Filmplakat von Zeiten des Aufruhrs Zeiten des Aufruhrs

Revolutionary Road, GB, US 2008 — Kritik

Kritiker — Ausgezeichnet 8.0

Der Film Zeiten des Aufruhrs wurde von 38 Kritikern bewertet.

fko: filmsprung.ch

9.0Herausragend

«Revolutionary Road» ist in erster Linie ein hervorragend gespieltes und ausgezeichnet geschriebenes Drama, das auch nicht an zynischen Kommentaren spart. Die Inszenierung von Regisseur Sam Mendes, dem Ehemann von Kate Winslet, ist hauptsächlich zweckdienlich und drängt sich nicht durch formale Verspieltheiten auf. Dadurch kommen die Leistungen der Darsteller natürlich noch besser zur Geltung.

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Mr. D.: Manifest - Das Filmmagazin

7.0Sehenswert

Mendes vierte Regiearbeit ZEITEN DES AUFRUHRS verspricht nun ein Wiedersehen, das viele von Herzen herbeigesehnt und ebenso viele in ihren schlimmsten Schnulz-Albträumen mit Grauen befürchtet haben: Kate Winslet und Leonardo DiCaprio, die beiden Turteltäubchen Rose und Jack aus James Camerons TITANIC, sind nach mehr als 10 Jahren Trennung wieder als Filmpaar vereint. Aber Vorsicht: Dieses Mal dürfen Romantik-Allergiker aufatmen, denn Mendes wäre nicht Mendes, wenn er nicht genau diesen Liebesmythos benutzen würde, um ihn aufs Schlimmste zu demontieren.

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Mick Lasalle: San Francisco Chronicle

10.0Herausragend

Revolutionary Road bekommt meine Stimme für den besten amerikanischen Film 2008.

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Marcus Wessel: Deadline, blairwitch.de, pr...

8.0Ausgezeichnet

Mendes, der nicht nur im Kino sondern auch im Theater zu Hause ist, inszeniert das Scheitern dieser Beziehung wie ein intimes Bühnenstück. Der Fokus liegt dabei von der ersten bis zur letzten Minute auf den Darstellern. Diese danken es ihm mit durchweg hochklassigen Leistungen. Für Winslet, die schon seit Jahren völlig zu Unrecht auf ihren „Titanic“-Auftritt reduziert wird, erweist sich die Rolle der Desperate Housewive gar als schauspielerischer Durchmarsch. Sowohl in den kurzen Momenten des Glücks als auch in Momenten der totalen Verzweiflung verschwindet sie ganz hinter ihrer Rolle. Wir sehen und fühlen Aprils Wut, Aprils Schmerz und Aprils Einsamkeit, wenn sie suchend und hilflos in die Kamera blickt. DiCaprio wiederum bricht einmal mehr mit seinem Sunnyboy-Image. Während der äußerst lautstarken Auseinandersetzungen schreit auch er sich die Seele aus dem Leib – in einer erschreckenden Art und Weise.

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Matthias Dell: Der Freitag

7.0Sehenswert

Und doch steckt genau in dieser Akkuratesse ein grundlegender Mangel: Die Deutlichkeit - mit der Mendes seine Welt von gestern inszeniert, in der weder die Geschlechterbeziehungen noch die Rolle des psychisch Kranken als mirakulösem Wahrsager aktualisiert sind - lässt keine Fragen offen. Jedem Gesichtsausdruck kann eine Entscheidung zugeordnet werden, jedes Bild versteht sich durch sich selbst. Der Besuch von Zeiten des Aufruhrs ist der Gang durch ein Museum, das pädagogisch wertvoll all seine Exponate bis ins Letzte erklärt.

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Hausmeister: Nerdtalk.de

9.0Herausragend

[...] DiCaprio spielt mit jeder Faser Frank Wheeler und sich selbst damit die Seele aus dem Leib. Alle Emotionen, angefangen bei rasender Wut über Hoffnungslosigkeit bis hin zu überzeugenden Liebesbekundungen, bringt er wie mit Fingerschnippen mal eben so in Perfektion rüber. In einer Szene war er sogar dermaßen gut, dass mich allein sein intensives Schauspiel schon ganz dicht an den Augenwinkel-Dammbruch führte (sein Wutausbruch während eines Kaffeekränzchens mit Nachbars und deren Sohn). Standing Ovations für diese Leistung. [...] Ich kann mich nur wiederholen: wirklich großes Gefühlskino.

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Enk: Mental Savage

8.0Ausgezeichnet

[...] Eine durchaus gelungene Pointe, für die Darstellung einer nach Jahren kriselnden Beziehung das Kino-Traumpaar der letzten Dekade zu besetzen - vielleicht war es also ganz gut so, dass es für Winslet und DiCaprio in Titanic kein Happy End gab, man sieht ja wo das geendet hätte. [...]

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Corsovilla: SchönerDenken

7.0Sehenswert

Es gibt Filme, die man unbedingt mögen möchte. “Zeiten des Aufruhrs” zum Beispiel. Man könnte eine halbe Stunde aufzählen, was an diesem Film so gelungen ist - von der dramatischen Geschichte über die Kameraarbeit, die Requisiten - bis hin zur suggestiven Filmmusik von Thomas Newman. Ja, und die Schauspieler … Michael Shannon ist zurecht für den Oscar nominiert. Die einzige Schwäche des Films ist schnell erklärt: immer wieder hölzerne, verkopfte Theaterdialoge. Wer sich als Zuschauer von dieser intellektuellen Kunstsprache aus dem Tritt bringen lässt, dem gehen die großen Gefühle des Films verloren. Wer damit keine Probleme hat, kann einen intensiven Kinoabend genießen. Nur leider kann man sich das nicht aussuchen. (Mehr im Podcast)

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Kaltduscher: MoviezKult.de

6.5Ganz gut

[...] Dass Zeiten Des Aufruhrs trotz aller Lobhudelei letztlich doch ein kleines bisschen enttäuscht, ist dem Drehbuch geschuldet, welchem die letzte Konsequenz fehlt. Man hätte gerne mehr erfahren über das Leben der Familie Wheeler, nicht nur des Ehepaars Wheeler. Die Kinder, die inhaltlich mehr zur Geschichte beitragen als vordergründig angenommen, werden so gut wie gar nicht beleuchtet. Auch die gesellschaftlichen und politischen Umbrüche der Nachkriegszeit werden trotz ihrer Relevanz nicht präzise genug erläutert. Der Film konzentriert sich mehr oder weniger auf den Mikrokosmos der Familie, ohne ihn passend in den Makrokosmos einzuordnen – und das kann Mendes mit seiner schlichten Regie ohne Experimente nicht mehr ausgleichen. [...]

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Christian H.: Kino, TV und Co, Wicked Vis...

8.0Ausgezeichnet

„Zeiten des Aufruhrs“ ist von Sam Mendes mit der gleichen Perfektion inszeniert wie auch schon seine früheren Werke, und setzt noch mehr als seine früheren Filme auf die erzählerische Stärke seines Ausgangsstoffes. Die ruhigen, melancholischen und ganz und gar wunderbaren Klavier-Anschläge der musikalischen Untermalung von Thomas Newman fügen sich in den sehr gesetzten Grundtenor des Films ein, und erinnern wohl nicht von Ungefähr an Sam Mendes „Road to Perdition“. Und auch wenn „Zeiten des Aufruhrs“ natürlich zu Vorderst ein Film über eine ganz spezifische Periode ist, ist der Film doch in seiner letztlichen Intention universell veranlagt: Ob man sein eigenes Leben, vielleicht sogar seine Gewöhnlichkeit, zu akzeptieren lernt, ob man den Mut hat aus eingefahrenen Bahnen auszubrechen, oder ob man sich gar bis zu seinem letztem Tag etwas vormacht, ist ein äußerst schmaler Grat und letztlich eine anthropologische Konstante. Das Ergebnis aber, dies ist gewiss, ist Ungewiss und eben auch oftmals tragisch

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Jörg von Grass: filminformer.de; stadtmagaz...

7.5Sehenswert

Nach dem mit fünf Oscars ausgezeichneten "American Beauty" und dem ebenfalls mehrfach ausgezeichneten "Road to Perdition" inszeniert Sam Mendes (Ehemann von Kate Winslet) erneut ein...

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Mr Vincent Vega: Manifest / Deadline / gamon...

8.0Ausgezeichnet

[...] Wenn sich die Eheleute hier dann verbal in Stücke reißen und schönstes Möbelinventar zu Bruch geht, möchte man Winslet und DiCaprio eigentlich bei gar nichts anderem mehr zusehen. Das mag so klingen, wie es gewiss nicht inszeniert ist - Mendes hält sich mit ausgestelltem Zynismus, so wie er in "American Beauty" einen faden Beigeschmack hatte, auffällig zurück -, doch lässt sich schwer leugnen, dass die beiden Hauptdarsteller ganz und gar in ihren intensiven Rollen aufgehen. So dramatisch flogen Ehe-Fetzen im Kino seit "Wer hat Angst vor Virginia Wolf?" nicht mehr. [...]

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TheCorey: Das Manifest, MovieMaze, ev...

7.5Sehenswert

„You’re the most interesting person I’ve ever met“, erklärt April (Kate Winslet) 1948 ihrem Freund Frank. Auf einer Party hatten sich die ambitionierte Schauspielerin und der Kriegsveteran kennen gelernt. Beide lachen und philosophieren über Paris, jene Stadt, der Frank im Zweiten Weltkrieg verfallen ist und die er seitdem wieder besuchen möchte. Dort seien die Menschen noch frei, versichert er seiner Freundin. Doch es kommt alles anders als geplant. April wird schwanger und Frank nimmt einen Job in der ehemaligen Firma seines Vaters an. Er mag den Job nicht und es beschämt ihn, wie sein Vater geendet zu sein, gesteht er an seinem 30. Geburtstag sieben Jahre später einer Sekretärin seiner Firma. Kurz darauf steht er in ihrem Zimmer und bindet sich die Krawatte. Es hat sich viel getan in den vergangenen sieben Jahren seit die Wheelers in ihr weißes Haus in der Revolutionary Road gezogen sind. Dem ersten Kind folgte ein zweites, hauptsächlich um sich selbst zu beweisen, dass die Älteste kein Unfall gewesen sei. Was als Übergang geplant war, ist zur Routine verkommen. Die Ehe ist in ihrem verflixten siebten Jahr am Bröckeln.

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Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...

8.5Ausgezeichnet

Mendes' Film ist eine abgründige Studie der westlichen Ehe. Manchmal erinnert er an "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" oder Bergmans "Szenen einer Ehe", dann wieder an Satiren von Woody Allen und die Suburbia-Filme von Todd Solondz ("Happiness") und Todd Fields ("Little Children"). Wie letztere ist auch "Zeiten des Aufruhrs" vor allem eine überaus hellsichtige und berührende, mitunter auch bittere Betrachtung über Entfremdung, Hoffnungslosigkeit und Angst vor der Freiheit. Ein Angriff auf das vermeintlich "normale Leben", auf blindes Sicherheitsdenken und unsere ganz alltägliche Feigheit.

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D. Kamalzadeh: Der Standard

9.0Herausragend

Sam Mendes, der mit American Beauty schon einmal eine zeitgenössische Variante von Lebenslügen in der Vorstadt gedreht hat, ist wiederum ein Regisseur mit einer ausgeprägten Vorliebe für tableauhafte Bilder, in denen er nichts dem Zufall überlässt. Das selbstzerstörerische Wirken der Wheelers fasst er in Einstellungen, die sie und ihr stylishes Ambiente wie in einem Coffetable-Book festhalten, aus dem es kein Entkommen gibt. Das Vorhaben des Paares, aus dem verhassten Alltag der Vorstadt auszubrechen, um nach Paris zu gehen, löst sich denn auch alsbald in Luft auf.

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G. Jekubzik: Filmtabs

8.0Ausgezeichnet

Sam Mendes findet in seiner zweiten Bloßlegung (nicht nur amerikanischer) Lebensleere Bilder und Momente unendlicher Einsamkeit. Die ungelebten Träume in leeren Blicken, der klägliche Spott der ganz großen Feiglinge, die sich über das Scheitern der verzweifelten Träumer mokieren, all das schickt einen tief erschüttert ins Leben zurück. Auch dank des großartigen, konzentrierten Schauspiels, das ohne viel Drumherum, ohne Action den Film trägt. Grandios wie Leonardo DiCaprio und Kate Winslet durch die Zustände von Öde, Hoffnung, Desillusion und Hass gehen. Ein Drumherum ist allerdings sehr wichtig, die Kulissen und Kostüme, die das Jahr 1955 glaubhaft machen und trotzdem die Figuren atmen und lebendig lassen.

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Carrie Rickey: Philadelphia Inquierer

8.0Ausgezeichnet

Ein unschlagbarer Film, auch wenn die Adaption der Novelle von Richard Yates fehlerhaft ist.

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M. Phillips: Chicago Tribune

8.0Ausgezeichnet

Sam Mendes injiziert ein paar Milligramm Hoffnung in die Filmversion von Richard Yates' Novelle von 1961. Ein vernichtend kritisierendes Porträt einer Ehe in den 50er, aufgebaut auf Stöcken, Stroh und Einbildung.

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Roger Ebert: Chicago Sun Times

10.0Herausragend

Dieser Film ist so gut, er ist unschlagbar. Viele Leute glauben, ihre Eltern verstehen sie nicht. Was ist, wenn sie sich selbst nicht verstehen?

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Claudia Puig: USA Today

8.5Ausgezeichnet

Revolutionary Road zeigt die Chronik eines immer bedeutungsloseren Lebens eines jungen Paars, die den Amerikanischen Traum in einem Vorort in Connecticut leben. Der Film entspricht nicht ganz dem Kaliber des Richard Yates-Romans, der tief nuanciert und reich an Untertönen ist. Aber die Schauspielerleistungen sind grandios, und der Film hat wunderschöne Bilder. Zudem ist der Dialog, der größtenteils direkt dem Roman von Yates entnommen ist, besonders kontemplativ und prägnant.

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alviesinger: Frankfurter Stadtkurier

8.0Ausgezeichnet

Leonardo Di Caprio und Kate Winslet stützen Sam Mendes Sittenporträt der prüden 50er Jahre der USA. Das vordergründige Ehedrama wirkt bisweilen wie ein Prequel zu Mike Nichols „Who’s Afraid of Virginia Woolf“ in dem die Weichen für die später seelisch vernarbten Martha und George gestellt werden. Mendes Inszenierung beeindruckt besonders in den ersten sieben Minuten. Der gefeierte Regisseur bildet in einem zeitlich knappen Rahmen die gesamte Klaviatur der Gefühlswelt ab – eine derartig pointierte Charakter- und Setting-Einführung – wie hier das Leben und Platzen des White American-Vorstadttraums – war selten gesehen. Die folgenden existenzialistischen Fragen der US-Mittelklasse über Träume, Sehnsüchte und der Angst vor Veränderung leben hauptsächlich von dem ambitionierten Spiel der beiden Protagonisten, die sich wunderbar ergänzen. Obwohl die Winslet eigentlich kaum gefordert gewesen sein dürfte, da sie in „Zeiten des Aufruhrs“ einmal mehr die frustri… Mehr

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Kommentare — Sehenswert 7.4

Der Film Zeiten des Aufruhrs wurde von 1246 Mitgliedern bewertet.

dbeutner

Bewertung6.5Ganz gut

Überbewertet, massiv. Zunächst einmal verstehe ich nicht, warum alle dem DiCaprio-Hype hinterherrennen, obwohl gerade dieser Film in so vielen Einzelszenen seine große Schlichtheit extrem zur Schau stellt. Von daher: ich habe mich einmal mehr auf einen DiCaprio eingelassen - und wurde einmal mehr enttäuscht.

Die Story ist in den ersten zwei Dritteln relativ banal. Man hätte das ganze zu einem 20-minütigen Kurzfilm verdichten können, dann hätte es sicherlich gewonnen. Dann gibt es noch Drehbuchschwächen, die Schlimmste: Die beiden haben zwei Kinder, die aber fast durchgehend durch Abwesenheit glänzen, obwohl gerade der Alltag mit den Kindern in einer solchen Situation ja das Herausfordernde ist.

Überschätztes Werk, dass im letzten Drittel zumindest etwas wuchtig kommt; und das BluRay-Bild ist beispielhaft. Viel mehr Positives fällt mir leider nicht auf.

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jannis

Ich fand ihn auch nicht so doll...


Knutrobert

Yop. Fand Kate Winslet auch deutlich besser als Di Caprio und habe den Film auch eher schwach in Erinnerung. (wei0 gar nicht wie der bei mir zu 7,5 Punkten kam...)


Kill_Diether

Bewertung10.0Lieblingsfilm

Vergesst Kate Winslet und Leonardo DiCaprio aus
"Titanik". Denn "Zeiten des Aufruhrs" sehen, bedeutet
auch Erkenntnis, was vor allem DiCaprio leisten kann,
wenn man ihn lässt. Hier sind er und Kate Winslet um
Welten besser, als in allen ihren Filmen davor. Ausnahme bei
Kate Winslet "Der Vorleser" und bei DiCaprio ebenbürtig mit
seiner Darstellung des behinderten Jungen aus "Gilbert Grape
– Irgendwo in Iowa".
Die Story selbst ist eine sehr intelligente Betrachtung des
bürgerlichen Lebens; nicht nur des amerikanischen Lifestyles.
Kleinstädte, Vorgärten, sich bemühende Nachbarn in der
Mittelschicht gibts in jeder zivilisierten Gesellschaft.

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DarkMermaid

Bewertung10.0Herausragend

Zeiten des Aufruhrs spielt in einem kleinen amerikanischen Vorort der 50er Jahre. Im Zentrum steht ein junges Ehepaar, dass nach außen ein Bilderbuchehepaar darstellt. Hinter der gutbürgerlichen Fassade brodelt es durch ständige Streitereien und einer Affäre gewaltig. Ein Ausbruch nach Paris soll die Ehe und ihr gemeinsames Leben retten. Doch durch eine ungewollte Schwangerschaft schlittert die Ehe entgültig auf den Abgrund zu. Bei Leonardo diCaprio und Kate Winslet stimmt die Chemie. Was für ein Schauspielerpaar. Sie tanzen den Tanz am Abgrund einfach fantastisch, grandios und sensationell. Auch Michael Shannon als psychisch gestörter Sohn einer Maklerin (Kathy Bates), der als einziger hinter die Fassade des Ehepaares blickt, ist genial. Ein sehr melancholischer Film.

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Blonder

Bewertung7.0Sehenswert

Der ganze Film ist eigentlich nur eine große Streiterei.
Ein Ehepaar möchte wieder Schwung in ihre festgefahrene Beziehung bringen, indem sie in Paris einen Neustart machen wollen. Aber das Schicksal hat etwas anderes für die beiden im Sinn und somit nimmt das Unheil seinen Lauf.
Der Zuschauer wird Zeuge von unvorstellbarem Hass, wobei ich mich fragen mußte ob die zwei wirklich mal in einander verliebt waren. Auf die Vorgeschichte, wie es überhaupt soweit gekommen ist, wird zu wenig eingegangen.
Der Film lebt hauptsächlich von Kate Winslet und Leonardo DiCaprio, die sich ihre Seelen aus dem Leib spielen.
Sehenswerter Film, der aber auch stark an den Nerven zerrt.

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*frenzy_punk<3

Bewertung5.0Geht so

glück und harmonie, fehlanzeige. ein glückliches paar sieht anders aus. das knistern zwischen leonardo dicaprio und kate winslet verblasste leider in "zeiten des aufruhrs". auch eine gewisse "innigkeit" und zuneigung fehlte. ein hochgelobtes meisterwerk, eine der besten filme des jahres ... leider nicht für mich. ich hatte mehr gefühl, mehr liebe erhofft und ich bekam drama und streitereien, die im grunde irgendwann zu nerven beginnen, vom feinsten. dennoch punktet der film mit einer grandiosen und fantastischen inszenierung, wie ich es von den beiden hauptdarstellern gewohnt bin. ein interessantes thema, doch schleppt sich die story so dahin und ich erhoffte ein baldiges ende. schade!

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zero_tonin

Bewertung7.5Sehenswert

Ein wahrer Film, schmerzhaft wahr und intensiv. Schneller als wir denken, leben wir das Leben, welches wir nie leben wollten. Brillant geschrieben und gut umgesetzt, weist der Film aber einen Schönheitsfehler auf: Die Chemie zwischen Winslet und DiCaprio stimmt einfach nicht. Was in einem Blockbuster wie "Titanic" nicht weiter auffiel, ist hier offensichtlich: Man nimmt den beiden das glückliche, perfekte Paar einfach nicht ab, obwohl beide für sich gesehen eine gute bis sehr gute Leistung abliefern. Dennoch: Ein sehenswerter Film, nah am Leben; eine Mahnung, unsere Träume nicht aus den Augen zu verlieren.

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getpunkd

Bewertung5.5Geht so

Keine Frage, Leonardo Dicaprio und Kate Winslet sind zwei Top Schauspieler und ich mag auch fast alle ihre Filme. „Zeiten des Aufruhrs“ gehört allerdings nicht dazu. Ich wollte ein Mann und eine Frau sehen, die das gewöhnliche, routinierte Spießer-Leben nicht mehr leiden können und die an dem Punkt gelangt sind, an dem sie ihre sehnlichsten Wünsche erfüllen wollen. Doch dann entpuppt sich der Umzug nach Paris als kindische Idee, und das Leben wird doch so hingenommen wie es ist. Nach realistischeren Alternativen, die die Lebensqualität steigen lassen, wird gar nicht gesucht. Die ständige Streiterei führt zu keinem Ergebnis und nervt irgendwann. Für die Figur April hab ich nicht viel übrig. Sie ist die biedere Hausfrau und Mutter, die nichts Grundsätzliches ändern will und irgendwie von ihrem Ehemann abhängig ist, den sie aber plötzlich nicht mehr liebt und dann eine Nummer mit dem Nachbar im Auto schiebt. Am Schluss ist sie psychisch so am Ende, dass sie selber ihr drittes Kind abtreibt und daraufhin stirbt.
Nunja, vielleicht bin ich auch einfach nicht der Drama-Gucker, aber umgehauen hats mich nicht.

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Anastasius

Bewertung8.0Ausgezeichnet

Mendes malt in "Zeiten des Aufruhrs" ein Bild des Scheiterns.
Wieder einmal.

Technisch ist am Film nichts auszusetzen: die ausschließliche Verwendung real existierender Orte gibt dem Gesamtbild einen intensiveren Geschmack, was wohl übrigens auch die Darsteller zu Hochleistungen angetrieben hat. Der rote Faden nimmt weder das ganze Bild ein, noch verliert er sich an irgendeiner Stelle. Der Soundtrack untermalt die Bilder mehr als Stimmig und hat zudem einen hohen Wiedererkennungswert.

Allerdings nichts für einen entspannten Abend; das Ding liegt echt schwer im Magen.

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kinogaengerin

Bewertung4.0Uninteressant

Ich hatte viel erwartet und war dann irgendwie herb enttäuscht. Ist man nicht selbst dafür verantwortlich seine Träume zu realisieren und muss nicht den Partner anschließend dafür hassen, dass es nicht funktioniert hat, obwohl der eigentlich die selben Träume hatte? Auch mit Kindern kann man auswandern, oder? Und dann sitzen sie da fest in ihrer kaputten Ehe ohne einmal miteinander drüber zu sprechen. Nee, am Ende hab ich mich nur aufgeregt, sorry.

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Ortega Lorre

Naja, Matrix finde ich als Ausgangsidee sogar ganz toll. Die ersten 20 Minuten bekämen sogar eine 9.0 von mir... und dann lässt die Qualität der Dialoge und Dramaturgie ab und man wird mit Action abgespeist.
Sieh dir mal "Dark City" an, Ähnlich aber besser.


Ortega Lorre

4.0 find ich übrigens gut :)


patcharisma

Bewertung5.5Geht so

Das knallharte, desillusionierende Drama ist natürlich exzellent gespielte Kammerkost, aber irgendwie in ziemlicher Eindimensionalität gefangen.

Für mich passt da viel nicht zusammen: Man will sich nicht wirklich in den 50ern wähnen, kann den Charakteren und ihrer Handlungsweisen nicht 100% folgen, erkennt vieles aus ähnlichen, anderen Filmen (z.B. dem grandiosen "Little Children" auch mit Kate) wieder und hat mit nur eigentlich einer Schlüsselszene in den 2 langen Stunden zu wenig "Aha". Wegen dieser dafür - als nämlich Kathy Bates' "geisteskranker" Sohn unverblümt seine Meinung kundtut mit dem konsequent nachfolgenden Theater - lohnt sich der Film dann doch sehr anzuschauen, auch wenn das meiner Meinung nach zu wenig des Guten ist.

Das das alles tragisch enden wird, ahnt man schon früh und ist dann einfach irgendwie erleichtert, wenn der Alptraum vorüber ist. Das war wohl dann doch kaum so von den Machern beabsichtigt(?).

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Sonse

Ja, die Szene mochte ich ebenfalls, vor allem da Michael Shannon so gut ist. Dennoch hatte sie diesen fahlen Klischee-Mottenkugeln-Beigeschmack: Die angeblich "geistesgestörte" Figur, ist die einzig vernünftige... etc.


patcharisma

Hmmm, genau Sonse, stimmt. Eben sehr eindimensional alles irgendwie. Aber trotzdem noch sympathisch, dass grad DIE zwei das spielen & den Titanic-Traum begraben. Aber ist das Depro-Kino ohne Wiederkehr nicht einfach langsam passé? So blöd es tönt, hier wäre es noch speziell gewesen, die Vorlage von Yates zu ändern & frech eine Art Happy-End anzufügen, wär noch reizvoll gewesen.


Heiderditte

Bewertung6.5Ganz gut

Sehr gut, aber auch sehr langweilig.

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Lars.D

Bewertung6.5Ganz gut

DiCaprio und Winslet sind gute Darsteller, keine Frage, aber in diesem Film werden spielen beide gleichermaßen langweilig und wirken beinahe schon so desinteressiert, dass sie allein vom Nebendarsteller Michael Shannon, der seine Rolle hier überragend spielt, in den Schatten gestellt werden.
Insgesamt ein beinahe belangloser Film, an dem mir einzig das Ende und die Szenen mit John gefallen haben. Schlechte Leistung der beiden Hauptdarsteller, leider.

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Dom81

Bewertung7.5Sehenswert

Gut umgesetztes Drama über die hoffnungslose Leere des Daseins der "bürgerlichen Mittelschicht". Winslet und DiCaprio glänzen durch sehr gute schauspielerische Darbietung und vermitteln die Ausweglosigkeit ihrer Situation äußerst eindringlich und glaubwürdig. Eine herrausragende Nebenrolle ist der Sohn der Immobilienmaklerin! Leider verliert sich der Film hin und wieder in der eigenen Tragik und zieht einzelne Elemente zu sehr in die Länge. Daher "nur" 7,5 Punkte.

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Amalthea

Bewertung9.0Herausragend

Das letzte Mal war ich von Leonardo DiCaprio in Gilbert Grape so begeistert. Hier hat er sich aber nochmal sehr gesteigert. Von Kate Winslet kann ich dasselbe sagen, obwohl ich die eh schon immer klasse fand. Da schaut man zwei Menschen 2 Stunden beim Streiten zu, und es wird nicht langweilig, im Gegenteil! Ein tolles Stück Schauspielerei

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alanger

zwei menschen beim streiten zusehen wird NIE langweilig, höstens peinlich.


RuizZafon

Bewertung6.5Ganz gut

Die schauspielerischen Leistungen von Leonardo Di Caprio und Kate Winslet sind mehr als hervorragend und man wird in die Atmosphäre des Films hineingezogen, weil dieser unverblümt die Härte des alltäglichen Lebens darstellt. Genau deshalb bleibt man am Ende des Films mit einer gewissen Schwere zurürck und ich wusste anfangs nicht was darüber halten sollte.

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1oOwaCk

Bewertung7.0Sehenswert

So schön wie in Titanic haben die beiden Darsteller meiner Meinung nach nicht zusammengepasst. Das tat aber der schauspielerischen Leistung sowie dem ernsten Thema des Films keinen Abbruch. Wunderbar gespielt, besonders Kate Winslets Leistung möchte ich herausheben. Schade um das Ende, aber es hätte eben nicht anders kommen können...

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ChristiansFoyer

Bewertung9.0Herausragend

1961 veröffentliche der Schriftsteller Richard Yates sein Debüt „Revolutionary Road“. Der gefeierte Roman blieb ein recht einsames Highlight in Yates‘ Karriere, der bis zu seinem Tod im Jahr 1992 kein weiteres Werk diesen Kalibers vorlegen konnte und überwiegend sogar gänzlich in Vergessenheit geriet. „Revolutionary Road“ jedoch gilt heute unangefochten als Klassiker amerikanischer Literatur. Die Rechte an einer Verfilmung sicherte sich Regisseur John Frankenheimer bereits 1967, doch gingen sie durch viele weitere Hände, ehe der Stoff 2007 zu Paramount Pictures gelangte und unter der Regie von Sam Mendes nach über vierzigjähriger Wanderschaft schließlich verwirklicht wurde. Nach dem Oscar-Abräumer „American Beauty“ (2000, 5 Auszeichnungen) entwirft Mendes erneut ein vermeintliches Vorstadtidyll, aus dem für die Protagonisten der direkte Weg in eine persönliche Hölle wird. Wo in seinem Erstling allerdings beißender Sarkasmus und entlarvender Zynismus herrschten, die aus „American Beauty“ bei aller Schwere ein satirisches Unterhaltungsstück machten, ist die im deutschen als „Zeiten des Aufruhrs“ betitelte Produktion ein zutiefst deprimierender Film und von geradezu benommen machender Intensität.
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1955: April und Frank Wheeler leben in einer gemütlichen Vorstadt von Connecticut. Doch in ihrer beider Leben hat sich Überdruss und Unzufriedenheit eingeschlichen, Frank hasst seinen langweiligen Job, Aprils Karriere als Schauspielerin ist kläglich gescheitert. Als ihr schließlich in den Sinn kommt, aus ihrem gewohntem Leben auszubrechen und gemeinsam mit den Kindern nach Paris zu ziehen, stimmt Frank zunächst zu. Doch ein unerwartetes verbessertes Jobangebot und eine ungewollte Schwangerschaft lassen sämtliche Abgründe aufbrechen, die sich längst zwischen den Ehepartnern aufgetan haben...
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Die Vorgeschichte, das Kennenlernen von April und Frank, wird knapp gehalten, ebenso wie ihre glücklichen Momente, die in einigen kurzen Flashbacks gezeigt werden. Mendes muss aber auch gar nicht ins Detail gehen, denn „Zeiten des Aufruhrs“ denkt quasi jeden herkömmlichen Liebesfilm ab dem Moment weiter, wo sonst nach dem Happy End ausgeblendet wird. Die Illusion, dass hier nur ein weiteres Abziehpärchen über Umwege und Missverständnisse letztlich doch in Liebe und Harmonie zueinanderfindet und aufgeht, raubt einem der Film nach wenigen Minuten, denn bereits der erste aufwallende Streit zwischen April und Frank kommt mit verbaler Wucht über den Zuschauer. Wenn man danach Frank erst beim Ehebruch mit einer Sekretärin zusieht, er anschließend nach Hause kommt und Alice ihm mit den bis dahin unerwähnten Kindern ein Geburtstagsständchen bringt, findet die Geschichte ausdrucksstarke Momente, um die unaufhaltsame Entzweiung des Paares zu verdeutlichen. Mendes beweist überdies eines seiner größten inszenatorischen Talente, nämlich die Reihenfolge und Balance zwischen dem was er zeigt, was er andeutet und dem, was völlig verborgen bleibt.
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Das elegische Szenario gestaltet der Regisseur mit einer minimalistischen Bildkomposition, die die Dramaturgie ganz den Charakteren und der Story überlässt. Dem schließt sich das quälend langsame Tempo an, dass wie ein Seziermesser durch jede einzelne Faser der Vorstadt-Fassade schneidet und mit schrecklicher Präzision die Verzweiflung dahinter bloßlegt. Mit Aprils Vorhaben, nach Paris überzusiedeln, um insbesondere Frank einen Neuanfang zu ermöglichen, wird nur kurz ein Schimmer von Hoffnung zugelassen. Denn schnell wird deutlich, dass Frank trotz chronischer Unzufriedenheit längst Mut und Entschlossenheit verlassen haben, das Gewohnte dem Unbekannten zu opfern. Für April hingegen scheint die Flucht aus der eingefahrenen Banalität und der eigenen Bedeutungslosigkeit der einzige Weg, um eine Beziehung am Leben zu halten, die längst verdorrt ist. Ihr Wille zum Ausbruch und das, was sie sich einredet, damit erreichen zu können, ist letztlich so naiv wie unbarmherzig. Denn als April schließlich ihre dritte Schwangerschaft entdecken muss, ist sie ohne Umschweife zu dem Schritt bereit, der Frank endgültig von ihr abspaltet, während sein Zaudern ob des verlockenden Jobangebots den selben Effekt bei ihr auslöst.
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„Zeiten des Aufruhrs“ ist ein ungemütlicher, ein zutiefst bedrückender Film, der ein latentes Gefühl der Beklommenheit hervorruft. Er zeigt ein Paar, dem man im Grunde bar jeder Anteilnahme begegnet, von dem man so wenig ein Teil sein will, wie man sich beinahe peinlich berührt fühlt, ihnen zuzusehen. In gleichem Maße wie der Romanvorlage haftet dem Film dabei eine gravierende Allgemeingültigkeit an. Trotz des 50er Jahre Settings wird sich zeitloser Mechanismen bedient, die Konflikte sind zeitlich ungebunden und könnten so in jedem Jahrzehnt und bei ähnlicher Konstellation in jedem Haushalt stattfinden. Der sporadische Anklang der Epoche beschränkt sich thematisch auf das Rollenverständnis vom Mann als Versorger und der Frau als Hausmütterchen, welches April und Frank in Paris umkehren würden, was von Freunden und Bekannten zweifelnd bis abfällig kommentiert wird. Weitreichenderen Ausdruck findet der Zeitbezug im akuraten Design und den Kostümen, beides zu Recht Oscar-nominiert. Dennoch atmet „Zeiten des Aufruhrs“ seinen verheerenden Hauch weit darüber hinaus und ist statt einer Spezifizierung auf eine beunruhigende Universalität heruntergebrochen. Darin paart sich die größte Stärke des Films zugleich mit einer geringen Schwäche. Denn so tragisch sich die Ereignisse auch entwickeln, so allumfassend die schiere Verzweiflung über die Charaktere wächst, so wenig leidet man mit diesen Figuren, die sich wie auf einem Spielbrett dem Ende entgegen würfeln.
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Andererseits verwehrt sich „Zeiten des Aufruhrs“ auf diese Art einer Plakativität und besonders eines Partei ergreifens seitens des Zuschauers, die der Gewichtung seiner Geschichte wohl geschadet hätte. Das Geschehen nimmt einen auf eine Weise gefangen, die Unvoreingenommenheit voraussetzt, um die volle Wirkung entfalten zu können. Das dies nie so weit geht, dass einem April und Frank in all ihren Leiden überdrüssig oder egal werden, dafür sorgen Kate Winslet und Leonardo DiCaprio mit bravourösen Leistungen. DiCaprio ist dabei zu Anfang ein wenig der Stolperstein der Handlung, da er zwar mittlerweile zu einem enorm gereifen Schauspieler geworden ist, für einige Aspekte, die sein Frank abdecken soll, aber immer noch einen Tick zu bübisch wirkt. Man nimmt DiCaprio den unzufriedenen Mann, der ungewollt, aber nahezu regungslos in den Fußstapfen seines Vaters stecken bleibt, einfach nicht vollständig ab. Winslet hingegen startet vom Fleck weg einen beeindruckenden Gefühlsritt durch das Leben einer in sich selbst festgeschnürrten Frau, die nach und nach ihre Stricke zu lösen beginnt und doch nur feststellen muss, dass sie anschließend in sich zusamenfällt. In den Szenen und Dialogen mit DiCaprio wird schließlich auch dieser zur Höchstleistung getrieben und wenn die beiden einander in Grund und Boden schreien, sich wie zwei gewaltige Unwetterfronten aneinander aufwallen, kommt dies in seiner Kraft und Heftigkeit schon fast Action-Sequenzen gleich. Neben Winslet und DiCaprio hinterlässt Michael Shannon bleibenden Eindruck, der den als geistesgestört diagnostizierten John spielt. Diesem werden April und Frank zu Rehabilitationszwecken als Musterpaar vorgeführt, in Wahrheit ist es aber John, der alles Unausgesprochene zwischen den beiden aufdeckt und entlarvt. Zwar ist er in dieser Funktion mehr ein Produkt im Sinne der Handlung, statt einer natürlichen Ergänzung, doch Shannons Spiel ist vorantreibend in seine kurzen Auftritte gehören zu den Highlights des Films.
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Im Ganzen ist „Zeiten des Aufruhrs“ nicht unbedingt ein Film, der unter die Haut geht, aber in jedem Fall einer, der nicht spurlos an einem vorüberzieht. Die Kommunikation des Paares erreicht einen Härtegrad von fesselnder Intensität und bekommt durch Winslets und DiCaprios Darstellungen monumentalen Nachdruck verliehen. Mendes portraitiert ihren Niedergang schonungslos und ohne jedwedes optische Element, das die Stimmung unterbrechen oder gar aufhellen könnte. Die Welt, mit denen er die Charaktere umrahmt, ist perfekt und kalt, die Häuser aufgeräumt und steril, die Revolutionary Road Wohnort und Gefangenenlager. Die Geschichte kommt sehr langsam voran und erzählt eigentlich nicht viel, steigert sich aber weiter und weiter zu einer solch rohen Vehemenz, dass sie einen dennoch vollstens einnimmt und nie das Gefühl überflüssiger Längen aufkommt. „Zeiten des Aufruhrs“ ist die komplette Desillusionierung der Liebe, jedes Glaubens daran und der Idee, mit ihrer Hilfe jedes Hindernis überwinden zu können. Und das in einer so erschreckend meisterhaften und gnadenlosen Umsetzung, dass es einem spätestens am Ende den Atem raubt.
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komplette Review siehe http://blogs.myspace.com/index.cfm?fuseaction=blog.view&friendId=418824324&blogId=497920664

Kommentar gefällt mir Antworten

hulk 75

Bewertung4.0Uninteressant

Ehedrama??? oh ne da sehe ich so schon genug im wahren Leben:)

Naja war ganz Ok.

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feininger75

Bewertung6.5Ganz gut

"Zeiten des Aufruhrs" hat einen zwiespältigen Eindruck bei mir hinterlassen.

Natürlich ist das ein hervorragendes Schauspielerprojekt und die Leistung von Leonardo DiCaprio und Kate Winslet ist zurecht allerorts gepriesen worden. Und eigentlich sollte man ja foh sein, dass "Zeiten des Aufruhrs" ein so untypischer Hollywood Arthouse Film ist, der so sicherlich nur zustande kommen konnte, weil mit DiCaprio udn Winslet zwei Superstars ihrer Generation der Romanverfilmung zur Hilfe eilten. Aber genau darin besteht das Hauptproblem des Films:

Die Wheelers (das Ehepaar, dass DiCaprio/Winslet spielen) leidet zwei Stunden lang an seiner unsäglichen, bürgerlichen Mittelmäßigkeit. Sie träumt von einem Mann der sein wahres Potential endlich abruft. Paris wird zur Projektion sämtlicher Sehnsüchte, in dem es ihm gelingen könnte die Ziele umzusetzen, die sie zwar beide nicht benennen können, von denen sie aber überzeugt sind, dass sie in ihm schlummern müssen. Das bürgerliche Vorstadtleben, der langweilige Job in einer nicht näher beschriebenen Computervertriebsfirma, die Arbeitskollegen, die Nachbarn, die Demütigungen der eigenen Affären - all das wird derart boshaft und schrecklich gezeigt, dass kein warmer Lichtschein es in die erlesenen Braun- und Grüntöne schafft, die Sam Mendes wohl in "Road to Perdition" geprobt hat und in "Revolutionary Road" zur Perfektion treiben darf. Aber während andere Ehedramen wie die berühmten "Szenen einer Ehe" einem gerade durch ihre Aufdringlichkeit zur eigenen Lebenswelt so unangenehm werden und zugleich berührend wirken, wird der Sturm in "Zeiten des Aufruhrs" beim Betrachter durch die Ausnahmestellung der beiden Beteiligten immer wieder erstickt. Wie soll jemand wie Leonardo DiCaprio dem Zuschauer gerade wegen seines schauspielerischem Ausnahmetalents etwas darüber erzählen wie es sich anfühlt, wenn man glaubt mehr in sich zu haben als das eigene Leben für einen bereit hält? Und Kate Winslet? Und ihr Ex-Theaterregisseur-ich-bin-jetzt-der-Schlauberger-Regisseur Sam Mendes? Genau: Gar nicht.

Bei allen tollen Bildern, den ergreifenden Streitszenen, den phantastischen Dialogen: Man kann einfach nicht übersehen, dass zwei A-List Stars versuchen dem bürgerlichen Ehehorror ein Gesicht zu geben. So kommt man als Zuschauer nie wirklich in die Geschichte und ärgert sich mit fortlaufender Dauer darüber, dass in diesem Film ausnahmlos niemand wirklich um die Liebe kämpfen will, dass wirklich jede auftretende Figur hier ein Unsympath ist. Der Autor des Romans - Richard Yates - muss diese Vorstadtwelt ganz ehrlich und aus tiefster Überzeugung gehasst haben und zu Lebzeiten das genaue Gegenteil einer Hollywood Celebrity dargestellt haben. Für jeden anderen - wie mich - der sich aber ob er will oder nicht mit dieser Welt identifizieren muss, wäre mehr damit gedient gewesen wenn statt DiCarprio/Winslet/Mendes jemand wie Thomas Vinterberg diesen Film mit zwei unbekannten Schauspielern aus Dänemark verfilmt hätte. So schaut man lieber einen Film wie eben Ingmar Bergmanns "Szenen einer Ehe" oder sogar Maren Ades "Alle anderen": Hier wie dort ist zwar auch alles schrecklich was eine Beziehung in der bürgerlichen Mittelmäßigkeit zu bieten hat, aber die Charaktere kämpfen zumindest noch um ihre Liebe, sind nicht durch und durch bemitleidenswerte wenn nicht zu verachtende Kreaturen. - Es mag damit zu tun haben, dass Menschen wie Ingmar Bergman oder Maren Ade eben mehr mit dieser Welt zu tun haben als die Macher von "Revolutionary Road".

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flimmy

Vielen Dank für deine Rezension. Hat mir klar werden lassen, warum ich das Geschehen als so eigenartig von mir entfernt, so blutleer empfunden habe!


Bäda

Bewertung6.0Ganz gut

Für mich viel zu viel Ehedrama. Wers mag. Aber für mich echt nichts. Die Schauspielerische Leistung war jedoch beachtlich. Das beste am Film war auf jeden Fall der Psycho der immer wieder frischen Wind reinbrachte.

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Taichi

Bewertung7.5Sehenswert

super gespieltes drama, welches der gesellschaft die ungeschminkte wahrheit im spiegel präsentiert.

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AustinPowers

Bewertung1.0Ärgerlich

Der Film war garnichts für mich. Zwei Leute, die sich ständig streiten. Ich konnte nach einer halben Stunde nicht mehr weiter zuschauen.

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kaffeetante

Wenn man auch nach 10 min rausgeht und dann nur den Ton von dem Film hört, kann man sich kein Urteil erlauben- ich gebe 8.0!


pixtur

Also wirklich! Ich bin entsetzt. aber "Zwei Menschen streiten sich die ganze Zeit und dann stirbt einer." Trifft es trotzdem ganz gut.


battlestar

Bewertung7.5Sehenswert

hat mir gut gefallen, obwohl ich mir für die männliche rolle eine anderer besetzung gewünscht hätte

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lyla

Bewertung9.5Herausragend

Selten war es so schmerzhaft und gleichzeitig so schön, zuzusehen, wie die Leben anderer leise zerbrechen.

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jannis

Bewertung6.0Ganz gut

Ich weiß zwar noch, dass ich den Film angefangne habe, kann mich aber nicht erinnern, wie er ausgeht, und/oder ob ich ihn zuende gesehen habe. Bin mir deshalb nicht sicher, wie ich bewerten soll???

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patcharisma

Habt ihr denn getrunken? Immer zuerst Film schauen und erst dann die Bar leeren...^^


jannis

Habe meine Wertung einfach geschätzt!


eddie1977

Bewertung7.5Sehenswert

Guter Film, aber bitte lest die Romanvorlage von Richard Yates. Phänomenal.

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maslobojew

Bewertung9.0Herausragend

Ein sehr gelungenes Drama.
Da es Mendes um die Schattenseiten in Beziehung und Familie geht, er diese wohl als symptomatisch für die amerikanische Gesellschaft identifiziert, endet der Film folgerichtig in einem schlimmen Fiasko.
Die Lüge ist da und lebt weiter. Natürlich nicht nur in den USA der 50er Jahren, sondern auch woanders und zu unserer Zeit.

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Jim C.

Bewertung8.5Ausgezeichnet

Revolutionary Road ist ein zutiefst bewegender Film über eine US amerikanische Ehe in den 50er Jahren welcher durch seine herrvorragende Darsteller immer zu 99% glaubwürdig bleibt!

Also Ich kann Ihn nur empfehlen da Er für mich keine vertane Zeit war!

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Ansi

Bewertung8.0Ausgezeichnet

Sam Mendes zeigt uns mit "Zeiten des Aufruhrs" eine dezidierte Beziehungsstudie über ein Ehepaar, das an den Klippen des alltäglichen Vorstadtlebens zu zerschellen droht.
Angeführt wird der Film von Kate Winslet ("Der Vorleser") und Leonardo DiCaprio ("Der Mann, der niemals lebte"), die zum ersten Mal seit Camerons "Titanic", vor knapp zwölf Jahren, wieder zusammen vor der Kamera stehen und das machen sie wirklich mehr als überzeugend. Beängstigend kraftvoll und dramatisch sind ihre teils hitzigen Wortgefechte, die Nebendarstellern im Film kaum eine Chance lassen. Nur der oscarnominierte Michael Shannon ("World Trade Center") kann hier groß auf sich aufmerksam machen.
Vieles im Film erinnert an Mendes Erstlingswerk "American Beauty", wie zum Beispiel die musikalische Untermahlung von Thomas Newman oder die bildliche Kompostion. Allerdings schleichen sich, trotz Mendes überdurchschnittlicher Regiearbeit, teils langatmige Passagen ein, die den Gesamteindruck trüben.
Letztlich präsentiert uns Regisseur Sam Mendes ein großes Beziehungsdrama, welches zwar hektisch endet, aber dafür mit großartigen Schauspielern und einer guten Story glänzen kann.

Spaß:
Action:
Spannung:
Gefühl: **
Anspruch:
Kreativität:

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raab_himself

Bewertung8.0Ausgezeichnet

"Zeiten des Aufruhrs" ist geprägt von der Handschrift Sam Mendes. Er ist ein Meister der Authensität und kein anderer kann so gut bürgerliche Rollen in Szene setzen.

Der Film erzählt keine aufregende Geschichte, ohne sonderbare Charaktäre, ohne Spannung, ohne Witz.
Doch er zeigt wunderbar das Leben eines gewöhnlichen Vorstadtpaares.
Ein Leben voller Liebe, Hass, Sehnsüchte, Intriegen und Wünsche.

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