Extrem laut und unglaublich nah - Kritik

Extremely Loud and Incredibly Close

US · 2011 · Laufzeit 129 Minuten · FSK 12 · Drama · Kinostart
  • 9

    Ich weiß nicht warum auf dem Kinoplakat Tom Hanks und Sandra Bullock stehen, denn die eigentlichen Stars des Films sind für mich Thomas Horn und Max von Sydow.

    Mein Gott, der Film hat mich wirklich fertig gemacht. Er war so gut geschauspielert, das man den Schmerz richtig mitfühlen konnte. Die Zerrissenheit... Man muß selber ein Elternteil sein, um die ganze Tragweite wirklich verstehen zu können. Und soll mir jetzt kein keiner kommen und sagen: Ich habe keine Kinder und ich kann mich trotzdem hineinversetzen. Vergesst es. Ihr glaubt ihr könnt es aber habt selber erstmal Kinder, dann werdet ihr merken, das ihr damals einen Scheißdreck konntet. Sorry für die Ausdrucksweise. Das soll jetzt kein Vorwurf sein aber... puhhh... das war harter Tobak.

    Einerseits nervt mich die ganze 9/11 Thematik andererseits war das natürlich ein heftiger Schlag in die amerikanische Magengrube, der so unendlich viel Leid in die Leben so vieler Unschuldiger gebracht hat. Und nein, ich möchte jetzt keine Diskussion darüber führen, ob Amerika nicht das gleiche in anderen Ländern tut. DER FILM IST EINFACH GROSSARTIG! Howgh, ich habe gesprochen!

    • 6 .5

      Ich hab ja jetzt schon länger keinen Kommentar mehr hier auf Moviepilot verfasst.
      Früher unter meinem alten Profil als Freewheelin Fonda gabs fast täglich Texte zu Filmen, Serien, Schauspielern und alle möglichen News die uns hier aus Hollywood erreichten. Aber (und so gehts ja vielen aus der älteren Community Truppe) manchmal verliert man einfach das Interesse über kurze/längere Zeit oder man wird durch wichtigere Dinge als Moviepilot beschäftigt. Man besucht nicht mehr täglich diese Filmseite, hat andere Dinge im Kopf und findet es auch gar nicht mehr so weltbewegend was User xy über den und den Film denkt.
      Ich weiß jetzt auch gar nicht, wer hier von alten und neuen MP- Kollegen grade aktiv ist und diese Zeilen auf dem Dashboard liest, während ich mir in gewissen Schreibphasen vor zwei Jahren sicher sein konnte, dass meine Zeilen von Dutzenden Leuten gelesen werden und ich von verschiedensten Piloten aus meiner Freundesliste ein paar Gedanken über meinen Text höre oder die obligatorisch gesetzten "Starker Text" oder "Wie immer super geschrieben Fonda" lesen konnte.
      Aber Zeiten und Prioritäten ändern sich nunmal fortgehend, so dass manche lieb gewonnene Sachen häufig in den Hintergrund geraten, was doch sehr schade ist, wenn ich manchmal drüber nachdenke, wo man hier doch eine so tolle Plattform mit coolen Leuten hat, wo man seine Gedanken preis geben kann, die Leute aus Familien- oder Freundeskreis die nicht so filmafin sind wie der typische MP-User, nicht verstehen würden.
      Auf jeden Fall kommt man irgendwann wieder gern hierhin zurück, egal wer aktuell online ist, oder wie groß das Publikum ist, das man mit seinen Gedanken erreicht.
      Da habe ich zwischendurch schon immer mal wieder was schreiben wollen, habe zwei drei längere Texte angefangen aber nie beendet, wollte Themen aufgreifen, die eigentlich wenig mit Filmen zu tun haben und bin nun hier, um einen ganz glanzlosen durchschnittlichen Bewertungstext für einen ganz typischen Hollywood- Tom Hanks Film abzugeben, der viele Kritiker vor lauter Kitsch und Klischees sicher zu Verrissen verleitet, mich gestern bei der Erstsichtung aber überrascht hat, dass ich mich trotz der vielen Filme die man im Laufe der letzten Jahre gesehen hat, immer noch an so einfacher Hollywood Familienunterhaltung erfreuen kann.

      "Extrem laut und unglaublich nah"

      10 Jahre nach dem einschneidendem Drama der Terroranschläge auf die Twin Towers in New York City beschäftigt sich Regisseur Stephen Daldry mit diesem Ereignis, das die Weltgeschichte verändern sollte. Dabei geht er weder groß auf politische Umwälzungen oder die Kriege die diese Anschläge nach sich zogen ein, diese sind hier nur Randnoten, sondern auf die direkten Opfer, auf die Angehörigen die ihre Liebsten an dem schicksalhaften Tag im September verloren haben.
      Dass man bei diesem sehr amerikanischen Thema VIEL Kitsch und überschwenglichen Hurra Patriotismus erwarten kann, ist klar, wenn es um die Bewältigung des feigen Angriffes auf "Gods own country" geht, aber wenn man sich dessen bewusst ist und auch Oliver Stones "World Trade Center" wegstecken konnte, kann man sich diesen Streifen hier doch sehr gut ansehen.

      Der junge Oscar hat seinen Vater bei den Anschlägen auf das World Trade Center verloren und verfolgt einige Zeit nach dessem Tod einige Hinweise, die ihm sein Vater hinterlassen hat, die ihn auf einer Schnitzeljagd durch die Stadt New York bis hin zu einer Hinterlassenschaft von ihm führen sollen.
      Was den Film hierbei am laufen hält, ist wohl vor allem anderen die Leistung des Kinderdarstellers Thomas Horn, dieser spielt den autistischen Oscar nicht nur "nicht nervig" (was meistens die einzige Voraussetzung ist, die man Kinderdarsteller und ihre Rollen hat), sondern so stark, dass es dieser Jungdarsteller schafft den ganzen Film auf seinem Rücken zu tragen. Einige große Namen wie John Goodman oder Sandra Bullock hätte man hier eigentlich sogar kaum gebrecht, wo der Schauspiel Nachwuchs diese Lückenfüller- Figuren leicht in den Schatten stellt.

      Die Aufmachung des Films gefiel mir sehr, Oskar und sein Verlust kamen sehr emotional rüber, die Aufnahmen von New York und der Post 9/11 Zeit konnten mich sehr schnell für sich gewinnen, wo die USA mein erklärtes Lieblingsland sind und ich grade zu New York und seiner Geschichte einen großen emotionalen Bezug habe.
      Die Szenen die sich Oscar dann mit Tom Hanks und Max von Sydow teilen darf, sind dann Gold wert, als Freund dieser beiden großen Künstler haben diese beiden den Film nochmal sehr aufgewertet, wenn Oscar auf seiner Schatzsuche in New York unterwegs ist.
      Berührend und unterhaltsam war dieser Streifen die allermeiste Zeit, hat seine Themen schön verpackt und rüber gebracht und mir bis zu einer gewissen Zeit auf einem 7,5er Punkte Niveau gefallen.
      Doch zum Schluss verbuchte "Extrem laut und unglaublich nah" dann doch eine Menge an negativen Punkten, die ich anfangs erwartete und später fast vergessen hatte. Ist man mit dem Zuschauer die allermeiste Zeit zwar kindgerecht aber irgendwie doch nie zuuuu kitschig umgegangen (hat etwas von einem Spielberg Film der Streifen) wird am Ende für meine Verhältnisse dann doch etwas zu stark auf die Tränendrüse gedrückt. Wo ich am Anfang noch ergriffen und vom Gezeigten abgeholt wurde, fühlte sich nun alles sehr gewollt an. Da muss man noch zich dumme Plottwists einbauen, allen möglichen Episoden ein gewolltes Happy Ending geben und Sandra Bullock schauspielerisch mehr zumuten, als sie eigentlich drauf hat.
      20 bis 30 Minuten zu lang geraten ist das ganze zum Ende hin und die Botschaft die man am Anfang noch treffend zu 9/11 vermittelte, dass manche Dinge eben ohne Grund passieren, dass es manches gibt, das man nicht ändern kann, muss man noch mit einem naiven Ende zerstören, dass es von Anfang an einen großen Plan gab, dass alles zum Guten hinausläuft.
      Zum Schluss erinnerte mich das ganze ein wenig an den furchtbaren "PS Ich liebe dich" der genau wie hier eine sehr contraproduktive Einstellung zur Trauerbewältigung aufzeigt.
      Sehr schade und viel eingerissenes Potential auf den letzten Metern, denn insgesamt mochte ich "Extrem laut und unglaublich nah", eine verträumte Schatzssuche durch eine großartige Stadt, starke Schauspieler und einige emotionale Szenen. Leider nur etwas zu lang und eine unglaublich schwache und feige Auflösung zum Ende hin.

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      • 9
        Teruki 05.05.2016, 17:27 Geändert 06.05.2016, 04:49

        Ein Film der wirklich berührt und einen in seinen Bann fällt !! Ein Geschichte zwischen Vater und Sohnt zum Abschlag der 11 September das ein wirklich erschüttert...

        • Musste den Film nach 25 Minuten abbrechen. Es war nicht mehr auszuhalten. Ganz schlimmer Oscar-geiler Schwachfug.

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          • 2

            Ließt sich eigentlich ganz gut. Aber mein Fall war das nicht. Ich frage mich wie in einer Dauerschleife "was zum Geier soll das werden?"

            Spoiler
            Diese Schnitzeljagd Idee des Vaters für keine Ahnung was. Dann kommt der um und weiter geht mit der jagt.
            Spoiler ende

            Das Aneinanderhängen von Szenen von früher. Und einfach belanglosen Monologen und Szenen fand ich sehr schnell öde.

            Die Schauspieler Auswahl war wohl auch eher der Tränendrüse geschuldet. Der Junge sieht eher wie ein Mädchen aus. Die weinerliche Synchronstimme schon fast penetrant rührselig.

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            • 10

              Im Gegensatz zu vielen Kritiken hier fand ich EXTREM LAUT UND UNGLAUBLICH NAH emotional ergreifend. Der Film erzählt nicht nur auf eine einfühlsame Art die Suche des jungen Oskars nach einer versteckten Nachricht seines Vaters, er zeigt auch auf eine realitätsnahe Art und Weise, dass das Leben nicht immer einen Sinn ergibt und auch oft ungerecht ist.
              Natürlich gibt es einige Kleinigkeiten, die man ankreiden kann, aber da mich der Film wie kaum ein Anderer berührt hat, sehe ich gerne darüber hinweg und vergebe die, meiner Ansicht nach, verdiente Bestnote! 10/10

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              • 7
                BenAffenleck 09.12.2015, 21:16 Geändert 14.06.2016, 17:59

                US amerikanisches Kino zur 9/11 Vergangenheitsbewältigung. Ein leicht autistischer Junge verliert seinen Vater am „schlimmsten Tag“ in einem der Twin-Tower. Durch Zufall findet er einen versteckten Schlüssel seines Vaters, und begibt sich auf eine Reise durch den Big-Apple. Eine bewegende Geschichte über die Wut und Trauer eines Kindes, und letztendlich einer ganzes Stadt.

                Stephen Daldry hat in der Verfilmung des gefeierten Romans EXTREM LAUT & UNGLAUBLICH NAH eine Menge rein gepackt, was im Buch möglicherweise noch besser funktionierte. Beziehungsgeflechte verschiedener Personen, 9/11 und Trauerbewältigung, Autismus. Das ist schon ein ganz ordentlicher Brocken. Eine Kunst für sich, dass das Endergebnis trotzdem sehr stimmig und nicht zu überladen wirkt.

                So ein Film steht und fällt natürlich mit der Wahl des Kinderdarstellers. Hier bewies Daldry wie schon bei seinem BILLY ELLIOT ein überaus glückliches Händchen. Thomas Horn wächst in seiner verschrobenen aber sympathischen Rolle über sich hinaus. Da wird Tom Hanks wirklich nur zum Anhängsel degradiert, während Sandra Bullock in ihrer geringen Screentime durchaus überzeugen kann. Den Hut ziehen muss man allerdings vor Max von Sydow, der in seiner Rolle nicht ein einziges Wort spricht, und seinen beachtlichen Ausdrucksreichtum nur über Gestik und Mimik transportiert. Richtig stark! Trotzdem ist EXTREM LAUT... auch ein Film der schönen Dialoge, im Fall des kleines Oscars auch einiger beeindruckender Monologe, die wirklich berühren. Alexandre Desplat hat hier auch wieder einen wunderschön stimmigen Score erschaffen, der bei mir oftmals für Gänsehaut gesorgt hat.

                Fazit: Sicherlich etwas zu lang, irgendwie auch ungewöhnlich, leicht sperrig ... aber durch das zentrale Thema 'Hoffnung' auch sehr schön anzusehen. Werde ich noch mal zweitsichten müssen, um mir ein endgültiges Bild zu machen.

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                • 7

                  Thomas Schell ist die Art von Vater, die ich gerne einmal sein will. Und Tom Hanks erweckt sie grandios zum Leben.

                  Ein Film, der Stille hinterlässt. Nachdenkliche Stille. Und vielleicht sogar ein kleines Lächeln.

                  Aber nun nochmal in anderer Sache: Was war jetzt in dem Schließfach?!?!?

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                  • 6

                    ‘Extrem laut und unglaublich nah’ hat von der Grundidee unglaubliches Potential ein richtig emotionaler Film zu sein. Leider wird dies verhindert durch die meiner Meinung nach nervige Hauptfigur ‘Oskar’. Ein Mitfühlen wird dem Zuschauer nicht leicht gemacht. Die schier unmögliche Suche nach dem Vermächtnis seines bei 9/11 verstorbenen Vaters endet anders als gedacht und nicht nur für Oskar unzureichend. Etwas unglaubwürdig kommt schließlich auch die Rolle von Sandra Bullock rüber. Positiv hervorzuheben ist Max von Sydow, der eindeutig die besten Momente des Films prägt. Dies gelingt ihm ohne ein einziges Wort zu sagen. Welche “überraschende” Rolle er spielt, sollte aber jedem Zuschauer nach kurzer Zeit klar sein.

                    • 6

                      Stephen Daldry verfilmt Jonathan Safran Foers Roman und benutzt die Terroranschläge des 11. September als Hintergrund für die Geschichte um den Jungen Oskar, der sich auf eine Art Schnitzeljagd durch New York macht, um den Tod seines Vaters zu verstehen. [Jeannette Mohr]

                      • 5 .5

                        Es gibt diese Filme bei denen es einem einfach schwer fällt sie zu bewerten, genau in diese Kategorie fällt dieser Beitrag.
                        Zbsp. kann ich nicht wirklich nachvollziehen, warum man jemanden gecastet hat, der derart androgün wirkt. Tatsächlich war ich mir bis zum Erscheinen des Namens Oskar nach einer viertel Stunde, nicht sicher, ob der Hauptdarsteller männlich oder weiblich ist. Auch mit Autismus oder Asperger hätte dieses Erscheinungsbild nichts zu tun.
                        Das ganze wird noch verschärft durch die Tatsache, dass der Junge eine weibliche Syncronstimme (die gleiche wie von Chloe Graze Moretz) bekommen hat. Dadurch wirkte das Gesamtbild der Darbietung irgendwie befremdlich auf mich. Leider konnte mich der Film auch emotional nicht sonderlich berühren.

                        • 4 .5
                          RoboMaus 24.06.2015, 17:53 Geändert 10.12.2015, 13:01

                          Für die Freunde des gefühlsbetonten Kinos könnte 'Extremely Loud & Incredibly Close' höchsten Unterhaltungswert besitzen. Doch obwohl mir bei bewegenden Filmen oft die Tränen kommen, konnte mich der nicht erreichen. Für meinen Geschmack ist das einfach zu dick aufgetragen, eindimensional, überkonstruiert und hart an der Grenze zum Kitsch. Schade, 'Extremely Loud,...' behandelt eigentlich ein sehr ernstes Thema, nämlich die Traumatisierung eines Jungen (und seiner Mutter), der seinen Vater beim Zusammensturz der Türme vom 11. September verloren hat. Schade auch, dass die Stars Hanks, Bullock & Co dazu nichts Interessanteres abgeliefert haben.
                          Wenn einen solch ein Film auf der Emotions-Schiene nicht erreicht, wird der dünne Plot schnell langweilig. Der einzige Grund, weshalb ich nicht vorzeitig abgeschaltet habe, war die Neugier auf das, was der Schlüssel des Jungen und seine Suche nach dem passenden Schloss noch zum Vorschein bringt, was aber letztlich kaum von Bedeutung war. Allein der Weg ist Ziel und Therapie zugleich, (SPOILER) und geschickterweise hat sich seine Mutter auf diesem Weg gleich noch mittherapiert, was am Ende zur Wiederfindung der Beziehung von Mutter und Sohn führt. Ein überzeugendes Happy End sieht anders aus (SPOILER ENDE).
                          Hier hatte ich wesentlich mehr erwartet - vielleicht ist der Kommi daher umso enttäuschter. Die deutlich bessere Wahl zu diesem Thema ist 'Reign Over Me' (mit dem irreführenden deutschen Titel 'Die Liebe in mir', vermutlich der beste Film mit Adam Sandler).

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                          • 4 .5
                            Drehmumdiebolzen 16.04.2015, 15:29 Geändert 11.09.2015, 23:12

                            Leider sehr oft eher "Extremely Annoying and Incredibly Far Far Away": Wenn in wenigen stillen, kraftvollen Momenten tatsächlich etwas unmittelbar, wahrhaftig greifbar erscheint, wird es jäh von Stephen Daldrys Manipulationskonzert auf der Tränendrüsen-Klaviatur Alexandre Desplats übertönt, wobei "Klein-Oskarchen" Thomas Horn es auch so ganz ohne Blechtrommel an den Haustüren und Nerven ahnungsloser New Yorker (und Zuschauer) ordentlich scheppern, klingeln, schellen lassen kann.

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                            • 6

                              Mehr von mir zu lesen gibts auf: http://filmtastisch.blogspot.de

                              Oskar Schell (Thomas Horn) ist kein gewöhnlicher Junge, das merken wir schon ziemlich früh im Film. Er ist intelligent, fürchtet sich allerdings vor vielen Dingen, zum Beispiel vor dem Überqueren von Brücken, oder auch davor sich auf eine Schaukel zu setzen. Sein Vater Thomas (Tom Hanks) war für ihn immer sein bester Freund, bis dieser beim Anschlag auf das Worl Trade Center am 11. September 2001 ums Leben kam. Das Hobby von Oskars Vater war es, ihm Rätsel zu stellen und ihn auf eine Art Schnitzeljagd zu schicken, bei der er viel kombinieren musste, um an sein Ziel zu gelangen. Als Oskar ein Jahr nach dem tragischen Ereignis einen Hinweis in Form eines Schlüssels findet, beginnt eine lange Suche nach dem passenden Schloss und möglicherweise auch nach der Lösung des letzten Rätsels seines Vaters und nach etwas, dass Oskar nach dessen Tod bleibt.

                              "Extrem laut und unglaublich nah" erzählt die bewegende Geschichte eines Jungen, der merkt, dass er seinen toten Vater immer mehr verliert und der nach einer Möglichkeit sucht, ihm wieder näher zu kommen. Die Story ist sehr interessant und baut einige schöne Ideen, sowie auch einige tolle Storywendungen auf. Die Dialoge sind zum großteil gut geschrieben und beinhalten auch einige bedeutend gute Gedanken und Metaphern - wie Oskars Vergleich der letzten Strahlen der gestorbenen Sonne mit der Erinnerung an seinen Vater - welche dem Film gut tun und ihn ernsthafter machen. Der Soundtrack drängt sich nicht näher auf, bleibt aber stimmig und die Bilder sind zum Großteil gut gefilmt und stimmig, doch schafft der Film es leider nicht, auf ganzer Linie die richtige Stimmung zu erzeugen.

                              Vor allem im ersten Drittel des Films wirken die Charaktere und ihre Handlungen und Gespräche zu wenig menschlich, zu sehr gekünstelt und unehrlich. So ist viel zu wenig Chemie zwischen Thomas Han, Tom Hanks und Sandra Bullock, und was als glückliche, wenn auch schräge Familie dargestellt werden soll, wirkt sehr unbeholfen abgefilmt und unauthentisch. So hätten mir allgemein mehr Szenen in denen Sandra Bullock auch mal im Familienleben auftaucht gefallen, oder auch weniger affige und ernstere Szenen zwischen Vater und Sohn. Desweiteren verstehe ich nicht, warum man ein ganzes Jahr nach dem 11. September einfach aus dem Film schneidet, anstatt mehr auf die Beziehung zwischen Mutter und Sohn einzugehen und wie beide mit dem Verlust umgehen. Oft wirkt das Zusammenspiel hier aber leider kitschig und aufgesetzt und Chancen den Figuren mehr Tiefe zu verleihen werden ausgelassen.

                              Was mir an Chemie zwischen Sohn und Eltern fehlt, sehe ich perfekt umgesetzt ab dem Mittelteil des Films, als Max von Sydow - welcher für seine Rolle hier für den Oskar nominiert wurde - als stummer Untermieter von Oskars Großmutter die Leinwand betritt und jenen bei seiner Suche unterstützt. Die Szenen mit den beiden funktionieren sehr gut und machen einige vorige Fehler des Films wieder gut. Es macht viel Spaß die beiden tollen Schauspieler als so unterschiedliches Gespann zusammen vor der Kamera zu sehen, in einem Wechsel aus rührenden und lustigen Momenten, mit harten und realistischeren Szenen, die dem ganzen Film etwas von seiner Harmonie nehmen, was auch notwendig ist. So kommt einem der Film in diesem Teil endlich mal echter und greifbarer vor als zu Beginn, und das tut ihm sehr gut.

                              Gegen Ende schafft der Film es sogar noch einige Male Gänsehaut bei mir auszulösen und zündet emotional ziemlich gut, dennoch wäre auch hier mehr drinnen gewesen. Wie schon gesagt hätte mehr Chemie zu einer deutlichen Steigerung der Qualität des Streifens beigetragen. Unter anderem muss ich auch manche Entscheidungen des Regisseurs oder der Drehbuch-Adapteure der Buchvorlage hinterfragen, so finde ich, dass Oskars Off-Komentare, die den ganzen Film begleiten an vielen Stellen nicht nötig wären und nicht positiv zum Film beitragen. Trotz allem schafft es "Extrem laut und unglaublich nah" mehr als zwei Stunden zu unterhalten und hat einige schöne Momente, die diesen Film durchaus interessant machen, vor allem eben für alle, die sich für seine Thematik interessieren.

                              • 4 .5

                                bei mir hat er null funktioniert,,,,find ihn öde

                                • 6 .5

                                  "Merkwürdig und emotionale Geschichte eines Jungens."

                                  Der Film fängt schon relativ emotional an, wenn man diesen Jungen sieht, der einfach nicht über den Tod seines Vaters hinwegkommt. Also versucht der Film einem etwas Mitleid zu geben und dann geht quasi diese Expedition los, dieses Abenteuer durch New York. Irgendwie hat dieser Film also etwas emotionales, aber irgendwie ist er auch merkwürdig. Man versteht zwar, dass der Junge gewisse Ängste hat, was aber zu übertrieben dargestellt wird. Extrem spannend und unglaublich fesselnd ist dieser Film nicht. Als Drama überzeugt es jedoch und man kann sich auch gut in diesen Jungen versetzen. Dafür, dass der Schauspieler zuvor keine Besonderen Erfahrungen hatte, fand ich, hat er dementsprechend auch super die Rolle übernommen. Die Star Tom Hanks und Sandra Bullock sind natürlich auch dabei, welche den Film noch einmal mehr zum Glänzen bringen. Besonders gut hat mir auch die Rolle des Max von Sydow gefallen.
                                  Die Musik hat mich nicht wahnsinnig umgehauen, passt allerdings wunderbar zum eigentlichen Film. Schade, dass das eigentliche Ende schon auf der Rückseite der DVD stand und dadurch nicht nur für den Jungen, sondern auch für mich nicht so überraschend war.

                                  Das bedeutet, wenn man solche emotionalen Filme mag, sollte man diesen hier anschauen. Es ist nicht zu spannend und es passiert nichts Schockierendes oder Verstörendes! Wer Fans von den Stars ist sollte mal reinschauen.
                                  Es wird euch also wahrscheinlich nicht ganz vom Hocker reißen, aber möglicherweise unterhalten und gefallen!

                                  • 8

                                    Ein wunderbarer Film mit vielen versteckten Botschaften! Zu einem, dass man an etwas Glauben muss, um sein Ziel zu erreichen. Man darf niemals aufgeben, bis man am Ziel ist. Man muss Personen vergeben müssen, um sie zu verstehen und Glauben an die Hoffnung haben. Der kleine Thomas Horn spielt voll Geil und spielt prompt Sandra Bullock an die Wand. Ein Film, dass man mehrmals anschauen muss, um es zu verstehen, was die Aussage ist. Ein guter Wohlfühlfilm!!

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                                    • 7 .5

                                      Wieder eine Romanverfilmung, wo ich das Buch geliebt habe. Ich liebe den eigenwilligen Schreibstil von Jonathan Safran Foer und schon Alles Ist Erleuchtet konnte mich begeistern. Bei diesem Film ist es etwas schwierig. Mehr als die Hälfte des Buches wurde gestrichen, die gesamte Storyline vom stummen alten Mann fehlt, die für mich der interessanteste Part im Buch war. Auch Oskar kam mir im Film etwas unsympathischer und autistischer rüber?, während er im Buch auf mich nur wie ein frühreifes Kerlchen wirkte. Trotzdem hat mir der Film auf Grund von den tadellosen Schauspieler ziemlich gut Gefallen und er ist der beste Beweis, dass eine Romanumsetzung auch als einzelner Film bestehen kann. Besonders hervorheben möchte ich hier Schauspiellegende Max von Sydow, der ohne eine Wort zu sprechen alle Anderen an die Wand spielt. Für einen 85jährigen Mann nicht übel. Fazit : Auch wenn der Film am Ende seeehr langatmig wird und nicht zum Ende kommen will und das Buch Lichtjahre besser ist, kann ich den Film wegen der tollen Machart und der Emotionalität empfehlen. 7,5/10

                                      • 7

                                        "Isn't it so weird how the number of dead people is increasing even though the earth stays the same size, so that one day there isn't going to be room to bury anyone anymore?"

                                        Nachdem ich Extremely Loud and Incredibly Close von Jonathan Safran Foer gelesen hatte, hielt ich es für unmöglich, daraus einen Film zu machen. Teilweise hatte ich damit recht, trotzdem ist der Film sehenswert und für Menschen, die nah am Wasser gebaut sind so wie ich, zum Heulen. Vorischt kleine Spoiler.

                                        Leider orientiert sich der Film nur sehr lose an dem wie ich finde großartig geschriebenen Buch. Während es darin sowohl Kapitel gibt, in denen aus Oskars Sicht erzählt wird, als auch Kapitel, in denen Oskars Großvater Briefe an sein ungeborenes Kind beziehungsweise an Oskars Großmutter schreibt, zeigt der Film nur eine sehr einseitige Sicht der Dinge. Mir ist natürlich klar, dass diese Seite des Buches sehr schwer zu realisieren gewesen wäre, aber hätte ich das Buch vorher nicht gelesen, hätte mir diese Sicht der Dinge wohl gefehlt. Obwohl Max von Sydow perfekt auf die Rolle des 'Untermieters' passt, erklärte das Drehbuch leider nicht, warum er nicht mehr spricht. Außerdem fehlte ein wesentlicher Charakterzug seinerseits, nämlich dass er stets das Bedürfnis hat, wegzulaufen. Die sehr komplizierte Beziehung zwischen ihm und Oskars Großmutter kam im Film ebenfalls zu kurz.

                                        Neben den fehlenden Dingen wurden extrem viele Handlungsstränge stark verändert. Was mich dabei an meisten störte, war das Hollywoodende. Dass Oskar doch noch die ihn rettende letzte Nachricht seines Vaters in der Schaukel findet, fehlt im Buch völlig. Und das meiner Meinung nach zurecht. Das Ende, das Oskars Mutter die ganze Zeit gewusst hat wo er ist und sich ebenfalls mit den Leuten getroffen hat, passt wesentlich besser zur Stimmung des Films/Buch.

                                        Aber genug von dem Negativen geredet. Wenn man sich klar wird, dass der Film wirklich nur auf Foers Roman basiert, und ihn für sich betrachtet, ist es ein wunderschöner Film aus der Sicht eines intelligenten Jungen. Die Darsteller sind allesamt großartig, auch wenn Tom Hanks Auftritt insgesamt kurz ist. Der junge Thomas Horn macht seine Sache sehr gut und hat es nur ein oder zwei Mal geschafft, mich mit seiner Fragerei auf die Nerven zu gehen, allerdings war das im Buch auch so :) die Musik und die Bilder sind traumhaft und der Film hat mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurückgelassen.

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                                        • 8

                                          Ich habe keine sonderlich große Ahnung von Kameraführung, von Drehbüchern und selbst ein unlogischer Aufbau fällt mir nicht immer direkt auf. Allerdings brauche ich dieses Wissen auch nicht unbedingt, solange ich auf mich schaue und merke, was der Film mit mir macht....ob er mich langweilt, ob er mich wütend macht oder halt, wie in diesem Fall, ob er mich traurig macht. Ich mag Filme, die in mir Gefühle entfachen, die mich packen und erst stunden später wieder loslassen.

                                          Bei diesem Film habe ich geweint, mehrfach.

                                          Ich mag die Darstellung der Vater-Sohn Beziehung. Vielleicht ist sie kitschig, vielleicht ist sie unrealistisch weil Hanks einen Übervater darstellt. Aber ich finde es schön. Ich hätte gern solch einen Vater gehabt und ich würde später auch gern solch ein Vater sein. Und zwar einer, der sein Kind über alles liebt und sich für ihn Abenteuer ausdenkt, die ihm helfen seine Angst zu überwinden und ihn somit aufs Leben vorbereiten...oder schon das Leben sind.
                                          Ich mag die Darstellung der Mutter. Sie spielt während des Films eigentlich keine große Rolle. Am Ende merkt man aber, dass sie immer da ist und auf ihren Jungen aufpasst. Auch wenn es ein Idealbild ist, bin ich der festen Überzeugung, dass Eltern so sein sollten oder zumindest versuchen sollten, an dieses vermittelte Ideal heranzureichen....auch wenn es sicherlich schwierig ist. Kinder zu erziehen, ins Leben zu begleiten ist aber sicherlich auch nicht immer eine lustige Geschichte, sondern oft auch Arbeit. Aber diese Arbeit sollte man gerne machen, oder es eben ganz bleiben lassen.

                                          Ich mag den Film, weil er ein Ideal vermittelt wie Familien sein können und nicht mit dem Finger darauf zeigt, was schlecht ist.

                                          Klar, kann ich Kritik daran üben, dass alles zu sehr auf den 11. September ausgelegt ist, aber so wie ich den Film gesehen habe, ist das Ereignis wodurch der Vater stirbt völlig austauschbar. Er hätte auch in einem führerlosen Zug sitzen können....
                                          Ich für meinen Teil konzentriere mich aber lieber auf die Dinge, die mir gefallen als auf die, die mir missfallen. Ich glaube ich lebe damit gesünder.

                                          Ich mag den Film.

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                                          • 8

                                            Ein sehr kurioser Film. Anfangs wusste ich nicht so recht, was ich davon halten soll.
                                            Tom Hanks, mein absoluter Lieblingsschauspieler, mimt hier einen unglaublich liebevollen Familienvater. Sein super intelligenter Sohn schaut zu ihm auf und genießt es von seinem Dad so extrem beachtet zu werden. Der neunjährige Oskar steht immer im Mittelpunkt und wirkt dadurch oftmals sehr “unsympathisch” (nervig).

                                            Zum Ende hin berührt der Film noch einmal unheimlich das Herz der Zuschauer. Irgendwie schlief ich danach schlecht. Machte mir viele Gedanken… zugleich traurig als auch schön ist der sogenannte Showdown des Films. Kann man mal gucken! Auch wenn Sandra Bullock und Tom Hanks nur sehr kleine Rollen in dem Film haben!

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                                            • 8

                                              Zum Ende hin hätte ich mir gern 10 Minuten weniger gewünscht. 10 Minuten, die der Film gar nicht nötig hatte. 10 Minuten für alle, die unbedingt einen guten Abgang brauchen. 10 Minuten, in denen Sandra Bullock gleichzeitig lacht und weint und mit ihr die ganzen Blacks. Wo der Score nochmal richtig schmalzig ne Ansage macht: Das hier ist ganz großes Kino! Also abgesehen von diesen 10 Minuten *ist* der Film ganz großes Kino. Ich habe fast zwei Stunden durchgeheult, was nicht unbedingt meinem Naturelle entspricht. Nein, dieser Film ist nicht kitschig! Er lässt einen den schlimmsten Albtraum durchleben, den man sonst nur wie versteinert auf Fernsehgeräten bestaunt hat. Verbindet die Bilder mit den Emotionen. Macht aus einer Nachricht ein (be)greifbares Ereignis.
                                              Kurz nach dem Anschlag gab es die zynische Rückmeldung tausender Menschen an die Terroristen: "We're not afraid!" EXTREM LAUT erzählt vom Gegenteil, von dem, was sich hinter der Fassade abspielt. Jenseits der Achse des Bösen und Machogehabe und Chauvinismus und Rache und Krieg. Von einem, der nicht mehr U-Bahn fahren und Brücken überqueren kann. Wir alle schleppen ein 9eleven mit uns herum, Verlust und Angst und Traurigkeit und Wut. Haben Stellen, die wir kratzen, um etwas anderes zu spüren, als was da ist. Das Leben ist nicht fair. Das hier ist ein Film über uns alle.

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                                              • 6 .5

                                                Die Nachwirkungen von 9/11 bei einem kleinen Jungen mitten in New York: Emotionales Drama, welches unnötig auf die Tränendrüse drückt, ansonsten aber eigentlich gefällt.

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                                                • 10

                                                  Einfach fabelhafter Film, der mir beim Zusehen das Herz zerrissen hat. Der kleine Schauspieler ist einfach grandios, die Szenen mit seinen Monologen überwältigend schonungslos und sehr beeindruckend. Super Film!

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                                                  • 6 .5

                                                    Der Film ist ein wenig sehr kitschig. Man kann es auch übertreiben. Sonst aber ganz gut.

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