Held aber kein Mensch, es ist der Replikant Roy(der Mensch: Rutger Hauer, Wahnsinn was der Kerl hier geleistet hat), der zwar anfangs fragwürdige Wege geht und genauso handelt, und dennoch zum Ende hin alles verständlich macht, so augenöffnend.
...und dann lässt er die Taube fliegen.
["Ein Jammer, dass sie nicht leben wird... aber egal, wer tut das schon?"]
Toller Kommentar =)
Das mit Roy Batty habe ich ähnlich empfunden.
Als Deckard am Pfeiler hängt und ein Close-Up Hauer's Augen zeigt, ist es als hätte Batty eine Epiphanie. Man sieht, dass er eine Eingebung hat. Dann ändert er ja sein Vorhaben und fasst den Entschluss Deckard zu retten. Und dann dieser großartige Monolog :-O Batty ist auch generell der weiseste Charakter im Film. Und das als Replikant, der grad mal ein paar Jahre lebt ;) und in seinem Gesicht steckt so eine leise Sehnsucht. Rutger Hauer war großartig in Blade Runner.
Übrigens: Battys Suche nach seinem Erschaffer Tyrell und nach verlängerter Lebensdauer symbolisiert die Suche des Menschen nach Gott und Unsterblichkeit in allen Phasen - von der Kindheit bis zum Tod.
Der Monolog hat meine Gänsehaut zum ausrasten gebracht, traumhaft. Und den Vergleich mit Gott hatte ich auch für mich gezogen, doch ich kam dann noch auf den Punkt das Roy als eine Art Engel dargestellt wird(Gott ; Gottes Kinder in dem Sinne: Engel), und sich dieser Engel dann wie Luzifer gegen Gott stellt. Wie man es auch sehen will: Top.
8 ist eine Topwertung bei mir. Mehr punkte vergebe ich nach mehrmaligem sehen oder wenn ich beim ersten mal schaun unglaubliche Emotionen entwickelt habe :)
Ich las all die guten Kritiken hier und dann habe ich mir den Film sofort auf DVD gekauft. Ich habe Sci Fi Noir in 2001 vorgestellt + Schuss Nähe zu Figuren. Aber dann hat mich das ganze total enttäuscht!!! 8€ musste ich hergeben - für einen Staubfänger!!! Das erste mal fand ich ihn Ordnung - aber nur in Ordnung! er riss mich nicht vom Hocker. (Ich hab den Final Cut - vllt wäre er mit Off Text besser???) Aber ich sage nicht dass der Film schlecht ist. Ich hätte mehr Handlung - Verstrickungen - auch Action? - besser Bilder erwartet. Manchmal braucht man keine Action wenn die Bilder funktionieren - gut aussehen. Bei dem Film sehe ich - jetzt ganz ganz grob gesagt - nur "Rauch und Regen - ich weiss nicht was der Film mir sagen will. Dann gehe ich raus spazieren..."
Früher habe ich Blade Runner mal für überbewertet gehalten (7/10). Dann habe ich ihn vor ein paar Jahren nochmal gesehen und habe halbwegs verstanden, warum er so verehrt wird (9/10). Gerade habe ich ihn zum dritten mal geguckt und alles andere als eine 10/10 wäre einfach eine Beleidigung. Ich kenne keinen Film, der sich mit jedem mal so sehr steigert. Definitiv in meiner Top20 aller Zeiten. Und Douglas Trumbull sollte in jeder Stadt auf der Erde ein Monument haben. :)
Ich hoffe mal, Ridley Scott kann mit Prometheus da weitermachen, wo er nach Blade Runner aufgehört hat.
Ich fand den ja wirklich langweilig, hab ihn aber nie bewertet weil ich mir irgendwie schon gedacht hab dass ich den mehrfach sehen muss bevor er gut wird. Eines Tages...
Philipp K. Dick? Check!
Cyberpunk? Check!
Dystopisch? Check!
10 Punkte? Check!
Es gibt sowieso VIEL zu wenige (gute, und ganz generell überhaupt...) Cyberpunk-Filme. Abgesehen von dem sehr nischenhaften Johnny Mnemonic, für welchen man wohl einen ganz eigenen Geschmack braucht (oder Shadowrun-geschädigt sein muss) ist für mich Blade Runner die DEFINITION eines Cyberpunk-Films. Man kann die Großartigkeit dieses Werkes kaum in Worte fassen, man muss den Film einfach erleben. Düster, kühl und schmutzig gibt sich die Welt in welcher Rick Deckard lebt. Düster, kühl und schmutzig ist auch eigentlich alles in diesem Film. Vieles wirkt "billig" (nicht "billiges Requisit", sondern so, dass es wie ein Wegwerfgegenstand wirkt), wie aus Plastik, ohne Herz und ohne "Wert" in dieser Welt. Eine der stimmigsten Dystopien, welche ich jemals in einem Film gesehen habe, da sie so...nah an unserer wirkt. Man kann sich gut ausmalen, wie wenige Schritte von unserer Welt hinein in die Welt des Blade Runners nötig sind.
" Ich habe Dinge gesehen ... die ihr Menschen niemals glauben würdet. Gigantische Schiffe die brannten draußen vor der Schulter des Orion und ich habe C-Beams gesehen .... glitzernd im Dunkeln .. Nahe dem Tannhäuser Tor ... All diese Momente werden verloren sein ... in der Zeit ... so wie Tränen im Regen ... Zeit zu Sterben.”
"Blade Runner” hatte es schon zu Anfang nicht leicht, das prägende Werk von Ridley Scott erschien doch zu einem Zeitpunkt im Kino, als der Zeitgeist im Kino ein anderer war. Dystopien waren nicht sehr beliebt beim Kinopublikum, dem damaligen Zeitgeist nach zu urteilen wurde ein positiv politischer Trend propagiert. "Das Ding aus einer anderen Welt" von John Carpenter ist ebenso ein Paradebeispiel für ein damals zu unrecht verlorenes Stück Kinogut wie "Blade Runner”, welcher sich dem damaligen Kinorenner "E.T” von Steven Spielberg kommerziell geschlagen geben mußte. Und das unverdientermaßen...
Das einzigeste, was z.B "Alien" und "Gladiator" noch etwas spürbar besser gemacht hat, als das 3. Werk von Ridley Scott nach "Die Duellisten" und Alien" ist die emotionale, narrative und schlüssige Logik, die sich dem gebannten Kinozuschauer im Nachhinein beim Anschauen der Werke und der geschaffenen Welten erschließt. Aber im Grunde genommen ist das marginal, denn "Blade Runner” ist ein herausragender Film, der heute noch vielen Filmschaffenden als Inspiration dient... Und uns vor Augen führt, was "Science Fiction” in ihrem tiefstem Wesen bedeutet. "Blade Runner” ist die wohl ernsthafteste Verbeugung vor dem Science Fiction Genre, auch vor "Metropolis”, und der wohl seriöseste Umgang mit einer wahrlich schwierigen Thematik.
Im Falle "Blade Runner" ist es auch heute noch so, das der Film nach einmaliger Betrachtung nochmals geschaut werden muß, um vollständig erfaßt werden zu können. Das liegt im Kern daran, das sich sich die Protagonisten des Werkes einer vollkommen Identifikationsfläche verweigern.
Ein Rick Deckard taugt weniger als empathiefähige Figur, alleine sein tun und Handeln wird im gelungenen Finale deutlich hinterfragt. Für manche erscheint es mutiger, das die entsprechenden Identifikationsflächen nicht bedient werden, man bricht doch an dieser Stelle mit dem Genre, Blade Runner nahm aber zum Zeitpunkt des Erscheinens durch die fehlende Identifikationsfläche die persönliche Nähe, man hatte es schwieriger, in Blade Runner mit den überlebensgroß geschaffenen Figuren mitzuleiden. Und daher ist der damalige, geringere Erfolg auch durchaus nachzuvollziehen. "Alien” hingegen, um mal den Vergleich zu ziehen, brach durch Sigourney Weavers der Darstellung der Ripley als Heldin (zwar wider Willen, aber als Frau) mit dem männerdominiertem Genre; das bot zwar etwas neues, aber gleichzeitig die Identifikationsfläche, die Blade Runner abgeht. Leider rief Blade Runner auch auf Grund seiner Thematik zu seiner Zeit ein geteiltes Echo hervor, völlig zu Unrecht, denn es wurden auch universelle Themen behandelt, die heute für uns alle von zentraler Bedeutung sind, wie die Überbevölkerung, die globale Umweltverschmutzung u. das Klonen (replizieren) von Menschen!! Ridley Scott erzeugt durch das langsame Tempo in Blade Runner wie schon einst Stanley Kubrick eine ungeheure visionäre Tiefe erzeugt und hinterläßt am Schluß eine zutiefst humane Botschaft .
Die Handlung ist schnell erzählt: Der ehemalige Blade Runner Rick Deckard soll gestrandete Replikanten aus dem Verkehr ziehen, die auf der Erde, so wie sich im nachhinein herausstellt, auf der Suche nach ihrem Schöpfer sind, mit fatalen Folgen für Deckard, wird doch am Ende nicht nur die gesamte Existenz und Schöpfung der Replikanten hinterfragt, sondern auch seine ganz eigene, die ihn höchst korrumpiert und demoralisiert zurücklassen wird...
Schon am Anfang des Films wird die Messlatte mit Scotts Intro im tollem Look und Schrift, wie es nachher auch im Falle Gladiator gemacht wurde, ziemlich hochgelegt:
"Anfang des 21. Jahrhunderts stieß die Tyrell Corporation in der Entwicklung der Roboter in die Phase "Nexus" vor, sie schufen ein dem Menschen völlig identisches Wesen – den Replikanten. Diese künstlichen Menschen der Phase Nexus 6 waren stärker, beweglicher und mindestens ebenso intelligent wie die Genetik-Ingenieure, die sie geschaffen haben. Replikanten wurden als Sklavenarbeiter bei der gefährlichen Erforschung und Kolonialisierung anderer Planeten missbraucht.
Nach der blutigen Meuterei einer Nexus 6 Gefechtstruppe in einer Kolonie auf einem anderen Planeten wurde Replikanten unter Androhung der Todesstrafe die Rückkehr zur Erde verboten. Spezielle Polizei-Einheiten – die ‘Blade Runner'– erhielten den Befehl, jeden Replikanten, der auf der Erde entdeckt wird, zu töten. Man nannte es nicht Exekution, sondern ‘aus dem Verkehr ziehen." Zynismus und Sarkasmus sind im letzten Satz also gleich an der Tagesordnung...
Scotts wegweisendes Science Fiction Meisterwerk gehört zu den wenigen Filmen der Filmgeschichte, denen auch ein klares Ende abgeht, bis heute wird genüßlich darüber philosophiert, ob Deckard ein Replikant sein bzw. welche Bedeutung das Einhorn (vielleicht die Freiheit?), das im Film auftaucht, haben könnte... Bewußt werden Parallelen zu vorhandenen Märchen und zu verkommen, auch real existierenden Slums / Orten unserer Welt, wie Hongkong und Kowloon, gelegt; durch Blade Runner entsteht ein Mythos. Selbst ein Mr. Tyrell könnte durchaus als Replikant identifiziert werden. Das Auge, welches unser einziger Zugang zur Realität neben den anderen Sinnesorganen ist, kann uns jederzeit lügen und betrügen.
Blade Runner ist im höchsten Maße effektiv auf mehreren Ebenen angelegt und verlangt im intellektuellen Maße alles vom Betrachter ab.
Das Auge bedeutet in "Blade Runner” etwas zu erkennen, aber auch von anderen entdeckt zu werden. Die Replikanten wollen nicht erkannt werden, weil sie getötet werden sollen, die anderen wollen erkennen, damit sie töten können. Die Replikanten sind im Effekt all das positive was die Menschen auszeichnet und diesen schon lange abhanden gekommen ist. Den Menschen wird quasi der Spiegel vor das Gesicht gehalten. Die Verbrechen an einer eigens geschaffenen Spezies werden durch die Replikaten künstlich reflektiert.
Ebenso macht schon das am Anfang sich ins Gedächtnis brennende Gespräch zwischen Holden und Leon macht deutlich, in welche Richtung Blade Runner schnurstracks marschiert. Es geht darum, den Unterschied herauszufinden, ob jemand ein Mensch oder ein Replikant ist. Aber was macht das für einen Unterschied? Gibt es überhaupt einen? Wo ist die Grenze, an der ein Individuum zum Menschen wird, wann muß man diesem Würde und Respekt erweisen, ist das Leben nicht unantastbar, ein absolutes Wunder? Hat der Mensch überhaupt ein Recht darauf, in den Schöpfungsprozeß einzugreifen? Gibt es irgend etwas, was seinen Eingriff legitimiert? Und wenn ein Roy Batty den Sinn seiner Existenz langsam anfängt zu begreifen und sein Leben zu schätzen weiß, können wir das doch auch, oder?
Die Replikanten wie Roy Batty beispielsweise, die im Grunde genommen nichts anderes als Menschen sind, haben ihre Entwicklung nur noch nicht abgeschlossen, sie sind empfindsam, haben Emotionen und Gefühle, die man nicht einfach abstellen kann, sie sind als komplexe Charaktere zu erkennen, es gibt optisch keinen Unterschied zu uns Menschen. Auch Roy Batty ist empfindsam, hat Gefühle wie Wut und Zorn, wirkt wie ein Kind das sich entwickelt. Seine innere Uhr läuft nach und nach wie die der anderen ab. Aber er rettet Deckard das Leben, als dieser sich schon selber aufgibt, ein wahrer Akt von Größe und Menschlichkeit.... Die Welt, die von Ridley Scott zum leben erweckt wird, wird als kalter, maschineller, zerstörter Ort der Umwelt interpretiert, die künstliches Leben generiert, nicht nur tierisches, sondern auch menschliches, also die Replikanten. Vielleicht sind wir in Scotts Vision gar nicht mehr in der Lage, uns bei genauerer Betrachtung sexuell zu reproduzieren, vielleicht liegt das an den vorherrschenden Umwelteinflüssen, für die der Mensch selber verantwortlich ist. Vielleicht ist das replizieren von Menschen der am Ende noch einzige, aber unrechtmäßige Weg, um die eigene Spezies zu erhalten. Zumindest fördert Gaffs Monolog im Finale diese Gedanken: "Ein Jammer, das sie nicht leben wird, aber wer tut das schon.”
Des weiteren entpuppen sich die Werbeflächen des darlegten Slums als zynischer Kommentar zur Welt, und zwar zu einer Welt, die nur Lügen verbreitet und mit ihren Konsumbotschaften den Menschen blendet und von den alltäglichen Sorgen und Problemen abzulenken versucht. Schon im Prolog wird deutlich, das sich eine Industriewelt manifestiert hat, die dem Hades zu entsprungen sein scheint und mit Luftschiffen den Weg zu neuen Abenteuern verspricht. Industrielle Kamine, Feuer und Qualm haben sich der Städte bemächtigt... Und ein alles sehendes Auge wacht über die Menschen, es existiert eine Kontrollfunktion, die einem 1984 zu entnommen worden sein scheint. Big Brother is watching you. Die Straßen sind voll mit Müll und Dreck, es regnet in Strömen, der Sozialbestand der Gebäude, in denen die Menschen wohnen, ist verrottet. Der Mensch vegetiert dahin, trotz einer guten und funktionierenden Technologie. Das Auge vernimmt nur künstliches Licht, eine andere Quelle ist scheinbar nicht auszumachen. Die Menschen leben von künstlichem Essen, halten sich künstliche Tiere. Die Welt in "Blade Runner” wird ganz eindeutig als zerstörte Welt identifiziert, die jegliche Balance bereits verloren hat. All dies wird untermalt von Vangelis perfekter, epischer Musik. In Sachen Inneneinrichtung, Kleidung, Möbel u. Fahrzeugen läßt sich ebenfalls keine Einheitlichkeit feststellen. Herausstechend aus diesen Dingen und der globalen, kulturellen Verschmelzung ist das bekannte Bradbury Bulding. Man spürt förmlich, das Ridley Scott in der Vielschichtigkeit der Interpretationsmöglichkeit seine Werkes "Blade Runner" sich wieder von Stanley Kubrick und seinem zentralem Werk "2001 - A Space Odyssey" inspirieren ließ. Eine gute Entscheidung.
Fazit: "Blade Runner" ist im Grunde genommen eine Warnung an den Menschen, wie seine eigene Zukunft aussehen kann, wenn man sich der eigenen Probleme wie Überbevölkerung, der Verschmutzung, also im übertragenen Sinne des zugrunde gehens des eigenen Planeten nicht annimmt. Darüber hinaus ist Blade Runner auch ein Appell an unserer menschliches inneres, wieder mehr Mitgefühl gegenüber anderen zu zeigen, keinem unterlegenen, wie auch insbesondere den Frauen, einfach nur in den Rücken zu schießen, sondern seine persönliche moralische Einstellung in Sachen Menschlichkeit zu überdenken, sein Einfühlungsvermögen wieder zu entdecken, das Leben als Wert zu erachten und diesem dem besten Schutz zu gewähren, vor allem wenn dies noch nicht vollständig entwickelt ist. Blade Runner verweigert sich konsequent dem gängigem Mainstream verhafteten Drama. Man weiß nicht genau, ob sich die Welt am Schluss des Ablebens von Roy Batty geändert hat. Man kann wohl eher zu einem "Nein” tendieren, denn die Menschen sind sich selbst der größte Feind, die Menschen halten nicht zusammen, die Umwelt ist verrottet. Die Menschheit steht vor ihrem eigens geschaffenem Untergang. Um diese Erarbeitung geht es Ridley Scott. Sein brillantes Auge und seine eingesetzte Kamera sind seine Waffen, welche uns in das Geschehen mit einbeziehen und uns das gesehene noch einmal hinterfragen lassen. Blade Runner ist im Grunde genommen, rein vom optischen her betrachtet, ein Science-Fiction Art-Movie, das Produkt eines Meisters der Kunst sowie Kultur Besessenheit und der akribischen Detailzeichnung; es wurde bis zur Schmerzgrenze der Perfektion gearbeitet. Inhaltlich inszeniert Ridley Scott Blade Runner genau wie Gladiator wieder als einen Traum einer vollkommen gescheiterten Welt, als totale Dystopie, als einen menschlichen Appell ins allen, sich der eigenen Probleme auf unserem kleinem Kosmos jeden Tag anzunehmen, die Augen zu öffnen und sich der eigenen Menschlichkeit zu bewahren...Sonst ist irgendwann der Zeitpunkt erreicht, indem sie in dem sie in einem letztem Atemzug auf unserem Planeten verlorengeht... Blade Runner ist ein selten tiefgründiges Epos über den Wert, die Vergänglichkeit und das Wunder des menschlichen Lebens. "Blade Runner" befaßt sich wie einige Werke vorher mit den tiefgreifenden Fragen unserer gesamten Existenz u. mit den Gedanken und den Formulierungen "Ich denke, also bin ich”, "Ich empfinde, also bin ich menschlich”, setzt sich mit der Botschaft des vielzitierten Slogans "Man has made it's match – now it's his problem", auseinander. Um Blade Runner eine faire und reelle Chance zu geben, braucht man Zeit. Und zwar die Zeit um das Werk mehrfach zu betrachten, damit sich die vollkommene Wirkung durch sämtliche, in Betracht gezogene und perfekte eingesetzte Mittel des Filmemachens einstellen kann. Man entdeckt bei jeder Betrachtung in Blade Runner gewisse Dinge, die einem immer zu entgehen scheinen, es spielt keine Rolle ob dies inhaltlicher oder optischer Natur ist. Ridley Scott stellt das ganze Genre einmal auf den Kopf und erschafft den Inbegriff der urbanen Science Fiction. Blade Runner ist zeitlos und etwas besonders. Etwas, was man wertschätzen sollte.
"Wenn man seinen eigenen Erinnerungen nicht trauen kann, was bleibt dann noch übrig, was einem zum Menschen macht?"
„All diese Momente werden verloren sein in der Zeit, so wie Tränen im Regen...“
Sci-Fi-Filme gibt es viele. Zu viele könnte man meinen, dabei kann es gar nicht so weit kommen. So vielschichtig und unendlich ist der Bereich. Ob wir fremde Planeten erforschen, durch die Galaxien reisen, oder eine einfache Zukunftsvision zu sehen bekommen. Alles ist unglaublich interessant. Ridley Scott setzt mit seinem Utopie & Dystopie-Meisterstück von 1982 genau in einer dieser Zukunftsvisionen an, inszeniert aber eine Geschichte wie wir so noch nicht erleben und vor allem sehen durften.
Man schreibt das Jahr 2019. Den Replikanten, künstlichen Menschen, ist bei Todesstrafe die Rückkehr zur Erde verboten. Doch trotzdem kehren eines Tages einige dieser Wesen zurück. Diese besondere Spezies verfügt über Kraft und Intelligenz mehrerer Menschen und ist von diesen kaum zu unterscheiden. Sie sollen unschädlich gemacht werden. Nur eine Spezialeinheit kann sie aufspüren: die Blade Runner. Eine atemberaubende Hetzjagd durch die futuristische Welt beginnt.
Optisch zählt 'Blade Runner' ohne weiteres zu dem besten was je auf irgendeinem Bildschirm oder einer Leinwand zu sehen war. Die dreckige, verrauschte, herzlose und apokalyptisch angehauchte Zukunftswelt im Jahre 2019 wurde einfach in perfekt atmosphärische Bilder gepackt, wie man sie in dieser Art wirklich noch nicht zu sehen bekommen hat. Alles Stimmt, in jedem noch so kleinen Detail steckt die Liebe zum Film und genau das macht ihn in seiner Aufmachung einfach so satt und vollkommen. Eine Meisterleistung. Natürlich darf auch die fantastische Musik von Vangelis nicht unerwähnt bleiben. Auf dem höchsten Niveau wird der Film unterstrichen, nur angehaucht. An anderen Stellen überrumpelt und biegt sie den Film zurecht, grandios. 'Blade Runner' ist eben einer dieser Film, in dem Bild und Musik den perfekten Einklang finden und so eines der besten Filmerlebnisse einleiten.
Besetzt ist 'Blade Runner' in der Hauptrolle mit einem der prägendsten Gesichter der 80er: Harrison Ford. Ford spielt den Blade Runner Rick Deckard, ein einsamer und schweigsamer Kämpfer der Nacht. Ford braucht nicht viele Worte um seiner Figur unendliche Vielschichtigkeit einzuflößen und bringt durch seine zurückhaltende und stille, aber vollkommen kräftige Leistung seine vielleicht beste Darstellung. Rutger Hauer, der immer noch viel zu unbekannt ist, als Replikant Roy Batty besitzt ebenso viel Vielschichtigkeit, setzt aber durch sein eindringliches Schauspiel noch einen drauf und stiehlt Ford, vor allem gegen Ende, immer wieder die Show und fährt ganz groß auf.
Ridley Scott, der nur drei Jahre zuvor mit 'Alien' einen Meilenstein und Sci-Fi-Klassiker inszenierte, kehrt mit 'Blade Runner' zurück ins Genre, geht das Thema aber von Grund auf völlig anders an. Was 'Blade Runner' so besonders, einzigartig und zu einem klaren Highlight des Genres macht ist die Vielfalt, der Themenbereich und die Fragen die der Film aufwirft und doch keine endgültigen Antworten geben kann. Wir erleben Deckard, den Blade Runner wider Willen. Kompromisslos, hart und zielstrebig ist sein Auftreten, doch ein Blick in die traurigen Augen zeigt uns die wahre innere Stille von Deckard. Denn er ist ein vollkommen einsamer und zerrissener Mensch. Ein Mensch der keine Wärme und Liebe im Leben kennt, verloren in einer Welt die von Hektik, Schmutz, Verbrechen, Finsternis und ungestillten Sehnsüchten dominiert wird. Auf der Jagd nach den falschen Menschen, zu jeder Zeit. Doch was bedeutet Menschlichkeit? Was bedeutet es geboren worden zu sein und irgendwann zu sterben? Kein reguläres Verfallsdatum zu haben und doch so vergänglich zu sein? Auf der Gegenseite die Replikanten. Mit bloßem Auge nicht vom Menschen zu unterscheiden. Verwechselbar, austauschbar, menschliche Unmenschlichkeit. Wenn Deckard erst auf Rachael trifft und sich selbst in Frage stellen muss und dann in der wohl besten Szene auf Roy Batty, verschmelzen die groben Unterschiede und alles wird eins. Ein Schrei nach Menschlichkeit durchbebt den Film und löst Gefühle aus, die man nach dem ersten Mal schauen gar nicht fühlen oder befreien kann. Man muss zwischen den Zeilen lesen, durchgängig, und doch zieht so viel an einem vorbei. 'Blade Runner' lässt den Zuschauer nicht vertrümmt zurück. Er lässt ihn nicht ins offene Messer laufen, doch 'Blade Runner' setzt das Messer von Anfang an immer wieder an, platziert es, nur um immer wieder die Position zu wechseln. Das erzeugt eine der dichtesten, bedrückendsten und stärksten Atmosphären überhaupt. Am Ende stellt sich die Frage, was die eigene Existenz wirklich bedeutet, was sie letztendlich ausmacht. Doch diese Antwort muss jeder für sich selbst finden, denn der Schein trügt nicht nur einmal und das wahre Ich offenbar sich nur selten und wenn, dann nur im Ansatz...
Fazit: 'Blade Runner' ist visionär, komplex, philosophisch und regt zum Nachdenken an. Ein Film mit tollen Darstellern, einer wirklich durch und durch perfekten Optik und einem mehr als grandiosem Soundtrack. 'Blade Runner' lässt den Zuschauer nicht mehr los, entfaltet sich aber erst nach mehrmaligem sehen. Ein Kunstwerk, durch und durch.
Ich hatte ja bisher echt Lust, mir diesen Film anzusehen. Aber nach diesem grottenschlechten Kommentar will ich am Besten einfach nur sterben. -.- Ach eins noch Pascal, du bist blöd. :D
Eigentlich stehe ich ja auf Filme die atmoshärisch gut gemacht sind. Aber Blade Runner konnte mich irgendwie nicht fesseln, Alien ist da im Vergleich um Längen besser. Vielleicht liegt es auch an der Mischung mit Fernost, damit kann ich wenig anfangen, keine Ahnung. Auch die Musik war nicht unbedingt meins, zu viel 80er Synthesizer für meinen Geschmack. Was bleibt dann noch ? Leider nicht viel, die Story ist überschaubar, die Schauspieler verwirrt. Was bleibt ist eine eigene Welt mit viel Liebe zum Detail. Alles in allem nicht mein Ding, man möge mir verzeihen ...
Audiovisuell und atmosphärisch einfach überragend, gerade die letzten 20 Minuten, da kann man über die kleinen Schwächen in Sachen Storytelling locker hinwegsehen. So hat man hier einen Film, der zum einem zeigt, dass die beste Zeit des Harrison Ford in den 80ern und 90ern lag, und zum anderen, dass dieser Streifen vollkommen zurecht wegweisend für das moderne Science-Fiction-Genre war.
Mega-Kunstwerk, welches mit jeder Sichtung wächst. Cyberpunk in Reinkultur, Neo-Noir pur, Sci-Fi Distopia par excellence. Großartige Bildbauten von futuristischen Städten und Industrieanlagen, eine unschlagbare Atmosphäre, durch die Bank weg großartige Darsteller und ein zukunftsweisender und äußerst meditativer Soundtrack von Vangelis. Blade Runner hat alles, was ein wirklich guter Film haben sollte und noch fünf Mal soviele Metaebenen. Bei dem finalen Monolog von Rutger Hauer haut's mir jedesmal die Füße weg. Da macht es auch nichts, dass das Timing - oft kritisiert - quasi nicht vorhanden ist und der Film nur so vor sich herträllert. Aber was da geträllert wird, ist ja wohl unglaublich. Und das die Filmfans sich bis heute nicht einigen können, was es mit Deckards Existenz auf sich hat, zeigt wie polarisierend der Film sein kann. Ebenso die Tatsache, dass das Ding seinerzeit in den nordamerikanischen Kinos gefloppt ist und heutzutage als Kultfilm schlechthin gehandelt wird. Möglicherweise Ridley Scotts bester Film und vielleicht auch der beste seines Genre überhaupt. Steht aber eigentlich für sich allein auf einem Podest, welches nimmermehr erreicht werden kann.
Und mir wird ganz bange, dass eine Neuverfilmung wohl definitiv geplant ist, hatte diesbezüglich jedenfalls in letzter Zeit viel gelesen. Ich hoffe dass Blade Runner als einzigartiges Meisterwerk in Errinnerung bleibt und nicht als "altes Original" (das sowieso keiner mehr schaut, gibt ja ne Neuverfilmung) eines hoffentlich, dann aber "nur" vernünftigen Remakes.
Ich habe gehört, Scott wollte eine Art Sequel, bzw. Prequel machen (so wie Prometheus zuerst ein Alien Prequel werden sollte :D). Ich weiß aber auch nicht, wie sicher das ist.
Fernab der klassischen Space-Opera und atmosphärisch ungemein dicht präsentiert sich Scott's Frühwerk „Blade Runner“. Rein optisch ließ sich Scott in seiner Zukunftsversion deutlich vom düsteren Film-Noir längst vergangener Tage beeinflussen: Eine düstere Stadt, ebenso heruntergekommen wie das gesellschaftliche Gefüge, das es beherbergt und andauernder Regen begleiten den Blade Runner (überzeugend: Harrison Ford) bei seinem Ermittlungen. Ein klassischer Anti-Held im Noir-typischen Trenchcoat, fortwährend von seiner lakonischen Gedankenstimme beurteilt und kommentiert, verfolgt von Selbstzweifeln und Sinnfragen. Hoffnung existiert in den multikulturellen Großstädten nicht, diese präsentieren sich als dreckige Löcher nahe dem menschlichen und substanziellen Zerfall. Die Städte sind überbevölkert, Einzelschicksale sind bedeutungslos. Es existieren ungeahnte technische Möglichkeiten und doch geht die Erde und damit gleichbedeutend das Individuum dem Ende hinzu, innerlich vermodert und verfault. Metropolen sind ethnisch-religiöse Slums, zerfressen von Egoismus und fehlender Nähe. Künstliche Intelligenzen werden zur plötzlichen Bedrohung, sie rebellieren und werden ausgelöscht. Die Liebesgeschichte vermag dem Geschehen dabei einiges an Dramatik hinzuzufügen ohne den Eindruck von nervender Affektion zu erwecken. Scott's innovative Zukunftsversion überzeugt neben seinen herausragenden visuellen Aspekten durch seine großartigen Darsteller (wunderbar ambivalent: Rutger Hauer), diese sind nicht nur der einzigartigen Noir-Atmosphäre ungemein zuträglich, sondern verleihen gerade den vielen Dialogen die nötige Intensität und Authentizität. Die Idee einer Begegnung auf Augenhöhe zwischen Schöpfer und Kreation ist konsequent und absolut notwendig. Die Replikanten werden uns nicht nur als körperlich überlegene Wesen präsentiert, sondern als mental und spirituell mindestens ebenbürtige Entitäten, welche uns völlig neue Perspektiven zu eröffnen vermögen. Keine Spur von fehlender Empathie, menschlicher als der Mensch ist eine mögliche Interpretation. Scott zeichnet eindrucksvoll das Bild einer Gesellschaft in der die Paranoia um sich greift, Angst den Alltag bestimmt und eine essenzielle Frage vorherrschend ist: Wann ist künstliche Intelligenz achtenswert, liebenswert oder womöglich menschlicher als der Mensch? Ein Replikant sorgt für das prägende Moment in „Blade Runner“, ein Satz, der die Intention eines Meilensteins des Science Fiction-Genres perfekt zusammenfasst: "It's too bad she won't live! But then again, who does?“
Regie: Ridley Scott, in den Hauptrollen: Harrison Ford und Rutger Hauer. Das schreit doch förmlich nach actionlastiger Unterhaltung. Doch davon darf man bei "Blade Runner" keinesfalls ausgehen, auch wenn Action natürlich nicht gänzlich fehlt. Es ist vielmehr eines der komplettesten Werke, die ich bisher erleben durfte. In gerademal 113 Minuten schafft es Scott Thrill, Action, Drama, Romantik, Philosophie und Soziologie in seiner futuristischen Vision auf solch geniale Art und Weise zu verschmelzen, dass die Story auch nie überladen erscheint. Keine Szene, kein Schnitt ist belanglos oder gar überflüssig und wäre das twistige Ende des Final Cuts nicht gewesen, würde auch nichts fehlen. Zwar wurde uns so viel gezeigt, um die Wendung zu verstehen, nicht aber um sie als sinnvoll zu erachten. Doch das ist Meckern auf höchstem Niveau.
Nirgends war die Zukunft düsterer, beängstigender und detaillierter aufgezeigt als in "Blade Runner". Selten stand der Mensch so in der Kritik, aber was macht ihn überhaupt aus, den Menschen? Was unterscheidet ihn von anderen Lebensformen und woraus nimmt er sich das Recht, sich über diese zu stellen, über Leben und Tod zu entscheiden, Gott zu spielen? Das und vieles mehr thematisiert der Film und ist ein wunderbarer Beweis dafür, dass man keine drei Stunden und länger benötigt, ein wichtiges Thema ausführlich zu bearbeiten, zumal es Scott auch noch gelingt, nebenbei genug Unterhaltungselemente einzubauen.
Fazit: "Blade Runner" ist ein Meilenstein des Sci-Fi Genres: Beeindruckend bebildert, spannend, intelligent, düster, faszinierend, kontrovers, brachial, ... - Begebt euch gemeinsam mit Rick Deckard auf Replikantenjagd im slumartigen Großstadtmoloch und erhascht tiefe Einblicke in eine beängstigende Zukunft und die bedenklichen Schwächen des Menschen.
Ja, wegweisend für ein ganzes Genre, Kult, zeitlos und unsterblich, weiß ich alles. Trotzdem hat mich Blade Runner nicht so übermäßig gekickt. Die ersten 45 Minuten waren für mich eine einzige Geduldsprobe, da sich das Geschehen für meinen Geschmack viiiiiel zu zäh in die Länge zog. Die zweite Hälfte geht völlig in Ordnung, da dann ein wenig Schwung in die Sache kommt. Klar ist Blade Runner in seiner Optik überbordend und großartig, fantastisch fotografiert und mit zahllosen philosophischen und religiösen Anspielungen sicherlich Gegenstand für wochenlange Diskussionen. Auch die Atmosphäre ist ein einziges Meisterwerk. Dennoch: Für mehr als ein "Sehenswert" reicht es bei mir nicht.
Ridley Scotts Romanverfilmung "Blade Runner" ist ein sehr anspruchsvoller Stoff, der den Zuschauer nicht nur unterhalten soll: Mit der klaren Botschaft warnt er uns vor den zukünftigen Konsequenzen unseres Umgangs mit der Welt und greift dabei ernsthafte Themen wie Umweltverschmutzung und Überbevölkerung auf. Eine Zukunftsvision, wie sie realistischer nicht hätte sein können. Verpackt in eine atemberaubend magische Atmosphäre ist "Blade Runner" ein unvergessliches Filmerlebnis.
Ein toller Film. Der Stoff hat bestimmt viele Leute zur Science-Fiction bekehrt. Hier wird so toll demonstriert, was für hanebüchen geniale Geschichten erzählt werden können, wenn wir uns an die Möglichkeiten der Sci-Fi halten. Wir nähern uns der Menschheit von zwei Enden, beides sind Replikanten. Einmal die biographisch-befangene Rachael, einmal der göttliche Roy. Beide entwerfen ihre eigene Menschlichkeit, bzw. Übermenschlichkeit und liefern sich so die eigene Wahrheit, die kein Voight-Kampff-Test leugnen kann: dass man immer das ist, was man ist und das kann, was man kann, so lange man es kann. Alles andere ist Beiwerk. Die abgefahrene Zukunft wird so erdig inszeniert, dass man Ridley Scott für die Verfilmung von Philip K. Dicks Idee einfach lieben muss. Das Finale ist eines der besten, die ich kenne, genreübergreifend, generell. Rutger Hauer ist eine wuchtige Erfindung, eine Naturgewalt, der man nichts übelnehmen kann. Ich will den Film unbedingt nochmal im Kino sehen!
Blade Runner - Kritik
US 1982 Laufzeit 112 Minuten, FSK 16, Science Fiction-Film, Kriminalfilm, Actionfilm, Kinostart 14.10.1982
Kritiken (9) — Film: Blade Runner
Ephigenia: Nightmare-Horrormovies.de
Kommentar löschenDer Film ist optisch gigantisch und hinterlässt am Ende viel Erzählstoff, vor allem die Atmosphäre ist hier berauschend. Inhaltlich ist das Ganze aber Pfui Teufel schlecht und dünn! Gerade für einen 80er Film ist Blade Runner erstaunlich künstlich, leblos, aufgesetzt und kitschig. Wobei diese Kunstfilme oft auch noch ausgerechnet von den besten Regisseuren stammen. Nebenher wird im Film auf Hochhäuser kräftig Werbung für Coca Cola gemacht. Gut, das Logo schaut ja wenigstens schmackhaft aus. Komischerweise verspürte ich nun Durst und musste mir dann auch gleich eine frische, kalte Cola beschaffen. Eine inhaltlich versteckte, aber doch sehr augenscheinliche Manipulation am Zuschauer, die ich in einem Film aus den 80ern oder noch früher bis dato so noch nie gesehen habe. Zwar kann man die offensichtliche Werbung für ein nicht gerade gesundes Getränk auch als Ausdruck für die hier aufgezeigten künstlichen Lebewesen oder die daraus in der Story resultierende Manipulation schemenhaft als zusammenhänge erkennen, rechtfertigt aber in meinen Augen nicht diese unterschwellige Botschaft.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 14 Antworten
Kurono 2012/02/02 18:20:33
Antwort löschenLeblos? Aufgesetzt? Kitschig? Kann ich alles nicht nachvollziehen.
Und das mit der Werbung. Ich weiß nicht genau ob das wirklich ernst gemeint ist.
Wenn dem so ist, hast du dann auch Lust verspürt auf einer Atari Konsole zu spielen? Oder einen Flug bei der Pan American World Airways zu buchen?
Vielleicht vorher noch schnell einen Imbiss beim White Dragon nehmen… halt Moment, das habe ich wiederum nicht ernst gemeint. Nix für ungut ;)
Ephigenia 2012/02/04 00:22:31
Antwort löschenNein ich hab nur die dicken Cola Werbeschilder auf den Hochhäusern gesehen, ausgerechnet Cola und sonst ist alles Dunkel. Mehr Werbung geht nicht, selbst wenn in Filmen bei MCDonalds gegessen wird und man noch meint wie gut es doch schmeckt, was es auch schon gab, selbst das wird hier durch die sehr große Colawerbung in Blade Runner noch getoppt. Scheinbar ist Coca Cola die einzige Marke die in der Zukunft überleben wird. Alles klar. Die Werbegelder werden nicht zu knapp gewesen sein. Ein wirklich schrecklicher Film von Ridley Scott, der sich nach seinem Alien erstmal kräftig blamiert hat, auch sein Legends anschließend war nur geringfügig besser. :D Scott hat sich von diese zu Recht derb gefloppten Filme aber erholt.
_Garfield 2012/02/08 15:31:20
Antwort löschenWas für 'ne Scheiß-"Kritik".
Ephigenia 2012/02/08 20:06:38
Antwort löschenDer Film war damals im Gegensatz zu Alien auch vom Kinopublikum als Scheisse abgestempelt wurden und das sollte er auch Heute noch sein. Nur der Geschmack hat sich allgemein verändert.
_Garfield 2012/02/08 21:46:04
Antwort löschenMacht die "Kritik" auch nicht besser.
RoosterCogburn 2012/02/09 05:57:31
Antwort löschenAnscheinend hast du mißverstanden, das es in dem Film darum geht, die ständig präsente Medienberieselung darzustellen. In der Zukunft, wie Dick sie sah, sind die Medien allgegenwärtig. Das war der Sinn dessen, das überall Commercials und an jeder Ecke Fernseher zu sehen sind. Das ausgerechnet bei dir die Cola Werbung hängen geblieben ist, ist eher bezeichnend dafür, das du offensichtlich dafür empfänglich bist.
Künstlich und leblos SOLL es ja wirken. Die Zukunft soll trostlos erscheinen. Die Menschen der Zukunft lassen sich manipulieren und sind manipulativ. Es geht doch letztlich um die Frage 'Ist Empathie zwischen Mensch und Androide möglich?' und 'Zerstören wir uns mit der Übertechnisierung am Ende selbst?'. Obwohl Ridley Scotts Adaption keine werkgetreue ist, läuft seine Umsetzung (genau wie die Vorlage) auf diese Fragen hinaus. Der Film ist inhaltlich eine zynische Abrechnung mit der Industrialisierung.
Und wie kommst du darauf, das der Film gefloppt ist? Er war zwar beim ersten Erscheinen kein Riesenerfolg. Aber auch kein Flopp! Ist ja nicht so, als wenn sich der Film damals nicht rentiert hätte. Allein in den Staaten (also die weltweiten Einnahmen nicht mitgerechnet) hat er mit knapp $33 Mio sein Budget von $28 Mio wieder eingespielt. Somit gehört er immerhin zu den 20 erfolgreichsten Filmen im Jahr 1982. Auf Platz 1 war damals übrigens ein anderer Sci-Fi Film, "E.T. Der Außerirdische". Als zehn Jahre später die Directors Cut ins Kino kam, wurde er sogar von seinen früheren Kritikern gelobt. Diese Version hat zwei Oscar-Nominierungen bekommen.
_Garfield 2012/02/09 15:54:46
Antwort löschenVielen Dank "RoosterCogburn", du hast mir einiges an Arbeit erspart.
Ephigenia 2012/02/09 18:23:32
Antwort löschen@RoosterCogburn Ja gut so kann man Blade Runner inhaltlich auch sehen und das will er sicher auch damit ausdrücken, aber der Film kann auch anders gedeutet werden, bis dahin dass er die Reklame nutzt um Werbung zu machen, weil ein deutliche Aussage fehlt aufgrund der dünnen Handlung. Hauptsächlich hab ich mit dem langsamen Erzählstil und der visuell geprägten Optik mit dem Film ein Problem. Zudem bleiben die Charaktere sehr flach und die Geschichte liefert keine Spannung, da die Handlung halt viel zu dünn ist. Der Hinweis auf die Colawerbung war mehr als Gage gedacht, man sucht sich natürlich seine Aufhänger bei einem Film der einen nicht zusagt, bei einen anderen Film wäre es mir vielleicht gar nicht ins Auge gefallen.
Das mit dem ordentlichen einspielen des Budgets kann ich nicht bestätigen.
Wikipedia Auszug: "Mit etwas über 26 Millionen Dollar spielte er zumindest in den Vereinigten Staaten nicht einmal die Produktionskosten wieder ein." Die USA sind ein wichtiger Markt, damals mehr als Heute, da viele Filme Heute erst international das Plus dann ausmachen. Als Grund für den Kassenflop wird der von dir erwähnte E.T. genannt, der Blade Runner das Publikum auch teils wegnahm. Allerdings kam er neben dem Kassenflop auch bei den meisten Kritikern damals überhaupt nicht gut weg, nachzulesen bei Wikipedia. Blade Runner war auch nicht unter den 20 erfolgreichsten Filmen, erfolgreich kann man auch ganz weglassen. Er war nach noch gerade so akzeptablen Start (Platz 14 - 1982) dann zum Ende hin nur noch auf Platz 27 zu verzeichnen, um es genau zu nehmen. Damit lag man z.B. auch hinter Freitag der 13. - Teil 3 zurück, der bekanntlich nur 2,5 Millionen$ kostete und mehr Geld einspielte (36,7 Millionen$) und somit als kleinere Produktion erfolgreicher war. Selbst der vom visuellen Stilmittel her ähnlich ausgerichtete Tron lief an den Kinos etwas besser als Blade Runner. Tron ist auch ein ziemlich oberflächlicher Film der nur auf die Optik setzte und so was kam in den 80ern nur schwer an, die Fangemeinde war im Gegensatz zu Heute jedenfalls klein. Wobei ich Tron noch eher etwas abgewinnen kann, trotz der fehlenden Spannung, hat Tron wenigstens Heut zu Tage noch was Belustigendes an sich und der Film ist bei mir trotz blasser Besetzung und lahmer Geschichte nicht ganz durchgefallen.
Wenn man dann noch das hohe Budget von Blade Runner sieht, blieb am Ende nur noch ein minimaler Gewinn zurück, den kein Produzent zufrieden stellen kann, im Gegensatz zu Scotts Alien oder Black Rain darauf folgend, die mehr als 100 Millionen Umsatz gemacht haben. Somit war Blade Runner ein ziemlicher Flop. Ridley Scott hat einige Filme in die Kinos gebracht, die kein Publikum gefunden haben, dass war dieser Blade Runner, aber seine größten Enten waren sicher der folgende Legend und einige Filme in den 90ern, da wurde nicht mal das Budget herausgespielt. Erstaunlich dass er es dann noch mal mit Gladiator und Hannibal zu richtige Kassenschlager geschafft hat und bis Heute machen seine Filme das Geld, wie zuletzt der sehr mittelmäßige Robin Hood, zumindest weltweit, selbst wenn sie in den USA die hohen Budgetkosten noch nicht decken können.
_Garfield 2012/02/09 18:59:00
Antwort löschenVisuell geprägte Optik? Wow, jetzt weiß ich, dass sich eine Diskussion nicht lohnt.
Ephigenia 2012/02/09 19:11:05
Antwort löschenVon visuellen Effekten geprägte Optik. :)
RoosterCogburn 2012/02/09 22:22:11
Antwort löschenErstmal zu den Zahlen:
Ja, er ist nicht unter den ersten 20 erfolgreichsten Filmen. Sorry, mein Fehler. Er ist auf Platz 21 direkt hinter "Tron". Sein Einspielergebnis betrug in den Staaten 32,87 Mio. $ [Quelle: boxoffice.com]. Wenn ein Film sich letztlich rentiert und Gewinn erzeugt, dann ist er auch kein Flop. Es ist natürlich richtig, das sich der erwartete Erfolg nicht bei der Erstaufführung eingestellt hat. Alllerdings genoss der Film im Laufe der Zeit eine stetig wachsende Fangemeinde. Er entwickelte sich auf dem Videomarkt zu einem enormen Erfolg. Genau das war der Grund, was Warner zu einer Wiederaufführung des Filmes bewog. Die 'Directors Cut' ging nicht von Scott aus. Warner wollte den Film erneut rausbringen, weil sie sich einen grösseren kommerziellen Erfolg erhofften.
Und es richtig, das viele Kritiker den Film bei der Erstaufführung runter machten. Genau dieselben revidierten ihre Meinung bei der Wiederaufführung! Das war damals das kuriose. Ob es nun daran lag, das er im Gegensatz zur Erstversion ein paar mehr erklärende Szenen hatte und die Off-Stimme wegfiel, sei mal dahin gestellt. Es stimmt schon das die Versionen sich unterscheiden. Aber nicht so sehr um aus einen "miesen Sci-Fi-Streifen" einen "super Kultmovie" zu machen. Auf solche Filmkritiker gebe ich nichts. Ich finde alle fünf Versionen gut. Aber der 'Final Cut' ist die treffendste und beste Version.
In der ursprünglichen Kinoversion wird die Geschichte des Blade Runners Deckard im Stil eines Philip Marlowe Films erzählt. Aus dem Off kommentiert Deckard fast emotionslos, was um ihn herum geschieht. Das lag aber eigentlich nicht in der Absicht von Regisseur Ridley Scott. Er wollte eine düstere Geschichte mit offenem Ende. Scott ließ im Directors Cut die Kommentare aus dem Off weg und entfernte das aufgesetzt wirkende Ende. Nun endete der Film offen. Und mit einem kleinen Trick wurden die Zuschauer zum Nachdenken über Deckards eigene Natur gebracht: Ridely Scott fügte aus seinem Film "Legende" eine kurze Szene eines Einhorns in Blade Runner ein, das sollte einen Traum von Deckard darstellen. Es handelt sich also nicht nur um einen plumpen Science Fiction-Streifen, sondern tatsächlich hat man ständig das Gefühl jede Szene sei von immenser Bedeutung, man assistiere eher bei einem sich langsam zusammensetzenden Kunstwerk als einem Unterhaltungsfilm. Neben Ethik spielen existenzielle Fragen wie "Woher kommen wir und wohin gehen wir?" – die so auch wortwörtlich im Film vorkommt – eine tragende Rolle.
Und jetzt sag mir nochmal irgendwas von Oberflächlichkeit in Bezug auf "Blade Runner"!!!
Ephigenia 2012/02/09 23:11:15
Antwort löschenIch hab die Zahlen von boxofficemojo.com und da wird er auf Platz 27 für 1982 geführt, zum Opening Weekends noch auf der 14. Nun gut die Zahlen sind sehr eng, wahrscheinlich wurde dort nicht alles eingerechnet. Vielleicht schaue ich ihn mir noch mal an, aber den Kult wird ich sicher nicht teilen können.
Alle 14 Antworten zeigen
_Garfield 2012/02/10 14:19:37
Antwort löschenLieber Ephigenia, wenn man hier als Kritiker geführt wird, sollte man zumindest ein Mindestmaß an Rhetorik aufweisen und seine Meinung klar strukturiert und mit gewichtigen Argumenten versehen, nachvollziehbar wiedergeben können. Bei dir sehe ich weder das eine, noch das andere.
Zu deiner "Kritik":
Einerseits behauptest du mehrere Male - auch infolge der Kommentar-Diskussion - , dass die Geschichte von "Blade Runner" zu dünn wäre, andererseits schreibst du in der ersten bzw. zweiten Zeile deiner "Kritik" " Der Film [...] hinterlässt am Ende viel Erzählstoff [...]". Abgesehen davon, dass "Pfui Teufel" kein schlagfertiges Argument ist. Der Rest deiner "Kritik" bezieht dann ausschließlich auf die Coca Cola Werbung, doch dazu wurde innerhalb dieser Diskussion bereits genug geschrieben.
Bitte verstehe das nicht persönlich, aber dir gehört der Kritiker-Status entzogen.
Shritz 2012/02/11 10:30:16
Antwort löschenBlade Runner ist DAS Beispiel für falsche Erwartungen. Ich habe den Film das erste mal gesehen mit der Erwartung ein Actionspektakel zu erleben und bin letztlich eingeschlafen. Beim 2. und 3. mal habe ich den Film lieben gelernt. Das Die Charaktere und die Handlung flach sind, finde ich ungerechtfertigt, allein Deckard hat sehr viel Charaktertiefe, von dem Charakter von Rudgar Hauer gar nicht zu sprechen. Es ist natürlich immer schwer aber dennoch sollte man schon versuchen möglichst objektiv zu bleiben und auch wenn einem der Film nicht zusagt sollte man ihn nicht für Dinge kritisieren die unbestritten brilliant sind, was Charakter-und Handlungstiefe bei Blade Runner betrifft. Meine Empfehlung ist den Film nochmal anzusehen und vielleicht die Vorlage zu lesen. Wenn du den Film dann immer noch schlecht findest ist das okay, aber ich finde es wie gesagt unfair seine Tiefe (in welcher Hinsicht auch immer) abzusprechen. No Offense :)
fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch
Kommentar löschen1982 schuf Ridley Scott mit «Blade Runner» ein düsteres Science-Fiction-Meisterwerk.
Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Hitmanski: Reihe Sieben / MehrFilm / I...
Kommentar löschen"Commerce is our goal here at Tyrell. "More human than human" is our motto." -
Gestartet zwischen dem zweiten und dritten Teil der alten "Star Wars"-Saga, drei Jahre nach dem ebenfalls von Scott gedrehten "Alien" und zeitgleich mit "E.T. -The Extra-Terrestrial" fiel "Blade Runner" in eine schwierige Phase, und der Einbruch an den Kinokassen dürfte angesichts der Komplexität des Stoffes und der Inszenierung aus Retrospektive die wenigsten Analysten überraschen.
Warum nun diese Einleitung? -
Weil "Blade Runner" auch bei heutigen Rezipienten noch genauso scheitern kann, wie damals, denn selten zwingt ein Film so sehr dazu, mit den eigenen Erwartungshaltungen zu brechen, wie es das dritte Werk aus Scotts Œuvre verlangt: Die Zukunftsvision, die "Blade Runner" heraufbeschwört, ist eine substantiell andere, als alle vergleichbaren Welten und Galaxien, die bis dato geschaffen wurden - vorbei…
Kritik im Original 43 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 16 Antworten
guggenheim 2010/11/09 22:33:20
Antwort löschenŒuvre :D
the traveler 2010/11/09 22:35:46
Antwort löschenSchöner Kommentar, Blade Runner ist für mich der größte Film überhaupt.
Daher schaue ich auch öfters mal auf die Seite hier - stand hier an dieser Stelle nicht vor kurzem noch eine 5.0 Bewertung mit entsprechend ausfallender Kritik von Dir? Umso schöner jetzt hier diese neue Kritik zu lesen, die Blade Runner gerecht wird :)
Hitmanski 2010/11/09 22:35:57
Antwort löschenNaja, man muss ja dem Image gerecht werden - ich steh zu meinem Narziss-Dasein ;)
Außerdem trainiert dieses "Œ" die Fingerfertigkeit, und das kann ja nie schaden :)
Hitmanski 2010/11/09 22:40:39
Antwort löschen@traveler
Jup, viel zu lange stand die da schon, und war mir ein Dorn im Auge, ich hatte nur bisher keine Zeit, ein neues Review zu schreiben - und löschen von Kritiken ist im Moment mit dem Kritiker-Profil nicht so einfach.
Ich hab deshalb auch bewusst die Sache mit der falchen Erwartungshaltung angesprochen - als ich ihn vor ein paar Jahren das erste Mal gesehen habe, war ich frustriert ohne Ende - hat lange gedauert, bis ich mich zu einer erneuten Sichtung überwinden konnte - hat sich aber rundum gelohnt :)
Tytus 2010/11/09 22:57:14
Antwort löschenŒ dein Marken Logo/Name ;)
SamRamJam 2010/11/09 22:58:19
Antwort löschenIch kann 'gefällt mir' nicht klicken?! Gefällt mir aber trotzdem^^
SamRamJam 2010/11/09 22:58:51
Antwort löschenNachtrag, hat jetzt doch geklappt
Hitmanski 2010/11/09 23:00:39
Antwort löschenDankeschön :)
Wäre ja auch noch schöner, wenn mich hier Bugs um meinen Teilzeit-Ruhm bringen würden ;)
the traveler 2010/11/09 23:58:55
Antwort löschenDie Erwartungshaltung zu Blade Runner ist wirklich das Problem, das vielen Zuschauern den Zugang zum Film erschwert. Gut, dass du das angesprochen hast. Es ist nun mal so: Inhaltsangabe und der dynamische Titel lassen auf einen rasanten und actionreichen Sci-Fi Thriller schließen, was Blade Runner nicht ist
Jules Winnfield 2010/11/10 00:44:21
Antwort löschenWunderbar beschrieben! Klär mich auf, ich kannte bisher nämlich nur den Director's Cut und die Originalversion aber anscheinend gibt es noch zwei andere. Habe ich etwas verpasst?
Hitmanski 2010/11/10 09:39:56
Antwort löschen@Jules
Nach dem Bonusmaterial, was ich gesehen habe, dürfte es sogar fünf Fassungen geben: Workprint, US-Kini, Euro-Kino, Directors Cut, Final Cut.
Von Bedeutung ist aber eigentlich nur die Kinofassung und der FinalCut. Der FinalCut ist inhaltlich und was das Ende angeht mit dem Directors Cut relativ identisch, wurde aber noch einmal technisch überarbeitet, um die Effekte an die heutige Zeit anzupassen (was mMn wirklich gut gelungen ist - die BluRay ist toll :)).
Recht viel mehr Einzelheiten kann ich dir dazu aber auch nicht sagen, dafür ist es zu lange her, als dass ich die Kinoversion gesehen habe...Aber wenn es nach Scott geht, macht man mit dem FinalCut definitiv nix falsch.
guggenheim 2010/11/10 10:24:00
Antwort löschenEine (unrepräsentative) Umfrage, welche Version denn die beste ist, gab es mal im cinefacts-Forum:
http://forum.cinefacts.de/185015-blade-runner-welche-ist-definitiv-die-beste-fassung.html
Soweit ich das überblicken kann, spiegelt die durchaus den allgemeinen Tenor wider.
Tytus 2010/11/10 11:16:49
Antwort löschenja die Final Cut ist ordentlich, nebenbei läuft diese sehr oft auf denn Dritten Kanälen, meist nach Mitternacht XD
Jules Winnfield 2010/11/10 11:27:26
Antwort löschenDanke für die Infos Jungs, dann bin ja mal ich auf die Final Cut Version gespannt
Alle 16 Antworten zeigen
Hitmanski 2010/12/10 22:53:27
Antwort löschenDankeschön.
Le Samourai 2011/02/07 13:30:53
Antwort löschenDa stand mal ne 5,0 ?! tztztz... ;)
Sehr gut geschrieben, ich finde allerdings ALIEN hauchdünn besser als BLADE RUNNER. Und es wird definitiv nichts besseres mehr von Scott geben. Ausgeschlossen.
sushi25: movie-fan.de
Kommentar löschenEiner der ersten SiFi-Filme, der seinerzeit die Zukunft nicht sauber/steril sondern schmutzig zeigte. Keine Raumschiff-Laserduelle, sondern Stadtleben machte den Film damals umso untypischer für das SiFi-Gerne.
Philip K. Dick ist mit seinen Buchvorlagen ist auch hier für eine interessante Grundidee gut.
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Xander8112: at the movies
Kommentar löschenRidley Scotts “Blade Runner” ist wohl etwas, das man ein Meisterwerk nennt - entweder man preist ihn, oder man hasst ihn. Doch woran liegt das?
Ich behaupte einmal, nicht an der Optik. Das der Film 26 Jahre alt ist, sieht man ihm zu keinem Zeitpunkt an. Opulente Kamerafahrten durch das Los Angeles der Zukunft und beeindruckende Bilder und Effekte setzen noch heute Maßstäbe. Dabei sind sämtliche Effekte nur Mittel zum Zweck - auf übermäßige Tricktechnik nur weil sie machbar wäre wird verzichtet, und das macht den Film so authentisch. Diese gezeigte Zukunft wirkt echt - keine CGI-Schlacht wie in neueren Science-Fiction Filmen.
Mit dem Soundtrack bin ich persönlich nicht ganz so glücklich. Auch wenn es in Filmen dieser Art damals wohl so üblich war, depressives Saxophon-Gedudel kann ich nicht leiden. Das verdirbt mir schon ziemlich den Film - der ansonsten aber gut ist. Was ansonsten an der Filmmusik von Vangelis so genial sein soll, erschließt sich mir nicht…
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
The-Duke: Dukesmovieblog/powermetal/s... The-Duke: Dukesmovieblog/powermetal/s...
Kommentar löschenAls der beste Sciencefictionfilm aller Zeiten wird er oftmals tituliert. Eine Bezeichnung, die aber zugegebenermaßen unumstößlich ist, hat man den Film auch nur schon ein einziges Mal gesichtet.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
GR0BI: Cinegate/Deadline-Magazin GR0BI: Cinegate/Deadline-Magazin
Kommentar löschen"Augenschmaus", "Fest der Sinne", "Monumentaler Bilderrausch" - keine Ahnung, welche Superlative noch nicht bemüht wurde, um Ridley Scotts Sci-Fi-Epos über die Jagd von Blade Runner Harrison Ford nach dem Replikanten Rutger Hauer zu umschreiben. Auch heute noch bietet der Film eine überragende, atemberaubend durchgestylte Optik und sofern mir bekannt ist, wurde dieser Look zwischen Endzeit, Fantasy und Sci-Fi nie wieder in dieser Konsequenz aufgegriffen. Leider. Dabei ergeht sich "Blade Runner" nicht nur in einem schnöden Bilderrausch, sondern weiss auch mit einer doppelbödigen Story und einem beträchtlichen Anteil an ...Poesie zu gefallen.
Rutger Hauer hat damit seinen stärksten Moment - vielleicht in seiner gesamten Karriere. Wenn er sich zum Schluß dem Blade Runner offenbart, bäumt sich der Film für einen Moment zu einer ungeahnten Größe auf, die von Rutger alleine getragen wird und vollkommen zu Recht einen der großen magischen Kino-Momente darstellt...
Das ist Film!
3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Mr Vincent Vega: Fünf Filmfreunde, gamona, D...
Kommentar löschenAuf zahlreichen Ebenen wurde Ridley Scotts Arbeit betrachtet und erforscht, doch keine komplexe Theorie war je so stark wie die simpelste und eindringlichste These des Films: „Blade Runner“ zeigt eine zutiefst inhumane Welt, personifiziert durch einen ungreifbaren Großstadtmoloch, der Replikanten, künstliche Menschen, generiert. Deren Schutzbedürftigkeit und Wunsch nach einfachem Menschsein kulminiert in einem zutiefst humanen Grundappell, der in einem grandiosen Schlussmonolog Rutger Hauers Ausdruck findet. Fragen nach objektiver Realität und medialer Kodierung stehen der tragischen Erkenntnis gegenüber, dass mit jedem vergangenen Leben ein unschätzbarer Wissensverlust einhergeht. Ein filmisches Meisterwerk, herausragend inszeniert. Der beste Science-Fiction-Film aller Zeiten.
13 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten
alanger 2011/01/17 20:05:17
Antwort löschen"Der beste Science-Fiction-Film aller Zeiten.", naja, da hasste wohl recht.
eine kritik von dir die mir richtig gut gefällt. und das mit dem "unschätzbare(n) Wissensverlust" der "mit jedem vergangenen Leben" einhergeht haut ein bischen in die magengrube. ist so simpel und so furchteinfößend.
ist ja mit deinem und meinem leben auch so.
Synopsis: zeitgeist Print & Online
Kommentar löschenDamals wie heute bahnbrechend. Das düstere Zukunftsszenario, in den meisten SciFi-Produktionen heute State of the Art, fand in "Blade Runner" seinen Anfang ...
9 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Kommentare (169) — Film: Blade Runner
Kommentar schreibenkelo 2012/02/03 17:07:44
Kommentar löschenBlade Runner ist ein Augen- und Ohrenschmaus. Ich möchte jedes mal eintauchen in diese wundervoll trostlose Zukunft. Hervorzuheben ist da vor allem die großartige Musik von Vangelis, die Bauchkribbeln bereitet. Die analoge Tricktechnik und die aufwändigen Kulissen können sich auch nach 30 Jahren noch sehen lassen und wirken lebendiger als die heute üblichen Computeranimationen. Ich mag besonders die Anfangssequenz: Dezente Töne, schwarzer Hintergrund. Und dann, ein Blick auf LA im Jahre 2019 bei Nacht. Ein nicht enden wollender Ameisenhaufen mit Millionen Lichterchen. Und dann diese feuerspuckenden Türme: Wusch! Schön auch dieses retro Film noir Thema. Dunkelheit, harte, einsame Kerle und jede Menge gequarze. Die Handlung ist leider etwas schwer zugänglich, da wenig gesprochen wird, und wenn dann schnell und undeutlich (habe die Version mit Erzählstimme nie gesehen). Nach mehrmaligem angucken wird einem klar, dass es wenige Science-Fiction Filme danach gab, an die Tiefe von Blade Runner auch nur heranreichen. Der Mensch ist rein technologisch vorangekommen: Fliegende Autos, Weltraumkolonien, künstliche Lebewesen. Trotzdem sind die Straßen dreckig und voller armer Leute. Und ethisch? Künstlich geschaffene Lebensformen gelten als Maschinen, die die Drecksarbeit machen und die man "aus dem Verkehr zieht", wenn sie nicht mehr richtig funktionieren. Und das obwohl die neuesten von ihnen nur schwer von Menschen unterscheidbar sind, einige sich sogar für echte Menschen halten.
3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
J!GS4W 2012/01/27 12:17:43
Kommentar löschenIch gehe durch die Straße. Menschen sprechen ein Wirrwarr von verschiedenen Sprachen, Müll und Werbung bombardieren nicht nur mich, sondern auch die gesamte Stadt. Wo man auch hinsieht findet man Hektik und Unordnung. Willkommen in der Gegenwart, denn das ist der Status Quo, wenn man selbst mal von seinem Rechner wegkommt.
Im Grunde ist dies auch die Situation, die uns Ridley Scott in seinem Film von 1982 prophezeite. Dystopie-Darstellungen sind ja schon immer eine recht schwierige Kiste, aber ich denke niemand wird mir widersprechen, wenn ich sage, dass das Universum, das hier konstruiert wurde wirklich lebendig wird. Wenn auch überspitzt, so kann man sich selbst vorstellen wie Harrison Ford, der stille "Blade Runner" von nebenan, durch die Straßen zu marschieren während fliegende Autos über einem in der Luft vorbei düsen und die Stadt mit ihren Scheinwerfern demaskieren.
"Blade Runner" weiß aber vor allem durch sein Szenario zu überzeugen, gewissermaßen die Rahmenhandlung des Filmes, in welcher unsere Erde zu einem Pool von körperlich minderen Individuen geworden ist, und nur Reiche und physisch Starke in die neue, von Replikanten konstruierte Welt aufbrechen dürfen. Dieses Phänomen kennen sicherlich viele aus der Biologie, denn bereits Darwin prägte diese Art von Auslese mit dem Begriff Selektion oder auch "survival of the fittest". Die Gesellschaft plätschert also so langsam dahin, merkt aber nicht, dass am Ende des Flußlaufes ein Wasserfall in den Abgrund führt. Technik hat zwar Fortschritt gebracht, aber keine Stärke, Replikanten richten sich gegen ihre eigenen Schöpfer und sind ihnen körperlich, sowie geistig (siehe Schach) überlegen. Das ist nicht unbedingt das neuste Thema, wird aber von Ridley Scott in einen atmosphärischen Science-Fiction Streifen verpackt, der einen gewissen Sog in Richtung Zuschauer entwickelt. Die Erwartungshaltung, man habe es hier mit einem Action-Thriller zu tun wird dann bereits zu Beginn zerstört, sodass man sich erst auf den Film einlassen muss, aber wenn man dies tut, findet man fast überall Gedankentiefgang und viele Details.
Harrison Ford nimmt seine Rolle an, verleiht ihr aber meiner Meinung nach nicht die gewisse eigene Note, wie es beispielsweise Rutger Hauer mit seiner Antagonistenrolle tut. Leider bleiben beiden aber auch nicht allzu viele Möglichkeiten ihren Figuren besonders großen Charme zu verleihen, da das Drehbuch eher selten auf lange Dialoge setzt. So könnte man kritisieren, dass die Charakterzeichnung hinter ihren Möglichkeiten bleibe, was aber gewiss für manche eher das Herumreiten auf Kleinigkeiten darstellt. Mir jedenfalls hat "Blade Runner" gut gefallen, wenn ich auch nicht behaupten kann, dass mein Gehirn besonders stark gefordert oder stimuliert wurde, wie ich es auch einigen anderen Werken von beispielsweise Terry Gilliam kenne, der sich ja Genre-technisch in ähnliche Gefilde gewagt hat.
7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Glücksritter 2012/01/27 06:49:50
Kommentar löschenVisionär, bizarr, wegweisend: Ridley Scott schuf mit 'Blade Runner' eine einzigartige Neo-Noir Reise durch eine düstere, dystopische Zukunftskulisse mit äußerst beeindruckenden Schauplätzen und ausgefallenen Wesen in Form von Replikanten, KI und purem Cyberpunk. Die audiovisuelle Stimmung in Kombination mit den ruhigen Schnitten erzeugt eine wahrhaft magische Atmosphäre, die selten von anderen Vertretern des Genres erreicht wurde.
6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten
cpt. chaos 2012/01/27 14:42:01
Antwort löschenHat mich zwar nicht so umgehauen, wie es ganz offensichtlich bei dir der Fall gewesen ist, aber dennoch klasse geschrieben!
1000Mindhunter 2012/01/25 18:33:59
Kommentar löschenIch hab schon lange keinen Science Fiction film mehr gesehen der zu gleich gefühlvoll und atmosphärisch eine wucht war,die musik von vangels und die geniale kulisse erzeugen ein merkwürdig und zugleich gutes gefühl. Harison ford spielt genial wie auch sein merkwürdig wie auch sehr mächtigen gegner rutger hauer. Aber umbedingt in der directors cut schauen sie verleit dem film meht tiefe.
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Carnifex 2012/01/22 15:24:51
Kommentar löschenVorhersage: 8,5 - Bewertung: 4,5! Warum? Die Kulisse des Films ist großartig, ansonsten überwiegt Langeweile, die aufgrund der mauen Charakterzeichnung und Story aufkommt.
Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Mr.Film 2012/01/21 18:30:54
Kommentar löschen["All diese Momente werden verloren sein in der Zeit, wie...Tränen im Regen.“]
Eine zukünftige Welt so dreckig wie ich sie mir vorstelle, so wie Ridley Scott sie sich vorstellt, so wie wir beide es nicht haben wollen, so wie es aber höchstwahrscheinlich kommen wird. Eine Welt die sich weiter entwickelt, die in der Wissenschaft unglaubliche Leistungen erzielt, und dennoch verkommt und zugrunde geht. Tiere existieren kaum noch, die Exemplare die noch leben werden als Luxusgüter benutzt, eine grüne Wiese hat manch einer vielleicht in seinen Erinnerungen gespeichert. Nicht nur der Planet geht zugrunde, auch der Mensch an sich, das Musterbeispiel hier ist Rick Deckard (Harrison Ford) der als ein emotionsloses Etwas herumwandelt, mit der Aufgabe Replikanten (künstliche Menschen, mit einer unfassbaren Intelligenz und Stärke) auszulöschen die unerlaubter Weise die Erde betreten. Warum aber dürfen sie nicht auf die Erde? Sind sie kein Abbild der Menschheit? Nur in Perfektion eben? Ja stimmt, doch der Mensch hat Angst vor körperlich stärkeren, vor intelligenteren Lebewesen, Lebewesen die nicht so fühlen wie Menschen. Deckard ist einer der Krieger der Menschheit, einer derjenigen der das Töten muss was zu geheimnisvoll erscheint, mit eiserner Miene und einer angehauchten Coolness geht er auf die Jagd. Doch was Deckard und der Zuschauer feststellen muss: Es sind nicht die Replikanten die gefühllos sind, immer wieder sieht man sie die Stadien der Trauer, der Liebe, der Furcht durchleiden, Harrison Ford(das Spiegelbild der dort herrschenden Gesellschaft) empfindet nichts davon, Emotionen werden nur selten freigesetzt.
Es ist einfach erschreckend wie treffend Ridley Scott den Schlag in die Magengrube der Gesellschaft platziert, die Utopie in der die Geschichte spielt wird überwacht und kontrolliert, seien es die Polizisten dort oder die Suchlichter die durch den TV auf einen selber strahlen, Werbung wo man nur hinschaut…muss…Cola…kaufen.
["Wenn du mit deinen Augen sehen könntest, was ich gesehen habe, mit deinen Augen."]
Diese düstere Atmosphäre bringt dem Zuschauer die harte aber treffende Botschaft noch näher: Ich habe mich unwohl gefühlt. Das den ganzen Film über. Doch wenn man den Abspann sieht und sich nochmal Gedanken über den Film macht weiss man einfach dass es so sein musste und alles perfekt harmoniert hat. Die nicht vorhandene Natur, die Sonne die man nur ab und zu durch die dunklen Wolken schimmern sieht, das miefende Gesamtbild an sich, all das ist so abstoßend und doch perfekt. Und man erkennt schon, genau deswegen mag ich den Film, „Blade Runner“ ist in jeder Hinsicht eine knallharte Kritik am Menschen, einer der besten die ich je gesehen habe.
Was den Film ebenfalls glänzen lässt sind die stark herausstechenden Noir Elemente, diese werden durch Vangelis’ Score wunderschön unterstrichen. Was man aber sagen muss ist, das die Handlung an sich extrem dünn ist, das muss aber nicht in jedem Fall schlecht sein, denn hier wurde viel draus gemacht, es geht für mich auch nicht um die Handlung an sich, es geht um das Gesamtbild, um das was um diese Handlung herum aufgebaut wurde, und das wurde so ideal wie möglich getan. Natürlich wirkt „Blade Runner“ streckenweise dröge, doch das symbolisiert einfach nur den Verfall der Zivilisation, wie sollte man das bitte „actionreich“ inszenieren?
In meinen Augen ist der wahre Held aber kein Mensch, es ist der Replikant Roy(der Mensch: Rutger Hauer, Wahnsinn was der Kerl hier geleistet hat), der zwar anfangs fragwürdige Wege geht und genauso handelt, und dennoch zum Ende hin alles verständlich macht, so augenöffnend.
...und dann lässt er die Taube fliegen.
["Ein Jammer, dass sie nicht leben wird... aber egal, wer tut das schon?"]
30 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 9 Antworten
Tjeorrmy 2012/01/21 18:52:03
Antwort löschenWow.
FilmFreeza 2012/01/21 19:19:39
Antwort löschenKlasse , wirklich Klasse geschrieben, einer der Besten, die ich bisher von dir gelesen habe und da waren schon sehr gute dabei :)
SoulReaver 2012/01/21 19:49:43
Antwort löschen<3
the traveler 2012/01/21 22:10:54
Antwort löschenToller Kommentar =)
Das mit Roy Batty habe ich ähnlich empfunden.
Als Deckard am Pfeiler hängt und ein Close-Up Hauer's Augen zeigt, ist es als hätte Batty eine Epiphanie. Man sieht, dass er eine Eingebung hat. Dann ändert er ja sein Vorhaben und fasst den Entschluss Deckard zu retten. Und dann dieser großartige Monolog :-O Batty ist auch generell der weiseste Charakter im Film. Und das als Replikant, der grad mal ein paar Jahre lebt ;) und in seinem Gesicht steckt so eine leise Sehnsucht. Rutger Hauer war großartig in Blade Runner.
the traveler 2012/01/21 22:14:27
Antwort löschenÜbrigens: Battys Suche nach seinem Erschaffer Tyrell und nach verlängerter Lebensdauer symbolisiert die Suche des Menschen nach Gott und Unsterblichkeit in allen Phasen - von der Kindheit bis zum Tod.
Mr.Film 2012/01/21 23:30:33
Antwort löschenDer Monolog hat meine Gänsehaut zum ausrasten gebracht, traumhaft. Und den Vergleich mit Gott hatte ich auch für mich gezogen, doch ich kam dann noch auf den Punkt das Roy als eine Art Engel dargestellt wird(Gott ; Gottes Kinder in dem Sinne: Engel), und sich dieser Engel dann wie Luzifer gegen Gott stellt. Wie man es auch sehen will: Top.
the traveler 2012/01/22 08:56:51
Antwort löschenJa da kann ich auch zustimmen :) das einzige wo ich nicht zustimmen kann ist deine Wertung, die ist zu niedrig ;-p
Alle 9 Antworten zeigen
Mr.Film 2012/01/22 11:44:25
Antwort löschen8 ist eine Topwertung bei mir. Mehr punkte vergebe ich nach mehrmaligem sehen oder wenn ich beim ersten mal schaun unglaubliche Emotionen entwickelt habe :)
the traveler 2012/01/22 22:26:26
Antwort löschendann wirds bestimmt bald ne 10 :)
NWO@Movie 2012/01/15 19:02:35
Kommentar löschenIch las all die guten Kritiken hier und dann habe ich mir den Film sofort auf DVD gekauft. Ich habe Sci Fi Noir in 2001 vorgestellt + Schuss Nähe zu Figuren. Aber dann hat mich das ganze total enttäuscht!!! 8€ musste ich hergeben - für einen Staubfänger!!! Das erste mal fand ich ihn Ordnung - aber nur in Ordnung! er riss mich nicht vom Hocker. (Ich hab den Final Cut - vllt wäre er mit Off Text besser???) Aber ich sage nicht dass der Film schlecht ist. Ich hätte mehr Handlung - Verstrickungen - auch Action? - besser Bilder erwartet. Manchmal braucht man keine Action wenn die Bilder funktionieren - gut aussehen. Bei dem Film sehe ich - jetzt ganz ganz grob gesagt - nur "Rauch und Regen - ich weiss nicht was der Film mir sagen will. Dann gehe ich raus spazieren..."
Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
xTimmaex 2012/01/10 18:52:48
Kommentar löschenFrüher habe ich Blade Runner mal für überbewertet gehalten (7/10). Dann habe ich ihn vor ein paar Jahren nochmal gesehen und habe halbwegs verstanden, warum er so verehrt wird (9/10). Gerade habe ich ihn zum dritten mal geguckt und alles andere als eine 10/10 wäre einfach eine Beleidigung. Ich kenne keinen Film, der sich mit jedem mal so sehr steigert. Definitiv in meiner Top20 aller Zeiten. Und Douglas Trumbull sollte in jeder Stadt auf der Erde ein Monument haben. :)
Ich hoffe mal, Ridley Scott kann mit Prometheus da weitermachen, wo er nach Blade Runner aufgehört hat.
7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten
KlohauZ 2012/01/11 19:31:01
Antwort löschenIch fand den ja wirklich langweilig, hab ihn aber nie bewertet weil ich mir irgendwie schon gedacht hab dass ich den mehrfach sehen muss bevor er gut wird. Eines Tages...
BlackEaster 2012/01/05 11:50:35
Kommentar löschenPhilipp K. Dick? Check!
Cyberpunk? Check!
Dystopisch? Check!
10 Punkte? Check!
Es gibt sowieso VIEL zu wenige (gute, und ganz generell überhaupt...) Cyberpunk-Filme. Abgesehen von dem sehr nischenhaften Johnny Mnemonic, für welchen man wohl einen ganz eigenen Geschmack braucht (oder Shadowrun-geschädigt sein muss) ist für mich Blade Runner die DEFINITION eines Cyberpunk-Films. Man kann die Großartigkeit dieses Werkes kaum in Worte fassen, man muss den Film einfach erleben. Düster, kühl und schmutzig gibt sich die Welt in welcher Rick Deckard lebt. Düster, kühl und schmutzig ist auch eigentlich alles in diesem Film. Vieles wirkt "billig" (nicht "billiges Requisit", sondern so, dass es wie ein Wegwerfgegenstand wirkt), wie aus Plastik, ohne Herz und ohne "Wert" in dieser Welt. Eine der stimmigsten Dystopien, welche ich jemals in einem Film gesehen habe, da sie so...nah an unserer wirkt. Man kann sich gut ausmalen, wie wenige Schritte von unserer Welt hinein in die Welt des Blade Runners nötig sind.
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
blockbusterandmore 2012/01/04 18:32:29
Kommentar löschen" Ich habe Dinge gesehen ... die ihr Menschen niemals glauben würdet. Gigantische Schiffe die brannten draußen vor der Schulter des Orion und ich habe C-Beams gesehen .... glitzernd im Dunkeln .. Nahe dem Tannhäuser Tor ... All diese Momente werden verloren sein ... in der Zeit ... so wie Tränen im Regen ... Zeit zu Sterben.”
"Blade Runner” hatte es schon zu Anfang nicht leicht, das prägende Werk von Ridley Scott erschien doch zu einem Zeitpunkt im Kino, als der Zeitgeist im Kino ein anderer war. Dystopien waren nicht sehr beliebt beim Kinopublikum, dem damaligen Zeitgeist nach zu urteilen wurde ein positiv politischer Trend propagiert. "Das Ding aus einer anderen Welt" von John Carpenter ist ebenso ein Paradebeispiel für ein damals zu unrecht verlorenes Stück Kinogut wie "Blade Runner”, welcher sich dem damaligen Kinorenner "E.T” von Steven Spielberg kommerziell geschlagen geben mußte. Und das unverdientermaßen...
Das einzigeste, was z.B "Alien" und "Gladiator" noch etwas spürbar besser gemacht hat, als das 3. Werk von Ridley Scott nach "Die Duellisten" und Alien" ist die emotionale, narrative und schlüssige Logik, die sich dem gebannten Kinozuschauer im Nachhinein beim Anschauen der Werke und der geschaffenen Welten erschließt. Aber im Grunde genommen ist das marginal, denn "Blade Runner” ist ein herausragender Film, der heute noch vielen Filmschaffenden als Inspiration dient... Und uns vor Augen führt, was "Science Fiction” in ihrem tiefstem Wesen bedeutet. "Blade Runner” ist die wohl ernsthafteste Verbeugung vor dem Science Fiction Genre, auch vor "Metropolis”, und der wohl seriöseste Umgang mit einer wahrlich schwierigen Thematik.
Im Falle "Blade Runner" ist es auch heute noch so, das der Film nach einmaliger Betrachtung nochmals geschaut werden muß, um vollständig erfaßt werden zu können. Das liegt im Kern daran, das sich sich die Protagonisten des Werkes einer vollkommen Identifikationsfläche verweigern.
Ein Rick Deckard taugt weniger als empathiefähige Figur, alleine sein tun und Handeln wird im gelungenen Finale deutlich hinterfragt. Für manche erscheint es mutiger, das die entsprechenden Identifikationsflächen nicht bedient werden, man bricht doch an dieser Stelle mit dem Genre, Blade Runner nahm aber zum Zeitpunkt des Erscheinens durch die fehlende Identifikationsfläche die persönliche Nähe, man hatte es schwieriger, in Blade Runner mit den überlebensgroß geschaffenen Figuren mitzuleiden. Und daher ist der damalige, geringere Erfolg auch durchaus nachzuvollziehen. "Alien” hingegen, um mal den Vergleich zu ziehen, brach durch Sigourney Weavers der Darstellung der Ripley als Heldin (zwar wider Willen, aber als Frau) mit dem männerdominiertem Genre; das bot zwar etwas neues, aber gleichzeitig die Identifikationsfläche, die Blade Runner abgeht. Leider rief Blade Runner auch auf Grund seiner Thematik zu seiner Zeit ein geteiltes Echo hervor, völlig zu Unrecht, denn es wurden auch universelle Themen behandelt, die heute für uns alle von zentraler Bedeutung sind, wie die Überbevölkerung, die globale Umweltverschmutzung u. das Klonen (replizieren) von Menschen!! Ridley Scott erzeugt durch das langsame Tempo in Blade Runner wie schon einst Stanley Kubrick eine ungeheure visionäre Tiefe erzeugt und hinterläßt am Schluß eine zutiefst humane Botschaft .
Die Handlung ist schnell erzählt: Der ehemalige Blade Runner Rick Deckard soll gestrandete Replikanten aus dem Verkehr ziehen, die auf der Erde, so wie sich im nachhinein herausstellt, auf der Suche nach ihrem Schöpfer sind, mit fatalen Folgen für Deckard, wird doch am Ende nicht nur die gesamte Existenz und Schöpfung der Replikanten hinterfragt, sondern auch seine ganz eigene, die ihn höchst korrumpiert und demoralisiert zurücklassen wird...
Schon am Anfang des Films wird die Messlatte mit Scotts Intro im tollem Look und Schrift, wie es nachher auch im Falle Gladiator gemacht wurde, ziemlich hochgelegt:
"Anfang des 21. Jahrhunderts stieß die Tyrell Corporation in der Entwicklung der Roboter in die Phase "Nexus" vor, sie schufen ein dem Menschen völlig identisches Wesen – den Replikanten. Diese künstlichen Menschen der Phase Nexus 6 waren stärker, beweglicher und mindestens ebenso intelligent wie die Genetik-Ingenieure, die sie geschaffen haben. Replikanten wurden als Sklavenarbeiter bei der gefährlichen Erforschung und Kolonialisierung anderer Planeten missbraucht.
Nach der blutigen Meuterei einer Nexus 6 Gefechtstruppe in einer Kolonie auf einem anderen Planeten wurde Replikanten unter Androhung der Todesstrafe die Rückkehr zur Erde verboten. Spezielle Polizei-Einheiten – die ‘Blade Runner'– erhielten den Befehl, jeden Replikanten, der auf der Erde entdeckt wird, zu töten. Man nannte es nicht Exekution, sondern ‘aus dem Verkehr ziehen." Zynismus und Sarkasmus sind im letzten Satz also gleich an der Tagesordnung...
Scotts wegweisendes Science Fiction Meisterwerk gehört zu den wenigen Filmen der Filmgeschichte, denen auch ein klares Ende abgeht, bis heute wird genüßlich darüber philosophiert, ob Deckard ein Replikant sein bzw. welche Bedeutung das Einhorn (vielleicht die Freiheit?), das im Film auftaucht, haben könnte... Bewußt werden Parallelen zu vorhandenen Märchen und zu verkommen, auch real existierenden Slums / Orten unserer Welt, wie Hongkong und Kowloon, gelegt; durch Blade Runner entsteht ein Mythos. Selbst ein Mr. Tyrell könnte durchaus als Replikant identifiziert werden. Das Auge, welches unser einziger Zugang zur Realität neben den anderen Sinnesorganen ist, kann uns jederzeit lügen und betrügen.
Blade Runner ist im höchsten Maße effektiv auf mehreren Ebenen angelegt und verlangt im intellektuellen Maße alles vom Betrachter ab.
Das Auge bedeutet in "Blade Runner” etwas zu erkennen, aber auch von anderen entdeckt zu werden. Die Replikanten wollen nicht erkannt werden, weil sie getötet werden sollen, die anderen wollen erkennen, damit sie töten können. Die Replikanten sind im Effekt all das positive was die Menschen auszeichnet und diesen schon lange abhanden gekommen ist. Den Menschen wird quasi der Spiegel vor das Gesicht gehalten. Die Verbrechen an einer eigens geschaffenen Spezies werden durch die Replikaten künstlich reflektiert.
Ebenso macht schon das am Anfang sich ins Gedächtnis brennende Gespräch zwischen Holden und Leon macht deutlich, in welche Richtung Blade Runner schnurstracks marschiert. Es geht darum, den Unterschied herauszufinden, ob jemand ein Mensch oder ein Replikant ist. Aber was macht das für einen Unterschied? Gibt es überhaupt einen? Wo ist die Grenze, an der ein Individuum zum Menschen wird, wann muß man diesem Würde und Respekt erweisen, ist das Leben nicht unantastbar, ein absolutes Wunder? Hat der Mensch überhaupt ein Recht darauf, in den Schöpfungsprozeß einzugreifen? Gibt es irgend etwas, was seinen Eingriff legitimiert? Und wenn ein Roy Batty den Sinn seiner Existenz langsam anfängt zu begreifen und sein Leben zu schätzen weiß, können wir das doch auch, oder?
Die Replikanten wie Roy Batty beispielsweise, die im Grunde genommen nichts anderes als Menschen sind, haben ihre Entwicklung nur noch nicht abgeschlossen, sie sind empfindsam, haben Emotionen und Gefühle, die man nicht einfach abstellen kann, sie sind als komplexe Charaktere zu erkennen, es gibt optisch keinen Unterschied zu uns Menschen. Auch Roy Batty ist empfindsam, hat Gefühle wie Wut und Zorn, wirkt wie ein Kind das sich entwickelt. Seine innere Uhr läuft nach und nach wie die der anderen ab. Aber er rettet Deckard das Leben, als dieser sich schon selber aufgibt, ein wahrer Akt von Größe und Menschlichkeit.... Die Welt, die von Ridley Scott zum leben erweckt wird, wird als kalter, maschineller, zerstörter Ort der Umwelt interpretiert, die künstliches Leben generiert, nicht nur tierisches, sondern auch menschliches, also die Replikanten. Vielleicht sind wir in Scotts Vision gar nicht mehr in der Lage, uns bei genauerer Betrachtung sexuell zu reproduzieren, vielleicht liegt das an den vorherrschenden Umwelteinflüssen, für die der Mensch selber verantwortlich ist. Vielleicht ist das replizieren von Menschen der am Ende noch einzige, aber unrechtmäßige Weg, um die eigene Spezies zu erhalten. Zumindest fördert Gaffs Monolog im Finale diese Gedanken: "Ein Jammer, das sie nicht leben wird, aber wer tut das schon.”
Des weiteren entpuppen sich die Werbeflächen des darlegten Slums als zynischer Kommentar zur Welt, und zwar zu einer Welt, die nur Lügen verbreitet und mit ihren Konsumbotschaften den Menschen blendet und von den alltäglichen Sorgen und Problemen abzulenken versucht. Schon im Prolog wird deutlich, das sich eine Industriewelt manifestiert hat, die dem Hades zu entsprungen sein scheint und mit Luftschiffen den Weg zu neuen Abenteuern verspricht. Industrielle Kamine, Feuer und Qualm haben sich der Städte bemächtigt... Und ein alles sehendes Auge wacht über die Menschen, es existiert eine Kontrollfunktion, die einem 1984 zu entnommen worden sein scheint. Big Brother is watching you. Die Straßen sind voll mit Müll und Dreck, es regnet in Strömen, der Sozialbestand der Gebäude, in denen die Menschen wohnen, ist verrottet. Der Mensch vegetiert dahin, trotz einer guten und funktionierenden Technologie. Das Auge vernimmt nur künstliches Licht, eine andere Quelle ist scheinbar nicht auszumachen. Die Menschen leben von künstlichem Essen, halten sich künstliche Tiere. Die Welt in "Blade Runner” wird ganz eindeutig als zerstörte Welt identifiziert, die jegliche Balance bereits verloren hat. All dies wird untermalt von Vangelis perfekter, epischer Musik. In Sachen Inneneinrichtung, Kleidung, Möbel u. Fahrzeugen läßt sich ebenfalls keine Einheitlichkeit feststellen. Herausstechend aus diesen Dingen und der globalen, kulturellen Verschmelzung ist das bekannte Bradbury Bulding. Man spürt förmlich, das Ridley Scott in der Vielschichtigkeit der Interpretationsmöglichkeit seine Werkes "Blade Runner" sich wieder von Stanley Kubrick und seinem zentralem Werk "2001 - A Space Odyssey" inspirieren ließ. Eine gute Entscheidung.
Fazit: "Blade Runner" ist im Grunde genommen eine Warnung an den Menschen, wie seine eigene Zukunft aussehen kann, wenn man sich der eigenen Probleme wie Überbevölkerung, der Verschmutzung, also im übertragenen Sinne des zugrunde gehens des eigenen Planeten nicht annimmt. Darüber hinaus ist Blade Runner auch ein Appell an unserer menschliches inneres, wieder mehr Mitgefühl gegenüber anderen zu zeigen, keinem unterlegenen, wie auch insbesondere den Frauen, einfach nur in den Rücken zu schießen, sondern seine persönliche moralische Einstellung in Sachen Menschlichkeit zu überdenken, sein Einfühlungsvermögen wieder zu entdecken, das Leben als Wert zu erachten und diesem dem besten Schutz zu gewähren, vor allem wenn dies noch nicht vollständig entwickelt ist. Blade Runner verweigert sich konsequent dem gängigem Mainstream verhafteten Drama. Man weiß nicht genau, ob sich die Welt am Schluss des Ablebens von Roy Batty geändert hat. Man kann wohl eher zu einem "Nein” tendieren, denn die Menschen sind sich selbst der größte Feind, die Menschen halten nicht zusammen, die Umwelt ist verrottet. Die Menschheit steht vor ihrem eigens geschaffenem Untergang. Um diese Erarbeitung geht es Ridley Scott. Sein brillantes Auge und seine eingesetzte Kamera sind seine Waffen, welche uns in das Geschehen mit einbeziehen und uns das gesehene noch einmal hinterfragen lassen. Blade Runner ist im Grunde genommen, rein vom optischen her betrachtet, ein Science-Fiction Art-Movie, das Produkt eines Meisters der Kunst sowie Kultur Besessenheit und der akribischen Detailzeichnung; es wurde bis zur Schmerzgrenze der Perfektion gearbeitet. Inhaltlich inszeniert Ridley Scott Blade Runner genau wie Gladiator wieder als einen Traum einer vollkommen gescheiterten Welt, als totale Dystopie, als einen menschlichen Appell ins allen, sich der eigenen Probleme auf unserem kleinem Kosmos jeden Tag anzunehmen, die Augen zu öffnen und sich der eigenen Menschlichkeit zu bewahren...Sonst ist irgendwann der Zeitpunkt erreicht, indem sie in dem sie in einem letztem Atemzug auf unserem Planeten verlorengeht... Blade Runner ist ein selten tiefgründiges Epos über den Wert, die Vergänglichkeit und das Wunder des menschlichen Lebens. "Blade Runner" befaßt sich wie einige Werke vorher mit den tiefgreifenden Fragen unserer gesamten Existenz u. mit den Gedanken und den Formulierungen "Ich denke, also bin ich”, "Ich empfinde, also bin ich menschlich”, setzt sich mit der Botschaft des vielzitierten Slogans "Man has made it's match – now it's his problem", auseinander. Um Blade Runner eine faire und reelle Chance zu geben, braucht man Zeit. Und zwar die Zeit um das Werk mehrfach zu betrachten, damit sich die vollkommene Wirkung durch sämtliche, in Betracht gezogene und perfekte eingesetzte Mittel des Filmemachens einstellen kann. Man entdeckt bei jeder Betrachtung in Blade Runner gewisse Dinge, die einem immer zu entgehen scheinen, es spielt keine Rolle ob dies inhaltlicher oder optischer Natur ist. Ridley Scott stellt das ganze Genre einmal auf den Kopf und erschafft den Inbegriff der urbanen Science Fiction. Blade Runner ist zeitlos und etwas besonders. Etwas, was man wertschätzen sollte.
"Wenn man seinen eigenen Erinnerungen nicht trauen kann, was bleibt dann noch übrig, was einem zum Menschen macht?"
11 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
SoulReaver 2011/12/26 18:20:07
Kommentar löschen„All diese Momente werden verloren sein in der Zeit, so wie Tränen im Regen...“
Sci-Fi-Filme gibt es viele. Zu viele könnte man meinen, dabei kann es gar nicht so weit kommen. So vielschichtig und unendlich ist der Bereich. Ob wir fremde Planeten erforschen, durch die Galaxien reisen, oder eine einfache Zukunftsvision zu sehen bekommen. Alles ist unglaublich interessant. Ridley Scott setzt mit seinem Utopie & Dystopie-Meisterstück von 1982 genau in einer dieser Zukunftsvisionen an, inszeniert aber eine Geschichte wie wir so noch nicht erleben und vor allem sehen durften.
Man schreibt das Jahr 2019. Den Replikanten, künstlichen Menschen, ist bei Todesstrafe die Rückkehr zur Erde verboten. Doch trotzdem kehren eines Tages einige dieser Wesen zurück. Diese besondere Spezies verfügt über Kraft und Intelligenz mehrerer Menschen und ist von diesen kaum zu unterscheiden. Sie sollen unschädlich gemacht werden. Nur eine Spezialeinheit kann sie aufspüren: die Blade Runner. Eine atemberaubende Hetzjagd durch die futuristische Welt beginnt.
Optisch zählt 'Blade Runner' ohne weiteres zu dem besten was je auf irgendeinem Bildschirm oder einer Leinwand zu sehen war. Die dreckige, verrauschte, herzlose und apokalyptisch angehauchte Zukunftswelt im Jahre 2019 wurde einfach in perfekt atmosphärische Bilder gepackt, wie man sie in dieser Art wirklich noch nicht zu sehen bekommen hat. Alles Stimmt, in jedem noch so kleinen Detail steckt die Liebe zum Film und genau das macht ihn in seiner Aufmachung einfach so satt und vollkommen. Eine Meisterleistung. Natürlich darf auch die fantastische Musik von Vangelis nicht unerwähnt bleiben. Auf dem höchsten Niveau wird der Film unterstrichen, nur angehaucht. An anderen Stellen überrumpelt und biegt sie den Film zurecht, grandios. 'Blade Runner' ist eben einer dieser Film, in dem Bild und Musik den perfekten Einklang finden und so eines der besten Filmerlebnisse einleiten.
Besetzt ist 'Blade Runner' in der Hauptrolle mit einem der prägendsten Gesichter der 80er: Harrison Ford. Ford spielt den Blade Runner Rick Deckard, ein einsamer und schweigsamer Kämpfer der Nacht. Ford braucht nicht viele Worte um seiner Figur unendliche Vielschichtigkeit einzuflößen und bringt durch seine zurückhaltende und stille, aber vollkommen kräftige Leistung seine vielleicht beste Darstellung. Rutger Hauer, der immer noch viel zu unbekannt ist, als Replikant Roy Batty besitzt ebenso viel Vielschichtigkeit, setzt aber durch sein eindringliches Schauspiel noch einen drauf und stiehlt Ford, vor allem gegen Ende, immer wieder die Show und fährt ganz groß auf.
Ridley Scott, der nur drei Jahre zuvor mit 'Alien' einen Meilenstein und Sci-Fi-Klassiker inszenierte, kehrt mit 'Blade Runner' zurück ins Genre, geht das Thema aber von Grund auf völlig anders an. Was 'Blade Runner' so besonders, einzigartig und zu einem klaren Highlight des Genres macht ist die Vielfalt, der Themenbereich und die Fragen die der Film aufwirft und doch keine endgültigen Antworten geben kann. Wir erleben Deckard, den Blade Runner wider Willen. Kompromisslos, hart und zielstrebig ist sein Auftreten, doch ein Blick in die traurigen Augen zeigt uns die wahre innere Stille von Deckard. Denn er ist ein vollkommen einsamer und zerrissener Mensch. Ein Mensch der keine Wärme und Liebe im Leben kennt, verloren in einer Welt die von Hektik, Schmutz, Verbrechen, Finsternis und ungestillten Sehnsüchten dominiert wird. Auf der Jagd nach den falschen Menschen, zu jeder Zeit. Doch was bedeutet Menschlichkeit? Was bedeutet es geboren worden zu sein und irgendwann zu sterben? Kein reguläres Verfallsdatum zu haben und doch so vergänglich zu sein? Auf der Gegenseite die Replikanten. Mit bloßem Auge nicht vom Menschen zu unterscheiden. Verwechselbar, austauschbar, menschliche Unmenschlichkeit. Wenn Deckard erst auf Rachael trifft und sich selbst in Frage stellen muss und dann in der wohl besten Szene auf Roy Batty, verschmelzen die groben Unterschiede und alles wird eins. Ein Schrei nach Menschlichkeit durchbebt den Film und löst Gefühle aus, die man nach dem ersten Mal schauen gar nicht fühlen oder befreien kann. Man muss zwischen den Zeilen lesen, durchgängig, und doch zieht so viel an einem vorbei. 'Blade Runner' lässt den Zuschauer nicht vertrümmt zurück. Er lässt ihn nicht ins offene Messer laufen, doch 'Blade Runner' setzt das Messer von Anfang an immer wieder an, platziert es, nur um immer wieder die Position zu wechseln. Das erzeugt eine der dichtesten, bedrückendsten und stärksten Atmosphären überhaupt. Am Ende stellt sich die Frage, was die eigene Existenz wirklich bedeutet, was sie letztendlich ausmacht. Doch diese Antwort muss jeder für sich selbst finden, denn der Schein trügt nicht nur einmal und das wahre Ich offenbar sich nur selten und wenn, dann nur im Ansatz...
Fazit: 'Blade Runner' ist visionär, komplex, philosophisch und regt zum Nachdenken an. Ein Film mit tollen Darstellern, einer wirklich durch und durch perfekten Optik und einem mehr als grandiosem Soundtrack. 'Blade Runner' lässt den Zuschauer nicht mehr los, entfaltet sich aber erst nach mehrmaligem sehen. Ein Kunstwerk, durch und durch.
„...Zeit zu sterben.“
29 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 14 Antworten
Andy Dufresne 2011/12/26 18:48:05
Antwort löschenSehr guter Kommentar!
SoulReaver 2011/12/26 18:58:55
Antwort löschenDanke! :)
Mr.Film 2011/12/26 19:29:10
Antwort löschenNoch nicht gesehen...muss sich aber mal so langsam ändern, vor allem nach so einem Kommi :)
horro 2011/12/26 20:17:18
Antwort löschenWunderbar lieber Reaver, einfach wunderbar!
Kreaexo 2011/12/26 21:03:44
Antwort löschenIch hatte ja bisher echt Lust, mir diesen Film anzusehen. Aber nach diesem grottenschlechten Kommentar will ich am Besten einfach nur sterben. -.- Ach eins noch Pascal, du bist blöd. :D
SoulReaver 2011/12/26 21:05:59
Antwort löschenDas kann ich verstehen, Max! Das mit dem sterben ist übrigens gar keine schlechte Idee! Mach doch was du willst <3
SoulReaver 2011/12/26 21:06:58
Antwort löschen@horro Viiiiiielen Dank! :) Da wird man ja rot!
@Mr. Film Wird Zeit, aber auf jeden Fall öfter ansehen :) Der muss sich entfalten, der Film :)
Kreaexo 2011/12/26 21:10:39
Antwort löschenNa da sind wir uns doch einig Souli. :)
JohnnyKee 2011/12/26 21:34:02
Antwort löschenThat's fantastic, Man! Hab den auch noch da... ;)
SoulReaver 2011/12/26 21:45:53
Antwort löschenDanke! Unbedingt anschauen :)
Punsha 2011/12/27 01:13:43
Antwort löschenStark. :)
Fand ihn auch erst nach dem zweiten Mal schauen richtig gut.
SoulReaver 2011/12/27 16:12:44
Antwort löschenDanke :)
Jap, der Film wächst.
Alle 14 Antworten zeigen
FilmFreeza 2011/12/27 20:47:18
Antwort löschenSchön geschrieben :) .. hab ihn gelesen :D
SoulReaver 2011/12/28 22:52:46
Antwort löschenDankeee :)
hundehaendla 2011/12/26 17:11:40
Kommentar löschenEigentlich stehe ich ja auf Filme die atmoshärisch gut gemacht sind. Aber Blade Runner konnte mich irgendwie nicht fesseln, Alien ist da im Vergleich um Längen besser. Vielleicht liegt es auch an der Mischung mit Fernost, damit kann ich wenig anfangen, keine Ahnung. Auch die Musik war nicht unbedingt meins, zu viel 80er Synthesizer für meinen Geschmack. Was bleibt dann noch ? Leider nicht viel, die Story ist überschaubar, die Schauspieler verwirrt. Was bleibt ist eine eigene Welt mit viel Liebe zum Detail. Alles in allem nicht mein Ding, man möge mir verzeihen ...
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Joeyjoejoe17 2011/12/21 13:55:26
Kommentar löschenAudiovisuell und atmosphärisch einfach überragend, gerade die letzten 20 Minuten, da kann man über die kleinen Schwächen in Sachen Storytelling locker hinwegsehen. So hat man hier einen Film, der zum einem zeigt, dass die beste Zeit des Harrison Ford in den 80ern und 90ern lag, und zum anderen, dass dieser Streifen vollkommen zurecht wegweisend für das moderne Science-Fiction-Genre war.
17 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
FlintPaper 2011/12/13 03:12:36
Kommentar löschenMega-Kunstwerk, welches mit jeder Sichtung wächst. Cyberpunk in Reinkultur, Neo-Noir pur, Sci-Fi Distopia par excellence. Großartige Bildbauten von futuristischen Städten und Industrieanlagen, eine unschlagbare Atmosphäre, durch die Bank weg großartige Darsteller und ein zukunftsweisender und äußerst meditativer Soundtrack von Vangelis. Blade Runner hat alles, was ein wirklich guter Film haben sollte und noch fünf Mal soviele Metaebenen. Bei dem finalen Monolog von Rutger Hauer haut's mir jedesmal die Füße weg. Da macht es auch nichts, dass das Timing - oft kritisiert - quasi nicht vorhanden ist und der Film nur so vor sich herträllert. Aber was da geträllert wird, ist ja wohl unglaublich. Und das die Filmfans sich bis heute nicht einigen können, was es mit Deckards Existenz auf sich hat, zeigt wie polarisierend der Film sein kann. Ebenso die Tatsache, dass das Ding seinerzeit in den nordamerikanischen Kinos gefloppt ist und heutzutage als Kultfilm schlechthin gehandelt wird. Möglicherweise Ridley Scotts bester Film und vielleicht auch der beste seines Genre überhaupt. Steht aber eigentlich für sich allein auf einem Podest, welches nimmermehr erreicht werden kann.
10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten
Danyrail 2011/12/13 12:16:34
Antwort löschenUnd mir wird ganz bange, dass eine Neuverfilmung wohl definitiv geplant ist, hatte diesbezüglich jedenfalls in letzter Zeit viel gelesen. Ich hoffe dass Blade Runner als einzigartiges Meisterwerk in Errinnerung bleibt und nicht als "altes Original" (das sowieso keiner mehr schaut, gibt ja ne Neuverfilmung) eines hoffentlich, dann aber "nur" vernünftigen Remakes.
FlintPaper 2011/12/13 13:55:23
Antwort löschenIch habe gehört, Scott wollte eine Art Sequel, bzw. Prequel machen (so wie Prometheus zuerst ein Alien Prequel werden sollte :D). Ich weiß aber auch nicht, wie sicher das ist.
_Garfield 2011/11/27 15:03:50
Kommentar löschenFernab der klassischen Space-Opera und atmosphärisch ungemein dicht präsentiert sich Scott's Frühwerk „Blade Runner“. Rein optisch ließ sich Scott in seiner Zukunftsversion deutlich vom düsteren Film-Noir längst vergangener Tage beeinflussen: Eine düstere Stadt, ebenso heruntergekommen wie das gesellschaftliche Gefüge, das es beherbergt und andauernder Regen begleiten den Blade Runner (überzeugend: Harrison Ford) bei seinem Ermittlungen. Ein klassischer Anti-Held im Noir-typischen Trenchcoat, fortwährend von seiner lakonischen Gedankenstimme beurteilt und kommentiert, verfolgt von Selbstzweifeln und Sinnfragen. Hoffnung existiert in den multikulturellen Großstädten nicht, diese präsentieren sich als dreckige Löcher nahe dem menschlichen und substanziellen Zerfall. Die Städte sind überbevölkert, Einzelschicksale sind bedeutungslos. Es existieren ungeahnte technische Möglichkeiten und doch geht die Erde und damit gleichbedeutend das Individuum dem Ende hinzu, innerlich vermodert und verfault. Metropolen sind ethnisch-religiöse Slums, zerfressen von Egoismus und fehlender Nähe. Künstliche Intelligenzen werden zur plötzlichen Bedrohung, sie rebellieren und werden ausgelöscht. Die Liebesgeschichte vermag dem Geschehen dabei einiges an Dramatik hinzuzufügen ohne den Eindruck von nervender Affektion zu erwecken. Scott's innovative Zukunftsversion überzeugt neben seinen herausragenden visuellen Aspekten durch seine großartigen Darsteller (wunderbar ambivalent: Rutger Hauer), diese sind nicht nur der einzigartigen Noir-Atmosphäre ungemein zuträglich, sondern verleihen gerade den vielen Dialogen die nötige Intensität und Authentizität. Die Idee einer Begegnung auf Augenhöhe zwischen Schöpfer und Kreation ist konsequent und absolut notwendig. Die Replikanten werden uns nicht nur als körperlich überlegene Wesen präsentiert, sondern als mental und spirituell mindestens ebenbürtige Entitäten, welche uns völlig neue Perspektiven zu eröffnen vermögen. Keine Spur von fehlender Empathie, menschlicher als der Mensch ist eine mögliche Interpretation. Scott zeichnet eindrucksvoll das Bild einer Gesellschaft in der die Paranoia um sich greift, Angst den Alltag bestimmt und eine essenzielle Frage vorherrschend ist: Wann ist künstliche Intelligenz achtenswert, liebenswert oder womöglich menschlicher als der Mensch? Ein Replikant sorgt für das prägende Moment in „Blade Runner“, ein Satz, der die Intention eines Meilensteins des Science Fiction-Genres perfekt zusammenfasst: "It's too bad she won't live! But then again, who does?“
26 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 8 Antworten
seven 2011/11/27 15:27:14
Antwort löschenSauber, der liegt hier noch ungesehen als Blu-Ray rum.^^
_Garfield 2011/11/27 15:32:10
Antwort löschenSofort ändern! Aber nur sofern du Bock auf Atmosphäre hast. :)
Sozionaut 2011/11/27 15:41:00
Antwort löschenGut kommentiert!
seven 2011/11/27 16:07:55
Antwort löschen@_Garfield: Atmosphäre ist völlig überbewertet. :)
the traveler 2011/11/27 16:28:55
Antwort löschenToller Kommentar! :)
Seven, sofort gucken! :-O
_Garfield 2011/11/27 16:56:56
Antwort löschen@Sozionaut & the traveler: Thx! :)
@seven: Quatsch. Gucken. Jetzt! :D
Alle 8 Antworten zeigen
Shritz 2011/12/18 11:20:34
Antwort löschenSehr schöner Kommentar zu einem wunderschönen Film. Bemerkenswert finde ich wie stark Scott sich om Buch abwendet und seine eigene Geschichte erzählt.
_Garfield 2011/12/18 13:37:44
Antwort löschenDanke dir. Den Vergleich zum Buch konnte ich leider nicht ziehen, da es ich es nicht gelesen habe, vielleicht ändert sich das noch. :)
Punsha 2011/10/26 17:26:33
Kommentar löschenRegie: Ridley Scott, in den Hauptrollen: Harrison Ford und Rutger Hauer. Das schreit doch förmlich nach actionlastiger Unterhaltung. Doch davon darf man bei "Blade Runner" keinesfalls ausgehen, auch wenn Action natürlich nicht gänzlich fehlt. Es ist vielmehr eines der komplettesten Werke, die ich bisher erleben durfte. In gerademal 113 Minuten schafft es Scott Thrill, Action, Drama, Romantik, Philosophie und Soziologie in seiner futuristischen Vision auf solch geniale Art und Weise zu verschmelzen, dass die Story auch nie überladen erscheint. Keine Szene, kein Schnitt ist belanglos oder gar überflüssig und wäre das twistige Ende des Final Cuts nicht gewesen, würde auch nichts fehlen. Zwar wurde uns so viel gezeigt, um die Wendung zu verstehen, nicht aber um sie als sinnvoll zu erachten. Doch das ist Meckern auf höchstem Niveau.
Nirgends war die Zukunft düsterer, beängstigender und detaillierter aufgezeigt als in "Blade Runner". Selten stand der Mensch so in der Kritik, aber was macht ihn überhaupt aus, den Menschen? Was unterscheidet ihn von anderen Lebensformen und woraus nimmt er sich das Recht, sich über diese zu stellen, über Leben und Tod zu entscheiden, Gott zu spielen? Das und vieles mehr thematisiert der Film und ist ein wunderbarer Beweis dafür, dass man keine drei Stunden und länger benötigt, ein wichtiges Thema ausführlich zu bearbeiten, zumal es Scott auch noch gelingt, nebenbei genug Unterhaltungselemente einzubauen.
Fazit: "Blade Runner" ist ein Meilenstein des Sci-Fi Genres: Beeindruckend bebildert, spannend, intelligent, düster, faszinierend, kontrovers, brachial, ... - Begebt euch gemeinsam mit Rick Deckard auf Replikantenjagd im slumartigen Großstadtmoloch und erhascht tiefe Einblicke in eine beängstigende Zukunft und die bedenklichen Schwächen des Menschen.
10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
cruzha 2011/10/18 11:44:03
Kommentar löschenJa, wegweisend für ein ganzes Genre, Kult, zeitlos und unsterblich, weiß ich alles. Trotzdem hat mich Blade Runner nicht so übermäßig gekickt. Die ersten 45 Minuten waren für mich eine einzige Geduldsprobe, da sich das Geschehen für meinen Geschmack viiiiiel zu zäh in die Länge zog. Die zweite Hälfte geht völlig in Ordnung, da dann ein wenig Schwung in die Sache kommt. Klar ist Blade Runner in seiner Optik überbordend und großartig, fantastisch fotografiert und mit zahllosen philosophischen und religiösen Anspielungen sicherlich Gegenstand für wochenlange Diskussionen. Auch die Atmosphäre ist ein einziges Meisterwerk. Dennoch: Für mehr als ein "Sehenswert" reicht es bei mir nicht.
4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
WaaayneTrain 2011/10/17 23:35:45
Kommentar löschenRidley Scotts Romanverfilmung "Blade Runner" ist ein sehr anspruchsvoller Stoff, der den Zuschauer nicht nur unterhalten soll: Mit der klaren Botschaft warnt er uns vor den zukünftigen Konsequenzen unseres Umgangs mit der Welt und greift dabei ernsthafte Themen wie Umweltverschmutzung und Überbevölkerung auf. Eine Zukunftsvision, wie sie realistischer nicht hätte sein können. Verpackt in eine atemberaubend magische Atmosphäre ist "Blade Runner" ein unvergessliches Filmerlebnis.
6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten
Danyrail 2011/10/18 10:27:06
Antwort löschenDazu gibts ein PC-Spiel? Muss ich haben!
Alle 3 Antworten zeigen
cruzha 2011/10/18 11:45:15
Antwort löschenläuft noch 3 Tage:
http://www.ebay.de/itm/Blade-Runner-PC-Spiele-Klassiker-/120791659689?pt=de_entertainment_games&hash=item1c1fbe74a9
WaaayneTrain 2011/10/18 13:08:27
Antwort löschen@ Greetling: Vielen Dank! Das Spiel werd ich mir mal unter die Lupe nehmen. Wär mal was anderes (=
Mattes Teschabai 2011/10/16 13:44:41
Kommentar löschenEin toller Film. Der Stoff hat bestimmt viele Leute zur Science-Fiction bekehrt. Hier wird so toll demonstriert, was für hanebüchen geniale Geschichten erzählt werden können, wenn wir uns an die Möglichkeiten der Sci-Fi halten. Wir nähern uns der Menschheit von zwei Enden, beides sind Replikanten. Einmal die biographisch-befangene Rachael, einmal der göttliche Roy. Beide entwerfen ihre eigene Menschlichkeit, bzw. Übermenschlichkeit und liefern sich so die eigene Wahrheit, die kein Voight-Kampff-Test leugnen kann: dass man immer das ist, was man ist und das kann, was man kann, so lange man es kann. Alles andere ist Beiwerk. Die abgefahrene Zukunft wird so erdig inszeniert, dass man Ridley Scott für die Verfilmung von Philip K. Dicks Idee einfach lieben muss. Das Finale ist eines der besten, die ich kenne, genreübergreifend, generell. Rutger Hauer ist eine wuchtige Erfindung, eine Naturgewalt, der man nichts übelnehmen kann. Ich will den Film unbedingt nochmal im Kino sehen!
Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Thomas Till Simon Pietsch 2011/09/24 21:51:38
Kommentar löschen2 mal bei eingeschlafen als ich ihn sehen wollte. Ich komme einfach nicht hinter den Film.
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Bitte logge dich ein Blade Runner
Bitte logge dich ein oder registriere dich um einen Kommentar zu schreiben.
Deine Meinung zum Film Blade Runner