Searching for Sugar Man - Kritik

Searching for Sugar Man

GB/SE · 2012 · Laufzeit 86 Minuten · FSK 0 · Drama, Musikfilm, Dokumentarfilm · Kinostart
Du
  • 10

    Eine sehr berührende Geschichte! Lohnt sich!

    • 9

      Was in dieser Doku passiert, weil es eben wirklich so passiert ist, kann sonst nur Hollywood.

      • 9

        Noch über zwei Wochen in der Arte Mediathek zu sehen.

        Eine unglaubliche Geschichte!
        Hatte mich immer geweigert auch nur ein Wort über den Sugar
        Man zu lesen und jetzt hat mich diese Doku überrollt. Bob Dylan,
        die Beatles, Elvis Presley, die Stones, Jimi Hendrix... sie sind
        alle nichts im Vergleich zur Popularität vom Sugar Man... in
        Südafrika als das Apartheidregime noch fest im Sattel saß.
        Super erzählt so voller Herz, Traurigkeit, Neugierde und
        bodenständiger Poesie, nach 2 Minuten hatte mich dieses
        besondere Erlebnis schon voll im Griff. Eine Reise der Gefühle
        und voller Respekt für einen Ausnahmekünstler, den keiner
        kennt und der von seinem Erfolg nicht das Geringste mitbekam.
        Ein völlig verrückte Geschichte über einen so charismatischen
        Menschen und seine großartigen Texte. Bin nie ein großer Bob
        Dylan Freund gewesen, Sixto Rodriguez gefällt mir jetzt schon
        besser. Mann, wie diese lyrics aus dem Leben einen sofort am
        Kragen packen!! Sixto Rodriguez. Dieser Name wird jetzt immer
        unvergesslich sein. Dabei ist die Musik nur die Begleiterscheinung,
        es passiert doch höchst selten von einer Dokumentation bzw.
        Sherlock-Spurensuche so in den Bann gezogen zu werden. Kann
        ich wirklich ausnahmslos jedem ans Herz legen, auch jedem der
        an einer Doku über einen Klampfer kein Interesse zeigt. Mehr
        verrate ich nicht, das muss man einfach erleben. Wer jetzt
        unbedingt was über den weiteren Inhalt wissen will, versaut sich
        selbst die größte Überraschung die Searching for Sugar Man
        mitbringt. Noch zwei Wochen bietet sich die Gelegenheit den
        Sugar Man zu suchen und zu finden. Zuschlagen bitte!

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          Ich hab mir Searching For Sugarman heute Nacht aufgrund der Empfehlungen und guten Kritiken hier aufgezeichnet und gerade angesehen. Sein Konzert gab Sixto am 06.03.98 und ich sehe diesen Film an seinem "Auferstehungstag" 19 Jahre später. Zufälle gibt es.

          Welcher Zufall auch immer dazu geführt hat, dass irgendwer in Kapstadt in den 70er Jahren sein Debütalbum in die Hände bekam und es sich wie ein Lauffeuer gegen die Unterdrückung verbreitete: es hat zu dieser SEHR eindrucksvollen Studie geführt, bei der man ein paar Tränen verdrücken wird. Keiner weiß wer er ist, keiner weiß, wo er ist, aber jeder kennt seine Lieder. Jeder denkt, er ist tot. Ein Mythos eben.

          Ich halt nicht all zu viel vom Folk, ich halte nicht viel von der Methodik der Musikindustrie und ihren Machenschaften und ich habe vorher auch noch nie etwas von diesem Künstler gehört. Dieser Film bestätigt mich darin, dass die Musikbranche für ein paar Dollar auch gerne mal über Leichen geht und Dinge unter den Teppich kehrt, solange man damit kassieren kann. Es lebe der Punk! ;)

          Ich habe großen Respekt vor Tiefgang und noch größeren vor Künstlern, die bescheiden bleiben. Die Texte seines Schaffens wirken wie ein Vorbote oder ein Leitfaden und vermutlich hat das die Leute in Südafrika damals so fasziniert. Diese Studie ist auf jeden Fall sehr beeindruckend.

          Dieser "Star" hier hatte kaum eine andere Wahl, als weiter hart zu schuften, um seine Familie am leben zu halten. Das, obwohl seine Werke am anderen Ende der Welt eine Generation beim Umdenkprozess begleiteten.

          Die Szenen beim Konzert, als die Menschen 10 Minuten nur feiern, um einen totgeglaubten Helden Willkommen zu heißen, sind Gänsehaut pur. Der Film ist keine klassiche Doku, sondern eher eine sehr gelungene Skizze über ein trauriges Märchen, mit einem dann ganz bescheidenen Künstler, der das Geld, welches er nie hatte, an seine nächsten verteilt und so weiter liebt wie zuvor.

          Es ist die Geschichte über einen Rockstar, der Zeit seines Lebens keiner war und sein Werk längst vergessen hatte, während er in anderen Kulturen und unter einem diktatorischem Regime zu einem Mythos mutierte. Sehr berührend.

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            Was für eine abgefahrene Story, unglaublich. Das gute im Menschen scheint nicht ganz verloren gegangen zu sein. Ich verneige mich vor Rodriguez.

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              Selten eine solche zu Herzen gehende Doku gesehen. Lachen, Weinen, Traurig sein und sich freuen. Einfach wunderbar.

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              • 8 .5

                Nachdem ich im TV mal einen Bericht über Sixto Rodriguez gesehen, vorher aber noch nie von ihm gehört hatte, habe ich mir diese Bio angeschaut. Wirklich sehenswert. Es ist gut, daß man durch diese Doku näher an diesen Menschen herangeführt wird. Bonmot des ganzen: in Südafrika ist Rodriguez bis heute ein großer Star. Eine echte Empfehlung!

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                • 8

                  Das echte Leben schreibt halt immer noch die besten Drehbücher. 1970 und 1971 nimmt der junge Sänger und Songschreiber Sixto Rodriguez zwei Platten auf. Trotz seines beachtlichen Talents bleibt der Erfolg aus. In den USA und in Europa floppt seine Musik total. Gerade mal an die 100 Exemplare werden verkauft. Er zeiht sich ins Privatleben zurück und arbeitet bis heute als Bauarbeiter im vor die Hunde gehenden Detroit. Was er aber nicht weiß; in Südafrika ist er DER Star der 70er und bis heute populärer als Elvis. Quasi ohne sein Wissen werden seine Platten fern der Heimat millionenfach verkauft. Kein müder Cent erreicht den in sehr einfachen Verhältnissen lebenden Bauarbeiter. In Südafrika weiß man dagegen nicht wirklich was über den Musiker. Zwar ist seine Musik so beliebt, dass jedes Kind seine Lieder mitsingen kann (seine Lieder wurden als Protest gegen die Arpartheid interpretiert), aber bis auf das Foto seiner ersten Platte "Cold Fact" ist Rodriguz ein unbekannter. Zahlreiche Mythen ranken um den Superstar. Er habe sich auf der Bühne selbt verbrannt, sich erschossen, ist an einer Überdosis gestorben, etc. Eine Legende, größer als Jim Morrison und Jimi Hendrix zusammen. Zumindest für die Südafrikaner. 1998 heftet sich dann ein Musikproduzent und Schriftsteller an seine Fersen und spürt die lebende Legende, die nichts von ihrem Glück weiß, in einem heruntergekommenen Haus in Detroit auf.
                  Eine wirklich sehr gelungene Doku, spannender als so mancher Krimi und mit einer herzerwärmenden Geschichte. Wie das Leben so spielt.

                  • 8
                    Adrian.Cinemacritics 10.12.2016, 19:18 Geändert 10.12.2016, 19:21

                    Was jeder Mensch in seinem Leben will, ist es anerkannt und geliebt zu werden.
                    Man möchte in die Welt hinausschreien, dass man etwas besonderes ist, dass man nicht nur einer von vielen Menschen ist, doch man kommt nicht immer dazu.
                    Aber was bedeutet die Aussage "nur einer von vielen Menschen zu sein"?
                    Dass es eine Gruppe Menschen gibt, die nichts interessantes aufzubieten hat, die einfach nur da ist, um zu zeigen, dass es Menschen gibt, die es zu nichts bringen und man lernen sollte, sich von diesen abzuheben?
                    Meiner Meinung verbirgt sich in jedem Mensch etwas Besonderes wie ein Talent, etwas, das uns ausmacht, etwas das uns einzigartig macht.
                    Wir alle sind Menschen mit großen Träumen, wir wollen nicht in Vergessenheit geraten, wir wollen uns der Welt zeigen und rufen: "Ja, ich war hier auf dieser Erde!"
                    Doch ist das alles wirklich notwendig?
                    Können uns wir nicht mit den Gedanken zufrieden geben, dass wir tief in uns wissen, dass wir auf unsere eigene Art einzigartig sind?
                    Dass unser individuelles Leben mehr ist als Ruhm und Lobpreisungen?
                    Ein solcher Mann war Sixto Rodriguez, ein unterschätzter Künstler, der das erkannte.
                    Er war ein Mann, der die Musik liebte, seine eigene Vision von der Welt hatte und Lieder schrieb, die lange Zeit brauchten, um die Liebe zu kriegen, die sie verdienen.
                    Doch statt dass der Wille nach Ruhm überhand nahm und er den Weg des Erfolgs einschlug, entschied er sich für ein bescheidenes Leben. Warum?
                    Da er zufrieden war, mit dem was er getan hat, anstatt dass er wie fälschlich angenommen wurde, sich das Leben nahm, da er zu Anfang nicht die Anerkennung gewann, die er erhoffte.
                    Er machte weiter, da es so viel im Leben gibt, worüber man sich freuen kann.
                    Er wollte nur eines in seinem Leben: etwas für die Welt hinterlassen, andere Menschen begeistern, doch nicht nur mithilfe seiner Musik.
                    Indem er etwas aus seinem Leben macht.
                    Wir alle haben einen besonderen Einfluss auf andere Menschen, doch müssen wir nicht gleich Michael Jackson oder Madonna sein.
                    Ein simples Gespräch, eine freundliche Geste, ein Händeschütteln, alles was wir tun, kann das Leben anderer Menschen verändern und den Lauf der Zeit beeinflussen.
                    Wir sind nicht unwichtig, wir sind ein teil eines großen Puzzles und müssen nicht unseren besonderen Platz finden, da wir ihn schon gefunden haben.
                    Unsere Suche ist schon lange beendet.
                    Sieh um dich herum und du wirst es erkennen.
                    Wir sind alle einzigartig.

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                      Was für eine tolle Dokumentation über die unglaubliche Geschichte eines so unterschätzten Künstlers.
                      Lange bevor ich diesen Film gesehen habe, bin ich über die Musik von Rodriguez gestolpert. Nicht im Plattenladen oder im großen Mediakaufladen, sondern im Internet. Es ist nämlich gar nicht so leicht eine CD oder Platte von Rodriguez im Laden zu finden. Ich war sehr schnell angetan von seiner Art des Folk und den Texten die er schreibt, also wollte ich mehr über den Mann wissen und stieß so letztendlich auf den Film.

                      So oder so ähnlich muss es den beiden Fans gegangen sein die mehr über ihren Lieblingskünstler wissen wollten. Damals aber kannte man Rodriguez nirgends, außer in Südafrika. Dort ist jener nämlich ein heimlicher Superstar. Warum man wenig über Rodriguez wusste war einfach, der Mann hat viele Namen, keine Adresse und es kursierten Gerüchte das er längst Tot sei. Auf der Bühne soll er sich angeblich selbst verbrannt haben. In dieser Dokumentation decken die beiden Fans mithilfe alter Weggefährten des Sängers und ehemaligen Produzenten die Geschichte um den Ausnahmekünstler auf. Sie auf diesem Weg zu begleiten macht unglaublich viel Spaß und ist zudem auch noch relativ spannend gestaltet. Untermalt wird das ganze vom wunderbaren Soundtrack des Detroiter Folk Sängers.

                      Searching for Sugar Man ist eigentlich die Geschichte eines einfachen Mannes der für die Musik lebte und der Zeit womöglich zu weit voraus war um davon leben zu können. Toll erzählt und mit viel Liebe gemacht von zwei Fans die einfach nur wissen wollten wer Sie da so begeistert.

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                        Marcy123 07.08.2016, 14:23 Geändert 07.08.2016, 20:29

                        I lost my job 2 weeks before christmas......
                        Alleine schon wegen dieser richtigen Selbsteinschätzung hat der Herr Rodriguez bei mir Kultstatus. Echt unfassbar das es Songwriter auf diesem Planeten gibt die keinen Erfolg haben, obwohl mir jedes mal die Tränen runter laufen wenn ich einen Track von ihm höre. Das passiert bei dem Schrott was so im Radio läuft niemals. Da stellt sich einem doch die Frage das es überall wo man was lernen könnte oder der persönlichen Entwicklung ein Aufstieg zugesprochen wird die Menschen eher gebremst werden und noch viel trauriger finde ich das es Menschen gibt die das nicht mal merken......
                        Egal ,bin kein Moralapostel kann nur jedem raten der sich etwas weiter bilden möchte zu diesem Filmchen zu greifen.

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                          Wer Lust hat eine wahnsinnig interessante Geschichte erzählt zu bekommen, sollte den hier sehen. Tolle Twists und mit jeder Minute spannender; ich kann's nur empfehlen.

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                            Framolf 23.05.2016, 03:27 Geändert 23.05.2016, 03:27

                            Bei den Dokus, die bei der Oscar Verleihung 2016 nominiert waren, waren viele gute dabei. Nur leider ist eine deprimierender als die andere. Man fragt sich bei der Sichtung der Filme immer wieder, was nur mit den Menschen los ist, dass sie sich mitunter zu solchen Monstern entwickelt haben, wie sie in diesen Dokus zu sehen sind.

                            Wer nach diesen Dokus zwar beeindruckt, aber völlig frustriert ist, dem sei als Gegenprogramm "Searching for Sugar Man" ans Herz gelegt, das drei Jahre zuvor ebenfalls mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. Es handelt sich dabei um eine sehr schöne Feel-Good-Musiker-Doku. Über den Inhalt sollte man sich zuvor so wenig wie möglich informieren. Malik Bendjelloul, der sich 2014 das Leben nahm, schafft es, aus spärlichem Material eine Doku zusammenzuzimmern, die eine wundervolle Geschichte erzählt. Hier und da zwar vielleicht ein wenig unkritisch, aber er hat sich ganz offensichtlich vorgenommen, positive Aspekte überwiegen zu lassen. Wer gerne Musik, Dokus und/oder Arthouse Filme mag, sollte einfach mal eine Sichtung riskieren und sich von dieser Geschichte verzaubern lassen. :-)

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                              SamRamJam 08.05.2016, 20:38 Geändert 08.05.2016, 21:36

                              Manche Geschichten sind so unglaublich und fantastisch, dass sie nur das Leben selbst schreiben kann!

                              Sixto Rodriguez ergeht es so, wie tausenden Menschen vor und nach ihm. Als junger Mann nimmt er zwei Platten auf, die zwar gute Kritiken bekommen, sich allerdings extrem mies verkaufen. Also kehrt er der Musik im kommerziellen Sinne den Rücken und lebt ein Leben als Bauarbeiter in den Eingeweiden vom Monster Detroit.

                              Anfang der 70er kommen die beiden Platten aber irgendwie, keiner kann mehr nachvollziehen wie, nach Südafrika und avancieren da, als kritische Stimme gegen Ausbeutung und Unterdrückung, mitten in der Apartheid, zum Erfolg in der hiesigen Jugendszene. Sixto Rodriguez geniest sogar einen größeren Status als Elvis oder die Stones. Bis zwei Musikjournalisten Mitte der 90er den echten Sixto Rodriguez in Detroit aufspüren, ihn mit nach Südafrika nehmen und er im Alter doch zumindest einen Teil seines Erfolges, am anderen Ende der Welt, genießen kann.

                              Die Doku gehört zu der Art die durchgehend eine gute Laune versprüht, mit hervorragender Musik unterlegt ist und man die ganze Zeit über diese unglaubliche Geschichte kaum fassen kann. Auf dem zweiten Blick verdankt das Unglaubliche aber nicht alles dem eigentlich Passierten. Hier wird durch Textauswahl schon eine relative Heldenverklärung betrieben. Die Doku selber behauptet ja nie dass Rodriguez mit dazu beigetragen hat die Apartheid zu stürzen, sondern lediglich ein Zeitzeuge. Die Auswahl dieser, und anderer ähnlicher Aussagen, kann man der Doku bzw. dem Regisseur aber schon ankreiden.

                              Auch etwaige Nebenspuren wie die Frage um die Tantiemen verlieren sich im Sand und werden einfach nie wieder erwähnt. Hier wäre ein klares Statemant, und sei es nur das Aufzeigen dass die Suche nichts erbrachte, besser gewesen. Trotz Oscar muss sich die Doku schon ein paar Vorwürfe gefallen lassen. Vor allem dass a) ich nie den Eindruck loswurde dass die ohnehin großartige Geschichte durch geschickte Kommentarauswahl künstlich noch etwas großartiger aufgebauscht wurde und b) zu viele unwichtige Nebenschauplätze besucht wurden und so den Eindruck erwecken, die eigentliche Story biete nicht genug Stoff für einen 1 1/2 stündigen Film.

                              Auf die Frage ob die Leute in Detroit ihnen nach der ersten Südafrika Tour geglaubt hätten, antwortet eine von Rodriguez Töchtern: Die Menschen in Detroit brauchen solche Geschichten.
                              Und das ist wohl das eingentliche Geheimnis. In einer Welt, in der die Medien ständig behaupten es werde immer alles schlechter und man als kleines Licht keine Chance hat und eh nur ausgebeutet wird sind solche Geschichten wie die von Rodriguez wirklich erbauend. Nicht nur in Detroit!

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                                Martin Canine 07.04.2016, 14:31 Geändert 07.04.2016, 16:24

                                So... ich werde jetzt mal ganz dezent meinen Amazon-Warenkorb füllen und irgendwann werden, da bin ich mir sicher, zwei 5 Sterne-Musikreviews eintrudeln...
                                Ganz ehrlich: die Musik von Rodriguez, die in diesem Film präsentiert wird, ist doch genial,oder?

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                                  "I wonder about the tears in children's eyes
                                  And I wonder about the soldier that dies
                                  I wonder will this hatred ever end
                                  I wonder and worry my friend
                                  I wonder I wonder wonder don't you?"

                                  Diese Doku nimmt einen mit auf einen Trip. Man wird Zeuge eines WAHREN Märchens. "Searching for Sugar Man" berührt das ♥, brachte mich zum weinen und meine Haut in eine Dauer-Gänsehaut. Der Anfang war eher ernüchternd. Man fragt sich: Wie konnte diese 0815-Doku einen Oscar einfahren? Wie kommt es zu einer MP-Wertung von 8.2? Nach der Wende zur Mitte des Films wird einem aber alles klar... WOW! Epische Geschichte, Epischer Mann, Epischer Musik, Epische Emotion!

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                                  • Our Daily Free Stream: Searching For Sugar Man. Ist es so, dass manche Geschichten nur existieren, weil wir sie so dringend brauchen? Searching for Sugar Man handelt von einem begabten Singer/Songwriter aus Detroit, dessen Gesicht verdeckt war von seiner langen Mähne und einer dunklen Sonnenbrille. In Bars sang er, indem er dem Publikum den Rücken zukehrte. Er hiess Sixto Rodriguez. Obwohl er keine Fangemeinde hinter sich hatte, bot man ihm einen Schallplattenvertrag für zwei Alben an - einfach weil er so gut war! Die beiden Platten Cold Fact und Coming From Reality verkauften sich aber dermassen schlecht, dass der Vertrag wieder aufgelöst wurde. Man hörte nichts mehr von Rodriguez. Seine Platten aber reisten um die Welt, bis nach Cape Town. Bootlegs der beiden Werke wurden dort von Hand zu Hand weiter gegeben und seine Songs dienten der Anti-Apartheids-Bewegung, um den Menschen Mut zu machen. Stephen Segerman, der einen Indie Plattenladen betrieb, veröffentlichte sie in Südafrika und Rodriguez verkaufte sich so gut wie Elvis und die Beatles! Die Doku des Schweden Malik Bendjelloul springt nun hin und her zwischen Detroit und Cape Town. Berühmte südafrikanische Sänger wie Rian Malan nennen Rodriguez als grossen Einfluss. Und Rodriguez selbst? Nichts! Es gab Gerüchte, er hätte sich erschossen. Ein Mann, von dem man nur seine Musik kannte, nicht einmal sein Gesicht! Segerman machte sich auf die Suche nach dem Musiker, so sehr, dass Freunde ihn selbst schon Sugar Man nannten. Im Internet gab es keine Einträge über Rodriguez, deshalb postete Segerman eine Webpage über seine Suche. In den späten 90ern bekam er eine Antwort, nicht von Rodriguez, aber jemanden, der womöglich etwas wusste... Searching for Sugar Man ist das Dokument einer manchmal frustrierenden Suche. Die Hinweise, die Segerman erlangte, machten den Eindruck, Rodriguez sei ein Heiliger, eine Seele von Mensch, dessen Musik diese innere Schönheit ausdrückt. Segermans Suche wird so inspirierend enden, als sei tatsächlich ein Wunder geschehen... Falls du den Film noch nicht gesehen hast, hol das heute nach am Sonntag! Du hast es dir verdient, genauso wie ich, solch eine wundervolle Geschichte zu erleben! Dazu gibts die Musik Dokus, die für uns am wichtigsten sind! Auf der Webpgage unserer Videothek mit DVD Katalog und unsere Empfehlungen: cinegeek.de

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                                      In den späten Sechzigern, frühen Siebzigern gab es in Amerika sehr viele gute Singer Songwriter, die wenig Erfolg hatten. Eine adäquate Wahrnehmung in Europa gab es nur bedingt, z.B. durch den AFN, das Musikgeschäft war noch nicht "globalisiert". Die im Film gespielten Songs sind schön, jedoch sehr wenige, mehrfach wiederholt.

                                      Der Streifen selbst ist nach drei Minuten erzählt.

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                                        arlettjanine 08.01.2016, 17:20 Geändert 08.01.2016, 17:47

                                        *Das wohl größte, und wahre moderne märchen unserer zeit!
                                        Die wundervolle, melancholische, unglaubliche und bewundernswerte lebensgeschichte meines helden*

                                        Auch ein wahres märchen. Vor jahren saßen ein freund und ich in seiner küche und er spielte mir feierlich einen neu entdeckten song vor- wie einen geheimen schatz.
                                        Es war die beste musik die ich seit langer zeit gehört hatte. Wir kannten den namen des interpreten, fanden zwei albem im netz, doch alles weitere an dieser person schien ein mysterium.
                                        In den darauffolgenden jahren reisten wir jeweils viel, und an den stränden der philippinen, malaysias, thailands, und kambodschas spielten wir die musik fremden vor.
                                        Die allesamt berauscht waren von dem sound, und nicht fassen konnten wieso niemand diesen künstler kannte. Und soweit ich weiß, verbreitete sich
                                        die musik über unsere freunde und flüchtige bekannte über frankreich, bis nach mexiko weiter. Und eines tages schickte mir ein freund ein video von sich, wie er mit freunden einen der songs auf der gitarre spielte, auf einem balkon über den dächern israels.

                                        Dann war er auf einmal da, der tag an dem eine dokumentation erschien- über unseren großen mann. Searching for sugarman. Mein alter freund und ich trafen uns, und zelebrierten den abend wie ein kleines fest.
                                        Wir hatten tränen in den augen, ja er auch, das kann er nicht leugnen.
                                        Denn die geschichte dieses mannes ist für mich die größte meiner jugend- er ist der bob marley meiner twens, seine musik hat mein leben verändert und ich würde ein organ verkaufen um eines tages noch auf einem seiner konzerte stehen zu dürfen.

                                        Es ist mir eine ehre mich als ein winziger, unbedeutender teil dieses märchens zu fühlen, und obwohl ich nun mehr darüber weiß- frage ich mich ständig wie viele andere noch genau das gleiche auf irgendeinem anderem fleck dieser erde erlebt haben.

                                        Bitte seht euch seine geschichte an, hört seine musik, und wenn auch ihr sie liebt, dann wisst ihr spätestens nachdem auch ihr seine geschichte kennt, was zu tun ist- KAUFT sie! <3

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                                          dbeutner 22.09.2015, 17:30 Geändert 26.09.2015, 14:38

                                          Die Story ist einfach sehr besonders: "unglaublich" einerseits und ein sehr sympathischer, selten geerdeter Mensch, der sein eingeschlagenes Leben lieber weiterverfolgt. Diese Zutaten - und gute, wenn auch in meinen Ohren nicht ganz so "völlig überirdische" Musik - sind es, die "Searching for Sugar Man" eine Doku werden lassen, bei der jeder einigermaßen empathiebegabte Menschen irgendwann das kleine Zittern bekommt, so wie es die Tochter mitunter noch in der Stimme hat...

                                          Leider ist die Machart der Doku keineswegs auf gleichem Niveau, und das wurde scheinbar auch bei der Oscarverleihung wie in manchem Kommentar hier übersehen. Am Ende kann das gar nicht sooo viel relativieren, weil der Stoff einfach "überbesonders" ist, da hat man als Filmer schon eine echte Herausforderung, das in den Sand zu setzen. Und trotzdem hatte ich das Gefühl, dass sich Malik Bendjelloul hier reichlich Mühe gegeben hat. Der Ausgangspunkt der erzählten Geschichte ist sicherlich sehr mittelmäßig gewählt, und man bekommt erst nach einer halben Stunde das Gefühl, sich einigermaßen im Kontext zu bewegen; dann aber wird noch einer und noch einer drauf gesetzt. Wenn auch hier wieder mehr vom Inhalt als der Erzählung.

                                          Es werden daneben Erzählfäden einfach fallen gelassen, etwa die Tantiemen-Frage. Das sind handwerkliche Doku-Fehler, von denen es auch gleich mehrere gibt. Am Ende greift - Kritik hin oder her - aber der inhaltliche Stoff so sehr, dass selbst ich erst bei 8.5 Punkten die Obergrenze setzen würde; erstmal 8.0 Punkte, vllt. lege ich aber nach einer zweiten Sichtung noch etwas nach.

                                          Wegen des grundsätzlichen Inhalts und der Frage, wie unterschiedlich Entwicklungen auf zwei Kontinenten sein konnten, plus dem Porträt eines außergewöhnlichen Menschen: Unbedingt schauen. Der Film hat unter diesen Zeichen Seltenheitswert. Aber handwerklich hätte dieser Stoff deutlich mehr Qualität verdient gehabt - und ohne weiteres die Möglichkeit, zumindest bei mir 9++ Punkte einzusammeln. Die Chance wurde leider relativ grob vergeben.

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                                            RoboMaus 17.09.2015, 07:09 Geändert 19.09.2015, 19:31

                                            Dieser Film ist weit mehr als nur eine Doku. Er lebt. Er hat eine Story, die einen bis zum Ende fesselt. Er atmet einen Geist, der den Eigenen gefangen nimmt. Er hat einen Durchschnitt von 8,3 in der MP-Community.
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                                            And you can keep your symbols of success,
                                            Then I'll pursue my own happiness
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                                            Soon you know I will leave you
                                            And I'll never look behind
                                            'Cause I was born for the purpose
                                            That crucifies your mind
                                            -
                                            Die Texte des amerikanischen Singers & Songwriters 'Rodriguez' sprechen ihre eigene Sprache. Zur Zeit seiner Entdeckung in Detroit um 1969 löste er damit bei den Produzenten Begeisterung aus, die ihn auf eine Stufe mit Bob Dylan hoben. Doch obwohl 1970/71 zwei Alben produziert wurden und ein Drittes in Arbeit war, verkaufte sich seine Musik überhaupt nicht - in Amerika. Im abgeschotteten und boykottierten Südafrika der siebziger und achtziger Jahre wurde er dagegen zum Nationalhelden, ohne dass irgendjemand in Amerika etwas davon ahnte. Die in den Neunzigern kursierenden Gerüchte hatten alle im Kern, dass er ein genialer aber instabiler Musiker war, der sich irgendwann auf der Bühne umbrachte. Es gab keinerlei verfügbare Informationen über Rodriguez, ausser den kargen Angaben auf den Alben der frühen Siebziger, doch einige unerschütterliche südafrikanische Fans starteten eine umfangreiche Recherche, die zu der unglaublichen Story von 'Searching for Sugar Man' führte.
                                            Doch warum floppten seine Alben in den USA, obwohl es an Unterstützung nicht fehlte? Darauf wird im Film kaum eingegangen. Für meinen Teil kann ich nur sagen, dass die weichgespülten Arrangements mit Streichern nicht vorteilhaft klingen. Im Gegenteil, sie wirken den kantig-genialen Texten entgegen, rauben ihnen die Authentizität. Dylans Musik hat man so belassen wie Dylan es wollte - Rodriguez musste sich anscheinend den Produzenten beugen. Vielleicht war das der entscheidende Unterschied.

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                                              Wahnsinnsfilm, Wahnsinnsgeschichte, Wahnsinnsmusik, Wahnsinnsmensch! Diese Dokumentation erzählt nicht nur eine Geschichte, sondern zieht den "Spannungsbogen" so auf, daß der Zuschauer defintiv zunehmend eine Gänsehaut bekommt. Emotional und unvergleichbar. Lieblingsfilm!

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                                                schon mindestens 3x im Kino gesehen... könnte immer wieder... faszinierende Geschichte und wunderbare Musik, unglaublich ... beeindruckend....

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                                                  Eine geradezu unglaubliche Geschichte, die jedoch phantasielos herunter erzählt wird. Das ganze gleitet immer mehr in Richtung Feel-Good Movie ab. Und wer bei 20 Feet from Stardom die distanzlosen Interviews kritisiert, sollte sich mal mit diesem Belanglosigkeiten in Interviewform bekannt machen. Selten sah ich einen Film, der bis auf die Story selbst (und die ist schnell erzählt) so wenig Hintergründe aufdeckt, so wenig musikalisch fundiert ist (was ist denn das Besondere am Misserfolg von Rodriguez!) und so wenig hinterfragt. Wenn da nicht dieser charismatische Sänger wäre - es wäre einen Verriss wert. Völlig überschätzt!

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                                                    Eine wirklich unglaubliche Geschichte, die so nur das Leben schreiben kann - jedem Drehbuchautor würde man Unglaubwürdigkeit vorwerfen...Die Musik ist wirklich toll, Rodriguez ein einzigartiger Mensch und die Story einfach sehr emotional. Alles in allem eine tolle Doku und ein verdienter Oscar-Gewinner! Da ich erst vor kurzem "Anvil" geschaut habe, vergleiche ich irgendwie automatisch diese zwei Musik-Dokus und da muss ich zugeben, dass mich Anvil emotional mehr gepackt hat. Trotzdem ist Searching for Sugar Man wunderschön und absolut zu empfehlen. Und noch ein Tipp zum Schluss: Vorab nichts über die Geschichte lesen!

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