Das Leben der Anderen - Kritik

DE 2006 Laufzeit 137 Minuten, FSK 12, Drama, Thriller, Kinostart 23.03.2006

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    Martin Canine 13.07.2015, 23:37 Geändert 13.07.2015, 23:42

    Er bekommt alles mit, was der Künstler unter ihm sagt, tut, empfindet.
    Jeden Konflikt, den er mit seiner Frau austrägt, jedes Gespräch mit Freunden, jedes ausgesprochene Geheimnis, jeden Akt der Leidenschaft, jede Geste der Liebe, jeden dahingesagten Gedanken, jede Idee zu einem neuen Werk, jeden verwundbaren Moment, jede glückliche Begegnung und jede niederschmetternde Erfahrung.
    Jede politische Äußerung, aber auch jeden privaten Moment, und jeden Vertrauensbruch. Die Wohnung unter ihm wurde zum unfreiwilligen Beichtstuhl für ihn, der in jedem Winkel aufmerksam lauscht, sie ist gläsern, ohne mit den Augen durchsehen zu können. Mit Kopfhörern sitzt er, verborgener als eine Fliege an der Wand, auf einem Stuhl, vor einem Tisch, Stunde um Stunde, und tippt auf seiner Schreibmaschine Wort um Wort, Geräusch um Geräusch, auch Stöhnen um Stöhnen, nieder. Nimmt sein Ziel den Telefonhörer in die Hand, nimmt auch er den Hörer in die Hand, und hört das Leben der Anderen mit.
    Er ist das verborgene Ohr in den Wänden. Er ist Gerd Wiesler, und er arbeitet bei der Staatssicherheit.

    Der Mann, der sein Leben unwissentlich vor Publikum vorträgt, ist Georg Dreyman, ein intellektueller Theaterautor, dessen Werke in der DDR als durchaus patriotisch und korrekt wahrgenommen werden, und der gerne in seinem Staat lebt. Wohl auch aufgrund seiner Intelligenz und seiner Freundschaft zu diversen kontroversen Künstlern wird er dennoch von den zuständigen Behörden als verdächtig empfunden - und das Dachgeschoss seiner Wohnung zum Abhörraum umfunktioniert. Dreyman lebt mit der Schauspielerin Christa-Maria Sieland zusammen, die jedoch genötigt ist, eine Affaire mit dem Kulturminister einzugehen, um weiter ihren Beruf ausüben zu können. Diese Ausflüge seiner großen Liebe machen das gemeinsame Leben äußerst schwer, auf beiden Seiten. Niemand möchte diese Situation, doch sie belastet stet ihre Beziehung und schwebt wie eine dunkle Regenwolke über den Köpfen der Beiden. Befreundet ist Dreyman unter Anderem mit dem Regisseur Albert Jerska, der bereits seit sieben Jahren keine Stelle mehr bekommt - aber so etwas wie ein Berufsverbot gibt es ja nicht. Hoffen dürfe er, denn die Hoffnung stirbt zuletzt. Jerska, bereits zuvor introvertiert und abgeschottet, nimmt sich das Leben. Ein Schlag für Dreyman, und ein Impuls, anonym einen sehr riskanten Artikel in Westdeutschland zu veröffentlichen, der die verschleierte Selbstmordrate in seinem Land offenlegt. Sein anderer bester Freund, ein regimekritischer Intellektueller namens Paul Hauser, hilft ihm dabei, mit dem Spiegel in Kontakt zu treten und so heimlich den kontroversen Artikel zu schreiben.

    Gerd Wiesler ist ein Mann wie ein Roboter. Er ist kalt, effizient, besitzt keine Familie und lebt für seinen Beruf, in dem er erfolgreich seinen Opfern ohne deren Wissen Informationen entlockt, die sie letztlich zerstören werden. Er macht hierbei nichts anderes, als unsichtbar anwesend zu sein, sie in ihren privatesten und intimsten Momenten ständig zu begleiten. Das funktioniert, weil sich Wiesler distanziert. Er sieht keine Menschen, keine Personen, keine Schicksale, keine Familien. Er hört Stimmen, die Dinge sagen. Er filtert die Informationen, die er braucht, und hat dann seinen Beruf erledigt. Er funktioniert so, wie man ihn haben will, er agiert, wie man von ihm erwartet, zu agieren. Was ihm geschieht, was ihn letztlich verändern wird, ist eine Begegnung, die mit seinem Auftrag nichts zu tun hat. Es ist ein Moment, der die vierte Wand, die zwischen ihm und den Stimmen in seinen Kopfhörern, zerschlagen wird. Ein Kind im Fahrstuhl, welches ihn fröhlich ballspielend und unschuldig fragt, ob er von der Stasi ist, da sein Vater meinte, dass das schlimme Männer sind. "Wie heißt denn dein..." beginnt Wiesler, bevor er sich das Kind noch einmal ansieht. "Mein Was?" "Ball." meint er.
    Diese Szene ist das erste Mal, dass der Stasi-Mitarbeiter ein zweites Mal hinsieht, wessen Existenzen er vernichtet, wem er schadet, und wer darunter leiden wird. Er lässt den Vater dieses kleinen Kindes entkommen, was er vermutlich zu diesem Zeitpunkt selbst noch nicht versteht. Doch es sollte diese Begegnung sein, von der sein Hinterfragen an dem System beginnt. Es strahlt aus, es wird sein Denken verändern. Doch all das weiß er noch nicht, als er sich auf den Weg macht, um, wie tagein tagaus, Dreyman zu bespitzeln.

    "Das Leben der Anderen" ist das Spielfilmdebüt des deutschen Autorenfilmers Florian Henckel von Donnersmarck, und eine Geschichte über Mitgefühl und Empathie in einem Milieu, welches absolute emotionale Kälte verlangt.
    Der Film beschäftigt sich mit Überwachung in einem friedlich-dunklen Kapitel der Geschichte des 20. Jahrhunderts, und damit, wie der unbemerkt über ihnen schwebende Feind zu einem ebenso unbemerkten Schutzengel wird.
    Wiesler bekommt Tag für Tag alles aus dem Leben des von ihm Observierten mit, bis er selbst eine starke persönliche Bindung zu ihm entwickelt hat, und nicht zusehen kann, wie sowohl Dreyman als auch Sieland an ihren Problemen zerbrechen.
    Der Film beginnt mit einer Stunde, in dem der Stasi-Hauptmann werdenden Beamten die Verhörmethoden beibringt, und dies anhand eines Tonbandes. Die verhörte Person schluchzt und weint, lallt mehr als er spricht - es wurde ihm verboten, einzuschlafen.
    Ein Schüler stellt die berechtigte Frage, ob es nicht eine unmenschliche Vorgehensweise wäre. Wiesler kritzelt ein Kreuz auf den Sitzplan der Klasse beim Stuhl des Studenten, und macht die Klasse darauf aufmerksam, dass der Befragte mittlerweile in sich exakt gleich anhörende Phrasen verfallen ist - jemand, der die Wahrheit sagt, würde jedoch in unterschiedlichen Arten formulieren.
    Von Donnersmarck bezeichnete die Stasi als Seelenbrecher, womit sie im harten Kontrast zur Gestapo stünde, da diese aus Knochenbrechern bestand. Dies wird klar, als die Stasi beim Einzug in den Dachboden von einer Mieterin beobachtet werden. "Ein Wort und ihre Tochter verliert ihren Studienplatz", so Wiesler. Direkt danach wendet er sich an einen Kollegen: "Lassen Sie ihr für ihre Kooperation ein Präsent zukommen."
    Es ist ein Beruf, der einem abverlangt, die Überwachten nicht als Personen zu sehen, nicht als fühlende Individuen, doch was passiert, wenn dieser künstlich erschaffene Abstand zwischen Stimme und Kopfhörer bebrückt wird? Als er Sieland nachgeht, stellt er sich als ein Bewunderer ihrer Schauspielkunst vor und verwickelt er sie in ein Gespräch, dessen Ziel es ist, sie dazu zu bewegen, sich nicht zu unterschätzen sondern sich wieder stark zu fühlen.
    Ich glaube, Wiesler begreift selbst am Wenigsten, warum er all das tut; er ist ein Mann, der vermutlich jahrelang ohne Einfühlungsvermögen seine Arbeit gemacht hat. Er weiß nur, dass diese Leute, deren Gespräche, Anrufe, Emotionen er nahezu zur Gänze kennt, beginnen, ihm etwas zu bedeuten. Und auch, dass das nicht geht. Nicht in der Situation, in der sich jetzt alle gerade befinden. Und dass er ihnen dennoch helfen will.

    "Das Leben der Anderen" ist einer dieser Filme, die mir mal wieder beweisen, dass ich dieses Medium zurecht liebe. Mit starken Anleihen des Thrillergenres - extrem beeindruckenden Passagen, die es innerhalb dieses ernsten Hintergrundes schaffen, Nägel auf ein Minimum zu reduzieren, wenn man herzklopfend darum bittet, dass alle Figuren mit all ihren waghalsigen Vorhaben letztlich durchkommen - handelt es sich um ein Drama, bei welchem mit jedem Beginn einer neuen Szene unklar ist, welchen Ausgang diese, oder der gesamte Film, nehmen wird. Es ist ein Film über eine harte Zeit, und diese kann - und wird manchmal auch - jeden Moment zuschlagen. Alleine eine kurze Szene, in der ein Stasi-Mitarbeiter einen staatsverhöhnenden reißen will und von einem Vorgesetzten ertappt, jedoch von diesem dazu ermuntert wird, ihn zu Ende zu erzählen, wird zu einem psychologischen Spiel allererster Güte, da wir bis zum Schluss unsicher sind, wie dünn das Eis, auf dem sich diese Nebenfigur bewegt, wirklich ist. Dünnes Eis. Das Leitmotiv des gesamten Filmes, welches in jeder Szene spürbar wird. Dünnes Leid und unerwünschte Empathie.

    Handwerklich, schauspielerisch und vor Allem in seiner Botschaft meisterhaft ist "Das Leben der Anderen" das Werk eines geborenen Filmemachers, und ein Zeugnis absoluter Filmkunst, die über den mehr als erfüllten formellen Zweck hinausgeht und sich mit den Figuren und deren Problemen auseinandersetzt, und ein intelligentes und reichhaltiges Werk mit einem Post-Finale für die Ewigkeit erschaffen hat.
    Uns geht es dabei ähnlich wie Wiesler: zunächst rechnen wir damit, dass bald einmal etwas Schlimmes passiert, und nähmen es als gegeben hin, doch je näher wir die Figuren kennen lernen, desto mehr wünschen wir ihnen eine schöne Zukunft unter diesen dunklen Umständen.

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    • 7

      Ulrich Mühe ist zweifellos der Erfolgsgarant dieses Dramas, den ich daher besonders hervorheben möchte. Selbstverständlich agieren die übrigen Darsteller (vor allem Ulrich Tukur und Thomas Thieme) auf einem ansprechenden Level, aber Mühes Performance als Stasi-Hauptmann ist wirklich grandios. Auf Anhieb fällt mir da Bruno Ganz in "Der Untergang" ein - eine völlig andere Rolle und somit auch eine komplett andere Form der schauspielerischen Darbietung, die sich aber ähnlich von den der übrigen Mitwirkenden klar abhebt.

      Stets emotionslos und distanziert wirkend, dabei jedes Wort mit Bedacht ausgesprochen, um das Innere nur nicht preiszugeben - lediglich im leicht angetrunkenen Zustand und des Weiteren in den eigenen sterilen vier Wänden in Gegenwart einer Professionellen, offenbart er einen kurzen Einblick seines Gefühlslebens, welches er ansonsten aus verständlichem Grunde gut behütet. Aber er kann von Berufs wegen auch anders; nämlich dann, wenn er vermeintliche Staatsfeinde verhört. Ähnlich eines Raubtiers, das den passenden Augenblick abwartet, um seine Beute zu erlegen.

      Während sich die erste Filmhälfte noch ein wenig in Zurückhaltung übt, ist hingegen das letzte Drittel wirklich ganz großes deutsches Kino!

      9
      • 8

        Ganz toller, emotionaler Film. Spannend und klasse geschauspielert.
        Empfehlung!

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        • 9

          Ganz sicher einer der besten deutschen Filme aller Zeiten. Wunderschöne Musik, durchweg grandiose Schauspieler und zutiefst emotional. Absolutes Pflichprogamm. Anschauen!
          Muss bei dem Film immer an Coppolas "The Conversation" denken. Nicht ganz so gut, aber mit einigen Überschneidungen.

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          • 7 .5

            Endlich folgte nach einer Reihe von Komödien über die DDR ein Film, der das Thema in ernstem Stil behandelte.

            • 7 .5

              Entschuldigen Sie mein schlecht Deutsch ! Aber ich moechte ein paar Zeilen ueber diesen Film schreiben. Das ist mein erste deutschsprachige Film, den ich vom Anfang bis Ende zugeschaut habe. Vor allem meine ich den Inhalt, tief und menschheitlich. Spring die negative Aussicht mit dem politischen System von DDR ueber, was gefaellt mir nicht. Weil ich aus Vietnam komme, deshalb weiss ich , dass die Sozialismus nicht sehr schlecht wie die Menschen an der oft denken ist. Der Inhalt konzentriert auf die Freiheit von Menschen, die Emotion zwischen die Ehepaar. Das inspiriert die Gefuehle im Stasi- Hauptmann. Er faengt an, um Geschlechtsverkehr zu moegen. Ja! Das alte Leben wird nicht geeignet fuer ihn. Aber die Treue ist noch da. Und ich respektiert dieser Charakte. Und die naechste Element ist Muzik und Bild. Beide sind filmisch oder "cinematic". Weich und schoen. Und sexy. Das erhoerte im jeder Menschen die Liebe ! :D

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              • 8 .5

                Wow: Made in Germany - Richtig toll unterhaltendes Kino! Tragisch und wahr. Diese beiden Feststellungen tragen den Film. Überragende Darsteller geben uns einen tiefen Einblick in die Stasi-Zeit der DDR. Muss man gesehen haben!!! Empfehlenswert.

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                • 10

                  Mein Fazit:

                  Mit großer Skepsis sind wir an diesen Film rangegangen. Und anfangs hat es uns noch nicht so gepackt. Allerdings mußten wir schon aufpassen, denn der Film erhebt einen großen Anspruch an den Zuschauer. Sehr sensibel wird das Leben des Paares geschildert, während das Leben des Hauptmann’s kalt und emotionslos dargestellt wird. In den Dialogen werden die Unterschiede deutlich und auch bewußt, wie sehr das Regime geliebt bzw. gehasst wird. So krass die Unterschiede auch sind, so einfühlsam hat der Regisseur es mit seinen Darstellern eingefangen. Sebastian Koch und Ulrich Mühe haben großartige Arbeit geleistert. Umso mehr bedaure ich, das Herr Mühe schon verstorben ist. Aber sein Krebsleiden wurde ja bereits zur Oscar-Verleihung 2007 bekannt.

                  Im Verlaufe des Film wird einem deutlich, wie sehr die Menschen darunter litten und das wird auch dem Hauptmann bewußt, der ja bislang nur eine Seite kannte – nämlich seine! Der Umdenk-Prozeß wird sehr sanft aufgefangen von der Kamera und der Zuschauer wird einfach neugierig, noch mehr zu sehen von dem Mann, der einsam in der Wohnung sitzt und protokolliert, was in der Wohnung passiert. Er greif bewußt ein und bringt auch bei seinen “Überwachungs-Opfern” unbewußt so manche Seite ans Tageslicht, welches sonst verborgen geblieben wäre wie z. B. das Christa-Maria dem SED-Genossen willig sein mußte, um weiter auf einer Bühne spielen zu dürfen.

                  Mich hat dieser Film sehr berührt, was ich selten von einem deutschen Film sagen kann. Aber in meinen Augen zeigt der Film realistisch das damals gehasste Regime und was es bei den Menschen anrichtete, wie sehr sie unter der Kontrolle litten (siehe Beispiel mit der Selbstmord-Rate). Erschreckend war für mich auch zu sehen, wie sehr die Menschen kontrolliert wurden, das die Stasi selbst den Schreibmaschinen-Typ eines Schriftstellers kannten. Beklemmend.

                  Dieser Film trägt zur Aufarbeitung der Vergangenheit bei und stellt solche Werke wie “Goobye, Lenin” in den Schatten. Volle 100% für diesen denkwürdigen Film.
                  Anmerkung: Dies ist eine ältere Rezension.

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                  • 7
                    Berlin42 10.11.2014, 07:12 Geändert 10.11.2014, 07:39

                    Das ist er also, der oscarprämierte Film von Herrn von Donnersmarck. In jedem Fall einer der besseren deutschen Filme. Sowohl von der Story als auch von den schauspielerischen Leistungen ohne Frage sehenswert. Ulrich Mühe spielt den Stasi-Hauptmann Wiesler nahezu perfekt, die Wandlung seiner Figur wurde stark umgesetzt, das Ende des Films ist schlichtweg grandios. Viele kleine Szenen sind wirklich erstklassig, hervorzuheben ist bspw. die Bedrohung der verängstigten Nachbarin Dreymans oder wie dem ranghohen Stasi-Spitzel eine Prostituierte deutlich macht, was für ein kleines Würstchen er letzten Endes doch darstellt. Dennoch muss ich gestehen, hat mich der Film nicht wirklich "ergriffen", zum einen wurde das Thema selbstverständlich bereits etwas überstrapaziert, zudem hätte die Regie atmosphärisch sicher noch etwas mehr herausholen können. Letzten Endes stellt sich natürlich auch die Frage, wie realistisch die Geschichte erzählt wurde und hier offenbart der Film meines Erachtens einige kleinere Schwächen. So z.B. die Tatsache, dass der überwachte Dreyman in keiner Sekunde merkt, dass über seiner Wohnung, im ansonsten leer stehenden Dachgeschoss, eine Abhörzentrale in mehreren Schichten betrieben wird. Zudem muss auch ich die schon einige Male ins Spiel gebrachte Diskussion aufgreifen, ob die Gutherzigkeit Wieslers so stattgefunden haben könnte. Würde ein in seinem Job erfolgreicher Spitzel, der mutmaßlich über Jahre oder Jahrzehnte an Gräueltaten beteiligt war, tatsächlich sein Leben plötzlich für eine ihm völlig fremde Person auf´s Spiel setzen? Natürlich ist es gerade diese Frage, die der Film aufwerfen möchte und die ihn so sehenswert machen.

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                    • 8

                      Aus aktuellem Anlass lief der Film Gestern auf ARD. Weshalb ich das 2. Mal dazu kam ihn zu sehen. Auch dieses Mal hat dieses Stasidrama es geschafft mich zu überzeugen. Schon alleine die Story ist unglaublich bewegend und hat mich sofort mitgerissen. Man kann es eigentlich gar nicht glauben was sich damals alles im Arbeiter und-Bauernstaat so zugetragen hat. Doch "Das Leben der Anderen" zeigt ein realistisches Bild der DDR und des Sozialismus.
                      Bei den Darstellern hat mir Ulrich Mühe besonders gut gefallen. Sein Auftritt als einsamer Stasispitzel ist in meinen Augen grandios. Es ist sehr bedauerlich das
                      dies sein vorletzter Film war. Ich kann dieses Werk einfach nur empfehlen da der gewonne Oscar auch mehr als verdient war!

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                      • 9

                        ... für mich einer der wenigen Filme, die ich auch bei der zigsten Sichtung rundum gelungen, berührend und spannend finde.

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                        • 9
                          jeffcroise 04.11.2014, 00:26 Geändert 04.11.2014, 22:31

                          Der 2006 erschienene Spielfilm "Das Leben der Anderen" glänzt vor allem durch die grandiose schauspielerische Darbietung Ulrich Mühes, der seine Rolle beeindruckend glaubwürdig spielt. Vor allem die Verhörszene ganz am Anfang des Filmes, sowie die Fahrstuhlszene sind hervorzuheben, sind sie doch ein perfektes Beispiel dafür, wie perfekt Mühe sich in seine Rolle hineinversetzen konnte. Sowohl Sebastian Koch als auch Martina Gedeck können im Film überzeugen. Die Charaktere sind sehr gut geschrieben und wirken ebenfalls glaubwürdig und die Szenen trotz Dramatisierung nicht gestellt.

                          Obschon der Film teilweise wegen der nicht bis ins letzte Detail korrekten Darstellung des Stasi-Apparates kritisiert wurde, beeinträchtigt dies allerdings nur bedingt den Genuss dieses Werkes, ist es doch für die erzählte Geschichte nicht unbedingt von Belang, denn im Mittelpunkt steht eigentlich die Beziehung der einzelnen Charaktere zueinander und auch die zwischenmenschliche Komponente: Der Film zeigt eindeutig, dass der Glaube an das Gute im Menschen nicht vergebens ist, dass dieser sogar den übergeuztesten Stasi-Mann wieder zum Guten, zum Menschlichen bekehren kann, ja gar ein System zum Einsturz bringen kann.

                          Die Inszenierung des Werkes ist ebenfalls zu loben. Der Film ist von der Machart her bewusst recht prägnant und auf den Punkt gebracht und dennoch vermittelt er mehr als man sich vielleicht denkt. "Das Leben der Anderen" ist ein Film der einen mitreißt, einen zum Nachdenken anregt und einem vor allem noch sehr lange in Erinnerung bleiben wird, stellt er doch eine ideale Mischung zwischen der beklemmenden, von der Inszenierung des Stasi-Apparates ausgehenden Atmosphäre und dem doch allzu Menschlichen bereit, die den Zuschauer zu einem Wechselbad der Gefühle einlädt. Ein großartiges Werk, das man ohne Scham als einen der besten deutschsprachigen Filme der letzten 20 Jahre bezeichnen kann.

                          • 8

                            Ulrich Mühe spielt einfach gut. Auch die anderen Schauspieler sind gut drauf. Beklemmend das Stasi-Innenleben und auch, wie Menschen dann ausspioniert und fertig gemacht werden.

                            • 7 .5

                              Film 3 meines Deutsch.Film.Marathons :
                              Und dieser Kommentar fällt relativ kurz aus. Es ist wirklich schwer diesen Film zu kommentieren ohne zu spoilern wie ein irrer, deswegen lasse ich es auch und gebe hier nur meinen persönlichen Eindruck zu diesem Streifen Preis.
                              Das Leben der anderen hat mich wirklich beeindruckt und sehr mitgenommen. Es war wirklich erschütternd zu sehen wie Leute dazu gebracht wurden andere nieder zu machen. Dieser bringt sehr real ans Tageslicht, wo Überwachung und Diktatur egal in welcher Form auch immer hinführen.
                              Das Leben der Anderen ist ein wirklich tiefgründiges und aufrüttelndes Drama was einem anschliessend sehr nachdenklich macht.
                              Diesen Film sollte man definitiv einmal gesehen haben...
                              PS: Dank an pischti

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                              • 7

                                Ein ausgesprochen unterhaltsamer film der durchaus zum nachdenken anregt und vorallem aus dem deutschen DDR-Film einheitsbrei heraussticht. überzeugende schauspieler leistung und nachvollziehbare und vorallem gut anzuguckende charaktere. das leben der anderen bekommt auf jedenfall eine empfehlung

                                • 8

                                  Was treibt uns im Innersten an? Was sind die Beweggründe für unser Denken, unser Handeln? Ein mehrschichtiger Film, der oberflächlich eine Geschichte in den Zeiten der DDR erzählt, darunter aber auch ein Film über die menschliche "Funktionsweise" und über die Begriffe des Guten und Bösen ist. Es sind nicht die Konzepte von Gott oder Teufel, die uns zu dem machen, was wir sind, es sind wir selbst, in denen beides ständig um die Vorherrschaft kämpft. Stark gespielt von Ulrich Mühe und Sebastian Koch.

                                  GOOD NIGHT AND GOOD LUCK!

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                                  • 7 .5

                                    Starker Film. Meiner Meinung nach in den Top 3 der besten deutschen Filme.
                                    Klasse Schauspieler und eine gute Story machen diesen deutschen Film richtig sehenswert. Im Jahr 2006 wurde der letzte gute deutsche Film veröffentlicht. Mal schauen ob noch mal so ein starker Film von uns produziert wird.

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                                    • 7

                                      Das ist bisher der beste deutsche Film, den ich bisher gesehen hab!

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                                      • 7

                                        Eine starke und bewegende Story. Ja, so war es wohl.
                                        ...
                                        Aber die Amerikaner können es besser!

                                        • 8 .5

                                          DAS LEBEN DES ANDEREN FRANZOSEN:
                                          "Ils sont fous ces Français!"! Was für ein Durcheinander! Nach dem Film "Der Präsident und die Schauspielerin" über die Eskapaden unseres Präsidenten François Hollande mit der Schauspielerin Julie Gayet erleben wir nun - Ich zitiere den früheren Staatsoberhaupt, Nicolas Sarkozy - die französische Version des exzellenten Films Das Leben der Anderen! In einem Brief für die Zeitung "Le Figaro" vergleicht unser Ex die Affäre um seine abgehörten Telefone mit dem Vorgehen der Justiz in der DDR. Er schimpft über „Stasi-Methoden“ in Frankreich. Der vor kurzem verstorbene Grand Maître des französischen Kinos, Alain Resnais, hat dieses "Theater" perfekt resümiert: DAS LEBEN IST KINO - zumindest in Frankreich ;) -

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                                          • 8

                                            Oberstleutnant Anton Grubitz (Ulrich Tukur) beauftragt Stasi-Hauptmann Gerd Wiesler (Ulrich Mühe) damit, den Dramatiker Georg Dreyman (Sebastian Koch) und seine Lebensgefährtin, den Theaterstar Christa-Maria Sieland (Martina Gedeck), auszuspionieren. Wiesler soll herausfinden, ob der Dramatiker wirklich so politisch loyal ist, wie er vorgibt. Infolgedessen verwanzt das Ministerium für Staatssicherheit die Wohnung des Künstlers und richtet auf dem Dachboden des Hauses eine Einsatzzentrale ein, in der alles, was in Dreymanns Wohnung geschieht, aufgenommen und akribisch protokolliert wird. Doch auch an Wiesler selbst geht das Eindringen in "das Leben der Anderen" nicht spurlos vorbei. Zumal er bald herausfindet, dass es bei der ganzen Aktion eigentlich gar nicht so sehr um die Loyalität Dreymans zum Staat, sondern um seine schöne Freundin Christa-Maria geht, an der auch andere Männer Interesse haben...

                                            Ein deutsches Stück Geschichte toll und ergreifend inszeniert.

                                            • 9

                                              Gänsehaut vom Beginn weg bis zum Ende. Sehr gelungene Mischung aus DDR-Drama, Suspense und Spionagethriller, eingepackt in wunderbares Kammerschauspiel. Hätte ruhig noch länger dauern können.

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                                              • 7 .5

                                                Emotionales und vor allem sehenswertes Deutsches Kino.

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                                                • 10

                                                  Es gab selten einen solchen Film aus Deutschland der mich so gefesselt und berührt hat.
                                                  Die Inszenierung ist so detailiert und wirklich gut aufgearbeitet das ich mich vollends darauf einlassen konnte. Die schauspielerischen Leistungen sind grandios. Egal ob Ulrich Mühe, Thomas Thieme, Martina Gedeck,Ulrich Tukur oder Sebastian Koch.
                                                  Die Szenrie und das komplette Design sind schlicht weg überzeugend. Die unsichtbare Jacke von Gerd Wiesler oder das grüne Jacket von Georg Drymann wirken so unscheinbar, und doch unterstützen sie den jeweiligen Charakter ungemein. Das Editing und die Kameraarbeit sind harmonisch mit einander verwoben und lassen keinen Zweifel an dem Ideenreichtum Donnersmarck´s.
                                                  Die Musikauswahl ist gut gewählt und ganz besonders das Score von Gabriel Yared und Stéphane Moucha ist herausagend feinfühlig.
                                                  Ich habe großen Respekt vor Florian, der den Mut hatte solch einen Film zu realisieren. Nicht zuletzt dieser Film war es, der mich dazu bewegt hat die eigene Vergangenheit aufzurollen und die Dinge anders zu betrachten.

                                                  Ich vergebe subjektive Vollpunktzahl.

                                                  4
                                                  • 10

                                                    Beim zweiten Mal immer noch grandios. Den einen, guten Stasimann hat es wahrscheinlich nie gegeben, trotzdem ist die Vorstellung einer schöner Gedanke. Von der deutschen Kririk voller Niedertracht zerrissen, vom Ausland und den Oscars geliebt und dadurch die Gewissheit das dieser Film alles richtig macht. Ganz großes, ganz feines Kino.

                                                    11