Wall-E - Der Letzte räumt die Erde auf - Kritik

Wall-E

US · 2008 · Laufzeit 98 Minuten · FSK 0 · Science Fiction-Film, Animationsfilm · Kinostart
  • 9

    Wall-E ist nichts weniger als ein Meisterwerk. Während die Minions einfach die süssen kleinen Scheiss-Minions sind, die ihren Scheiss durchziehen und die Leute für dumm verkaufen respektive heiter – wie damals die Teletubbies – zur allgemeinen Volksverdummung beitragen, und während die Erwachsenen diese gelben Schwachköpfe feiern, wie damals die Kinder die Teletubbies gefeiert haben (Volksverdummung gratis schon ab eineinhalb Jahren! Zugreifen!), gräbt Wall-E einfach mal schnell ein kleines Loch in unsere versteinerten Herzen, in das er puren, unverdünnten Schmerz giesst. Bei der weit verbreiteten emotionalen Temperatur, die sich irgendwo im Bereich von null Kelvin bewegt (das ist die Termperatur, bei der die Hölle zufrieren würde), dringt der Schmerz natürlich nicht durch. Er erfriert sofort und erreicht nichts. Das höchste der Gefühle ist dann, wenn man zusammen mit Kindern über die Tolpatschigkeit von Wall-E lacht oder ihn knuffig-süss (fast wie die Minions!) findet. Was Wall-E uns sagen will, bleibt dagegen für immer verborgen, obwohl die Botschaft nicht deutlicher und nicht eindringlicher vorgetragen sein könnte.

    Minuten- (gefühlt: stunden-) lang wird kein Wort gesprochen. Wir sehen die riesige Müllhalde, die wir unsere Heimat nennen, und fragen uns, weshalb wir sie eigentlich zu dieser Müllhalde gemacht haben. Irgendwo versieht ein kleiner Roboter unermüdlich seinen Dienst: Tag für Tag presst und stapelt er von morgens früh bis abends spät Müll. Trotz seines Einsatzes und des für seine Grösse ordentlichen Tempos ist auch einem Blinden klar, dass Wall-E Millionen von Jahren benötigte, um allen Müll zu pressen und zu stapeln. Und was wäre gewonnen? Mit seiner Stille (und seinen wunderschönen Bildern) schreit uns der Film förmlich an: Du hast die Erde zur Müllhalde gemacht! Die Stille, die Einsamkeit (nur eine Kakerlake leistet Wall-E Gesellschaft) und der Roboter, der um so vieles menschlicher als seine Erschaffer zu sein scheint, erzeugen eine starke Wirkung. Der erste Teil von Wall-E ist ein deftiger Schlag in die Magengrube, der sitzt. Nicht, dass die Botschaft neu wäre. Wir wissen ja alle, dass wir unseren Planeten fast schon systematisch zugrunde richten. Aber wir sind zu dumm, zu faul oder zu feige, etwas dagegen zu tun. Wall-E wiederholt nur, was wir schon längst wissen sollten, aber verdammt nochmal, trägt er diese Botschaft gut vor!

    Wenn wir irgendwann erfahren, dass es doch noch Menschen gibt, macht das Herz einen Sprung. Lernen wir die Menschen kennen, wünschen wir uns aber, wir hätten sie verpasst. Ich will nichts verraten, nur so viel: Man versteht, wieso der Planet zugemüllt worden ist. Die grosse Masse ist faul und dumm. In 700 Jahren haben die Menschen all das, was unsere Gesellschaft auszeichnet – Faulheit, Trägheit, Brot und Spiele, Abkapselung von der Natur etc. –, zur Perfektion gebracht. Man kann über sie lachen und ganz ehrlich: Die Szene, in denen der Captain seine ersten Schritte macht (in stilechter Zeitlupe), ist bei mir in allerbester Erinnerung geblieben. Zynismus at its best. Aber schau dich mal um: Soweit sind wir davon nicht entfernt. Wall-E hält uns schonungslos den Spiegel vor. Doch sehen wir?

    Einer unendlichen Liebe zum Detail, einem grandiosen Soundtrack, wunderschönen Bildern und tollen Ideen hat es Wall-E zu verdanken, dass er bei seiner an die Erwachsenen gerichteten schweren Kost auch bei Kindern, die die Botschaft noch nicht recht erfassen können, sehr gut ankommt. Da ist ein Spagat gelungen, wie ihn noch kaum jemand geschafft hat.

    16
    • 9

      Ein Meisterwerk mit einem wunderschönen Soundtrack...

      Wall-E berührt die Herzen genauso wie der Sinn an der ganzen Sache: Die Erde ist unsere Heimat und wir müssen zu Ihr Sorge tragen

      3
      • 8 .5

        Entzückend!

        • 10

          Definitiv für kleine und große Filmfreunde! Zählt zu meinen Lieblings-Pixar's...mit wichtigen Messages...sollte regelmäßig weltweit ausgestrahlt werden, um immer wieder daran zu erinnern!

          2
          • 8

            Hab den Film seit dem Erscheinen nun ein zweites mal gesehen. Jetzt haben mir besonders die Details gefallen die auf andere große Science-Fiction Filme hinweisen. Zu Filmen wie "Moon", "Star-Wars" und vorallem "2001: Odyssee im Weltraum", z.B. dessen Filmmusik. Gut fand ich auch den Stil im Abspann mit verschiedenen bekannten chronologisch wechselnden Malstilen. Das macht den Film für mich zu einem Animationsfilm mit Köpfchen.

            1
            • 10

              wär hier nicht sein herz verliert der hat keins...g

              7
              • 6

                Ist schon irgendwo okay. Wall-E ist ein sympathischer und niedlicher Charakter. Die Story ist auch ziemlich gut, aber der Film zieht sich sehr. Der Film ist einfach sehr langweillig. Daher finde ich ihn sehr überbewertet.

                • 5
                  smartbo 20.05.2016, 19:29 Geändert 20.05.2016, 19:46

                  Na ja, der Streifen hat eine recht magere Handlung zu bieten, um das mal höflich zu formulieren. Und einen ganzen Film mit einem Roboter auszufüllen, der die ganze Zeit nur den Müll aufräumt, das reißt ja einen nicht gerade vom Hocker.
                  Okay, das politische Statement des Streifens ist in Ordnung. Tricktechnisch ist er ebenfalls recht gut gemacht. Dafür gibt's von mir noch die 5. Zu mehr reicht es aber nicht.

                  • 9 .5

                    Ein weiteres Pixar Meisterwerk.

                    5
                    • 10
                      BigB0ZZ 16.05.2016, 12:06 Geändert 16.05.2016, 12:10

                      Ich vergebe fast nie 10 Punkte , doch dieser Film hat mich echt beeindruckt. Meiner Meinung ist es auch ein Film für Kinder sowohl Erwachsene! Hier wurde alles richtig gemacht. Dieser Film zeigt das man einen Film auch fast komplett nur mit Bildern erzählen kann , selten so einen liebevoll gemachten Film gesehen. Werde ich definitiv mal mit meinen Kindern gucken. Wenn ich mal welche habe :D

                      3
                      • 7
                        Dr.Hasenbein 15.05.2016, 23:48 Geändert 16.05.2016, 21:29

                        Wall-E ist einer der wenigen Pixar/Disney Filme bei dem es nun trotz Kultstatus und guter Kritiken wirklich ewig gedauert hat bis ich ihn nun endlich gesehen habe.
                        Und das obwohl ich wirklich auf Animationsfilme stehe.
                        Naja, jo, das ganze war jetzt auch ganz gut und garnicht schlecht.
                        Mehr aber irgendwie (leider) auch nicht.
                        Das alles hier ist ganz klar spaßig, actionreich, toll gemacht und hat einen sehr ungewöhnlichen Hauptcharakter, den man auch recht schnell ins Herz geschlossen hat.
                        Und doch haben mir ganz viele andere Trick/Animationsfilme deutlich besser gefallen.
                        Ich kann jetzt nicht mal sagen woran es gelegen hat, und sieben Punkte sind ja auch nicht so schlecht, von Pixar ist man aber halt einfach mehr gewohnt.
                        Trotzdem, ganz klar eine schöne Geschichte mit einer wichtigen Aussage!

                        1
                        • 9

                          "DIESMAL FLENNE ICH NICHT WIE NE KLEINE B1TCH!"
                          Das war mein Vorsatz als ich mir Wall-e heute mal wieder angesehen habe.
                          Bin immerhin bald 30.
                          Da weint man nicht mehr bei "Kinderfilmen".
                          5 minutes into the f*cking movie.
                          Ich flenn wie ne b1tch und rufe nach meiner Mama.
                          GodDamnItPixar!

                          44
                          • 8 .5
                            Judge_Manuel 27.03.2016, 15:08 Geändert 27.03.2016, 15:17

                            Ein Disney Film bei dem unser Hauptakteur nicht mal wirklich sprechen kann. So, was bleibt uns dann noch um ihn ins Herz zu schließen? Er hat nur Augen, kein wirkliches Gesicht. Also Mimik wie wir sie kennen, können wir auch nicht vernehmen. Doch Wall E schafft es trotzdem mit seiner Tollpatschigkeit, seiner Angst und Schüchternheit gegenüber EVE uns vorm Fernseher zum lachen zu bringen. Ein zuckersüßer Animationsfilm der mich jedes mal aufs neue begeistern kann.

                            Pixar ist und bleibt die Animationsschmiede schlechthin, und lässt sich kaum übetrumpfen in ihrer Detailverliebtheit, einfachen sowie liebevollen und kunterbunten storys.

                            6
                            • 6 .5
                              Singtoo Thai 24.03.2016, 06:22 Geändert 24.03.2016, 06:23

                              Ein Pixar-Meisterwerk mit tiefgründigerem Hintergrund als man im ersten Moment erahnen könnte.

                              • 7 .5

                                Ein sehr schöner Film. Sehr süß, und lustig. Dieser Film berührt auch in innerem ein kleines bisschen. Man sieht sehr emotionale Bilder die Freude aufkommen lassen.
                                Habe den Film schon lange nicht mehr gesehen, kann mich aber erinenern dass er sehr schön war :)

                                • 0
                                  Mysticv 04.03.2016, 00:34 Geändert 04.03.2016, 00:54

                                  Wall-E ein Roboter der 98 Minuten (im Film etwa gefühlte 5 Stunden) den Müll wegräumt.
                                  Entschuldigt mich bitte aber ich kann diese positiven Bewertungen einfach nicht verstehen. Ich war damals im Jahr 2008 mit meiner Mutter im Kino und auch als damals 12-jähriger Junge war dies einer der langweiligsten Filme die ich je gesehen hab. Meine Mutter ist damals im Kino eingeschlafen.

                                  Jetzt wo ich 20 war habe ich mir diesen Film nochmals angeschaut und mir ist das gleiche passiert wie meiner Mutter.

                                  Woran soll ein Kind an diesem Film Spass haben?
                                  Woran soll ein Erwachsener daran Spass haben?
                                  Welche Zielgruppe soll dieser Film überhaupt ansprechen?

                                  Okey ich könnt verstehen dass das eine oder andere Kind die Charaktere vielleicht süss findet, aber bitte als Erwachsener wirkt das alles so fad, kitschig und langweilig.

                                  3
                                  • 8

                                    Normalerweise sollte ich WALL-E nicht mögen: Generell bin ich ja kein großer Fan von animierten Filmen; erst recht nicht von Computeranimierten. Und von meiner Abneigung gegenüber kitschige Filme wissen hier schon einige.
                                    Aber dennoch steht bei WALL-E eine unglaublich hohe Punktzahl von 8 Punkten dar. Aber warum?

                                    Dieser Film besitzt eine der beste (Liebes-)Geschichte überhaupt. Im Grunde geht es ja ,salopp gesagt, um einen einsamen Roboter, der auf der Suche nach seiner Liebe die Welt rettet.
                                    Und WALL-E besitzt mehr Wahrheiten, als man von so einem Pixar-Film erwartet. Ich traue mich sogar zu sagen, dass dies eine der realistischsten Endzeitvision überhaupt ist. Selten wurde die Menschheit so gut beschrieben: Wir sind eine extrem faule Art, denen unsere Umwelt überhaupt nicht interessiert. Wir sind egoistisch, fett und scheuen uns vor die auch so kleinste Bewegung. Da der Film aus der Perspektive eines Roboters erzählt wird, kommt es fast schon so vor, als würde uns der Fernseher ein Spiegel vorhalten. Ein Spiegel, der zeigt, dass wir auf den besten Weg dazu sind, diese Endzeitversion zur Realität zu machen.
                                    Aber dennoch ist die Menschheitsgeschichte in diesem Film fast schon nebensächlich (was ich persönlich ja genial finde); der Zuschauer fiebert hauptsächlich nur mit dem kleinen Roboter, der eigentlich nur seine Liebe finden will, mit. Und dabei versucht Wall-E alles mögliche, was den Herzen erwärmen lässt. Es ist ja schon seltsam, dass mich eine Liebesgeschichte zwischen zwei Roboter emotional mehr mitnimmt, als die meisten anderen Liebesfilmen.

                                    Und ja, der Film sieht optisch gut aus; zwar hat die Optik nicht den Charme von älteren Disney-Filmen, aber wenn es um Charme geht, da muss sich WALL-E natürlich nicht verstecken. Dieser Film ist eigentlich Charme pur ♥

                                    Auch zu empfehlen sind die geniale Specials zu diesem Film (sofern man sie natürlich besitzt)...und diesen Kurzfilm: https://www.youtube.com/watch?v=ppfSPzbAQYc
                                    Einfach genial!

                                    =>Fazit: Mein liebster Animationsfilm! Charmant, emotional und einfach nur süß!

                                    11
                                    • 9 .5

                                      Einer meiner Lieblingskinderfilme. Ich liebe diesen Film.

                                      • 8
                                        J-S-S 09.02.2016, 21:45 Geändert 12.02.2016, 14:06

                                        Animiertes Endzeitszenario mit einem Hauch Gesellschaftskritik, was eine Geschichte von Leben und Einsamkeit transportiert und eine sterile Welt erschafft, mit etwas scheinbar unmöglichem, nämlich dass Maschinen Gefühle haben.

                                        Gewagter Pixar der nonverbal mehr aussagt, als andere Filme verbal.

                                        2
                                        • 8
                                          Tobias Severings 07.02.2016, 12:35 Geändert 25.08.2016, 20:36

                                          Wie Disney das schafft frage ich mich immer wieder! Wortwörtlich überzeugt mich dieser Film sprachlos.
                                          Auch wenn die Hauptcharaktere nicht viel sprechen gibt es logische und einfache Handlungen, die jeder auch ohne Worte versteht. Wie in jedem Film von Disney kann man auch hier wieder viele Easter Eggs finden mit Anspielungen auf andere Filme der Studios. Auch das berühmte Happy End von Disney kam wieder zum Vorschein.

                                          • 7 .5

                                            Echt schöner Film

                                            2
                                            • 7
                                              howartwollowitz 11.01.2016, 13:32 Geändert 11.01.2016, 13:32

                                              Süßes Filmchen.

                                              1
                                              • 9 .5

                                                Der Film ist ein absolutes Wagnis im Disney-Universum, selbst wenn Pixar unter der Mickey Mouse-Haube schon selbst für Ausreißer gesorgt hat. Pixars Werke sind erwachsener, weniger schematisch aufgebaut und besitzen eher die feingeistigen Metaebenen eines modernen Dramas als die klassischen Disneys sich je getraut haben darzustellen.

                                                "Wall-E" startet auch sogleich mit einem subtilen Dampfhammer. Der komplette erste und Teile des zweiten Aktes sind Gesellschaftskritik auf höchstem Niveau. Die Erde völlig vermüllt, die Menschheit geflohen, nur ein Roboter hält die Hoffnung auf eine Rückkehr aufrecht. Neben diesem Fingerzeig ist Wall-E, der Roboter, ein Abbild alter Spaßlegenden wie Buster Keaton oder Charlie Chaplin, was ihm auch sofort Sympathien einbringt. Diese Mischung aus schrulligem Humor und dystopischem Szenario passt wie die Faust aufs Auge.

                                                "Wall-E" ist jedoch noch weit mehr als das. Mit dem Auftritt von EVE wird der Film um eine ungewöhnliche Romanze erweitert, und bevor der Film völlig zum Stummfilm verkommt, werden rechtzeitig die Menschen hinzugefügt. Damit hält auch die Dynamik Einzug in den Streifen, der mutigerweise mit Tempo und Timing spielt und dadurch so ungewöhnlich wirkt. Erst dieses Nachdenkliche, dann das Direkte und Dynamische - gut, ich kann die Kritik in gewisser Weise nachvollziehen, dass der Stil inkonsequent sein mag, aber erhält sich "Wall-E" auf anderen Ebenen wie den sichtbaren zusammen. Die kritischen Elemente sind immer vorhanden, der Witz variiert auf ähnlichem Niveau und verliert dabei kaum von seinem Reiz, wo andere ihre Munition schon in der ersten Spielhälfte verschießen und dann aufgrund ausbleibender Ideen auf den Storymodus umschalten (müssen). Selbst Pixar wurde in anderen Filmen schon Opfer dieses Vorgehens.

                                                Dass "Wall-E" dabei stilistisch und handwerklich aus der Reihe tanzt, wirkt auf mich wie ein Geschenk des Himmels. Hier ist vielleicht noch die größte Angriffsfläche zu finden, aber ehrlich gesagt will ich nicht - eben wie bei Disney üblich - immer dieselben Abläufe erkennen und nicht nur verschiedene Settings sehen, die unter dem gleichen Aufbau die Zuschauer blenden.

                                                Durch diese Verknüpfung vieler verschiedener Elemente wie Drama, Humor, Action und Spannung sowie dem mutigen Unterfangen, das Handwerk einfach mal umzustellen, ist "Wall-E" für mich schlicht der beste Animationsfilm, der jemals realisiert wurde. Wer derart Lachen und Nachdenklichkeit miteinander vereinen kann, gehört einfach auf den Olymp jeder Rangliste.

                                                • 9
                                                  Jaemb 22.11.2015, 14:04 Geändert 22.11.2015, 14:05

                                                  +tolle story
                                                  +sieht sehr gut aus
                                                  +eine lehrende, nicht soo unrealistische story
                                                  +wall-e ist einfach nur zum knuddeln
                                                  +für klein UND gross

                                                  - zu wenig dialoge

                                                  • 9 .5

                                                    Was macht Wall-E so genial?
                                                    Was macht diesen Film zu mehr als simple Animationskost für kleine Kinder?
                                                    Und meiner Meinung auch zum besten Pixar-und Animationsfilm aller Zeiten?
                                                    Man braucht nicht groß zu erklären, so wie es in diesem Film der Fall ist.
                                                    Ohne irgendein Flashback oder irgendeinen Erzähler zeigt uns der Film ein beängstigendes und deprimierendes Bild von unserer Zukunft begleitet mit dem fröhlichen Song ,,Put on your sunday clothes". Wenn wir turmhohe Müllberge und eine trostlose, verdreckte Landschaft sehen und dabei diese fröhlichen Klänge im Hintergrund hören, hat das auf den Zuschauer eine böse Ironie und bringt sofort zum Nachdenken. Es war selten bei einem Animationsfilm der Fall, dass ich schon von der ersten Minute an Gänsehaut hatte. Und was sage ich nur Animationsfilm, ich meine in allen Filmen, die ich bisher gesehen habe.

                                                    Obwohl die erste halbe Filmstunde sich nur darum dreht, dass wir einem kleinen bemitleidenswerten und einsamen Roboter Müll pressen sehen und dieser sich in eine (von Roboteraugen her) schöne, blauäugige Sonde verliebt, fesselt der Film viel besser als in jedem anderen Film über die Apokalypse. Der Anfang ist einfach so unspektakulär spektakulär und es fällt kein einziges Wort. Doch es sind nicht immer Worte, die uns Menschen berühren können. Wenn unser kleiner einsamer Freund in seinem ,,Zuhause" ein altes Musikvideo sieht und dabei ein singendes Pärchen sieht, das Händchen hält, dann berührt das auf eine vollkommen andere Art und Weise.

                                                    Pixar muss nicht immer süß und bunt sein. Denn während die Lehre von Filmen wie Toy Story war, dass man wieder jung sein muss um seinen Spaß zu haben, so ist die Lehre dieses Films in einem Satz zu beschreiben: Amerika, du bist fett und faul.
                                                    Und das ist kein dummer Witz meinerseits, genau das ist die Lehre des Films. Denn wenn wir die Menschen als dicke Faulsäcke in ihren schwebenden Sesseln sehen samt eingebauten Fernseher schockiert es viel mehr als wenn die Menschheit in einem anderen Szenario vollkommen ausgelöscht wurde. Dieses Weltbild liegt der Wahrheit gar nicht mal so fern. Die Botschaft des Films wird so gut rübergebracht, ohne dass irgendjemand eine große Moralpredigt hält, damit wir den Ernst dieser Angelegenheit verstehen.

                                                    Und selbst wenn eine Roboter-Lovestory sich so kitschig und ungläubig anhört, es funktioniert. Auch hier muss sich Liebe nicht um Worte drehen, man spürt sie einfach, wenn man sie sieht. Denn wenn Wall-E samt Feuerlöscher durch den Weltraum fliegt begleitet mit seiner EVE, dann ist das wahre Schönheit. Wer hier nicht eine Träne des Glücks oder der Trauer vergießt, ist der wahre Roboter.

                                                    Wall-E hat selbst nach 7 Jahren immer noch kein Staub gefangen und ist immer noch so schön wie am ersten Tag. Ich spreche zwar nicht für die Anderen, aber das ist meiner Meinung nach ein Film, den man einfach lieben muss.
                                                    Ich liebe diesen Film!
                                                    Und dafür gebe ich Pixar einen schönen, elektrischen Roboterkuss.

                                                    15